Vladimir Ashkenazy – Pianist und Dirigent

Cosima (11.05.2006, 17:32):
Geboren 1937 in Russland, machte Vladimir Ashkenazy England 1963 zu seiner Wahlheimat. Sechs Jahre später emigrierte er nach Island, ist auch mit einer Isländerin verheiratet, mit der er 5 Kinder hat. Seit 1982 lebt Ashkenazy in der Schweiz. Er begann seine Musikerlaufbahn als Pianist, erlangte später als Dirigent Weltruhm. Inzwischen dirigiert er seit über 30 Jahren Klangkörper wie das Deutsche Symphonie Orchester Berlin, das Londoner Royal Philharmonic Orchestra und die Tschechische Philharmonie.

http://www.philharmonia.spb.ru/img/conductor/ashkenazy.jpg

Die Gründe, warum er die Dirigentenlaufbahn einschlug, scheinen ganz pragmatischer Natur zu sein. So sagte er in einem Interview der „Zeit“ vom 27.04.2006: „Meine Hände sind ungewöhnlich klein für einen Pianisten, meine Finger kurz. Aber der Gedanke, irgendwann an Grenzen zu stoßen, lag mir fern. Als ich 15 oder 16 war, sah ich mir Rachmaninows zweites oder drittes Klavierkonzert an und war überzeugt, ich würde es nie bezwingen – viel zu viele Noten für zu große Hände. Deswegen träumte ich aber nicht von einem anderen Körper, im Gegenteil. Ich wollte vielmehr herausfinden, was man erreichen kann mit dem, was die Natur einem gegeben hat.“

Trotz des Wenigen, das ich über Ashkenazy weiß (ich kenne nur einige seiner alten Aufnahmen), empfinde ich ihn als sympathischen und zurückhaltenden Pianisten, dem Expressivität nicht so sehr liegt. Seinen Stil würde ich als elegant, wohlproportioniert und genau, unaufdringlich im positiven Sinne beschreiben. Ein Bild von ihm als Dirigenten habe ich mir noch gar nicht machen können, was ich gerne ändern möchte. Welche Aufnahmen würdet Ihr hervorheben? Prokofjews „Romeo und Julia“ mit dem Royal PO hat sehr gute Rezensionen erhalten.

Was haltet Ihr von ihm – als Pianisten und Dirigenten?

Gruß, Cosima
Zelenka (11.05.2006, 18:37):
Ein Pianist, der immerhin zu den "Great Pianists of the 20th Century" gehört. Und den ich vielleicht ein wenig aus den Augen verloren habe. Ein Blick in den Zelenka'schen Plattenschrank ergab, daß doch ein paar Aufnahmen immer noch vorhanden sind - eher ältere.


http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000042FV.01.LZZZZZZZ.jpg

http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000042EG.03.LZZZZZZZ.jpg

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00000427T.03.LZZZZZZZ.jpg

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00002MXMV.03.LZZZZZZZ.jpg

Für anderes finde ich im Moment gar keine Abbildungen mehr, weil es längst gestrichen ist, z.B. recht guter Rachmaninov. Und eigentlich sehr guter Schubert, den ich mal wieder hören müßte. In der Rolle als Dirigent habe ich Ashkenazy nur in Prokofiev und Glazunov, sicher dirigiert er nicht schlecht hier. - Wieder einmal ist das Forum Anlaß, Sachen aus dem Plattenschrank hervorzuholen, die schon länger nicht mehr am Tageslicht waren.

Gruß,

Zelenka
claashorst (11.05.2006, 20:59):
...als sympathischen und zurückhaltenden Pianisten, dem Expressivität nicht so sehr liegt. Seinen Stil würde ich als elegant, wohlproportioniert und genau, unaufdringlich im positiven Sinne beschreiben.

beschreibt sehr schön auch die Aufnahme, auf die Jeremias mich hinwies.




CH
Cosima (12.05.2006, 22:42):
http://images-eu.amazon.com/images/P/B00001IVOQ.01.LZZZZZZZ.jpg

Diese herrliche Aufnahme der zwei Beethoven-Violinsonaten mit Ashkenazy und Perlman kann z.B. unbedingt empfohlen werden. Ashkenazys klares Klavierspiel und Perlmans brillantes Violinspiel harmonieren nicht nur perfekt miteinander, auch die Abstimmung untereinander ist großartig!

Gruß, Cosima
Cosima (15.05.2006, 17:12):
Weiter im Text...

Eine fantastische CD mit Konzerten von Bach, Chopin und Mozart ist diese hier. Zudem in großartiger Klangqualität, obgleich die Aufnahmen aus 1965 und 68 sind – hervorragend remastered.

http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000042DY.03.LZZZZZZZ.jpg

Weitere Analysen erspare ich mir einstweilen, weil Ashkenazy wohl nicht gerade zu den allgemeinen Lieblingen zählt… :rofl Ich war jedenfalls so positiv überrascht, dass ich die CD drei volle Tage nicht mehr aus dem Player ließ.

Gruß, Cosima
Zelenka (15.05.2006, 17:23):
Original von Cosima

Weitere Analysen erspare ich mir einstweilen, weil Ashkenazy wohl nicht gerade zu den allgemeinen Lieblingen zählt… :rofl Ich war jedenfalls so positiv überrascht, dass ich die CD drei volle Tage nicht mehr aus dem Player ließ.

