Tschaikowsky: Klavierkonzert Nr.2 G-Dur op.44

teleton (06.02.2008, 13:17):
Hallo Tschaikowsky-Freunde,

warum ist immer nur von Tschaikowsky-Klavierkonzert Nr.1 die Rede ?
Das Klavierkonzert Nr.2 steht diesem nicht nach, wenn man die richtige Aufnahme hört.

Nach weit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigen mich wiedermal die Tschaikowsky-Klavierkonzerte.
Ich stelle fest das es immer wieder schön ist zu seinen Wurzeln zurückzukehren: Dazu ist bei mir auch wiedermal der Plattenspieler zu Einsatz gekommen.

:) Eine meiner ersten Aufnahmen der KK war auch wiedermal das Beste, was ich je hörte, weil ich schon damals meinem Motto treu blieb und von einem russischen Komponisten auch eine russische Aufnahme kaufte:

Neben meinen weiteren CD-Aufnahmen mit Werner Haas/Inbal (Philips) und Rudi/Jansons (EMI) sind es die guten alten russischen Aufnahmen auf meiner Eurodisc-Doppel-LP:

Das waren Interpretationen der damaligen Preisträger der Tschaikowsky-Wettbewerbe 70er-Jahre in Moskau:
* Klavierkonzert Nr.1
mit
Grigorij Sokolow, Klavier/ Staatliches SO der UDSSR / Neeme Järvi

* Klavierkonzert Nr.2 (1.Fassung) und 3
mit
Igor Shukow, Klavier / Grosses RSO der UDSSR / Roshdestwensky

(Melodiya-Aufnahmen/Eurodisc)

Zum Tschaikowsky: Klavierkonzert Nr.2 (1880) möchte ich darauf aufmerksam machen, dass dies hier bei Shukow/Roshdestwensky die Aufnahme in der 1.Tschaikowsky-Urfassung vorliegt und nicht in der ansonsten meistgespielten nach Tschaikowsky´s Tod gekürzten Fassung vom Pianisten Alexander Siloty aus dem jahre 1893.
Die Kürzung erfolgte im 2.Satz Andante non troppo, der den Soloinstrumenten Violine und Cello im Tschaikowsky-Original mehr Vorrang einräumt als dem eigendlichen Soloinstrument Klavier.
Ein Grund warum Nicolai Rubinstein (der den Klavierpart für zu episodisch hielt) die Uraufführung des Werkes von 1880 vor sich herschob, bis sein Tod den Weg für dieses KK Nr.2 frei machte und die Uraufführung durch den Tschaikowsky-Schüler und Komponisten Sergei Tanejew am 18.Mai 1882 erfolgen konnte.
Die verfälschende und verkürzte Fassung des 2.Satzes konnte sich bis heute als Aufführungspraxis halten.

Wie kraftvoll Igor Shukow das KK Nr.2 spielt macht das Werk für mich so wertvoll wie das pouläre KK Nr.1 und steht diesem in dieser Aufnahme in keiner Weise nach.
:beer Alle von mir später gehörten Aufnahmen auf CD (auch meine genannten CD-Aufnahmen) erreichen diese grandiose Kraft nicht.
PeerGynt (06.02.2008, 16:04):
Hallo Teleton,

Ich habe eine Aufnahme mit Philadelphia Orchestra, dirigiert von Eugene Ormandy. Am Klavier sitzt Gary Graffman. Ich glaube ehrlich nicht, dass eine andere Version dieses Konzertes es zwischen meinen Favoriten bringen könnte… Oder vielleicht kann ich noch nicht seinen Zauber vollständig greifen. Ich mag das Konzert schon, aber zwischen den beiden, ziehe ich trotzdem KK1 vor. Und auf alle Fälle, wenn es zu Klavierkonzerten kommt, finde ich Brahms, Scriabin, Rachmaninov, auch Dvorak, mehr auf meinem Geschmack.
HenningKolf (06.02.2008, 16:46):
Hallo Wolfgang,

ich höre das 2. Klavierkonzert fast häufiger (aber auch durchaus eher selten) als das 1., was sicher nicht das "objektive" Bewertungsniveau wiederspiegelt sondern ganz einfach an der Tatsache liegt, dass ich das 1. KK vor 10 oder 15 Jahren recht häufig gehört habe und ein gewisser Sättigungspunkt erreicht ist.

Ich besitze nur diese Einspielung


http://ecx.images-amazon.com/images/I/61CD3219T6L._AA240_.gif

und bin damit recht zufrieden, sodass der Wunsch nach Vergleichseinspielungen sich bisher nicht aufgedrängt hat. Auch hier wird übrigens die nicht revidierte Originalfassung von 1980 gespielt.

Gruß
Henning
Zelenka (06.02.2008, 17:36):
Mit Tschaikowskys zweitem Konzert tue ich mich noch schwerer als mit seinem ersten. Ich besitze gerade einmal eine Version der Siloti-Fassung (Gilels, New Philharmonia O, Maazel, recht fulminant) und die auch nicht ganz ungekürzte, schon genannte Aufnahme der ursprünglichen Fassung mit Pletnev unter Fedoseyev (im langsamen Satz sind 16 Takte mit Erlaubnis des Komponisten gestrichen).

