Was brachte uns das Mozart-Jahr?

Amadé (14.12.2006, 12:46):
Liebe Forianer,

das Mozart-Jahr geht bald dem Ende zu, vielleicht ein Grund Resümee zu ziehen über die vielen Publikationen, sei es als Buch, Schallplatte, DVD oder als Sendungen in Funk und Fernsehen.

Der Übersichtlichkeit halber bitte ich hier nur die positiven Erscheinungen zu posten. Die "Zitronen" des Jahres sollten dann m.E. in einem seperaten Thred zerquetscht werden.

Ich beginne mit dem Buchmarkt:
Hier bin ich fasziniert von der neuen Mozart Biographie von Martin Geck, erschienen bei Rowolth.

Geck wirft einen neuen Blick auf den Menschen Mozart und seine Musik. Mozart, kein Titan der Musik, sondern jemand, der am Leben teilnimmt, der die Freuden und Sorgen des Daseins, die täglichen Überraschungen kennt und in seinen Werken transzendiert.
das 14. Kapitel trägt die Überschrift "Harlequin komponiert". Geck setzt noch einen Untertitel dazu: Von der "Kunst, das Schwere angenehm zu machen".
Auf Seite 229 schreibt er "Mozarts Musik ist jedoch ein Sonderfall, als sie mit entsprechenden Gestaltungselementen ganz unbefangen umgeht - wohlbemerkt unbefangen, nicht kunstlos. In diesem Sinn mag die vielbeschworene "Freiheit" Mozarts seine Freiheit mit dem Kind in ihm sein - und mit Harlequin, den sein Zeitgenosse .... Marmontel ..... als "grand enfant". beschreibt.

Zuletzt eine ausgewählte Harlekin-Stelle: KLavierkonzert Es-dur KV 449 1. Satz. Kurz vor der Kadenz, als Solist und Streicher unbekümmert konzertieren, fährt ihnen das volle Orchester in Takt 319 unwirsch dazwischen und führt den Satz abrupt der Kadenz und dem Ende zu - Harlequin lacht.

Ein sehr lesenswertes Buch.

Bemerkenswerte CD-Neuerscheinungen, meine persönliche Besten-Liste

- - - Jos van Immerseel und Anima Eterna: Konzert für Flöte, Harfe und Orchester KV 299, Konzert für 2 KLaviere ES-dur KV 365 sowie das 3. Hornkonzert, erschienen bei ZigZag.

- - - KLavierquartette KV g-moll 478 und Es.dur KV 493 gespielt vom Fauré Quartett, DGG .

- - - 5 Violinkonzerte gespielt von Julia Fischer und dem Niederländischen Kammerorchester unter Leitung von Yakov Kreizberg, erschienen bei Pentatone.

- - - Andreas Staier spielt bei HMF die Klaviersonaten Es-dur KV 282 und c-moll KV 457, die Fantasie c-moll KV 475, 9 Variationen KV 455, Suite C-dur KV 399 Gigue G-dur KV 574.

- - - Die Hochzeit des Figaro mit René Jacobs als Dirigenten, ebenfalls erscheinen bei HMF.

- - - The 1956 Jubilee Edition der DGG.


Zuletzt möchte ich noch auf eine ausgezeichnete Radio-Sendereihe hinweisen, die noch nicht abgeschlossen ist: Mittwoch mit Mozart - jeweils mittwochs von 20.05 - 21.30 in hr 2.
Die sehr hörenswerten Sendungen von und mit Paul Bartholomäi (waren) sind kurzweilig, aber keineswegs seicht. Sie wenden sich an den Liebhaber Mozartscher Musik oder solche, die es werden wollen, dazu gibt der Autor reichlich Hilfestellung. Aber auch Kenner kamen/kommen auf ihre Kosten. So entwarf er z.B. einen für mich neuartigen Blick auf die Entstehung der letzten 3 Sinfonien. Sehr hörenswert!

Ich freue mich auf Eure Beiträge
Amadé
--
Leider klappte es mit dem Einfügen von Bildern nicht.
cellodil (14.12.2006, 13:20):
Lieber Amadé,

ein schönes Thema.

Mir tut es fast leid, dass das Mozart-Jahr jetzt bald vorüber sein wird. So viele schöne Momente und Erlebnisse.

Von den täglichen Brief-Häppchen, gelesen von Klaus-Miezi Brandauer, im Radio (nicht die Lese-Reise, das war ziemlich grauenhaft). Über das Europäische Musikfest in Stuttgart mit Schwerpunkt Mozart, das mir mit Robert Levin ganz neue Zugänge zu einer meiner ersten großen musikalischen Lieben eröffnet hat. Meine persönliche Entdeckung der frühen Streichquartette. Und - nicht zu vergessen - das Konzert mit Gardiner, bei dem ich das Gefühl hatte, Mozart zum ersten Mal wirklich zu hören. Und... und... und...

Habe auch sonst viel über Mozart gelesen (auch, weil wir - anlässlich des Jubeljahres - etwas über die "Zauberflöte" gemacht haben), auch im Kinder- und Jugendbuchbereich (zum Beispiel die Biografie von Jean-Jacques Greif, die auch für Erwachsene durchaus amüsant zu lesen ist).