Gruß, Cosima

Vielleicht hättest Du mich ja überzeugt, die CD wiederzukaufen ... :rofl :rofl :rofl - Ganz verstehe ich wirklich nicht, warum Ashkenazy hier im Forum nicht besser geht. Immerhin aber viermal besser als Revueltas :I.

Gruß,

Zelenka
Cosima (15.05.2006, 17:32):
Original von Zelenka
Vielleicht hättest Du mich ja überzeugt, die CD wiederzukaufen ... :rofl :rofl :rofl - Ganz verstehe ich wirklich nicht, warum Ashkenazy hier im Forum nicht besser geht. Immerhin aber viermal besser als Revueltas :I.


Trag es wie ein Mann, lieber Zelenka. Schau mal, irgendwann wird ein glühender Revueltas-Anhänger in diesem Forum auftauchen und sich mit Freude über Deinen Thread hermachen. Dieser Illusion gebe ich mich z.B. in Sachen Gergiev auch schon länger hin… :rofl (Aber warten wir ab, was die Prokofjew-Symphonien bewirken werden.)

Was die Ashkenazy-CD angeht: Es wird seine Gründe gehabt haben, warum Du sie wieder verkauftest. Kannst Du Dich noch daran erinnern? M.E. interpretiert er alle drei Konzerte so vorbildlich, dass ich sogar Mozart gerne höre! Und das will wirklich etwas heißen, weil ich bislang diesen Komponisten fast nur mit Richter ertragen konnte. :ignore (Sorry an alle Mozart-Anhänger.)

Nichts für ungut. :W

Gruß, Cosima
Zelenka (15.05.2006, 17:52):
Original von Cosima
Original von Zelenka
Vielleicht hättest Du mich ja überzeugt, die CD wiederzukaufen ... :rofl :rofl :rofl - Ganz verstehe ich wirklich nicht, warum Ashkenazy hier im Forum nicht besser geht. Immerhin aber viermal besser als Revueltas :I.


Trag es wie ein Mann, lieber Zelenka. Schau mal, irgendwann wird ein glühender Revueltas-Anhänger in diesem Forum auftauchen und sich mit Freude über Deinen Thread hermachen. Dieser Illusion gebe ich mich z.B. in Sachen Gergiev auch schon länger hin… :rofl (Aber warten wir ab, was die Prokofjew-Symphonien bewirken werden.)

Was die Ashkenazy-CD angeht: Es wird seine Gründe gehabt haben, warum Du sie wieder verkauftest. Kannst Du Dich noch daran erinnern? M.E. interpretiert er alle drei Konzerte so vorbildlich, dass ich sogar Mozart gerne höre! Und das will wirklich etwas heißen, weil ich bislang diesen Komponisten fast nur mit Richter ertragen konnte. :ignore (Sorry an alle Mozart-Anhänger.)

Nichts für ungut. :W

Gruß, Cosima

Ich versuche mich ja zusammenzureißen und meinen Mißerfolg mit Fassung zu tragen :I. Der glühende Revueltas-Anhänger, der plötzlich im Forum erscheint, muß allerdings wohl noch erst geboren wären :J.

Und die Gründe fürs Rausschmeißen von Ashkenazy verlieren sich im Nebel der Geschichte. Ich tippe darauf, daß es das Chopin-Konzert war, das ich eigentlich nur hören kann, wenn Tamas Vásáry es spielt. Ansonsten bin ich erheblich vorsichtiger geworden, was Rausschmisse angeht ...

Gruß,

Zelenka
Rachmaninov (15.05.2006, 20:13):
Vo Ashkenazy besitze ich, wenn ich mich recht erinnere, gemau 2 Aufnahmen bei denen er als Dirigent agiert.

Rachmaninov Klavierkonzert #2 mit H. Grimaud und Mendelssohn / Tchaikovsky VK mit Suwanai.

Das Rachmaninov Konzert ist einfach nur schlecht, und das gilt auch für die Orchesterleistung!
AcomA (15.05.2006, 22:35):
hallo,

erst mal ein herzliches dankeschön an Cosima für die berücksichtigung und würdigung vladimir ashkenazys ! :down

ich habe über die jahrzehnte einiges mit vladimir ashkenazy gehört. lustig in diesem zusammenhang :rofl: als 15-jähriger wollte ich einen klavierabend in der düsseldorfer tonhalle besuchen, es sollte mein erster werden ! ich las ein plakat und freute mich auf vladimir ashkenazy ! ich hörte den namen zuvor mehrfach aus dem munde meiner mutter und ihrer brüder, die erfahrung mit klassischer musik hatten. umso verdutzter war ich, als ein alter mann namens stefan askenase erschien ! ich hatte das plakat nicht genau genug gelesen ! heute bin ich natürlich froh, askenase noch erlebt zu haben. :engel

was finde ich wirklich stark mit vladimir ashkenazy ? es sind vor allem seine frühen einspielungen, die teilweise verfügbar sind.

rachmaninovs konzert nr.2 mit fistoulari (dir.)
rachmaninovs suiten f. 2 klaviere (mit previn)
js bachs 1. konzert d-moll BWV 1052
w.a. mozarts konzert Nr. 6 B-dur KV 238
chopins 2. konzert f-moll
chopins 1. und 2. sonate
chopins etüden
schumann symph. etüden (fernsehmitschnitt)
prokofievs 7.sonate

http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000042DY.03.MZZZZZZZ.jpg

die besagte bach-mozart-chopin connection, welche ja Cosima schon schwärmerisch erwähnte, ist auch IMO ein absoluter top-scorer. die musizierfreude, der impetus und die technische makellosigkeit des pianisten gepaart mit dr aufnahmetechnik und dem orchestersound suchen ihresgleichen. ich wünschte mir, dass Jan Dismas die cd mir damals verkaufte ! :D

und dann gibt es einige aufnahmen, die ich zwar nicht als referenzwürdig bezeichnen würde, die IMO trotzdem sehr stark sind:

einige der großen mozartkonzerte mit ihm als dirigenten in personalunion
beethovens 4. und 5. konzert mit z. mehta (wiener philh.)
rachmaninovs preludes (komplett).