Gruß, Zelenka
teleton (12.02.2008, 10:59):
Hallo Zelenka, Henning und PeerGynt,

ich habe jetzt mal ein paar tage abgewartet, aber es scheint kein sehr großes Interesse an dem KK Nr.2 zu bestehen. Das ist bedauerlich.

Ich habe die russische Superaufnahme der KK gemäß meines Beitages ja "nur" auf LP.
Meine Werner Haas - Aufnahme (Philips) des KK Nr.2 auf CD ist beileibe nicht schlecht. Kommt aber an die Russen keineswegs heran und ist zu "westlich Normal" ohne die russische Leidenschaft.

Deshalb habe ich nun Nägel mit Köpfen gemacht zund habe mir die
Postnikowa/Roshdestwensky - Aufnahme (Decca) (mit allen drei Konzerten), die auch im Tschaikowsky-Original des KK Nr.2, 2.Satz vorliegt bestellt.

Als Ergänzung dazu die von Euch angesprochene
Pletnev/Fedossejew-Aufnahme (Virgin) aller drei KK + Konzertrhapsody op.56 ,
da ich diese Supergünstig für weit unter 10,-€ incl.Versand abstauben konnte.

:beer Ich bin gespannt welche russische Power mich da erwarten wird und werde zu gegebener Zeit berichten.

An Peer Gynt möchte ich noch sagen, dass die Graffmann/Ormandy-Aufnahme auf CBS-LP mit den Konzerten N´´r.2 und 3 im Besitz meiner Eltern ist. Diese habe ich zuerst gehört und kann Dir bestätigen dass Graffmann auch dort ein wahnsinnig brillanter Pianist ist.
Das KK Nr.2 auch hier in der gekürzten Fassung. Aber mit Graffmann bist zu TOP bedient.
Die Aufnahme ist leider, wie meine russischen Melodia-Aufnahmen, auf CD nicht greifbar.



P.S. und OT: Graffmann / Szell (CBS/SONY) mit den Prokofieff-KK Nr.1 und 3 ist ebenfalls der absolute Wahnsinn und eine meiner liebsten Aufnahmen.
Jeremias (12.02.2008, 12:31):
Endlich findet auch dieses große und pompöse Werk hier einmal Beachtung! Mir gefällt insbesondere der 3. Satz mit seiner wunderbaren Frische. Mein Favorit: Emil Gilels!
Rachmaninov (12.02.2008, 12:58):
Original von Jeremias
Endlich findet auch dieses große und pompöse Werk hier einmal Beachtung! Mir gefällt insbesondere der 3. Satz mit seiner wunderbaren Frische. Mein Favorit: Emil Gilels!

Gilels hat das ZWEITE Tchaikovsky Konzert eingespielt?
Zelenka (12.02.2008, 14:33):
Original von Rachmaninov
Original von Jeremias
Endlich findet auch dieses große und pompöse Werk hier einmal Beachtung! Mir gefällt insbesondere der 3. Satz mit seiner wunderbaren Frische. Mein Favorit: Emil Gilels!

Gilels hat das ZWEITE Tchaikovsky Konzert eingespielt?

In der Tat! Und ich hatte davon auch schon etwas weiter oben berichtet.

Gruß, Zelenka
Jeremias (12.02.2008, 14:49):
Und ich sage Euch, da geht die Post ab! Übrigens, auch sehr gut: Shura Cherkassky.... und nicht zu unterschätzen: Leonskaja/Masur!
teleton (13.02.2008, 09:48):
Original von Jeremias
Und ich sage Euch, da geht die Post ab! Übrigens, auch sehr gut: Shura Cherkassky....

Hallo Jeremias,

Shura Cherkassky auf einer HELIODOR-LP war sogar meine erste als Jugendlicher gekaufte Platte vom KK Nr.2 (diese habe ich lange nicht mehr).
Es war wirklich eine gute Interpretation, aber die Klangqualität hat mit heutigen Maßstäben nicht mehr viel zu tun, weshalb ich nicht weiter nach dieser Auifnahme gesehen habe.
War das nicht sogar eine Mono-Aufnahme, die nachträglich "verstereoisiert" wurde ?



Hallo Zelenka,

inzwischen ist die höchst fulminante Postnikowa/Roshdestwensky-Aufnahme (DEcca) bei mir eingetroffen. Eine fantastische wuchtige Interpretation, mit herausragender Decca-Klangqualität.
Das Roshdestwensky vom Orchester absolut überzeugend agieren läßt, war mir ja schon von seiner Shukow-Aufgnahme bekannt. Wer hätte auch etwas anderes erwartet ?

http://ecx.images-amazon.com/images/I/514K31MJ8XL._AA240_.jpg
Tschaikowsky: KK Nr. 1-3, Violinkonzert (Dutoit)
Victoria Postnikowa, Klavier / Wiener Sinfoniker / Gennadi Roshdestwensky
Decca, 1996, DDD

Allerdings lassen sich Rosh und seine Viktoria viel Zeit für das KK Nr.2, sodass der erste Satz (24:40) sogar länger dauert als der mir immer sehr lang vorkommende erste Satz des KK Nr.1 (22:56). Das tut zwar der Qualität keinen Abbruch, denn ihr mitreißendes Spiel läßt nirgens langeweile aufkommen. Dennoch fand ich das hochvirtuose Spiel mit den rasenden Läufen bei Shukow noch eindrucksvoller.