Sehr gerne gelesen habe ich auch "Das Glück der Musik: Vom Vergnügen, Mozart zu hören" von Hanns-Josef Ortheil, weil es nicht nur schön geschrieben ist, sondern auch einen ganz persönlichen Zugang zu Mozart beschreibt.

Herzliche Grüße

Sabine
Rachmaninov (08.01.2007, 21:03):
Amade,

ganz zu recht hast Du in einem anderen Thread darauf hingewiesen, daß hier recht wenig Resonanz kam!

Wie kann man dies deuten?

Meine These: Im "Mozartjahr" gab es keine "großen" Aufnahmen?

Wie sieht es mit dem bei den Festspielen in Salzburg entsandenen Zyklus der gesamten Mozart-Opern aus?
Gerion (08.01.2007, 22:09):
Mir als Klassik-Neuling brachte das Mozartjahr eine (weitere) Motivation, mir einen Zugang zu seinen Kompositionen zu verschaffen, die ich bisher sträflich vernachlässigt hatte. Aus der "Mozart forever" CD-Reihe erstand ich zwei CDs mit seinen späten Sinfonien und eine mit Streichquartetten. Überdies öffnete er mir über seinen Figaro die Welt der Oper und erschloss mir den Zugang zu "Papa" Haydn.

Ob das am Jubiläumsjahr lag? Ich weiß es nicht. Vielleicht ein bisschen. Generell habe ich dieses als relativ unaufdringlich empfunden, was wohl daran liegen mag, dass ich in Köln und nicht in Salzburg lebe. Abgesehen von dieser nervigen Mozart-Geburtstagsgala in ARD oder ZDF Anfang des Jahres... grauenhaft!
Gerion (08.01.2007, 22:11):
Ich möchte mal in die Runde fragen, ob die täglich von Klaus Maria Brandauer vorgelesenen Mozart-Briefe für Euch (so Ihr sie denn gehört habt) zu den positiven Erfahrungen gehört haben?
nikolaus (08.01.2007, 22:23):
Original von Gerion
Ich möchte mal in die Runde fragen, ob die täglich von Klaus Maria Brandauer vorgelesenen Mozart-Briefe für Euch (so Ihr sie denn gehört habt) zu den positiven Erfahrungen gehört haben?

Ja, durchaus. Ich habe sie bisweilen morgens gehört auf dem Weg zur Arbeit. Sie sind sicher etwas plakativ gelesen, aber irgendwie fand ich das immer stimmig und die eigene Vorstellungskraft anregend.

Nikolaus.
ab (09.01.2007, 18:12):
Mir fielen noch die Violinkonzerte von ASMutter ein, die mich sehr positiv überrascht haben - anders als die Kammermusik mit ihr.


Sehr außergewöhnlich interpretiert ist sicherlich auch die Sinfonien-CD (Prager, Jupiter) mit René Jacobs.


Was mir schmerzlich fehlte war die Wiederveröffentlichung der gesamten aufgenommenen Violinsonaten mit Grumiaux/Klien (Philips).

Enttäuscht war ich von den Veröffentlichungen mit Andrew Manze, so verhältnismäßig überdurchschnitlich gut sie auch sind.

Klaviersonatenmäßig war das Jahr besonders enttäsuchend. Das letzte überzeugende hörte ich vor vielen Jahren mit Gulda, kurz vor seinem inszenierten Tod: Ich hätte nie gedacht, dass Mozart solchen durchgängigen House-Beat verträgt: Das heißt zum zeitgmäßen Leben wiedererwecken! (Nicht aber diese Privat-Tapes, die sie so gelobt haben...)
Jürgen (15.01.2007, 13:20):
Original von nikolaus
Original von Gerion
Ich möchte mal in die Runde fragen, ob die täglich von Klaus Maria Brandauer vorgelesenen Mozart-Briefe für Euch (so Ihr sie denn gehört habt) zu den positiven Erfahrungen gehört haben?

Ja, durchaus. Ich habe sie bisweilen morgens gehört auf dem Weg zur Arbeit. Sie sind sicher etwas plakativ gelesen, aber irgendwie fand ich das immer stimmig und die eigene Vorstellungskraft anregend.

Nikolaus.

Volle Zustimmung, auch ich habe sie nur im Auto gehört.

Mein bisheriges Mozartbild (seine Person, seinen Charakter betreffend) wurde hauptsächlich durch den Film "Amadeus" geprägt. Nur wurde der in einigen Klassikforen kritisiert, weil er teils zu fiktiv, teils historisch ungenau bis hin zu historisch widerlegt ist. Daher hatte ich automatisch auch die Charakterzeichnung in diesem Film in Frage gestellt. Seit ich aber einige Mozartbriefe aus seiner Feder gehört habe, glaube ich, dass die Personendarstellung gar nicht so falsch sein kann. So erfrischend ordinär, wie er teilweise geschrieben hat, stellte er sich auch im Film dar.