um es mal klar zu formulieren: was die chopin-etüden angeht, nach dem frühen pollini kommt IMO der frühe ashkenazy !

hinzu kommt eine wunderbar feine und sympathische persönlichkeit. wenn er schon nicht zu den größten pianisten gezählt werden soll, dann würde ich zu den größten musikern zählen ! dass er nun auch das WTK aufgenommen hat, macht ihn noch sympathischer. ich vermute mal, dass sein bach nicht schlechter als der des jungen till fellner oder martin stadtfeld ist.

gruß eines ashkenazy-verehrers, der sich partiell darin wiedererkennt (wenn auch im transzendentalen sinne), siamak :engel
Walter (16.05.2006, 07:56):
@ Cosima & Zelenka

nicht die Köpfe hängenlassen - immerhin habt Ihr mich so weit neugierig gemacht, dass ich mir die bach-mozart-chopin connection mal geleistet habe. :cool Ich bin gespannt auf meine Höreindrücke.

Mittlerweile bekomme ich doch deutlich Probleme alle Eure Infos zu verdauen. Ihr rast ja im Eiltempo durch alle Themen und ich habe leider nur beschränkte Hörzeiten :I
Walter (19.05.2006, 07:32):
Hallo,

die bach-mozart-chopin connection ist angekommen und gleich gehört worden:

zu allererst bin ich von der hervorragenden Aufnahmequalität überrascht - super was DECCA da zustande bringt.

Besonders das Konzert von Bach für Cembalo hat mich beim ersten Hören begeistert. Die Interpretation ist frisch, geradezu modern - Bach wird sozusagen abgestaubt.

Ich habe das Konzert noch mal mit Cembalo - da ist es mir bisher überhaupt nicht ins Ohr gegangen. Gestern jedoch habe ich es mir gleich noch mal aufgelegt.


Special thanks an Cosima und Siamak!! :beer
Cosima (20.05.2006, 15:59):
Hallo,

dass Ashkenazy ein fantastischer Chopin-Interpret war, belegt auch diese CD (Testament, 1955-57):

http://images-eu.amazon.com/images/P/B000024WLT.03.LZZZZZZZ.jpg

Sie enthält neben den Chopin-Stücken auch die von Siamak bereits hervorgehobene Prokofjew-Klaviersonate Nr. 7 (großartig!), weiterhin die Corelli-Variationen von Rachmaninov und Liszts Mephisto-Walzer.

Es existiert auch Vol. 1 hierzu, die besitze ich allerdings nicht. Die Klangqualität ist gemessen am Alter der Aufnahmen gut.

Gruß, Cosima
Cosima (20.05.2006, 20:12):
Hallo,

nachdem ich inzwischen Gelegenheit hatte, Ashkenazys Aufnahmen der Chopin-Walzer, der drei Klaviersonaten und der Etüden (allesamt aus den 70-er Jahren, Decca) zu hören, kann ich nur sagen: Dieser Pianist ist für mich einer der ganz großen Chopin-Interpreten!

Die Aufnahmen auf der Testament-CD (Ballade Nr. 2, diverse Mazurkas und Walzer) sind noch virtuoser und besitzen mehr Leuchtkraft! :down Aber auch in den späteren Einspielungen ist deutlich zu hören, was für ein wunderbares Gespür Ashkenazy für Chopin besitzt. Dieses Gefühl für die Musik, gepaart mit seinem klaren und eleganten Klavierspiel, ist eine große Freude für mich! (Man hört dies auch in den alten Liszt- und Rachmaninov-Werken auf besagter Testament-CD. Ganz wundervoll die ganze CD!)

Ich würde gerne weitere der älteren Aufnahmen von Ashkenazy kennen lernen. Leider scheinen diese wieder einmal nicht erhältlich zu sein. Für Tipps wäre ich sehr dankbar. Nachdem ich diesen Nachmittag quasi mit Ashkenazy verbracht habe, werde ich mir in jedem Falle mit der nächsten Bestellung die zweite Testament-CD ordern!

Begeisterte Grüße,
Cosima
Rachmaninov (18.02.2007, 11:25):
Am Samstag hörte ich seine Aufnahme der 24 Preludes von S. Rachmaninov.
Bei Ashlenazy bleibe ich bei meiner Meinung.
Ein ordetnlicher "Allrounder". Und genau das ist sein "Problem" aus meienr Sicht.