:hello Wie ist bei Pletnev beim KK Nr.2 die Spielzeit des 1.Satzes. Geht er straffer zu Werke ???
Und welches Tempo schlägt Gilels an ?
HenningKolf (13.02.2008, 11:04):
Die Spielzeiten bei Pletnjow sind (aus Foobar ausgelesen, keine Lust die CD aus der Kiste rauszukramen....kann sich aber nur um Sekundenunterschiede handeln)

19:49
14:27
7:15

Vergleichen kann ich nichts weil ich nichts zum Vergleichen habe.....

Gruß
Henning
teleton (06.02.2008, 13:17):
Hallo Tschaikowsky-Freunde,

warum ist immer nur von Tschaikowsky-Klavierkonzert Nr.1 die Rede ?
Das Klavierkonzert Nr.2 steht diesem nicht nach, wenn man die richtige Aufnahme hört.

Nach weit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigen mich wiedermal die Tschaikowsky-Klavierkonzerte.
Ich stelle fest das es immer wieder schön ist zu seinen Wurzeln zurückzukehren: Dazu ist bei mir auch wiedermal der Plattenspieler zu Einsatz gekommen.

:) Eine meiner ersten Aufnahmen der KK war auch wiedermal das Beste, was ich je hörte, weil ich schon damals meinem Motto treu blieb und von einem russischen Komponisten auch eine russische Aufnahme kaufte:

Neben meinen weiteren CD-Aufnahmen mit Werner Haas/Inbal (Philips) und Rudi/Jansons (EMI) sind es die guten alten russischen Aufnahmen auf meiner Eurodisc-Doppel-LP:

Das waren Interpretationen der damaligen Preisträger der Tschaikowsky-Wettbewerbe 70er-Jahre in Moskau:
* Klavierkonzert Nr.1
mit
Grigorij Sokolow, Klavier/ Staatliches SO der UDSSR / Neeme Järvi

* Klavierkonzert Nr.2 (1.Fassung) und 3
mit
Igor Shukow, Klavier / Grosses RSO der UDSSR / Roshdestwensky

(Melodiya-Aufnahmen/Eurodisc)

Zum Tschaikowsky: Klavierkonzert Nr.2 (1880) möchte ich darauf aufmerksam machen, dass dies hier bei Shukow/Roshdestwensky die Aufnahme in der 1.Tschaikowsky-Urfassung vorliegt und nicht in der ansonsten meistgespielten nach Tschaikowsky´s Tod gekürzten Fassung vom Pianisten Alexander Siloty aus dem jahre 1893.
Die Kürzung erfolgte im 2.Satz Andante non troppo, der den Soloinstrumenten Violine und Cello im Tschaikowsky-Original mehr Vorrang einräumt als dem eigendlichen Soloinstrument Klavier.
Ein Grund warum Nicolai Rubinstein (der den Klavierpart für zu episodisch hielt) die Uraufführung des Werkes von 1880 vor sich herschob, bis sein Tod den Weg für dieses KK Nr.2 frei machte und die Uraufführung durch den Tschaikowsky-Schüler und Komponisten Sergei Tanejew am 18.Mai 1882 erfolgen konnte.
Die verfälschende und verkürzte Fassung des 2.Satzes konnte sich bis heute als Aufführungspraxis halten.

Wie kraftvoll Igor Shukow das KK Nr.2 spielt macht das Werk für mich so wertvoll wie das pouläre KK Nr.1 und steht diesem in dieser Aufnahme in keiner Weise nach.
:beer Alle von mir später gehörten Aufnahmen auf CD (auch meine genannten CD-Aufnahmen) erreichen diese grandiose Kraft nicht.
PeerGynt (06.02.2008, 16:04):
Hallo Teleton,

Ich habe eine Aufnahme mit Philadelphia Orchestra, dirigiert von Eugene Ormandy. Am Klavier sitzt Gary Graffman. Ich glaube ehrlich nicht, dass eine andere Version dieses Konzertes es zwischen meinen Favoriten bringen könnte… Oder vielleicht kann ich noch nicht seinen Zauber vollständig greifen. Ich mag das Konzert schon, aber zwischen den beiden, ziehe ich trotzdem KK1 vor. Und auf alle Fälle, wenn es zu Klavierkonzerten kommt, finde ich Brahms, Scriabin, Rachmaninov, auch Dvorak, mehr auf meinem Geschmack.
HenningKolf (06.02.2008, 16:46):
Hallo Wolfgang,

ich höre das 2. Klavierkonzert fast häufiger (aber auch durchaus eher selten) als das 1., was sicher nicht das "objektive" Bewertungsniveau wiederspiegelt sondern ganz einfach an der Tatsache liegt, dass ich das 1. KK vor 10 oder 15 Jahren recht häufig gehört habe und ein gewisser Sättigungspunkt erreicht ist.

Ich besitze nur diese Einspielung


http://ecx.images-amazon.com/images/I/61CD3219T6L._AA240_.gif

und bin damit recht zufrieden, sodass der Wunsch nach Vergleichseinspielungen sich bisher nicht aufgedrängt hat. Auch hier wird übrigens die nicht revidierte Originalfassung von 1980 gespielt.

