Jan Van Karajan (01.01.2022, 11:32): Ein frohes neues Jahr, meine lieben Musikfreunde :) . Bei mir jetzt natürlich das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker unter Daniel Barenboim :thumbsup: . Grüße Jan :hello
Philidor (01.01.2022, 11:38): Ein frohes neues Jahr, meine lieben Musikfreunde . Bei mir jetzt natürlich das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker unter Daniel Barenboim . Da schließe ich mich doppelt an. Barenboim in Wien auch hier.
Euch allen alles Gute für 2022 - Gesundheit an Geist, Seele und Körper, alle Arten geistiger und fleischlicher Genüsse, gute Gemeinschaft, Zufriedenheit und bisweilen das notwendige Quäntchen Glück!
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (01.01.2022, 13:51): Euch auch ein gutes und gesundes neues Jahr.
Ich muss sagen, dass ich froh bin, das Neujahrskonzert NICHT geschaut zu haben. Den letzten Teil davon habe ich gesehen und gehört und war über die langweilige Umsetzung eines ziemlich müden und offensichtlich nicht mehr wirklich gesunden Dirigenten fast schon erschüttert. Ich hatte mir nichts erhofft, da ich mit Daniel Barenboim nicht so wirklich glücklich bin als Dirigent, aber es scheint mir teilweise nur höflicher Applaus gegeben zu haben, da auch das Publikum davon nicht wirklich begeistert gewesen war - oder sie waren über den Zustand von ihm auch erschüttert.
Jan Van Karajan (01.01.2022, 14:35): Ich war mit vielen Stücken eigentlich ganz zufrieden, auch das Programm an sich hat mir ganz gut gefallen. Aber auch ich war erschrocken, wie krank und gealtert Barenboim wirkte. Da macht man sich glatt Sorgen :( . Zumindest gab es diesmal wieder Publikum im Saal, 2021 war in dieser Hinsicht eher deprimierend.
Amonasro (01.01.2022, 17:00): Ich wünsche allen ein frohes und gesundes Jahr 2022!
Georg Friedrich Händel: Music for the Royal Fireworks & Water Music
The English Baroque Soloists, Sir John Eliot Gardiner
Gruß Amonasro :hello
Amadé (01.01.2022, 17:48): Lieber Forianerinnen und Forianer, auch ich wünsche allen ein gutes neues Jahr,
bei mir heute keine Wiener Strauß-Melange, sondern eine schöne Wagner-Erinnerung aus längst vergangenen, aber nicht vergessenen Bayreuther Zeiten:
Grüße Amadé
Philidor (01.01.2022, 18:38): Bald ist wieder Champignons League.
Georg Friedrich Händel: Coronation Anthems HWV 258-261
The Choir of New College, Oxford The King's Consort
Robert King
Staatstragende Sache, das. Da ist mir so etwas Subversives wie "La Valse" allemal lieber. Aber ich sehe ein, dass man Letzteres wiederum schlecht zu einer Krönung spielen kann.
Gruß Philidor
:hello
Jan Van Karajan (01.01.2022, 22:12):
Joseph Haydn: Symphonien Nr. 17-20 Österreichisch-Ungarische Haydn-Philharmonie, Adam Fischer Grüße Jan :hello
Cetay (01.01.2022, 23:59):
Alexander Glazunov - Sinfonie Nr. 7 F-Dur, op. 77 BBC National Orchestra of Wales, Tadaaki Otaka / / Bamberger Symphoniker, Neeme Jarvi
Die Fuenfte und Sechste wollten mir nicht so sehr zusagen. Da diese beiden hinter der Achten als die besten gehandelt werden, habe ich jetzt grosse Hoffnung in die Siebte.
Nicolas_Aine (02.01.2022, 07:07): auch ich wünsche euch allen ein frohes, gesundes und zufriedenes neues Jahr!
ich verschiebe heute im Laufe des Nachmittags die Dskussion in einen eigenen Faden, am Handy ist das wohl nicht möglich.
Philidor (02.01.2022, 11:19): Hier läuft gerade Bach zum Tage. - UA Leipzig, 5. Januar 1727. - Ach ja: In diesem Kirchenjahr liegt mein Schwerpunkt auf denjenigen Kantaten, die nach den ersten beiden Leipziger Jahrgängen 1723/24 und 1724/25 entstanden sind.
J. S. Bach: "Ach Gott, wie manches Herzeleid" BWV 58
Ruth Holton, Peter Harvey English Baroque Soloists John Eliot Gardiner
Gruß Philidor
:hello
Philidor (02.01.2022, 13:33): Auch diese Aufnahme war mir zum Jahresbeginn sehr willkommen:
Wolfgang Amadé Mozart
Sinfonie Nr. 39 Es-Dur KV 543 Sinfonie Nr. 40 g-Moll KV 550 Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551 ("Jupiter")
Ensemble Resonanz Riccardo Minasi
Ich meine, mich dunkel zu erinnern, dass Cetay mich auf die Existenz dieser Aufnahme hingewiesen hat - nochmals vielen Dank dafür! Das sind derzeit meine Favoriten für KV 543 udn KV 550.
Über die Aufnahme von KV 551 habe ich wohl schon abschätzig geschrieben, ich fand die jetzt gar nicht schlecht.
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (02.01.2022, 13:53): Auch von mir euch Allen ein frohes, glückliches neues Jahr voller guter Musik!
Was ich gerade hör(t)e: das hier
Philidor (02.01.2022, 14:13): Nach dem gestrigen Wiener Neujahrskonzert hörte ich, quasi als Antidot, noch, wie Ravel hinter die Masken schaute und die Fratzen entdeckte. Gestern die bekannten Aufnahmen mit Munch (apokalyptisch!) und Monteux, heute zwei jüngere:
Maurice Ravel: La Valse
Orchestre Symphonique de Montréal Charles Dutoit
Berliner Philharmoniker Pierre Boulez
Gegen Munchs Weltuntergang sind beide Aufnahmen Kindergeburtstag. Wobei sie mit fantastischer Klangtechnik punkten.
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (02.01.2022, 17:47): Kerry Turner - Complete Works for Horn, Vol. 1 Kristina Mascher-Turner, Kerry Turner, Frank Lloyd (alle Horn); Lauretta Bloomer, Klavier
edit: // nach einer Weile abgebrochen, Horn scheint nicht zu meinen Lieblingsinstrumenten zu gehören.
@Nicolas_Aine Danke und guten Umzug!
Nicolas_Aine (02.01.2022, 17:57): So, die Diskussion ist ausgelagert :) Hier jetzt weiterhin viel Spaß beim Musikhören, ich werde umzugsbedingt frühestens übermorgen in der Lage sein, etwas zu hören.
Leonardo (02.01.2022, 18:20): Ich wünsche ein gutes (Hör-) Jahr 2022.
Hier jetzt:
P. I. Tchaikovsky:
Klavierkonzert Nr. 1 b-moll op. 23
Martha Argerich, Klavier
Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks,
Kirill Kondrashin, Ltg.
(Philips, 2/1980, live, München)
Vermutlich die wüsteste und wildeste Aufnahme dieses Stücks.
L.
Philidor (02.01.2022, 20:03): Ein gewisser David Hurwitz, nicht zu verwechseln mit Horwitz von "Kling und Horwitz", empfiehlt diese Aufnahme von Bruckner 5 als seine liebste. Anlass genug, mal reinzuhören.
Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 5 B-Dur
Bayerisches Staatsorchester Wolfgang Sawallisch
Junge, Junge, das ist auf den ersten Lausch wirklich nicht von schlechten Eltern. Hurwitz trifft ja manchmal voll ins Schwarze und liegt manchmal derart daneben, dass ich mich frage, ob der überhaupt hauptberuflich mit Musik zu tun hat ... seine lächerliche Analyse des Kopfsatzes von Schosti 1 kann man in seinem Buch über die Sinfonien und Konzerte des Russen nachlesen ... haarsträubend.
Aber diese Aufnahme finde ich so richtig gut. So langsam komme ich dem Kerl auf die Schliche: Hurwitz mag das Abgezirkelte, das Akkurate. Bloß nichts Geniales, bloß nichts Aufregendes, einfach so spielen lassen, dass man mit der Partitur in der Hand keinen offensichtlichen Verstoß gegen den aufgeschriebenen Willen des Komponisten finden kann, der sich alleine durch Erbsenzählen nachweisen ließe. Das bietet Sawallisch freilich in Perfektion. Aber überwältigt hat mich dieses Finale nicht, und das erwarte ich dann doch bei dieser auf Überwältigung angelegten Architektur ...
Trotzdem: Tolle Aufnahme, die ich ohne den Hurwitzschen Hinweis wohl eher nicht gehört hätte.
Gruß Philidor
:hello
Cetay (03.01.2022, 00:51):
Alexander Glazunov - Sinfonie Nr. 8 Es-Dur, op. 83 Moskau PO, Yuri Simonov
Das ist wohl die Glazunov-Sinfonie, die man kennen 'muss' und ich meine, dass dieser Interpret besonders gut trifft.
tapeesa (03.01.2022, 11:59): The Oxford Psalms Lawes, Blow, Child, Jeffreys, Locke, Purcell, u. a. Charivari Agréable, Kah-Ming Ng
Cetay (03.01.2022, 13:44): Ein letztes Mal noch:
Alexander Glazunov - Sinfonie Nr. 8 Es-Dur, op. 83 BBC National Orchestra of Wales, Tadaaki Otaka
Amonasro (03.01.2022, 22:17):
Johannes Brahms: Streichsextette Nr. 1 & 2
Amadeus Quartett Cecil Aronowitz (Bratsche) William Pleeth (Violoncello)
Gruß Amonasro
Cetay (03.01.2022, 22:25):
Wolfgang Amadeus Mozart - Sinfonia Concertante fuer Oboe, Floete, Horn & Fagott K. 297b & Oboenkonzert K. 314 Heinz Holliger, Aurèle Nicolet, Hermann Baumann, Klaus Thunemann, Academy of St Martin in the Fields, Neville Marriner
Neue Rekonstruktion hin oder ungeklaerte Autorenschaft her. Die 297 mit dem b gehoert zu meinen absoluten Lieblingswerken und erfreut mich immer wieder aufs Neue.
Cetay (03.01.2022, 23:55):
Joseph Haydn - Sinfonien D-Dur, Hob. I:31 "Hornsignal" & Hob. I:73 "Die Jagd" ASMF, Neville Marriner
Wenn es nicht alle Hundertviere sein muessen: Marriner hat insgesamt 33 Sinfonien von Haydn aufgenommen. Die gab es mal auf 15 CDs in einer Eloquence-Box, welche laut prestomusic am 21. Januar wiederveroeffentlicht werden soll. Das finde ich eine bessere Loesung als die Sammlung von "Titel-Symphonien". Deren gibt es 27 mit der Academy, die beiden fehlenden hat das ECO mit Raymond Leppard beigesteuert. Die eben gehoerten gehoernten Proben sind ganz exquisit.
tapeesa (04.01.2022, 09:33): Ludwig van Beethoven - Klavierkonzert Nr. 4 Stefan Vladar, Klavier Capella Istropolitana, Barry Wordsworth
Leonardo (04.01.2022, 11:27):
(Naxos, 5/2017)
Philidor (04.01.2022, 12:28): Hier vier Jahreszeiten.
John Cage: String Quartet in Four Parts (1950)
LaSalle Quartet
Gruß Philidor
:hello
Leonardo (04.01.2022, 14:41): György Ligeti:
Sonate für Solocello (1948-53)
Sechs Bagatellen für Bläserquintett (1953)
Zehn Stücke für Bläserquintett (1968)
(DG)
Diese 4-CD-Box beinhaltet die massgeblichen Ligeti-Einspielungen der DG. Dringende Empfehlung.
L.
Philidor (04.01.2022, 14:54): Diese 4-CD-Box beinhaltet die massgeblichen Ligeti-Einspielungen der DG. Dringende Empfehlung. Ich mag die Box auch sehr! Eine wichtige Tat der DG.
In wie weit die EInspielungen "maßgeblich" sind, darüber würde ich gerne bei einem gutem Glas Wein im Beisein einer angemessenen Wiedergabekette diskutieren.
Das erste Streichquartett mit den Hagens finde ich kaum zu übertreffen, der Aufnahme des zweiten Streichquartetts mit den LaSalles mag man andere vorziehen wollen, z. B. die mit dem Artemis-Quartett.
Die Orchesterwerke und Orgelwerke sind richtig gut; bei den Orchesterwerken würde ich auf Nott, bei den Orgelwerken auf Száthmary und Welin nicht verzichten wollen.
Die Aufnahme von "Lux aeterna" mit den wackeren NDR-Sängern findet ihren Meister m. E. in der Einspielung der London Sinfonietta Voices, welche die abartig schwierigen "unhörbaren" Einsätze in höchster Lage atemraubend bewältigen.
Leider fehlen bei DG auch die vollständigen Klavieretüden und die elektronische Musik.
Aber genug gemeckert: Es ist eine sehr verdienstvolle Edition, bei der DG wohl ein hohes kaufmännisches Risiko eingegangen ist. Hut ab - gerne mehr davon!
Gruß Philidor
:hello
Leonardo (04.01.2022, 15:18): In wie weit die EInspielungen "maßgeblich" sind, Ja, da kann und sollte man drüber diskutieren. Bei Ligeti lohnt es sich auch sehr, verschiedene Aufnahmen zu hören und zu vergleichen. Die Abbado-Aufnahmen von Atmospheres und Lontano habe ich immer als "massgeblich" empfunden, aber z.B. die Lintu-Aufnahmen (Ondine) können das m.E. auch für sich beanspruchen. Die Nott-Aufnahmen habe ich ewig nicht gehört. Ich habe sie als klangtechnisch nicht so gut in Erinnerung.
Ein Hit war für mich immer das "Doppelkonzert für Flöte und Oboe" mit Abbado und dem COE. Ganz grosse Klasse. Genauso die sechs Bläserbagatellen.
Leider fehlt in dieser Box auch "San Francisco Polyphony". Vermutlich gibt es da gar keine DG-Aufnahme.
Die Klavieretüden fehlen halt leider auch, ja, aber die gibt es bei Wergo ausgezeichnet (wie auch so einiges anderes).
L.
Cetay (04.01.2022, 16:22):
Richard Wagner - Götterdämmerung WWV 86D (Höhepunkte) 'Grosses Symphonieorchester', Hans Swarowsky
tapeesa (04.01.2022, 20:28): Richard Wagner - Scenes from Lohengrin and Siegfried Lohengrin & Siegfried - John Horton Murray; Elsa - Margaret Jane Wray; Mime - Adam Klein Russian State Symphony Orchestra, Bolshoi Opera Chorus, John McGlinn
Jan Van Karajan (04.01.2022, 22:20):
Joseph Haydn: Symphonien Nr. 40, 41 und 42
Österreichisch-Ungarische Haydn-Philharmonie, Adam Fischer Grüße Jan :hello
Philidor (05.01.2022, 09:37): Born in the U. S. A.
Elliott Carter: String Quartet No. 1 (1951)
Pacifica Quartet
Oha ... ein interessantes Modell der Mehrstimmigkeit ... nicht nur harmonisch, sondern insbesondere bzgl. der Organisation der Zeit ... das will von meinen Ohren nochmal gehört sein.
Wolfgang Amadeus Mozart - Hornkonzerte Nr. 2-4 Es-Dur, K417, K444 & K495 Alan Civil, ASMF, Neville Marriner
Leonardo (05.01.2022, 23:34): Michel Legrand (1932-2019):
Klavierkonzert
Michel Legrand, Klavier
Orchestre Philharmonique de Radio France,
Mikko Franck, Ltg.
(Sony)
Der 2019 verstorbene Komponist Michel Legrand, der überwiegend für den Film komponierte (Die Regenschirme von Cherbourg, Thomas Crown ist nicht zu fassen, Der Swimmingpool, Atlantic City u.v.m.), komponierte gegen Ende seines Lebens ein Klavierkonzert, in dem er sich hörbar an Komponisten wie Francis Poulenc, Jean Francaix und Igor Stravinsky, aber auch an Bernard Herrmann, Miklos Rozsa sowie an sich selber orientierte. Herausgekommen ist ein wirklich schönes Klavierkonzert im spätromantisch-filmmusikalischen Stil. Mir gefällts.
L.
Cetay (06.01.2022, 01:47): Wiener Klassik geht bei mir immer und diese funkenspruhende CD ist einer meiner liebsten aus dieser Ecke:
Ignaz Holzbauer - Sinfonia Concertante Es-Dur fuer Violine, Viola, Violoncello & Orchester Ignaz Joseph Pleyel - Sinfonia Concertante F-Dur fuer Floete, Oboe, Fagott, Streichquartett, Kontrabass & Orchester, B.113 Wolfgang Amadeus Mozart - Sinfonia Concertante Es-Dur fuer Floete, Oboe, Horn, Fagott & Orchester, K. 297b (Rekonstruktion von Robert Levin)
Die Levin-Fassung, bei der anstelle der Klarinette die Floete zum Einsatz kommt, finde ich stimmiger als das "Original".
tapeesa (06.01.2022, 12:27): Aus dem Wikipedia-Artikel: "Aus der Gruppe der Blechbläser, ist das Horn das homogenste Instrument, also jenes mit dem höchsten Verschmelzungsgrad mit anderen Instrumentengruppen des Orchesters."
Am Instrument Horn an sich lag mein Missfallen der neulich gehörten CD mit der Kombination Horn / mehrere Hörner + Klavier nicht. Ich hatte nur nicht den Eindruck, dass die Qualitäten des Horns sich in der Kombination sonderlich gut entfalten konnten. Mozarts Hornkonzerte sind eine ganz andere Sache.
W. A. Mozart - The Four Horn Concertos Dennis Brain, Horn Philharmonia Orchestra, Herbert von Karajan
Philidor (06.01.2022, 12:38): Das Stück macht seinem Beinamen alle Ehre.
Per Nørgård: Streichquartett Nr. 1 "Quartetto breve" (1952)
The Kontra Quartet
Bin ein großer Fan der Sinfonien Nørgårds, aber mit diesem Quartett werde ich nicht warm ... die besondere Prozessualität der Sinfonien des Dänen erkenne ich nicht ...
Na ja, das erste Quartett ist immerhin drei Jahre vor der ersten SInfonie erstanden.
Gruß Philidor
:hello
Amonasro (06.01.2022, 17:35):
Richard Wagner: Orchesterquerschnitt aus dem Ring des Nibelungen
Berliner Philharmoniker, Lorin Maazel
Gruß Amonasro
Philidor (07.01.2022, 07:28): Yeah.
Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 5 B-Dur op. 92 (1952)
Borodin Quartet
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (07.01.2022, 09:23): Felix Mendelssohn - Lieder ohne Worte Daniel Barenboim, Klavier
Leonardo (07.01.2022, 11:26): Hier gibts noch etwas
Nino Rota:
Sinfonie Nr. 3 (1956-57)
Sinfonie Nr. 1 (1935-39)
Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi,
Giuseppe Grazioli, Ltg.
(Decca, 2014, Mailand)
Cetay (07.01.2022, 11:49): Wenn ich das richtig ueberblicke, dann hat Barry Tuckwell die Mozart-Hornkonzerte fuenf mal eingespielt. 1960 mit dem LSO & Peter Maag, 1972 mit der ASMF & Neville Marriner, 1983 als Solist & Dirigent mit dem ECO, 1991 dto mit dem Philhamonia Orchestra und 2007 als Dirgent mit Lin Jiang als Solisten.
Ich greife mir mal die Mitte heraus:
Wolfgang Amadeus Mozart - Hornkonzerte Nr. 1-4, K. 412/514, 417, 447 & 495 English Chamber Orchestra, Barry Tuckwell
Das Cover und die ganze Aufmachung dieser CD & DVD sind ein Kunstwerk für sich. Aber das Entscheidende ist, dass die Aufnahmen fantastisch sind. Hier bleiben wirklich keine Wünsche offen. Toll.
L.
Philidor (07.01.2022, 13:55): Danke für den Hinweis, da muss ich mal wieder reinhören!
Hier eher Linkes:
Hans Werner Henze: Streichquartett Nr. 2 (1952)
Arditti String Quartet
Gruß Philidor
:hello
Cetay (07.01.2022, 15:08): Als ich eben Lise Davidsen mit Grieg gehoert habe, kam mir Gedanke, sie moege bitte waehrend meiner Erlebnisspanne noch das Lied aufnehmen. Und dann fiel mir ein, dass ich das zu lange nicht mehr gehoert habe. Das wird gleich geaendert:
Gustav Mahler - Das Lied von der Erde Michelle DeYoung, John Villars, Minnesota Orchestra, Eiji Oue
Cetay (08.01.2022, 00:00): Immer wenn ich Grieg hoere, denke ich, ich hoere zu wenig Grieg. (Ich mache mal heimlich einen verspaeteten Vorsatz daraus.) Da gibt es jenseits von den Gassenhauern einen Haufen veritablen Stoff.
Edvard Grieg - Die Violinsonaten Eldbjorg Hemsing, Simon Trpceski
Daraus: Violinsonate Nr. 1 F-Dur, op. 8
Cetay (08.01.2022, 03:44): Gesagt, gehoert:
Edvard Grieg - Peer Gynt (Original Schauspielmusik ohne Dialoge) Dietrich Henschel, Sophie Koch, Inger Dam-Jensen, Le Motet de Geneve, Orchestra de la Suisse Romande, Guillaume Tourniaire
Diese Live-Produktion aus Genf gibt es in mehreren Fassungen, gesungen jeweils auf Norwegisch entweder ohne oder mit -nachtraeglich eingefuegten- Dialogen in Deutsch, Englisch oder Franzoesisch. Die mit dem knutschenden Paar auf dem Cover ist diejenige ohne Dialoge. Was an Musik geboten wird, ist mehr als ausreichend. Hurwitz verreisst die Aufnahme (allerdings war er von Anfang an angefressen wegen der franzoesischen Dialoge seiner Fassung), aber das muss nicht immer was heissen.
Philidor (08.01.2022, 11:09): Hier wieder der Däne.
Per Nørgård: Streichquartett Nr. 2 "Quartetto brioso" (1952-58)
The Kontra Quartet
Das ging schon eher an mich als der Gattungserstling.
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (08.01.2022, 11:38): - aus William Byrd - Keyboard Music: 7. Second Ground (Musica Britannica, Vol. 27, No. 42) Friederike Chylek, harpsichord - Hans Werner Henze - 1. - 5. Nachtstücke und Arien (Text: Ingeborg Bachmann) Juliane Banse, Sopran ORF Vienna Radio Symphony Orchestra, Marin Alsop
Leonardo (08.01.2022, 15:10): William Walton:
Sinfonie Nr. 1
London Philharmonic Orchestra,
Bryden Thomson, Ltg.
(Chandos, 2/1990, London)
Amonasro (08.01.2022, 23:17):
Saverio Mercadante/Salvadore Cammarano: Virginia
Virginia - Susan Patterson Virginio - Stefano Antonucci Appio - Paul Charles Clarke Icilio - Charles Castronovo Marco - Andrew Foster-Williams Tullia - Katherine Manley Valerio - Mark Le Brocq
Geoffrey Mitchell Choir London Philharmonic Orchestra, Maurizio Benini
Gruß Amonasro
Cetay (09.01.2022, 00:47): Heute faellt mir die morgendliche Musikauswahl leicht. Kurz nach dem Aufwachen geisterte Brahms' VK in meinem Kopf herum und bleib dort. Nun erklingt die neueste Aufnahme, die mir beim Stromanbieter angezeigt wird:
Johannes Brahms - Violinkonzert D-Dur, op. 77 Emmanuel Tjeknavorian, WDR SO, Cristian Macelaru
Cetay (09.01.2022, 01:56):
Edvard Grieg - Alt-Norwegische Tänze, op. 35 & Gammelnorsk romanse med variasjoner (Altnorwegische Melodie mit Variationen), Op. 51 Iceland SO, Petri Sakari
Cetay (09.01.2022, 04:27): Beim Klavierkonzert mit ueber 100 Treffern braucht es fuer die Vorauswahl eine Strategie. Das geht innerhalb von Sekunden bis maximal etwas mehr als einer Minute pro Aufnahme. Haut einen der erste Tutti-Schlag schier vom Sitz? Ja: Skip - Nein: Poltert der Solist in Hoppla-hier-bin-ich-Manier los? Ja: Skip - Nein: Ist der Klavierklang glasig? Ja: Skip - Nein: Ist der Streicherklang dick? Ja: Skip - Nein: sind die Streicher schwelglerisch? Ja: Skip - Nein: Play!
Edvard Grieg - Klavierkonzert a-Moll, op. 16 ('Originalversion') Love Derwinger, Norrkoping SO, Jun'ichi Hirokami
Philidor (09.01.2022, 08:24): Haut einen der erste Tutti-Schlag schier vom Sitz? Ja: Skip - Nein: Poltert der Solist in Hoppla-hier-bin-ich-Manier los? Ja: Skip - Nein: Ist der Klavierklang glasig? Ja: Skip - Nein: Ist der Streicherklang dick? Ja: Skip - Nein: sind die Streicher schwelglerisch? Ja: Skip - Nein: Play! Auf "Life of Brian":
Brian: "You're all individuals!" Die Menge: "Yes! We're all individuals!" Brian: "You're all different!" Die Menge: "Yes! We're all different!" Ein Einzelner in der Menge: "I'm not!" :D
https://www.youtube.com/watch?v=KHbzSif78qQ
:leb
tapeesa (09.01.2022, 09:17): Charles Gounod / Jules Barbier, Michel Carré - Polyeucte
Polyeucte - Giorgio Casciarri Sévère - Luca Grassi Félix - Pietro Naviglio Néarque - Vincenzo Taormina Albin - Fernardo Blanco Siméon - Emil Zhelev Sextus - Nicola Amodio Pauline - Nadia Vezzù Stratonice - Tiziana Portoghese
Coro da Camera di Bratislava, Orchestra Internazionale d'Italia, Manlio Benzi
Andréjo (09.01.2022, 11:26): Beim Klavierkonzert mit ueber 100 Treffern braucht es fuer die Vorauswahl eine Strategie. Das geht innerhalb von Sekunden bis maximal etwas mehr als einer Minute pro Aufnahme. Haut einen der erste Tutti-Schlag schier vom Sitz? Ja: Skip - Nein: Poltert der Solist in Hoppla-hier-bin-ich-Manier los? Ja: Skip - Nein: Ist der Klavierklang glasig? Ja: Skip - Nein: Ist der Streicherklang dick? Ja: Skip - Nein: sind die Streicher schwelglerisch? Ja: Skip - Nein: Play!
Edvard Grieg - Klavierkonzert a-Moll, op. 16 ('Originalversion') Love Derwinger, Norrkoping SO, Jun'ichi Hirokami Mir schwant, wir könnten da des Öfteren zusammenkommen beim Skippen. Das Grieg-Konzert steht mir ein wenig fern im Moment allerdings. Ich bin eher auf der Schubert-Welle. Im Moment.
:) Wolfgang
Philidor (09.01.2022, 15:59): Ich bin eher auf der Schubert-Welle. Im Moment. Wie gefallen Dir die Schubert-Aufnahmen der Artemisianer, werter Andréjo? Im Moment?
Hier mein Lieblingsstreichquartett aus jener Zeit:
György Ligeti: Streichquartett Nr. 1 ("Métamorphoses nocturnes", 1953/54)
Hagen-Quartett Parker Quartet
Das Hagen-Quartett bleibt wohl meine Referenz für dieses wundervolle Werk, aber was die Parkers da abliefern, finde ich superinteressant.
Gruß Philidor
:hello
Leonardo (09.01.2022, 18:29): Die beiden Streichquartette von Ligeti hat übrigens auch das Artemis Quartett im Jahre 1999 aufgenommen.
Ich habe die Aufnahme auf dieser Doppel-CD, aber noch nie gehört:
L.
Philidor (09.01.2022, 18:44): Na, dann wird's aber Zeit!
Nr. 2 hat sozusagen die Gattung neu erfunden, ein echter Meilenstein, gehört in jede Liste der Art "Top 5 Quartette 1950-2000" hinein. (Vielleicht mit Nonos "Fragmente - Stille. An Diotima", mit Ferneyhoughs "Sonatas" und Dusapins "Time zones" ... herrje, bei 5 wird es aber wirklich eng ... vielleicht noch Steve Reich "Different trains"? Und was ist dann mit Lachenmann, Schosti, Weinberg, Schnittke, Rihm, Carter, Furrer, ... ?) Egal. Ligeti 2 muss.
Nr. 1 ist einfach die rattenscharfste Musik für Streichquartett, die ich aus dieser Zeit kenne ... gut 20 Minuten reinstes Hörvergnügen ...
... Du hast doch die DG-Ligeti-Box, da ist das erste mit den Hagens drin ...
Gruß Philidor
:hello
Leonardo (09.01.2022, 19:17): Ja, das mache ich schon noch, inklusive Vergleichshören. Aber heute bin ich nicht wirklich in der Stimmung für Ligeti.
Das passt besser:
Samuel Barber:
Adagio for Strings op. 11
Medea's Meditation and Dance of Vengeance op. 23a
Boston Symphony Orchestra,
Charles Munch, Ltg.
(RCA, 4/1957, Boston)
Cetay (09.01.2022, 22:36): Und was ist dann mit Lachenmann, Schosti, Weinberg, Schnittke, Rihm, Carter, Furrer, ... ?) Egal. Ligeti 2 muss. Lachenmann 2 muss auf jeden Fall auch. :D
Ich bin gerade ein paar Jaehrchen frueher unterwegs und staune nicht schlecht, wie wenig man das teilwiese hoert. Vor allem op. 54, Nr. 6 ist der Hammer ... ich meine, die Glocke.
Edvard Grieg - Lyriskke Stykker , Book 5-7, op. 54, 57 & 62 Eva Knardahl (Klavier)
Cetay (09.01.2022, 23:37):
Edvard Grieg - Symphonische Tänze, op. 64 & Orchesterlieder Solveig Kringelborn, Royal Stockholm PO, Gennady Rozhdestvensky
Ja, da scheint mir das in guten Haenden zu sein.
Andréjo (10.01.2022, 00:15): Ich bin eher auf der Schubert-Welle. Im Moment. Wie gefallen Dir die Schubert-Aufnahmen der Artemisianer, werter Andréjo? Im Moment? Kontrastreich, bisweilen schroff, engagiert. Das gefällt mir durchaus - ist aber weder für mich noch sicher generell die einzige, oder auch die beste Lesart. Ersteres dürfte banal sein, Letzteres gibt es vielleicht auch gar nicht ... nicht nur nicht bei Schuberts Streichquartetten.
:hello Wolfgang
Philidor (10.01.2022, 12:25): Hier wieder Nordisches in der MIttagspause.
Vagn Holmboe: Streichquartett Nr. 4 (1954)
The Kontra Quartet
Das gefiel mir schon mal besser als der Erstling seines Schülers Nørgård.
Gruß Philidor
:hello
Leonardo (10.01.2022, 13:08): György Ligeti:
Lux aeterna für 16stimmigen gemischten Chor a cappella°
Atmosphères für großes Orchester ohne Schlagzeug*
Ramifications, Version für Streichorchester*
Schola Cantorum Stuttgart, Clytus Gottwald, Ltg.°
SWF-Sinfonieorchester Baden-Baden, Ernest Bour, Ltg.*
(Wergo, 1966/70)
Diese Erstaufnahmen der Stücke haben eine spezielle raue und ungeschönte Intensität, die ich ganz besonders anziehend und faszinierend finde.
L.
Amonasro (10.01.2022, 20:40):
Florent Schmitt: Salammbô - Trois Suites d'Orchestre
Chœur de l'Armée française Orchestre national d'Île-de-France, Jacques Mercier
Gruß Amonasro
tapeesa (10.01.2022, 21:05): Richard Wagner - Die Walküre / 1. Akt
Siegmund - James King Sieglinde - Régine Crespin Hunding - Gottlob Frick Wotan - Hans Hotter Brünnhilde - Birgit Nilsson Fricka - Christa Ludwig Waltraute - Brigitte Fassbaender; Ortlinde – Helga Dernesch; Helmwige - Berit Lindholm; Gerhilde - Vera Schlosser; Siegrune - Vera Little; Schwertleite - Helen Watts; Rossweisse - Claudia Hellmann; Grimgerde - Marilyn Tyler
Wiener Philharmoniker, Georg Solti
Leonardo (10.01.2022, 21:09): Ich habe jetzt mal alle drei mir vorliegenden Aufnahmen des Ersten Streichquartetts von Ligeti gehört.
Es sind dies:
Hagen Quartett (DG), Artemis Quartett (EMI/Virgin) und Arditti Quartett (Sony).
Alle drei Aufnahmen bewegen sich auf höchstem Niveau und können bestehen.
Es ist m.E. eine reine Geschmacksfrage, welcher man den Vorzug gibt.
Das Hagen Quartett ist wohl am radikalsten und schroffsten, aber auch mit einer gewissen Kühle und emotionalen Distanz ausgestattet.
Das Artemis Quartett hält sehr gut die Waage zwischen kühler Strenge und emotionaler Offenheit.
Das Arditti Quartett ist m.E. am emotionalsten und hingebungsvollsten, was wohl auch daran liegen mag, dass Ligeti höchstpersönlich das Werk mit ihnen einstudiert hat für die Sony-Edition. Er hat auch den hochinteressanten Begleittext geschrieben. Also, mich packt diese Aufnahme am stärksten. Irgendwie hört man hier "mehr" und nicht nur ein Werk der sog. "Neuen Musik":
Aber, wie gesagt, alle drei Aufnahmen bewegen sich auf höchstem Niveau!
L.
Cetay (11.01.2022, 04:26):
Wolfgang Amadeus Mozart - Konzert fuer Floete und Harfe C-Dur, K 299 & Sinfonia Concertante Es-Dur, K. 297b
Ein Hochlicht aus der Anfangszeit von Naxos als 'Billiglabel'.
satie (11.01.2022, 09:55): Ich bin gerade ein paar Jaehrchen frueher unterwegs und staune nicht schlecht, wie wenig man das teilwiese hoert. Vor allem op. 54, Nr. 6 ist der Hammer ... ich meine, die Glocke.
Edvard Grieg - Lyriskke Stykker , Book 5-7, op. 54, 57 & 62 Eva Knardahl (Klavier) Allerdings. Viele wissen gar nicht, wie nahe der späte Grieg dem Impressionismus teilweise kommt. Das Notturno (Op. 54/4) klingt im Mittelteil wie früher Debussy. Aber Glockenklang ist sicher das radikalste der lyrischen Stücke.
Leonardo (11.01.2022, 11:17): Antonin Dvorak:
Klavierkonzert g-moll op. 33
Piemontesi, BBC Symphony Orchestra, Belohlavek, Ltg.
(Naive, 11/2012, BBC Maida Vale Studios)
Hier sind Belohlavek und Piemontesi in ihrem Element und in voller Übereinstimmung. Selten hat mir dieses wunderbare Klavierkonzert so gut gefallen wie hier. Es wird sehr natürlich, gelöst und flüssig musiziert.
L.
Philidor (11.01.2022, 12:27): Das Hagen Quartett ist wohl am radikalsten und schroffsten, aber auch mit einer gewissen Kühle und emotionalen Distanz ausgestattet.
Das Artemis Quartett hält sehr gut die Waage zwischen kühler Strenge und emotionaler Offenheit.
Das Arditti Quartett ist m.E. am emotionalsten und hingebungsvollsten, was wohl auch daran liegen mag, dass Ligeti höchstpersönlich das Werk mit ihnen einstudiert hat für die Sony-Edition. Er hat auch den hochinteressanten Begleittext geschrieben. Also, mich packt diese Aufnahme am stärksten. Irgendwie hört man hier "mehr" und nicht nur ein Werk der sog. "Neuen Musik": Habe gerade nochmal die Arditti-Aufnahme gehört.
"Am emotionalsten und hingebungsvollsten" würde ich nicht unbedingt unterschreiben.
Ich sag's mal so: Die Hagens sehen in dem Werk einen Abenteuerspielplatz für Streichquartett und nutzen denselben. Lustvoll, bisweilen an der Grenze zur Überzeichnung. Ich mag das. In dubio pro libido.
Bei den Ardittis höre ich weniger Spaßfaktor, weniger lustvolles Erleben. Ich will das nicht "kalkulierter" nennen, aber der emotionale Radius ist (im Schnitt) schon enger als bei den Hagens. Trotzdem habe ich auch bei den Ardittis den Eindruck, dass es genau so passt. Es spricht mich nur primär auf einer anderen Ebene an als die Hagens - die zielen auf den Bauch, die Ardittis auf den Kopf.
Geschmackssache. (?)
Gruß Philidor
:hello
Leonardo (11.01.2022, 13:30): Ich sag's mal so: Die Hagens sehen in dem Werk einen Abenteuerspielplatz für Streichquartett und nutzen denselben. Lustvoll, bisweilen an der Grenze zur Überzeichnung. Ich mag das. In dubio pro libido. Hm, ja, so kann man das schon sagen. Trotzdem habe ich bei den Hagens immer ein etwas "technisches" Gefühl in ihren Interpretationen (ganz übel bei Shostakovich), aber hier funktioniert das schon hervorragend.
Bei den Ardittis höre ich weniger Spaßfaktor, weniger lustvolles Erleben. Ich will das nicht "kalkulierter" nennen, aber der emotionale Radius ist (im Schnitt) schon enger als bei den Hagens. Ich finde die Ardittis hier sehr risikofreudig und auch lustvoll. Ich habe es eigentlich andersrum erlebt. Sie gehen mit vollem Einsatz und vollem Ton in dieses Werk - das hat mich sofort angesprochen.
Die Hagens machen aus den einzelnen kurzen Sätzen eher so etwas wie "Miniaturen", wo jeder Satz mehr oder weniger für sich steht. Das packt mich emotional nicht so. Bei den Ardittis ist es doch auch der große Zusammenhang, den sie betonen.
So meine Wahrnehmung.
L.
Cosima (11.01.2022, 18:00): Die neue CD von Marc-André Hamelin (CPE Bach - Sonatas & Rondos) ist heute bei mir eingetroffen. Und wenn einer meiner Lieblingspianisten einen meiner favorisierten Komponisten einspielt, dann muss ich das natürlich sofort hören. Ich muss dazu sagen, dass ich CPE Bach nie anders als auf einem modernen Klavier gespielt hören möchte. Insofern kann ich Hamelin nur mit Interpreten wie Pletnev (seine grandiose und distanziert-unterkühlte Aufnahme aus 2002) und Hinterhuber (auf Naxos) vergleichen.
Obwohl: Diese drei Einspielungen sind nur insofern vergleichbar, als dass es bei den Werken einige wenige Überschneidungen gibt. Ansonsten verfolgen alle drei unterschiedliche Ansätze, die alle ihren Reiz haben.
Aber das alles spielt auch keine Rolle, denn was ich jetzt schon nach nur einem Hördurchgang sagen kann: Hamelin zuzuhören ist ein großartiger, ästhetischer Genuss. :down
Kann mir jemand erklären, wie man hier ein Cover verlinkt? Ich habe das wohl verlernt bzw. finde ich keinen entsprechenden Button dazu... :)
Amonasro (11.01.2022, 18:54):
Josef Matthias Hauer: Salambo
Salambo - Susan Roberts Taanach - Diane Elias Spendius - Claes H. Ahnsjö Matho - Rudolf Constantin Gisko/Schahabarim - Friedemann Hanke
Da ich kürzlich Flauberts Roman gelesen habe, höre ich mich zurzeit durch die verschiedenen musikalischen Umsetzungen. Am erfolgreichsten war wohl die Oper von Ernest Reyer, die man sich auf Youtube anhören kann, leider gibt es davon keine kommerzielle Veröffentlichung. Reyers Werk ist eine typische Grand Opéra in 5 Akten, in musikalischem Orientalismus schwälgend. Das Libretto du Locles bleibt nah am Roman. Hauers Oper ist deutlich kompakter und in 7 eher lose verbundene Bilder gegliedert. Er verwendete schon vor Schönberg eine Art Zwölftonmusik. Das Klangbild wird wesentlich von Schlaginstrumenten bestimmt. Allerdings klingt der Gesang sehr einförmig, die Charaktere bleiben blass, auch wenn die Musik zuweilen (Ende der 5. Szene, 6. Szene) sehr stimmungsvoll ist. Schmitts Filmmusik scheint mir der eigentümlichen Atmosphäre des Romans noch am nächsten zu kommen: eine bizarre Mischung aus exotisch, erotisierenden Szenen mit sehr plastischen Gewaltdarstellungen, nicht unähnlich der Salome von Wilde bzw. Strauss. Schöne Naturbeschreibungen oder Salammbôs nackter Tanz mit einem Python stehen neben Szenen von Kannibalismus, Menschenopfern oder gekreuzigten Löwen. Als nächstes werde ich noch die unvollendete Oper Mussorgskis hören.
Gruß Amonasro
satie (11.01.2022, 19:51): Kann mir jemand erklären, wie man hier ein Cover verlinkt? Ich habe das wohl verlernt bzw. finde ich keinen entsprechenden Button dazu... :) Liebe Cosima, schön, dich hier zu lesen! Schau mal hier: Bilder einfügen!
Herzliche Grüße Satie
Cosima (11.01.2022, 20:11): Kann mir jemand erklären, wie man hier ein Cover verlinkt? Ich habe das wohl verlernt bzw. finde ich keinen entsprechenden Button dazu... :) Liebe Cosima,schön, dich hier zu lesen! Schau mal hier: Bilder einfügen!
Herzliche Grüße Satie Dankeschön, Satie, ich hatte das total vergessen.
Irgendwie klappt das aber mit dem iPad nicht. Egal, es wird auch so gehen. Es kursieren eh zu viele Bildchen im Internet. :)
Cetay (12.01.2022, 00:22): Es herrscht Grieg.
Edvard Grieg - Klavierkonzert a-Moll, op. 16 Arthur De Greef, Royal Albert Hall Orchestra, London Ronald
Philidor (12.01.2022, 07:15): Die Hagens machen aus den einzelnen kurzen Sätzen eher so etwas wie "Miniaturen", wo jeder Satz mehr oder weniger für sich steht. Das packt mich emotional nicht so. Bei den Ardittis ist es doch auch der große Zusammenhang, den sie betonen.
So meine Wahrnehmung. Danke fürs Teilen! Habent sua fata libelli sonoscripturaeque. Sehr spannend. Wir bringen beim Hören immer unsere eigene Geschichte mit, wie im Wagnerfaden mitzuerleben ist. Verändert sich unsere Geschichte, verändert sich unser Hören.
Hier wieder Nordisches.
Vagn Holmboe: Streichquartett Nr. 5 (1955)
The Kontra Quartet
Mordsmäßige Musik.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (12.01.2022, 13:08): In der Mittagspause heute Musik aus einer anderen Ecke.
Cristóbal Halffter: Tres piezas para cuarteto de cuerda (1955)
arditti quartet
Als Bildchen bietet am**on zurzeit nur die Rückseite:
Gute Musik!
Gruß Philidor
:hello
palestrina (12.01.2022, 13:12): Irgendwie klappt das aber mit dem iPad nicht. Egal, es wird auch so gehen. Es kursieren eh zu viele Bildchen im Internet. Hallo liebe Cosima, es sollte diese Doppel CD sein!
LG palestrina
Leonardo (12.01.2022, 13:38): Danke fürs Teilen! Habent sua fata libelli sonoscripturaeque. Sehr spannend. Wir bringen beim Hören immer unsere eigene Geschichte mit, wie im Wagnerfaden mitzuerleben ist. Verändert sich unsere Geschichte, verändert sich unser Hören. Ja, man keine seine eigene Geschichte und Hörerfahrung eben nicht ändern oder auslöschen. Ich habe es versucht, aber es geht nicht. Man ist und bleibt der, der man ist. Man sollte sich nicht noch mehr quälen, als es ohnehin schon notwendig ist. Sonst wird das Leben vollends zur Qual, und das muss ja nun wirklich nicht sein.
L.
Philidor (12.01.2022, 14:20): Man sollte sich nicht noch mehr quälen, als es ohnehin schon notwendig ist. Das ist sicher wahr. Es sei denn, man hat Vergnügen daran. Das trifft aber wohl auf die wenigsten zu. :beer
Gruß Philidor
:hello
Leonardo (12.01.2022, 19:36): Edward Elgar:
Violinsonate e-moll op. 82
Jennifer Pike, Violine
Martin Roscoe, Klavier
(Chandos, 10/2019)
Cosima (12.01.2022, 20:06):
Hallo liebe Cosima, es sollte diese Doppel CD sein! Ja, vielen Dank, das ist sie natürlich. Ich höre sie auch gerade wieder. Hamelin ist so ein fantastischer Pianist. Ich habe ihn schon ein paar Mal live erlebt. Seine Interpretationen sind ungemein bezwingend. :)
Cetay (12.01.2022, 23:24):
Edvard Grieg - Streichquartett Nr. 1 g-Moll, op. 27 Engegårdkvartetten
Philidor (13.01.2022, 07:07): Hier wieder 16saitiges.
Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 6 G-Dur op. 101 (1956)
Brodsky Quartet
Gruß Philidor
:hello
Leonardo (13.01.2022, 12:26): Edward Elgar:
Klavierquintett a-moll op. 84
Hecker, Widmann, McCarroll, Sachse, Helmchen
(Alpha, 10/2016)
Cosima (13.01.2022, 17:15): Edward Elgar:
Klavierquintett a-moll op. 84
Hecker, Widmann, McCarroll, Sachse, Helmchen
(Alpha, 10/2016)
Aussagekräftiges Cover. Das dürfte vor allem die konservative Hörerschaft in Wallung bringen und zum Kauf dieser CD anregen. Schade eigentlich, dass sich Künstler inzwischen für so einen Mist hergeben müssen.
Leonardo (13.01.2022, 17:28): Das dürfte vor allem die konservative Hörerschaft in Wallung bringen und zum Kauf dieser CD anregen. Ist das so?
Schade eigentlich, dass sich Künstler inzwischen für so einen Mist hergeben müssen. Ich kann da keinen Mist erkennen. Das ist das Foto einer Cellistin in Aktion. Mit Jacqueline du Pré gibt es ähnliche Fotos.
Darüberhinaus ist diese CD äusserst empfehlenswert.
L.
Philidor (13.01.2022, 17:34): Aussagekräftiges Cover. Das dürfte vor allem die konservative Hörerschaft in Wallung bringen und zum Kauf dieser CD anregen. Mein Untertitel für das Cover:
"Seitdem ich im Luftzug übe, werde ich immer so schnell müde ..."
Leonardo (13.01.2022, 17:46): Naja, wenn man zur Musik nichts zu sagen hat, dann hält man sich mit dem Aussehen des Covers auf.
Solche Bemerkungen haben in diesem Thread hier sowieso nichts verloren.
L.
Cosima (13.01.2022, 17:55): Es ging nicht um die Musik, das sollte aufgefallen sein. Es ging um ein ziemlich mieses Marketing, bei dem Künstler halt irgendwie mitspielen müssen. Das kann man gut finden, ignorieren oder aber kritisieren. Ich habe es kritisiert. Das ist schon alles.
Deine Bemerkung hat also in diesem Zusammenhang hier gerade nichts verloren.
Cosima (13.01.2022, 18:58): Richter spielt Beethoven
Die Aufnahme der drei Beethoven-Sonaten stammt vom 1. November 1959 und wurde an einem Abend gemacht. Erst ein Jahr später nahm Richter diese Sonaten in seine gefeierten Debütkonzerte in der Carnegie Hall auf. Was für leidenschaftliche Interpretationen. :down
Philidor (13.01.2022, 19:03): Ich kenne nur die Appassionata aus der Carnegie Hall, aber die ist schon der Hammer ... (kommt gleich nach Schnabel, und das will was heißen ... :leb )
Gruß Philidor
:hello
Amonasro (13.01.2022, 19:08):
Modest Mussorgski: Salammbô (Orchestrierung: Zoltán Peskó)
Salammbô - Ludmila Shemchuk Matho - Gheorghi Seleznev Baleario/Spendius/Aminachar - William Stone Primo Sacerdote - Giorgio Surjan Primo Pentarca - Giorgio Tieppo Secondo Pentarca - Eftimios Michalopoulos
Orchestra Sinfonica e Coro di Milano della Rai, Zoltán Peskó
Gruß Amonasro
Cosima (13.01.2022, 19:09): Ja, die ist ziemlich grandios (trotz der falschen Töne, aber die spielen überhaupt keine Rolle), obgleich Richter sie gar nicht mochte, weil das Drumherum so scheußlich für ihn war.
Cosima (13.01.2022, 20:14): Die Wranitzky-Symphonie op. 36 hatte ich mal live vom hiesigen Symphonie-Orchester gespielt gehört (das GSO ist übrigens richtig gut). Eigentlich ist das so gar nicht meine Musik, aber das Publikum war an diesem Abend derart ausgelassen, dass es immer wieder Zugaben einforderte, weshalb der 3. Satz (die übermütige "Polonese") ein paar Mal wiederholt wurde.
Das war irgendwie ein schönes Gemeinschaftserlebnis, weshalb ich diese CD danach anschaffte. Aber die Konserve kann das Gefühl dann doch nicht wiederbeleben.
Unbeschwerte Musik kann jedoch in diesen Tagen nicht schaden. :)
Cosima (13.01.2022, 20:41): Der Wranitzky war dann doch etwas zu leicht und gehaltlos auf Dauer. Zum Abschluss des Tages deshalb noch etwas mit mehr „Gehalt“. Oder anders ausgedrückt: Hamelin würde sich eh nicht mit seichtem Kram abgeben.
Deshalb nun Hamelin mit Alkan:
Leonardo (13.01.2022, 21:56): B. A. Zimmermann: Sinfonie in einem Satz
G. Ligeti: Lontano
NDR Sinfonieorchester,
Günter Wand, Ltg.
(Profil/NDR, 1987, Musikhalle, Hamburg, live)
Philidor (14.01.2022, 06:52): Yeah.
Mieczysław Weinberg: Streichquartett Nr. 7 (1957)
Quatuor Danel
Sehr stark. Hat Weinberg die besseren Schostakowitsch-Quartette geschrieben? Bei Letzterem scheint mir die Schaffenshöhe zumindest uneinheitlich ...
Gruß Philidor
:hello
Leonardo (14.01.2022, 13:23): Sicher, die Weinberg-Quartette sind hervorragende Musik. Ich habe die Aufnahmen mit dem Silesian Quartett. Sie zeichnen sich durch unbedingten Einsatz und höchste Emotionalität aus. Das Danel Quartett kenne ich nicht.
Aber "der bessere Shostakovich"? Eher nicht. Weinberg ist halt kein Shostakovich.
L.
Maurice inaktiv (14.01.2022, 13:23):
Josef Joachim Raff: Sinfonie Nr.5 & Der Kobold (Ouvertüre) AD: März 1994, Lugano, Schweiz
Orchestra della Svizzera Italiana , Nicholas Carthy
Orchester und Hauptwerk bekannt, Dirigent nicht. Informationen im Booklet dazu - Fehlanzeige. Muss das sein? Dank des englischsprachigen Wikipedia findet man immerhin heraus, dass der Dirigent 1957 in England geboren wurde, dort auch ausgebildet wurde (und in Salzburg) und von 1992-1996 Chefdirigent des Orchesters hier bei der Einspielung war.
Er war Assistent von Daniel Barenboim (1990-1993), agierte am Landestheater Salzburg als Kapellmeister, wurde Assistent unter Haitink und Solti bei den Salzburger Festspielen und später Gastprofessor in Stockholm und Musikdirektor in Portland/USA. Weitere Lehrtätigkeiten in den USA und GB folgten. Was dann mit ihm geschehen ist, wurde nicht erwähnt.
Philidor (14.01.2022, 13:26): Aber "der bessere Shostakovich"? Eher nicht. Weinberg ist halt kein Shostakovich. Menno. Verdi ist der Mozart Wagners.
Maurice inaktiv (14.01.2022, 13:31): Die Wranitzky-Symphonie op. 36 hatte ich mal live vom hiesigen Symphonie-Orchester gespielt gehört (das GSO ist übrigens richtig gut). Eigentlich ist das so gar nicht meine Musik, aber das Publikum war an diesem Abend derart ausgelassen, dass es immer wieder Zugaben einforderte, weshalb der 3. Satz (die übermütige "Polonese") ein paar Mal wiederholt wurde.
Das war irgendwie ein schönes Gemeinschaftserlebnis, weshalb ich diese CD danach anschaffte. Aber die Konserve kann das Gefühl dann doch nicht wiederbeleben.
Unbeschwerte Musik kann jedoch in diesen Tagen nicht schaden. Es ist auch einfach schöne Musik, wobei das sicher eine schwierige Wortwahl ist. Es gibt noch eine Einspielung auf Supraphon (Doppel-CD), die nicht so weichgezeichnet ist wie hier unter Bamert.
Hier das Cover dazu. die Schreibweise ist hier Tschechisch, falls es jemand suchen sollte, den Link zu Amazon habe ich Oben mit gesendet. Damit sollte auch das Thema" wegen des Copyrights auf das Bild geklärt sein.
Leonardo (14.01.2022, 14:01): Menno. Verdi ist der Mozart Wagners. Das schon eher, ja...
Der gute Henscheid liegt halt oft richtig.
L.
Maurice inaktiv (14.01.2022, 14:03): or einem Moment
Es ist sehr interessant, dieses Werk wie auch diese Aufnahmen zu hören. Zur Information: das sind keine Werke für zwei Klaviere, sondern die beiden Pianisten teilen sich den Zyklus. Zum einen hört man, wie Ligeti in diesem Frühwerk bereits Ideen für spätere Werke entwickelt hat, die er dann später wieder aufgegriffen hat. Zum anderen hört man, daß das zweite Stück (Mesto. Parlando) von Stanley Kubrick in seinem letzten Film "Eyes Wide Shut" verwendet wurde. Es ist auch wirklich ein unglaublich intensives und atmosphärisches Stück von großer Prägnanz. K.-H. Mrongovius spielt das perfekt. Im Film wird es allerdings von Dominic Harlan gespielt (ebenfalls sehr gut).
L.
Cosima (15.01.2022, 17:38): Die Wranitzky-Symphonie op. 36 hatte ich mal live vom hiesigen Symphonie-Orchester gespielt gehört (das GSO ist übrigens richtig gut). Eigentlich ist das so gar nicht meine Musik, aber das Publikum war an diesem Abend derart ausgelassen, dass es immer wieder Zugaben einforderte, weshalb der 3. Satz (die übermütige "Polonese") ein paar Mal wiederholt wurde.
Das war irgendwie ein schönes Gemeinschaftserlebnis, weshalb ich diese CD danach anschaffte. Aber die Konserve kann das Gefühl dann doch nicht wiederbeleben.
Unbeschwerte Musik kann jedoch in diesen Tagen nicht schaden. Es ist auch einfach schöne Musik, wobei das sicher eine schwierige Wortwahl ist. Es gibt noch eine Einspielung auf Supraphon (Doppel-CD), die nicht so weichgezeichnet ist wie hier unter Bamert. https://www.amazon.de/Sinfonien-Bohumil-Gregor/dp/B000F0H3QE/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=KQY7J0TQMPC2&keywords=vranicky&qid=1642163364&s=music&sprefix=vranicky%2Cpopular%2C62&sr=1-1
Hier das Cover dazu. die Schreibweise ist hier Tschechisch, falls es jemand suchen sollte, den Link zu Amazon habe ich Oben mit gesendet. Damit sollte auch das Thema" wegen des Copyrights auf das Bild geklärt sein. Vielen Dank für den Hinweis auf diese Einspielung, in die ich reingehört habe. Ja, stimmt - das ist weniger weichgezeichnet als der Bamert. Aber irgendwie fehlen mir dann auch wieder der Überschwang und die Lebensfreude, die Bamerts Aufnahme vermitteln.
Eine Kombination aus beiden Aufnahmen wäre gut. :)
Und ja: Das ist einfach schöne Musik, das kann man natürlich so sagen. Das ist ja nichts Schlechtes.
Cosima (15.01.2022, 17:44): Hier läuft Liszts h-Moll-Sonate. Sehr explosiv und schnell und eher auf der dramatischen Seite.
Der amerikanische Pianist Julius Katchen (1926-1969) war früh an Leukämie verstorben. Als erster Pianist hatte er zwischen 1962 und 1965 das gesamte Solo-Klavierwerk von Brahms eingespielt. Die Gesamtaufnahme ist sehr empfehlenswert.
Diese Zusammenstellung auf Audite entstand in zwei Sitzungen in 1962 und 1964. Der Liszt (aber auch der Rest) ist pianistisch brillant; eine „intellektuelle“ Interpretation. Im Sinne von geistig durchdrungen, ohne allzu viel emotionales Beiwerk. Auf jeden Fall ein ganz großes Hörvergnügen.
Maurice inaktiv (15.01.2022, 21:01): Vielen Dank für den Hinweis auf diese Einspielung, in die ich reingehört habe. Ja, stimmt - das ist weniger weichgezeichnet als der Bamert. Aber irgendwie fehlen mir dann auch wieder der Überschwang und die Lebensfreude, die Bamerts Aufnahme vermitteln. Eine Kombination aus beiden Aufnahmen wäre gut. Manchmal freut man sich dann, dass überhaupt ZWEI verschiedene Einspielungen vorhanden sind, die man sich problemlos anhören kann. Bamert macht das in der ganzen Serie ja irgendwie nicht falsch, aber mir fehlt dann immer mal wieder der Zugriff, den man durch die HIP-Leute erhält normalerweise. Hier würde mich mal eine HIP-Einspielung interessieren.
Die Naxos-Reihe über den Komponisten kenne ich allerdings überhaupt nicht.
Philidor (16.01.2022, 11:59): Die schönsten Blumen wachsen im Verborgenen.
György Kurtág: Quartetto per archi op. 1 (1959)
Keller Quartett
Aus dem Beiheft - ich fand das spannend: "Sein Streichquartett, das Opus 1 stellt nichts Geringeres als die Geburt des Komponisten György Kurtág dar. Hier erbrachte er den Beweis, dass die Verbindung von Bartóks ungarischer Musiksprache mit der Konzentration Anton Weberns möglich war. Sie führte zu einem persönlichen Idiom, ohne dass - wie in den Werken der jüngsten Komponisten (Boulez, Stockhausen, Xenakis) - eine herkömmliche Sprachähnlichkeit von Musik aufgegeben werden musste. Kurtág gelang das scheinbare Paradox einer von ihrem Ansatz her eigentlich konservativen Musik, die - wie die serielle Musik - auf der Musik der Wiener Schule beruhte und doch keinerlei reaktionäre Elemente aufwies. "
Leonardo (16.01.2022, 18:34): Und ein weiteres Werk von
Claude Debussy:
Khamma (Orchestrierung: Charles Koechlin)
Orchestre de la Suisse Romande,
Ernest Ansermet, Ltg.
(Decca, 12/1964, Victoria Halle, Genf)
tapeesa (16.01.2022, 20:37): Sofia Gubaidulina - Complete String Quartets Streichquartette 1, 2, 3; 4 (with tape); Reflections on the Theme B-A-C-H Stamic Quartet
Amonasro (16.01.2022, 21:37):
Johann Sebastian Bach: Messe in h-Moll
Carolyn Sampson (Sopran) Rachel Nicholls (Sopran) Robin Blaze (Alt) Gerd Türk (Tenor) Peter Kooij (Bass)
Bach Collegium Japan, Masaaki Suzuki
Gruß Amonasro
Cetay (17.01.2022, 04:23):
Mark-Anthony Turnage - Greek Quentin Hayes, Richard Suart, Fiona Kimm, Helen Charnock, The Greek Ensemble, Richard Bernas
Philidor (17.01.2022, 12:14): Heute wieder Carter.
Elliott Carter: String Quartet No. 2 (1959)
Pacifica Quartet
Carter konterkariert den Goetheschen Gedanken zur Gattung: "Man hört vier vernünftige Leute sich unterhalten, glaubt ihren Diskursen etwas abzugewinnen und die Eigentümlichkeiten der Instrumente kennen zu lernen."
Stattdessen: " ... The first violin is the extroverted crowd-pleaser. The second violin is an introverted but reliable accompanist. The violist whines and sighs. The cellist stretches the tempos as if they were wet clay or hot taffy." Drei Kadenzen, je eine für Viola, Cello und die erste Violine - die zweite bekam keine, die ist ja introvertiert -, strukturieren den Ablauf.
So klingt das dann auch ... Carter wollte außerdem, dass die vier Streicher weiter auseinander sitzen als üblich.
Hörenswert. Meine ich.
Gruß Philidor
:hello
Leonardo (17.01.2022, 12:54): Joseph Haydn:
Sinfonie Nr. 82 C-Dur "Der Bär"
Academy of St. Martin in the Fields,
Neville Marriner, Ltg.
(Philips, 10/1977)
Cosima (17.01.2022, 17:55): Nun bin ich wieder an Liszts h-Moll-Sonate hängen geblieben. Claudio Arrau spielte sie hier live (1982) im Alter von 79 Jahren.
Was für ein Pianist. Unglaublich :down
Amonasro (17.01.2022, 19:12):
Gioachino Rossini/Andrea Leone Tottola: La donna del lago
Elena - Joyce DiDonato Giacomo V (Uberto) - Juan Diego Flórez Malcolm Groeme - Daniela Barcellona Rodrigo di Dhu - John Osborn Duglas d'Angus - Oren Gradus Albinia - Olga Makarina Serano - Eduardo Valdes Bertram - Gregory Schmidt
The Metropolitan Opera Orchestra and Chorus, Michele Mariotti Inszenierung: Paul Curran
Musikalisch hervorragend. Traditionelle, teilweise unfreiwillig komische Inszenierung.
Gruß Amonasro
Leonardo (17.01.2022, 19:49): Sergei Rachmaninov:
Klavierkonzert Nr. 1 fis-moll op. 1
Vladimir Ashkenazy, Klavier
Concertgebouw Orchester Amsterdam,
Bernard Haitink, Ltg.
(Decca, 12/1986)
Leonardo (17.01.2022, 22:17): Aus dem o.g. CD-Set:
Sergei Rachmaninov:
Klavierkonzert Nr. 4 g-moll op. 40
Ashkenazy, RCOA, Haitink, Ltg.
(Decca, 12/1984)
Das Klavier klingt in diesen Aufnahmen zwar etwas zu stählern (bei Ashkenazy irgendwie oft so), aber trotzdem bleiben besonders die Aufnahmen von Nr. 1 und 4 in diesem Zyklus für mich unerreicht, besonders auch wegen Haitinks unglaublich guter, markanter, zupackender und beseelter Begleitung.
L.
Jan Van Karajan (17.01.2022, 22:18): Auf meiner Reise durch die Haydensche Symphonik bin ich mittlerweile ganz schön weit gekommen: https://www.google.com/url?sa=i&url=https%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FHaydn-Complete-Symphonies-Adam-Fischer%2Fdp%2FB00006GA50&psig=AOvVaw3wEdOeupSlYoiqTjJ5jgeK&ust=1642540621365000&source=images&cd=vfe&ved=0CAsQjRxqFwoTCJCJ-vHaufUCFQAAAAAdAAAAABAD Joseph Haydn: Symphonien Nr. 86 und 87 Österreichisch-Ungarische Haydn-Philharmonie, Adam Fischer Grüße Jan :hello
Leonardo (18.01.2022, 12:08): Sergei Rachmaninov:
Klaviersonate Nr. 2 b-moll op. 36 (Fassung 1931)
Edvard Grieg:
Klaviersonate e-moll op. 7
Boris Giltburg, Klavier
(Orchid Classics, 7/2012)
Philidor (18.01.2022, 12:57): Heute zwei kurze Gattungsbeiträge.
Per Nørgård: Streichquartett Nr. 3 "Three Miniatures" (1959)
The Kontra Quartet
Krzysztof Penderecki: Quartetto per archi (1960)
LaSalle Quartet
Nørgård im Kleinformat für mich viel besser als in den ersten beiden Quartetten. Penderecki - spannend! Alleine der Weg vom Geräusch zum Ton.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (18.01.2022, 18:47): Hier nun auch mal eine Klaviersonate:
Franz Liszt: Sonate h-Moll
Simon Barere, Klavier live Carnegie Hall 11. November 1947
So stelle ich mir einen Virtuosen des 19. Jhds. vor ... volles Risiko, voller Schwung, mit viel Leidenschaft und Energie, ohne jede Rücksicht auf falsche Töne, siegreich im Kampf gegen jedwede materiellen Widerstände ... aufregend.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (19.01.2022, 12:10): Hier wieder 16saitiges.
Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 7 fis-Moll op. 108 (1960)
Brodsky Quartet
Gruß Philidor
:hello
Leonardo (19.01.2022, 13:03): Johannes Brahms:
Paganini Variationen op. 35
Fantasien op. 116
Russell Sherman, Klavier
(Pro Arte, 1983)
Philidor (19.01.2022, 18:17): Hier nochmal Schwarz-Weiß in h-Moll.
Franz Liszt: Sonate h-Moll
Emil Gilels Moskau live 10. Oktober 1961
Dunkle Macht.
Gruß Philidor
:hello
Leonardo (19.01.2022, 18:35): Hier auch in schwarz-weiss:
Franz Schubert:
Wanderer-Fantasie C-Dur D 760
Anatol Ugorski, Klavier
(DG, 9/1992)
Cosima (19.01.2022, 18:42): Ich hatte vor Jahren mal einige Komponisten rigoros aus meiner Sammlung geworfen. Das war alles irgendwie ausgeufert, und man muss halt Prioritäten setzen, denn Lebenszeit ist begrenzt. :)
Dazu gehörte alles von Bruckner, den ich einfach nicht mehr hören wollte. Und auch fast alles von Mahler. Zwei Mahler-Symphonien habe ich allerdings behalten: Das wären die 4. unter George Szell (Cleveland O., Judith Raskin), die ich immer noch großartig finde. Und die 6. unter Dimitri Mitropoulos mit dem NYP aus 1955. Die läuft auch gerade. Eine wuchtige, mitreißende Interpretation. Die gefällt mir immer noch, gleichwohl soll es das dann auch mit Mahler und mir gewesen sein. ;)
Cosima (19.01.2022, 21:01): Eine der wunderbarsten Klavieraufnahmen - nicht nur Rachmaninov betreffend - in meiner Sammlung überhaupt. Sergio Fiorentino ist mit der 1. Klaviersonate auch fantastisch, aber Lugansky thront hier IMO ganz einsam über allen anderen, die ich so gehört habe. Vor allem eben mit 1. Sonate op. 28, die überhaupt ein herrliches Werk ist. Die Aufnahme ist aus 2012, der Klavierklang ist toll eingefangen.
Luganskys Klavierspiel ist leidenschaftlich, aber stets kontrolliert. Es klingt mühelos und farbig, sein Ton ist voll und immer ästhetisch. Die leisen Passagen spielt er sensibel, alles wirkt sehr edel und harmoniert herrlich mit dem Charakter des Werkes.
Eine ganz große Aufnahme! :down :down :down
michael74 (19.01.2022, 22:18): Es streamt :
The British Projekt Mirga Gražinytė-Tyla
Gruss Michael
Cetay (19.01.2022, 23:43):
Johann Sebastian Bach - Brandenburger Konzerte Nr. 1, 2 & 6 (Rekonstruktion: Thurston Dart) ASMF, Neville Marriner
Hier wird knapp erklaert, was es mit diesen "Rekonstruktionen" auf sich hat. Aufnahmen von 1971.
Cetay (20.01.2022, 00:52):
Johann Sebastian Bach - Das Wohltemeprierte Klavier I, BWV 846–893 (Live)
Daraus hoere ich eine Auswahl, bis die Arbeit ruft. Diese Live-Aufnahme wurde vor Jarretts Studioeinspielung gemacht, aber erst 32 Jahre spaeter veroeffentlicht. Weiss der Greifvogel, wieso. Das gefaellt mir sehr gut, da bin ich sofort "drin".
Philidor (20.01.2022, 19:46): Heute reicht es leider nur für ein Streichquartett. Aber was heißt da schon "nur" ...
Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 8 c-Moll op. 110 (1960)
Brodsky Quartet
Ein Ausnahmewerk. Diese Qualität hat er m. E. leider nicht in allen seinen Quartetten erreicht. Wahnsinnsmusik.
Gruß Philidor
:hello
Cetay (21.01.2022, 02:20):
Johann Sebastian Bach - Magnificat BWV 243 / Antonio Vivaldi - Gloria RV 589 Barbara Hendricks, Ann Murray, Jean Rigby, Uwe Heilmann, Jorma Hynninen, ASMF, Neville Marriner
Was fuer personliche* Musik! (*gemeint ist eigentich herrlich, aber das waere genderneusprechtechnisch zweifelhaft, denke ich.)
tapeesa (21.01.2022, 04:13): Fantasia - Lute music from the early 16th century Martin Shepherd
Philidor (21.01.2022, 07:56): herrlich, aber das waere genderneusprechtechnisch zweifelhaft :down
Du könntest stattdessen ja von einer eindringlichen Hörerfahrung sprechen.
Gruß Philidor
:hello
Leonardo (21.01.2022, 11:25): Toivo Kuula:
Klaviertrio op. 7
Kuusisto, Gustafsson, Jumppanen
(Ondine, 1999, Kuhmo Arts Centre, live)
Philidor (21.01.2022, 18:59): Hier nochmal Liszt.
Franz Liszt
Funérailles Sonate h-Moll Nuages gris Klavierstück fis-Moll En rêve R. W. Venezia
Alfred Brendel, Klavier Aufnahme 1991
Barere, Gilels, Brendel, dreimal Liszt h-Moll, drei völlig verschiedene Darstellungen.
Ein- und dieselben Symbole, drei verschiedene Semantiken.
Wäre einer der drei Pianisten so geistig eng, seiner den Symbolen simultan extrahierten und auferlegten Semantik die Einzigkeit zuzusprechen? Ich glaube, nein.
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (21.01.2022, 19:27): Heitor Villa-Lobos - Choral Transcriptions São Paulo Symphony Choir, Valentina Peleggi
Amonasro (21.01.2022, 21:08):
Alfredo Catalani/Luigi Illica: La Wally
Wally - Renata Tebaldi Giuseppe Hagenbach - Mario Del Monaco Vincenzo Gellner - Piero Cappucilli Stromminger - Justino Diaz Walter - Lydia Marimpietri Afra - Stefania Malagù Il pedone - Alfredo Mariotti
Coro Lirico di Torino L'Orchestre National de L'Opéra de Monte Carlo, Fausto Cleva
Gruß Amonasro
Cetay (22.01.2022, 03:40):
Olivier Messiaen - Quatuor pour la fin du temps Ensemble Walter Boeykens
Leonardo (22.01.2022, 13:59): Jean Sibelius:
Lemminkäinen-Legenden op. 22
Nächtlicher Ritt und Sonnenaufgang op. 55
Toronto Symphony Orchestra,
Jukka-Pekka Saraste, Ltg.
(Warner, 9/1998, Massey Hall, Toronto, CA)
tapeesa (22.01.2022, 14:29): Marin Marais - Sémélé; Libretto: Antoine Houdar de la Motte
Sémélé - Shannon Mercer Dorine - Bénédicte Tauran La Grande Prêtresse de Bacchus - Jaël Azzaretti Junon - Hjördis Thébault Adraste - Anders J. Dahlin Jupiter - Thomas Dolié Mercure - Lisandro Abadie Cadmus, Le Grand Prêtre de Bacchus - Marc Labonnette
Simon Höfele hat einen sehr schönen, vollen und runden Trompetenklang. Das Zusammenspiel mit den BBC-Orchestern ist in allen Stücken ausgezeichnet. Hier gibt es wirklich nichts auszusetzen.
L.
Philidor (22.01.2022, 17:46): Hier wieder Nordisches.
Vagn Holmboe: Streichquartett Nr. 6 (1961)
The Kontra Quartet
Hm. Nr. 5 fand ich auf Anhieb stärker. - Dass da kein falscher Zungenschlag reinkommt: Ich wäre der glücklichste Mensch, würde ich ein Quartett wie dieses schreiben können. Andererseits muss ich kein Huhn sein, um ein faules Ei zu erkennen.
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (22.01.2022, 21:06): Richard Wagner - Siegfried, 1. Akt
Siegfried - Wolfgang Windgassen Brünnhilde - Birgit Nilsson Der Wanderer - Hans Hotter Mime - Gerhard Stolze Alberich - Gustav Neidlinger Fafner - Kurt Böhme Erda - Marga Höffgen Der Waldvogel - Joan Sutherland
Wiener Philharmoniker, Georg Solti
(Auch hier vom Weigle-Dirigat nochmal umgewechselt.)
Leonardo (22.01.2022, 21:28): Jean Sibelius:
En Saga op. 9
Die Okeaniden op. 73
König Christian II. - Suite op. 27
BBC National Orchestra of Wales,
Thomas Sondergard, Ltg.
(Linn, 2017)
Amonasro (22.01.2022, 23:29):
Giuseppe Verdi/Francesco Maria Piave: Ernani
Ernani - Carlo Bergonzi Donna Elvira - Leontyne Price Don Carlo - Mario Sereni Don Ruy Gomez de Silva - Ezio Flagello Don Riccardo - Fernando Iacopucci Iago - Hartje Mueller Giovanna - Julia Hamari
RCA Italiana Opera Orchestra and Chorus, Thomas Schippers
Feuriges Dirigat, luxuriöse Stimmen - so macht der frühe Verdi Spaß.
Gruß Amonasro
Cetay (22.01.2022, 23:38): Richard Wagner - Siegfried, 1. Akt Wiener Philharmoniker, Georg Solti
(Auch hier vom Weigle-Dirigat nochmal umgewechselt.) Da bin ich beim Erringen (nach wie vor mit Neuhold als Sherpa) auch angelangt. Solti kommt mir allerdings nicht in die Ohren. :P
Hier jetzt wieder das Quatuor, mit dem Komponisten selbst Hand anlegend. Authentischer geht es kaum:
Olivier Messiaen - Quatuor pour la fin de temps Jean Pasquier, Etienne Pasquier, André Vacellier, Olivier Messiaen,
Cetay (23.01.2022, 01:40): Hier jetzt wieder das Quatuor, mit dem Komponisten selbst Hand anlegend. Authentischer geht es kaum. Spannend. Im Vergleich mit Boyekens ist das beinahe ein anderes Werk. Die vertrackte Rhythmik, die Dissonanzen und die unkoordiniert erscheinenden Stimmen im ersten Satz werden bei Boyekens ueberspielt, waehrend sie bei der alten Aufnahme mechanisch kalt gezeigt werden. Die Melancholie, oft hart an der Grenze zur Sentimentalitaet, die in einigen langsamen Saetzen zu herrschen scheint, gibt es beim "Original" nicht. Ganz im Sinne des Schoepfers: es reicht aus, die Musik, die Noten und die genauen Werte zu spielen und die angegebene Dynamik genau zu befolgen. (Classical Notes - wie immer, wenn sich diese Seite eines Werkes annimmt, bleiben kaum Fragen offen.) Wobei er dann wieder relativiert: Sie sollten also das Gefühl für die rhythmischen Werte im Kopf behalten, nicht mehr. Scheuen Sie sich nicht, die Dynamik zu übertreiben, die Accelerandi, die Ritardandi, alles, was eine Interpretation lebendig und empfindsam macht. Vor allem die Mitte des "Abbys of the Birds" sollte fantasievoll sein (dieselbe Quelle). Spannend ist auch, dass bei der Besprechung der Aufnahme mit dem Komponisten zahlreiche, zum Teil eklatante Abweichungen von den Vorgaben der Partitur gefunden werden. Solche Beispiele sollte man den Notenwedlern, die Aufnahmen, welche nicht 'partiturtreu' sind, per se abqualifizieren, immer wieder hinter die Ohren kritzeln.
Cetay (23.01.2022, 01:52):
Kimmig-Studer-Zimmerlein - Im Hellen (Streichtrio) Harald Kimmig (Violine), Daniel Studer (Kontrabass), Alfred Zimmerlin (Violoncello)
Man kann darueber streiten, ob diese Musik 'klassisch' ist oder nicht doch etwas fuers Nebenzimmer. Komposition und Auffuehrung finden im selben Augenblick statt und eine Partitur existiert nicht. Ich mache es am Ergebnis fest. Das ist Klassische Avantgarde wie sie klassischer kaum klingen koennte. Aufregender Stoff! 8o
Leonardo (23.01.2022, 12:48): Jean Sibelius:
Sinfonien Nr. 4 und 5
Japan Philharmonic Symphony Orchestra,
Akeo Watanabe, Ltg.
(Denon, 1981)
Sehr hörenswert.
L.
Amonasro (23.01.2022, 12:49):
E. T. A. Hoffmann:
Das Kreuz an der Ostsee (Bühnenmusik) Arlequin (Ballett) Der Trank der Unsterblichkeit (Ouvertüre) Liebe und Eifersucht (Ouvertüre)
Deutsche Kammerakademie Neuss, Johannes Goritzki
Gruß Amonasro
Philidor (23.01.2022, 13:12): Nach der Bach-Busoni-Chaconne mit ABM (Salzburg live 1965) und einer versengenden Fantasia contrappuntistica mit John Ogdon strömt gerade dieses ein:
Claude Debussy: Préludes (livre I)
Alain Planès, Klavier (Bechstein 1897)
Gruß Philidor
:hello
Cetay (24.01.2022, 01:31):
Wolfgang Amadeus Mozart - Konzert fuer Floete und Harfe C-Dur, K 299 & Sinfonia Concertante Es-Dur, K. 297b Johannes Walter (Floete), Jutta Zoff (Harfe), Alfred Tolksdorf (Oboe), Karl Schutte (Klarinette), Günter Schaffrath (Horn), Heinz Wappler (Fagott), Staatskapelle Dresden, Otmar Suitner
Die hier bei diesen vermeintlich 'leichteren' Mozart-Werken erreichte 'natuerliche Gewichtigkeit' ist bewundernswert.
Cetay (24.01.2022, 02:29):
Olivier Messiaen - Quatuor pour la fin de temps Tashi Peter Serkin (Klavier), Ida Kavafian (Violine), Fred Sherry (Violoncello), Richard Stoltzman (Klarinette)
Volltreffer!
Dank an Amonasro und Philidor, Messiaen im Triple-3er wieder ins Gedaechtnis gerufen zu haben.
tapeesa (24.01.2022, 11:42): Solti kommt mir allerdings nicht in die Ohren. Solti ist mein Lieblingsdirigent. Mochte den ersten Siegfried-Teil unter seinem Dirigat auch. Die Mime-Passagen, hier von Gerhard Stolze gesungen, fand ich am besten. _____
Dmitri Shostakovich - Filmmusik Hamlet, King Lear, Goldene Berge, u. a. Rundfunkchor Berlin, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Michail Jurowski, Leonid Grin
Philidor (24.01.2022, 12:01): Solti kommt mir allerdings nicht in die Ohren. Im "Siegfried" und in der "GöDä" finde ich Solti richtig gut! Bekenne allerdings, bisweilen Probleme mit seinen Wiedergaben zu haben ...
... hier wieder mittagspäuslich Gekratze:
Giacinto Scelsi: Streichquartett Nr. 2 (1961)
Arditti String Quartet
Versuch über einen Ton. (Na ja, nicht ganz ... ;) )
Gruß Philidor
:hello
Leonardo (24.01.2022, 12:58): Ich kann ehrlich gesagt gar nicht verstehen, wie Solti jemandes Lieblingsdirigent sein kann. Er war einfach nur total mittelmässig.
Im Vergleich zu Fritz Reiner war er jedenfalls gar nichts.
Das steht fest.
L.
Amonasro (24.01.2022, 13:35): Der Solti-Ring ist auch mein Favorit. Der 1. Siegfried-Akt gehört gerade auch wegen dem schon von tapeesa gelobten herrlich überdrehten Mime von Gerhard Stolze zu den Höhepunkten dieses Rings. Soltis Interpretation ist zuweilen sehr plakativ, aber ich gebe zu, dass mir das sogar gefällt.
Bei mir heute auch wieder Wagner:
Richard Wagner: Die Walküre
Brünnhilde - Birgit Nilsson Siegmund - Jon Vickers Hunding - David Ward Wotan - George London Sieglinde - Gré Brouwenstijn Fricka - Rita Gorr Gerhilde - Marie Collier Helmwige - Judith Pierce Waltraute - Margreta Elkins Schwertleite - Joan Edwards Ortlinde - Julia Malyon Siegrune - Noreen Berry Grimgerde - Maureen Guy Roßweiße - Josephine Veasey
London Symphony Orchestra, Erich Leinsdorf
Gruß Amonasro :hello
Philidor (24.01.2022, 13:38): London Symphony Orchestra, Erich Leinsdorf Sehr schön! Die perfekte Ergänzung zum Solti-Ring, wegen des in die Jahre gekommenen Hotter, auch wenn Leinsdorf das Ganze doch irgendwie in Richtung "Grand Opéra" dreht ... alternativ gäbe es freilich noch das Bühnendebüt der Varnay, Leinsdorf 6. Dezember 1941 ... bis auf ein paar Striche und die Tonqualität meine ultimative Walküre ...
tapeesa (24.01.2022, 13:59): Ich kann ehrlich gesagt gar nicht verstehen, wie Solti jemandes Lieblingsdirigent sein kann. Er war einfach nur total mittelmässig. Ganz einfach: ich mag Mittelmäßiges :D
Ernsthaft, mögen ist für mich etwas letztendlich nicht rational Erklärbares. Ich schrieb ja "Lieblingsdirigent" und nicht "der / die Beste". Etwas mit Ecken und Kanten, Schrammen und Schwächen finde ich oft liebenswerter, als "das Tollste vom Tollsten".
Zum Leistungsvergleich kann ich nichts sagen. So bewandert bin ich da nicht.
tapeesa (24.01.2022, 22:10): Es wird. Weniger "Einlassen" ist in meinem Fall echt mehr. Kein Rausch, aber Flow-Erleben. Ist sehr schön.
Orchestra of the Metropolitan Opera House, Erich Leinsdorf Ups ... die gibt's auch ... danke für den Hinweis! Vom 30. März 1940 aus Boston ...
Ich meinte diese:
tapeesa (24.01.2022, 22:41): ... danke für den Hinweis! Vom 30. März 1940 aus Boston ... + die von Bruno Walter begonnene Aufnahme in Wien 1935. Mit den noch nicht emigrierten Lehmann, Melchior und List.
Cetay (25.01.2022, 01:20):
Charles Ives - 3 Places in New England / Carl Ruggles - Sun-treader Boston SO, Michael Tilson Thomas
Cetay (25.01.2022, 02:41):
Carl Ruggles - Premiere Recordings: Evocations, Lilacs & Portals John Kirkpatrick (Klavier), Juilliard String Orchestra
Philidor (25.01.2022, 12:14): Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll, aber dass es hier ums Ganze geht, ist klar ...
Mieczysław Weinberg: Streichquartett Nr. 9 fis-Moll op. 80 (1963)
Quatuor Danel
Gruß Philidor
:hello
Amonasro (25.01.2022, 15:45): das Bühnendebüt der Varnay, Leinsdorf 6. Dezember 1941 ... bis auf ein paar Striche und die Tonqualität meine ultimative Walküre ... Die genannte Aufnahme kenne ich zwar nicht, kenne Varnay aber aus dem Krauss-Ring. Und da gefällt sie mir sehr, vor allem im 3. Walküre-Akt mit Hotters jüngerem Wotan.
Heute:
Franz Schubert:
Klaviersonate in B-Dur D 960 Allegretto in c-Moll D 915 Drei Klavierstücke D 946
Maurizio Pollini (Klavier)
Gruß Amonasro
Philidor (25.01.2022, 16:53): Die genannte Aufnahme kenne ich zwar nicht, kenne Varnay aber aus dem Krauss-Ring. Und da gefällt sie mir sehr, vor allem im 3. Walküre-Akt mit Hotters jüngerem Wotan. Als Brünnhilde gefällt sie mir auch sehr gut durch ihre ungeheure Intensität! Im Debüt von 1941 singt sie die Sieglinde.
Hier tätige Reue:
Henryk Wienawski: Violinkonzert Nr. 1 fis-Moll op. 14
Gil Shaham, Violine London Symphony Orchestra Lawrence Foster
Leidenschaftliche Sache. Und die Violine zeigt sich von der spektakulärsten Seite. - Dass Mendelssohns Gattungsbeitrag häufiger auf den Programmen steht, verstehe ich im Rahmen des nach einmaligem Hören Möglichen so ungefähr. Dass dies auch für Bruchs erstes Vlk gilt, verstehe ich noch nicht.
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (25.01.2022, 19:49): Ich kann ehrlich gesagt gar nicht verstehen, wie Solti jemandes Lieblingsdirigent sein kann. Er war einfach nur total mittelmässig. Deine Meinung in allen Ehren, mein Trompetenlehrer hat die komplette Solti-Zeit in Frankfurt als Solo-Trompeter erlebt, er würde Dir das bestimmt kompetent versuchen zu erklären, dass er sicher sehr speziell, aber bestimmt alles andere als "mittelmäßig" war. Seine Einspielungen, von denen, wie bei anderen Dirigenten auch, natürlich nicht alle rundherum gelungen sind, sprechen aber doch für sich.
Ich kann mit seiner wuchtigen Art auch nicht immer etwas anfangen, aber Teile seines Mahlers, Bruckners, Wagner (ich bin alles andere als ein Kenner der Musik R.Wagners, aber sein "Ring" ist legendär geworden. Bestimmt mit Schwächen, aber die gab es bei Karajan, Böhm oder Sawallisch auch), Bartok , Richard Strauss...
Seine Mahler-Fünfte fand und finde ich nach wie vor als absolut umwerfend gelungen (mit Bud Herseth an der Solo-Trompete, DEM Trompeter des CSO überhaupt). Dagegen waren die Einspielungen von Barenboim Frühstücksmusik gewesen.
Im Vergleich zu Fritz Reiner war er jedenfalls gar nichts. Was macht denn, Deiner bescheidenen Meinung nach, Reiner zu einem Dirigenten, dass er Solti zum "Nichts" degradiert? Um es gleich vorneweg zu schreiben, ich bin kein Reiner-Gegner oder Spezialist, seinen Richard Strauss finde ich auch ganz hervorragend, das könnte man auch von Szell, Karajan oder Szell sagen. Kempe, den wir da nicht vergessen wollen. Ein sehr unterschätzter Dirigent, der Herr Kempe. Mal so nebenbei erwähnt. Doch um den geht es gerade nicht.
Bringst Du Argumente, oder haust Du wieder Floskeln raus, die so "vielsagend" sind, wie der Wetterbericht für die kommende Woche?
Leonardo (25.01.2022, 20:27): Was soll ich dazu jetzt schreiben? Wenn ich meine Meinung zu Solti hätte begründen wollen, dann hätte ich das auch getan. Wollte und will ich aber nicht.
Und wenn mir jemand so blöd kommt wie Du, dann habe ich sowieso keine Lust mehr.
In diesem Sinne,
L.
Sfantu (25.01.2022, 20:42): Bitte auf beiden Seiten auf kleine Flammen justieren und sachlich bleiben. Aber ja - auch mich würde interessieren: was macht Solti so nichtssagend und Reiner so herausragend? Konkrete Beispiele gäben jedem die Chance, nachzuhören und gegebenenfalls nachzuvollziehen. Wobei am Ende noch der persönliche Geschmack seine nicht unwesentlichen Rechte einfordert... es bleibt schwierig.
tapeesa (25.01.2022, 21:53): Richard Wagner - Die Walküre, 3. Akt
Siegmund - Frank van Aken Hunding - Ain Anger Wotan - Terje Stensvold Sieglinde - Eva-Maria Westbroek Brünnhilde - Susan Bullock Fricka - Martina Dike Gerhilde - Anja Fidelia Ulrich; Ortlinde - Mona Somm; Waltraute - Eve-Maud Hubeaux; Schwertleite - Bernadett Fodor; Helmwige - Christiane Kohl; Siegrune - Lisa Wedekind; Grimgerde - Tanja Ariane Baumgartner; Rossweiße - Monika Bohinec
Frankfurter Opern- und Museumsorchester, Sebastian Weigle
Cetay (25.01.2022, 23:06):
Kalevi Aho - Doppelkonzert fuer Englischhorn und Harfe Dimiti Mestdag (Englischhorn), Anneleen Lenaerts (Harfe), Antwerp Symphony Orchestra, Olari Elts
Leonardo (25.01.2022, 23:26): Wobei am Ende noch der persönliche Geschmack seine nicht unwesentlichen Rechte einfordert... So ist es. Und dabei will ich es auch belassen. Die Interpretationen Soltis entsprechen i.d.R. nicht meinem Geschmack. Die Bezeichnung "mittelmäßig" bezieht sich demnach auf Soltis Interpretationen und nicht auf die technische bzw. instrumentale oder orchestrale Seite. Dies zur Klarstellung.
L.
tapeesa (26.01.2022, 11:07): Konkreter zu benennen, was ich an Soltis Interpretationen schätze, ist schwierig. Bei der jetzt gehörten Aufnahme: eine starke Präsenz, bis in die leisen Töne und vor allem klare Position, klar konturiert, Eindeutigkeit. Episch fällt mir zu Solti noch ein - ja, mag ich. Mit plakativ in dem Zusammenhang kann ich auch etwas anfangen.
Béla Bartók - 1. Klavierkonzert, BB 91; Vladimir Ashkenazy, Klavier London Philharmonic Orchestra, Sir Georg Solti - Sonate für 2 Klaviere und Schlagwerk, BB 115 Vladimir Ashkenazy & Vovka Ashkenazy, Klavier; David Corkhill & Andrew Smith, Schlagwerk
Leonardo (26.01.2022, 11:58): Ja, etwas plakatives würde ich Solti auf jeden Fall unterstellen. Und das ist eben nicht mein Fall. Besonders nicht bei Bruckner und Mahler.