Nichts ist wirklich außergewöhnlich, nicht fällt aus der Reihe.
Keine der bisherigen Aufnahmen, die ich bisher von ihm hörte, würde ich als "Referenz" bezeichnen!

http://www.jpc.de/image/middle/front/0/8699156.jpg
Jeremias (18.02.2007, 18:42):
Ich weiss nicht wieso, aber ich greife immer seltener zu Ashkenazy. Gewiss, er hat einige vorzügliche Aufnahmen gemacht, aber irgendwie fehlt mir bei ihm meistens das gewisse etwas... aber ich erlebte ihn vor einigen Jahren als Dirigent der Tschechischen Philharmonie.... traumhaft!
ab (18.02.2007, 22:36):
Nicht vergessen sollte man, das er auch ganz vorzüglich Mussorgskys Bilder einer Ausstellung orchestriert hat, eine Fassung (von fast schon unzähligen), die mir (wie wenige) mehr zusagt als die von Ravel.
Rachmaninov (19.02.2007, 06:28):
Original von Jeremias
Ich weiss nicht wieso, aber ich greife immer seltener zu Ashkenazy. Gewiss, er hat einige vorzügliche Aufnahmen gemacht, aber irgendwie fehlt mir bei ihm meistens das gewisse etwas...

Genau dies ist der Punkt und sehr treffen formuliert!

Man erkennt bei ihm nichts Spezielles. Er spielt halt irgendwie alles, aber nicht davon so ergreifend das es einen einnimmt!
YJ (25.12.2007, 15:50):
Ich bevorzuge Ashkenazys Chopin-Aufnahmen, vor allem seine Etüden gefallen mir sehr gut, da ich der Meinung bin, dass er sie nicht nur technisch runterspielt, sondern auch musikalisch in Top-Form ist.
Seine Mozart-Klavierkonzerte finde ich dagegen zwar in Ordnung, aber auch nicht überragend.
daniel5993 (25.12.2007, 15:59):
Hallo YJ,

Ich bevorzuge Ashkenazys Chopin-Aufnahmen, vor allem seine Etüden gefallen mir sehr gut, da ich der Meinung bin, dass er sie nicht nur technisch runterspielt, sondern auch musikalisch in Top-Form ist. Seine Mozart-Klavierkonzerte finde ich dagegen zwar in Ordnung, aber auch nicht überragend.

Wer spielt deiner Meinung nach die Klavierkonzerte Mozarts überragend?
siehe hier: W.A. Mozart: Klavierkonzerte - keine Gesamtaufnahmen !
YJ (25.12.2007, 16:04):
Original von daniel5993
Hallo YJ,

Ich bevorzuge Ashkenazys Chopin-Aufnahmen, vor allem seine Etüden gefallen mir sehr gut, da ich der Meinung bin, dass er sie nicht nur technisch runterspielt, sondern auch musikalisch in Top-Form ist. Seine Mozart-Klavierkonzerte finde ich dagegen zwar in Ordnung, aber auch nicht überragend.

Wer spielt deiner Meinung nach die Klavierkonzerte Mozarts überragend?
siehe hier: W.A. Mozart: Klavierkonzerte - keine Gesamtaufnahmen !

Ich bevorzuge Brendel und Gulda, auch Barenboims Mozart-Konzerte finde ich sehr gelungen. Bei Ashkenazy fällt mir bei den Mozart-Konzerten einfach ein bisschen Besonderheit. Er spielt ordentlich, aber man merkt doch, dass ihm die Romantik mehr zusagt.
Cosima (11.05.2006, 17:32):
Geboren 1937 in Russland, machte Vladimir Ashkenazy England 1963 zu seiner Wahlheimat. Sechs Jahre später emigrierte er nach Island, ist auch mit einer Isländerin verheiratet, mit der er 5 Kinder hat. Seit 1982 lebt Ashkenazy in der Schweiz. Er begann seine Musikerlaufbahn als Pianist, erlangte später als Dirigent Weltruhm. Inzwischen dirigiert er seit über 30 Jahren Klangkörper wie das Deutsche Symphonie Orchester Berlin, das Londoner Royal Philharmonic Orchestra und die Tschechische Philharmonie.

http://www.philharmonia.spb.ru/img/conductor/ashkenazy.jpg

Die Gründe, warum er die Dirigentenlaufbahn einschlug, scheinen ganz pragmatischer Natur zu sein. So sagte er in einem Interview der „Zeit“ vom 27.04.2006: „Meine Hände sind ungewöhnlich klein für einen Pianisten, meine Finger kurz. Aber der Gedanke, irgendwann an Grenzen zu stoßen, lag mir fern. Als ich 15 oder 16 war, sah ich mir Rachmaninows zweites oder drittes Klavierkonzert an und war überzeugt, ich würde es nie bezwingen – viel zu viele Noten für zu große Hände. Deswegen träumte ich aber nicht von einem anderen Körper, im Gegenteil. Ich wollte vielmehr herausfinden, was man erreichen kann mit dem, was die Natur einem gegeben hat.“

Trotz des Wenigen, das ich über Ashkenazy weiß (ich kenne nur einige seiner alten Aufnahmen), empfinde ich ihn als sympathischen und zurückhaltenden Pianisten, dem Expressivität nicht so sehr liegt. Seinen Stil würde ich als elegant, wohlproportioniert und genau, unaufdringlich im positiven Sinne beschreiben. Ein Bild von ihm als Dirigenten habe ich mir noch gar nicht machen können, was ich gerne ändern möchte. Welche Aufnahmen würdet Ihr hervorheben? Prokofjews „Romeo und Julia“ mit dem Royal PO hat sehr gute Rezensionen erhalten.

Was haltet Ihr von ihm – als Pianisten und Dirigenten?