Gruß
Henning
Zelenka (06.02.2008, 17:36):
Mit Tschaikowskys zweitem Konzert tue ich mich noch schwerer als mit seinem ersten. Ich besitze gerade einmal eine Version der Siloti-Fassung (Gilels, New Philharmonia O, Maazel, recht fulminant) und die auch nicht ganz ungekürzte, schon genannte Aufnahme der ursprünglichen Fassung mit Pletnev unter Fedoseyev (im langsamen Satz sind 16 Takte mit Erlaubnis des Komponisten gestrichen).

Gruß, Zelenka
teleton (12.02.2008, 10:59):
Hallo Zelenka, Henning und PeerGynt,

ich habe jetzt mal ein paar tage abgewartet, aber es scheint kein sehr großes Interesse an dem KK Nr.2 zu bestehen. Das ist bedauerlich.

Ich habe die russische Superaufnahme der KK gemäß meines Beitages ja "nur" auf LP.
Meine Werner Haas - Aufnahme (Philips) des KK Nr.2 auf CD ist beileibe nicht schlecht. Kommt aber an die Russen keineswegs heran und ist zu "westlich Normal" ohne die russische Leidenschaft.

Deshalb habe ich nun Nägel mit Köpfen gemacht zund habe mir die
Postnikowa/Roshdestwensky - Aufnahme (Decca) (mit allen drei Konzerten), die auch im Tschaikowsky-Original des KK Nr.2, 2.Satz vorliegt bestellt.

Als Ergänzung dazu die von Euch angesprochene
Pletnev/Fedossejew-Aufnahme (Virgin) aller drei KK + Konzertrhapsody op.56 ,
da ich diese Supergünstig für weit unter 10,-€ incl.Versand abstauben konnte.

:beer Ich bin gespannt welche russische Power mich da erwarten wird und werde zu gegebener Zeit berichten.

An Peer Gynt möchte ich noch sagen, dass die Graffmann/Ormandy-Aufnahme auf CBS-LP mit den Konzerten N´´r.2 und 3 im Besitz meiner Eltern ist. Diese habe ich zuerst gehört und kann Dir bestätigen dass Graffmann auch dort ein wahnsinnig brillanter Pianist ist.
Das KK Nr.2 auch hier in der gekürzten Fassung. Aber mit Graffmann bist zu TOP bedient.
Die Aufnahme ist leider, wie meine russischen Melodia-Aufnahmen, auf CD nicht greifbar.



P.S. und OT: Graffmann / Szell (CBS/SONY) mit den Prokofieff-KK Nr.1 und 3 ist ebenfalls der absolute Wahnsinn und eine meiner liebsten Aufnahmen.
Jeremias (12.02.2008, 12:31):
Endlich findet auch dieses große und pompöse Werk hier einmal Beachtung! Mir gefällt insbesondere der 3. Satz mit seiner wunderbaren Frische. Mein Favorit: Emil Gilels!
Rachmaninov (12.02.2008, 12:58):
Original von Jeremias
Endlich findet auch dieses große und pompöse Werk hier einmal Beachtung! Mir gefällt insbesondere der 3. Satz mit seiner wunderbaren Frische. Mein Favorit: Emil Gilels!

Gilels hat das ZWEITE Tchaikovsky Konzert eingespielt?
Zelenka (12.02.2008, 14:33):
Original von Rachmaninov
Original von Jeremias
Endlich findet auch dieses große und pompöse Werk hier einmal Beachtung! Mir gefällt insbesondere der 3. Satz mit seiner wunderbaren Frische. Mein Favorit: Emil Gilels!

Gilels hat das ZWEITE Tchaikovsky Konzert eingespielt?

In der Tat! Und ich hatte davon auch schon etwas weiter oben berichtet.

Gruß, Zelenka
Jeremias (12.02.2008, 14:49):
Und ich sage Euch, da geht die Post ab! Übrigens, auch sehr gut: Shura Cherkassky.... und nicht zu unterschätzen: Leonskaja/Masur!
teleton (13.02.2008, 09:48):
Original von Jeremias
Und ich sage Euch, da geht die Post ab! Übrigens, auch sehr gut: Shura Cherkassky....

Hallo Jeremias,

Shura Cherkassky auf einer HELIODOR-LP war sogar meine erste als Jugendlicher gekaufte Platte vom KK Nr.2 (diese habe ich lange nicht mehr).
Es war wirklich eine gute Interpretation, aber die Klangqualität hat mit heutigen Maßstäben nicht mehr viel zu tun, weshalb ich nicht weiter nach dieser Auifnahme gesehen habe.
War das nicht sogar eine Mono-Aufnahme, die nachträglich "verstereoisiert" wurde ?