Noch was Positives: Auf KiKa (Kinderkanal) lief zeitweise direkt nach dem Sandmännchen die Zeichentrickserie "Little Amadeus". Nix Besonderes, es wurden aber einige Gassenhauer musikalisch verbraten. Und diese konnten nach wenigen Wochen meine Kinder auswendig. Durch diese Serie lernten sie die Musik Mozarts nicht nur kennen, sie hören sie auch gerne. Und das sehe ich positiv.

Mozart Musik habe ich mir 2006 allerdings nicht zugelegt.

Grüße
Jürgen
Walton (04.02.2007, 09:14):
also, daß beeindruckendste Erlebnis für mich war das Konzert der Staatsphilarmonia Chinas mit Lang Lang am Klavier gegen Anfang des Mozartjahres. Das Konzert wurde direkt aus Peking übertragen und ist wieder ein Beweis für die Pflege unser Musik in Asien, auch dank Mozarts.

Geärgert und genervt haben mich die Mozartbriefe, man wurde erschlagen damit, aber das positive war, daß man einen Einblick in ein Genie bekam, daß durch und durch kindisch war und dessen einziges Talent seine Musik war.

Ich mag eigentlich keine Gedenkjahre, weil andere Jubilare in diesem Zeitraum zu kurz kommen, da war es ein Genuß, mal Helen Grimaude mit Schumanns Klavierkonzert zu hören. Heine ging es auch nicht besser.
ab (05.02.2007, 11:20):
Original von Walton
aber das positive war, daß man einen Einblick in ein Genie bekam, daß durch und durch kindisch war und dessen einziges Talent seine Musik war.


Ich denke, da sitzt Du einem gägnigen Klischee auf: diese Texte zeigen doch viel mehr, was für eine Sprachwitzt und welche Gedankenvielfalt und Krativität Mozart nicht nur beim Verwenden von Noten, sondern auch von Worten hatte.
Jürgen (05.02.2007, 13:45):
Original von ab
Ich denke, da sitzt Du einem gägnigen Klischee auf: diese Texte zeigen doch viel mehr, was für eine Sprachwitzt und welche Gedankenvielfalt und Krativität Mozart nicht nur beim Verwenden von Noten, sondern auch von Worten hatte.

Hallo ab,

hier übertreibst Du m.E.

Beim Verwenden von Noten war Mozart sicherlich ein Genie.
Beim Verwenden von Worten, kann ich ihm, nachdem ich doch einige von seinen Briefen gehört habe, nicht ansatzweise Genialität attestieren.
Ich bleibe dabei: Ein wenig ordinär war er schon.
Kreativ war er nur dann, wenn er bei jemandem Geld leihen wollte. Literarische Meisterwerke sind diese Briefe trotzdem nicht.

Oder lass es mich folgendermaßen formulieren:
Als Komponist ist Mozart auch heute noch ein Blockbuster.
Seine literarische Hinterlassenschaft wird bei weitem niedriger eingestuft. Oder ist er nur unterbewertet ?
Mit welchem der internationalen Top100 Schriftstellern würdest Du ihn vergleichen wollen?


Grüße
Jürgen
ab (05.02.2007, 14:49):
Original von Jürgen
Beim Verwenden von Worten, kann ich ihm, nachdem ich doch einige von seinen Briefen gehört habe, nicht ansatzweise Genialität attestieren.
Ich bleibe dabei: Ein wenig ordinär war er schon.


Sicherlich sind auch ordinäre Texte dabei. Das bestreite ich nicht.

Doch lies die Briefe an seinen Vater: Ein Thema und dann zahllose Vriationen über das Geschriebene. Das mit dem Hören von gelesenen Brief ist natürlich ein Problem: Wenn die Leserin nichts damit anzufangen versteht, wird dieser Aspekt Mozarts auch nicht zum Ausdruck gebracht werden können.

Ich bleibe dabei: Infantilität ist sicher Mozarts Sache nicht!
Jack Bristow (05.02.2007, 19:17):
Ich fand die Briefe, die hier gelesen von Brandauer regelmäßig im Rundfunk kamen, häufig faszinierend und immer interessant. Allein der Einblick in die Zeit, das tägliche Leben und den Musikbetrieb ist äußerst spannend
Niemand behauptet, das Mozart ein literarisches Genie gewese sein, das wäre wohl übertrieben. Aber er war alles andere als der kindische Idiot, als der er in Amadeus dargestellt wird. In den Briefen zeigt sich gewiß manchmal ein auch recht derber Humor (dabei muß man aber immer auch bedenken, dass es *private* Briefe innerhalb der engstens Familie waren, nicht für die Öffentlichkeit), aber auch eine komplexe, wache und warmherzige Persönlichkeit.

viele Grüße

J Bristow
cellodil (05.02.2007, 19:36):
Hier muss ich mich doch auch mal wieder einmischen in die Diskussion...