Gruß, Cosima
Zelenka (11.05.2006, 18:37):
Ein Pianist, der immerhin zu den "Great Pianists of the 20th Century" gehört. Und den ich vielleicht ein wenig aus den Augen verloren habe. Ein Blick in den Zelenka'schen Plattenschrank ergab, daß doch ein paar Aufnahmen immer noch vorhanden sind - eher ältere.


http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000042FV.01.LZZZZZZZ.jpg

http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000042EG.03.LZZZZZZZ.jpg

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00000427T.03.LZZZZZZZ.jpg

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00002MXMV.03.LZZZZZZZ.jpg

Für anderes finde ich im Moment gar keine Abbildungen mehr, weil es längst gestrichen ist, z.B. recht guter Rachmaninov. Und eigentlich sehr guter Schubert, den ich mal wieder hören müßte. In der Rolle als Dirigent habe ich Ashkenazy nur in Prokofiev und Glazunov, sicher dirigiert er nicht schlecht hier. - Wieder einmal ist das Forum Anlaß, Sachen aus dem Plattenschrank hervorzuholen, die schon länger nicht mehr am Tageslicht waren.

Gruß,

Zelenka
claashorst (11.05.2006, 20:59):
...als sympathischen und zurückhaltenden Pianisten, dem Expressivität nicht so sehr liegt. Seinen Stil würde ich als elegant, wohlproportioniert und genau, unaufdringlich im positiven Sinne beschreiben.

beschreibt sehr schön auch die Aufnahme, auf die Jeremias mich hinwies.




CH
Cosima (12.05.2006, 22:42):
http://images-eu.amazon.com/images/P/B00001IVOQ.01.LZZZZZZZ.jpg

Diese herrliche Aufnahme der zwei Beethoven-Violinsonaten mit Ashkenazy und Perlman kann z.B. unbedingt empfohlen werden. Ashkenazys klares Klavierspiel und Perlmans brillantes Violinspiel harmonieren nicht nur perfekt miteinander, auch die Abstimmung untereinander ist großartig!

Gruß, Cosima
Cosima (15.05.2006, 17:12):
Weiter im Text...

Eine fantastische CD mit Konzerten von Bach, Chopin und Mozart ist diese hier. Zudem in großartiger Klangqualität, obgleich die Aufnahmen aus 1965 und 68 sind – hervorragend remastered.

http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000042DY.03.LZZZZZZZ.jpg

Weitere Analysen erspare ich mir einstweilen, weil Ashkenazy wohl nicht gerade zu den allgemeinen Lieblingen zählt… :rofl Ich war jedenfalls so positiv überrascht, dass ich die CD drei volle Tage nicht mehr aus dem Player ließ.

Gruß, Cosima
Zelenka (15.05.2006, 17:23):
Original von Cosima

Weitere Analysen erspare ich mir einstweilen, weil Ashkenazy wohl nicht gerade zu den allgemeinen Lieblingen zählt… :rofl Ich war jedenfalls so positiv überrascht, dass ich die CD drei volle Tage nicht mehr aus dem Player ließ.

Gruß, Cosima

Vielleicht hättest Du mich ja überzeugt, die CD wiederzukaufen ... :rofl :rofl :rofl - Ganz verstehe ich wirklich nicht, warum Ashkenazy hier im Forum nicht besser geht. Immerhin aber viermal besser als Revueltas :I.

Gruß,

Zelenka
Cosima (15.05.2006, 17:32):
Original von Zelenka
Vielleicht hättest Du mich ja überzeugt, die CD wiederzukaufen ... :rofl :rofl :rofl - Ganz verstehe ich wirklich nicht, warum Ashkenazy hier im Forum nicht besser geht. Immerhin aber viermal besser als Revueltas :I.


Trag es wie ein Mann, lieber Zelenka. Schau mal, irgendwann wird ein glühender Revueltas-Anhänger in diesem Forum auftauchen und sich mit Freude über Deinen Thread hermachen. Dieser Illusion gebe ich mich z.B. in Sachen Gergiev auch schon länger hin… :rofl (Aber warten wir ab, was die Prokofjew-Symphonien bewirken werden.)

Was die Ashkenazy-CD angeht: Es wird seine Gründe gehabt haben, warum Du sie wieder verkauftest. Kannst Du Dich noch daran erinnern? M.E. interpretiert er alle drei Konzerte so vorbildlich, dass ich sogar Mozart gerne höre! Und das will wirklich etwas heißen, weil ich bislang diesen Komponisten fast nur mit Richter ertragen konnte. :ignore (Sorry an alle Mozart-Anhänger.)

Nichts für ungut. :W

Gruß, Cosima
Zelenka (15.05.2006, 17:52):
Original von Cosima
Original von Zelenka
Vielleicht hättest Du mich ja überzeugt, die CD wiederzukaufen ... :rofl :rofl :rofl - Ganz verstehe ich wirklich nicht, warum Ashkenazy hier im Forum nicht besser geht. Immerhin aber viermal besser als Revueltas :I.


Trag es wie ein Mann, lieber Zelenka. Schau mal, irgendwann wird ein glühender Revueltas-Anhänger in diesem Forum auftauchen und sich mit Freude über Deinen Thread hermachen. Dieser Illusion gebe ich mich z.B. in Sachen Gergiev auch schon länger hin… :rofl (Aber warten wir ab, was die Prokofjew-Symphonien bewirken werden.)

Was die Ashkenazy-CD angeht: Es wird seine Gründe gehabt haben, warum Du sie wieder verkauftest. Kannst Du Dich noch daran erinnern? M.E. interpretiert er alle drei Konzerte so vorbildlich, dass ich sogar Mozart gerne höre! Und das will wirklich etwas heißen, weil ich bislang diesen Komponisten fast nur mit Richter ertragen konnte. :ignore (Sorry an alle Mozart-Anhänger.)