Aber eine Aufnahme mit Ihm, die ich auf keinen Fall missen möchte, ist diese:
Diese 1965er Aufnahme des Bartokschen Konzerts für Orchester mit dem London Symphony Orchestra muss man zu den bedeutenden Aufnahmen des Werks zählen. Hier kommt einiges zusammen: Das LSO und Solti auf ihrem künstlerischen Höhepunkt und eine Decca-Sternstunde von John Culshaw und Kenneth Wilkinson aus der hervorragenden Londoner Kingsway Hall.
Gruß,
L.
Philidor (26.01.2022, 12:26): Ja, etwas plakatives würde ich Solti auf jeden Fall unterstellen. Und das ist eben nicht mein Fall. Besonders nicht bei Bruckner und Mahler.
Aber eine Aufnahme mit Ihm, die ich auf keinen Fall missen möchte, ist diese:
Diese 1965er Aufnahme des Bartokschen Konzerts für Orchester mit dem London Symphony Orchestra muss man zu den bedeutenden Aufnahmen des Werks zählen. Hier kommt einiges zusammen: Das LSO und Solti auf ihrem künstlerischen Höhepunkt und eine Decca-Sternstunde von John Culshaw und Kenneth Wilkinson aus der hervorragenden Londoner Kingsway Hall.
Gruß, L. Bezüglich dieser Aufnahme gehe ich voll mit! Aus meiner SIcht ist die sogar besser gelungen als das Remake in Chicago.
Solti ... lässt es vielleicht manchmal zu sehr krachen. Soltis Mahler geht nicht immer so an mich, auch nicht in der 5., 6. und 8. Trotz Bud Herseth, der unter schlechteren Dirigenten vermutlich auch nicht schlechter gespielt hätte.
Ich kann mich spontan an keinen langsamen Satz erinnern, egal bei welchem Komponisten, der mich bei Solti begeistert hätte.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (26.01.2022, 12:28): ... hier wieder Mittagspäusliches:
Giacinto Scelsi: Streichquartett Nr. 3 (1961)
Arditti String Quartet
Gewisse Gemeinsamkeiten mit dem zweiten Quartett von Chelsea Scelsi sind m. E. nicht zu überhören.
Gruß Philidor
:hello
palestrina (26.01.2022, 12:43): Stückwerk, der 3. Walküren-Teil nun unter Weigle. Auf jpc ist von "kontrastreicher Palette zwischen lyrischen Stimmungen und grellen Attacken" die Rede (Olga Lappo-Danilewski, Giessener Allgemeine Zeitung). Ja. Weniger Schmelztiegel. Die Walküren bewegen sich deutlich auf einer anderen Ebene, abgegrenzter, sind nicht vermenschlicht. Ein hohes Spannungsgefüge bleibt, wie ein Schirmgerüst. (Alles spontane Assoziationen, unter Vorbehalt.) Hier funktioniert dann auch sich auf etwas Fließendes einlassen können wieder.
Richard Wagner - Die Walküre, 3. Akt
Siegmund - Frank van Aken Hunding - Ain Anger Wotan - Terje Stensvold Sieglinde - Eva-Maria Westbroek Brünnhilde - Susan Bullock Fricka - Martina Dike Gerhilde - Anja Fidelia Ulrich; Ortlinde - Mona Somm; Waltraute - Eve-Maud Hubeaux; Schwertleite - Bernadett Fodor; Helmwige - Christiane Kohl; Siegrune - Lisa Wedekind; Grimgerde - Tanja Ariane Baumgartner; Rossweiße - Monika Bohinec
Frankfurter Opern- und Museumsorchester, Sebastian Weigle Diese Walküre habe ich 7x gesehen und den ganzen Ring 3x ! :)
Was an der Walküre unglaublich schön war, das Liebespaar Siegmund und Sieglinde sind im wahren Leben ja ein Ehepar und das bemerkte man mit viel Freude. Wer es nicht wusste konnte feststellen, oha die küssen sich ja wirklich! ^^
LG Fiesco
Cosima (26.01.2022, 18:22): Tolle Brahms-Interpretationen von Evgeni Koroliov. Sehr beseeltes und konzentriertes Klavierspiel, wie immer bei Koroliov transparent und mit herrlichem Klang. Ich liebe auch, wie klar und fein er die Details herausarbeitet und gestaltet, jedoch nie den Überblick über das Ganze vernachlässigt. Ein so großartiger wie bescheidener Pianist. :down :down :down
@palestrina - :hello Hast du den Ring in Frankfurt auch live gesehen? / edit - ups, ja, sicher, wenn du mit mehreren das Küssen gesehen hast, vermutlich nicht gemeinsamer DVD-Abend. Das Liebesverbot hast du auch live gesehen, oder? Dafür habe ich dich beneidet. Hätte ich auch gerne.
Cosima (26.01.2022, 20:46): Zu Solti: Nach einigen Ausmist-Aktionen hat es sich ergeben, dass bei mir nur noch eine Aufnahme mit diesem Dirigenten (nämlich aus 1958) übrig geblieben ist. Aber diese eine hat es in sich, die ist überragend in jeder Hinsicht: Katchens leidenschaftliches Klavierspiel wird vielleicht nur von Richter in diesem Werk überboten, das Zusammenspiel mit dem Orchester ist perfekt, die Klangqualität wirklich fantastisch.
tapeesa (26.01.2022, 21:38): Gut, war ein Versuch um Klarheit zu haben. @Nicolas_Aine würdest du bitte, wenn es passt meinen Account löschen. An so etwas habe ich kein Interesse, weil die einzige Wahl, die mir bleibt Ignoranz ist oder sich etwas beugen, was ich gar nicht will. Ich schreibe dich, Nicolas, vielleicht nochmal direkt an. Aber dann wissen die anderen hier auch Bescheid.
In Summe damit, dass man hier kaum sagen darf, welche Dirigenten man schätzt, geschweige denn tiefere Diskussionen möglich sind und so ein Superlativismus herrscht, von sich gegenseitig übertrumpfen. Nee, ehrlich nicht.
Maurice inaktiv (26.01.2022, 21:45): Und wenn mir jemand so blöd kommt wie Du, dann habe ich sowieso keine Lust mehr. Das ist genau Deine Antwort bei JEDEM hier im Forum, der schlicht und einfach nur nachfragt - und zwar höflich, ohne Dich blöde von der Seite anzumachen - was Dich zu Deiner völlig wertfreien Äußerung getrieben hat. Und dann kommt eine derart pampige Antwort, dass hier niemand mehr mit Dir versuchen wird zu kommunizieren. Für was bist Du denn überhaupt in einem Forum angemeldet, wenn Du am Ende nur Leute beleidigst ? Sorry, aber so kannst Du von mir aus Zuhause mit Deinen Leuten umgehen, mir kommst Du damit genau richtig. Solche ahnungslose User machen ein Forum nicht zu dem, was es sein sollte - einen Austausch und auch einen Austausch, warum jemand etwas mag und warum eben nicht.
Sorry, aber sowas lasse ich mir von Dummschreibern nicht gefallen. Hier nicht und im wahren Leben auch nicht.
Maurice inaktiv (26.01.2022, 21:51): Gut, war ein Versuch um Klarheit zu haben. @Nicolas_Aine würdest du bitte, wenn es passt meinen Account löschen.
An so etwas habe ich kein Interesse, weil die einzige Wahl, die mir bleibt Ignoranz ist oder sich etwas beugen, was ich gar nicht will.
In Summe damit, dass man hier kaum sagen darf, welche Dirigenten man schätzt, geschweige denn tiefere Diskussionen möglich sind und so ein Superlativismus herrscht, von sich gegenseitig übertrumpfen. Nee, ehrlich nicht. Das finde ich sehr bedauerlich, kann es aber verstehen. Ich kann auch nicht verstehen, dass man Äußerungen hier stehen lässt, "beide Seiten" anmahnt, aber EINER hier nur pampig geworden ist. Ich weiß, warum ich mich hier kaum noch zu Wort melde. Irgend jemand schafft es einfach nicht, an sich selbst Mindestansprüche des Anstands zu stellen und sich entsprechend zu verhalten. Ein Trauerspiel, und vermutlich nicht das letzte Mal. Ich bin hier raus für die nächste Zeit.
Alles Gute, Tapeesa.
Leonardo (26.01.2022, 22:23): Es ist wirklich eine Unverschämtheit, was Du hier von Dir gibst.
Du gehörst wirklich zu den Leuten, die immer den Splitter im Auge der anderen sehen, aber nie den Balken im eigenen.
Mich hier als Dummschreiber zu bezeichnen ist unfassbar und eine Beleidigung sondergleichen.
Dafür verlange ich eine Entschuldigung und eine Abmahnung Deiner Person.
L.
tapeesa (27.01.2022, 00:00): @Maurice - ich sehe das ähnlich wie du - es ist vor allem strukturell für mich mittlerweile ein no go. Da sind dann doch unüberbrückbare Differenzen und ich sehe keine Vertrauensbasis mehr. Den Austausch habe ich sehr geschätzt, trotz trouble. Und Leonardo - auch mit dir, das wäre für mich klärbar gewesen. Aber die Forenlage hat sich so verändert, das geht dann nicht mehr. Entwertung auf diese Art, nicht im Affekt, da ist bei mir echt Ende. Wenn das die Leitung anders sieht - bitte - aber ich sollte dann gehen.
Dass viele Frauen außerhalb der klassischen Musik Musik machen - das sehe ich übrigens auch so. Viele entscheiden sich bewusst dagegen. Bis hin auch zu die Strukturen in der Klassikwelt zerstören zu wollen. Ich denke, ich habe es unterschätzt.
Maurice inaktiv (27.01.2022, 09:37): ich sehe das ähnlich wie du - es ist vor allem strukturell für mich mittlerweile ein no go. Da sind dann doch unüberbrückbare Differenzen und ich sehe keine Vertrauensbasis mehr. Den Austausch habe ich sehr geschätzt, trotz trouble. Und Leonardo - auch mit dir, das wäre für mich klärbar gewesen. Aber die Forenlage hat sich so verändert, das geht dann nicht mehr. Entwertung auf diese Art, nicht im Affekt, da ist bei mir echt Ende. Wenn das die Leitung anders sieht - bitte - aber ich sollte dann gehen. Volle Zustimmung !!
Dass viele Frauen außerhalb der klassischen Musik Musik machen - das sehe ich übrigens auch so. Viele entscheiden sich bewusst dagegen. Bis hin auch zu die Strukturen in der Klassikwelt zerstören zu wollen. Nun, Frauen haben schon immer Musik gemacht. In Zeiten der Kaiser und Könige bis in die höchsten ränge hinauf. Im Jazz bereits Anfang des 20.Jahrhunderts, auch wenn man nur wenige Namen heute noch kennt. Im Regelfall als Sängerin oder Pianistin. In New Orleans waren es sogar drei Frauen, die Klavier spielten: Lil Hardin, später die Frau von Louis Armstrong, Jeanette Salvant, später die Frau von Narvin Kimball, die beide auch sehr alt wurden. Narvin verstarb tragisch in den Fluten des Hurricans "Katrina" im Alter von 97 Jahren und "Sweet" Emma Barrett, die trotz Schlaganfalls noch bis zum Ende Klavier spielte. Sie wurde 85 Jahre alt.
In der Klassik sind sie doch inzwischen auf vielen Instrumenten vertreten. Nur an der Tuba sind kaum Frauen zu finden.
palestrina (27.01.2022, 10:35): Hast du den Ring in Frankfurt auch live gesehen? / edit - ups, ja, sicher, wenn du mit mehreren das Küssen gesehen hast, vermutlich nicht gemeinsamer DVD-Abend. Das Liebesverbot hast du auch live gesehen, oder? Dafür habe ich dich beneidet. Hätte ich auch gerne. Hallo tapesa, ich habe 45 Jahre in Franfurt gelebt, ich habe ALLE Produktionen im Opernhaus gesehen und die ersten 20 Jahre auch im Staatstheater Darmstadt. Es gab Jahre da bin ich fast jeden Abend in die Oper, ausser Dienstag da war zu :D . Später wurde es weniger weil ich oft bis 20h arbeiten musste, aber Gottseidank waren die Premieren immer Sonntags! Zum Liebesverbot ist zu sagen, auch die Feen und Rienzi waren konzertante Aufführungen in der Alten Oper, aber gerade diese Aufführungen waren immer sehr gut besetzt und es gab sie jedes Jahr, waren auch fast immer Raritäten!
LG palestrina
tapeesa (27.01.2022, 12:57): ich habe 45 Jahre in Franfurt gelebt, ich habe ALLE Produktionen im Opernhaus gesehen und die ersten 20 Jahre auch im Staatstheater Darmstadt. Es gab Jahre da bin ich fast jeden Abend in die Oper, ausser Dienstag da war zu . Hört sich schön an.
Nun, Frauen haben schon immer Musik gemacht. Ja, das weiß ich :)
Darum ging es mir nicht. Dass zunehmend auch Frauen in der Klassik, in verschiedensten Rollen, vertreten sind ist auch klar. Mir ging es darum, dass die Strukturen der Klassikwelt trotzdem bei Vielen in der Kritik stehen und es auch Frauen (und Männer) gibt, die das ablehnen oder gar bekämpfen, zerstören wollen oder sich bewusst dagegen entscheiden in dem Rahmen Musik zu machen.
Das nur am Rande. Das möchte ich hier jetzt nicht diskutieren. ____
Hatte noch was geschrieben, aber hier ist wohl gänzlich was zu Bruch gegangen erstmal.
Philidor (27.01.2022, 17:12): Das mittagspäusliche Streichquartett findet heute erst am Abend statt.
Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 9 Es-Dur op. 117 (1964)
Brodsky Quartet
Dieses Quartett hatte ich gar nixht auf dem Schirm. Was für eine wahnwitzige Musik - irre.
Gruß Philidor
:hello
Cosima (27.01.2022, 18:53): Mir ging es darum, dass die Strukturen der Klassikwelt trotzdem bei Vielen in der Kritik stehen und es auch Frauen (und Männer) gibt, die das ablehnen oder gar bekämpfen, zerstören wollen oder sich bewusst dagegen entscheiden in dem Rahmen Musik zu machen. Das wird langsam abstrus hier. Es mag ja sein, dass es irgendwelche „Strukturen in der Klassikwelt“ gibt, von denen nur Du oder sonstige Eingeweihte wissen, aber was genau haben die mit Deinen Befindlichkeiten jetzt in diesem Moment zu tun? Apropos „bekämpfen“: Selbstverständlich ist es weltweit noch nicht allzu rosig um die Gleichberechtigung der Frau bestellt. Das weiß jeder, der auch nur einigermaßen mit offenen Augen durch die Welt geht. Aber auch das hat nichts mit Deinen Animositäten hier gerade zu tun.
Ich kann generell mit einer solchen weiblichen "Opfermentalität" nichts anfangen.
Ansonsten höre ich gerade Koroliov mit Bach, weil die CD heute bei mir eingetroffen ist.
Amonasro (27.01.2022, 23:11):
Giuseppe Verdi/Antonio Ghislanzoni: Aida
Aida - Renata Tebaldi Amneris - Ebe Stignani Radamès - Mario Del Monaco Amonasro - Aldo Protti Ramfis - Dario Caselli Il Re - Fernando Corena Un messaggero - Piero De Palma Una sacerdotessa - Suzanne Danco
Coro e orchestra dell'Accademia di Santa Cecilia, Roma; Alberto Erede 1952
Diese Aufnahme lohnt vor allem wegen Tebaldi, die ihre Aida in der späteren Karajan-Aufnahme nicht nur an stimmlichen Mitteln übertrifft, sondern vor allem auch dramatisch involvierter klingt, wovon insbesondere die Konfrontationen des 3. Akts profitieren. Del Monacos Herangehensweise ist wie immer sehr brachial, wobei ich schon schlimmeres von ihm gehört habe. Der Rest kann aber nicht an die spätere Aufnahme heranreichen, schon gar nicht das zähe Dirigat und die Tontechnik (Mono).
Gruß Amonasro :hello
tapeesa (28.01.2022, 01:22): Ich habe es mit Nicolas geklärt. Es ist jetzt etwas Vertrauen in die Vorstellungen von Netiquette möglich und Probleme auch direkt ansprechen zu können. ________
Pascal Dusapin - Medeamaterial Hilde Leiland Orchestre de Le Chapelle Royale, Philippe Herreweghe
Jan Van Karajan (28.01.2022, 06:48): Liebe tapeesa, Ich freue mich, dass du uns erhalten bleibst :) Grüße Jan :hello
Nicolas_Aine (28.01.2022, 07:24): ich mich ebenso!
Philidor (28.01.2022, 07:38): Mit! Sehr schön. Nicht nur das Hörrepertoire würde mir fehlen.
Cetay (28.01.2022, 09:04): Hab's mit Nicolas geklärt. Ist jetzt Vertrauen in die Vorstellungen von Netiquette möglich und Probleme auch direkt ansprechen zu können. :thumbsup: <3
Amonasro (28.01.2022, 09:13): Ich ebenso. Sehr gut!
Gruß Amonasro :hello
tapeesa (28.01.2022, 11:33): Ich freue mich mit. Die Wertschätzung ist ganz meinerseits. :hello
Cetay (28.01.2022, 13:42):
Niccolo Paganini - Centone di Sonate, op. 64, MS 112 Gianfranco Iannetta (Violine), Walter Zanetti (Gitarre)
Man koennte auf den Gedanken kommen, dass Gustav Mahler einen brillianten Einfall hatte, nachdem er den Auftakt zur Nr. 1 gehoert hat.
Philidor (28.01.2022, 16:08): Auch heute wanderte die mittagspäuslich geplante Audition zum Feierabend.
Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 10 As-Dur op. 118 (1964)
Brodsky Quartet
Hm. DIe sanfte Schwester von op. 117?
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (28.01.2022, 20:30): - Henri Dutilleux - ainsi la nuit; arditti string quartet - Pascal Dusapin - Inside I & II; Vincent Royer (Violon alto), Brigitte Krömmelbein (Violine)
Maurice inaktiv (28.01.2022, 22:44):
Gustav Mahler : Sinfonie Nr.5 , Utah SO , Maurice Abravanel AD: 1991 (wenn die Angabe stimmt. Ich denke mal, es war um einige Jahre früher gewesen)
Gestern war die Befreiung des KZs Auschwitz. Aus diesem Anlass heute Abend Mahlers Fünfte unter dem Dirigenten Maurice Abravanel, einem Dirigenten mit sehr interessanter Geschichte. Er wirkte von 1947-1979 dort als Chefdirigent. Von Ernest Ansemet gefördert, bekannt mit Bruno Walter, Bert Brecht, Paul Hindemith und befreundet mit Kurt Weill, mit dem er 1933 nach der Machtübernehme der Nazis nach Frankreich und später den USA ging. Geboren wurde er in Griechenland.
Cetay (28.01.2022, 23:43): (...) ich habe 45 Jahre in Frankfurt gelebt, ich habe ALLE Produktionen im Opernhaus gesehen und die ersten 20 Jahre auch im Staatstheater Darmstadt. Es gab Jahre da bin ich fast jeden Abend in die Oper, ausser Dienstag da war zu :D . (...) 8o WOW, das nenne ich Leidenschaft fuer unser Hobby. Da darf man auch gerne die eigenen Ohren als einzige Instanz gelten lassen. :thumbsup:
Hier stroemt ein Werk, das mir immer grosse Leidenschaft verschafft, in einer selten, von mir gar erstmalig gehoerten Version:
Gustav Mahler - Das Lied von der Erde (Klavierfassung des Komponisten) Christian Kälberer (Klavier), Alexandra von Roepke (Mezzo), Peter Gage Furlong (Tenor)
Cetay (29.01.2022, 00:50):
Franz Schubert - Winterreise op. 89, D. 911 Michael Wilmering (Bariton), Daan Boertinen (Klavier)
tapeesa (29.01.2022, 09:24): Igor Stravinsky - Le Sacre du printemps Fassung für Orchester und Fassung für Klavier zu 4 Händen Maki Namekawa, Klavier Sinfonieorchester Basel, Dennis Russell Davies (Klavier und Leitung)
Maurice inaktiv (29.01.2022, 09:33):
Viktor Ullmann : Sinfonien Nr.1 & 2 , Ouvertüre zu der Oper "der zerbrochene Krug", "Don Quixote tanzt Fandango"
Brussels Philharmonic - The Orchestra of Flanders , Gerd Albrecht AD: Mai 2008
Einer der wunderbaren Komponisten, der den Nazis nicht genehm war. Er wurde, zusammen mit Pavel Haas und Hans Krasa, nach Auschwitz deportiert und ermordet. Zuvor war er zwei Jahre in Theresienstadt interniert, wo auch diese Werke entstanden.
Gerd Albrecht, der sich sehr für die Werke dieser Zeit einsetzte, legte hier eine weitere hervorragende Einspielung vor, die auch sehr gute aufgenommen wurde von der Tontechnik. Ein beklemmendes und fasziniertes Tondokument mit Musik, die man uns schlicht und einfach unterschlagen wollte von den Mördern.
palestrina (29.01.2022, 11:58): Hier stroemt ein Werk, das mir immer grosse Leidenschaft verschafft, in einer selten, von mir gar erstmalig gehoerten Version:
Gustav Mahler - Das Lied von der Erde (Klavierfassung des Komponisten) Christian Kälberer (Klavier), Alexandra von Roepke (Mezzo), Peter Gage Furlong (Tenor) Hallo Cetay, ich bleibe immer noch bei dieser Aufnahme......
.....ist die der Uraufführung, Aufnahme Siemensvilla, Berlin, September 1989.
Wie man auf beiden Aufnahmen sieht .....
.....haben einige Lieder auch eine andere Bezeichnung.
Bei der Kälberer Aufnahme gefallen mir persönlich. die Sänger nicht so besonders, und der Tenor im besonderen, übertriebene Artikulation und ein enormes Vibrato. Hore doch mal in die Aufnahme mit Katsaris rein! ;) Das ich am Anfang einige Probleme mit der Klavierfassung hatte lag daran, dass ich auch damals noch div. Probleme mit dem Klavier hatte! :D
LG palestrina
Philidor (29.01.2022, 13:20): Noch ist nicht Septuagesimae, dennoch geht es weiter im Weinberg:
Mieczysław Weinberg: Streichquartett Nr. 10 a-Moll op. 85 (1963)
Quatuor Danel
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (29.01.2022, 19:50): W. A. Mozart - Die Zauberflöte
Sarastro - Kurt Moll Tamino - Uwe Heilmann Königin der Nacht - Sumi Jo Pamina - Ruth Ziesak Papagena - Lotte Leitner Papageno - Michael Kraus Monostatos - Heinz Zednik Sprecher - Andreas Schmidt
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor Wiener Philharmoniker, Sir Georg Solti
Cetay (30.01.2022, 00:48): Hallo Cetay, ich bleibe immer noch bei dieser Aufnahme......
.....ist die der Uraufführung, Aufnahme Siemensvilla, Berlin, September 1989.
Wie man auf beiden Aufnahmen sieht .....
.....haben einige Lieder auch eine andere Bezeichnung.
Bei der Kälberer Aufnahme gefallen mir persönlich. die Sänger nicht so besonders, und der Tenor im besonderen, übertriebene Artikulation und ein enormes Vibrato. Hore doch mal in die Aufnahme mit Katsaris rein! ;) Das ich am Anfang einige Probleme mit der Klavierfassung hatte lag daran, dass ich auch damals noch div. Probleme mit dem Klavier hatte! :D
LG palestrina LIeber palestrina, ich habe auch bei Katsaris reingehoert und fand das pianistisch weniger interessant. Das ist sehr schoen anzuhoeren, aber mir zu klassisch ebenmaessig. Kälberer spielt das ungemein modern, bisweilen improvisatorisch. Bei den Sängern gebe ich dir Recht. Wegen denen muss man das nicht hoeren, wobei ich die Dame noch schlimmer finde. Und das obwohl ich meine, dass dieses Werk durchaus Ueberatikulation vertraegt.
Ich wuerde das gerne mit Olli Mustonen am Klavier hoeren. Und mit Lise Davidsen. Und Matthias Hadegaard.
Cetay (30.01.2022, 02:15):
Gustav Mahler - Das Lied von der Erde Janet Baker, John Mitchinson, BBC Symphony Orchestra, Raymond Leppard
Ich kann mich gerade -mal wieder- nicht an dem Lied satthoeren. Das Werk ist bei mir in die Liga der 6 Ewigen aufgestiegen.
Maurice inaktiv (30.01.2022, 08:07):
Johann Wilhelm Wilms : Sinfonien Nr. 1 & 4 AD: 2004-2005
NDR-Radiophilharmonie , Howard Griffiths
tapeesa (30.01.2022, 09:40): Heute bei den von Bach zum damaligen 4. Sonntag nach Epiphanias komponierten Bachkantaten, besonders bei BWV 81, Jesus schläft, was soll ich hoffen. Im Kern bei der Bass-Arie Schweig, aufgetürmtes Meer!
(was durcheinander gebracht, geht mit dem Folgenden um BWV 14 - Wär Gott nicht mit uns diese Zeit, (auch 4. SO nach Epiphanias). @Philidor du hast es bestimmt schon gemerkt :wink ) _____
aus Johann Kuhnau - Complete Sacred Works VI 7. Ich freue mich im Herrn Opella Musica, Camerata Lipsiensis, Gregor Meyer
palestrina (30.01.2022, 10:20): Hallo Cetay, ich bleibe immer noch bei dieser Aufnahme......
.....ist die der Uraufführung, Aufnahme Siemensvilla, Berlin, September 1989.
,.....haben einige Lieder auch eine andere Bezeichnung.
Bei der Kälberer Aufnahme gefallen mir persönlich. die Sänger nicht so besonders, und der Tenor im besonderen, übertriebene Artikulation und ein enormes Vibrato. Hore doch mal in die Aufnahme mit Katsaris rein! ;) Das ich am Anfang einige Probleme mit der Klavierfassung hatte lag daran, dass ich auch damals noch div. Probleme mit dem Klavier hatte! :D
LG palestrina LIeber palestrina,ich habe auch bei Katsaris reingehoert und fand das pianistisch weniger interessant. Das ist sehr schoen anzuhoeren, aber mir zu klassisch ebenmaessig. Kälberer spielt das ungemein modern, bisweilen improvisatorisch. Bei den Sängern gebe ich dir Recht. Wegen denen muss man das nicht hoeren, wobei ich die Dame noch schlimmer finde. Und das obwohl ich meine, dass dieses Werk durchaus Ueberatikulation vertraegt.
Ich wuerde das gerne mit Olli Mustonen am Klavier hoeren. Und mit Lise Davidsen. Und Matthias Hadegaard. Hallo Cetay, und ich gebe dir recht auf die Leistung des Pianisten! ^^
LG palestrina
Philidor (30.01.2022, 12:12): @Philidor du hast es bestimmt schon gemerkt ) Heute feiern die Evangelischen Kirchen den Letzten Sonntag nach Epiphanias. Den 4. Sonntag nach Epiphanias gibt es seit der Neuordnung der Perikopen von 2018 leider nicht mehr. Den Letzten So. n. Epi. gab es zu Bachs Zeit noch nicht ... darum gibt es zum heutigen Sonntag streng genommen keine Bach-Kantate ... Ich habe ersatzweise gerne die Choralkantate über "Herr Christ, der einig Gotts Sohn" (BWV 96) gehört, das ist das Wochenlied zum heutigen Sonntag.
Was uns nicht hindern sollte, die wunderbare Musik von Bachs Kantaten zum 4. So. n. Epi. zu hören!
Gruß Philidor
:hello
Philidor (30.01.2022, 16:02): Nun also Musik zum Fest der Verklärung Christi.
Olivier Messiaen: La Transfiguration de Notre Seigneur Jésus-Christ
Turandot - Birgit Nilsson Liù - Renata Tebaldi Timur - Giorgio Tozzi Calaf - Jussi Björling Altoum - Alessio De Paolis Ping - Mario Sereni Pang - Piero De Palma Pong - Tommaso Frascati Mandarino - Leonardo Monreale Principe di Persia - Adelio Zagonara
Rome Opera Orchestra and Chorus, Erich Leinsdorf
Gruß Amonasro
Cetay (31.01.2022, 01:56): Supergroup:
Olivier Messiaen - Quatuor pour la fin du Temps Olli Mustonen, Joshua Bell, Steven Isserlis, Michael Collins
Mustonen hat hier im Forum viel einstecken muessen und habe ihn immer einsam tapfer verteidigt. Beim Quatuor ist er imho schlichtweg genial.
Cetay (31.01.2022, 03:04):
Olivier Messiaen - Éclairs Sur L'au-Delà Sydney SO, David Porcelijn
tapeesa (31.01.2022, 08:57): Den 4. Sonntag nach Epiphanias gibt es seit der Neuordnung der Perikopen von 2018 leider nicht mehr. :huh: Danke, für die Information. Ich habe es korrigiert. (Drüber gestolpert bin ich, hatte es beiseite geschoben, als eine Radiomoderatorin den 4. und den letzten Sonntag synonym setzte.)
Warum wurde das (leider) geändert?
Philidor (31.01.2022, 09:09): als eine Radiomoderatorin den 4. und den letzten Sonntag synonym setzte. Ja, ja, ... nicht alles, was im Radio ... :beer
Warum das geändert wurde? Offen gesagt: Keine Ahnung!
(Wenn es bei Kirchens so läuft wie in der freien Wirtschaft, dann würde ich sagen, dass es zu viele Theolog:innen gab, die mit der Berechnung des Kalenderdatums für den Letzten Sonntag nach Epiphanias überfordert waren ... :D )
Jedenfalls gab es früher eine innere Logik der Sonntage.
Am ersten und am letzten Sonntag nach Epiphanias gab es die beiden Sohnesproklamationen ("Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe"), bei der Taufe Jesu (1. So.) und bei der Verklärung (Letzter So.). Die sind entscheidend für alles. - Dass Jesus gelebt hat, dafür gibt es auch außerbiblische Quellen, z. B. bei den Römern. Wird eigentlich von keinem ernstzunehmenden Historiker bestritten. DIe Frage ist, ob er der Sohn Gottes war oder nicht. In den Evangelien gibt es drei Stellen, die das sagen, die beiden genannten plus die Szene mit dem römischen Hauptmann bei der Kreuzigung ("Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen").
Zwischen diesen beiden Sonntagen wurde die weltliche Wirkmächtigkeit Jesu gezeigt, am 2. So. mit der Hochzeit zu Kana (Verwandlung von Wasser zu Wein -> Macht über die toten Dinge), am 3. So. mit dem Hauptmann zu Kapernaum (Heilung seines Knechtes "remote" -> Macht über die Lebendigen) und am 4. So. mit der Stillung des Sturms (-> Macht über die Naturgewalten).
Dadurch, dass der 4. So. n. Epi. nicht mehr vorkommt und seine Texte auf den neu eingeführten 4. So. vor der Passionszeit übertragen wurden, sind diese thematischen Zusammenhänge beschädigt.
Philidor (31.01.2022, 10:55): Warum das geändert wurde? Offen gesagt: Keine Ahnung! Ich hab's wiedergefunden.
In einer Handreichung aus dem Jahre 2014 wird ausgeführt, dass man den 2. Februar (Mariä Lichtmess) als Endpunkt des Weihnachtszeit festsetzen wollte.
Bisher war der Letzte Sonntag nach Epiphanias das Ende des Weihnachtsfestkreises, der konnte je nach Ostertermin deutlich früher oder deutlich später liegen. Der Ostersonntag liegt zwischen dem 22. März und dem 25. April (einschließlich), der Letzte Sonntag nach Epiphanias demzufolge zwischen dem 11. Januar (in Jahren ohne Schaltjahr) und dem 14. Februar.
Insbesondere wurde es wohl als unglücklich wahrgenommen, dass man bei einem frühen Termin des Letzten So. n. Epi. am 2. Februar längst in der Vorpassionszeit ist, aber dennoch ein auf Weihnachten bezogenes Fest feiert. (40 Tage nach der Geburt eines Knaben galt eine Frau als unrein; die Wiederherstellung ihrer Reinheit wurde mit einem Opfer im Tempel begangen, das war dann 40 Tage nach dem 24. Dezember, also am 2. Februar).
Nun liegt der Letzte Sonntag nach Epiphanias stets in derjenigen Woche, in die der 2. Februar fällt.
Philidor (31.01.2022, 16:11): Auch heute musste das mittagspäusliche Streichquartett verschoben werden und erleichterte stattdessen eine im Autopilot-Modus durchzuführende Fleißarbeit ...
Witold Lutoslawski: Streichquartett (1964)
LaSalle Quartet
Klingt für meine Ohren geradezu protoypisch für "Neue Musik der 1960er" ...
Gruß Philidor
:hello
Cetay (01.02.2022, 01:10):
Olivier Messiaen - Turangalîla-Sinfonie Tamara Stefanovich (Klavier), Thomas Bloch (Ondes Martenot), Nationaltheater-Orchester Mannheim, Alexander Soddy
tapeesa (01.02.2022, 09:27): Ich hab's wiedergefunden. :) Die Frage hat sich damit beantwortet, dafür andere aufgetürmt ^^ Fänd' interessant den religiösen Fragen, auch zum Kirchenjahr, mehr nachzugehen, bin aber unsicher, ob hier angemessen (selbst wenn in den off-topic Bereich ausgelagert).
Philidor (01.02.2022, 12:10): Die Frage hat sich damit beantwortet, dafür andere aufgetürmt So ist das manchmal ... :beer Fänd' interessant den religiösen Fragen, auch zum Kirchenjahr, mehr nachzugehen, ... ich find's auch interessant. Mein Ausgangspunkt ist: Was ist die richtige/eine angemessene Musik für das Orgelvorspiel am nächsten Sonn- bzw. Feiertag? In erster Näherung ist schon klar, dass sich das Orgelvorspiel am Karfreitag anders anhört als am Pfingstsonntag, aber was genau passt am dritten Sonntag nach Epiphanias und warum? Die darunterliegenden Strukturen und Zusammenhänge sind dann in der Tat eher theologisch als musikalisch.
Und, ja, das Gebiet der Liturgik hat eine ganz schöne Literaturliste, vom Hausgebrauch für interessierte Kirchgänger:innen über Handreichungen für Pfarrer:innen und Kirchenmusiker:innen bis hin zu studiumsbegleitenden Büchern, Standardwerken und Ausarbeitungen zu recht speziellen Themen ...
Philidor (01.02.2022, 12:58): ... hier wieder Mittagspäusliches:
Giacinto Scelsi: Streichquartett Nr. 4 (1964)
Arditti String Quartet
Nach dem Hören des dritten Quartetts befürchtete ich, Pfitzners Bonmot über Bruckners Sinfonien ("Neun Sinfonien? Eine - neunmal!") könnte eventuell hier Anwendung finden. Aber nein ... vielleicht braucht diese Musik mehr Zeit in meinen Ohren, um ihre individuellen Qualitäten zu offenbaren.
Béla Bartók Music for String, Percussion and Celesta * Hungarian Sketches & Romanian Folk Dances London Symphony Orchestra *, Chicago Symphony Orchestra , Sir Georg Solti
Amonasro (01.02.2022, 23:06): Nochmal Tebaldi:
Giuseppe Verdi/Arrigo Boito: Otello
Otello - Mario Del Monaco Desdemona - Renata Tebaldi Jago - Aldo Protti Cassio - Nello Romanato Emilia - Ana Raquel Satre Lodovico - Fernando Corena Montano - Tom Krause Roderigo - Athos Cesarini Un araldo - Libero Arbace
Wiener Staatsopernchor, Wiener Kinderchor Wiener Philharmoniker, Herbert von Karajan
Gruß Amonasro
Philidor (02.02.2022, 12:35): Hier wieder Nordisches.
Vagn Holmboe: Streichquartett Nr. 7 (1964/65)
The Kontra Quartet
Das war das erste Quartett Holmboes, das ich richtig stark fand. Wiederhören!
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (02.02.2022, 12:47): Carl Orff - Antigonae; Ein Trauerspiel des Sophokles (übersetzt) von Friedrich Hölderlin
Antigonae - Christel Goltz lsmene - Irmgard Barth Chorführer - Benno Kusche Kreon - Hermann Uhde Ein Wächter - Paul Kuen Hämon - Karl Ostertag Tiresias - Ernst Haefliger Ein Bote - Kurt Böhme Eurydice - Marianne Schech
Chor der Bayerischen Staatsoper, Bayerisches Staatsorchester, Georg Solti Live-Aufnahme des BR vom 12. Januar 1951 (Remastering 1995)
Philidor (02.02.2022, 14:00): Heute ist der 2. Februar, Tag der Darstellung Jesu im Tempel, im Volksmund auch " Lichtmess" genannt. - Alle verbliebenen Christbäume dürfen nun raus ... Das Evangelium des Tages ist Lk 2, 22-25, fakultativ ergänzt durch 26-30. Maria war am 40. Tag nach der Geburt Jesu wieder rein; aus diesem Anlass brachten Josef und Maria ein Opfer im Tempel. Dabei ereignete sich die Geschichte des greisen Simeon, auf die diese Kantate Bezug zu nehmen scheint:
J. S. Bach: "Ich habe genug" BWV 82
Peter Kooy La Chapelle Royale Philippe Herreweghe
Wohl meine Lieblingsaufnahme des Werkes.
Gruß Philidor
:hello
palestrina (02.02.2022, 16:58): Wohl meine Lieblingsaufnahme des Werkes. Ach was, und nicht Suzuki! :P
LG palestrina
Philidor (02.02.2022, 17:01): Ach was, und nicht Suzuki! Nein, dieses Mal nicht ... wobei die beiden ja in meiner Gunst ziemlich gleichauf sind ... hör mal auf die Mittelstimmen bei Herreweghe, sowas Differenziertes ... Wahnsinn.
Cetay (02.02.2022, 17:28):
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonia Concertante Es-Dur, K. 297b Jan Adamus, František Bláha, Svatopluk Čech, Zdeněk Divoký, Dvořák Chamber Orchestra, Jiří Bělohlávek
palestrina (02.02.2022, 18:24): Ach was, und nicht Suzuki! Nein, dieses Mal nicht ... wobei die beiden ja in meiner Gunst ziemlich gleichauf sind ... hör mal auf die Mittelstimmen bei Herreweghe, sowas Differenziertes ... Wahnsinn. Hallo Philidor, ja ja der Herreweghe ist mir 100x lieber als der Suzuki, ich mag die Aufnahmen nicht! :(
Ich habe noch diese Originalausgabe!
LG palestrina
Amonasro (02.02.2022, 20:51):
Granville Bantock: Omar Khayyám
Catherine Wyn-Rogers (Mezzosopran) Toby Spence (Tenor) Roderick Williams (Bariton)
BBC Symphony Chorus BBC Symphony Orchestra, Vernon Handley
Gruß Amonasro
Cosima (02.02.2022, 21:03): Ich glaube, ich hatte diesen Live-Mitschnitt aus 1968 mal wegen der Sonata Reminiscenza Op. 38/1 von Medtner angeschafft, von der es nicht so wahnsinnig viele Aufnahmen gibt, die ich aber sehr liebe. Mein Favorit ist hier nach wie vor Hamelin, aber Gilels Interpretation dieser wunderschönen Sonate ist auch hervorragend. Wie übrigens auch der Rest dieses Mitschnitts.
Hier der Link noch extra.
Sfantu (02.02.2022, 22:50): Wenn auch mit weniger als einer Viertelstunde Laufzeit - Nikolai Roslavets drittes Streichquartett fordert mir volle Konzentration und Aufmerksamkeit ab, duldet kein Abschweifen. Es ist randvoll mit Gedanken und Verästelungen. In seiner fordernden, flirrenden Intensität wird es ihm ein leichtes, mich erschöpft, vielleicht sogar erschlagen zurück zu lassen. Mithin braucht es die passende mentale Verfassung, mich ihm zu stellen, mich ihm gewachsen zu fühlen. Heute Abend ist das der Fall - und deshalb: nichts wie los!
Chilingirian Quartet (CD, Conifer, 1995)
12`53
Die CD steht seit Jahr und Tag bei mir im Regal. Die Male, sie konzentriert gehört zu haben, muß ich allerdings an einer Hand abzählen. Spiel als auch Klang setzen auf kontrastreiche, schillernde Expressivität. Dieses vielgesichtige Chamäleon wird stofflich herausgearbeitet. Die Affekte treffen ungefiltert auf Ohr und Gemüt. Ein ziemlicher Knall vor den Latz.
Leipziger Streichquartett (CD, MDG, 2003)
12`26
Dieser Tage bei mir eingetroffen, war ich jetzt mal bereit auch für diese Version, mit der ich schon länger liebäugelte (ohne eigentlich mit den Chilingirians unzufrieden zu sein). Wohltuend wirkt sofort das dunklere, mehr gesättigte Timbre. Dann aber auch die noblere, weniger aufgekratzte Werkauffassung. Vielleicht kann man es auch als gewissermaßen behäbige, lakonisch distanzierte Sichtweise begreifen? Der ruhigere Schlußabschnitt erhält hier die ihm gebührende, tiefschürfend resümierende Rhetorik, mehr Gewicht und Versenkung - das leise Verklingen vermittelt sich wie ein abschließender Gedanke - er bleibt trotz leisen Spiels explizit.
In summa: die Chiligirians setzen auf virtuosen Nervenkitzel, die Leipziger auf Licht und Schatten, auf Relief und eine leicht distanzierte Gelassenheit. Eine gelungene, komplementäre Ergänzung.
tapeesa (03.02.2022, 09:54): Carl Orff - Carmina Burana Laura Claycomb (Sopran), Barry Banks (Tenor), Christopher Maltman (Bariton) Tiffin Boys’ Choir London Symphony Chorus & Orchestra, Richard Hickox
Amonasro (03.02.2022, 20:19):
Richard Wagner: Tristan und Isolde
Tristan - Fritz Uhl Isolde - Birgit Nilsson König Marke - Arnold van Mill Kurwenal - Tom Krause Melot - Ernst Kozub Brangäne - Regina Resnik Ein Hirt - Peter Klein Ein Steuermann - Theodor Kirschbichler Ein junger Seemann - Waldemar Kmentt
Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde Wiener Philharmoniker, Sir Georg Solti
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (04.02.2022, 08:51):
Johann Christoph Friedrich Bach : Sinfonien AD: 2008
Leipziger Kammerorchester , Morten Schuldt-Jensen
Schade, dass es nur zu zwei CDs in dieser Kombination und dem weniger aufgenommenen Bach-Nachfahren gekommen ist.
Cetay (04.02.2022, 14:52):
Richard Strauss - Eine Alpensinfonie, op. 64, TrV 233 Orchestre philharmonique de Monte-Carlo, Kazuki Yamada
Philidor (04.02.2022, 16:43): Es geht klar aufwärts mit der Holmboe-Streichquartett-Kurve.
Vagn Holmboe: Streichquartett Nr. 8 (1965)
The Kontra Quartet
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (04.02.2022, 19:52): Charles Koechlin - Les Heures Persanes (Die persischen Stunden) Ralph van Raat, Klavier
Von Charles Koechlin habe ich bisher nur "Vers la voûte étoilée" ( ~ „Zum Sternengewölbe" oder "Im Anblick des Sternenuniversums") gehört. Musste Ondes Martenot und ad usum delphini nachschlagen; Charles Koechlin wird als Komponist erwähnt, der die Ondes Martenot in seine Kompositionen einbezogen hat.
Cetay (05.02.2022, 02:44): Auch ich lasse mich von der Spielerei anregen:
Bohuslav Martinů - Works Inspired by Jazz and Sport
Wie der grob Namensverwandte Frank Martin ist das auch ein Komponist, bei dem sich eine systematischere Erkundung des Oeuvres lohnen duerfte.
Philidor (05.02.2022, 08:28): Auch ich lasse mich von der Spielerei anregen: So auch hier:
Olivier Messiaen: Fête des belles eaux pour sextuor d'ondes Martenot
Ensemble d'Ondes de Montréal
Gruß Philidor
:hello
Philidor (05.02.2022, 09:32): Auf dem Weg zur Unendlichkeitsreihe.
Per Nørgård: Sinfonia austera (Sinfonie Nr. 1, 1953-55, rev. 1956)
Danish National Radio Symphony Orchestra Leif Segerstam
Manchmal sind Beihefte ja schon gut. "Eine bebende Fassung von Nordic Noir", "ein starkes und unorthodoxes Drama über den Menschen und die Elemente". (Aus dem Beiheft der Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern und Sakari Oramo.)
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (05.02.2022, 09:41): CD 1 / 1. - 12. Jean-Féry Rebel - Les Éléments Le Concert des Nations, Jordi Savall
Philidor (05.02.2022, 09:51): Drin.
Per Nørgård: Voyage into the Golden Screen (1968)
Danish National Symphony Orchestra Tamás Vetö
Ja, ja, die 68er ...
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (05.02.2022, 10:27):
Walter Bricht : Orchestermusik, Vol.1 AD: 2018
Fort Wayne Philharmonic , Andrew Constantine
Walter Bricht (1904-1970) gehörte zu jener Generation von Wiener Komponisten, die durch den Einzug der Nazis auch in Österreich nicht die Aufmerksamkeit erhalten haben, die sie verdient gehabt hätten. Als Meisterschüler von Franz Schmidt, eines bekannten Musikkritikers als Vater und einer damals sehr bekannten Mutter als Sängerin und Pianistin, war sein Weg im Grunde vorgezeichnet. Doch auf Grund seiner jüdischen Großeltern war klar, dass er Probleme kriegen würde.