Hallo Zelenka,

inzwischen ist die höchst fulminante Postnikowa/Roshdestwensky-Aufnahme (DEcca) bei mir eingetroffen. Eine fantastische wuchtige Interpretation, mit herausragender Decca-Klangqualität.
Das Roshdestwensky vom Orchester absolut überzeugend agieren läßt, war mir ja schon von seiner Shukow-Aufgnahme bekannt. Wer hätte auch etwas anderes erwartet ?

http://ecx.images-amazon.com/images/I/514K31MJ8XL._AA240_.jpg
Tschaikowsky: KK Nr. 1-3, Violinkonzert (Dutoit)
Victoria Postnikowa, Klavier / Wiener Sinfoniker / Gennadi Roshdestwensky
Decca, 1996, DDD

Allerdings lassen sich Rosh und seine Viktoria viel Zeit für das KK Nr.2, sodass der erste Satz (24:40) sogar länger dauert als der mir immer sehr lang vorkommende erste Satz des KK Nr.1 (22:56). Das tut zwar der Qualität keinen Abbruch, denn ihr mitreißendes Spiel läßt nirgens langeweile aufkommen. Dennoch fand ich das hochvirtuose Spiel mit den rasenden Läufen bei Shukow noch eindrucksvoller.

:hello Wie ist bei Pletnev beim KK Nr.2 die Spielzeit des 1.Satzes. Geht er straffer zu Werke ???
Und welches Tempo schlägt Gilels an ?
HenningKolf (13.02.2008, 11:04):
Die Spielzeiten bei Pletnjow sind (aus Foobar ausgelesen, keine Lust die CD aus der Kiste rauszukramen....kann sich aber nur um Sekundenunterschiede handeln)

19:49
14:27
7:15

Vergleichen kann ich nichts weil ich nichts zum Vergleichen habe.....

Gruß
Henning
teleton (13.02.2008, 11:58):
:thanks Guten Morgen Henning,

Danke für die Spielzeiten des KK Nr.2 mit Pletnew.
:W Diese zeigen mir schon jetzt, dass ich mich wahnsinning auf diese Aufnahme freuen kann., die aus Florida bereits zu mir unterwegs ist.

Ich finde eine flotte Herangehensweise wesentlich packender, als langes auszelibrieren.
Ich werde berichten in wie weit Pletnewmich zufriedengestellt hat.
Zelenka (13.02.2008, 18:49):
Original von teleton
Original von Jeremias
Und ich sage Euch, da geht die Post ab! Übrigens, auch sehr gut: Shura Cherkassky....

Hallo Jeremias,

Shura Cherkassky auf einer HELIODOR-LP war sogar meine erste als Jugendlicher gekaufte Platte vom KK Nr.2 (diese habe ich lange nicht mehr).
Es war wirklich eine gute Interpretation, aber die Klangqualität hat mit heutigen Maßstäben nicht mehr viel zu tun, weshalb ich nicht weiter nach dieser Auifnahme gesehen habe.
War das nicht sogar eine Mono-Aufnahme, die nachträglich "verstereoisiert" wurde ?



Hallo Zelenka,

inzwischen ist die höchst fulminante Postnikowa/Roshdestwensky-Aufnahme (DEcca) bei mir eingetroffen. Eine fantastische wuchtige Interpretation, mit herausragender Decca-Klangqualität.
Das Roshdestwensky vom Orchester absolut überzeugend agieren läßt, war mir ja schon von seiner Shukow-Aufgnahme bekannt. Wer hätte auch etwas anderes erwartet ?

Allerdings lassen sich Rosh und seine Viktoria viel Zeit für das KK Nr.2, sodass der erste Satz (24:40) sogar länger dauert als der mir immer sehr lang vorkommende erste Satz des KK Nr.1 (22:56). Das tut zwar der Qualität keinen Abbruch, denn ihr mitreißendes Spiel läßt nirgens langeweile aufkommen. Dennoch fand ich das hochvirtuose Spiel mit den rasenden Läufen bei Shukow noch eindrucksvoller.

:hello Wie ist bei Pletnev beim KK Nr.2 die Spielzeit des 1.Satzes. Geht er straffer zu Werke ???
Und welches Tempo schlägt Gilels an ?

Lieber Teleton:

Das langsame Tempo von Postnikova bleibt ein Problem ... Das ist kein Allegro brilliante. Die Zeiten für Gilels in der Siloti-Version: 20.12, 7.52, 8.00. Gar nicht so schnell - aber fulminant eben.

Gruß, Zelenka
Amadé (13.02.2008, 20:56):
Liebe Forianer,

V. Postnikova und ihr Gatte V. Roshdestvensky bringen die Urfassung des 2. Konzerts zu Gehör. Nach der Uraufführung 1881 in New York kamen dem Komponisten Bedenken bezüglich de Länge des Werkes. Siloti regte Kürzungen (besonders im 2.Satz) an, die aber von Tschaikowsky nicht autorisiert wurden, gleichwohl gingen sie nach dem Tode des Komponisten in die 2. Auflage der Druckfassung ein und das Konzert wurde dann meist so gespielt.


zu Cherkassky:
http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0028945775128.jpg

hier ist die Originalaufnahme klangtechnisch gut restauriert zu hören, die alten Heliodor-LPs mit ihrer Pseudo-Stereophonie waren klanglich verfärbt!
Ich kann die CD nur empfehlen, das 1. Konzert gehört in die Spitzenklasse. Die Aufnahmen entstanden 1952 (2.) und 1956 in der Jesus-Christus-Kirche Berlin.