Original von Jürgen
Mein bisheriges Mozartbild (seine Person, seinen Charakter betreffend) wurde hauptsächlich durch den Film "Amadeus" geprägt. Nur wurde der in einigen Klassikforen kritisiert, weil er teils zu fiktiv, teils historisch ungenau bis hin zu historisch widerlegt ist. Daher hatte ich automatisch auch die Charakterzeichnung in diesem Film in Frage gestellt. Seit ich aber einige Mozartbriefe aus seiner Feder gehört habe, glaube ich, dass die Personendarstellung gar nicht so falsch sein kann. So erfrischend ordinär, wie er teilweise geschrieben hat, stellte er sich auch im Film dar.

Lieber Jürgen,

"Amadeus" ist keine Dokumentation und kann deshalb mit den (bekannten) historischen Fakten auch frei umgehen. Das Interessante an dem Film ist, dass er trotz des freien Umgangs mit der Geschichte etwas Wahrhaftiges hat, dass er einen Kern trifft und berührt.

Original von ab
Ich denke, da sitzt Du einem gägnigen Klischee auf: diese Texte zeigen doch viel mehr, was für eine Sprachwitzt und welche Gedankenvielfalt und Krativität Mozart nicht nur beim Verwenden von Noten, sondern auch von Worten hatte.

Ich sehe das ähnlich. Manche dieser Briefe oder auch manche Passagen dieser Texte haben eine sehr ungewöhnlichen sprachlichen Duktus (Rhythmus, Wortspielereien). Und zwar einen, den es so in Texten dieser Zeit nicht gegeben hat.

Original von Jürgen
Hallo ab,

hier übertreibst Du m.E.

Beim Verwenden von Noten war Mozart sicherlich ein Genie.
Beim Verwenden von Worten, kann ich ihm, nachdem ich doch einige von seinen Briefen gehört habe, nicht ansatzweise Genialität attestieren.
Ich bleibe dabei: Ein wenig ordinär war er schon.

Was hat die "ordinäre" Ausdrucksweise mit der Frage nach Genie oder nicht zu tun?

Original von Jürgen
Kreativ war er nur dann, wenn er bei jemandem Geld leihen wollte. Literarische Meisterwerke sind diese Briefe trotzdem nicht.

Die Bettelbriefe wohl kaum. Aber die Bäsle-Briefe zum Teil schon.

Original von Jürgen
Oder lass es mich folgendermaßen formulieren:
Als Komponist ist Mozart auch heute noch ein Blockbuster.
Seine literarische Hinterlassenschaft wird bei weitem niedriger eingestuft. Oder ist er nur unterbewertet ?
Mit welchem der internationalen Top100 Schriftstellern würdest Du ihn vergleichen wollen?


Bringst Du hier nicht ein bisschen was durcheinander? Wir reden hier doch von privater Korrespondenz, die nicht zur Veröffentlichung bestimmt war...

Grüße

Sabine
Rachmaninov (06.02.2007, 06:52):
Original von cellodil
Was hat die "ordinäre" Ausdrucksweise mit der Frage nach Genie oder nicht zu tun?

Nichts!

Diese "Ordinäre" Ausdrucksweise war eine Art, ich übertreibe mal, "Gesellschaftspiel" für Mozart.
Er mochte die Provokation mit Worten und es reizte ihn so zu schreiben.

Sicherlich hätte er es auch ganz anders gekonnt.
Jürgen (06.02.2007, 09:36):
Hallo,

ich hatte ab so verstanden, dass Mozart mit Worten (in seinen Briefen geschriebenen) ähnlich gut umgehen konnte, wie mit Noten.
Und nur deshalb habe ich widersprochen.
1. Weil er einfach zu gut komponiert hat
2. Weil mir von Mozart keine literarischen Schriftstücke bekannt sind, ausser den Briefen.

Meine Meinung ist halt: Er ist ein Top10 Komponist, aber kein Top10 Schriftsteller.

Das ist ja auch nicht böse gemeint. Aber ich glaube, man sollte den Anspruch fallenlassen, große Komponisten müßten unbedingt Universalgenies sein und obendrein noch gute Menschen.

Das gilt z.B. insbesondere für meinen Lieblingskomponisten Richard Wagner. Nach der Lektüre einiger seiner Briefe, hatte ich den Eindruck eines ungemütlichen Zeitgenossen, um nicht zu sagen ein arrogantes A***. Man kann ihm sicherlich noch mehr anlasten, aber seine Musik ist halt erste Sahne.

Grüße
Jürgen
cellodil (06.02.2007, 09:41):
Original von Jürgen
Meine Meinung ist halt: Er ist ein Top10 Komponist, aber kein Top10 Schriftsteller.

Lieber Jürgen,

that's it: Er war kein Schriftsteller.

Dennoch haben manche seiner Briefe eine literarische Qualität.

Grüße

Sabine
Jürgen (06.02.2007, 11:37):
Im laufe von 2006 ist dann auch die Brilliant-Mozart-Edition (170CDs) auf ihren historischen Tiefstpreis gesunken.
Ich glaube irgendwann im Sommer unter 70€ bei Media Markt.