Die Nazis boten im Status eines "Ariers" an, wenn er denn in die Partei eintreten würde, was Bricht durch Auswanderung in die USA deutlich ablehnte.
Doch von 1931-1938 unterrichtete er am Wiener Volkskonservatorium Gesang, Klavier und Komposition. Bereits 1928 hatte er seine Abschküsse in Komposition, Klavier und Dirigieren abgeschlossen.
In New York City arbeitete er als Organist, Lehrer und Klavierbegleiter. 1939 ging er ans Mason College of Music, übernahm 1940 dort die Leitung der Musikabteilung bis 1944, dann kehrte er nach New York City zurück. Dort unterrichtete er u.a. die Mitglieder des Army-Chores bis 1963. Dann ging er als Professor ans Indiana University School of Music (Klavier und Meisterklassen für Tasteninstrumente, ab 1967 nur noch Gesang und Liedliteratur).
Er verstarb an einem Emphysem (Auftreten von Luft an ungewohnten Stellen im Körper), was man Mitte der 1960-er Jahre bei ihm diagnostizierte.
Seinen Stil kann ich nicht so genau einordnen. Es ist eine Mischung aus Romantik, Impressionismus und mit Sicherheit auch der Einfluss seiner in Wien agierenden Zeitgenossen wie Korngold, Schreker, Schönberg und von Zemlinsky. Dass er bei Franz Schmidt studierte, wäre mir allerdings nicht in den Sinn gekommen.
Maurice inaktiv (05.02.2022, 11:20): Maurice Moderner Traditionalist Beiträge8.405 Vor einem Moment
Neu
#2.904
Anton Bruckner : Sinfonie Nr.5 (Edition Novak)
Mozarteum Orchester Salzburg, Ivor Bolton
Bolton, der von Herbst 2004 bis zum Ende der Saison 2015/26 Chefdirigent in Salzburg war (und seitdem Ehrendirigent des Orchesters ist) legt hier meiner Meinung nach eine wirklich sehr gute Einspielung vor, die leider unter dem Radar läuft an Einspielungen dieses Werkes.
Es ist übrigens NICHT die Schalk-Einspielung, wie ein Rezensent auf Amazon schrieb, sondern die Novak-Ausführung. Es käme auch zeitlich nicht hin, wenn man etwa die Einspielungen von Skrowaczeski oder Harnoncourt mit jener hier vergleich und sich dann die Schalk-Einspielung von Leon Botstein aus dem Regal holt, muss man nicht mal die Aufnahme in den Player legen (Bolton benötigt insgesamt 70,45 Minuten, Botstein 56,53 Minuten).
Philidor (05.02.2022, 16:20): Auch ich lasse mich von der Spielerei anregen: Immer noch. Ich blieb bei Les Six.
Arthur Honegger: Jeanne d'Arc au bûcher
Jeanne d'Arc - Marion Cotillard Frère Dominique - Xavuer Gallais Porcus - Yann Beuron La Vierge - Maria Hinojosa (nomen est omen) Marguerite - Marta Almajano (dito) Cathérine - Aude Extrémo La mère aux tonneaux - Anna Moreno-Lasalle Une voix, Héraut II, Paysan - Eric Martin-Bonnet Héraut, L'Âne, Bedford, Jean de Luxembourg - Carles Romero Vidal L'appariteur, Robert de CHartres, Guillaume de Plavy, Perrot, Un Prêtre - Pep Planas
Lieder Càmerea Choir Madrigal Choir Vivaldi - Petits cantors de Catalunya Choir
Barcelona Symphony & Catalonia National Orchestra
Marc Soustrot
Da bekomme ich glatt Lust auf die "Dialogues des Carmélites" ...
Gruß Philidor
:hello
Philidor (05.02.2022, 19:59): Auch ich lasse mich von der Spielerei anregen: Und nochmal.
André Jolivet: Suite Delphique für Flöte, Oboe, Klarinette, 2 Hörner, Trompete, Posaune, Ondes Martenot, Harfe, Pauken und 2 Schlagzeuger
Ensemble André Jolivet André Jolivet
Gruß Philidor
:hello
Amonasro (05.02.2022, 21:07):
Arrigo Boito: Mefistofele
Mefistofele - Cesare Siepi Faust - Mario Del Monaco Margherita - Renata Tebaldi Marta/Pantalis - Lucia Danieli Wagner/Nereo - Piero De Palma Elena - Floriana Cavalli
Orchestra e Coro dell'Accademia di Santa Cecilia, Roma; Tullio Serafin
Gruß Amonasro
tapeesa (06.02.2022, 08:03): Marcel Dupré - Works for Organ Vol. 11 The Way of the Cross + Seven Chorales from Op. 28 Mary Preston, C. B. Fisk Orgel
Philidor (06.02.2022, 09:00): Heute ist der 4. Sonntag vor der Passionszeit, der sich erst seit der Perikopenrevision von 2018 im Kirchenjahr der UEK und VELKD findet. Da er das Proprium des früheren 4. Sonntag nach Epiphanias übernommen hat, passt diese Kantate ... UA Leipzig, 30. Januar 1724.
J. S. Bach: "Jesus schläft, was soll ich hoffen" BWV 81
Robin Blaze, James Gilchrist, Peter Kooij Bach Collegium Japan Masaaki Suzuki
Gruß Philidor
:hello
Philidor (06.02.2022, 09:27): Hier wieder Unendlichkeitsreihe.
Per Nørgård: Sinfonie Nr. 2 (1970)
Danish National Radio Symphony Orchestra Leif Segerstam
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (06.02.2022, 14:41):
Anton Bruckner : Sinfonie Nr.5 AD: März 2014
Tapiola Sinfonietta , Mario Venzago
Hier einmal einige Zitate aus dem Booklet, welches Mario Venzago selbst verfasst hat (mit sehr vielen Anmerkungen und Hinweisen zur Sinfonie, seines Ansatzes bei dem Werk, usw.
"Der Komponist hat seinen Partituren fast keine Metronom-und sonstigen Aufführungsangaben eingeschrieben und sich auch dynamisch nur äußerst pauschal festgelegt. Ob Trompeten, Pauke oder Violinen. Forte ist Forte. Wie dieses herzustellen ist, lässt Bruckner offen. Er schreibt weder, wo die frei und rubatoreich zu gestaltenden Gesangsteile gedehnt oder beschleunigt werden müssen, noch äußert er sich über den emotionalen Gehalt und dessen gestalterische Umsetzung.
....
"Die Fünfte bleibt Bruckners problematischstes Werk,. Der auf dieser CD eingeschlagene Weg ist ein anderer, als ich ihn bisher selber bei meinen Aufführungen mit großen Orchester ging. Da suchte ich noch nach Wärme und Gesanglichkeit. Die vorliegende Lesart entbehrt fast gänzlich des Gesanges und etabliert stattdessen den musikalischen Diskurs. Das Orchester redet und debattiert, als wären die Instrumente Mitglieder eines ernst, sachlich und brillant diskutierenden Parlaments.
....
Damit ist meine Interpretation in weiteste Entfernung zu der von Sergiu Celibidache gerückt, die mir bisher am besten gefiel.
Soweit der ausführende Dirigent dieses Projektes über Bruckner und auch die Fünfte, die hier nun gerade abläuft.
Venzago hat für das Werk genau 60 Minuten gebraucht.
Jeder, der mag, kann sich das selbst anhören und entscheiden, ob ihm/ihr da was fehlt oder nicht. Der Ansatz zu zügigen Tempi, aber auch ohne viel Weihwasser und auch die Abkehr, bei Bruckner an Hymen zu denken, ist seiner Meinung der Ansatz, dem Komponisten Bruckner so nahe zu kommen, wie er es sich vielleicht selbst vorgestellt haben könnte. Auch hier wieder zwar kein Zitat, aber auf Venzagos Ansatzpunkt hin geschrieben jetzt.
Ich bin davon nicht so richtig überzeugt und begeistert. Ja, es ist ein neuer Ansatz, und es ist sicher auch gut, dass sich jemand bewusst das Neue ausgesucht hat, war es nicht am Anfang bei den HIP-Leuten nicht auch so, dass sie ziemlich belächelt wurden? Heute ist dieser Ansatz zumindest bei der Mehrheit der Dirigenten selbstverständlich, bzw. man versucht, das so gut als möglich bei sich selbst einzubauen.
In DIESER Einspielung habe ich auch das große Orchester nicht vermisst. Vermutlich aber wohl eher deshalb, weil man mit einem kompakten, kleiner besetzten Orchester die schnellen Tempi besser umsetzen konnte. Doch ein Karajan hätte das mit den BPO mit Sicherheit auch gekonnt, aber er wäre nie auf die Idee gekommen, es bei Bruckner so anzugehen.
Philidor (06.02.2022, 16:02): Da bekomme ich glatt Lust auf die "Dialogues des Carmélites" ... Nun also ...
Francis Poulenc: Dialogues des Carmélites
Blanche de la Force - Patricia Petibon Mère Marie de l'Incarnation - Sophie Koch Soeur Constance de Saint Denis - Sandrine Piau Madame Lidoine - Veronique Gens Madame de Croissy - Rosalind Plowright Le Chevalier de la Force - Topi Lehtipuu Le Marquis de la Force - Philippe Rouillon
Choeur du Theatre des Champs-Elysees Philharmonia Orchestra Jérémie Rhorer
Inszenierung: Olivier Py
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (06.02.2022, 16:33):
Aaron Copland
Sinfonie Nr. 3 Music for a Great City
Saint Louis Symphony Orchestra - Leonard Slatkin (CD, RCA, 1990)
Während die Dritte mit allerlei Selbstanleihen gespickt ist (Lincoln Portrait, Fanfare for the Common Man (letztere wird sogar wörtlich zitiert resp. bildet das Kernmaterial des Schlußsatzes)) und somit schnell als typischer Copland identifizierbar, wirkt die ebenfalls viersätzige Music for a Great City deutlich eigenständiger, innovativer. Speziell der leider nur gut dreiminütige dritte Satz "Subway Jam" macht Staunen: so karg, abgebrüht und schnörkellos wird hier, von Schlagwerk und Blech dominiert, fast schon eine bruitistisch feuergetaufte Maschinenmusik geboten, die starke Eindrücke hinterläßt. Zusammen mit den Connotations (und vielleicht Billy the Kid) zeigt dies die eher trockene, schroffere aber umso faszinierendere Seite Coplands.
Diese audiophile Aufnahme eignet sich gut zum Austesten, was eine Klangkette so drauf hat. Die Lautsprecher werden mächtig gefordert. Ganz à la Slatkin - ein Rausch der Schallwogen!
Cetay (07.02.2022, 06:53):
Ludwig van Beethoven - Sinfonie Nr. 6 F-Dur, op. 68 NYC Symphony, Leopold Stokowski
Man vertreibt sich bei dieser Pastorale rekordverdaechtigte 16 Minuten am Bach, aber mir erscheint das nicht zu lange.
Mieczysław Weinberg:Streichquartett Nr. 11 (1965/66)
Quatuor Danel
Gruß Philidor
:hello
Philidor (07.02.2022, 19:41): Hier Lisztiges in Schwarz-Weiß.
Franz Liszt
Liebesträume Nr. 1-3 Consolations Légendes Ballades
Aldo Ciccolini, Klavier
Gruß Philidor
:hello
Cetay (08.02.2022, 03:37): Erstbegegnung:
Robert Schumann - Requiem Des-Dur, op. 148 Britta Stallmeister, Antonia Bourvé, Olivia Vermeulen, Daniel Behle, Tobias Berndt, Chorus Musicus Köln, Das Neue Orchester, Christoph Spering
tapeesa (08.02.2022, 08:35): Alvin Lucier: Carbon Copies - Risonanza - Music for Pure Waves, Bass Drums and Acoustic Pendulums - Broken Line Trio Nexus
Maurice inaktiv (08.02.2022, 11:18):
Anton Bruckner : Sinfonie Nr.4 AD: 1990 , Musikhalle Hamburg, Live
NDR-SO (Hamburg) , Günter Wand
Ich weiß nicht, wie viele Aufnahmen/Mitschnitte es unter Wand gibt, aber ich versuche sie mal zusammen zu bekommen: 2x WDR, 2x Hamburg, 1x Berlin PO, 1x Münchner PO, 1x NHK Tokyo. Sonst sind mir keine mehr bekannt.
Philidor (08.02.2022, 17:07): Hier wieder Danish Dynamite.
Per Nørgård: Sinfonie Nr. 3 (1972-75)
Danish National Radio Choir Danish National Radio Symphony Orchestra Leif Segerstam
Yeah.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (08.02.2022, 18:24): Und wieder Liszt.
Franz Liszt: Opern-Paraphrasen
Liebestod Valse de Faust Valse à capriccio sur deux motifs de Lucia et Parisiana Paraphrase de concuert sur Rigoletto Réminiscences de Simon Boccanegra "Miserere" du Trouvère Danza sacra et duetto final d'Aida
Aldo Ciccolini, Klavier
Gruß Philidor
:hello
Cetay (09.02.2022, 04:26):
Joseph Haydn - Die Sieben letzten Worte (Version fuer Solisten, Chor & Orchester) Ann-Chrsitine Larson, Martina Borst, Chorus Musicus Köln, Das Neue Orchester, Christoph Spering
Steht Spering drauf, heisst's Ohren auf!
Maurice inaktiv (09.02.2022, 07:31):
Vasily Kalinnikov : Sinfonien Nr.1 & 2
NSO of Ukraine , Theodore Kuchar
Heute mal ungewöhnliches Repertoire zum Start in den Tag.
tapeesa (09.02.2022, 10:45): Um beim Spiel mitzumachen, kenne ich von Ginastera auch zu wenig, aber mehr von ihm hören ist gut. Über Ginasteras Oper "Bomarzo" bin ich auf den Park der Ungeheuer / Heiliger Wald: Parco dei Mostri / Sacro Bosco bei Bomarzo aufmerksam geworden, würde ich gerne sehen.
Alberto Ginastera - Obertura para el Fausto Criollo, op. 9; Variaciones Concertantes, op. 23; Ollantay (Sinfonisches Triptychon); Bomarzo, op. 34 (Opernsuite) Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Karl-Heinz Steffens
Andréjo (09.02.2022, 12:01): Vielen Dank an tapeesa für diesen CD-Tipp!
:) Wolfgang
Philidor (09.02.2022, 12:04): Park der Ungeheuer / Heiliger Wald: Parco dei Mostri Das muss ich hören ... hab da Bilder vor Augen ... :D ... (Meetings ...) :ignore
Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 11 f-Moll op. 122 (1966)
Brodsky Quartet
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (09.02.2022, 16:24): Bei Ginastera fallen mir diese Aufnahmen ein:
Und sollte man was mit dem Dirigenten Enrique Batiz erwerben können, was die Musik in der Ecke angeht, kann man diese Aufnahmen blind kaufen (auf ASV wurden mal eine ganze Reihe unter ihm aufgenommen. Das Ganze kam auch mal bei Brilliant Classics raus Jahre später).
Auch hier bekommt man neben Ginastera noch zwei weitere spannende Werke aus Latin-Amerika präsentiert. Das Orchester aus Venezuela macht das hervorragend.
Philidor (09.02.2022, 18:41): Hier Vorspielendes.
Claude Debussy: Préludes (Livre I)
Walter Gieseking, Klavier
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (09.02.2022, 23:03):
"Latin American Ballets" AD: 1995
Heitor Villa-Lobos : Uirapuru Carlos Chavez : Suite de Caballos de Vapor Alberto Ginastera : Estancia
Orquesta Sinfonica Simon Bolivar Venezuela , Eduardo Mata
Eine atemberaubende CD !! Es geht ganz zaghaft los, aber was das Orchester hier an Feuerwerk abliefert, grenzt fast an einen Hexentanz - und damit bin ich der Musik schon sehr nahe gekommen. Das Schluss-Stück "Malambo" ist ein argentinischer Volkstanz, der hier besonders intensiv gespielt wird. Das Spektakel wurde auch klangtechnisch exzellent aufgenommen. Auf der anderen Seite immer wieder extrem leise Stellen, hochspannend "inszeniert", als ob Alfred Hitchcock Pate stehen würde.
Die wenigen Euro, die die CD kosten, lohnen sich absolut.
Andréjo (09.02.2022, 23:42): Grüß Dich, Maurice!
Danke für die Nennung der letzten CD - die könnte mich noch reizen. Ich habe sie mal auf die Warteliste gesetzt. Die Komposition von Chavez wäre neu für mich. Uirapuru kenne ich.
Von den anderen beiden Ginastera-CDs, die Du abgebildet hast, besitze ich die untere mit Erzähler (1) beim Panambi-Ballett.
Diese episch breite, aber in Abschnitten auch sehr schwungvolle, insgesamt recht pathetische und kleingliedrige Suite kenne ich auch noch in einer jüngeren Konkurrenzeinspielung mit Chor am Ende und ohne Erzähler. Ich wüsste jetzt gar nicht, ob ansonsten eine der beiden Aufnahmen vozuziehen ist.
(1) Der spricht doch spanisch, oder habe ich das falsch in Erinnerung?
:hello Wolfgang
Cetay (10.02.2022, 03:53):
Franz Schubert - Sinfonie h-Moll, D. 759 "Unvollendete" Radio Luxembourg SO, Louis de Froment
In dieser seltsamen Kopplung mit K. 201 begenete mir die Unvollendete vor ein paar Dekaden zum ersten Mal und machte maechtig Eindruck. Auch heute, nach Dutzenden von gehoerten Alternativaufnahmen habe ich an meinem "Original" nichts auszusetzen.
Maurice inaktiv (10.02.2022, 08:54):
Edvard Grieg : Sinfonie in C , Alte Norwegische Romanze mit Variationen, Drei Orchesterstücke aus Sigurd Jorsalfar
Malmö SO, Bjarte Engeset
Auf mich wirkt die Musik Griegs sehr beruhigend. Am Morgen sicher kein Fehler.
Maurice inaktiv (10.02.2022, 08:57): Grüß Dich, Maurice!
Danke für die Nennung der letzten CD - die könnte mich noch reizen. Ich habe sie mal auf die Warteliste gesetzt. Die Komposition von Chavez wäre neu für mich. Die CD ist wirklich sehr gelungen. Beim Mops ist sie auch preiswert zu haben gerade. Einer muss aber zugeschlagen haben. Der günstigste Anbieter konnte seine CD bereits verkaufen. Bestimmt jemand aus dem Forum.
tapeesa (10.02.2022, 09:17):
Nein, lieber keine (auch zu alt und Sonstiges :) ); finde die Funktion hat überwiegend Nachteile, auch wenn es mal passen kann. Der Begriff Lobessternchen hat aber was ^^ . (Dass ich in Erinnerung an Schulzeiten sowieso innerlich bei dir etwas strammer stehe, muss genügen :P .)
@Maurice und @Andréjo Danke euch für die Vorschläge. Wollt ihr nicht einen eigenen Thread zu Ginastera aufmachen? Fände schade, wenn das hier untergeht. Vasily Kalinnikov : Sinfonien Nr.1 & 2 Heute mal ungewöhnliches Repertoire zum Start in den Tag. Kalinnikov höre ich auch manchmal gerne. ______
Alberto Ginastera, Orchestral Works 1: Estancia - Ollantay - Pampeana No. 3 Lucas Somoza Osterc, Bariton BBC Philharmonic, Juanjo Mena
Andréjo (10.02.2022, 11:36):
Dass ich in Erinnerung an Schulzeiten sowieso innerlich bei dir etwas strammer stehe, muss genügen :P Die einen oder anderen hätten bisweilen ruhig etwas strammer stehen können. Äußerlich. :beer Wolfgang
Was ich nachher höre:
Hippig tief (415!) und spritzig. KV 63 - ein frühes Divertimento (Cassation) - ist gar nicht schlecht, KV 190 - Concertone für 2 Violinen (sowie Oboe und Violoncello) mit Orchester - nichts Wesentliches, da zu lang und strukturell unausgegoren. KV 239 - Serenata notturna - schätze ich wegen seines Humors und der Pauken.
Cetay (10.02.2022, 12:31): @Andréjo Das Lobessternchen ist nicht fuer dich, sondern fuer die Interpreten. :thumbsup:
Maurice inaktiv (10.02.2022, 13:31): @Maurice und @Andréjo Danke euch für die Vorschläge. Wollt ihr nicht einen eigenen Thread zu Ginastera aufmachen? Fände schade, wenn das hier untergeht. Danke, ich habe gerade wenig Lust zur Eröffnung irgend welcher Threads in irgend welchen Foren. Sorry. Doch immerhin reicht es für eine Anregung. Die Chandos-Aufnahmen kenne ich nicht, daher halte ich mich da zurück. Nur mal so nebenbei gesagt.
Kalinnikov höre ich auch manchmal gerne. Er tut nicht weh. :D Ich gehe ja gerne auch mal weg vom Mainstream.
Andréjo (10.02.2022, 16:14): @Andréjo Das Lobessternchen ist nicht fuer dich, sondern fuer die Interpreten. :thumbsup: :thumbup:
Cosima (10.02.2022, 20:45):
Großartige Liveaufnahme aus 1956. Arrau spielt Mozart mit einem gewissen Ernst, so wie er alle Komponisten mit Tiefe und Seriosität interpretierte, aber ohne sie gleichzeitig mit Schwere zu belasten.
Und dann dieser herrliche Arrau-Klavierklang... :down
Cetay (11.02.2022, 02:24): Ich finde den tiefergelegten 415Hz-Sound von Gedaermen immer wieder hoechst stimulierend:
Ganz schoen duester. Im ersten und zweiten Konzert tragen jeweils vier von 7 bzw. 8 Saetzen die Bezeichung Grave.
tapeesa (11.02.2022, 05:22): Paul Juon - Violinsonaten Nr. 1 - 3; Charles Wetherbee, Violine; David Korevaar, Klavier
Schubert, Goethe-Lieder, die Erlkönig-Vertonung; D. Fischer-Dieskau / Gerald Moore
Maurice inaktiv (11.02.2022, 11:22):
Felix Woyrsch : Sinfonien Nr. 4 & 5 AD: 2015
NDR-Radiophilharmonie , Thomas Dorsch
Felix Woyrsch, im gleichen Jahr wie Gustav Mahler geboren (1860), wurde so etwas wie "Altonas Generalmusikdirektor". Geboren in Schlesien, führte sein Weg über Dresden in jungen Jahren nach Altona, dem heutigen Stadtteil von Hamburg. Dort wurde er 1887 Leiter der "Liedertafel", 1893 des Kirchenchores und 1895 der dortigen Singakademie,
1903 schuf er die Städtischen Volks-und Sinfoniekonzerte. 1901 zum Professor ernannt, kam er 1917 zur Preußischen Akademie der Künste nach Berlin. Bis 1931 war er noch als Chor-und Orchesterdirigent tätig. Bis 1933 wurden seine Werke sehr oft aufgeführt, doch mit der Zwangspensionierung im gleichen Jahr ließen die Aufführungen seiner Werke nach.
Woyrsch, der bis zum Ende seiner Kompositionen stets tonal und konservativ schrieb, schätzte deshalb aber trotzdem seine Zeitgenossen, etwa Schönberg und Hindemith, ohne aber etwa von ihnen beeinflusst gewesen zu sein. Man kann das gut an den Werken dieser CD erhören. Seine Sinfonien Nr.2-4 entstanden alle in der Zeit 1928-1940, doch sie klangen immer noch im spätromantischen Stil. Seine ganz frühe Sinfonee von 1884 hatte er leider verworfen, die dann 1.Sinfonie stammt aus dem Jahre 1908.
Seine 4.Sinfonie feierte 1931 in Aachen einen großen Erfolg. Eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, wie konservativ sie gehalten war. Ich finde, die Werke lassen sich gut anhören, wirken nicht aufgeblasen, sondern irgendwie "norddeutsch kurz und bündig".
Schön wäre es, wenn CPO auch die 1.Sinfonie noch einspielen würde. Dann wäre das Ganze komplett.
Philidor (11.02.2022, 12:20): HIer wieder mittagspäusliche Musik.
Alfred Schnittke: Streichquartett Nr. 1 (1966)
Kronos Quartet
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (11.02.2022, 18:22): Hier nun ebenfalls Sechzehnsaitiges.
Allegro calmo, senza rigore 8`41 Vivace 3`26 Chacony. Sostenuto 15`25
Mein Favorit unter Brittens drei Gattungsbeiträgen - im Nachhall seines grandiosen Peter Grimes entstanden. Auf mich wirkt es jedesmal wie eine Eichenrinde im Frühtau: frisch, rauh und doch geschmeidig. Die Amadianer spielen mit aller gebotenen Aufgekratztheit, mit Lust, mit Sturmfrisur, mit der passenden Innenschau für den Beginn des Schlußsatzes, mit augenzwinkerndem Undertatement.
Habe die Aufnahme irgendwann überglücklich auch noch als LP ergattert (ohne die Sinfonietta - in der gezeigten CD-Edition übrigens vom Wiener Oktett gespielt). Für den Alltagsgebrauch entscheide ich mich freilich für den Silberling und schone das edle Vinyl.
Philidor (11.02.2022, 18:24): Nach der langweiligsten Bruckner 5, die ich je gehört habe, und über welche nur höflich zu schweigen ist, fühlte ich mich vom ersten Stück dieses Teilzyklus ebenfalls recht enttäuscht. Wilhelm Tells Kapelle fehlte für meine Begriffe jeder Hauch von Spiritualität, das Cover wäre somit schon fast als Lüge zu bezeichnen ... aber da, wo es ums Funkeln geht, wo Glitzerpianistik verlangt ist, da gab Cziffra dem Affen Zucker.
Franz Liszt: Années de pèlerinage - Première année: Suisse
György Cziffra, Klavier
Gruß Philidor
:hello
Philidor (11.02.2022, 19:16): Und weiter in Schwarz-Weiß.
Claude Debussy: Préludes (livre II)
Alain Planès, Klavier (Bechstein 1897)
Gruß Philidor
:hello
Amonasro (11.02.2022, 22:11):
Gaetano Donizetti/Felice Romani: Anna Bolena
Anna Bolena - Maria Callas Giovanna Seymour - Giulietta Simionato Lord Riccardo Percy - Gianni Raimondi Enrico VIII - Nicola Rossi-Lemeni Smeton - Gabriella Carturan Sir Hervey - Luigi Rumbo Lord Rochefort - Plinio Clabassi
Orchestra e Coro del Teatro alla Scala, Gianandrea Gavazzeni
Gruß Amonasro
Cetay (11.02.2022, 23:37): Nach ein paar Minuten brach ich verbluefft ab, um das nochmal ganz in Ruhe von vorn zu hoeren. Aber nicht ohne dieses Major Event erst hier verkuendet zu haben:
Ludwig van Beethoven - Klavierkonzert D-Dur, op. 61a (Transkription des Violinkonzerts op. 61) Gianluca Cascioli, Ensemble Resonanz, Riccardo Minasi
Cetay (12.02.2022, 01:32): Ludwig van Beethoven - Klavierkonzert Gianluca Cascioli, Ensemble Resonanz, Riccardo Minasi 8o Bei diesem Ensemble erwacht selbst das totgerittene Vierte wieder zum galoppierenden Vollblueter.
Jetzt:
Franz Schubert - Sinfonien Nr. 1 D-Dur, D. 82 & Nr. 4 c-Moll, D. 437 "Tragische" ASMF, Neville Marriner
Philidor (12.02.2022, 08:20): Ludwig van Beethoven - Klavierkonzert D-Dur, op. 61a (Transkription des Violinkonzerts op. 61) Gianluca Cascioli, Ensemble Resonanz, Riccardo Minasi Oh ... eine neue Scheibe von Resonanz+Minasi ... :leb ... danke für den Hinweis!
Philidor (12.02.2022, 09:05): Die Nacht war winterlich kalt.
Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 1 e-Moll op. 39
New Sealand Symphony Orchestra Pietari Inkinen
Im ersten Satz haben mich die Steigerungen nicht überzeugt. Klang ziemlich wie „nach Plan exekutiert“.
Der zweite Satz war mir in seinen bewegten Abschnitten ein wenig zu grobschlächtig, da gab es mir zu wenig Zauber, zu wenig Mystik im Spiel der Kräfte. Das habe ich schon weniger vordergründig gehört.
Die Neuseeländer machen alles richtig, aber gerade im dritten Satz bleibt das steif. Da sprühen keine Funken, die Musik beginnt nicht zu tanzen.
Am besten hat mit das Finale gefallen, gleich in den Zuspitzungen des Anfangs, aber auch im großen lyrischen Thema danach, nicht gefühlig oder gar kitschig, sondern tief. Hier höre ich das Orchester an einem Strang ziehen, was vorher nicht ganz so schien. Leider macht ein gelungenes Finale noch keine gute Aufnahme einer Sinfonie.
Unterm Strich nicht schlecht, doch imho ein gutes Stück von den besten Aufnahmen entfernt. Da fällt mir insbesondere Santtu-Matias Rouvali mit den Göteborgern ein, aber auch Sir Colin Davis live in London und Bernstein „bigger than life“ mit den Wienern. Die sind mMn bei op. 39 einfach in einer anderen Liga. Oder, wenn es denn unbedingt „something else“ sein soll, Berglund, der das CEO zwar mit 14 ersten Violinen aufspielen ließ, was nun auch nicht mehr kammerorchestral ist, der aber für Schlankheit im Klang und für Transparenz sorgte und die Faszination des Werks auf dem Wege der Zeitgestaltung statt über schiere Klangwucht aufblühen ließ.
Andere Sinfonien aus diesem Zyklus habe ich als besser gelungen in Erinnerung – bin gespannt!
Gruß Philidor
:hello
Philidor (12.02.2022, 09:39): Nach ein paar Minuten brach ich verbluefft ab, um das nochmal ganz in Ruhe von vorn zu hoeren. Aber nicht ohne dieses Major Event erst hier verkuendet zu haben:
Von
Ludwig van Beethoven - Klavierkonzert D-Dur, op. 61a (Transkription des Violinkonzerts op. 61) Gianluca Cascioli, Ensemble Resonanz, Riccardo Minasi Von dieser CD erklang hier das vierte Klavierkonzert in einer Version aus dem Jahre 1808 mit einem in virtuoser RIchtung erweiterten Klavierpart.
Aber ja - ganz wunderbar ... Cascioli, Minasi und die Wiederklinger vermeiden die bisweilen gehörte, erhaben-weihevolle "Orpheus in der Unterwelt"-Attitüde. Ich fand's sehr hörenswert, vielen Dank für den Tipp!
Gruß Philidor
:hello
Philidor (12.02.2022, 10:33): Angeregt durch andere Auditionen.
Alberto Ginastera: Panambí op. 1
Ladies of Manchester Chamber CHoir BBC Philharmonic Juanjo Mena
Jooo ... wenn man auf Orchestergefunkel steht ... jedenfalls eine Alternative, wenn man nicht dauernd Daphnis et Chloé oder Stravinsky hören will ...
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (12.02.2022, 12:59): - Pablo Picasso - Music of his Time - Isaac Albéniz' Iberia (Trio Campanella) - Mompou spielt Mompou - Música Callada
Amonasro (12.02.2022, 15:08): Nochmal Donizetti:
Gaetano Donizetti: La favorita
Leonora di Gusman - Fedora Barbieri Fernando - Gianni Raimondi Alfonso XI - Carlo Tagliabue Baldassare - Giulio Neri Don Gasparo - Mariano Caruso Ines - Loretta di Lelio
Orchestra Sinfonica e Coro di Torino della RAI, Angelo Questa
Gruß Amonasro
Philidor (12.02.2022, 15:25): Weiter mit Liszt und Cziffra.
Franz Liszt
Années de pèlerinage - Deuxième année: Italie Supplément: Venezia e Napoli
György Cziffra, Klavier
Das ist schon verschärfter Stoff ... alleine die Dante-Sonate ...
Gruß Philidor
:hello
Cosima (12.02.2022, 15:41):
Kaiser in seinem Buch „Große Pianisten“ über Arrau:
„Man muss Arrau freilich konzentriert und diszipliniert zuhören, man muss die Bereitschaft, Exzentrisches, Drängendes, Wildes, Entflammtes für wichtiger und schöner zu halten als Expressives, Gebundenes, Ernstes und Genaues, ein wenig dämpfen.“
Hier bei Chopin betonte Arrau die dramatischen Seiten. Mir gefällt das. Vor allem liebe ich auch in diesem Livemitschnitt von 1960 wieder seinen herrlich leuchtenden, klaren und dunklen Klavierklang. Das ist fulminant gespielt! :down
Cosima (12.02.2022, 16:54): Arrau sagte über die Interpretation der Brahms-Klaviersonate op. 5 im Gespräch mit Joseph Horowitz („Leben mit der Musik“):
"J.H.: Die Sonate hat einen bemerkenswert langsamen Satz. Könnten wir ein wenig darüber sprechen? Er ist ein solcher Gipfel.
C. Arrau: Jeglicher Musik! Für mich ist es die schönste Liebesmusik nach dem Tristan. Und die erotischste, wenn man wirklich loslegt, ohne jegliche Verlegenheit. Und wenn man sie langsam genug spielt."
Und so spielt Arrau das Andante am 5. Februar 1978 in New York: Ohne Verlegenheit, langsam und sehr erotisch. :)
Philidor (12.02.2022, 16:59): Hier nochmal Sibelius von unseren Antipoden.
Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43
New Zealand Symphony Orchestra Pietari Inkinen
Das fand ich nun sehr überzeugend. Vor allem von der Ablauflogik her, aber auch dieses Gefühl der Unentschlossenheit bei der ersten - hier keine Spur. Ich habe die Aufnahme sehr gerne gehört.
Gruß Philidor
:hello
Cosima (12.02.2022, 17:17): Ich glaube, ich habe nur noch eine weitere Aufnahme der Brahms-Sonate op. 5 in meinem Bestand. Das wundert mich, ist das doch so ein tolles Werk. (Aber vielleicht hatte ich nach Arrau aufgehört zu suchen.) Jedenfalls spielt jetzt Julius Katchen eben jene Klaviersonate.
Arrau benötigt für das Andante 12:37, Katchen hingegen 12:17.
Katchen war ein großartiger Brahms-Interpret, das ist keine Frage, aber im direkten Vergleich: Was Arrau in dem o.g. Live-Mitschnitt aus 1978 vollbracht hat, das ist einfach nur umwerfend in seiner Eindringlichkeit. Das ist wie ein kleines Wunder (obgleich das Publikum nervt). Oder anders gesagt: Arrau hatte es wirklich auf den Punkt gebracht in dem Buch und perfekt im Konzert umgesetzt. Unter seinen Händen klingt der Satz sehr erotisch. Es ist die reinste Liebesmusik.
Philidor (12.02.2022, 18:23): Hier weiter Debussy.
Cluade Debussy: Préludes (Livre II)
Jean-Efflam Bavouzet, Klavier
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (12.02.2022, 19:03): Diese kurzweilige Musik versüßte mir heute zwei potentiell langweilige Autostunden durchs Berner Mittelland:
Georges Onslow
Klaviertrios op. 14 Nr. 2 und op. 27
Trio Cascades (CD, cpo, 2005)
Früh-bis Hochromantik der feinsten Art. Das zweite Trio schliddert kurzzeitig mal Richtung Beinahe-Zusammenstoß mit Spohr`scher Süßlichkeit. Am Ende aber bleibt alles gediegen. Ein geschmackvolles Messen und Nehmen der Mittel - Ohren und Gemüt erfreuend.
Ignaz Pleyel
Sinfonia concertante A-dur op. 57 für Violine, Klavier und Orchester
Werner Grobholz, Werner Genuit, ASMF - Iona Brown (CD, cpo (urprünglich EMI), 1977)
Recht mozartisch, dieser Pleyel. Im abschließenden Rondo moderato machen die tapsigen Alla breve-Begleitfiguren im Holz Spaß: Terz rauf, Terz hinab, Sekund rauf, Sekund hinab - erinnert an Haydns Nr. 101.
Cosima (12.02.2022, 21:28):
Eine Brahms op. 5 habe ich noch gefunden: Géza Anda, 1957
Anda spielt das Andante in 10:16, also deutlich schneller als Arrau und Katchen. Mir gefallen sein sonorer Klavierton und sein kraftvoller Vortrag. Er spielt auch sehr klar.
Das ist auch eine sehr schöne Deutung, ganz anders als bei Arrau, dessen magische Live-Interpretation ich jedoch den beiden anderen vorziehe.
Cosima (12.02.2022, 21:49): Nun kommen doch noch mehr Aufnahmen der Brahms-Klaviersonate op. 5 ans Licht. Irgendwie hatte ich den Rubinstein völlig vergessen. Er spielt das Andante in 10:23, also ähnlich wie Katchen. Ich muss aber zugeben, dass ich Rubinsteins Klavierspiel generell nicht besonders gern höre, egal mit welchem Komponisten - und so ist es auch hier. Vielleicht leiten mich Vorurteile, aber ich kann nicht anders: Das klingt für mich eher nichts sagend und uninteressant.
Natürlich müsste man insgesamt auch die ganze Klaviersonate vergleichen, aber für den Moment ist dies eben mein Eindruck.
Cosima (12.02.2022, 22:05): Dies müsste nun aber die letzte Brahms op. 5 sein. Eine besondere Meinung habe ich insgesamt zu Clifford Curzon nicht. Natürlich ein toller Pianist, aber keiner an dem mein Herz hängen würde. Er spielt das Andante in 11:44. Das ist zwar langsamer als zum Beispiel Rubinstein, aber es bleibt bei mir ein ähnlicher Eindruck haften: Das ist nicht „meine“ Deutung. Was damit zusammenhängen mag, dass ich Arrau hier so überragend finde. Das prägt nun einmal. Curzon geht mir auch zu ruppig zu Werke, das merkt man gleich im ersten Satz.
So, das war es dann mit Brahms' op. 5, zum Abschluss höre ich jetzt den Arrau noch einmal komplett. :)
Philidor (13.02.2022, 08:43): Auch heute war wieder eine Frostnacht. Brötchenholen macht warm.
Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 3 C-Dur op. 52
New Sealand Symphony Orchestra Pietari Inkinen
Auch diese Aufnahme fand ich sehr hörenswert. Im ersten und letzten Satz gibt es in mancher prominenter Aufnahme einen Durchhänger, und der große Bogen kommt nicht zustande. Hier entfaltet sich alles wunderbar folgerichtig. Überhaupt ist es wunderbar, wie Sibelius hier aus den ersten Takten des Kopfsatzes wunderbar die Form entfaltet. In diesem einen Punkt ist das Werk Brahms 2 und Dvorak 6 verwandt und löst das selbstgestellte Problem des Aufbaus aus dem (fast) Nichts genauso überzeugend wie die beiden Blaupausen der sinfonischen Literatur. (Zugegeben hat Mahler da knapp 20 Jahren vorher in seiner ersten noch eine Schippe draufgelegt in Sachen "Entfaltung aus dem Nichts" ...)
Gruß Philidor
:hello
Philidor (13.02.2022, 09:03): Septuagesimae.
Johann Sebastian Bach: "Ich bin vergnügt mit meinem Glücke" BWV 84
Dorothee Mields, Sopran Collegium Vocale Gent Philippe Herreweghe
Sehr fein.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (13.02.2022, 09:12): Und nochmal aufstrebende Künstler.
Gloria Coates: Streichquartett Nr. 1 ("Protestation Quartet", 1966)
Kreutzer Quartet
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (13.02.2022, 09:37):
Jean Sibelius : Sinfonien Nr.1 & 4
London SO, Sir Colin Davis AD: 2006 & 2008
Sir Colin Davis spielte insgesamt drei Mal die Sinfonien von Sibelius ein. Einmal mit dem Boston SO und zwei Mal mit dem London SO.
tapeesa (13.02.2022, 11:45): Juan Crisóstomo de Arriaga - Streichquartette 1 - 3; Cuarteto Casals - aus der 2. CD: 1. Los esclavos felices, Ouvertüre; Algarve Orchestra, Álvaro Cassuto
Juan Crisóstomo de Arriaga (1806 - 1826) war ein spanischer (baskischer) Violinist und Komponist, der sehr jung an Tuberkulose starb.
Sfantu (13.02.2022, 12:12): @tapeesa
viel Freude mit Arriaga! Besonders die Quartette finde ich herausragend.
Franz Schubert
Sinfonie Nr. 6 C-dur D 589
The London Classical Players - Roger Norrington (CD, EMI, 1992)
Dies bleibt meine favorisierte Einspielung der kleinen C-dur (und ebenso der Vierten) - so erfrischend und knusprig-zupackend hörte und höre ich das sonst nirgends. Das Andante joggt zwar fast schon statt zu schreiten und auch der Finalsatz kommt recht flott daher. Daß mir als einem Verfechter gemessener Tempi diese Darbietung dennoch die liebste ist und bleibt, spricht für die überzeugende Gesamtkonzeption. Norrington gehört ja zu den Kandidaten, die bei Dave Hurwitz schon verloren haben, sobald er ihren Namen ausspricht. Und so wundert es kaum, daß er letzthin seinen Abtritt in den Ruhestand feierte, als sei eine Pandemie überstanden. Seine Gründe dafür sind mir zu pauschal (überhaupt ist er selten gut auf die historisierende Aufführungspraxis zu sprechen). Immerhin streut er gelegentlich die Bemerkung "You may disagree" ein. Indeed, I do.
tapeesa (13.02.2022, 12:42): viel Freude mit Arriaga! Danke! Mit genauerem Hinhören erschließt sich immer mehr. Raum und Weite erlebe ich hier zusammen, kraftvoll im Kern. In Gedanken mit Soltis Interpretationen und auch Ginastera, dessen Musik große Traumräume eröffnet, sehr spannend.
Ich gehe gleich im Forum auf Suche; zwei CDs mit Arriagas Streichquartetten (Quartet Sine Nomine und Voces String Quartet) habe ich auch entdeckt.
Philidor (13.02.2022, 13:54): Norrington gehört ja zu den Kandidaten, die bei Dave Hurwitz schon verloren haben, sobald er ihren Namen ausspricht. Tjaja. Wundertüte Hurwitz ... mal scheint er den Nagel 100%ig auf den Kopf zu treffen, mal scheint er voll daneben zu liegen. Aber unterhaltsam sind seine Besprechungen auf YouTube - jedenfalls eine Zeit lang ...
Hier wieder Kiwi-Sibelius:
Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 4 a-Moll op. 68
New Zealand Symphony Orchestra Pietari Inkinen
Meine Maßstäbe bei Sib 4 sind denkbar primitiv: Trau keinem über 10 Minuten (im dritten Satz ...).
Inkinen scheitert mit 10:56 an der unfehlbaren Philidorschen Maßgabe :D , doch klingt der Satz hier so gar nicht larmoyant. Das ist in nur wenigen Aufnahmen der Fall; da muss man gar nicht die in dieser Hinsicht unübertroffen selbstbemitleidende Aufnahme Bernsteins bemühen. Ich mag diese Aufnahme! Dies, obwohl sie am Schluss doch Tempo rausnimmt ... Sibelius wollte hier explizit kein Ritardando, und in den besten Aufnahmen hört man das auch, und das Stück bekommt eine andere Wirkung. Meine Favoriten Collins, HvK/Philharmonia, Barbirolli, Blomstedt löst sie nicht ab.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (13.02.2022, 17:06): Aus den Top 3 der Werke für Quartett zwischen 1950 und 2000 ...
Brian Ferneyhough: Sonatas for String Quartet (1967)
Arditti Quartet
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (13.02.2022, 18:51): Angestoßen durch tapeesa hatte ich über den heutigen Tag verteilt viel Freude und Kurzweil mit den Arriaga-Quartetten - die Sachen hatte ich sträflicherweise geraume Zeit nicht mehr aufgelegt:
Quatour de Genève
Quartette Nr. 1 und 2 (LP, Music Hall, ca. 1970)
Quartett Nr. 3 (LP, ex libris, 1984)
Rasoumovsky Quartet
(LP, Philips, 1983)
Quartet Sine Nomine
(CD, Claves, 1995)
Philidor (13.02.2022, 19:39): Nach einer imho sehr hörenswerten Bruckner 5 mit Sinopoli und den Dresdenern nochmal Liszt und Cziffra.