Grüße Amadé
Amadé (14.02.2008, 20:38):
Nachtrag:

Mit Emil Gilels kenne ich 2 Interpretationen von op.44:

- live 1972 aus Moskau mit Svetlanov und dem Staatl. Sinfonie -Orchester der UdSSR, meine CD stammt von HMF 38'22''

- Studio London mit Maazel und dem NewPOL EMI 36'06''

Grüße Amadé
teleton (23.02.2008, 11:42):
Hallo Tschaikowsky-KK-Freuinde,

ich habe gestern die Pletnev/Fedossejew-Virgin-Doppel-CD mit den Tschaikowsky - KK erhalten.

Ich möchte ganz kurz sagen, dass mir schon durch die straffen Spielzeiten die Interpretation sehr gut gefällt.
Pletnevs hochvirtuoses Spiel fastziniert. Die schnellen Klavierläuf im KK Nr.2 1.Satz werden atemberaubend fetzig gezaubert.
Auch der letzte Satz begeistert durch packenden Zugriff.
Die russiscch anmutende Orchesterbegleitung durch Fedossejew lläßt keinen Westdireigenten vermuten und die Schlüsse und Fortestellen sind knallhart - so soll es sein - eine Aufnahme mit BISS.

Mein Eindruck:
:times10 So ziemlich eine der besten Aufnahme des KK Nr.2 und an den Wahnsinn mit Shukow/Roshdestwensky (Eurodisc-LP) anknüpfend.

Zu den anderen KK Nr.1 und 3, die mich auch begeisterten, werde ich in entsprechenden Threads noch äußern.

:cool Noch ein wichtiger Hinweis:
Die VIRGIN-CD´s sind niedriger ausgesteuert als andere CD´s, sodaß man den Lautstärkeregeler ca. gut 6dB weiter aufdrehen sollte, damit sich der Klang voll entfalten kann (sonst klingt es zu dünn).
Aber dann kommt der Pletnev/Fedossejew-Wahnsinn voll rüber.
Dr. Schön (06.01.2009, 12:12):
Ich finde es auch immer wieder interessant, das 2te und das Fragment des 3ten Konzertes zu hören.

Beim ersten meine ich immer, dass es über die Sätze hinweg nicht wirklich funktioniert, nicht wirklich homogen und geschlossen ist (Dennoch mag ich es).
Das Zweite ist geschlossener und auch insgesammt ausgewogener, aber dafür fehlt ihn halt irgendetwas markantes, wo der erste Satz des ersten schon ein Hit ist, so erkläre ich mir auch immer, dass es quasi unbekannt gelieben ist.

Ich besitze die Aufnahmen mit Gilels/Maazel. Gilels gefällt mir hier sehr gut, aber Maazel ist so glatt, seifig und spannungsarm, dass mir während des hörens immer jegliche Lust vergeht. Das dumpfe EMI Klangbild tut da ein übriges...

Interessant das es eine Aufnahme mit Shukow/Roschdestwendskij gibt. (Shukow kenne ich mit Skrijabin und einer fulminant harten Einspielung von Chopin's Préludes, weshalb ich mir das gut vorstellen kann.) Gibt es aber, wenn ich teleton verstanden habe, wohl nicht auf CD?

In Pletnev werde ich mal reinhören.

Gibt es wirklich keinen Faden zum ersten Konzert???
Rachmaninov (06.01.2009, 18:45):
Original von Dr. Schön


Gibt es wirklich keinen Faden zum ersten Konzert???

Es ist erstaunlich, aber es gibt keinen.
Amadé (06.01.2009, 20:45):
Hallo Dr.Schön,
doch die gab es auf CD, Nr.1, 2 und die Fantasie op.56, nur augenblicklich nicht mehr im Handel, außer bei amazon-marketplace für solvende Kunden!

Gruß Amadé
Dr. Schön (06.01.2009, 21:27):
Original von Amadé
Hallo Dr.Schön,
doch die gab es auf CD, Nr.1, 2 und die Fantasie op.56, nur augenblicklich nicht mehr im Handel, außer bei amazon-marketplace für solvende Kunden!

Gruß Amadé

Autsch, dieser Preis tut natürlich weh.
ab (07.01.2009, 10:45):
Ich habe das 2. Klavierkonzert in der Interpretation durch Emil Gilels kennen gelernt, nämlich in der besagten live 1972 aus Moskau mit Svetlanov und dem USSR Sinfonie-Orchester, meine CD stammt allerdings von Melodiya/BMG, gepaart mit dem ersten in der einzigartigen Richter/Mravinsky-Aufnahme von 1959. (BMG 74321170832)

http://otho.douban.com/mpic/s2551261.jpg

Ich finde eigentlich das zweite Konzert kompositorisch schöner.
:hello
Dr. Schön (07.01.2009, 11:03):
Das 1ste mit Richter/Mrawinskij finde ich auch sehr interessant. Hab es allerdings in einer Kopplung mit Rach 2 (Richter/Sanderling). Ist also insgesammt auch eine tolle Scheibe.
teleton (07.01.2009, 11:31):
Hallo ab, Peer Gynt, sowie alle Tschaikowsky-Hörer,

mit dieser CD hast Du ganz sicher einen Edelstein an Interpretation vorliegen: Richter mit Mrawinsky (KK Nr.1) Gilels mit Swetlanow (KK Nr.2).
Warscheinlich klanglich aber nicht so umwerfend, wegen der Aufnahmedaten. Zu dieser Zeit waren die Russen aufnahetechnisch leider leider noch weit zurück.