Der Preis ist übrigens auch z.Zt. bei MMI erreicht.


http://records.joanrecords.com/ProductImages/92540.jpg
Amadé (14.12.2006, 12:46):
Liebe Forianer,

das Mozart-Jahr geht bald dem Ende zu, vielleicht ein Grund Resümee zu ziehen über die vielen Publikationen, sei es als Buch, Schallplatte, DVD oder als Sendungen in Funk und Fernsehen.

Der Übersichtlichkeit halber bitte ich hier nur die positiven Erscheinungen zu posten. Die "Zitronen" des Jahres sollten dann m.E. in einem seperaten Thred zerquetscht werden.

Ich beginne mit dem Buchmarkt:
Hier bin ich fasziniert von der neuen Mozart Biographie von Martin Geck, erschienen bei Rowolth.

Geck wirft einen neuen Blick auf den Menschen Mozart und seine Musik. Mozart, kein Titan der Musik, sondern jemand, der am Leben teilnimmt, der die Freuden und Sorgen des Daseins, die täglichen Überraschungen kennt und in seinen Werken transzendiert.
das 14. Kapitel trägt die Überschrift "Harlequin komponiert". Geck setzt noch einen Untertitel dazu: Von der "Kunst, das Schwere angenehm zu machen".
Auf Seite 229 schreibt er "Mozarts Musik ist jedoch ein Sonderfall, als sie mit entsprechenden Gestaltungselementen ganz unbefangen umgeht - wohlbemerkt unbefangen, nicht kunstlos. In diesem Sinn mag die vielbeschworene "Freiheit" Mozarts seine Freiheit mit dem Kind in ihm sein - und mit Harlequin, den sein Zeitgenosse .... Marmontel ..... als "grand enfant". beschreibt.

Zuletzt eine ausgewählte Harlekin-Stelle: KLavierkonzert Es-dur KV 449 1. Satz. Kurz vor der Kadenz, als Solist und Streicher unbekümmert konzertieren, fährt ihnen das volle Orchester in Takt 319 unwirsch dazwischen und führt den Satz abrupt der Kadenz und dem Ende zu - Harlequin lacht.

Ein sehr lesenswertes Buch.

Bemerkenswerte CD-Neuerscheinungen, meine persönliche Besten-Liste

- - - Jos van Immerseel und Anima Eterna: Konzert für Flöte, Harfe und Orchester KV 299, Konzert für 2 KLaviere ES-dur KV 365 sowie das 3. Hornkonzert, erschienen bei ZigZag.

- - - KLavierquartette KV g-moll 478 und Es.dur KV 493 gespielt vom Fauré Quartett, DGG .

- - - 5 Violinkonzerte gespielt von Julia Fischer und dem Niederländischen Kammerorchester unter Leitung von Yakov Kreizberg, erschienen bei Pentatone.

- - - Andreas Staier spielt bei HMF die Klaviersonaten Es-dur KV 282 und c-moll KV 457, die Fantasie c-moll KV 475, 9 Variationen KV 455, Suite C-dur KV 399 Gigue G-dur KV 574.

- - - Die Hochzeit des Figaro mit René Jacobs als Dirigenten, ebenfalls erscheinen bei HMF.

- - - The 1956 Jubilee Edition der DGG.


Zuletzt möchte ich noch auf eine ausgezeichnete Radio-Sendereihe hinweisen, die noch nicht abgeschlossen ist: Mittwoch mit Mozart - jeweils mittwochs von 20.05 - 21.30 in hr 2.
Die sehr hörenswerten Sendungen von und mit Paul Bartholomäi (waren) sind kurzweilig, aber keineswegs seicht. Sie wenden sich an den Liebhaber Mozartscher Musik oder solche, die es werden wollen, dazu gibt der Autor reichlich Hilfestellung. Aber auch Kenner kamen/kommen auf ihre Kosten. So entwarf er z.B. einen für mich neuartigen Blick auf die Entstehung der letzten 3 Sinfonien. Sehr hörenswert!

Ich freue mich auf Eure Beiträge
Amadé
--
Leider klappte es mit dem Einfügen von Bildern nicht.
cellodil (14.12.2006, 13:20):
Lieber Amadé,

ein schönes Thema.

Mir tut es fast leid, dass das Mozart-Jahr jetzt bald vorüber sein wird. So viele schöne Momente und Erlebnisse.

Von den täglichen Brief-Häppchen, gelesen von Klaus-Miezi Brandauer, im Radio (nicht die Lese-Reise, das war ziemlich grauenhaft). Über das Europäische Musikfest in Stuttgart mit Schwerpunkt Mozart, das mir mit Robert Levin ganz neue Zugänge zu einer meiner ersten großen musikalischen Lieben eröffnet hat. Meine persönliche Entdeckung der frühen Streichquartette. Und - nicht zu vergessen - das Konzert mit Gardiner, bei dem ich das Gefühl hatte, Mozart zum ersten Mal wirklich zu hören. Und... und... und...

Habe auch sonst viel über Mozart gelesen (auch, weil wir - anlässlich des Jubeljahres - etwas über die "Zauberflöte" gemacht haben), auch im Kinder- und Jugendbuchbereich (zum Beispiel die Biografie von Jean-Jacques Greif, die auch für Erwachsene durchaus amüsant zu lesen ist).