Nichts für ungut. :W

Gruß, Cosima

Ich versuche mich ja zusammenzureißen und meinen Mißerfolg mit Fassung zu tragen :I. Der glühende Revueltas-Anhänger, der plötzlich im Forum erscheint, muß allerdings wohl noch erst geboren wären :J.

Und die Gründe fürs Rausschmeißen von Ashkenazy verlieren sich im Nebel der Geschichte. Ich tippe darauf, daß es das Chopin-Konzert war, das ich eigentlich nur hören kann, wenn Tamas Vásáry es spielt. Ansonsten bin ich erheblich vorsichtiger geworden, was Rausschmisse angeht ...

Gruß,

Zelenka
Rachmaninov (15.05.2006, 20:13):
Vo Ashkenazy besitze ich, wenn ich mich recht erinnere, gemau 2 Aufnahmen bei denen er als Dirigent agiert.

Rachmaninov Klavierkonzert #2 mit H. Grimaud und Mendelssohn / Tchaikovsky VK mit Suwanai.

Das Rachmaninov Konzert ist einfach nur schlecht, und das gilt auch für die Orchesterleistung!
AcomA (15.05.2006, 22:35):
hallo,

erst mal ein herzliches dankeschön an Cosima für die berücksichtigung und würdigung vladimir ashkenazys ! :down

ich habe über die jahrzehnte einiges mit vladimir ashkenazy gehört. lustig in diesem zusammenhang :rofl: als 15-jähriger wollte ich einen klavierabend in der düsseldorfer tonhalle besuchen, es sollte mein erster werden ! ich las ein plakat und freute mich auf vladimir ashkenazy ! ich hörte den namen zuvor mehrfach aus dem munde meiner mutter und ihrer brüder, die erfahrung mit klassischer musik hatten. umso verdutzter war ich, als ein alter mann namens stefan askenase erschien ! ich hatte das plakat nicht genau genug gelesen ! heute bin ich natürlich froh, askenase noch erlebt zu haben. :engel

was finde ich wirklich stark mit vladimir ashkenazy ? es sind vor allem seine frühen einspielungen, die teilweise verfügbar sind.

rachmaninovs konzert nr.2 mit fistoulari (dir.)
rachmaninovs suiten f. 2 klaviere (mit previn)
js bachs 1. konzert d-moll BWV 1052
w.a. mozarts konzert Nr. 6 B-dur KV 238
chopins 2. konzert f-moll
chopins 1. und 2. sonate
chopins etüden
schumann symph. etüden (fernsehmitschnitt)
prokofievs 7.sonate

http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000042DY.03.MZZZZZZZ.jpg

die besagte bach-mozart-chopin connection, welche ja Cosima schon schwärmerisch erwähnte, ist auch IMO ein absoluter top-scorer. die musizierfreude, der impetus und die technische makellosigkeit des pianisten gepaart mit dr aufnahmetechnik und dem orchestersound suchen ihresgleichen. ich wünschte mir, dass Jan Dismas die cd mir damals verkaufte ! :D

und dann gibt es einige aufnahmen, die ich zwar nicht als referenzwürdig bezeichnen würde, die IMO trotzdem sehr stark sind:

einige der großen mozartkonzerte mit ihm als dirigenten in personalunion
beethovens 4. und 5. konzert mit z. mehta (wiener philh.)
rachmaninovs preludes (komplett).

um es mal klar zu formulieren: was die chopin-etüden angeht, nach dem frühen pollini kommt IMO der frühe ashkenazy !

hinzu kommt eine wunderbar feine und sympathische persönlichkeit. wenn er schon nicht zu den größten pianisten gezählt werden soll, dann würde ich zu den größten musikern zählen ! dass er nun auch das WTK aufgenommen hat, macht ihn noch sympathischer. ich vermute mal, dass sein bach nicht schlechter als der des jungen till fellner oder martin stadtfeld ist.

gruß eines ashkenazy-verehrers, der sich partiell darin wiedererkennt (wenn auch im transzendentalen sinne), siamak :engel
Walter (16.05.2006, 07:56):
@ Cosima & Zelenka

nicht die Köpfe hängenlassen - immerhin habt Ihr mich so weit neugierig gemacht, dass ich mir die bach-mozart-chopin connection mal geleistet habe. :cool Ich bin gespannt auf meine Höreindrücke.

Mittlerweile bekomme ich doch deutlich Probleme alle Eure Infos zu verdauen. Ihr rast ja im Eiltempo durch alle Themen und ich habe leider nur beschränkte Hörzeiten :I
Walter (19.05.2006, 07:32):
Hallo,

die bach-mozart-chopin connection ist angekommen und gleich gehört worden:

zu allererst bin ich von der hervorragenden Aufnahmequalität überrascht - super was DECCA da zustande bringt.

Besonders das Konzert von Bach für Cembalo hat mich beim ersten Hören begeistert. Die Interpretation ist frisch, geradezu modern - Bach wird sozusagen abgestaubt.

Ich habe das Konzert noch mal mit Cembalo - da ist es mir bisher überhaupt nicht ins Ohr gegangen. Gestern jedoch habe ich es mir gleich noch mal aufgelegt.