Franz Liszt: Années de pèlerinage - Troisième année
György Cziffra, Klavier
Gruß Philidor
:hello
Amonasro (13.02.2022, 21:15):
Carl Maria von Weber/Friedrich Kind: Der Freischütz
Ottokar - Hermann Prey Kuno - Ernst Wiemann Agathe - Elisabeth Grümmer Ännchen - Lisa Otto Kaspar - Karl Christian Kohn Max - Rudolf Schock Ein Eremit - Gottlob Frick Kilian - Wilhelm Walter Dicks Samiel - Fritz Hoppe
Chor der Deutschen Oper Berlin Berliner Philharmoniker, Joseph Keilberth
Gruß Amonasro
Cetay (14.02.2022, 02:06):
Franz Schubert - Sinfonien Nr. 1 D-Dur, D. 82 & Nr. 4 c-Moll, D. 437 "Tragische" ASMF, Neville Marriner
Ich habe diesen Zyklus mittlerweile komplett -samt aller Fragmente, Orchestrierungen & Vervollstaendigungen- durchgehoert und muss mein Bild vom Symphoniker Schubert revidieren. Alle Achte (oder Neune oder Zehne oder wie man auch immer zaehlen will) haben ihre Meriten und bleiben vorerst im Hoerrepertoire. Die warm leuchtende Academy ist unter Marriners forscher und geschmeidiger Stabfuehrung in absoluter Bestform. So gefaellt sogar die 9. (Grosse C-Dur), die hier nicht wie so oft mit Extra-Gewichten belastet wird. Sicher gibt es zu Einzelwerken Alternativen, aber in puncto Homogenitaet, Durchhoer- & Langzeittauglichkeit kann ich mir keinen besseren Zyklus vorstellen.
Cetay (14.02.2022, 02:17): Jetzt bin ich sehr gespannt hierauf:
Franz Schubert - Sinfonie h-Moll, D. 759 "Unvollendete" L'Orfeo Barockorchester, Michi Gaigg
Gaigg laesst nur 'fertige' Fragmente spielen - das Scherzo bricht nach einer halben Minute ab.
Cetay (14.02.2022, 03:46): Jetzt Minasi mit dem Bogen satt mit dem Stab.
Maurice inaktiv (14.02.2022, 15:59): Ich habe diesen Zyklus mittlerweile komplett -samt aller Fragmente, Orchestrierungen & Vervollstaendigungen- durchgehoert und muss mein Bild vom Symphoniker Schubert revidieren. Alle Achte (oder Neune oder Zehne oder wie man auch immer zaehlen will) haben ihre Meriten und bleiben vorerst im Hoerrepertoire. Die warm leuchtende Academy ist unter Marriners forscher und geschmeidiger Stabfuehrung in absoluter Bestform. Ich konnte damals diese Aufnahmen günstig in einem Laden erwerben, den es so auch nicht mehr gibt. Gerade über die eingespielten Fragmente hatte ich mich sehr gefreut. Und ich stimme Dir zu, das Ganze wurde sehr vital und mitreißend gestaltet.
Philidor (14.02.2022, 17:47): Bei diesem Werk ist es freilich sehr schwierig, gegen die Konkurrenz einen Stich zu machen ...
Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 5 Es-Dur op. 82
New Zealand Symphony Orchestra Pietari Inkinen
Mit 33:05 liegt Inkinen freilich nicht auf der zügigen Seite. Die Aufnahme hat mir trotzdem gut gefallen, keine Gefühligkeiten, schön stringent. Doch habe ich Aufnahmen im Ohr, die mich noch mehr überzeugten ... 73 Jahre Aufnahmegeschichte von Kajanus (1935) bis Inkinen (2008) sind eben auch eine Last. Interessant erscheint mir allerdings, dass zu Sibelius' Lebzeiten sub-30-Minuten-Aufnahmen die Regel waren, wohingegen nach 1957 fast jede Aufnahme über 30 Minuten liegt. Tempora mutantur ...
Gruß Philidor
:hello
Cetay (15.02.2022, 06:46):
Wofgang Amadeus Mozart - Sinfonia Concertante Es-Dur, K. 279b Hugo Gehring (Fagott), Ernst Flackus (Klarinette), Gerhard Gormer (Horn), Fritz Fischer (Oboe), Orchester Promusica Stuttgart, Rolf Reinhardt (AD: 1952)
Maurice inaktiv (15.02.2022, 09:40):
Cesar Franck : Sinfonie d-moll Ernest Chausson : Sinfonie B-Dur
Orchestre de la Suisse Romande , Marek Janowski
Eine interpretatorisch und aufnahmetechnisch vorzüglich gelungene CD.
Maurice inaktiv (15.02.2022, 10:30):
Hendrik Andriessen : Complete Symphonic Works AD: 2011-2014
Daraus die CD-Nr.1 : Sinfonie Nr.1, u.a.
Netherlands Symphony Orchestra , David Porcelijn
Henrik Andriessen (1892-1981), ein niederländischer Komponist, war mir völlig unbekannt gewesen. Daher hatte ich mal bei JPC zugegriffen, als diese Box im Angebot war. Er hat bei Bernard Zweers (Komposition) und Jean-Baptist de Pauw (Orgel) am Konservatorium von Amsterdam studiert. Dort unterrichtete er selbst von 1927 bis 1948. Dazu unterrichtete er Orgel, Komposition und Musiktheorie in Utrecht von 1930 bis 1949 an der Schule für Katholische Kirchenmusik. 1937 wurde er Leiter des Utrechter Konervatoriums. Er weigerte sich mit dem Nazis zusammenzuarbeiten. 1949 wurde er Leiter des Königlichen Konservatoriums Den Haag (bis 1958). Ab 1954 war er Professor für Musikwissenschaft an der Katholischen Universität von Nijmwegen (bis 1963).
Starke Einflüsse von Cesar Franck (der Kreis heute schließt sich also wieder) und Alphons Diepenbrock, später aber auch Debussy, d'Indy und Roussel.
Seine 1.Sinfonie vollendete er 1930. Die Uraufführung dirigierte kein geringerer Als Eduard van Beinum am 01.10.1930 mit der Haarlemsche Orkest-Vereeinigung. Das Werk geht rund 25 Minuten. Es war das erste Mal, dass sich Andriessen mit einem großen, eigenen Orchesterwerk präsentierte. Es ist recht konservativ gehalten, was aber zu ihm passte.
Maurice inaktiv (15.02.2022, 14:00):
Anton Bruckner : Sinfonie Nr.8 AD: 02/03.09.2002, Live-Mitschnitt aus Wien
Gustav Mahler Jugendorchester, Franz Welser-Möst
Ein unglaublich gutes Konzert, was man da abgeliefert hat damals. Die Aufnahme wurde aus zwei Abenden zusammengeschnitten. Es wäre interessant zu wissen, welche der damals beteiligten Musiker heute in den Orchestern weltweit agieren.
Philidor (15.02.2022, 16:18): Hier weiter mit Holmboe.
Vagn Holmboe: Streichquartett Nr. 9 (1965/66, rev. 1969)
The Kontra Quartet
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (15.02.2022, 16:46): Hatte seinerzeit auch die Andriessen-Einspielungen von Porcelijn als Einzel-CDs erworben - dazu noch Einiges mehr von Andriessen auf CD und Schallplatte. Sein Sohn Louis, der im vergangenen Jahr verstarb, war ebenfalls Komponist - ein gegen Konventionen ankämpfender und politischer Kopf, der gern provozierte. In einem Interview im Schweizer Radio sagte er, auf die Bedeutung von Harmonien angesprochen: "Fuck You with these accords! I do what I do. If it sounds good, it sounds good. If it sounds bad, it sounds bad." Seine 1.Sinfonie vollendete er 1930. Die Uraufführung dirigierte kein geringerer Als Eduard van Beinum am 01.10.1930 mit der Haarlemsche Orkest-Vereeinigung. Das Werk geht rund 25 Minuten. Es war das erste Mal, dass sich Andriessen mit einem großen, eigenen Orchesterwerk präsentierte. Es ist recht konservativ gehalten, was aber zu ihm passte. Inwiefern konservativ? Welche Referenzpunkte gäbe es da?
Philidor (15.02.2022, 17:36): Hier wieder Sibelius aus Neuseeland.
Jean Sibelius
Sinfonie Nr. 6 op. 104 Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 105
New Sealand Symphony Orchestra Pietari Inkinen
Die Sechste, gut. Die Siebte fand ich dann sogar noch besser, mit schönen Spannungsverlauf, schönen Farben. Beide Sinfonie sind klanglich ziemlich schlank wiedergegeben. - Insgesamt also in meiner Wahrnehmung ein durchwachsener Zyklus mit Höhepunkten bei der 2. und 3. Sinfonie und gut anhörbarer 4., 6. und 7. Sinfonie.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (15.02.2022, 18:42): Nun wieder schwarz-weiße Pilgereien.
Franz Liszt:
Années de pèlerinage - Première année: Suisse Isoldes Liebestod
Alfred Brendel, Klavier
So fein Brendel die lyrischen Stellen nimmt - Ciccolinis Geclingel und Cziffras Czirczenczik haben auch was. Warten auf Berman?
Gruß Philidor
:hello
Cosima (15.02.2022, 19:06):
Jean Muller hörte ich heute zum ersten Mal. Wunderbares Klavierspiel, das mir bei Mozart auf Anhieb gefiel: spritzig, frisch, voll und klangschön; beherzt aber nicht ruppig. Eben keine verzärtelte oder zu gewichtig daherkommende Interpretation. Eine ganz tolle Entdeckung. Von diesem Pianisten möchte ich noch mehr hören.
Philidor (15.02.2022, 19:56): Wunderbar.
Claude Debussy: Préludes (Livre II)
Krystian Zimerman, Klavier
Schon beim Durchhören mehrerer Aufnahmen des ersten Buches gefiel mir diese am besten, trotz Planès, Bavouzet, ABM , Robert Casadesus und Gieseking. Und jetzt war das wieder einfach nur gut ...
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (15.02.2022, 20:00): Inwiefern konservativ? Welche Referenzpunkte gäbe es da? Für das Jahr 1930 ist sie doch recht problemlos anhörbar, gemessen an der Zwölftonmusik, die es da schon lange gab. Es ist ein "Gemisch" aus "später Spätromantik" und dem französischen Impressionismus. Da ist Erwin Schulhoff mit seiner Ersten (1925 entstanden) doch etwas weiter. Es ist ja nicht erzkonservativ gehalten, und es war, wie beschrieben, eine Erstbegegnung mit dem Komponisten.
Jan Van Karajan (15.02.2022, 21:33): Hier:
https://m.media-amazon.com/images/I/71wmCvpvM4L._AC_UY327_QL65_.jpg Johann Sebastian Bach: Goldberg-Variationen Glenn Gould (Aufnahme von 1981)
Ich muss ehrlich zugeben, dass mir die frühere Aufnahme von 1955 besser gefällt, auch wenn die Klangqualität hier um einiges besser ist. Die Tempi wirken hier insgesamt weniger stimmig, und auch die insgesamte Frische der frühen Aufnahme vermisse ich hier. An das Summen von Gould werde ich mich in diesem Leben wohl nicht mehr gewöhnen können :D . Aber schlecht ist auch diese Aufnahme weiß Gott nicht. Grüße Jan :hello
Sfantu (15.02.2022, 23:47): Nach
Anton Dvořák
Sinfonie Nr. 7 d-moll op. 70
Royal Liverpool Philharmonic Orchestra - Libor Pešek (CD, Virgin, 1989)
Die Siebte ist seit jeher meine Favoritin bei Dvořák. Ausgereifte Tonsprache, souveräne Beherrschung der Mittel und auf ein wohltuendes Mindestmaß des gängigen Klischees böhmischer Seele reduziert. In der Achten und Neunten dominiert ein gefühlsseliges Sentiment, das mir nur selten gut bekommt. Die Siebte dagegen ist strenger und mehr brahmsisch. Pešek und die Briten erfreuen mit Stilempfinden und einem charaktervollen Ensembleklang. Das ist allemal lohnend. Allein ein letztes Quantum an unwirschem Nachdruck lassen sie vermissen. Lorin Maazel und Ilarion Ionescu-Galați gebühren darum bei mir am Ende weiterhin die vorderen Podest-Plätze.
Cetay (15.02.2022, 23:51):
Franz Schubert - Sinfonie Nr. 1 D-Dur, D. 82 Kammerorchester Basel, Heinz Holliger
Cetay (15.02.2022, 23:55): Die Siebte ist seit jeher meine Favoritin bei Dvořák. Ausgereifte Tonsprache, souveräne Beherrschung der Mittel und auf ein wohltuendes Mindestmaß des gängigen Klischees böhmischer Seele reduziert. In der Achten und Neunten dominiert ein gefühlsseliges Sentiment, das mir nur selten gut bekommt. Gegen diese Unbekoemmlichkeit hat Claus Peter Flor vielleicht die passende Medizin.
Cetay (16.02.2022, 00:57):
Kevin Keller - Riding the Purple Twilight JACK Quartet
Das Cover-Bild faengt die treibende Motorik der Aussensaetze (Allegro dangeroso & Presto mercato) treffend ein. Dazwischen gibt es ein Andante mysterioso. Diese Single ist eine sehr lohnende Investition von ener knappen Viertelstunde und nebenbei das erste Mal, dass ich etwas 'Anhoerbares' vom JACK Quartet erfahren habe.
Maurice inaktiv (16.02.2022, 10:15):
Johannes Brahms : Sinfonien Nr.3 & 4 AD: 2007-2009
Staatsorchester Rheinische Philharmonie , Daniel Raiskin
Maurice inaktiv (16.02.2022, 13:24):
Eduard Erdmann :Sinfonie Nr.3, op. 19 (1947) AD: 2004
Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt , Israel Yinon
Das 1951 in Essen durch Gustav König und dem Städtischen Orchester Essen uraufgeführte Werk erinnert, so Rudolf Bauer, zuweilen an die Tonsprache Rudi Stephans und lässt auch den Schüler Heinz Tiessens immer wieder durchdringen. Stephan, der den tragischen Tod auf dem Schlachtfeld 1915 bei Tarnopol ereilte, galt als einer der modernsten Komponisten des neuen, modernen Deutschlands. Tiessen, dessen Karriere durch die Nazis genau so zerstört wurde, wie jene vieler anderer ausgezeichneter Komponisten, die nach 1933 noch wirkten (oftmals im Ausland, oder - viel schlimmer - im KZ ermordet wurden), war der Lehrer Erdmanns gewesen 1915-1919.
Auch Erdmann war durch die Nazis in seiner Karriere stark beeinträchtigt worden. So war er als Komponist unerwünscht und legte seine Professur in Köln wegen den Nazis nieder. Er, der sich zunächst als ausgezeichneter Pianist einen Namen machen konnte, durfte immerhin als solcher weiterhin international agieren.
Seine 3.Sinfonie war nicht mehr ein stilistischer "Mischmasch" aus Spätromantik und Impressionismus gewesen, sondern ganz klar davon ein Stück entfernt. Modern, ohne aber atonal zu schreiben, gelang im ein Meisterwerk, was eigentlich viel öfter im Konzertsaal erklingen sollte. Es ist schon recht abstrakt geschrieben, zumindest ist das mein Hörempfinden. Ich höre das Werk aber gerade zum ersten Mal, daher kann sich das durchaus noch ändern.
Cetay (16.02.2022, 13:50):
Franz Schubert - Sinfonie Nr. 2 B-Dur, D. 125 B'Rock Orchestra, René Jacobs
Cetay (16.02.2022, 14:29):
Franz Schubert - Sinfonie Nr. 3 D-Dur, D. 200 Staatskapelle Berlin, Otmar Suitner
tapeesa (16.02.2022, 15:46): Begonnen:
Richard Wagner - Lohengrin
Falk Struckmann - Heinrich der Vogler Klaus Florian Vogt - Lohengrin Camilla Nylund - Elsa von Brabant Evgeny Nikitin - Friedrich von Telramund Katarina Dalayman - Ortrud Samuel Youn - Der Heerrufer des Königs François Soons, John van Halteren, Harry Teeuwen, Peter Arink - Brabantische Edle Tomoko Makuuchi, Michaëla Karadjian, Inez Hafkamp, Anneleen Bijnen - Edelknaben
Netherlands Radio Choir, Chorus of the Dutch National Opera Royal Concertgebouw Orchestra, Sir Mark Elder Live, Concertgebouw Amsterdam 18. und 20. Dezember 2015
Andréjo (16.02.2022, 16:49): Hier:
https://m.media-amazon.com/images/I/71wmCvpvM4L._AC_UY327_QL65_.jpg Johann Sebastian Bach: Goldberg-Variationen Glenn Gould (Aufnahme von 1981)
Ich muss ehrlich zugeben, dass mir die frühere Aufnahme von 1955 besser gefällt, auch wenn die Klangqualität hier um einiges besser ist. Die Tempi wirken hier insgesamt weniger stimmig, und auch die insgesamte Frische der frühen Aufnahme vermisse ich hier. An das Summen von Gould werde ich mich in diesem Leben wohl nicht mehr gewöhnen können :D . Aber schlecht ist auch diese Aufnahme weiß Gott nicht. Grüße Jan :hello Was Du schreibst, Jan, habe ich ähnlich schon öfters gehört und gelesen. Selber besitze ich nur die Einspielung von 1955. Mit deren Klang habe ich weiter keine Probleme - man darf ihn halt nicht zu hoch hängen - und mit der Intepretation (natürlich) sowieso nicht.
Im Zentrum meines Interesses - quantitativ gesehen! - befindet sich Bach nicht - aber diverse Jahrhundertproduktionen sollte man wahrscheinlich kennen. Glenn Gould sehe ich außerhalb seiner genialen Bach-Deutungen recht distanziert. Nun, dafür ist hier wohl nicht der Platz. Die Gründe kannst Du Dir vielleicht sogar denken und ich stehe da auch nicht so ganz alleine da. ;) :) Aber insofern nimmt der zweifellos bedeutende Kanadier für mich nicht den Rang ein, der ihm vielleicht wirklich gebührt, eben wegen dieser Bach-Deutung - der aber zumindest seine ungebrochen kultische Verehrung erklärbar machen würde.
:) Wolfgang
Jan Van Karajan (16.02.2022, 19:41): Lieber Wolfgang, Diese CD ist tatsächlich meine erste Begegnung mit Glenn Gould. Mir war allerdings bekannt, dass er durch diese Aufnahme der Goldberg-Variationen Weltruhm erlangt hat. Im Zentrum meines Interesses - quantitativ gesehen! Bei mir tatsächlich auch nicht, ich habe mich erst in letzter Zeit in diese Richtung orientiert. Die "Klassiker", wenn man es so nennen kann (Cellosuiten, Goldberg-Variationen und die Brandenburgischen Konzerte) kenne und schätze ich. Ich würde mich in nächster Zeit auch gerne mit den Violinkonzerten, dem Wohltemperierten Klavier und den geistlichen Chorwerken befassen.
Glenn Gould sehe ich außerhalb seiner genialen Bach-Deutungen recht distanziert. Nun, dafür ist hier wohl nicht der Platz. Die Gründe kannst Du Dir vielleicht sogar denken und ich stehe da auch nicht so ganz alleine da. Ich kenne ansonsten nichts von ihm, kann mir aber auch nicht vorstellen, dass mich sein Interpretationsansatz bei anderen Komponisten anspricht. Allein seine Äußerungen über Mozart... :D Grüße Jan :hello
Amonasro (16.02.2022, 20:37):
Carl Maria von Weber/Friedrich KInd: Der Freischütz
Ottokar - Bernd Weikl Kuno - Siegfried Vogel Agathe - Gundula Janowitz Ännchen - Edith Mathis Kaspar - Theo Adam Max - Peter Schreier Ein Eremit - Franz Crass Kilian - Günther Leib Samiel - Gerhard Paul Fürstlicher Jagdbursch - Friedrich Wilhelm Junge Heger - August Hütten Fürstlicher Leibschütz - Achim Schmidtchen
Rundfunkchor Leipzig Staatskapelle Dresden, Carlos Kleiber
Nochmal den Freischütz. Die Sänger der Keilberth-Aufnahme gefallen mir weitaus besser, auch wenn Kleibers Dirigat mit seinen teilweise extremen Tempi spannender ist.
Gruß Amonasro
Andréjo (17.02.2022, 00:30): Allein seine Äußerungen über Mozart... :D Ganz genau, lieber Jan! Das ist in knappster Form der wunde Punkt! Da fehlt mir in der Tat der Humor!
:thumbup: Wolfgang
Cetay (17.02.2022, 02:38):
Adam Roberts - Bell Threads Hannah Lash (Harfe), Erik Behr (Oboe), Mitglieder des JACK Quartet, u.a.
Eine sehr erfreuliches Album. Solos, Duos, Trios und Quartette in variablen Besetzungen und Unanhoerbarkeitsgraden. :thumbup:
Cetay (17.02.2022, 02:49): Jetzt wieder Traditionelleres:
Franz Schubert - Sinfonie Nr. 4 c-Moll, D. 417 "Tragische" Swedish Chamber Orchestra, Thomas Dausgaard
Cetay (17.02.2022, 13:32):
Franz Schubert - Sinfonie Nr. 5 B-Dur, D. 485 Capella Savaria, Nicholas McGegan
Maurice inaktiv (17.02.2022, 14:27):
Johannes Brahms : Sinfonie Nr.3 AD: 14.02.1990 , Köln
NDR-SO Hamburg , Günter Wand
Bei dem stürmischen Wetter nun passend dazu zur Beruhigung Johannes Brahms unter Günter Wand. Es ist, wer gestern Abend nicht mitbekommen hat, die jüngste Veröffentlichung der Sinfonien von Brahms unter Günter Wand. Sie wurden aber 1990-1992 in Köln und Hamburg live aufgezeichnet. Wenn die Angaben im Booklet stimmen, war es immer nur jeweils ein Konzert was stattgefunden hat, so dass man hier nicht aus verschiedenen Aufführungen zusammenschneiden konnte.
Die Aufnahmen wurden von Opus Klassik und dem Deutschen Musikpreis Echo ausgezeichnet habe ich gerade gesehen.
Philidor (17.02.2022, 19:12): zur Beruhigung Johannes Brahms unter Günter Wand Das hätte ich mich mal wagen sollen: Zu schreiben, dass Brahms-Sinfonien unter Günter Wand sich als Sedativum eignen ... :beer
Hier wieder Lisztus Peregrinus.
Franz Liszt: Années de pèlerinage - Deuxième année: Italie
Alfred Brendel, Klavier
... mit einer imho fantastischen Dante-Sonate. Unverhofft kommt oft.
Gruß Philidor
:hello
Amonasro (17.02.2022, 20:07):
Saverio Mercadante/Salvadore Cammarano: Virginia
Virginia - Susan Patterson Virginio - Stefano Antonucci Appio - Paul Charles Clarke Icilio - Charles Castronovo Marco - Andrew Foster-Williams Tullia - Katherine Manley Valerio - Mark Le Brocq
Geoffrey Mitchell Choir London Philharmonic Orchestra, Maurizio Benini
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (17.02.2022, 21:29): Das hätte ich mich mal wagen sollen: Zu schreiben, dass Brahms-Sinfonien unter Günter Wand sich als Sedativum eignen ... Dann hättest Du es halt geschrieben. Was wäre dann passiert? Nichts.
Nicolas_Aine (17.02.2022, 21:39): ganz ruhig, ihr beiden :)
Philidor (17.02.2022, 21:54): :saint:
Cetay (18.02.2022, 01:42): Die ueblichen Grundzutaten zum Fruehstueck:
Cenk Ergün - Sonare & Celare JACK Quartet
Franz Schubert - Sinfonie Nr. 6 C-Dur, D. 598 Northern Sinfonia - Thomas Zehetmair
Cetay (18.02.2022, 08:21): Weiter mit der Schubertsymphoniade:
Franz Schubert - Sinfonie "Nr. 7" E-dur, D. 729 (vervollstaendigt und orchestriert von Brian Newbold) Münchner Symphoniker, Kevin John Edusei
Maurice inaktiv (18.02.2022, 09:24):
Johannes Brahms : Sinfonie Nr.4 AD: 17.12.1990, Musikhalle Hamburg
NDR SO Hamburg, Günter Wand
tapeesa (18.02.2022, 10:32): Engelbert Humperdinck - Tonbilder aus Dornröschen (Prelude, Ballade, Wanderings, The Thorn Castle, Festival Sounds); Der Kaufmann von Venedig (Love Scene); Maurische Rhapsodie (Tarifa (Elegy at Summer), Tanger (A Night in a Moorish Coffee-House),Tetuan (A Night in the Desert); Die Marketenderin (Prelude) Czecho-Slovak Radio Symphony Orchestra (Bratislava), Martin Fischer-Dieskau
Cosima (18.02.2022, 14:50): Gestern hier eingetroffen und heute zum zweiten Mal im Player. Wow, ist das ein Vergnügen! :down
Trifonovs Klavierspiel ist sowieso umwerfend klangschön, alles wirkt mühelos, gleichzeitig aber prägnant und souverän. Auch die Gestaltung dieses Programms, in dem die Bach-Familie ihre Würdigung findet, ist so klug und durchdacht. Die ganze Doppel-CD ist eine pure und ganz große Freude für mich.
Nicht zu vergessen sind die tolle Gestaltung des Covers und des Booklets. Die Farben, die Fotos, die Texte - alles perfekt aufeinander abgestimmt. Ich bin ja auch im Marketing tätig, weshalb ich gerne neidlos anerkenne, dass hier ein ganzes Paket großartig geschnürt wurde. Dafür gibt es Kunst, sie bringt das Schöne in die Welt. :saint: Ganz wundervolle Veröffentlichung, in jeglicher Hinsicht.
(„Puristen“ werden sich vielleicht - oder eher wahrscheinlich - an der romantisierenden Herangehensweise stören, aber wen kümmert das? Trifonov interpretiert so süffig, gehaltvoll und voll aus dem Leben, dass mir jedwede Bedenken dieser Art herzlich egal wären.)
Philidor (18.02.2022, 17:28): Hier nochmals Liszt.
Franz Liszt: Années de pèlerinage - Troisième année
Zoltán Kocsis, Klavier
Gruß Philidor
:hello
Cosima (18.02.2022, 17:58): Keine Ahnung, wie diese CD in meinem Player gelandet ist, Petrus war es wohl eher nicht, der meine Hand lenkte... Aber draußen tobt ja ein Unwetter, eine Art Weltuntergang; da scheint mir ein Requiem durchaus naheliegend zu sein. ;)
Jedenfalls finde ich das Mozart-Requiem unter Harnoncourt ziemlich genial. (Ich habe ansonsten nur noch Mendelssohn "Die erste Walpurgisnacht" von Harnoncourt. Auch eine tolle Aufnahme unter diesem Dirigenten.)
Philidor (18.02.2022, 18:11): Hier weiter mit Tastenmagie.
Claude Debussy: Préludes (Deuxième livre)
Arturo Benedetti Michelangeli, Klavier
Gruß Philidor
:hello
Cosima (18.02.2022, 18:40): Fast noch lieber als Harnoncourt gefällt mir Dohnányi mit der „Walpurgisnacht“. Ich hatte jetzt Lust darauf, weil es ein sehr spannungsvolles, aufregend-farbiges Werk ist mit schönen Chorszenen. Auch recht grotesk und dämonisch, was ich mag.
"Kommt mit Zacken und mit Gabeln" ^^
tapeesa (18.02.2022, 18:41): Lorenzo Perosi - Missa Pontificalis Coro Polifonico Castelbarco di Avio I Virtuosi Italiani, Arturo Sacchetti
Cosima (18.02.2022, 19:29): Genug von diesem großformatigen Kram, jetzt wieder essentielle Musik. :-)
Kaiser über Rudolf Serkin („Große Pianisten in unserer Zeit“): „Wenn Serkin spielt, dann steigert sich mitunter die Pedalbehandlung zu rhythmischem Stampfen. Manchmal reißt er die Hände von der Klaviatur, als sei sie mit Starkstrom geladen. Er brummt mit, er wagt ohne Rücksicht auf Verluste oder falsche Töne Extremes. Dennoch gibt er keine titanischen Zerrbilder von großer Musik.“
Ja, meine Güte, Kaiser war schon manchmal recht speziell, aber er brachte es auch oft auf den Punkt. Was Serkin anbelangt, auf jeden Fall. Nicht nur dieser Live-Mitschnitt aus 1957 bezeugt, was für ein großer Pianist Serkin war. Leidenschaftlich und mit Mut zum Risiko spielt er hier die "Appassionata". Die Aufnahmequalität dieses Mitschnitts ist ziemlich gut.
Cetay (19.02.2022, 02:13):
Amy Williams - Crossings (Music for Piano and Strings)
Schoenes Album. Das Programm besteht aus einem Streichquartett und einem Klavierquintett,welche drei Kompositionen for Soloklavier und zwei Klavierduos einrahmen. Der Hoehepunkt gleich zu Beginn ist das Quartett, radikal die Moeglichkeiten der Instrumente auslotend, mal an der Grenze zur Hoerbarkeit, dann wieder mit aggressivem Laerm. Cerebral und einnehmend zugleich, teilweise anstrengend. Die Klavierkompositionen -vor allem die mit der Komponistin selbst an den Tasten- bilden mit ihrer ECM-Aesthetik Ruhepole, bis schliesslich wieder heftig gesaegt wird. Unbedingte Hoerempfehlung fuer Neuton-Manaics. Richer Textures JACK Quartet Brigid's Flame Amy Williams (Klavier) Falling Amy Williams (Klavier) Astoria Jeffrey Jacob (Klavier) Crossings The Bugallo-Williams Piano Duo Abstracted Art The Bugallo-Williams Piano Duo Cineshape Amy Williams & JACK Quartet
Cetay (19.02.2022, 02:27): Zuvor bereits:
Franz Schubert - Sinfonie h-Moll, D. 759 "Unvollendete" Bayerisches RSO, Carlo Maria Giulini
Ich kann den Verunglimpfungen des spaeten Giulini als traege, fade, oede und was-auch-immer nicht folgen. Das hier ist trotz breiter Tempi extrem spannungsgeladen und zieht mich ganz tief ins Geschehen hinein.
Cetay (19.02.2022, 03:58):
Franz Schubert - Sinfonie Nr. 9 C-Dur, D. 944 New York Chamber Symphony, Gerard Schwarz
Fettfrei, aber nicht ausgemergelt. Sehr warmer Klang.
tapeesa (19.02.2022, 07:33): Bill Douglas - Begin sweet world & Everywhere sowie Kompositionen von Thelonious Monk, Fauré, Debussy, J. S. Bach, Jeremy Wall. Mit Richard Stoltzman (Klarinette), Eddie Gómez (Kontrabass).
Amonasro (19.02.2022, 15:42):
Michel-Richard de Lalande:
Deitatis Majestatem Ecce nunc benedicte Te Deum
Emmanuelle de Negri (Sopran) Dagmar Šašková (Sopran) Sean Clayton (Haute-Contre) Cyril Auvity (Tenor) Andre Morsch (Bass)
Ensembles Aedes Le Poème Harmonique, Vincent Dumestre
Gruß Amonasro
Cosima (19.02.2022, 16:49): Auch gibt es die Veröffentlichung eines wiederentdeckten Konzertmitschnitts mit Claudio Arrau aus dem Jahre 1959 - Beethovens Klaviersonaten Nr. 23 f-Moll op. 57 ("Appassionata"), Nr. 26 Es-Dur op. 81a ("Les Adieux") und Nr. 31 As-Dur op. 110.
Dank Philidor, der es in den News („Preis der Deutschen Schallplattenkritik“) erwähnt hatte, war ich auf diese Arrau-Aufnahme aufmerksam geworden. Habe ich natürlich sofort gekauft, denn Arrau im Konzert ziehe ich immer den Studioaufnahmen vor.
Das ist wirklich eine rundherum tolle Veröffentlichung. Mal abgesehen von der liebevollen Gestaltung des Booklets (mit hochwertigem Papier) und der Verpackung (die hat so eine samtige Oberfläche), ist unbedingt die Klangqualität zu nennen. Die ist sowieso mit das Wichtigste, aber das Gesamtpaket rundet eben den Eindruck ab. Genau aus diesem Grund und wegen der Menschen, die mit solcher Leidenschaft Musik restaurieren, kaufe ich nach wie vor CDs.
Die Leute von „The Lost Recordings“ haben nach legendären Aufnahmen gesucht und die besten Soundtüfftler zusammengetrommelt. Und was für eine Sensation, dass sie diese Bänder beim Berliner Rundfunk nach so langer Zeit gefunden haben. Das Konzert fand in der Hochschule für Musik in Berlin am 12. März 1959 statt. Sie entwickelten eine besondere Methode, um die analogen Bänder zu restaurieren.
Und das Ergebnis ist wirklich phänomenal! :down
Man hört fast gar keine Nebengeräusche (nur am Ende hört man das Publikum klatschen), das ist einfach ein sauberer und wunderschöner Sound. Dieser kommt Arrau besonders zugute, dessen singender, leuchtender und voller Klavierklang auf diese Art besonders gut vermittelt wird.
Die Interpretationen des 56-jährigen Claudio Arrau, der zu der Zeit absolut auf der Höhe seiner Meisterschaft stand, sind fantastisch. :down :down :down Das ganze Ding ist einfach rundherum beglückend!
Cosima (19.02.2022, 21:00): Auch gibt es die Veröffentlichung eines wiederentdeckten Konzertmitschnitts mit Claudio Arrau aus dem Jahre 1959 - Beethovens Klaviersonaten Nr. 23 f-Moll op. 57 ("Appassionata"), Nr. 26 Es-Dur op. 81a ("Les Adieux") und Nr. 31 As-Dur op. 110.
Ich muss das nochmal loswerden:
Verdammt, was ist das für eine geniale Interpretation der „Appassionata“, die Arrau hier zelebriert? Ich höre den dritten Satz inzwischen zum x-ten Mal heute. Das ist nach der völlig entfesselten Live-Aufnahme mit Richter aus der Carnegie Hall, deren letzter Satz um eine Minute schneller war und völlig verzweifelt klang und überhastet war, wohl die furioseste Interpretation, die ich je gehört habe.
Der Sound bläst einen zudem völlig weg. So ein wahnsinnig geiler Klavierklang! Meine Güte, was für ein Fund und was für eine tolle Restaurierung!
Cetay (20.02.2022, 03:23): Nicht gerade jetzt, sondern bereits gestern gehoert. Das ist auch so ein Werk, an dem ich mich nicht satt hoeren kann.
Camille Saint-Saëns - Sinfonie Nr. 3 c-Moll, op. 78 "Orgelsinfonie" CSR SO (Bratislava), Stephen Gunzenhauser
Die Balance zwischen den Instrumentengruppen erscheint vorbildich. Dabei hilft nicht zuletzt die Klangtechnik, die den Hoerer statt in die erste Reihe auf die Empore versetzt. Da kommt tatsaechlich so etwas wie Konzertsaalgefuehl auf.
Cetay (20.02.2022, 03:45):
Dan Trueman - Songs That Are Hard to Sing (Oktett fuer Streichquartett und 4 Schlagzeuger) Sō Percussion, JACK Quartet
Sakrale Losung! Die Erkundung von Jackies Diskographie ist ein Abenteuer der Extraklasse. 8o
Franz Schubert - Sinfonisches Fragment D-Dur, D. 936a "Sinfonie Nr. 10" (nach Klavierskizzen vervollstaendigt und instrumentiert von Peter Gülke) Staatskapelle Dresden, Peter Gülke
Sfantu (20.02.2022, 13:26):
Juan Crisostomo de Arriaga
Streichquartett Nr. 2 A-dur
Quartet Sine Nomine (CD, Claves, 1995)
Allegro con brio 8`56 Andante con variazoni 6`49 Menuetto. Scherzo 2`59 Andante ma non troppo 5`29
Wurde heute nach genau einer Woche zum Wiederholungstäter bei Arriaga mit seinem famosen A-dur-Quartett. Besonders angetan hat es mir der zweite Satz. Eigentlich mit keinem herausragend originellen Thema - was hier aber daraus gezaubert wird: die 3. Variation in Moll und dann die Vierte in Pizzicati - zum Niederknien!
Sfantu (20.02.2022, 14:13): Im Anschluß ein Experiment - Teil eins:
Allegro brillante 9`07 In modo dùna marcia. Un poco largamente 8`07 Scherzo. Molto vivace - Trio I - Trio II - Lìstesso tempo 4`45 Allegro ma non troppo 7`06
Für mich das Klavierquintett aller Klavierquintette. Und in dieser geschmackvollen Einspielung seit Jahrzehnten ein Favorit in meiner Sammlung - mit Sicherheit hörte ich kein Kammermusikwerk öfter als dieses op. 44. Immer wieder ein Hochgenuß!
Sfantu (20.02.2022, 14:33): Experiment - Teil zwei:
Gloria Coates
Klavierquintett
Roderick Chadwick, Klavier, Kreutzer Quartett
Invisible, as music 3`04 The wizard-fingers never rest 9`42 The torrents of eternity 5`37 A something so transporting bright 3`51
Ein Werk derselben Gattung, 171 Jahre jünger. Im Vergleich zu Schumann ergibt sich ein komplett anderes Quintett-Selbstverständnis mit komplett anderem Klanggewand - auch wenn mir diese Aussage selbst absurd vorkommen muß - schließlich ist das Instrumentarium das gleiche. Ein fast kompletter Wegfall aller Orientierungsebenen: Metrum, Motive, ein ohne zusätzliche Erläuterungen mögliches Nachvollziehen-Können des Verlaufs dieser Musik. Dennoch faszinieren mich die Klänge. Nur der abrupte Wechsel von Schumann zu Coates brauchte bei mir sicher die Hälfte des 2013 entstandenen Werkes um mental "ankommen" zu können. Ob es an der Tatsache liegt, daß Coates zwei der Streicher einen Viertelton tiefer gestimmt spielen läßt als die anderen beiden - jedenfalls reagierte unsere Katze mit offensichtlichem Unbehagen und Fluchttendenz. Das neuartige Gemisch sich reibender Oberton-Spektren nehme ich vorläufig als die plausibelste Erklärung dafür.
Amonasro (20.02.2022, 16:03):
Wolfgang Amadé Mozart/Lorenzo da Ponte: Le nozze di Figaro
Figaro - Giuseppe Taddei Susanna - Anna Moffo Conte d'Almaviva - Eberhard Wächter Contessa d'Almaviva - Elisabeth Schwarzkopf Cherubino - Fiorenza Cossotto Dr. Bartolo - Ivo Vinco Marcellina - Dora Gatta Don Basilio/Don Curzio - Renato Ercolani Barbarina - Elisabetta Fusco Antonio - Piero Cappuccilli
Philharmonia Orchestra and Chorus, Carlo Maria Giulini Cembalo: Heinrich Schmidt
Gruß Amonasro
Cetay (21.02.2022, 02:41): JACK Quartet
Sakrale Losung! Die Erkundung von Jackies Diskographie ist ein Abenteuer der Extraklasse. 8o Manche (ach was, viele) Worte benutze ich, ohne gross darueber nachzudenken. Ich schlage im Duden nach. Von den 4 Definitionen fuer Abenteuer passt außergewöhnliches, erregendes Erlebnis wohl am besten. Besser gefaellt mir: Abenteuer sind all jene Aktivitäten, die uns vor neue Herausforderungen stellen. Durch das Erleben und Durchleben von Abenteuern können wir uns selbst auf die Probe stellen, an unsere Grenzen gehen und diese Grenzen sogar durchbrechen. (ousuca) Nach dieser Definition war das bislang gerade kein Abenteuer. Xenakis, Lachenmann, Keller, Ergün, Williams und Trueman schreiben außergewöhnliche und erregende Musik, aber sie fordert mich nicht heraus, weil sie mir "gefaellt". Das hat sich jetzt geaendert:
John Luther Adams - Everything That Rises JACK Quartet
Ueber die Dauer von fast einer Stunde quaelt sich der Vierer von tiefsten Lagen in hoechste Hoehen. Quasi-statisch, ohne Melodie und Rhythmus geht es durch 16 mikrotonale "Harmoniewolken". Eines der typischen Neuton-Werke, bei denen ich normalerweise nach ein paar Minuten abschalte, weil mich nicht mehr interessiert, wie es weiter geht. Das durchzustehen, war eine echte Herausforderung. Hat es sich gelohnt? Ich weiss es noch nicht. Fuer den fruehen Morgen war das nicht das Richtige, aber es steht auf Wiederhoeren. An einem entspannten Abend mit Kopfhoerern und begleitet von einem Single Malt komme ich vielleicht hinter das Geheimnis dieses Stuecks.
Cetay (21.02.2022, 04:11):
Wolfgang Amadeus Mozart - Klaviersonaten Glenn Gould
Daraus: Fantasie c-Moll K. 475 & Sonaten c-Moll K. 457, B-Dur K. 570, D-Dur K. 576
tapeesa (21.02.2022, 04:21): They that in ships unto the sea down go Music for the Mayflower Passamezzo
Maurice inaktiv (21.02.2022, 08:50):
Jean Sibelius : Aus der Box "Bühnenmusiken" "Pelleas et Melisande", u.a. AD: 2014
Turku PO , Leif Segerstam , Pia Pajala (Sopran) & Sari Nordquist (Alt)
Bei dem Wetter wäre eigentlich "Der Sturm" an der Reihe gewesen, aber ich möchte endlich mal etwas aus der Box hören. Damals als Schnäppchen im Angebot.
Hanna Lash - Filigree / Suite / Pulse-Space / Filigree in Textile JACK Quartet
tapeesa (22.02.2022, 04:52): Marin Marais - Le labyrinthe & autres histoires ... (Das Labyrinth und andere Geschichten) Auszüge aus den Pièces de Viole Paolo Pandolfo, Alba Fresno (Gambe); Mitzi Meyerson (Cembalo); Thomas Boysen (Theorbe, Barockgitarre); Juan Carlos de Mulder (Barockgitarre); François Fauché (Rezitation); Pedro Estevan (Perkussion)
Cetay (22.02.2022, 04:54):
Wolfgang Amadeus Mozart - Sinfonia Concertante Es-Dur, K. 279 (K. Anh.C_14.01) Christopher Cowie (Oboe), Joan Enric Lluna (Klarinette), Susan Dent (Horn), David Tomàs (Fagott), Orquestra de Cadaqués, Neville Marriner
Mit der Ausgabe 6 des KV wurde das in den Anhang C "Zweifelhafte und unterschobene Werke" verbannt. Der Beliebtheit bei den Interpreten und Plattenlabeln tut dies keinen Abbruch. Mein Stromanbieter hat 45 Aufnahmen im Programm.
Cetay (22.02.2022, 05:24): Nun wieder Abenteuerliches:
Laura Elise Schwendinger - Quartets Jamie van Eick (Mezzo), Christopher Taylor (Klavier), JACK Quartet Creature Quartet: Hymn for the Lost Creatures (fuer Streichquartett) Sudden Light (fuer Mezzosopran, 2 Violinen & Violoncello) String Quartet in 3 Movements Song for Andrew (fuer Klavier, Violine, Viola & Violoncello)
Amadé (22.02.2022, 09:33):
Beethoven Klaversonaten Nr. 1-3, 28 Und 29, mit dem exellenten P. Jumppanen, hier Nr. 1 f-moll. Der Pianist überrascht in den Wiederholungen mit geschmackvollen Varianten oder Ausschmückungen, womit auch Beethoven bei seinen Vorträgen die Hörer überrascht haben mag. Beethovens Klavierstil wird hierbei niemals überschritten, wie wir es von einigen Kadenzen zu den Klaviervierkonzerten her kennen. Ich kann die Aufnahme nur empfehlen.
Gruß Amadé
Cetay (23.02.2022, 04:17):
Edvard Grieg - Slåttar op. 72 / Slåttar Frå Telemark. Einar Steen-Nøkleberg (Klavier) / Knut Buen (Hardanger Fiddle)
Die 17 Stuecke des Klavierzyklus Slåttar basieren auf norwegischen Bauertaenzen, die im Original auf der Hardanger Fiddle, einer Geige mit zusaetzlichen Resonanzsaiten gespielt werden. Hier werden die Originale und Griegs Transkriptionen und Bearbeitungen jeweils paarweise gegenuebergestellt. Auf dem Papier sieht das wie eine gute Idee aus, die Umsetzung leidet aber an dem verhallt aufgenommenen und bisweilen etwas zu schrill klingenden Instrument. (Dass das ganz anders geht, beweisen die grandiosen Aufnahmen, die Benedicte Maurseth fuer ECM gemacht hat.) Am Klavierpart gibt es dagegen gar nichts auszusetzen.
tapeesa (23.02.2022, 07:48): Dmitri Shostakovich - Die Spieler, komplettiert von Krzysztof Meyer
Ikharyov, ein Kartenspieler - Wladimir Bogatschow Gavryushka, dessen Diener - Anatolji Babykin Uteshityelny - Stanislaw Suleimanow Shvokhnyev - Alexander Naumenko Krugel - Alexander Archipow Alexey, Wirtshausdiener - Nikolai Nisijenko Mikhayl Glov, Gutsbesitzer - Mikhail Krutikow Alexander Glov, sein Sohn - Wladislaw Werestnikow Zamukhrishkin - Alexej Maslennikow
Jan Kazda, Balalaika; Nordwestdeutsche Philharmonie, Michail Jurowski
Maurice inaktiv (23.02.2022, 09:19):
Adolphe Biarent: Poeme heroique pour grand orrchestre, Rapsodie wallonne pour piano et orchestre, Contes d'Orient - Sute d'orchestre
Orchestre Philharmonique de Liege , Pierre Bartholomée & Diane Andersen (Klavier)
Ernest Farrar und der Belgier Adolphe Biarent (1871-1916), der 1916 nach nur einer rund 15 Jahre andauernden Karriere verstarb, gehören zu den Opfern des 1.Weltkrieges. Ob er auf dem Schlachtfeld starb, ist mir allerdings nicht bekannt. Nur der Ort in der Wallonie: Frasnes-lez-Gosselies. Vielleicht weiß hier jemand mehr. Farrar verstarb 1918 wenige Wochen vor Ende des Krieges noch völlig sinnlos im Schützengraben in Frankreich.