Ich denke das diese urrussischen Aufnahmen zumindest interpretatoriosch mit den im ersten Beitrag von mir erwähnten russischen Aufnahmen mit Solokow/Järvi (1.) Shukow/Roshdestwensky (2.) gleichziehen können. Klanglich sind diese aber zudem sehr brillant.


Meine letzte gekaufte CD 2008 war, die von Peer Gynt im 2.Beitrag hier erwähnte Aufnahme mit
KK Nr.2 Graffmann / Philadelphia Orchestra / Ormandy
und
KK Nr.1 Graffmann / Cleveland Orchestra / Szell

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0886970743426.jpg
(SONY - Esprit, ADD)

Die Aufnahme des KK Nr.2 kannte ich noch mit positiver Erinnerung aus meiner Jugendzeit als LP, aber besessen hatte ich sie selber nicht.

Es kommt meinem Geschmack sehr entgegen, das Ormandy und Graffmann sich in dieser Aufnahme für die gekürzte Fassung des zweiten Satzes entscheiden. Denn der zweite Satz entspricht weniger meinen Klangvorstellungen (ich bin immer froh wenn dieses Romatikgefiddel vorbei ist); erst im 3.Satz ist meine gewünschte Stimmung wieder erreicht.
Die Graffmann-Aufnahmen sind wirklich fabelhaft spanend aufgebaut mit einem überaus brillanten Graffmann und nie langweiliger, fulminanter Orchesterbegleitung.

:beer Auch das KK Nr.1 unter Szell ist fabelhaft von beiden interpretiert und stellt beide Aufnahmen für mich in die erste Riege der Tschaikowsky-Klavierkonzerte-Aufnahmen.
Ein lohnender und brillanter Abschluß der CD-Käufe 2008.

???? Frage an die Kenner und ggf. LP-Besitzer dieser Graffmann-Aufnahmen:
Wer weis wann die KK Nr.1 mit Szell und KK Nr.2 mit Ormandy aufgenommen sind.

Die SONY-Esprit-CD´s sind sehr einfach aufgemacht.
Da steht nicht einmal das Aufnahmedatum, so wie sonst bei SONY in vorbildlicher Weise üblich; mit genauem Datum und Aufnahmeort im Textheft (unter dem Werk und Dirigent).
Es steht auf der Rückseite nur das Erscheinungsdatum der CD - 2007.
teleton (08.01.2009, 18:19):
Hallo Tschaikowsky-Freunde,

ich habe die Aufnahmedaten der Graffman-Aufnahmen herausbekommen:

Die SONY-Esprit-CD (die billige Aufmachung dieser Serie hat schon mehrere Klassik-Fans geärgert) habe ich gleich um diese Abgaben auf einen vernünftigen Informationsstand gebracht, indem ich die fehlenden Daten dort eingetragen habe.

Klavierkonzert Nr.1 Graffman/Szell
24./25. Januar und 20. März 1969 in der Severance Hall in Cleveland

Klavierkonzert Nr.2 Graffman/Ormandy
17.Februar 1965
Amadé (05.01.2011, 14:55):
Liebe Forianer,
im letzten Jahr legte ich mir diese Doppel-CD mit allen Klavierkonzerten Tschaikowskys sowie der Konzert-Fantasie op.56 zu.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51dv1jypNdL._SL500_AA300_.jpg

Das Besondere der Aufnahme ist das 2.Klavierkonzert, das ja meistens in der Siloti-Bearbeitung/Kürzung (ein)gespielt wird, siehe oben. Stephen Hough und Osmo Vänskä bringen zunächst Tschaikowskys Originalfassung, dann die Bearbeitung des 2.Satzes durch Siloti und außerdem eine eigene Bearbeitung des Pianisten, man kann also je nach Gusto die CD mit dem gewünschten Mittelsatz programmieren.
Die Laufzeiten des Andante non troppo in dieser Einspielung: Tschaikowsky: 13’27, Siloti: 7’06, Hough: 13’55.
Über die verschiedenen Versionen liefert das Beiheft gute Hintergrundinformationen.
Interpretatorisch steht in diesen Konzertmitschnitten aus Minneapolis aus dem Jahr 2009 alles zum Besten, Pianist und Dirigent haben genaue Vorstellungen vom jeweiligen Werk, die russische Seele kommt nicht zu kurz wird aber auch nicht überstrapaziert, zügige Tempi in den Ecksätzen. Sehr guter Klang, fast keine Publikumsgeräusche. Höchst empfehlenswert!

Grüße Amadé
teleton (05.01.2011, 20:16):
Hallo Amade,

Deine neue CD zeigt, das gerade der 2.Satz sehr umstritten ist und daher mannigfachen Bearbeitungen und Kürzungen unterzogen wurde.