Special thanks an Cosima und Siamak!! :beer
Cosima (20.05.2006, 15:59):
Hallo,

dass Ashkenazy ein fantastischer Chopin-Interpret war, belegt auch diese CD (Testament, 1955-57):

http://images-eu.amazon.com/images/P/B000024WLT.03.LZZZZZZZ.jpg

Sie enthält neben den Chopin-Stücken auch die von Siamak bereits hervorgehobene Prokofjew-Klaviersonate Nr. 7 (großartig!), weiterhin die Corelli-Variationen von Rachmaninov und Liszts Mephisto-Walzer.

Es existiert auch Vol. 1 hierzu, die besitze ich allerdings nicht. Die Klangqualität ist gemessen am Alter der Aufnahmen gut.

Gruß, Cosima
Cosima (20.05.2006, 20:12):
Hallo,

nachdem ich inzwischen Gelegenheit hatte, Ashkenazys Aufnahmen der Chopin-Walzer, der drei Klaviersonaten und der Etüden (allesamt aus den 70-er Jahren, Decca) zu hören, kann ich nur sagen: Dieser Pianist ist für mich einer der ganz großen Chopin-Interpreten!

Die Aufnahmen auf der Testament-CD (Ballade Nr. 2, diverse Mazurkas und Walzer) sind noch virtuoser und besitzen mehr Leuchtkraft! :down Aber auch in den späteren Einspielungen ist deutlich zu hören, was für ein wunderbares Gespür Ashkenazy für Chopin besitzt. Dieses Gefühl für die Musik, gepaart mit seinem klaren und eleganten Klavierspiel, ist eine große Freude für mich! (Man hört dies auch in den alten Liszt- und Rachmaninov-Werken auf besagter Testament-CD. Ganz wundervoll die ganze CD!)

Ich würde gerne weitere der älteren Aufnahmen von Ashkenazy kennen lernen. Leider scheinen diese wieder einmal nicht erhältlich zu sein. Für Tipps wäre ich sehr dankbar. Nachdem ich diesen Nachmittag quasi mit Ashkenazy verbracht habe, werde ich mir in jedem Falle mit der nächsten Bestellung die zweite Testament-CD ordern!

Begeisterte Grüße,
Cosima
Rachmaninov (18.02.2007, 11:25):
Am Samstag hörte ich seine Aufnahme der 24 Preludes von S. Rachmaninov.
Bei Ashlenazy bleibe ich bei meiner Meinung.
Ein ordetnlicher "Allrounder". Und genau das ist sein "Problem" aus meienr Sicht.

Nichts ist wirklich außergewöhnlich, nicht fällt aus der Reihe.
Keine der bisherigen Aufnahmen, die ich bisher von ihm hörte, würde ich als "Referenz" bezeichnen!

http://www.jpc.de/image/middle/front/0/8699156.jpg
Jeremias (18.02.2007, 18:42):
Ich weiss nicht wieso, aber ich greife immer seltener zu Ashkenazy. Gewiss, er hat einige vorzügliche Aufnahmen gemacht, aber irgendwie fehlt mir bei ihm meistens das gewisse etwas... aber ich erlebte ihn vor einigen Jahren als Dirigent der Tschechischen Philharmonie.... traumhaft!
ab (18.02.2007, 22:36):
Nicht vergessen sollte man, das er auch ganz vorzüglich Mussorgskys Bilder einer Ausstellung orchestriert hat, eine Fassung (von fast schon unzähligen), die mir (wie wenige) mehr zusagt als die von Ravel.
Rachmaninov (19.02.2007, 06:28):
Original von Jeremias
Ich weiss nicht wieso, aber ich greife immer seltener zu Ashkenazy. Gewiss, er hat einige vorzügliche Aufnahmen gemacht, aber irgendwie fehlt mir bei ihm meistens das gewisse etwas...

Genau dies ist der Punkt und sehr treffen formuliert!

Man erkennt bei ihm nichts Spezielles. Er spielt halt irgendwie alles, aber nicht davon so ergreifend das es einen einnimmt!
YJ (25.12.2007, 15:50):
Ich bevorzuge Ashkenazys Chopin-Aufnahmen, vor allem seine Etüden gefallen mir sehr gut, da ich der Meinung bin, dass er sie nicht nur technisch runterspielt, sondern auch musikalisch in Top-Form ist.
Seine Mozart-Klavierkonzerte finde ich dagegen zwar in Ordnung, aber auch nicht überragend.
daniel5993 (25.12.2007, 15:59):
Hallo YJ,

Ich bevorzuge Ashkenazys Chopin-Aufnahmen, vor allem seine Etüden gefallen mir sehr gut, da ich der Meinung bin, dass er sie nicht nur technisch runterspielt, sondern auch musikalisch in Top-Form ist. Seine Mozart-Klavierkonzerte finde ich dagegen zwar in Ordnung, aber auch nicht überragend.

Wer spielt deiner Meinung nach die Klavierkonzerte Mozarts überragend?
siehe hier: W.A. Mozart: Klavierkonzerte - keine Gesamtaufnahmen !
YJ (25.12.2007, 16:04):
Original von daniel5993
Hallo YJ,

Ich bevorzuge Ashkenazys Chopin-Aufnahmen, vor allem seine Etüden gefallen mir sehr gut, da ich der Meinung bin, dass er sie nicht nur technisch runterspielt, sondern auch musikalisch in Top-Form ist. Seine Mozart-Klavierkonzerte finde ich dagegen zwar in Ordnung, aber auch nicht überragend.

Wer spielt deiner Meinung nach die Klavierkonzerte Mozarts überragend?
siehe hier: W.A. Mozart: Klavierkonzerte - keine Gesamtaufnahmen !

