Totgesagte leben länger - Revival der Operette

Jeremias (05.02.2007, 08:21):
Immer wieder wurde sie totgesagt, die Operette. Aber seit vergangenem Samstag habe ich den Beweis dafür, dass sie lebt! Ich hatte das große Vergnügen, der Deutschen Lieblingsoperette auf der Bühne zu sehen. Nein, es ist nicht die Fledermaus! Vielmehr hat Carl Zeller's (der übrigens eigentlich Jurist war!) "Vogelhändler" dem Silvester-Dauerbrenner den Rang abgelaufen.

Ich sah also am vergangenen samstag eine Inszenierung dieses Werkes auf der Bühne, aufgeführt von der "Düsseldorfer Operette". Eigentlich hätte die Aufführung abgesagt werden müssen.... und zwar, weil der Saal hoffnungslos überfüllt war, es mussten sogar Leute nach Hause geschickt werden! Diejenigen, die das Spektakel sahen, kamen dafür voll auf ihre Kosten. Man merkte richtig die Freude der Menschen, endlich einmal eine klassische Inszenierung mit aufwendigen Kostümen und traditionellem Bühnenbild erleben zu können! Keine Verunstaltungen, keine Skandale auf der Bühne, vielmehr ein zweistündiger Ausflug in eine andere Welt mit spritzigen Melodien und witzigen Dialogen...

Da frage ich mich, warum werden Operetten nicht häufiger in diesen klassischen Inszenierungen gespielt? Der vergangene Samstag hat mir persönlich gezeigt, dass es DAS ist, was das Publikum gerne öfter sehen möchte! Warum bestehen immer noch so viele Vorurteile gegenüber der Operette? Hört Ihr eigentlich Operetten?