Biarent hinterließ nur wenige Werke. Darunter eine Sinfonie d-moll (1908) und ein "Poeme symphonique "Trenmor" (1905) und eben jene Werke hier auf dieser CD.
Die Einspielung wurde damals von der Fachpresse hochgelobt. Orchester, Solistin und Klangtechnik machen zumindest mir die Musik zu einem reinen Hörvergnügen
Cetay (23.02.2022, 14:55): Zum Tagesausklang bei einem Glaeschen Lagavulin Islay Single Malt 16 Jahre:
Robert Schumann - Sinfonie Nr. 2 C-Cur, op. 61 Antwerp SO - Philippe Herreweghe
Cetay (24.02.2022, 00:21):
Wolfgang Amadeus Mozart - Serenade Nr. 10 B-Dur, K. 361 "Gran Partita" Nederlands Blazers Ensemble
Cetay (24.02.2022, 05:03):
Leif Segerstam - Sinfonien Nr. 81, 162 & 181 Bergen PO (ohne Dirigent)
Man kann ihn als substanzlosen Vielschreiber abtun, aber ich finde das Gehoerte ganz launig. Wer stringente Formen oder cerebrale Werkkonzepte sucht, hoert besser weg, wer sich einfach an einem Fuellhorn orchestraler Texturen und Farben ergoetzen kann, hat eine Stunde Kurzweil. Der Witz hat einen Bart wie der Komponist, aber ich bringe ihn trozdem: Wann kommt endlich eine GA mit allen Dreihundertzweiundvierzigen raus?
tapeesa (24.02.2022, 06:45): - Ludwig van Beethoven: Klavierkonzerte Nr. 1 & 2; Jan Lisiecki (Klavier), Academy of St. Martin in the Fields - Johannes Brahms: Cellosonaten Nr. 1 & 2; Truls Mørk (Cello), Juhani Lagerspetz (Klavier)
Andréjo (24.02.2022, 12:29):
Leif Segerstam - Sinfonien Nr. 81, 162 & 181 Bergen PO (ohne Dirigent)
Man kann ihn als substanzlosen Vielschreiber abtun, aber ich finde das Gehoerte ganz launig. Wer stringente Formen oder cerebrale Werkkonzepte sucht, hoert besser weg, wer sich einfach an einem Fuellhorn orchestraler Texturen und Farben ergoetzen kann, hat eine Stunde Kurzweil. Der Witz hat einen Bart wie der Komponist, aber ich bringe ihn trozdem: Wann kommt endlich eine GA mit allen Dreihundertzweiundvierzigen raus? Für die Liebhaber des Spätestexpressionismus - also auch für mich - vielleicht doch ganz hübsch. Dank an Cetay, dass Du mich wieder mal erinnert hast. Man kann sich ja erst mal eine bestellen und vielleicht sogar noch eine zweite später .....
Nicht ganz dasselbe Prinzip, aber doch ein wenig so ähnlich und stilistisch nicht wesentlich interessanter, wenn überhaupt: Alan Hovhaness. Da finde ich sogar eine Handvoll CDs im Regal. Neben Dutzendware in einem barockromantischen Pseudoidiom hat er einige eigenwilligere Nummern geschrieben, die orientalisches Flair vermitteln. Zu Letzteren ein Cover:
So uninteressant ist diese Scheibe dann gar nicht. wie mir scheint. Aber alles in allem erinnere ich mich bei Hovhaness an ein Zitat, das einst Studenten meiner Fachrichtung über einen recht schwatzhaften Ordinarius verbreitet haben: NN ist wie saure Gurken, viel zu essen, aber sofort verdaut ...
:) Wolfgang
Amonasro (24.02.2022, 13:32):
Giuseppe Verdi/Joseph Méry/Camille du Locle: Don Carlo
Don Carlo - Mario Filippeschi Elisabetta di Valois - Antonietta Stella La Principessa d'Eboli - Elena Nicolai Rodrigo, Marchese di Posa - Tito Gobbi Filippo II - Boris Christoff Il Grande Inquisitore - Giulio Neri Un frate - Plinio Clabassi Tebaldo - Loretta di Lelio Il Conte di Lerma/Un araldo reale - Paolo Caroli Una voce dal cielo - Orietta Moscucci
Coro e Orchestra del Teatro dell'Opera di Roma, Gabriele Santini
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (24.02.2022, 14:49): Der Witz hat einen Bart wie der Komponist, aber ich bringe ihn trozdem: Wann kommt endlich eine GA mit allen Dreihundertzweiundvierzigen raus? So lange er noch lebt und schreibt, könnte es dauern. Es sei denn, Naxos macht es sich zur Aufgabe und fängt damit an bald. Dann könnte sie in den nächsten 10 Jahren (oder auch 20 Jahren) fertig werden. :D
Cetay (25.02.2022, 02:15): Der Witz hat einen Bart wie der Komponist, aber ich bringe ihn trozdem: Wann kommt endlich eine GA mit allen Dreihundertzweiundvierzigen raus? So lange er noch lebt und schreibt, könnte es dauern. Es sei denn, Naxos macht es sich zur Aufgabe und fängt damit an bald. Dann könnte sie in den nächsten 10 Jahren (oder auch 20 Jahren) fertig werden. :D Selbst wenn sie morgen anfangen, koennen sie nie fertig werden, sondern sich nur annaehern, solange er noch lebt. Denn waehrend sie aufnehmen, schreibt er schon wieder Neue. Ich glaube, ich habe gerade das erste Zenon'sche Paradoxon verstanden. :D
Hier laueft:
Takemitsu Played by John Williams (Gitarre) John Williams, London Sinfonietta, Esa-Pekka Salonen
tapeesa (25.02.2022, 08:38): György Kurtág, Kafka Fragmente - Texte
György Kurtág: Kafka-Fragmente, op. 24 Juliane Banse (Sopran), András Keller (Violine)
Maurice inaktiv (25.02.2022, 10:38): Selbst wenn sie morgen anfangen, koennen sie nie fertig werden, sondern sich nur annaehern, solange er noch lebt. Denn waehrend sie aufnehmen, schreibt er schon wieder Neue. So in etwa. Quasi in der Pause vom Konzert in irgend einem Saal dieser Erde. Er dirigiert sein eigenes Werk, und gleichzeitig was Neues.
Cetay (25.02.2022, 23:25):
Helmut Lachenmann - NUN ( fuer Floete, Posaune, Orchester und Maennerstimmen) Dietmar Wiesner, Uwe Dierksen, Ensemble Modern Orchestra, Schola Heidelberg, Markus Stenz
Cetay (26.02.2022, 00:52):
Robert Schumann - Sinfonie Nr. 4 d-Moll, op. 120 (1841 Version) RSO Stuttgart - Roger Norrington
Cetay (26.02.2022, 01:43): Der Symphoniker Schumann und ich - das wird keine Freundschaft mehr.
Jetzt:
Scott Lee - Through the Mangrove Tunnels (fuer Streichqaurtett, Klavier & Schlagzeug) JACK Quartet, Steven Beck, Russel Lacy
tapeesa (26.02.2022, 06:46): Allan Pettersson: Mesto & Sinfonie Nr. 2 Swedish Radio Symphony Orchestra, Stig Westerberg / Review
und noch die 8. Sinfonie; Radio-Symphonie-Orchester Berlin, Thomas Sanderling
Cetay (26.02.2022, 07:21): Edvard Grieg - Lyric Music Claire Booth (Sopran), Christopher Glynn (Klavier)
Das ist ein herausragendes Programm-Album der Marke besser-geht-es-nicht. Die Auswahl fliesst in perfeker Balance zwischen Liedern und lyrischen Klavierstuecken, als ob es sich um eine zusammenhaengende Komposition handeln wuerde. Das Klavierwerk von Grieg ist einzigartig. Weit weg von abendlaendisch-klassischer Kopfschwere, dennoch tiefgruendig in der Wirkung. Im Zentrum des Albums steht der Liederzyklus Haugtussa op. 67. Ein Meisterwerk, hier -wie das Rahmenprogramm- in regelrecht verzaubernder Darbietung.
:times10
Andréjo (26.02.2022, 12:29): Der Symphoniker Schumann und ich - das wird keine Freundschaft mehr. Phasenweise haben mich Rundfunksendungen motiviert, aber langfristig scheint es mir ähnlich zu gehen.
Seltsamerweise - oder auch nicht - lockt mich Hippiges bei seiner Sinfonik stärker, und wirklich gut fand ich vor einiger Zeit die Einspielung mit dem zweiten Cover unten, die ich mir wieder mal anhören werde. Ich glaube, dass die gar nicht (so richtig) OPI-mäßig abgeht, weiß es aber nicht mehr genau.
:) Wolfgang
Andréjo (26.02.2022, 12:31):
Allan Pettersson: Mesto & Sinfonie Nr. 2 Swedish Radio Symphony Orchestra, Stig Westerberg / Review
und noch die 8. Sinfonie; Radio-Symphonie-Orchester Berlin, Thomas Sanderling Da bin ich jetzt neugierig und frage Dich nach Deinem Eindruck. Gerne ganz kurz, gerne nicht ganz kurz. (Die linke Einspielung kenne ich nicht.)
:) Wolfgang
Sfantu (26.02.2022, 19:06):
Donald Erb
Symphony of Overtures (1964) The Seventh Trumpet (1969) Konzert für Schlagzeug und Orchester (1966)
Meine Erstbegegnung mit der Musik Donald Erbs. Kraft-und saftvolle, bildgewaltige Klänge. Es fetzt und reißt mit ohne andererseits Stille und Hintergründigkeit vermissen zu lassen. Die Symphony of Overtures besteht aus vier Ouvertüren zu folgenden Theaterstücken:
Les nègres von Jean Genet Endgame von Samuel Beckett Les Bonnes von Jean Genet Rhinocéros von Eugen Ionescu
Vom Stimmungsgehalt her, im Falle des dritten Satzes aber auch formal (Scherzo mit Trio) ergeben sich Entsprechungen zum klassischen Schema der Sinfonie. Eine Art Literatur-Sinfonie des (damals) zeitgenössischen Sprechtheaters.
Begeisternde Darbietung von Solist wie Orchester! Frisch aus der Waschmaschine auf den Plattenteller, erfreut die LP mit sattem, aufgefächertem Stereo-Klang in bester Qualität.
Cetay (27.02.2022, 03:50): Der Symphoniker Schumann und ich - das wird keine Freundschaft mehr. Phasenweise haben mich Rundfunksendungen motiviert, aber langfristig scheint es mir ähnlich zu gehen. Seltsamerweise - oder auch nicht - lockt mich Hippiges bei seiner Sinfonik stärker, und wirklich gut fand ich vor einiger Zeit die Einspielung mit dem zweiten Cover unten, die ich mir wieder mal anhören werde. Ich glaube, dass die gar nicht (so richtig) OPI-mäßig abgeht, weiß es aber nicht mehr genau.
:) Wolfgang Gaudenz und die Odenser sind eine Klasse fuer sich. Ich schrieb in einem anderen Faden sinngemaess, dass sie den letzten Rest Staub, den die HIPster uebersehen haben, noch vollends mit Orkanstaerke weggeblasen haben. Das kann man sehr gut hoeren, wie auch Herreweghe aus Antwerpen. Dass wir keine Freunde sind, heisst nicht, dass wir nicht ab und an zusammenkommen, aber wenn, dann in Gesellschaft der Daenen oder der Belgier.
tapeesa (27.02.2022, 09:00): Da bin ich jetzt neugierig und frage Dich nach Deinem Eindruck. (Die linke Einspielung kenne ich nicht.) Wäre die linke Einspielung nicht gewesen, wäre es evtl. gelaufen wie bisher: bei Pettersson hinein hören und nicht sonderlich berührt sein. Aber die Schweden unter Westerberg unterscheiden sich m. E. im interpretatorischen Ansatz von den Berlinern / Sanderling erheblich. Dachte zunächst, es könnte am Unterschied (verschiedener Pettersson-) Sinfonien / Konzert liegen, aber kommt mir nicht so vor. Westerbergs Einspielung löst von der Grundstimmung den Eindruck, durch eine zerklüftete, karge, düstere Gebirgslandschaft zu reisen, aus, die Klüfte wirken nicht zuplaniert. Weniger beschönigt würde evtl. in einem Wort ausdrücken, worin ich den Unterschied sehe, aber ganz sicher bin ich mir damit noch nicht.
Auf jeden Fall ist Neugier auf mehr von Pettersson geweckt.
Andréjo (27.02.2022, 11:18): Danke Dir, tapeesa!
Deine Antwort ist insofern für mich wirklich interessant, weil ich ja die Aufnahme mit Westerberg gar nicht kenne und mir jetzt wohl noch kaufen werde.
Pettersson ist - wenn ein einziges Wort her soll - schwierig, aber genau das reizt mich seit nunmehr wohl dreißig Jahren. Mit zumindest einer Einspielung jeweils kenne ich das Werk mittlerweile komplett, vom Violinkonzert habe ich mir alle drei zugelegt, die es zur Zeit meines Wissen gibt.
In anderen Foren habe ich mich oft zu seiner Musik und auch Person geäußert. Einen Faden gibt es ja auch hier. Daher nur noch eine einzige Bemerkung: Es ist Musik wie ein gefahrloser Dschungel, in dem man sich gerne verläuft. Du hast ja oben auch ein schönes Bild gebraucht.
Vielleicht gelegentlich an anderem Ort dahier noch mehr. Aber da muss ich schon tief Luft holen dazu. ;) :)
Besten Gruß!
Wolfgang
Cetay (28.02.2022, 03:56):
5 Amerikanische Klarinettenquintette (John Corigliano, Ellen Taaffe Zwilich, Joan Tower, Bright Sheng, Bruce Adolphe) David Shifrin, The Chamber Society of Linclon Center
tapeesa (28.02.2022, 06:10): @Andréjo - danke für deine Eindrücke. Gefahrloser Dschungel, in dem man sich gerne verläuft, ist auch ein interessantes Bild. Woher hast du dein Wissen zu Pettersson? Den Thread hier im Forum habe ich noch nicht gefunden, aber ich gehe nochmal suchen. Viele Grüße! tapeesa _________
Allan Pettersson - Sinfonie Nr. 6 Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Manfred Trojahn
Cetay (28.02.2022, 06:26): Hier ist er: Die Sinfonien Allan Petterssons - nachtschwarze Brachial-Sinfonik?
tapeesa (28.02.2022, 06:31): Danke! Nachtschwarz trifft es gut.
Cetay (28.02.2022, 06:48): Ja, das ist sogar meinem inneren Altmetaller zu schwarz.
Hier geht es lichter zu:
J.G.H. Backofen - Quintett F-Dur op. 9 & B-Dur op. 15 / Wolfgang Amadeus Mozart - Quintett A-Dur K. 581 Jane Booth (Bassetthorn, Klarinette, Bassettklarinette), Eybler Quartett
Maurice inaktiv (28.02.2022, 11:31): Gaudenz und die Odenser sind eine Klasse fuer sich. Ich schrieb in einem anderen Faden sinngemaess, dass sie den letzten Rest Staub, den die HIPster uebersehen haben, noch vollends mit Orkanstaerke weggeblasen haben. Gaudenz ist absolute Spitzenklasse. Ich glaube, Andrejo hatte sie damals von mir über Capriccio dann gekauft. Doch ich fand Norringtons Einspielung, die Du gehört hattest, auch seht gut gelungen. Anders als Gaudenz, aber keinen Deut schlechter. Doch das ist nur meine bescheidene Meinung dazu.
Gardiner habe ich nur einen Teil, die fand ich auch fetzig und nicht so langweilig , wie das so viele der altbackenen Herrn gemacht hatten. Wobei Antoni Wit auch eine gute Rolle abgegeben hat in der weniger hippen Ausführung.
Andréjo (28.02.2022, 11:41): Andrejo hatte sie damals von mir über Capriccio dann gekauft. So dürfte es sein. :thumbup:
:) Wolfgang
Andréjo (28.02.2022, 12:15): @ Cetay und tapeesa:
Genau weiß ich auch nicht, warum Allan Pettersson mich dermaßen gepackt hat. Ein paar recht persönliche Gedanken:
Ich bin - oder versuche es zu sein - zunächst für nahezu jede Art von Musik offen, wenn ich nicht das Gefühl habe, es gehe ausschließlich um billige Masche und Kommerz. Ich habe aber schon den Eindruck, dass ich mich damit von Euch beiden gar nicht so groß unterscheide. Bei Cetay bin ich mir sogar sicher, tapeesa ist ja noch nicht so lange im für uns geöffneten Geschäft ]. Mit der Zeit findet man Schwerpunkte, diese können sich ändern, Neues kommt, Altes kommt vielleicht auch wieder. Das geht ja gar nicht anders, wenn man keine Lust hat, sich deutlich zu spezialisieren und die Musik auch kein Beruf ist.
Einen beinahe geheimnisvoll schillernden Urgrund - einen Erstanlass quasi - hätte ich anzubieten. In den Achtzigern begegnete mir Pettersson mal quasi mittendrin im Rundfunk; damals, kurz nach seinem Tod, gab es noch nicht viel von ihm auf Konserve oder gesendet. Ich kannte längst recht viel klassische Musik und konnte diese dunklen Klänge, die etwas Hochexpressionistisches und scheinbar Uferloses an sich hatten, natürlich nicht zuordnen, hatte aber auch noch nicht die Mittel an der Hand, dies mehr denn bloß über den Namen zu tun, als dieser am Ende der Ausstrahlung genannt wurde. Jedenfalls war ich spontan fasziniert über etwas völlig Neuartiges damals für mich.
Also so was wie Psychosuggestion quasi ...
Welche Enzyklopädie, welcher Konzertführer aus dieser Zeit hätte den Namen geführt? Meine zwei oder drei jedenfalls nicht. Die intensive Beschäftigung kam später.
Vor allem mit der Kenntnisnahme von Petterssons Vita ab CD-Zeitalter - für mich erst Mitte der Neunziger - dürfte das entstehende und schnell wachsende spezifische und gelenkte Interesse zusammenhängen. Das Internet kam für mich allerdings erst kurz nach der Jahrtausendwende.
Ich befasse mich gerne mit schwierigen Biographien und den Werken der entsprechenden Künstler, muss auch gestehen, dass mich als Deutschlehrer immer ein JMR Lenz, ein Hölderlin, ein Kafka viel mehr betroffen haben als die Großschriftsteller Goethe oder Thomas Mann. Letztere waren mir auch oft die unsympathischeren.
Wirklich vervollständigt habe ich meine Pettersson-Sammlung erst in jüngster Zeit.
Sich zu informieren, ist ja längst nicht mehr schwer, auch wenn man keine Lust und vor allem Zeit hat, zu allem Spezialliteratur zu verarbeiten. Der Konzertführer von Csampai/ Holland (2004er Auflage bei mir, glaube ich) widmet ihm mehrere Seiten, ebenso Martin Demmlers biograpisch orientierte 85 Komponisten des 20. Jahrhunderts von 1999 - Demmler will Zeichen setzen, lässt viele Halbklassiker weg, wenn sie ihm als zu wenig spezifisch neu erscheinen. Man kann über die Auswahl natürlich streiten, aber Pettersson war für ihn offenbar wichtig genug.
2005 habe ich angefangen, in Foren zu schreiben - ihr kennt ja die vier bekanntesten für Kunstmusik . Eroica und die nicht deutschsprachigen kenne ich nicht . Und allein die Booklets schaffen ausreichend Hintergrundsinformation. Sie sind insbesondere bei cpo ganz ausgezeichnet.
:) Wolfgang
Andréjo (28.02.2022, 12:26): Der Pettersson-Faden hier ist sehr interessant, aber lange abgerissen, offensichtlich böse Menschen wurden entlassen.
Wenn ich mal Lust habe, kopiere ich ein wenig en détail ... Darf man doch sicher bei eigenem Gschmarri? Gschmarri, ostfränkisch: geistvolle verbale Ergüsse; wörtlich: Geschwätz :P ].
Cetay (01.03.2022, 04:42): Heute gab es ein Fruehstuecksprogramm mit zwei dicken Schinken:
Leif Segerstam - Sinfonie Nr. 17 Danish National RSO, Leif Segerstam
Allan Pettersson - Sinfonie Nr. 8 Norrkoping SO, Leif Segerstam
tapeesa (01.03.2022, 06:19): @Andréjo Demmlers Buch ist bestellt, im Csampai/ Holland mag ich die Sprache gar nicht. Das wenig zu finden ist, hatte ich mir schon gedacht. Wenn du Lust hast was rüberzukopieren freue ich mich natürlich, in anderen Foren (ich wüsste gar nicht, welche es im Detail noch gibt), mag ich nicht suchen gehen oder du schickst mir einen Link dahin. Soweit ich weiß tritt man die Rechte an den Beiträgen in Foren zwar an die Forenleitung ab, aber das dürfte sich eher auf den Anspruch auf Löschung beziehen, als auf allgemeine Veröffentlichungsrechte. Wenn du Kafka schätzt - kennst du die Kafka-Fragmente von Kurtág und wenn ja - wie findest du sie? _____ Petterssons 8. Sinfonie war gestern noch wichtig (Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Gerd Albrecht)
Im Orfeo-Booklet steht zur 8. z. B.: "Monolog in Einsamkeit", ungeheure zeitliche Ausdehnung (jenseits objektiver Messbarkeit), Minimal-Wiederholung, keine vorgegebene Form. Kreisend abgeschlossen und Weite zugleich. Was mit "gezackte Motive" benannt wird, fasziniert mich, auch in anderen bisher gehörten Sinfonien, gerade weil darunter Harmonisches liegt. Doppelt. Übermächtige Gravitationsfelder erwähnt Orfeo noch - ja - / Musik nicht als Mitteilungsmittel, sondern das Sprechen an sich im Zentrum.
Anton Bruckner - Sinfonie #0 "Die Nullte" Bruckner Orchester Linz, Markus Poschner
Cetay (01.03.2022, 10:37): Petterssons 8. Sinfonie war gestern noch wichtig
(Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Gerd Albrecht) Ich kann nur empfehlen, als Ergaenzung dazu Segerstam zu hoeren. Da liegen Welten dazwischen. Ich meine das nicht im Sinne eines Qualitaetsurteils, sondern der Zugriff ist einfach ein voellig anderer. Ich werde bei Gelegenheit im abgerissenen Faden etwas dazu schreiben, welchen ich warum fuer mich stimmiger finde. Jetzt geht es aber erst mal wieder zurueck in die intime Kammer - mit nicht weniger aufregendem Stoff:
Ken Thomson - Perpetual* & Thaw JACK Quartet, *Ken Thomson (Bassklarinette)
Als Begleiter:
Ich weiss, es ist eigentlich noch etwas frueh, aber heute darf das sein. Ich habe einen neuen Vertrag bis Juni 2027 unterschrieben. Das Abenteuer Goodbye Deutschland geht in die naechste Runde. :thumbup:
tapeesa (01.03.2022, 11:45): @Cetay Welten dazwischen fällt bei Pettersson-Interpretationen extrem auf. Habe ein paar Auszüge gehört, spontan: Bei Segerstam wirkt es leicht frühlingshaft. Lässt mehr Offenheit für mögliche Antworten. Herzlichen Glückwunsch zum neuen Vertrag! _
Anton Bruckner - Sinfonie Nr. 0 Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, Stanislaw Skrowaczewski
Andréjo (01.03.2022, 12:25): @ Tapeesa:
Die "lyrischen Inseln" - der Ausdruck findet sich oft in den Booklets - schafft eine eigenwillige Katharsis in Alan Petterssons Musik. Oft ereignen sich diese Rückungen nach Moll oder sogar Dur, die melodisch vielfach Petterssons sehr schlichte und tonale Barfuß-Lieder einbeziehen, auch erst ganz gegen Ende. Die 13. Sinfonie, seine unzugänglichste, schafft, wenn ich mich jetzt nicht täusche, diese Wendung nur ganz am Schluss. Das hat für mich etwas sehr Berührendes. Der frühe Pettersson ist kühl und quasi trocken atonal - Pettersson war noch gesund genug. Er hat sich bekanntlich immer dagegen gewehrt, dass seine Musik primär subjektiver Ausdruck seiner physisch-mentalen Befindlichkeit sei, er hat stets auf eine Objektivierung gepocht. Nur: Wie hat man das zu verstehen, wie kann man das wirklich trennen? Petterssons verbale Äußerungen sind ja nun im Stil noch einmal mehr von Pathos getränkt, als es die Musik sein dürfte.
Ich behaupte mal ein wenig kühn und ohne jeden Beleg, dass ein Pierre Boulez diese frühe Musik akzeptiert hätte oder hat - die spätere wohl kaum. Das ganz späte zweite Violinkonzert ist dann das leidenschaftlichste Werk von ihm - und Ida Haendel spielt es auch ganz radikal in diesem Sinne - hier beherrschen Moll- und schließlich Dur-Tonalität die zweite Hälfte der einstündigen Komposition.
Was die Foren anbelangt: Schau einfach mal nach capriccio-kulturforum.de oder tamino-klassikform.at oder hifi-forum.de . Ansonsten brauche ich ein wenig Muße und verspreche aktuell lieber nichts. Aber Lust, den Faden hier weiterzuführen, hätte ich schon.
Csampai /Holland finde ich lohnend. Die Betrachtungen stellen für mich weder reineVerehrungspoesie noch bloß technische Materialanalyse dar, sondern einen intellektuell vermittelnden, bisweilen gegen den Strich gebürsteten Über-Konzertführer. Natürlich sind die Beiträge unterschiedlicher Autoren auch nicht immer stilistisch oder methodisch zu vergleichen. Und gewiss muss oder kann man nicht alles verstehen oder nachvollziehen, was an abstrahierender Deutung zu lesen ist.
:) Wolfgang
Maurice inaktiv (01.03.2022, 17:56): Ich bin zur Zeit wenig unterwegs in Sachen Musik hören und schreiben. Doch einige Worte zu Allan Pettersson möchte ich doch beitragen, wenn auch nur sehr wenige. Mir kam er natürlich im CD-Zeitalter und durch JPC relativ früh in die Finger. Leider wurde ich mit dieser derart düsteren Klangsprache nicht mal im Ansatz warm. Ich hatte es mit einigen Sinfonien probiert, aber ich werde dabei depressiv. So gerne ich Moll-Stücke mag, das war mir dann echt zu viel des Guten.
Andréjo (01.03.2022, 19:57): Ich bin zur Zeit wenig unterwegs in Sachen Musik hören und schreiben. Doch einige Worte zu Allan Pettersson möchte ich doch beitragen, wenn auch nur sehr wenige. Mir kam er natürlich im CD-Zeitalter und durch JPC relativ früh in die Finger. Leider wurde ich mit dieser derart düsteren Klangsprache nicht mal im Ansatz warm. Ich hatte es mit einigen Sinfonien probiert, aber ich werde dabei depressiv. So gerne ich Moll-Stücke mag, das war mir dann echt zu viel des Guten. :) Naja, es ist ja zumeist kein Moll, sondern schon klare Atonalität, die freilich kein spezfisches atonales System erkennen lässt. Meine Halblaiensicht zumindest.
Die 10. Sinfonie, eine der kürzeren, beginnt im Übrigen abgrundtief aggressiv wie nur wenig anderes, das ich so kenne im 20 Jahrhundert und gewiss bei Pettersson. Es verfehlt bei mir die Wirkung nicht - auch insofern als Pettersson später in dieser relativ leicht hörbar klar gegliederten Sinfonie wieder in seine Moll-Melancholie wechselt. Und diese Moll-Melancholie hat etwas eigenartig barockisierend Romantisches. Das ist schon faszinierend!
Was (medizinische) Depressivität anbelangt - da bin ich leider sehr anfällig, nehme auch regelmäßig Tabletten. In einer finsteren Phase vor rund zwölf Jahren konnte ich mehrere Wochen lang überhaupt keine Musik hören. Ansonsten möchte ich natürlich jetzt dazu nicht in irgendein Detail gehen, auch nicht was Musik anbelangt - aus Selbst- und Fremdschutz quasi ...
Dass mich diese Musik dann depressiver machen würde, wenn ich recht melancholisch drauf bin, kann ich aber - seltsamerweise vielleicht - überhaupt nicht sagen. Eher tritt eine kathartische Wirkung ein - wie sie in der Musik meines Erachtens per se angelegt wird. Ich habe ja oben mich solchermaßen geäußert. :)
Das heißt aber keineswegs, dass ich Dir nicht auf mehreren Ebenen folgen könnte, Maurice!
:beer Wolfgang
Maurice inaktiv (01.03.2022, 21:25): Naja, es ist ja zumeist kein Moll, sondern schon klare Atonalität, die freilich kein spezfisches atonales System erkennen lässt. Meine Halblaiensicht zumindest. Das heißt aber keineswegs, dass ich Dir nicht auf mehreren Ebenen folgen könnte, Maurice! Alles gut. Ich habe mich ja nur kurz gemeldet dazu, weil ich auf der einen Seite den Komponisten durchaus in Erinnerung habe, aber mir das Ganze doch zu düster ist. Das heißt aber nicht, dass er irgendwie "schlecht" komponiert hat, mir ist es einfach zu viel des Guten. Dagegen sind Mahlers Werke geradezu heitere Volksweisen gewesen.
Cetay (02.03.2022, 02:30):
Jean Sibelius - Kullervo, op. 7 Charlotte Hellekant (Mezzo), Nathan Gunn (Barition), Atlanta SO & Chorus, Robert Spano
Cetay (02.03.2022, 07:23): Herzlichen Glückwunsch zum neuen Vertrag! Danke schoen. :)
Mehr als 5 Jahre an einem Ort zu planen, ist in heutiger Zeit eigentlich eine Futilitaet. Es spannt ja keineswegs nur dort, wo es gerade knallt. Von daher: Ich gelobe Dankbarkeit fuer jeden Tag. ^^
Johannes Brahms - Sinfonie Nr. 1 c-Moll, op. 68 Turku SO, Leif Segerstam
Die Wiederentdeckung der Langsamkeit als rechten Weg?
tapeesa (02.03.2022, 07:46): Er hat sich bekanntlich immer dagegen gewehrt, dass eine Musik primär subjektiver Ausdruck seiner physisch-mentalen Befindlichkeit sei, er hat stets auf eine Objektivierung gepocht. Nur: Wie hat man das zu verstehen, wie kann man das wirklich trennen? Zwischen primär subjektivem Ausdruck und kann man das trennen sehe ich einen Unterschied. Das muss man ja nicht trennen, um Schwerpunkte zu verändern. Auf das 2. Violinkonzert, die Aufnahme mit Ida Haendel, bin ich sehr gespannt.
(Falls Missverständnis: Bei Csampai / Holland ging es mir nicht um verschiedene Stile im Buch oder "zu intellektuell" oder sofort überwiegend oder gar "alles" verstehen zu müssen. Zu Konzertführern existieren, soweit ich gesehen habe, aber eh sehr unterschiedliche Meinungen und Vorlieben.) Gruß, tapeesa _____
Allan Pettersson - Sinfonie Nr. 13 BBC Scottish Symphony Orchestra, Alun Francis
Es spannt ja keineswegs nur dort, wo es gerade knallt. Von daher: Ich gelobe Dankbarkeit fuer jeden Tag. ^^ Unsere Beiträge haben sich überschnitten. Dem Zitierten stimme ich zu. Seit "sakrale Losung" überlege ich ja, ob man dich als großen Bruder adoptieren kann :P (und das ist schon ein bisschen ernst gemeint. Nicht doppeldeutig und auch nicht lächerlich.)
Andréjo (02.03.2022, 11:54):
(Falls Missverständnis: Bei Csampai / Holland ging es mir nicht um verschiedene Stile im Buch oder "zu intellektuell" oder sofort überwiegend oder gar "alles" verstehen zu müssen. Zu Konzertführern existieren, soweit ich gesehen habe, aber eh sehr unterschiedliche Meinungen und Vorlieben.)
Dann müsstest Du mir erklären, was Dich an diesem Konzertführer stört - falls dies so ist. Vielleicht habe ich Dich falsch verstanden.
:) Wolfgang
tapeesa (03.03.2022, 02:04): Dann müsstest Du mir erklären, was Dich an diesem Konzertführer stört - falls dies so ist. Die Äußerung: ich mag die Sprache im Csampai/ Holland nicht, war gar nicht so gewichtig gedacht. So lange mich niemand zwingt mit diesem Konzertführer zu arbeiten stört mich auch nichts ;) könnten wir es bei einem nicht durch und durch durchdachten ich mag es nicht belassen? Dass du aus dem Begriff Sprache nicht rauslesen kannst, was ich genauer meine, finde ich sehr verständlich. Das Buch von Martin Demmler ist heute angekommen, darauf wäre ich nicht gekommen und es lädt direkt zum Stöbern ein. Danke für den Tipp! _________
Richard Wagner - Siegfried (Akt I)
Siegfried - Corby Welch Mime - Cornel Frey Der Wanderer - James Rutherford Alberich - Jochen Schmeckenbecher Fafner - Lukasz Konieczny Erda - Renée Morloc Brünnhilde - Linda Watson Waldvogel - Aïsha Tümmler Siegfrieds Hornruf - Magdalena Ernst
Duisburger Philharmoniker, Axel Kober
Cetay (03.03.2022, 08:44):
Johannes Brahms - Sinfonie Nr. 3 F-Dur, op. 68 Turku PO, Leif Segerstam
Die 2. und 4. aus diesem Zyklus habe ich inzwischen auch gehoert, aber ich meine, mit etwas Vorstellungsvermoegen kann sich jedesdivers ausmalen, wie die Coverbilder in etwa aussehen. Wichtiger ist der Inhalt: sehr eigenwillig, sicher nichts fuer Puristen, aber dennoch oder deswegen endet das fuer einen ausgemachten Brahmsnichtversteher mit einem klaren Auf Wiederhoeren!
Andréjo (03.03.2022, 11:21): Das Buch von Martin Demmler ist heute angekommen, darauf wäre ich nicht gekommen und es lädt direkt zum Stöbern ein. Danke für den Tipp! Mir gefällt der Demmler auf jeden Fall. Die 85 ausgewählten Namen muss man halt akzeptieren - willkürlich ist die Auswahl sicher nicht, strittig quasi per se. Er begründet und problematisiert seine Sicht ja im Vorwort. Obwohl das Buch schon wieder gut zwanzig Jahre alt ist, so erscheint es mir doch keineswegs veraltet.
Dreimal so umfangreich das Buch, hätte ich gar nicht verkehrt gefunden - bei doppeltem Preis :P - was auf der nächsttieferen (oder -höheren) Ebene wohl nichts ändern würde an der Strittigkeit per se. :D
:hello Wolfgang
Amonasro (03.03.2022, 20:11):
Gustav Mahler: 1. Sinfonie
New York Philharmonic, Leonard Bernstein
Gruß Amonasro
Cetay (04.03.2022, 04:24):
Allan Pettersson - Sinfonie Nr. 14 Stockholm PO, Sergiu Comissiona
tapeesa (04.03.2022, 11:07): Französische Blockflötenmusik II - Dieupart, Buterne, Braun, Hotteterre Michael Schneider, Blockflöte; Rainer Zipperling, Viola da Gamba + Violoncello; Sabine Bauer, Cembalo; Yasunori Imamura, Laute
Cetay (04.03.2022, 23:12):
Joseph Haydn - The Creation, Hob. XXI:2 (Gesungen in Englisch) Mhairi Lawson, Rufus Müller, David Stout, Oxford Philomusica, Choir of New College Oxford, Edward Higginbottom
Cetay (05.03.2022, 01:54): Joseph Haydn - The Creation, Hob. XXI:2 Heilix Blechle, ist das gute Musik! Irgendwie ist es mit der klassischen Musik wie mit Schottischem Whisky. Ich probiere immer wieder Neues, gebe kleineren unbekannten Distillerien eine Chance, oft zurecht, goutiere spezielle Fassreifungen der Bekannten, oft mit Hochgenuss, begebe mich in die vermeintlichen Niederungen der Blends, oft mit magnifiken Ergebnissen - aber am Ende sind es immer wieder die grossen Klassiker, die mir die rundeste und befriedigenste, vollkommene Nasen- und Gaumenfreude liefern.
Weiter mit Richard Wigmores Top 20 (entnommen dem Faber Pocket Guide to Haydn):
Joseph Haydn - Sinfonie Nr. 104 D-Dur, Hob. I:104 "London" Les Musiciens du Louvre, Marc Minkowski
Cetay (05.03.2022, 03:00): Bevor die Pflicht ruft, gibt es passend zum Wetter noch ein Sonnenquartett fuer Kopf, Herz und Bauch:
tapeesa (05.03.2022, 08:17): @Andréjo Ich habe bisher nur drüber geschaut, den Abschnitt zu Pettersson gelesen und kurz zu Alban Berg und Darius Milhaud, heute eher Bartók.
(Einen Link zum Cover-Bild fügen: mit der linken Maustaste auf das eingefügte Bild clicken, dann auf bearbeiten => Feld, wo du den Link einfügen kannst.)
- Allan Pettersson - Sinfonie Nr. 14; Radio Symphonie-Orchester Berlin, Johan M. Arnell - Joseph Haydn - Die Schöpfung; Edith Mathis, Dietrich Fischer-Dieskau, Aldo Baldin / Chorus & Orchestra of St Martin in the Fields, Sir Neville Marriner
Andréjo (05.03.2022, 11:25): @ (Einen Link zum Cover-Bild fügen: mit der linken Maustaste auf das eingefügte Bild clicken, dann auf bearbeiten => Feld, wo du den Link einfügen kannst.) Besten Dank, tapeesa! Ich gebe zu, dass ich nicht auf die Idee gekommen bin, das eingefügte Bild noch einmal zu berarbeiten. Bin halt ein Vollprofi! || :P
Zur Zeit höre ich sehr viel Mozart - zuletzt die erlesen schöne Sinfonia concertante, KV 364:
:hello Wolfgang
Andréjo (05.03.2022, 11:40): 14-Pettersson setze ich auch mal wieder aufs Programm - ich glaube mich zu erinnern, dass die deutlich mildtätiger ist als 13, aber noch nicht so mildtätig wie das seltsame Saxophon-Konzert, also die 16.
Cetay (06.03.2022, 00:15): Terakado und die kleinen Strolche gehoeren bei den mozartlichen Violinkonzerten zu meinen Gernstgehoerten.
Bei der Klause auf dem Haydn-Eiland war heute die erste Messe dran. Ich habe hier im Forum schon gefuhlt 28 mal Werbung fuer die Naxos-Aufnahmen gemacht und tue es wieder. Ich habe zuerst andere Nelsons angespielt -Pearlman, Hickox, Gardiner, Gielen-, aber wenn man diese im Ohr hat (lies: seit ich diese im Ohr habe), dann geht das einfach nicht mehr:
Joseph Haydn - Missa in angustiis d-Moll, Hob. XXII:11 "Nelsonmesse" Ann Hoyt, Trinity Choir, REBEL Baroque Orchestra, J. Owen Burdick
Cetay (06.03.2022, 00:26):
Joseph Haydn - Sinfonie e-Moll, Hob. I:44 "Trauer" Amsterdam Baroque Orchestra, Ton Kopmann
Andréjo (06.03.2022, 00:52): Terakado und die kleinen Strolche gehoeren bei den mozartlichen Violinkonzerten zu meinen Gernstgehoerten. Zwei oder drei andere Einspielungen von KV 364 auf CD finde ich noch, aber das ist mit Abstand meine liebste. Abgesehen davon, habe ich es in Vor-CD-Zeiten (und wohl auch noch in den letzten dreißig Jahren) gerne mal im Rundfunk gehört und dazwischen mal auf große und dann auf kleine Magnetspule gebannt. Es ist eine meiner liebsten Mozart-Sachen und genießt ja auch einen speziell guten Ruf in den Konzertführern.
Ein Renner ist für mich eigentlich auch KV 297b, also die leider editorisch sehr problematische Sinfonia concertante für vier Bläser und Orchester, KV 297b (usw. was die Köchel-Fassungen anbelangt ...). Es gibt anscheinend bemerkenswert wenige Einspielungen zu kaufen. Ich finde bei mir (vermutlich) keine einzige CD - kenne das Werke aber eben von früher auch recht gut, so ähnlich wie oben.
Deshalb habe ich mir vorhin jetzt endlich was gekauft:
:) Wolfgang
Cetay (06.03.2022, 02:19): Terakado und die kleinen Strolche gehoeren bei den mozartlichen Violinkonzerten zu meinen Gernstgehoerten. Zwei oder drei andere Einspielungen von KV 364 auf CD finde ich noch, aber das ist mit Abstand meine liebste. Abgesehen davon, habe ich es in Vor-CD-Zeiten (und wohl auch noch in den letzten dreißig Jahren) gerne mal im Rundfunk gehört und dazwischen mal auf große und dann auf kleine Magnetspule gebannt. Es ist eine meiner liebsten Mozart-Sachen und genießt ja auch einen speziell guten Ruf in den Konzertführern. Ein Renner ist für mich eigentlich auch KV 297b, also die leider editorisch sehr problematische Sinfonia concertante für vier Bläser und Orchester, KV 297b (usw. was die Köchel-Fassungen anbelangt ...). Es gibt anscheinend bemerkenswert wenige Einspielungen zu kaufen. Ich finde bei mir (vermutlich) keine einzige CD - kenne das Werke aber eben von früher auch recht gut, so ähnlich wie oben.
Deshalb habe ich mir vorhin jetzt endlich was gekauft:
:) Wolfgang Das ist ein Prachtstueck! :thumbsup:
Als Stromer kann ich mich ueber einen Mangel an K. 279b nicht beklagen. Ich habe das Werk unlaengst in die Liste der '6 Wichtigsten' aufgenommen und mal meine Bibliothek damit gefuellt. Dabei sind stolze 45 Aufnahmen zusammengekommen.
Hier gab es inzwischen den Abschluss den heutigen FHJ-Tripletts:
Joseph Haydn - Klaviersonate Nr. 33 c-Moll, Hob. XVI:20 John McCabe
Das muss wiederholt werden:
Joseph Haydn - Klaviersonate Nr. 33 c-Moll, Hob. XVI:20 Julia Cload
Durch die verwirrende Doppelzaehlerei bei Haydn findet man die c-Moll Sonate ab und an auch als "Nr. 20" gelistet. Oder man greift nach "Nr. 33" und bekommt stattdessen Hob. XVI:33, welche sich als eigentliche "Nr. 34" in D-Dur herausstellt - die ist freilich auch nicht von schlechten Eltern.
Cetay (06.03.2022, 09:36): Weiter auf der Schatzinsel.
Darueber, weshalb gerade diese Aufnahme -bei allen objektiven Vorzuegen der Buchberger, Mosaiques, Lindsays- so fesselnd ist, gibt es kaum eine Erklaerung, aber wenigstens eine plausible Annahme. Als Roehren-Aficionado, der vom Lebensabend in einem Musikhoerzimmer, das gross genug ist, um Klipsch-Eckhoerner, welche an 2A3-Trioden betrieben werden, zu beherbergen, glaube ich gerne an den Einfluss der Roehrenmikrophone. Die Gegenprobe mit Grumiaux' Mozartquintetten ist fest eingeplant.
Klanglich ist das eines der absoluten Hochlichter meiner Sammlung. Ich habe einen Artikel gefunden, der versucht, dem warm-voluminösen, dabei verblüffend unmittelbaren Sound dieser Gesamteinspielung auf den Grund zu gehen. Die Theorie des Autors besagt, dass es an den damals verwendeten Vakuumröhren-Mikrophonen liegt, die wenig später aus der Mode kamen.
Maurice inaktiv (06.03.2022, 10:45): Bei der Klause auf dem Haydn-Eiland war heute die erste Messe dran. Ich habe hier im Forum schon gefuhlt 28 mal Werbung fuer die Naxos-Aufnahmen gemacht und tue es wieder. Ich habe zuerst andere Nelsons angespielt -Pearlman, Hickox, Gardiner, Gielen-, aber wenn man diese im Ohr hat (lies: seit ich diese im Ohr habe), dann geht das einfach nicht mehr: Ich habe mir mal damals einige der Messen von Haydn unter der Leitung von Bruno Weil und Nikolaus Harnoncourt zugelegt. Die fand ich auch durchaus hörenswert. Beide haben auch bei den Sinfonien sehr gute Einspielungen vorgelegt. Da gab es weite Teile der Naxos-Aufnahmen noch überhaupt nicht.
tapeesa (06.03.2022, 17:33): CD 1 - 4 Hector Berlioz - Les Troyens Äneas - Gary Lakes, Kassandra - Deborah Voigt, Dido - Françoise Pollet, Choröbus - Gino Quilico, Anna - Hélène Perraguin, Narbal - Jean-Philippe Courtis, Iopas - Jean-Luc Maurette, Hylas - John Mark Ainsley, Pantheus - Michel Philippe, Ascanius - Catherine Dubosc, Der Schatten des trojanischen Helden Hektor - Marc Belleau, Priamus - René Schirrer, Sinon - Gregory Cross, Zwei trojanische Soldaten - René Schirrer und Marc Belleau, Ein griechischer Hauptmann - Marc Belleau, Der Gott Merkur - Michel Beauchemin, Hekuba - Claudine Carlson Nubische Sklavinnen: Martina Brehmer, Joanne Fillion, Céline Chaput, Lucie Mayer Chöre: Trojaner, Griechen, Tyrer und Karthager; Nymphen, Satyrn, Faune und Sylphiden; Unsichtbare Schatten Stumme Rollen - Andromache, Hektors Witwe · Astyanax, ihr Sohn Chœur et Orchestre symphonique de Montréal, Charles Dutoit
Cetay (07.03.2022, 01:17): Eben verklungen. Auch dieses Gem musste wiederholt werden:
Joseph Haydn - Klaviertrio E-Dur, Hob. XV:28 Beux Art Trios // Trio 1970
Das ist saugut, egal ob Old School oder HIP.