Ich bevorzuge Brendel und Gulda, auch Barenboims Mozart-Konzerte finde ich sehr gelungen. Bei Ashkenazy fällt mir bei den Mozart-Konzerten einfach ein bisschen Besonderheit. Er spielt ordentlich, aber man merkt doch, dass ihm die Romantik mehr zusagt.
teleton (11.04.2008, 12:19):
Hallo Ashkenazy-Freunde,

um den Sibelius-Sinfonien-Therad nicht mit noch mehr Themenabweichungen zu belasten möchte ich mich hier an geeigneter Stelle zu Ashkenazy äußern.

Es geht um Absoluts gemachte Negativäußerungen zu dirigierenden Pianisten, die er als Quereinsteiger bezeichnet.

Da kann ich mich nur Henning´s Beitrag anschließen, der schreibt, das sich gerade diese musizierenden Musiker noch besser in das Dirigentenfach einfügen könen als rein dirigierende Musiker.

Zitat von Absolut:
Mag sein, daß es bei Ashkenazy gut klingt und auch musikalisch ansprechend ist(einige Aufnahmen habe ich mit ihm auch schon gehört!), prinzipiell habe ich diesem Typ Dirigenten gegenüber einfach Vorbehalte.
Was den Pianisten Ashkenazy angeht, so ist mir sein Klavierspiel leider bisweilen zu indifferent, fehlt seinem Klang die letzte Brillanz, sind auch seine Interpretationen nicht spannend genug (etwa die Rachmaninow-Klavierkonzerte mit Haitink oder seine Einspielung der Chopin-Preludes für Decca aus den Achtzigern).

Da habe ich andere Beispiele anzubieten:
Die Rachmaninoff-KK mit Ashkenazy/Previn waren mein CD-Einstieg und die finde ich bis heute sehr brillant. Sie sind besser als die DDD mit Haitink. Eebenfalls sehr gut die Prokofieff-KK (wenngleich ich hier die autentischen Russen bevorzuge).


Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung
hatte ich in der Klavierfassung mit Brendel und der Orchesterfassung in der schwachen Previn-Aufnahme (Philips).
Die Brendel-Aufnahme war nicht schlecht und hat mich Jahre begleitet.
Doch als ich mir die Decca-CD mit Ashkenazy´s eigener fabelhafter Orchesterfassung und der Klavierfassung mit Ashkenazy (Decca) kaufte habe ich erst gehört, "wo die Glocken hängen":
Wie brillant und ausdrucksstark Ashkenazy den Klavierpart gestaltet hat referenzwürdige Qualitäten. Da flacht u.a. Brendel total als Langeweiler ab !


Bartok: Klavierkonzerte und
Sonate für 2Klaviere und Schlagzeug
Kennst Du die Ashkenazy-Aufnahmen (DEcca) ?
Was Ashkenazy hier bietet ist profan gesagt: der Wahnsinn !
Gänsehaut pur von den ersten Takten an.
Ganz nebenbei: zur ebenfalls hochgelobten Anda/Fricsay-Aufnahme (DG) konnte ich über Jahrzehnte nie den richtigen Zugang finden.


Hennig Kolf hat es auch schon erwähnt. Die Neueinspielung der Schostakowitsch - Sinfonien mit Ashlkenazy knüpft an die großen Russen direkt an.


Prokofieff-Ballette:
Cinderella, Romeo und Julia.
Die Ashkenazy-Aufnahmen gehören für mich zum Besten was das Cd-Repertoire hergibt. Auch hier besten von anderen Klassikforumern vorbehalte, die sich aber auf das Orchester Royal PO bezogen, das im Falle Romeo und Julia aber fabelhaft disponiert ist. Zur großen Maazel-Aufnahme kann ich keine Nachteile feststellen.


Beethoven: Klaviersonaten
Neben der Gulda - GA habe ich die Ashkenazy - GA, sowie Gilels-Einzelaufnahmen.
Ich finde Ashkenazy durch weg packend und brillant und könnte keine Negativissmen äußern.

Ich habe noch mehr.... aber das soll für den fabelhaften Musiker und Sibeliusdirigenten Ashkenazy erstmal reichen.
daniel5993 (11.04.2008, 20:38):
Stehts hat Ashkenazy seine kleinen Finger betrauert. Wie er meinte zum Klavierspielen eigentlich völlig ungeeignet, wie er meinte. Das war wohl auch ein wichtiger Grund sich dem dirigieren zuzuwenden.

Als Pianist ist mir dieser Herr sehr genehm. Als Dirigent kenne ich kaum etwas von Ihm. Neben Arrau war er derjenige, durch den ich Beethoven kennengelernt habe (seine Klavierkonzerte), sowie ein paar Klavierkonzerte Mozarts. Also ich werd mich diesem Pianisten und Dirigenten irgendwann noch einmal genau zuwenden.

Zudem ist mir Vladimir Ashkenazy sehr sympatisch :ignore

Gruß
Daniel
Rachmaninov (12.04.2008, 10:46):
Original von daniel5993
Stehts hat Ashkenazy seine kleinen Finger betrauert. Wie er meinte zum Klavierspielen eigentlich völlig ungeeignet, wie er meinte. Das war wohl auch ein wichtiger Grund sich dem dirigieren zuzuwenden.

Also, wenn man seine Diskographie betrachtet hat er sich ja nun eine geraume Zeit als Pianist betätigt.