Sehr gerne gelesen habe ich auch "Das Glück der Musik: Vom Vergnügen, Mozart zu hören" von Hanns-Josef Ortheil, weil es nicht nur schön geschrieben ist, sondern auch einen ganz persönlichen Zugang zu Mozart beschreibt.

Herzliche Grüße

Sabine
Rachmaninov (08.01.2007, 21:03):
Amade,

ganz zu recht hast Du in einem anderen Thread darauf hingewiesen, daß hier recht wenig Resonanz kam!

Wie kann man dies deuten?

Meine These: Im "Mozartjahr" gab es keine "großen" Aufnahmen?

Wie sieht es mit dem bei den Festspielen in Salzburg entsandenen Zyklus der gesamten Mozart-Opern aus?
Gerion (08.01.2007, 22:09):
Mir als Klassik-Neuling brachte das Mozartjahr eine (weitere) Motivation, mir einen Zugang zu seinen Kompositionen zu verschaffen, die ich bisher sträflich vernachlässigt hatte. Aus der "Mozart forever" CD-Reihe erstand ich zwei CDs mit seinen späten Sinfonien und eine mit Streichquartetten. Überdies öffnete er mir über seinen Figaro die Welt der Oper und erschloss mir den Zugang zu "Papa" Haydn.

Ob das am Jubiläumsjahr lag? Ich weiß es nicht. Vielleicht ein bisschen. Generell habe ich dieses als relativ unaufdringlich empfunden, was wohl daran liegen mag, dass ich in Köln und nicht in Salzburg lebe. Abgesehen von dieser nervigen Mozart-Geburtstagsgala in ARD oder ZDF Anfang des Jahres... grauenhaft!
Gerion (08.01.2007, 22:11):
Ich möchte mal in die Runde fragen, ob die täglich von Klaus Maria Brandauer vorgelesenen Mozart-Briefe für Euch (so Ihr sie denn gehört habt) zu den positiven Erfahrungen gehört haben?
nikolaus (08.01.2007, 22:23):
Original von Gerion
Ich möchte mal in die Runde fragen, ob die täglich von Klaus Maria Brandauer vorgelesenen Mozart-Briefe für Euch (so Ihr sie denn gehört habt) zu den positiven Erfahrungen gehört haben?

Ja, durchaus. Ich habe sie bisweilen morgens gehört auf dem Weg zur Arbeit. Sie sind sicher etwas plakativ gelesen, aber irgendwie fand ich das immer stimmig und die eigene Vorstellungskraft anregend.

Nikolaus.
ab (09.01.2007, 18:12):
Mir fielen noch die Violinkonzerte von ASMutter ein, die mich sehr positiv überrascht haben - anders als die Kammermusik mit ihr.


Sehr außergewöhnlich interpretiert ist sicherlich auch die Sinfonien-CD (Prager, Jupiter) mit René Jacobs.


Was mir schmerzlich fehlte war die Wiederveröffentlichung der gesamten aufgenommenen Violinsonaten mit Grumiaux/Klien (Philips).

Enttäuscht war ich von den Veröffentlichungen mit Andrew Manze, so verhältnismäßig überdurchschnitlich gut sie auch sind.

Klaviersonatenmäßig war das Jahr besonders enttäsuchend. Das letzte überzeugende hörte ich vor vielen Jahren mit Gulda, kurz vor seinem inszenierten Tod: Ich hätte nie gedacht, dass Mozart solchen durchgängigen House-Beat verträgt: Das heißt zum zeitgmäßen Leben wiedererwecken! (Nicht aber diese Privat-Tapes, die sie so gelobt haben...)
Jürgen (15.01.2007, 13:20):
Original von nikolaus
Original von Gerion
Ich möchte mal in die Runde fragen, ob die täglich von Klaus Maria Brandauer vorgelesenen Mozart-Briefe für Euch (so Ihr sie denn gehört habt) zu den positiven Erfahrungen gehört haben?

Ja, durchaus. Ich habe sie bisweilen morgens gehört auf dem Weg zur Arbeit. Sie sind sicher etwas plakativ gelesen, aber irgendwie fand ich das immer stimmig und die eigene Vorstellungskraft anregend.

Nikolaus.

Volle Zustimmung, auch ich habe sie nur im Auto gehört.

Mein bisheriges Mozartbild (seine Person, seinen Charakter betreffend) wurde hauptsächlich durch den Film "Amadeus" geprägt. Nur wurde der in einigen Klassikforen kritisiert, weil er teils zu fiktiv, teils historisch ungenau bis hin zu historisch widerlegt ist. Daher hatte ich automatisch auch die Charakterzeichnung in diesem Film in Frage gestellt. Seit ich aber einige Mozartbriefe aus seiner Feder gehört habe, glaube ich, dass die Personendarstellung gar nicht so falsch sein kann. So erfrischend ordinär, wie er teilweise geschrieben hat, stellte er sich auch im Film dar.