Cetay (07.03.2022, 01:27):
Joseph Haydn - Sinfonie Es-Dur, Hob. I:99 La Petite Bande - Sigiswald Kuijken
tapeesa (07.03.2022, 10:00): Sergei Rachmaninoff - Symphony Nr. 2 Minneapolis Symphony Orchestra, Dimitri Mitropoulos
Andréjo (07.03.2022, 11:21):
Joseph Haydn - Klaviertrio E-Dur, Hob. XV:28 Beux Art Trios // Trio 1970
Das ist saugut, egal ob Old School oder HIP. Meine neuschulische Regal-Kollektion:
Vor allem das letzte halbe bis ganze Dutzend ist saustark - um Dich nicht zitieren zu müssen :D - mit teilweise verblüffenden harmonischen und strukturellen Überraschungen.
:hello Wolfgang
Amonasro (07.03.2022, 11:59):
Giuseppe Verdi/Eugène Scribe/Charles Duveyrier: I vespri siciliani
Elena - Cheryl Studer Arrigo - Chris Merritt Monforte - Giorgio Zancanaro Procida - Ferruccio Furlanetto Ninetta - Gloria Banditelli Danieli - Ernesto Gavazzi Bethune - Enzo Capuano Vaudemont - Francesco Musinu Tebaldo - Paolo Barbacini Roberto - Marco Chingari Manfredo - Ferrero Poggi
Orchestra e Coro del Teatro alla Scala di Milano, Riccardo Muti
Mit Merritts nicht sehr klangschöner Stimme kann ich mich nicht wirklich anfreunden, die drei anderen Protagonisten überzeugen dagegen auf ganzer Linie. Die Tonqualität dieses Live-Mitschnitts hätte besser sein können. Die Levine-Aufnahme gefällt mir insgesamt besser.
Gruß Amonasro
Andréjo (07.03.2022, 18:17): @ KV 297b aus Basel: Das ist ein Prachtstueck! :thumbsup: Mein letzter Like für Cetay sollte eigentlich hierhin und ich habe ihn falsch zugeordnet.
Aber erstens macht das ja nichts und ist eh nicht so wichtig für uns Althasen und zum zweiten freue ich mich über die Ansage, welche die Vorfreude beflügelt. Ein wenig hört man die Qualität sogar den Hörpröbchen ab, meine ich.
Ich bin ein wenig überrascht, zu vernehmen, dass Du als Stromer doch so diverse Einspielungen von diesem Rand-Mozart, der so genial nur nach Mozart klingt, gefunden hast.
:) Wolfgang
tapeesa (07.03.2022, 21:32): Giuseppe Verdi / Salvatore Cammarano - Alzira
Alvaro, Gouverneur von Peru - Jan-Hendrik Rootering Gusmano, sein Sohn - Renato Bruson Ovando, ein spanischer Offizier - Donald George Zamoro, Häuptling eines Inkastammes - Francisco Araiza Ataliba, auch Häuptling eines Inkastammes - Daniel Bonilla Alzira, seine Tochter - Ileana Cotrubas Zuma, ihre Schwester - Sofia Lis Otumbo, Inka-Krieger - Alexandru Ionita
Chor des Bayerischen Rundfunks; Münchner Rundfunkorchester, Lamberto Gardelli
Cetay (08.03.2022, 03:56): @ KV 297b aus Basel: Das ist ein Prachtstueck! :thumbsup: Mein letzter Like für Cetay sollte eigentlich hierhin und ich habe ihn falsch zugeordnet. Aber erstens macht das ja nichts und ist eh nicht so wichtig für uns Althasen und zum zweiten freue ich mich über die Ansage, welche die Vorfreude beflügelt. Ein wenig hört man die Qualität sogar den Hörpröbchen ab, meine ich.
Ich bin ein wenig überrascht, zu vernehmen, dass Du als Stromer doch so diverse Einspielungen von diesem Rand-Mozart, der so genial nur nach Mozart klingt, gefunden hast.
:) Wolfgang Immer her mit den Likes! Ich habe neulich gelesen, dass das bei der Mehrheit der Sozialmedien-Nutzer jedesmal einen kleinen Dopaminaustoss bewirken soll, so wie es auch bei jeder neuen Nachricht, verstaerkt noch durch Blinken und Farben der Fall sei - aber ein Like setze wohl eine Extradosis frei. Ja, ich fuehle mich schon ganz berauscht... :saint:
Das Trio Nr. 28 hat den Hochdaumen mehr als verdient. Ich habe die spaeten Trios eigentlich viel gehoert, aber eher quer, nicht so systematisch wie etwa die Londoner Sinfonien oder die Quartette ab op. 71 aufwaerts und das achtundzwanzigsteste muss mir dabei durchgerutscht sein. Da findet sich sicher noch mehr Verpasstes. Hob. XV:18–32 ist ein weiteres Projekt fuer die naehere Zukunft.
Hier lief heute morgen:
Picture source: Ensemble website
Joseph Haydn - Die Sieben letzten Worte, Hob. XX:1 (Original-Orchesterfassung ohne gesprochene Texte) Tapiola Sinfonietta, John Storgards
Cetay (08.03.2022, 07:18):
Joseph Haydn - Variationen in f-Moll, Hob. XVII:6 "Sonata - un piccolo divertimento" Joanna Leach (Tafelklavier, Stodart 1823)
Cetay (08.03.2022, 07:58):
Joseph Haydn - Variationen in f-Moll, Hob. XVII:6 "Sonata - un piccolo divertimento" Christine Schornsheim (Broadwood Fortepiano, 1804)
Da scheint mir deutlich mehr Leben drin zu sein als in der vorherigen Aufnahme.
Jetzt noch ein Oberreisser:
Joseph Haydn - Sinfonie G-Dur, Hob. I:88 Heidelberger Sinfoniker, Thomas Fey
Gemessen an anderen Barockopern ist die Handlung sehr actionreich; in verschiedenen Abenteuern wird der soziale Aufstieg der Titelfigur vom Hirten zum Kaiser erzählt. Die Oper enthält mehrere besonders schöne Arien wie Vedrò con mio diletto oder Hò nel petto un cor si forte mit obligatem Hackbrett. Interessant auch, dass einer der Sänger (Giangrande) zwei Rollen in unterschiedlichen Stimmlagen singt (Alt und Tenor).
Gruß Amonasro :hello
Cetay (08.03.2022, 22:47):
Joseph Haydn - Messe B-Dur, Hob. XXII:14 "Harmoniemesse" Monteverdi Choir, English Baroque Soloists, John Eliot Gardiner
Cetay (09.03.2022, 00:23): Joseph Haydn - Messe B-Dur, Hob. XXII:14 "Harmoniemesse" Monteverdi Choir, English Baroque Soloists, John Eliot Gardiner Das hat mich sehr positiv ueberrascht. Orchestral und Choral ist das kaum schlagbar. Aber ich hatte bei Gardiner immer Probleme mit den allzu weltlich agierenden Gesangssolisten. Doch hier wurde die Andacht nicht -wie schon zu Haydns Lebzeiten bemaengelt- durch eine uebertrieben gefuehlvolle Vortragsweise vertrieben. Vielleicht bin ich einfach unempfindlicher geworden, seit ich mir beim 14 Stunden Wagner-Ringen die Ohren aufgeschuerft habe.
Cetay (09.03.2022, 01:14): Das Chiaroscuro Quartet hat einen Sound (historische Instrumente & Boegen, kombiniert mit Stahlsaiten und heutigem Kammerton) zum niederknien. Ein Beethoven-Zyklus wurde begonnen (op. 18, Nr. 1-3). Mal hoeren...
Aber zunaechst wird dieser Faden weiter mit Haydn zugespammt:
Joseph Haydn - Klaviertrio Es-Dur, Hob. XV:30 Van Swieten Trio
tapeesa (09.03.2022, 08:02): Ottorino Respighi - aus Complete Orchestral Music, Vol. 2: Impressioni brasiliane, Trittico botticelliano Orchestra Sinfonica di Roma, Francesco La Vecchia
Maurice inaktiv (09.03.2022, 10:21):
Erkki Melartin : Sinfonie Nr.1 ,c-moll op. 30/1
Tampere PO , Leonid Grin
Das ist Hochromantik pur. Melartin (1875-1937), der bei Martin Wegelius in Helsinki und Robert Fuchs in Wien studierte, schrieb insgesamt 6 Sinfonien. Hier in diesem Werk fällt es mir schwer, dass er von Sibelius, Mahler und Skriabin beeinflusst gewesen sein soll.
Ich bemängele an dieser GA der Sinfonien vor allem, dass ich mir die Werke "bissiger" wünschen würde. Ein Dirigent wie Leif Segerstam, oder auch Petter Sundquist und Pietari Inkinen, die auch mit Sibelius, Mahler oder Grieg hervorgetreten sind, könnten das bestimmt eine Stufe besser machen. Dazu etwa das ausgezeichnete Orchester aus Malmö, ich bin mir sicher, dass man da Feinheiten zu hören bekommen würde, die das Werk in besserem Licht dastehen lassen könnte. Doch wir haben halt nur Tampere unter Grin....
Maurice inaktiv (09.03.2022, 11:03):
Heitor Villa-Lobos : Die Sinfonien, Teil 1 (Nr.1&2) AD: Februar 2017
Sao Paulo SO, Isaac Karabtchevsky
Es gibt bekanntlich zwei GA der Sinfonien von Heitor-Villa Lobos, die wohl ein wenig im Schatten seiner anderen Werke standen. Einmal nahm sich bereits vor einigen Jahren CPO der Werke unter dem Dirigenten Carl St.Clair an, nun also Naxos unter Issac Kabatchevsky.
Karabtchevsky, 1934 in Sao Paulo als Nachfahre russisch-jüdischer Einwanderer geboren, dirigierte von 1969 bis 1996 das Brasilianische Sinfonie-Orchester in Rio de Janeiro, wirkte in Wien beim Tonkünstlerorchester 1988-1994, von 1995 bis 2001 am Le Fenice Theatre und von 2004-2010 in Nantes. Seit 2003 wirkt er in Porto Allegre, beim dortigen Sinfonie-Orchester. 2011 übernahm er das Baccarelli-Institut. Er ist außerdem ständiger Dirigent des Heliopolis Sinfonie-Orchester. Inzwischen ist er Chef der Petrobras Symphony aus Brasilien.
Andréjo (09.03.2022, 11:19): Es gibt bekanntlich zwei GA der Sinfonien von Heitor-Villa Lobos, die wohl ein wenig im Schatten seiner anderen Werke standen. Den Schatten kann ich nachvollziehen, denn die Sinfonien erscheinen mir - alles in allem - weniger greifbar und unverwechselbar im Vergleich zu den Bachianas Brasileiras oder den Choros.
Die neuere Einspielung werde ich mir wohl nicht zulegen. Die ältere habe ich sicher zweimal durchgehört und das genügt vorerst - überdies zeigen Meinungen von Liebhabern und Berufskritikern nicht unbedingt, dass eine der beiden Einspielungen der anderen im Ganzen sonderlich überlegen wäre.
An meiner generellen Zuneigung zum Komponisten ändert das nichts.
:) Wolfgang
Maurice inaktiv (09.03.2022, 17:46): Den Schatten kann ich nachvollziehen, denn die Sinfonien erscheinen mir - alles in allem - weniger greifbar und unverwechselbar im Vergleich zu den Bachianas Brasileiras oder den Choros. Den Eindruck hatte ich nach der ersten CD ebenso. Das klingt alles gut und schön, aber es fehlt mir (noch) die persönliche Note, aber auch irgendwie etwas, was man eine "Heimat" nennen könnte. Es könnte auch von einem Portugiesen, Spanier oder gar Franzosen geschrieben worden sein. Eigentlich untypisch für die Musiker aus Latin-Amerika.
Die neuere Einspielung werde ich mir wohl nicht zulegen. Die ältere habe ich sicher zweimal durchgehört und das genügt vorerst - überdies zeigen Meinungen von Liebhabern und Berufskritikern nicht unbedingt, dass eine der beiden Einspielungen der anderen im Ganzen sonderlich überlegen wäre. Ich kann das überhaupt nicht beurteilen, sehe aber in der neuen Einspielung zwei Vorteile: Sie wurde komplett in Brasilien mit einem Heimatorchester erster Güte und einem einheimischen, aber trotzdem nicht "verbohrt-nazionalen" Dirigenten eingespielt, dem nicht, wie etwa St. Clair, einige Orchester bekam, die nicht unbedingt mit der Musik des Komponisten vertraut waren. Das mag heute nicht mehr das ganz große Thema zu sein, aber ich würde es so sehen.
Doch auch ich würde mir die andere GA nicht kaufen, es sei denn, sie wird mir für kleines Geld fast nachgeworfen.
Amonasro (09.03.2022, 19:36): Den Schatten kann ich nachvollziehen, denn die Sinfonien erscheinen mir - alles in allem - weniger greifbar und unverwechselbar im Vergleich zu den Bachianas Brasileiras oder den Choros. Das empfinde ich auch so, auch die beiden Zugaben des Karabtchevsky-Zyklus (Uirapurú und Mandu-Çarará) sind charakteristischer als die Sinfonien. Ich würde aber die überbordende Nr. 10 ausnehmen wollen, die ich sehr Villa-Lobos-typisch finde, auch wenn es eher ein Oratorium als eine Sinfonie ist. Ich habe nur die Karabtchevsky-Aufnahmen, allerdings als Einzelveröffentlichungen, da es die Box da noch nicht gab.
Andréjo (09.03.2022, 23:35): Ich würde aber die überbordende Nr. 10 ausnehmen wollen, die ich sehr Villa-Lobos-typisch finde, auch wenn es eher ein Oratorium als eine Sinfonie ist. Gerne einverstanden! Eine äußerst originelle Nummer, für die man sich ein wenig Zeit nehmen muss!
:) Wolfgang
Cetay (10.03.2022, 01:02):
Joseph Haydn - Klaviersonate Es-Dur, Hob. XVI:52 Roland Brautigam (Fortepiano, McNulty nach Walter c. 1795)
Was fuer ein fulminantes Brett von Jacobs! Mit diesem krachenden Paukenschlag ist die Liste "abgearbeitet". (Das Jahreszeiten-Oratorium hebe ich mir fuer das Wochenende auf.) Wenn nur jede Arbeit ein solch uneingeschraenktes Vergnuegen waere... :engel
tapeesa (10.03.2022, 08:18): Philip Glass - Aguas da amazonia; Uakti
Maurice inaktiv (10.03.2022, 08:47):
Robert Schumann : Sinfonie Nr.1 , "Frühling" AD: 01.-03.09.2004, Live , Stuttgart
SWR-RSO Stutgart, Sir Roger Norrington Ich lasse den Frühling herbei spielen.
Amonasro (10.03.2022, 18:16):
Georges Bizet/Louis Gallet: Djamileh
Djamileh - Lucia Popp Haroun - Franco Bonisolli Splendiano - Jean Philippe Lafont Hassan - Jacques Pineau
Chor des Bayerischen Rundfunks Münchner Rundfunkorchester, Lamberto Gardelli
Gruß Amonasro
tapeesa (10.03.2022, 19:19): Othmar Schoeck - Penthesilea (nach dem gleichnamigen Trauerspiel von Heinrich von Kleist)
Penthesilea, Königin der Amazonen - Yvonne Naef Prothoe / Meroe, Fürstinnen der Amazonen - Renate Behle / Susanne Reinhard Oberpriesterin der Amazonen - Ute Trekel-Burkhardt Achilles / Diomedes, Könige des Griechenvolkes - James Johnson / Stuart Kale Herold / Hauptmann - Cheyne Davidson Eine Oberste der Amazonen - Imke Büchel
Tschechischer Philharmonischer Chor Brünn; Sinfonieorchester Basel, Mario Venzago
Cetay (11.03.2022, 03:52):
Elliott Carter - Variations for Orchestra / Double Concerto for Harpsichord and Piano with Two Chamber Orchestras / Piano Concerto Div. Solisten & Orchester
Thrilling, Mr. Carter! :thumbup:
tapeesa (11.03.2022, 11:18): Gaetano Donizetti / Felice Romani - L'elisir d'Amore (nach "Le Philtre" von Eugène Scribe)
Hungarian State Opera Choir & Orchestra, Pier Giorgio Morandi
Amonasro (11.03.2022, 16:09):
André Campra/Antoine Houdar de la Motte: L'Europe galante
Vénus/Une espagnole/Olimpia/Roxane - Caroline Mutel La Discorde/Doris/Une femme du Bal/Zaide - Isabelle Druet Une grace/Céphise/Une espagnole/Une femme du Bal - Heather Newhouse Philène/Dom Pedro/Octavio - Anders J. Dahlin Silvandre/Dom Carlos/Zuliman - Nicolas Courjal Le Bostangis - Jérémie Delvert
Les Nouveaux Caractères, Sébastian d'Hérin
Gruß Amonasro
tapeesa (12.03.2022, 08:33): Georges Bizet / Louis Gallet - Djamileh
Djamileh - Lucia Popp Haroun - Franco Bonisolli Splendiano - Jean Philippe Lafont Hassan - Jacques Pineau
Chor des Bayerischen Rundfunks; Münchner Rundfunkorchester, Lamberto Gardelli
Cetay (12.03.2022, 09:29):
Wolfgang Amadeus Mozart - Klavierkonzert Nr. 17 G-Dur, K. 453 John O'Conor, Scottish Chamber Orchestra, Charles Mackerras
Amonasro (12.03.2022, 19:27):
Jean-Philippe Rameau/Louis Fuzelier: Les Indes galantes
Orphée - Aaron Sheehan Euridice - Amanda Forsythe Pluton - Douglas Williams Proserpine - Dorothee Mields Apollon - Jesse Blumberg
Boston Early Music Festival Vocal & Chamber Ensembles; Paul O'Dette, Stephen Stubbs
Zwei unterhaltsame Kurzopern über deren Entstehung nur sehr wenig bekannt ist. La Couronne de Fleurs ist offensichtlich ein Gelegenheitswerk zur Verherrlichung des Königs, die zwei Akte des Orphée sind wahrscheinlich das Fragment einer größer geplanten Oper und entsprechend dramatischer.
Gruß Amonasro
Jan Van Karajan (13.03.2022, 18:05): Gerade läuft Verdis Aida unter der Regie von Katharina Thalbach auf Arte. Und ich muss sagen, dass diese Inszenierung wirklich toll ist. Kein allzu modernistisches Getue, sondern der Handlung angemessen. Christian Thielemann macht am Pult wirklich solide Arbeit. Ich denke, ich werde da jetzt eine Weile hängen bleiben :thumbsup: . Grüße Jan :hello
tapeesa (14.03.2022, 10:30): Hector Berlioz - Requiem op. 5, Grande Messe des Morts Giuseppe Sabbatini, Tenor (Sanctus) Wiener Singakademie, Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor Vienna Radio Symphony Orchestra, Bertrand de Billy
Amonasro (14.03.2022, 11:15): Die Aida habe ich zwar verpasst, werde sie mir aber demnächst in der Mediathek ansehen. Die Besetzung klingt interessant.
Heute Morgen:
Jean-Philippe Rameau/Sylvain Ballot de Sauvot: Pygmalion
agravain (14.03.2022, 14:13): Heute Vormittag lief:
Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion BWV 244
Patrick Grahl - Evangelist Peter Harvey - Jesus
Isabel Schicketanz -Sopran Marie Henriette Reinhold - Alt Benedikt Kristjánsson - Tenor Krešimir Stražanac - Bass
Gaechinger Cantorey Hans-Christoph Rademann
Cetay (15.03.2022, 03:05):
Wolfgang Amadeus Mozart - Hornkonzerte Philharmonia Orchestra, Barry Tuckwell (Solist & Dirigent)
Mehr Mozart mit Horn und Orchester geht nicht. Mit zwei verschiedenen Arrangements (Suessmayr & Tuckwell) des Rondo K. 514 (dem Finalsatz des ersten Konzert K. 368b), dem aus K. 370b und K. 371 zusammengetackerten und von Tuckwell arrangierten 'nullten" Konzert und dem fraglich authentischen Fragment K. Anh. 98a. Das erscheint mir etwas polierter gespielt als die ebenfalls in Personalunion gemachte Aufnahme mit dem English Chamber Orchestra.
Wenn wir schon dabei sind:
Edward Elgar - Pomp and Circumstance Marches, op. 39 (Nos. 1-5) LSO, Barry Tuckwell
tapeesa (15.03.2022, 04:51): Franz Schubert: Klavierquintett "Die Forelle" & Streichquintett C-Dur* Quatuor de Budapest + Benar Heifetz (Violoncello)*, Mieczyslaw Horszowski (Klavier), Georges E. Moleux (Kontrabass)**
Cetay (15.03.2022, 05:08): Noch was Forengetriggertes. Bei HV-L triggern oft schon die Untertitel zu seinen Sinfonien ein No-hear bei mir. Auch wenn die Ohren gerade durch Elgars Gewaltmaersche gestaehlt wurden, bleiben die Embargos gegen "War" (3.) und "Victory" (4.) bestehen - aber die titellose 7. erhaelt nun eine Audition:
Heitor Villa-Lobos - Sinfonie Nr. 7 RSO Stuttgart, Carl St.Clair
tapeesa (15.03.2022, 07:25): Claude Debussy - La boîte à joujoux & 6 Épigraphes antiques (Versionen für Klavier) Aldo Ciccolini
Amonasro (15.03.2022, 23:42):
André Campra/Jean-François Regnard: Le carnaval de Venise
Isabelle - Salomé Haller Léonore - Marina de Liso Rodolphe - Andrew Foster-Williams Léandre - Alain Buet Orfeo - Mathias Vidal Euridice - Sarah Tynan Minerve - Blandine Staskiewicz Plutone - Luigi de Donato
Les Chantres du Centre de musique baroque de Versailles Chœur et Orchestre de Concert Spirituel, Hervé Niquet
Bei Campras zweiter Oper fällt vor allem die merkwürdige Dramaturgie auf: Anders als andere Werke der Gattung Opéra-ballet hat dieses zunächst eine durchgehende Handlung, die dann im 3. Akt von einem als Stück im Stück aufgeführten L'Orfeo, einer Parodie der italienischen Oper, unterbrochen wird. Danach kehrt die Oper nicht mehr zur Haupthandlung zurück, sondern schließt mit einem venezianischen Maskenball als Divertissement. Auch an anderen Stellen versucht Campra den italienischen Stil in die französische Oper zu bringen wie in der Serenade Luci belle dormite. Die Musik ist (vor allem in den Tanzszenen) sinnlich und ausgelassen, wenn auch weniger abwechslungsreich als in L'Europe galante. Die Aufnahme ist ausgezeichnet, lediglich der Léandre klingt etwas zu rau für den jungen Liebhaber.
Gruß Amonasro :hello
Cetay (16.03.2022, 03:32):
Picture source: Orchestra website
Selling Land for the Bride-Price (Orchester-Arrangements von chinesischen Evergreens) Singapore SO, Choo Hoey
Cetay (16.03.2022, 06:40):
Claude Debussy - Jeux & Khamma (orch. Koechlin) Singapore SO, Lan Shui
tapeesa (16.03.2022, 06:44): Gaspare Spontini / Victor-Joseph Étienne de Jouy - La Vestale Karen Huffstodt, Anthony Michaels-Moore, J. Patrick Raftery, Denyce Graves, Dimitri Kavrakos, Aldo Bramante Coro e Orchestra del Teatro alla Scala, Riccardo Muti
palestrina (16.03.2022, 10:03): lediglich der Léandre klingt etwas zu rau für den jungen Liebhaber Hallo Amonasro, und zu alt fürn jungen Liebhaber, und ja eine tolle Aufnahme!
LG palestrina
tapeesa (17.03.2022, 07:47): Claude Debussy - Ariettes Oubliées (arr. Tobias Broström) - aus der Suite Bergamasque III. Clair de lune (arr. Daniel Fjellström) Sofie Asplund, Lunds Kammarsolister
Orphée - Jason McStoots Ixion - Aaron Sheehan Tantale - Douglas Williams
La pierre philosophale (Schauspielmusik)
La petite gnomide - Teresa Wakim Un silphe - Zachary Wilder Le feu - Lydia Brotherton L'eau - Olivier Laquerre
Boston Early Music Festival Vocal & Chamber Ensembles; Paul O'Dette, Stephen Stubbs
Gruß Amonasro
Cetay (18.03.2022, 00:00):
Niels W. Gade - Sinfonie Nr. 1 c-Moll, op. 5 & Nr. 8 h-Moll, op. 47 Stockholm Sinfonietta, Neeme Järvi
tapeesa (18.03.2022, 09:26): Dekameron: Czyli historia miłości średniowieczne or the History of Medieval Love mit Liedern von anonymen Verfassern sowie Walther von der Vogelweide, Guillaume Dufay, Guillaume de Machaut, Nicolas Grenon, Moniot d'Arras, Oswald von Wolkenstein, Jehan de Lescurel, Raimbault de Vaqueiras, Donatus de Florentia, Witzlaw aus Rügen Early Music Ensemble,Tadeusz Czechak
"Bitter Ballads" Paul Hillier, Gesang; Andrew Lawrence-King, Harfen & Psalterium
Maurice inaktiv (18.03.2022, 13:18):
Heitor Villa-Lobos : Sinfonien Nr.3 & 4 AD: 2012
Sao Paulo SO, Isaac Karabtchevsky
Ehrlich gesagt, weiß ich damit zur Zeit wenig anzufangen. Es gibt keine Melodie, die mal im Ohr bleibt (eher ungewöhnlich bei lateinamerikanischer Musik sonst), die "Kriegssinfonie" (Nr.3) finde ich als viel zu wenig aufwühlend oder gar "kriegerisch", es fehlt mir die persönliche Note des Werkes. Es wird zum Ende hin aber immerhin kurzzeitig mal heftiger.
Da ist mir Mahlers Fünfte mit all seinen Rissen und tiefen Schluchten weitaus lieber.
Die Vierte (Victory) geht dagegen gleich richtig gut los. Da ist viel mehr Feuer hinter dem "Sieg" als in fast der ganzen vorherigen Sinfonie.
Maurice inaktiv (18.03.2022, 21:26):
Toivo Kuula : South Ostrobothnian Suite No.1, op. 9 (1906-1909) & 2, op.20 (1912-13) , Prelude and Fugue , op.10 (1909) , Festive March, op. 13 (1910)
Turku PO , Leif Segerstam
Der Schüler von Armas Järnefelt und Jean Sibelius war mir bis dato völlig unbekannt. Durch eine Sonderaktion bei CPO wurde ich auf ihn aufmerksam. Heute nun liegt die CD in meinem Player. dass mit Leif Segerstam ein hoch geschätzter Landsmann von ihm dirigiert, war ein zusätzlicher Kaufgrund.
Das ist eine weitaus mir näher stehende Welt als heute Vormittag die beiden Sinfonien von Heitor Villar-Lobos. Allerdings klingt mir das Ganze weniger "finnisch" als, sagen wir mal "nordisch". Hätte ich raten müssen, wäre ich eher bei Norwegen und Halvorsen gelandet als in Finnland.
tapeesa (19.03.2022, 08:41): Klaviermusik gespielt (und eigene Stücke) von Emanuele Delucchi; Monteverdi, Schubert, Gesualdo, Tárrega
Cetay (19.03.2022, 10:49):
Franz Schubert - Oktett F-Dur, D. 803 Emma Johnson (Klarinette), Philip Gibbon (Fagott), Michael Thompson (Horn), Carducci Quartet, Chris West (Kontrabass)
Les Temps Présents & Les Chantres du Centre de Musique Baroque de Versailles; Olivier Schneebeli
Gruß Amonasro
Cetay (20.03.2022, 00:40): Franz Schubert - Oktett F-Dur, D. 803 Emma Johnson (Klarinette), Philip Gibbon (Fagott), Michael Thompson (Horn), Carducci Quartet, Chris West (Kontrabass) :!:
In den 10ern sind viele hochestkaraetige Aufnahmen dieses Werks herausgekommen. Allen voran Isabelle Faust, weiter Joerg Widmann, Ensemble Prisma Wien, Edding Quartet / Norternlight, Gaudier Ensemble und die etwas obskur benamsten, aber gehoert sein muessenden East Side Oktett (schreibt sich so) und The Fibonacci Sequence (heissen so). Noch auf meiner Hoerliste stehen die Wigmore Soloists (um Isabelle van Keulen & Michael Collins) und die (aus Mitgliedern des Concertgebouw bestehende) Camerata RCO. Voellig entgangen war mir bis heute, dass sich auch die Anima Eterna meines Lieblingswerks von Schubert angenommen hat. Die steht als allernaechstes auf dem Hoerzettel. Fuer alleine dem Namen nach Biederkeit verstroemende Ensembles wie Dresdner Oktett (sorry an die Freistaatbewohner) und Schweizer Oktett (sorry an die Wahlheimatler) bleibt da einfach keine Zeit, zumal die Klassiker wie das Wiener Oktett (klingt auch bieder, aber die waren nun mal zuerst da und sitzen so stoisch auf dem Thron, dass da noch kommen kann was will), die Academy of Ancient Music oder das Nash Ensemble auch mal wieder gehoert sein wollen. Achja, Mullova Ensemble, Mozzafiato/L'Archibudelli und nicht zuletzt die DGG-Supergroup um Gidon Kremer gibt es auch noch. Warum sollte man sich also mit der zitierten Combo beschaeftigen? Weil das eine ganz hervorragende Einspielung ist, einer der allerbesten, wenn nicht die beste (die Wiener ausser Konkurrenz gelassen). Woran mache ich das fest? Beim Oktett treten die ueblichen Beurteilungskriteren klar an die zweite Stelle. Die entscheidende Frage ist immer und zuoberst: Schafft es die Gruppe, mich ueber die volle Stunde bei der Stange zu halten und die beruechtigten himmlischen Laengen, die kaum wegzuleugnen sind, zu ueberspielen? Ein klares ja und nicht nur das. Sie faszinieren, sie fesseln, sie lassen diesen abgehangenen Schinken frisch klingen und schuerfen ganz selbstverstaendlich in Tiefen ohne was zu oktroyieren. Ganz grosse Klasse.
Cetay (20.03.2022, 01:10): Um die Vorfreude auf Schuberts Oktett mit der AE noch etwas auszukosten, zunaechst das hier:
Franz Schubert - Die Zauberharfe D. 644, Ouvertuere / Rosamunde D. 797, Zwischenaktmusik B-Dur & Balettmusik G-Dur / Sinfonie Nr. 5 B-Dur, D. 485 Anima Eterna, Jos van Immerseel
Andréjo (20.03.2022, 11:11): Mal was ganz Banales:
Cetays Begeisterungsfähigkeit für eigentlich jede Art guter Musik hat was Ansteckendes! Ich halte mich auch für offen den verschiedensten musikalischen Ausdrucksformen gegenüber. Aber da kann ich noch dazulernen - wobei "lernen" nicht ganz das richtige Wort ist.
Dass man nicht alles gleichzeitig bewundern, erforschen, problematisieren kann ... geschenkt ... leider geschenkt ...
:thumbup:
Ach so, Du wolltest noch ein Sternchen ... :P
Wolfgang
Amadé (20.03.2022, 18:55):
Rine bemerkenswerte Aufnahme des 2. Klavierkonzerts von Brahms. Sie kommt aus Köln mit dem Rundfunk-Sinfonie-Orchester, das Mario Rossi im Jahre 1971 dirigiert und besitzt nahezu Studio-Qualität. Gilels Klavierspiel rückt hier in die Nähe von Arrau.
Gruß Amadé
Cetay (21.03.2022, 02:13): Mal was ganz Banales:
Cetays Begeisterungsfähigkeit für eigentlich jede Art guter Musik hat was Ansteckendes! Ich halte mich auch für offen den verschiedensten musikalischen Ausdrucksformen gegenüber. Aber da kann ich noch dazulernen - wobei "lernen" nicht ganz das richtige Wort ist.
Dass man nicht alles gleichzeitig bewundern, erforschen, problematisieren kann ... geschenkt ... leider geschenkt ...
:thumbup:
Ach so, Du wolltest noch ein Sternchen ... :P
Wolfgang Danke fuer die Messerspitze Dopamin in den Morgenkaffee. 8o Es stimmt schon, dass mich 'gute' Musik mehr als (fast) alles andere begeistern kann. In meinem Schrieb kommt freilich allenfalls 1/8 davon an. Dennoch war das der Grund, dass aus meinem Foren-Ausstieg lediglich eine Auszeit wurde. Wenn mich Musik begeistert, kann ich regelrecht euphorisch werden und das muss dann einfach raus.
Cetay (21.03.2022, 03:25): Schwer begeistern kann mich das Schubert-Oktett quartalsweise - oder ist es eher schaltjahresweise? Mit jedem Tick der Lebensuhr gleicht sich die heutige Zeitflusswahrnehmung des zweiten der frueheren des ersten an. Egal. Gerade ist wieder so eine Gelage-Phase:
Franz Schubert - Oktett F-Dur, D. 803 Pierre Fouchenneret & Shuichi Okada (Violine), Marc Desmons (Viola), Yan Levionnois (Violoncello), Yann Dubost (Kontrabass), Nicolas Baldeyrou (Klarinette), Julien Hardy (Fagott), David Guerrier (Horn)
Diese 2020 herausgekommene Einspielung swingt und leuchtet, dass es eine Freude ist. Noch so ein Unterhund, der den Etablierten an die Keule wiescherlt. Das hat auch Hs Hauspostille Classicstoday erkannt und listet sie neben den Ensembles von Mullova und Kremer als "Reference Recording". Die hinter dem Link besprochene Aufnahme klingt interessant - kenne ich auch noch nicht... ;(
Cetay (21.03.2022, 05:42):
Toivo Kuula : South Ostrobothnian Suite No.1, op. 9 (1906-1909) & 2, op.20 (1912-13) , Prelude and Fugue , op.10 (1909) , Festive March, op. 13 (1910)
Turku PO , Leif Segerstam
Der Schüler von Armas Järnefelt und Jean Sibelius war mir bis dato völlig unbekannt. Durch eine Sonderaktion bei CPO wurde ich auf ihn aufmerksam. Heute nun liegt die CD in meinem Player. dass mit Leif Segerstam ein hoch geschätzter Landsmann von ihm dirigiert, war ein zusätzlicher Kaufgrund.
Das ist eine weitaus mir näher stehende Welt als heute Vormittag die beiden Sinfonien von Heitor Villar-Lobos. Allerdings klingt mir das Ganze weniger "finnisch" als, sagen wir mal "nordisch". Hätte ich raten müssen, wäre ich eher bei Norwegen und Halvorsen gelandet als in Finnland. Die habe ich mir auch auf den Hoerzettel gesetzt, nachdem mich die Brahms-Sinfonien-Integrale mit demselben Interpreten-Gespann schwer beeindruckt hat. Als Bildungssheini wollte ich natuerlich wissen, was es mit South Ostrobothnia auf sich hat. Im Westen wird schwedisch gesprochen, im Osten finnisch - vielleicht klingt es wegen dieser Mischung mehr "nordisch" (der pensionierte Linguist im Forum kringelt sich wahrscheinlich gerade... :P ). Man sagt den Bewohnern "dunkles Blut", starke soziale Bindungen bis zur Herdenmentalitaet, eine genetische Veranlagung zur Gewalt -sie ziehen vor allem betrunken schnell ein Messer- und eine erblich bedingte Freiheitsliebe nach. Falls sich das in der Musik wiederspiegelt, sollte mir das sehr gefallen. :rolleyes:
Maurice inaktiv (21.03.2022, 07:14): Man sagt den Bewohnern "dunkles Blut", starke soziale Bindungen bis zur Herdenmentalitaet, eine genetische Veranlagung zur Gewalt -sie ziehen vor allem betrunken schnell ein Messer- und eine erblich bedingte Freiheitsliebe nach. Falls sich das in der Musik wiederspiegelt, sollte mir das sehr gefallen. Davon habe ich nichts bemerkt, wenn ich ehrlich sein soll. Vielleicht trinke ich zu wenig und mit "Herdenmentalität" habe ich auch nix am Hut. Doch die Musik hat mir trotzdem sehr gut gefallen.
Als Bildungssheini wollte ich natuerlich wissen, was es mit South Ostrobothnia auf sich hat. Im Westen wird schwedisch gesprochen, im Osten finnisch - vielleicht klingt es wegen dieser Mischung mehr "nordisch"
Ob es was mit der sprachlichen Teilung zu tun hat, was das nicht so ganz "finnische Musikgefühl" betrifft, vermag ich nicht zu sagen. Ich finde auch da nur bedingt Unterschiede in Ländern wie Belgien oder die Schweiz (die sogar dreisprachig ist). Wobei es z.B. in den Schweizer Armeemärschen eine klare Tendenz zu Frankreich gibt, was etwa das rhythmische Spielen auf der Snare Drum angeht, aber auch teilweise bei den recht "fanfarentypischen" Einsätzen der Trompeten angeht.
Andréjo (21.03.2022, 12:10): Maurice mache ich dann auch mal ein Kompliment. Iss ja auch nicht so teuer. :P :)
Ich bin Gelegenheitsjazz-Hörer, dann schon auch alles zwischen Dixie und Pat Metheny. Auf den klassischen Swing bringst Du mich immer wieder mal, da finde ich ein paar CDs extra. Insgesamt kommt das freilich zu kurz, vor allem die sparsamen Regalbestände. Wie oben schon angedeutet: Leider, aber es geht nicht alles gleichzeitig ... und einmal im Jahr oder so will ich ja auch mal eine Oper hören. Sehen ist dann weniger wichtig für mich. ||
Du bist da ein unglaublicher Detail-Experte, ähnlich wie ein Kollege und Freund von mir. Der kann auch jeden Musiker der Dreißiger bis Fünziger per Vita herbeten. Das war mir gelegentlich allerdings zu viel des Guten, insbesondere als er keine Lust hatte, von mir auch mal was über andere Musik zu erfahren, und jetzt bin ich im Ruhestand.
:) Wolfgang
tapeesa (21.03.2022, 18:23): Richard Wagner - Siegfried
Siegfried – Wolfgang Windgassen Brünnhilde – Birgit Nilsson Der Wanderer – Hans Hotter Mime – Gerhard Stolze Alberich – Gustav Neidlinger Fafner – Kurt Böhme Erda – Marga Höffgen Der Waldvogel – Joan Sutherland
Wiener Philharmoniker, Georg Solti (2013)
Maurice inaktiv (22.03.2022, 01:03): Maurice mache ich dann auch mal ein Kompliment. Iss ja auch nicht so teuer. Ich bin Gelegenheitsjazz-Hörer, dann schon auch alles zwischen Dixie und Pat Metheny. Auf den klassischen Swing bringst Du mich immer wieder mal, da finde ich ein paar CDs extra. Du bist da ein unglaublicher Detail-Experte, ähnlich wie ein Kollege und Freund von mir. Der kann auch jeden Musiker der Dreißiger bis Fünziger per Vita herbeten. Das war mir gelegentlich allerdings zu viel des Guten, insbesondere als er keine Lust hatte, von mir auch mal was über andere Musik zu erfahren, und jetzt bin ich im Ruhestand. Ehrlich gesagt, verstehe ich das Kompliment jetzt nicht so recht. Als die "echten" und "puren" Jazzhörer noch existierten, die auch noch die Konzertkarten, die ganzen gesammelten Alben, die in der Regel mit Bildern, die sei selbst gemacht hatten, entweder in Konzerten oder auf diversen Kreuzfahren, Besuchen in den Staaten oder Riverboat Shuffles, DAS waren gegen mich "Detail-Experten". Bei mir ist das bei weitem nicht so ausgeprägt. Außerdem habe ich durch das I-Net viele Dinge vergessen, die mir aber das Netz wieder zurück gibt.
Komischerweise war ich nie hinter Autogrammen und gar aufdringlich wirkenden Bilder-Orgien hinterher. Ich habe mich lieber an ihrer Musik erfreut, und auch dem puren Vergnügen, diesen Menschen mal in einem Konzert nahe zu sein. Doch ich habe es bis auf wenige Ausnahmen immer abgelehnt, sie in ihren Garderoben zu besuchen oder auf sie extra zu warten.
Ich danke Dir allerdings für das Kompliment trotzdem. Ich sehe es aber vielmehr als Kompliment an, dass Du dadurch immer mal wieder zu einer CD dieser Musik greifst. Für mich ist der Unterschied zur Klassik derart gewaltig, dass man jeden Hörer, der vielleicht nicht so sehr in der Materie drinsteckt wie ich es tue, doch immer mal wieder begeistern kann. Jeder kann sich aus den Informationen das heraussuchen, dass für IHN selbst wichtig ist.
Ich bin mir sicher, dass es mehr Menschen gibt, die einmal im Leben eine Jazzplatte gehört haben als Musik von Glass oder eine Oper von Richard Wagner. Und wenn ich ehrlich bin, kann ich das gut verstehen. Allerdings kann ich auch die Menschen verstehen, die der Musik Mahlers den Vorzug vor der Musik Archie Shepps oder Eric Dolphys geben. Alles von mir "Grenzfälle" beider Musikrichtungen, die man mag oder nicht. Ein "Dazwischen" gibt es da nur sehr selten.
Cetay (22.03.2022, 01:25): Man sagt den Bewohnern "dunkles Blut", starke soziale Bindungen bis zur Herdenmentalitaet, eine genetische Veranlagung zur Gewalt -sie ziehen vor allem betrunken schnell ein Messer- und eine erblich bedingte Freiheitsliebe nach. Falls sich das in der Musik wiederspiegelt, sollte mir das sehr gefallen. Davon habe ich nichts bemerkt, wenn ich ehrlich sein soll. Vielleicht trinke ich zu wenig und mit "Herdenmentalität" habe ich auch nix am Hut. Doch die Musik hat mir trotzdem sehr gut gefallen. Ich habe auch wenig bemerkt, obwohl ich gerne trinke. :beer Ich schrieb ja im Konjunktiv...
Mir hat das sehr gut gefallen und es wurde mittlerweile mehrfach gehoert. Gleich der erste Satz der ersten Suite setzt mit seinem ausgedehnten Englischhorn-Solo ein Ausrufezeichen. Viel mehr reine Orchestermusik habe ich kaum gefunden, ausser hier und da mal ein kurzes Einzelstueck auf Samplern a la Finish Pictures. Aber diese hier:
Toivo Kuula - Stabat Mater(fuer gemischten Chor, Orchester & Orgel) Chorus Cathedralis Aboensis, Turku PO, Jacques Mercier
Das verklang eben. Auch hier kommt das Englischhorn zu seinem Recht. Jetzt:
Toivo Kuula - Piano Trio A-Dur, op. 7 Liisa Pohjola (Klavier), Pavvo Pohjola (Violine), Ensti Pohjola (Violoncello)
Maurice inaktiv (22.03.2022, 08:27): Ich habe auch wenig bemerkt, obwohl ich gerne trinke. :beer :J
tapeesa (22.03.2022, 08:37): Ludwig van Beethoven - 10 Variationen über "La Stessa, La Stessissima", Falstaff, Salieri, WoO 73 7 Variationen über "Kind, willst du ruhig schlafen", Das unterbrochene Opferfest, Peter von Winter, WoO 75 Karl-Heinz Schlüter, Klavier; 1965 Stuttgart
Cetay (22.03.2022, 08:58): Toivo Kuula - Piano Trio A-Dur, op. 7 Liisa Pohjola (Klavier), Pavvo Pohjola (Violine), Ensti Pohjola (Violoncello) Wer mit den Schubert'schen Trios wegen himmlischer Laengen so seine Probleme hat, macht hierum besser einen grossen Bogen. Das dauert fast eine Stunde, alleine der Kopfsatz frisst 20 Minuten. Da braucht es entsprechend Gehalt, den ich nicht fand, weswegen ich es nicht durchgehalten habe. Wenn wir gerade bei Schubert sind:
Franz Schubert - Oktett F-Dur, D. 803 Camerata RCO
Andréjo (22.03.2022, 11:24): Ich sehe es aber vielmehr als Kompliment an, dass Du dadurch immer mal wieder zu einer CD dieser Musik greifst. Das ist auch das Entscheidende. :)
EDIT und NB: Autogramme lehne ich ab für mich. Jede Art von auch dezentem Personenkult ist mir zuwider. Es gibt nichts Unverständlicheres für mich als das Dasein des englischen Königshauses und dessen Rolle in einer modernen Gesellschaft. Den deutschen Politikpräsidenten sehe ich als "Grüßaugust" und bedaure, das Wort nicht erfunden zu haben. Doch Schluss mit dem Geschwätz; das hier ist ein Musikforum.