Ich hatte seinerzeit folgendes begrüßenswerte zu der gekürzten Fassung mit Graffmann/Ormandy (SONY) geschrieben:
Es kommt meinem Geschmack sehr entgegen, das Ormandy und Graffmann sich in dieser Aufnahme für die gekürzte Fassung des zweiten Satzes entscheiden. Denn der zweite Satz entspricht weniger meinen Klangvorstellungen (ich bin immer froh wenn dieses Romatikgefiddel vorbei ist); erst im 3.Satz ist meine gewünschte Stimmung wieder erreicht.
Die Graffmann-Aufnahmen sind wirklich fabelhaft spanend aufgebaut mit einem überaus brillanten Graffmann und nie langweiliger, fulminanter Orchesterbegleitung.

Ich bin mir sicher, das mir die Siloti-Fassung (ohne das ich diese kenne) in deiner Hyperion-Aufnahme am bestengefallen würde, weil sie nicht diese unsäglichen, dem Ende des Satzes herbeisehnenden Längen aufweist !
teleton (19.01.2011, 12:35):
Liebe Tschaikowsky-Freunde,

welcher Wahnsinn (bei mir ist das immer positiv) Gilels hier bei den Tschaikowsky - KK Nr.1 - 3 präsentiert, davon habe ich mich in den letzten Tagen überzeugt.
:thanks Aber ich muss auch feststellen, das nicht nur Gilels wie gewohnt in Hochform ist, sondern hier ein weiteres mal ein dickes Lob für Maazel (bei dem manchmal in seinen Aufnahmen es eine Menge Klöpse gibt) aussprechen. Maazel bringt hier ebenfalls allererbestes Gespür für Tschaikowsky mit. Er spornt die Engländer des Philharmonia Orchestras an weit russischer und spontaner zu klingen, als so manche russische Aufnahme es vermag.
Die Finali läßt Maazel genau so überbordend klingen, wie ich es mir vorstelle. Da habe ich nur noch vergleichbar die Aufnahme mit Shukow/Roshdestwensky (Eurodisc-LP)in Erinnerung, die ähnliches bietet.
Das sind Aufnahmen die ich an die oberste Spitze für die Tschaikowsky-KK stellen möchte. Auch klanglich in sehr guter natürlicher deutlicher TOP-Analog- Qualität. Eine der besten EMI-Aufnahmen die ich habe.


Meine bisherigen Favoriten für das KK Nr.2 habe ich verglichen:
Graffmann / Philadelphia Orchestra / Ormandy (SONY, 1965).
Eine packende Aufnahme, die nur vergleichsweise etwas dünner im Klavierklang ist. Graffmann perfekt, aber Gilels legt ganz deutlich noch einen drauf. Dieser Anschlag - göttlich ! Orchestral ist Ormandy auch TOP, aber nicht so überbordend wie Maazel. Beide stellen sich sehr gut auf den Solisten ein.

Pletnev/PhilharmoniaOrchestra/Fedossejew (VIRGIN, 1991, DDD).
Soweit schöne Aufnahmen, leider viel zu verhallt, Das soll DDD sein ? Lachhaft ! Jetzt nachdem ich Gilels/Maazel im Ohr habe, fällt diese für mich ins Mittelfeld zurück ... das Orchester viel zu sehr im Hintergrund, viel zu soft, was die Russen (!) da abliefern. Pletnev verliert sich oft in Details, klingt undeutlich und verwaschen - viel Hall und dann noch viel Pedal ! So soll es eigendlich nicht sein.
Vorsicht ! Worte sagen wieder mehr als nötig. Die Aufnahme ist nicht schlecht.


Gilels/Maazel spielen beim Klavierkonzert Nr.2 die mir sehr angenehme gekürzte Fassung in der Ausgabe von Tschaikowsky´s Schüler Alexaner Siloti, bei der der im 2.Satz drastisch gekürzt wurde. Die Fassung kannte ich (entgegen dem Vorbeitrag) doch schon ! Auch der Schüler Tanejew hat eine gekürzte Fassung für den 2.Satz herausgegeben; es hat sich aber die Siloti-Fassung für spätere Aufführungen durchgesetzt.

Ich persönlich finde die Kürzungen im 2.Satz gegenüber der Originalfassung einleuchtend. Der Satz ist mir in der Urfassung viel zu langatmig ... wieder ein Beispiel, bei dem man das Ende des Satzes herbeisehnt - hier in der Siloti-Fassung eindeutig nicht.
:) Graffmann/Ormandy spielen übrigens auch die schlüssige Siloti-Fassung !

:beer Mit den Beethoven-KK unter Szell und den 3 Tschaikowsky-KK ist diese 9CD-EMI-Box einen fantastischer Start für 2011:

http://ec2.images-amazon.com/images/P/B003D0ZNXS.03._SS300_SCLZZZZZZZ_.jpg 9CD
EMI, 1972 (Tchaikowsky-KK), ADD



((OT: Es findet sich aber auch einiges klanglich historische in dieser Box (CD5 bis CD7) ... Rachmaninoff3, Beethoven mit Cluytens und Vandernoot und Saint-Saens2 (Gilels natürlich auch hier Klasse), aber kurzum - klanglich scheusslich.))
:hello Das ändert aber nicht die große Empfehlung für diese EMI-Gilels-Box, denn die brauchbaren Aufnahmen wären als Einzel-CD´s beinahe unerschwinglich; wenn überhaupt greifbar.