Noch was Positives: Auf KiKa (Kinderkanal) lief zeitweise direkt nach dem Sandmännchen die Zeichentrickserie "Little Amadeus". Nix Besonderes, es wurden aber einige Gassenhauer musikalisch verbraten. Und diese konnten nach wenigen Wochen meine Kinder auswendig. Durch diese Serie lernten sie die Musik Mozarts nicht nur kennen, sie hören sie auch gerne. Und das sehe ich positiv.

Mozart Musik habe ich mir 2006 allerdings nicht zugelegt.

Grüße
Jürgen
Walton (04.02.2007, 09:14):
also, daß beeindruckendste Erlebnis für mich war das Konzert der Staatsphilarmonia Chinas mit Lang Lang am Klavier gegen Anfang des Mozartjahres. Das Konzert wurde direkt aus Peking übertragen und ist wieder ein Beweis für die Pflege unser Musik in Asien, auch dank Mozarts.

Geärgert und genervt haben mich die Mozartbriefe, man wurde erschlagen damit, aber das positive war, daß man einen Einblick in ein Genie bekam, daß durch und durch kindisch war und dessen einziges Talent seine Musik war.

Ich mag eigentlich keine Gedenkjahre, weil andere Jubilare in diesem Zeitraum zu kurz kommen, da war es ein Genuß, mal Helen Grimaude mit Schumanns Klavierkonzert zu hören. Heine ging es auch nicht besser.
ab (05.02.2007, 11:20):
Original von Walton
aber das positive war, daß man einen Einblick in ein Genie bekam, daß durch und durch kindisch war und dessen einziges Talent seine Musik war.


Ich denke, da sitzt Du einem gägnigen Klischee auf: diese Texte zeigen doch viel mehr, was für eine Sprachwitzt und welche Gedankenvielfalt und Krativität Mozart nicht nur beim Verwenden von Noten, sondern auch von Worten hatte.
Jürgen (05.02.2007, 13:45):
Original von ab
Ich denke, da sitzt Du einem gägnigen Klischee auf: diese Texte zeigen doch viel mehr, was für eine Sprachwitzt und welche Gedankenvielfalt und Krativität Mozart nicht nur beim Verwenden von Noten, sondern auch von Worten hatte.

Hallo ab,

hier übertreibst Du m.E.

Beim Verwenden von Noten war Mozart sicherlich ein Genie.
Beim Verwenden von Worten, kann ich ihm, nachdem ich doch einige von seinen Briefen gehört habe, nicht ansatzweise Genialität attestieren.
Ich bleibe dabei: Ein wenig ordinär war er schon.
Kreativ war er nur dann, wenn er bei jemandem Geld leihen wollte. Literarische Meisterwerke sind diese Briefe trotzdem nicht.

Oder lass es mich folgendermaßen formulieren:
Als Komponist ist Mozart auch heute noch ein Blockbuster.
Seine literarische Hinterlassenschaft wird bei weitem niedriger eingestuft. Oder ist er nur unterbewertet ?
Mit welchem der internationalen Top100 Schriftstellern würdest Du ihn vergleichen wollen?


Grüße
Jürgen
ab (05.02.2007, 14:49):
Original von Jürgen
Beim Verwenden von Worten, kann ich ihm, nachdem ich doch einige von seinen Briefen gehört habe, nicht ansatzweise Genialität attestieren.
Ich bleibe dabei: Ein wenig ordinär war er schon.


Sicherlich sind auch ordinäre Texte dabei. Das bestreite ich nicht.

Doch lies die Briefe an seinen Vater: Ein Thema und dann zahllose Vriationen über das Geschriebene. Das mit dem Hören von gelesenen Brief ist natürlich ein Problem: Wenn die Leserin nichts damit anzufangen versteht, wird dieser Aspekt Mozarts auch nicht zum Ausdruck gebracht werden können.

Ich bleibe dabei: Infantilität ist sicher Mozarts Sache nicht!
Jack Bristow (05.02.2007, 19:17):
Ich fand die Briefe, die hier gelesen von Brandauer regelmäßig im Rundfunk kamen, häufig faszinierend und immer interessant. Allein der Einblick in die Zeit, das tägliche Leben und den Musikbetrieb ist äußerst spannend
Niemand behauptet, das Mozart ein literarisches Genie gewese sein, das wäre wohl übertrieben. Aber er war alles andere als der kindische Idiot, als der er in Amadeus dargestellt wird. In den Briefen zeigt sich gewiß manchmal ein auch recht derber Humor (dabei muß man aber immer auch bedenken, dass es *private* Briefe innerhalb der engstens Familie waren, nicht für die Öffentlichkeit), aber auch eine komplexe, wache und warmherzige Persönlichkeit.

viele Grüße

J Bristow
cellodil (05.02.2007, 19:36):
Hier muss ich mich doch auch mal wieder einmischen in die Diskussion...

Original von Jürgen
Mein bisheriges Mozartbild (seine Person, seinen Charakter betreffend) wurde hauptsächlich durch den Film "Amadeus" geprägt. Nur wurde der in einigen Klassikforen kritisiert, weil er teils zu fiktiv, teils historisch ungenau bis hin zu historisch widerlegt ist. Daher hatte ich automatisch auch die Charakterzeichnung in diesem Film in Frage gestellt. Seit ich aber einige Mozartbriefe aus seiner Feder gehört habe, glaube ich, dass die Personendarstellung gar nicht so falsch sein kann. So erfrischend ordinär, wie er teilweise geschrieben hat, stellte er sich auch im Film dar.

Lieber Jürgen,

"Amadeus" ist keine Dokumentation und kann deshalb mit den (bekannten) historischen Fakten auch frei umgehen. Das Interessante an dem Film ist, dass er trotz des freien Umgangs mit der Geschichte etwas Wahrhaftiges hat, dass er einen Kern trifft und berührt.

Original von ab
Ich denke, da sitzt Du einem gägnigen Klischee auf: diese Texte zeigen doch viel mehr, was für eine Sprachwitzt und welche Gedankenvielfalt und Krativität Mozart nicht nur beim Verwenden von Noten, sondern auch von Worten hatte.

Ich sehe das ähnlich. Manche dieser Briefe oder auch manche Passagen dieser Texte haben eine sehr ungewöhnlichen sprachlichen Duktus (Rhythmus, Wortspielereien). Und zwar einen, den es so in Texten dieser Zeit nicht gegeben hat.

Original von Jürgen
Hallo ab,

hier übertreibst Du m.E.

Beim Verwenden von Noten war Mozart sicherlich ein Genie.
Beim Verwenden von Worten, kann ich ihm, nachdem ich doch einige von seinen Briefen gehört habe, nicht ansatzweise Genialität attestieren.
Ich bleibe dabei: Ein wenig ordinär war er schon.

Was hat die "ordinäre" Ausdrucksweise mit der Frage nach Genie oder nicht zu tun?

Original von Jürgen
Kreativ war er nur dann, wenn er bei jemandem Geld leihen wollte. Literarische Meisterwerke sind diese Briefe trotzdem nicht.

Die Bettelbriefe wohl kaum. Aber die Bäsle-Briefe zum Teil schon.

Original von Jürgen
Oder lass es mich folgendermaßen formulieren:
Als Komponist ist Mozart auch heute noch ein Blockbuster.
Seine literarische Hinterlassenschaft wird bei weitem niedriger eingestuft. Oder ist er nur unterbewertet ?
Mit welchem der internationalen Top100 Schriftstellern würdest Du ihn vergleichen wollen?


Bringst Du hier nicht ein bisschen was durcheinander? Wir reden hier doch von privater Korrespondenz, die nicht zur Veröffentlichung bestimmt war...

Grüße

Sabine
Rachmaninov (06.02.2007, 06:52):
Original von cellodil
Was hat die "ordinäre" Ausdrucksweise mit der Frage nach Genie oder nicht zu tun?

Nichts!

Diese "Ordinäre" Ausdrucksweise war eine Art, ich übertreibe mal, "Gesellschaftspiel" für Mozart.
Er mochte die Provokation mit Worten und es reizte ihn so zu schreiben.

Sicherlich hätte er es auch ganz anders gekonnt.
Jürgen (06.02.2007, 09:36):
Hallo,

ich hatte ab so verstanden, dass Mozart mit Worten (in seinen Briefen geschriebenen) ähnlich gut umgehen konnte, wie mit Noten.
Und nur deshalb habe ich widersprochen.
1. Weil er einfach zu gut komponiert hat
2. Weil mir von Mozart keine literarischen Schriftstücke bekannt sind, ausser den Briefen.

Meine Meinung ist halt: Er ist ein Top10 Komponist, aber kein Top10 Schriftsteller.

Das ist ja auch nicht böse gemeint. Aber ich glaube, man sollte den Anspruch fallenlassen, große Komponisten müßten unbedingt Universalgenies sein und obendrein noch gute Menschen.

Das gilt z.B. insbesondere für meinen Lieblingskomponisten Richard Wagner. Nach der Lektüre einiger seiner Briefe, hatte ich den Eindruck eines ungemütlichen Zeitgenossen, um nicht zu sagen ein arrogantes A***. Man kann ihm sicherlich noch mehr anlasten, aber seine Musik ist halt erste Sahne.

Grüße
Jürgen
cellodil (06.02.2007, 09:41):
Original von Jürgen
Meine Meinung ist halt: Er ist ein Top10 Komponist, aber kein Top10 Schriftsteller.

Lieber Jürgen,

that's it: Er war kein Schriftsteller.

Dennoch haben manche seiner Briefe eine literarische Qualität.

Grüße

Sabine
Jürgen (06.02.2007, 11:37):
Im laufe von 2006 ist dann auch die Brilliant-Mozart-Edition (170CDs) auf ihren historischen Tiefstpreis gesunken.
Ich glaube irgendwann im Sommer unter 70€ bei Media Markt.


Der Preis ist übrigens auch z.Zt. bei MMI erreicht.


http://records.joanrecords.com/ProductImages/92540.jpg