:thumbup: Wolfgang
Maurice inaktiv (22.03.2022, 13:11): Das ist auch das Entscheidende. Verstehe. Danke.
EDIT und NB: Autogramme lehne ich ab für mich. Jede Art von auch dezentem Personenkult ist mir zuwider. Ich habe einige ganz wenige, das muss ich zugeben. Darunter auch eines von Maurice André, den ich zufällig mal auf der Musikmesse Frankfurt getroffen hatte, als er zu seinem Platz als "Endorser" gegangen war. Noch bevor seine "Jünger" (auch Schüler genannt) angerannt kamen, hatte ich mir auf seiner Visitenkarte das Autogramm geholt. Da war er auch in sehr legerer Kleidung, übrigens sehr nett gewesen, und ich war und bin heute noch sehr glücklich darüber. Für einen Trompeter wie mich war das der Inbegriff an Trompetenkunst und ist es trotz vieler Nachfolger, die alle vielleicht "besser" als er sind, noch immer ein absolutes Vorbild als Musiker, Kollege und Mensch. Übrigens würde ich das Gleiche über Timofeij Dokshitzer schreiben, den ich leider nie habe persönlich kennen lernen dürfen, und leider auch nie live gehört habe, im Gegensatz zu Maurice André.
Wirklichen Personenkult betreibe ich aber nicht. Doch der Respekt vor solchen Musikern wird immer vorhanden sein.
Es gibt nichts Unverständlicheres für mich als das Dasein des englischen Königshauses und dessen Rolle in einer modernen Gesellschaft. Den deutschen Politikpräsidenten sehe ich als "Grüßaugust" und bedaure, das Wort nicht erfunden zu haben. Sehe ich auch so. Sie verschwenden im Grunde nur die Steuergelder der Bürger, die man bestimmt sinnvoller einsetzen könnte.
Doch Schluss mit dem Geschwätz; das hier ist ein Musikforum. Na,ja. Immerhin haben die Queen und der Bundespräsident hin und wieder mit Musik zu tun. :D
Cetay (23.03.2022, 09:09): Hier dreifach Charismatisches:
Iannis Xenakis - Charisma (fuer Klarinette & Violoncello) Alain Damiens, Pierre Strauch Benjamin Dieltjens, Arne Deforce Siegfried Palm, Heinz Deinzer
Sfantu (23.03.2022, 23:40): Wie kann man das Gilbert & Sullivan-Universum charakterisieren?
Als eine zuvor nicht da gewesene und fortan nicht mehr erreichte Hoch-Zeit der Gattung Operette? Doppelbödiger Witz, mitreissende Melodien und Rhythmen, halsbrecherische Prestissimo-Parlandi - zugegeben: das bieten zum Teil auch Offenbach oder Strauß. In solcher auf die Spitze getriebenen Finesse und erlesenen musikalischen Substanz (hier kann gattungsintern am ehesten Suppé noch mithalten) scheinen mir die Briten aber einen Platz zu behaupten, der schwerlich zu erreichen, geschweige denn zu überbieten ist.
Neben der famosen Gesamtaufnahme der Pirates of Penzance mit Charles Mackerras (Telarc) ist dieser Mischnitt vom Stratford Festival 1985 für mich die gelungenste Version des Major General`s Songs. Der nicht genannte Solist performt hier herrlich souverän, mit einer leicht tuntigen Note. Im Zugaben-Abschnitt gibt es neu Gedichtetes, zum Teil auf (damals) aktuelle politische Themen in Canada anspielend.
Kann mich daran nicht satt hören und sehen.
Cetay (24.03.2022, 00:12): Ein Tag ohne Oktett ist ein leerer Tag. Dem wird heute morgen gleich vorgebeugt:
Franz Schubert - Oktett F-Dur, D. 803 Anima Eterna Brugge
Cetay (24.03.2022, 03:51):
Claudio Monteverdi - Tempro la cetra (Libro di Madrigali 7A, No. 2) Guillemette Laurens, Capriccio Stravagante, Skip Sempé
Amonasro (24.03.2022, 15:47):
Jean-Philippe Rameau/Charles-Antoine Leclerc de La Bruère: Dardanus (Fassung von 1744)
Jan Van Karajan (24.03.2022, 21:49): Hier Schweres: https://m.media-amazon.com/images/I/71dp-G64DiL._AC_UY327_QL65_.jpg
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 10 (Adagio)
New York Philharmonic, Leonard Bernstein Grüße Jan :hello
tapeesa (26.03.2022, 10:20): Christoph Graupner - aus Partitas for Harpsichord Vol. 3: Partien GWV 103 & 150 + Februarius GWV 110 Geneviève Soly, Cembalo
Philidor (26.03.2022, 15:38): Diesen wunderbaren Neuzugang zu meinem Hörrepertoire wollte ich mit Euch teilen:
Luciano Berio: Sinfonia (1968-69)
Mirjam Solomon, Annika Fuhrmann, Sopran Jutta Seppinen, Pasi Hyökki, Alt Simo Mäkinen, Paavo Hyökki, Tenor Taavi Oramo, Sampo Haapaniemi, Bass
Finnisches RSO Hannu Lintu
Heiteres Zitateraten inkludiert.
Gruß Philidor
:hello
Cetay (27.03.2022, 03:49):
Iannis Xenakis - Kraanerg Paul D. Miller aka DJ Spooky, ST-X Ensemble, Charles Zachary Bornstein
Um das Problem der Koordination von Tonband- und Orchesterpassagen zu loesen, wurde fuer die Zuspielungen ein renommierter DJ engangiert. Die Aufnahme (eine von drei, soweit mir bekannt) wurde mit dem Praedikat composer supervised geadelt.
tapeesa (27.03.2022, 09:06): Sergei Prokofiev - Suite aus The Love for Three Oranges, op.33bis (I. The Clowns, II. The Magician and the Witch play cards, III. March, IV. Scherzo, V. The Prince and Princess, VI. The Flight) Armenian Philharmonic Orchestra, Loris Tjeknavorian
begonnen: Sergei Prokofiev: Romeo and Juliet, Ballett op. 64 Chicago Symphony Orchestra, Georg Solti (Auszüge) & London Symphony Orchestra, André Previn
Cetay (27.03.2022, 09:15):
Franz Schubert - Oktett F-Dur, D. 803 Octuor de France
Amonasro (27.03.2022, 23:01):
Alexander von Zemlinsky: Die Seejungfrau
Franz Schreker: Der Geburtstag der Infantin
Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, Vasily Petrenko
Gruß Amonasro
Cetay (28.03.2022, 04:14):
Gavin Bryars - Three Vienesse Dancers (Prologue; String Quartet No.1*; First Viennese Dance; Epilogue) *Arditti String Quartett Pascal Pongy (Horn), Charles Fullbrook & Gavin Bryars (Perkussion)
tapeesa (28.03.2022, 08:37): Morton Gould - Pieces of China & Ernest Bloch - Poems of the Sea Mirian Conti, Klavier
Cetay (28.03.2022, 12:28):
Heitor Villa-Lobos - Sinfonie Nr. 6 RSO Stuttgart, Carl St.Clair
Also das ueberrascht mich jetzt doch - noch positiver als die schon recht anhoerliche Siebte. Was die geschaetzten Forenkollegen an den Sinfonien bemaengeln, naemlich den Mangel an Greifbarem, Eingaengigem, Charakteristischem, Persoenlichem und 'Nationalen', empfinde ich keineswegs als Mangel, sondern als Konzentration auf das Wesentliche.
Andréjo (29.03.2022, 00:07): Cetays Antwort freut mich natürlich. Zwar haben mich bislang die Sinfonien im Werk von Villa-Lobos am wenigsten überzeugt, aber es könnte schon auch daran liegen, dass ich sie mit Abstand am wenigsten gehört habe - zum Teil wohl nur ein einziges Mal -, und das könnte ich gerne mal ändern. Es täte ja den Stücken, die ich oft gehört habe von ihm, keinerlei Abbruch! :)
Cetay (29.03.2022, 12:53):
Franz Schubert - Oktett F-Dur, D. 803 ASMF Chamber Ensemble
Ich war unangenehm ueberrascht davon, wie die Streicher behaebig, aufgedickt und ueberromantisch artikulierend loslegten. Das kenne ich von diesem Ensemble und den Mozart-Divertimenti ganz anders. Aber trotz der mir eigentlich gegen den Strich gehenden Art des Musizierens entstand ein Sog, der mich mit bald euphorisiernder Wirkung in den stimmigen Fluss der Phrasierungen hineinzog. Sachen gibt's...
tapeesa (29.03.2022, 17:29): , empfinde ich keineswegs als Mangel, sondern als Konzentration auf das Wesentliche. Die Stuttgarter Aufnahme der 6. Sinfonie, war meine erste (auch gemochte) gehörte Villa-Lobos Sinfonie und das Zitierte erlebe ich auch so. Wobei "wesentlich" schwer oder vielleicht auch gar nicht definierbar sein dürfte, aber schwer greifbar, keine klar charakteristisch bestimmbare, personal-typische Position widersprechen dem meiner Auffassung nach nicht. Wie auch immer, Villa-Lobos ist immer wieder spannend. ___
Antonio Soler - Keyboard Sonatas Nos. 87 - 92 Levon Avagyan, Piano
Cetay (30.03.2022, 01:11): Wobei "wesentlich" schwer oder vielleicht auch gar nicht definierbar sein dürfte Das ist eine gute Bemerkung und ich stelle mal wieder fest: wenn ich beginne, mir ueber die Begriffe, die ich verwende, tiefere Gedanken zu machen, fangen sie an zu verschwimmen. Und ich frage mich: wenn ich nicht mal selbst genau weiss, was ich darunter verstehe, wie soll ich es dann von meinem Gegenueber auch nur ahnen?
Da ist es am besten, die Klappe zu halten und die Ohren fuer den Empfang der universellen Sprache ohne Worte aufzustellen:
Wolfgang Amadeus Mozart - Sinfonia Concertante Es-Dur, K. 297b Kammerorchester "C.P.E. Bach", Hartmut Haenchen
tapeesa (01.04.2022, 09:51): Prolog (I can't make the hills) aus Philip Glass: Book of longing, A song cycle based on the poetry and images of Leonard Cohen
Philip Glass - Streichquartette 1 - 4; Carducci Quartet
Sfantu (01.04.2022, 18:43):
Felix Mendelssohn
Violinsonaten f-moll op. 4 (1825) und F-dur WoO (1838) (Menuhin-Ausgabe)
Shlomo Mintz, Violine Paul Ostrowskij, Klavier (CD, DG, 1987)
Die geschmackvoll-elegante Jugend-Sonate (was bedeutet schon Jugendwerk bei einem derart frühvollendeten Komponisten?) erfreut mit ihrem frühromantischen Elan. Wunderbar gedankenverloren der kadenzartige Beginn des Kopfsatzes. Alles fügt sich klar und in linearer Selbstverständlichkeit. Der brillanten Coda des abschließenden Allegro agitato wird noch ein leiser Fragemotiv-Fetzen angehängt - romantische Melancholie ohne jede Süßlichkeit. Herzerwärmend!
Fraglos kommt das Schwesterwerk erwachsener daher. Mehr Gedankendichte, mehr Stringenz. Auch erkennt hier das Ohr Mendelssohn spielend im Blindtest. Der Finalsatz wartet mit funkensprühender Brillanz auf, mit dramatischem Ungestüm.
Mintz und Ostrowskij sind denkbar beste Anwälte dieser Musik.
Ich bin seit jeher Gefangener eines Spleens, den ich nicht erklären kann: CDs arretiere ich nach dem Abspielen im Jewel Case immer aufrecht - also so, daß das Aufgedruckte beim Öffnen gelesen werden kann. Das bringt keinen praktischen Nutzen - es ist einfach eine Marotte, eine Zwangshandlung. Egal - einen Zufallsbefund förderte das allerdings zutage: mit der Zeit dreht sich die Scheibe im Uhrzeigersinn in nicht meßbarer Langsamkeit. Ob es auf der Südhalbkugel wohl links herum geschieht? Als Analogie zum Rund des Hülleneinsatzes gedanklich mal das Zifferblatt einer Uhr genommen: wenn also bei dieser DG-Scheibe das Gelbetikett beim letzten Einsetzen in die Hülle bei 12 stand, war es heute beim Herausnehmen der CD ungefähr bei 2. Mein Gradmesser dafür, daß ich die CD zuletzt wohl im alten Jahrhundert hörte. Eindeutig zu lange her!
Amonasro (01.04.2022, 23:40):
Johann Sebastian Bach:
Violinkonzerte BWV 1041-1042
Fredrik From (Violine)
Doppelkonzert für 2 Violinen BWV 1043
Peter Spissky (Violine I), Bjarte Eike (Violine II)
Doppelkonzert für Violine & Oboe BWV 1060R
Manfredo Kraemer (Violine), Antoine Torunczyk (Oboe)
Concerto Copenhagen, Lars Ulrik Mortensen
Gruß Amonasro
Cetay (02.04.2022, 03:35): Ich bin seit jeher Gefangener eines Spleens, den ich nicht erklären kann: CDs arretiere ich nach dem Abspielen im Jewel Case immer aufrecht - also so, daß das Aufgedruckte beim Öffnen gelesen werden kann. Das bringt keinen praktischen Nutzen - es ist einfach eine Marotte, eine Zwangshandlung. Egal - einen Zufallsbefund förderte das allerdings zutage: mit der Zeit dreht sich die Scheibe im Uhrzeigersinn in nicht meßbarer Langsamkeit. Ob es auf der Südhalbkugel wohl links herum geschieht? Als Analogie zum Rund des Hülleneinsatzes gedanklich mal das Zifferblatt einer Uhr genommen: wenn also bei dieser DG-Scheibe das Gelbetikett beim letzten Einsetzen in die Hülle bei 12 stand, war es heute beim Herausnehmen der CD ungefähr bei 2. Mein Gradmesser dafür, daß ich die CD zuletzt wohl im alten Jahrhundert hörte. Eindeutig zu lange her! 8o 8o
Der lange gesuchte Beweis fuer kompaktifizierte hoehere Branenwelt-Dimensionen, die sich um mehr als einen Millimeter in die 4-dimensonale Raumzeit erstrecken? Gravitationsanomalie? Oder ein schiefes Regal? Falls letzteres die Ursache ist, muesste sich in meinem spaerlichen Regal, in dem die CDs in einem 45-Grad-Winkel stehen, dieser Effekt beschleunigen. Die CDs wurden eben ausgerichtet und ich werde im Laufe der Jahre berichten...
Gottfried von Einem - Streichquartette Nr. 1, 3 & 5, op. 45, 56 & 87 Artis-Quartett
tapeesa (02.04.2022, 14:20): Henryk Górecki - Little Requiem for a Certain Polka, op. 66 I. Tranquillo & IV. Adagio Cantabile + Harpsichord Concerto, op. 40 (Version für Klavier und Orchester) Anna Górecka, Klavier; Warsaw Philharmonic Orchestra, Antoni Wit
Cetay (03.04.2022, 00:10):
Pyotr Ilyich Tchaikovsky - Sinfonie Nr. 5 e-Moll, op. 64 Idyllwild Arts Academy Orchestra, Peter Askim
Sfantu (03.04.2022, 00:36): Die CDs wurden eben ausgerichtet und ich werde im Laufe der Jahre berichten... Es lebe die Wissenschaft! ;)
Il Conte di Walter - Bonaldo Giaiotti Rodolfo - Plácido Domingo Federica - Jean Kraft Wurm - James Morris Miller - Sherrill Milnes Luisa - Renata Scotto Laura - Ariel Bybee Un contadino - Dale Caldwell
Metropolitan Opera Orchestra and Chorus, James Levine Inszenierung: Nathaniel Merrill
Gruß Amonasro
Philidor (04.04.2022, 20:43): Noch eine wunderbare Neuentdeckung. Steht seit ein paar Jahren im Regal, aber erst jetzt hat es "klick" gemacht.
Gérard Grisey: Les Espaces acoustiques
Gérard Caussée, Viola
Ensemble Court-Circuit Pierre-André Valade
Frankfurter Museumsorchester Sylvain Cambreling
Gruß Philidor
:hello
Cetay (05.04.2022, 01:00):
Antonin Dvorak - Streicherserenade E-Dur op. 22 & Edvard Grieg - Aus Holbergs Zeit, Suite op. 40 ASMF, Neville Marriner
Cetay (05.04.2022, 03:23):
Wilhelm Stenhammar - Serenade op. 31 Gothenburg SO, Neeme Järvi
Cetay (05.04.2022, 09:20):
Andreas Tarkmann - Inka-Kantate 'Töchter der Sonne' & Gustav Holst - Sāvitri, op. 25 Lena Kutzner (Sopran), Benjamin Bruns (Tenor) & Ryszard Kalus (Bass), Mädchenchor & Arte Ensemble Hannover, Gudrun Schröfel
Tarkmann? Diesen Namen hoere ich auch zum allerersten Mal. Gar nicht mal uebel, ganz und gar nicht...
Maurice inaktiv (06.04.2022, 09:07):
Hendrik Andriessen : Complete Symphonic Works , Vol.1
Phion, Orchestra of Gelderland & Overijssel , David Porcelijn
Der Niederländer Hendrik Andriessen (1892-1981) ist Neuland für mich, das Orchester auch. Als Komponist scheint er Einflüsse von Cesar Franck, Albert Roussel, Claude Debussy, Vincent d'Indy und auch Darius Milhaud in seinen Kompositionen für Orchester verarbeitet zu haben, die er auch fast alle persönlich kannte und schätzte.
Die Freunde der Orgelmusik und der Musik der katholischen Messe dürften ihn viel besser kennen als die Symphoniker hier, da er wohl ein sehr bedeutender Komponist für Orgelmusik, aber auch sehr viel mit seinem Vorgänger und teilweise Zeitgenosse Alfons Diepenbrock für die Neugestaltung der musikalischen Basis in der katholischen Kirchenmusik war.
Maurice inaktiv (06.04.2022, 14:41):
Jean Sibelius : Scaramouche, op. 71 AD: 2014
Turku PO, Leif Segerstam
Aus der Naxos-Box heraus
Cetay (07.04.2022, 03:20):
John Cage - Fontana Mix & Solo for Voice 2 Eberhard Blum (Flöte, Stimme)
Ottorino Respighi - Trilogia Romana Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Daniele Gatti
Kontrastpogramm extrem: Nach der karg-minimalistischen Einmannschau von Blum war mir nach der vollen Orchesterdroehnung zumute. Unter Gatti ist das gar nicht mal so uebel, das macht auf mich nicht den reinen Hochglanzspektakel-Eindruck, den ich von anderen Einspielungen kenne.
Cetay (07.04.2022, 10:22): Da bin ich dabei - mit einem einnehmenden Sound sondergleichen. Das waermt die Eingeweide... :ignore Die 'Inspiring Tube Sound" Serie muss ich naeher belauschen.
Antonin Dvořák - Sinfonie Nr. 9 e-Moll "From the New World" Concerto Budapest, András Keller
Cetay (07.04.2022, 23:22):
Gustav Holst - The Planets op. 32 Bournemouth SO, George Hurst
Aufnahme von 1974, ein hiermit ungeheimer Tip!
Cetay (08.04.2022, 01:16): Was kenne ich eigentlich ausser der Neunten noch von Dvorak? Die 7. & 8. habe ich ein paar mal gehoert, aber kennen kann man das nicht nennen. Ich koennte jetzt auf Anhieb kein einziges Thema daraus vorsummen. Die Quartette? Das eine oder andere habe ich gehoert, aber selbst das Gassenhauer-Thema aus dem Amerikanischen Quartett will mir nicht einfallen. Ich hatte mal das VK und die Klaviertrios auf CD. Vergessen. Dass ich mal eine seiner 4 grossen Sinfonischen Dichtungen im Konzert gehoert habe, aber nicht mehr weiss welche, sagt auch einiges. Eigentlich ist der Boehme ein allenfalls hellstgrauer Fleck auf meiner Hoerkarte. Dann plaetten wir jetzt mal zwei Fliegen mit einer Klatsche und hoeren, was es bei TACET sonst noch gibt. Auch wenn es auf dem Cover nicht ausgewiesen ist, wurde das Sextett mit Tube Only Technology aufgenommen.
Antonin Dvorak - Streichsextett A-Dur, op. 48 Auryn Quartet, Christian Altenburger, Patrick Demenga
Andréjo (08.04.2022, 10:08): Was kenne ich eigentlich ausser der Neunten noch von Dvorak? Die 7. & 8. habe ich ein paar mal gehoert, aber kennen kann man das nicht nennen. Ich koennte jetzt auf Anhieb kein einziges Thema daraus vorsummen. Die Quartette? Das eine oder andere habe ich gehoert, aber selbst das Gassenhauer-Thema aus dem Amerikanischen Quartett will mir nicht einfallen. Ich hatte mal das VK und die Klaviertrios auf CD. Vergessen. Dass ich mal eine seiner 4 grossen Sinfonischen Dichtungen im Konzert gehoert habe, aber nicht mehr weiss welche, sagt auch einiges. Eigentlich ist der Boehme ein allenfalls hellstgrauer Fleck auf meiner Hoerkarte. Dann plaetten wir jetzt mal zwei Fliegen mit einer Klatsche und hoeren, was es bei TACET sonst noch gibt. Auch wenn es auf dem Cover nicht ausgewiesen ist, wurde das Sextett mit Tube Only Technology aufgenommen. ;) :) Du stellst da zu hohe Ansprüche an Dich, glaube ich. Je mehr Musik ich kenne mit meinen nun auch schon bald 66 Jährchen - das Leben fängt also jetzt an - desto seltener fallen mir die zahllosen Themen ein, die ich schon mal gehört habe.
Das ist einer der Vorteile von Avantgarde oder Zwölftonmusik und halt all dem anderen, bei dem es am wenigsten um irgendwelche Themen geht , die einem einfallen können sollen müssten.
Zu Dvorak: Nicht dass ich davon vorsummen könnte - und das Sextett hört man nun wirklich selten und auch die Einspielungen dürften sich in vergleichbar großen Grenzen halten - aber ich habe die Musik als besonders eingängig in Erinnerung. Das soll keineswegs eine Kritik an der Musik sein!
:hello Wolfgang
EDIT: Vorsicht! Dialektischer Stolperstein! Wie funktioniert noch mal Zwölftonmusik? Erst nachdenken, dann schreiben! Andererseits ...
Amonasro (08.04.2022, 15:01):
Alessandro Scarlatti/Filippo Ortensio Fabbri: Sedecia, re di Gerusalemme
Sedecia - Gérard Lesne Anna - Virginie Pochon Ismaele - Philippe Jaroussky Nabucco - Peter Harvey Nadabbe - Mark Padmore
Il Seminario musicale, Gérard Lesne
Gruß Amonasro
Cetay (09.04.2022, 06:55):
Frank Martin - Messe fuer Doppelchor Choir of King's College London, Joseph Fort
Ich sage es (mir) immer wieder: Martin gehoert gehoerig mehr gehoert.
Cetay (09.04.2022, 07:37):
Frank Martin - Symphonie & Symphonie concertante The London Philharmonic, Matthias Bamert
Cetay (09.04.2022, 12:39):
Antonin Dvorak - Sinfonie Nr. 4 d-Moll, op. 13 Prague RSO, Vladimir Valek
Sfantu (11.04.2022, 21:37):
Harald Saeverud
Konzert-Suiten Nr. 1 und 2 aus der Bühnenmusik zu Henrik Ibsens "Peer Gynt" (1948)
Ein ideales Gegenstück zu Griegs übermächtige Schatten werfender Musik. Plastische, alles Romantische entzaubernde oder aber transzendierende Klänge. Näher an der literarischen Vorlage. Weniger verklärend. Mit mehr Biß, mehr schonungslosem Kontrast, mehr fahler, stofflicherer Klarheit, mit einem trockenen, trostlosen Abschluß, der jeden Versuch der Romantisierung in herber Tristesse erstickt. Und doch fehlt es auch nicht an Witz und Burleske. Das ist so packend wie ernüchternd wie unterhaltsam. Einfühlsames Spiel, plastischer Klang.
Amonasro (11.04.2022, 21:40):
Giuseppe Verdi/Antonio Somma: Un ballo in maschera
Gustavo III - Luciano Pavarotti Renato - Piero Cappuccilli Amelia - Gabriele Lechner Ulrica - Ludmilla Schemtschuk Oscar - Magda Nádor Cristiano - Georg Tichy Horn - Franco De Grandis Ribbing - Goran Simić Un giudice - Alexander Maly Un servo - Franz Kasemann
Chor & Orchester der Wiener Staatsoper, Claudio Abbado Live 1986
Gruß Amonasro
Andréjo (11.04.2022, 23:59):
Harald Saeverud
Konzert-Suiten Nr. 1 und 2 aus der Bühnenmusik zu Henrik Ibsens "Peer Gynt" (1948)
Ein ideales Gegenstück zu Griegs übermächtige Schatten werfender Musik. Plastische, alles Romantische entzaubernde oder aber transzendierende Klänge. Näher an der literarischen Vorlage. Weniger verklärend. Mit mehr Biß, mehr schonungslosem Kontrast, mehr fahler, stofflicherer Klarheit, mit einem trockenen, trostlosen Abschluß, der jeden Versuch der Romantierung in herber Tristesse erstickt. Und doch fehlt es auch nicht an Witz und Burleske. Das ist so packend wie ernüchternd wie unterhaltsam. Einfühlsames Spiel, plastischer Klang. Schönen Dank an Sfantu für diese Kaufanregung dank pointierter, spürbar kompetenter Begründung!
Ich bin mir nicht ganz sicher, fürchte allerdings, nur den Namen zu kennen und nichts von ihm im Regal zu finden.
;) Sternchen nur auf expliziten Wunsch, finden würde ich schon welche in der Dachkammer. Meines Wissens aber für Dich irrelevant.
:) Wolfgang
Sfantu (12.04.2022, 10:13): @Andréjo
fein, daß die Beschreibung Deine Neugier wecken konnte. Hatte die erste der beiden Saeverud-Doppel-Boxen vor gut zehn Jahren von meinem Bruder geschenkt bekommen. Erst in letzter Zeit beschäftigte ich mich wieder mehr damit und stellte etwas überrascht fest, daß diese Ausgaben weiter unverändert lieferbar sind. Drum hatte ich hier zugeschlagen und bin, wie beschrieben, sehr angetan von den Peer Gynt-Suiten. Danke für das potentielle Sternchen-Angebot. Du hast es aber schon ganz richtig eingeschätzt - ich lege da keinen gesteigerten Wert drauf. Deine Worte waren ja bereits wohlwollend und wertschätzend genug. Nur, wenn die Not aufs Allerhöchste steigt, dürfen die Sternlein aus dem Kyffhäuser emporschießen.
Dann also viel Freude beim Entdecken!
Von Herzen Sfantu
Maurice inaktiv (12.04.2022, 13:42): Drum hatte ich hier zugeschlagen und bin, wie beschrieben, sehr angetan von den Peer Gynt-Suiten. Ich habe die Peer Gynt-Suiten auch vorliegen. Interessanterweise auf einer CD zusammen mit den gleichen Werken/Namen, nur von Grieg selbst komponiert.
Die Aufnahmen wurden bei Finlandia 1996 eingespielt und 1997 veröffentlicht.
Andréjo (12.04.2022, 14:05): Dank auch Dir, Maurice! Noch habe ich nichts bestellt und kann vergleichen! Ari Rasilainen ist ja auch schon fast ein Begriff.
:) Wolfgang
Maurice inaktiv (13.04.2022, 00:49): Dank auch Dir, Maurice! Noch habe ich nichts bestellt und kann vergleichen! Ari Rasilainen ist ja auch schon fast ein Begriff. Er hat viele gute Einspielungen gemacht, richtig. Gerade die beiden Stücke zusammen auf einer CD sind halt nicht schlecht.
tapeesa (13.04.2022, 08:16): Charles-Valentin Alkan - Trois Grandes Études op. 76; Albert Frantz, Klavier - Piano Music, Vol. 1; 12 Etudes, Op. 35; Bernard Ringeissen - The Railway and other Piano Works; Laurent Martin, Bernard Ringeissen
Johann Nepomuk Hummel - Klavierquintett Es-Dur, op. 87 Libertalia Ensemble
Amonasro (13.04.2022, 21:12):
Giuseppe Verdi/Salvadore Cammarano: Luisa Miller
Luisa Miller - Marina Rebeka Laura - Corinna Scheurle Federica - Judit Kutasi Rodolfo - Ivan Mágri Un contadino - Bernhard Schneider Miller - George Petean Il Conte di Walter - Marko Mimica Wurm - Ante Jerkunica
Chor des Bayerischen Rundfunks Münchner Rundfunkorchester, Ivan Repušić
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (14.04.2022, 12:03): Nachdem ich 'Cetay' erst absichtlich und nun unabsichtlich aus dem-Klassikforum.de ausgesperrt habe, ist es mit seiner virtuellen Existenz endgueltig vorbei. Gestatten - Mein Voralias ist Joe. Zum Fan bin ich nicht mutiert, aber Dvorak hatte ich vor der Neuanmeldung als letztes gehoert, so kommt er zu meinem Nachalias. Der sinfonische Erstling aus der oben gezeigten Valek-Box ist ganz launig. Vielleicht wird das ja noch was mit dem Fantum.
Andréjo (14.04.2022, 14:05): :| :D Cetay (als Pseudonym) habe ich nie verstanden. Meine Frage vor längerer Zeit, was der Name bedeute, blieb unbeantwortet.
Joe Dvorak ist eine klare Sache. Stichfest und so angemessen westlich wie östlich. :)
Aber die ganzen Laiks sind weg. Ihnen gilt mein Mitgefühl.
Dennoch: :thumbup:
Wolfgang
Maurice inaktiv (14.04.2022, 20:50): Nachdem ich 'Cetay' erst absichtlich und nun unabsichtlich aus dem-Klassikforum.de ausgesperrt habe, ist es mit seiner virtuellen Existenz endgueltig vorbei. Gestatten - Mein Voralias ist Joe. :rofl :beer
Bestimmt hättest Du den Namen auch so ändern können. Herzlich willkommen Joe Cetay von Dvorak. Ob Fan oder nicht, Dvorak finde ich gut.
Joe Dvorak (15.04.2022, 04:24): Bestimmt hättest Du den Namen auch so ändern können. Herzlich willkommen Joe Cetay von Dvorak. Ob Fan oder nicht, Dvorak finde ich gut. Irgendwie waere es sicher gegangen, aber nach verschiedenen Versuchen erfolgte die Einsicht, dass es nicht sein soll. :saint: Dvorak finde ich immer besser. Die paar Tage, die ich ausgesperrt war, habe ich fast keine Klassik gehoert -das zur Frage, ob das Forum das Hoerverhalten beinflusst- und wenn mir mal nach Orchesterklaengen zumute war, dann habe ich zur Dvorak-Sinfonien GA mit Valek und den Pragern gegriffen (oder genauer: drauf getippt). Alles unter der 7. ist Neu- oder Brachland, daher fehlen mir Vergleichsmoeglichkeiten. Aber der Wunsch nach alternativen Dirigaten und Musizierweisen kam bisher nicht auf.
Cetay (als Pseudonym) habe ich nie verstanden. Meine Frage vor längerer Zeit, was der Name bedeute, blieb unbeantwortet :A Ist das zu glauben? Welch ungeheuerliche Flegelei! Das ist ganz profan: Cetay setzt(e) sich zusammen aus den jeweils ersten Silben des Vor- und Nachnamens eines der fuehrenden Free Jazz-Pianisten.
Maurice inaktiv (15.04.2022, 08:31): Das ist ganz profan: Cetay setzt(e) sich zusammen aus den jeweils ersten Silben des Vor- und Nachnamens eines der fuehrenden Free Jazz-Pianisten. So,so. Und das soll der arme Andrejo jetzt besser verstehen? Na, dann kläre ich es mal auf: Cecil Taylor heißt der inzwischen verstorbene Jazz-Pianist. Übrigens hat er am Anfang seiner Karriere noch mit den beiden Altmeistern Hot Lips Page und Johnny Hodges gespielt Anfang der 1950-er Jahre. Schon ungewöhnlich, wenn man mit so unterschiedlichen Saxophonisten wie Hodges, Steve Lacy, John Coltrane, Archie Shepp und Jimmy Lyons gespielt hat.
Andréjo (15.04.2022, 13:34): Bestimmt hättest Du den Namen auch so ändern können. Herzlich willkommen Joe Cetay von Dvorak. Ob Fan oder nicht, Dvorak finde ich gut. Irgendwie waere es sicher gegangen, aber nach verschiedenen Versuchen erfolgte die Einsicht, dass es nicht sein soll. :saint: Dvorak finde ich immer besser. Die paar Tage, die ich ausgesperrt war, habe ich fast keine Klassik gehoert -das zur Frage, ob das Forum das Hoerverhalten beinflusst- und wenn mir mal nach Orchesterklaengen zumute war, dann habe ich zur Dvorak-Sinfonien GA mit Valek und den Pragern gegriffen (oder genauer: drauf getippt). Alles unter der 7. ist Neu- oder Brachland, daher fehlen mir Vergleichsmoeglichkeiten. Aber der Wunsch nach alternativen Dirigaten und Musizierweisen kam bisher nicht auf.
Cetay (als Pseudonym) habe ich nie verstanden. Meine Frage vor längerer Zeit, was der Name bedeute, blieb unbeantwortet :A Ist das zu glauben? Welch ungeheuerliche Flegelei!Das ist ganz profan: Cetay setzt(e) sich zusammen aus den jeweils ersten Silben des Vor- und Nachnamens eines der fuehrenden Free Jazz-Pianisten. Naja - von Cecil Taylor habe ich schon gehört. Ihn spielen gehört allerdings nicht, weder live noch auf Konserve. Zumindest glaube ich das nicht. Ändern ließe es sich überdies.
Ob ich hätte draufkommen können? Vielleicht, aber ich verzeihe mir.
Andréjo ist für Euch Universalisten vermutlich einfacher zu durchleuchten.
Dank Euch und schönen Gruß,
Wolfgang
tapeesa (15.04.2022, 15:38): SWR2 - Flow my tears – Musik und Lyrik über den Schmerz (Doris Blaich und Dagmar Munck; Sprecher: Rudolf Guckelsberger)
John Dowland - Lachrimae or Seaven Teares Hathor Consort, Romina Lischka
Amonasro (15.04.2022, 21:21):
Leonardo Vinci/Francesco Briani: Gismondo, re di Polonia
Gismondo - Max Emanuel Cenčić Otone - Yuriy Mynenko Cunegonda - Sophie Junker Primislao - Aleksandra Kubas-Kruk Ernesto - Jake Arditti Giuditta - Dilyara Idrisova Ermano - Nicholas Tamagna
{oh!} Orkiestra Historyczna, Martyna Pastuszka, Marcin Świątkiewicz
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (16.04.2022, 08:42):
Richard Wagner - Götterdämmerung, WWV 86D Badische Staatskapelle, Günter Neuhold
tapeesa (16.04.2022, 13:24): La musica a Milano al tempo di Leonardo da Vinci - la figurazione delle cose invisibili - (Die Figuration unsichtbarer Dinge) Renata Fusco, Sopran; Massimo Lonardi, Laute
Philidor (17.04.2022, 11:38): Frohe Ostern Euch allen! Während der Bereitung des Lammrückens läuft:
Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 ("Pastorale")
Wiener Philharmoniker Bruno Walter Wien 5. Dez 1936
Eine wunderbar entspannte Aufnahme.
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (17.04.2022, 11:38): Mit dem Wunsch auf ein gesegnetes und friedvolles Osterfest grüße ich alle von Herzen!
Mein heutiges Musikprogramm eröffnet diese CD. Sie begleitet mich seit bald 35 Jahren, war Teil meines Grundstocks an ersten Klassik-Alben. Ihre zeitlose Eleganz, ihre Pointiertheit und ihr Esprit bereiten bei jedem Wiederhören pure Freude.
Franz Joseph Haydn
Sinfonie Es-dur Hob. I: 91
Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam - Colin Davis (CD, Philips, 1983)
Largo - Allegro Assai 8`48 Andante 7`09 Menuet. Un poco allegretto 4`30 Finale. Vivace 5`26
Sfantu (17.04.2022, 11:49): @Philidor
wie ist die Klangqualität dieses alten Schätzchens?
Wünsche wohl zu speisen!
Philidor (17.04.2022, 13:17): Hallo Sfantu,
ich sage mal: Sehr gut anhörbar! Klar isses kein DDD super-over-hyper-192/24-Bit Dingenskirchen, aber für die Zeit ... ich hab's genossen! Der Geist überwindet Zeit und Raum (und Klangtechnik ... )
Und ja ... das Lamm war abermals vorzüglich. Einmal im jahr ...
Gruß Philidor
:hello
Philidor (17.04.2022, 13:44): Der Lammrücken wurde seiner Bestimmung zugeführt. Dabei lief Brahms' beste Sinfonie (imho, selbstverständlich):
Johannes Brahms: Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 83
Clifford Curzon, Klavier Wiener Philharmoniker Hans Knappertsbusch
Alle Fans von op. 83 kennen die Aufnahme mit Richter/Leinsdorf ... gebt dieser eine Chance ... hört sie, wenn Ihr Gelegenheit dazu habt, und lasst Euch verzaubern ...
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (17.04.2022, 18:12):
Günter Kochan
Sinfonie Nr. 5
Berliner Sinfonie-Orchester - Claus Peter Flor Aufzeichnung der Uraufführung vom 13. November 1987 aus dem Schauspielhaus am Gendarmenmarkt (CD, RCA, 2000)
miclibs hatte genau diese CD in 2015 bereits als gerade gehört gelistet. Leider schrieb er damals aber nichts über seine Eindrücke. Und ich muß zugeben: nach erstmaligem Hören fällt das auch mir alles Andere als leicht. Neben Dieter Schnebels Sinfonie-Stücken für großes Orchester und Manfred Trojahns 3. Sinfonie hinterlassen Lachenmanns "Staub" für Orchester und eben diese Fünfte von Kochan die stärksten, wenn auch fast gegensätzliche Wirkungen. Die düster-grimmige Kochan-Sinfonie (in einem Satz, knapp 20min) dreht gelegentlich zu staunenmachendem musikantischem Veitstanz auf. Und die Ausführenden lassen es entsprechend krachen. Sie wirkt unter diesen 4 Werken am geschlossensten, konsistentesten. Was von Schnebel und Trojahn im Ohr hängenblieb, ist noch zu ungefähr während das Lachenmann-Stück derart komplex und von so koboldisch-chamäleonesker Hundertfältigkeit ist, daß sich ohne wiederholtes Hören kaum passende Worte finden.
Joe Dvorak (18.04.2022, 03:22):
Svatopluk Havelka, Sinfonie Nr. 1 Prager SO, Jindřich Rohan
Ein formal recht windschiefes Gebilde. Der fast halbstuendige Largo-Kopfsatz ist doppelt so lange wie das folgende Scherzo und das Finale zusammen. Das Werk entstand 1954 und klingt nur sehr massvoll modern. Insbesondere, aber nicht nur wegen der Form sind entfernte Verwandtschaftsbeziehungen zu Schostakovichs 6. Sinfonie nicht ganz von der Hand zu weisen.
Sfantu (18.04.2022, 09:17):
Ludwig van Beethoven
Konzert für Violine und Orchester D-dur op. 61
Vadim Guzman, Luzerner Sinfonieorchester - James Gaffigan (BIS, 2021)
Hörte das gestern am Autoradio auf SRF 2 Kultur. Ein herzeigbares LvB-Konzert in guter Darbietung. Bei Guzman gefiel mir der warme Ton, der gerade in mittleren und tieferen Lagen schön zur Entfaltung kommt. Das Luzerner Orchester dagegen schlank und recht geradlinig - fast eine Spur zu nüchtern? Am Ende jedenfalls ein Kontrast, ein Gebändigt-Sein von Widerstreitendem in einem gemeinsamen (Klang-) Gefäß. Damit aber nicht genug der Kontraste: Guzman spielt die Kadenzen von Alfred Schnittke - und das ist Teil des Album-Konzepts Beethoven Schnittke: In der ersten Kadenz ist zusätzlich die Pauke, in der zweiten die hohen Streicher als Dialogpartner beteiligt. Es geht (erwartungsgemäß) in weit von der Wiener Klassik entrückte zeitgenössische (1970er) Klangwelten. Das ist nicht weniger legitim als die Verwendung der Standard-Kadenz des Romantikers Kreisler. Der Bruch, der Kontrast schneiden aber ungleich schärfer ins Ohr. Das muß schon zur Stimmung passen. In meiner Wahrnehmung waren diese Kadenzen derart ausufernd, daß ich das Konzert als zu einer Stunde Spielzeit aufgequollen wahrnahm. Drum las ich am Abend ziemlich ungläubig nach, daß es "in Tat und Wahrheit" (= tatsächlich (einer meiner Lieblings-Helvetismen)) ganz gewöhnliche knapp 44 Minuten waren.
tapeesa (18.04.2022, 09:26): Giuseppe Verdi / Arrigo Boito - Otello
Otello - Robert Dean Smith Desdemona - Raffaella Angeletti Jago - Sebastian Catana Cassio - Luis Dámaso Emilia - Marifé Nogales Roderigo - Vicenç Esteve Lodovico - Kristjan Mõisnik Montano - Michael Dries Ein Herald - Enrique Sánchez
Orfeón Donostiarra, Los ‘Peques’ del León de Oro Oviedo Filarmonía, Friedrich Haider
Maurice inaktiv (18.04.2022, 10:16):
Heitor Villa-Lobos : Sinfonier Nr.6 & 7
Sao Paulo SO, Isaac Karabtchevsky
Das sind durchaus gut gemachte Werke, aber wie bereits bei den anderen Sinfonien fehlt mir der Aha-Effekt. Hätte da ein anderer Name als Komponist gestanden, den man ebenfalls nicht unbedingt mit einen Sinfonien kennen würde, wäre das genau so denkbar. Die Werke sind 1944 und 1945 entstanden, also zu einer Zeit, in der der 2.Weltkrieg tobte. Davon ist nichts zu spüren.
Seine 6.Sinfonie bekam den Beinamen "Montanhas do Brasil", also "die Berge Brasiliens", quasi "die Alpensinfonie aus Süd-Amerika". Während man bei Strauss die Musik mit dem Titel in Einklang bringen konnte, geht es mir bei Villa-Lobos nicht so. Das Werk ist nicht schlecht, aber es bleibt auch hier nichts dabei hängen. Ganz böse geschrieben, ist das "Kaufhausmusik für Klassikhörer". Man kann das problemlos anhören, es ist nicht atonal geschrieben, es tut nicht weh, es geht durchaus auch mal zur Sache, aber mir persönlich ist das einfach austauschbar.
Ehrlich gesagt, würde ich mir die Box nicht mehr kaufen. Schade. Ich hatte mir mehr davon versprochen. Zum Glück war es ein Angebot. Amazon ruft 32,99 € ab zur Zeit. Das würde ich dafür nicht investieren. Wirklich nicht.
Andréjo (18.04.2022, 11:28): @ Maurice:
Leicht möglich, dass ich das hier schon gesagt habe, aber mir bieten die Sinfonien des Brasilianers insgesagt auch weniger als alle anderen Orchesterwerke. Du bist nicht so der Kammermusik-Liebhaber, glaube ich zu wissen, aber diese 17 (1) Werke lassen sogar so etwas wie eine Entwicklung des Personalstils erkennen - wobei der Personalstil per se stets erkennbar bleibt. Die finde ich alle sehr reizvoll.
(1) Sind es wirklich 17 oder verwechsle ich Villa-Lobos mit Milhaud? Ich schau dann mal.
@ Sfantu:
Was hältst Du von Schnittkes dritter Sinfonie? Da melde ich mich auch noch mal.
:) Wolfgang
EDIT: Es sind in der Tat 17, bei Milhaud hingegen 18 respektive 20, wenn man noch einen knappen Einzelsatz und eine etwas längere späte Komposition über jüdische Themen dazuzählt. Die Milhaud-Quartette habe ich mir auf unterschiedlichen Wegen zusammengekauft bzw. anders erworben.
Maurice inaktiv (18.04.2022, 11:52): @ Maurice:
Leicht möglich, dass ich das hier schon gesagt habe, aber mir bieten die Sinfonien des Brasilianers insgesagt auch weniger als alle anderen Orchesterwerke. Damit stimme ich mit Dir überein.
Du bist nicht so der Kammermusik-Liebhaber, glaube ich zu wissen, aber diese 17 (1) Werke lassen sogar so etwas wie eine Entwicklung des Personalstils erkennen - wobei der Personalstil per se stets erkennbar bleibt. Die finde ich alle sehr reizvoll. Richtig.
Sind es wirklich 17 oder verwechsle ich Villa-Lobos mit Milhaud? Ich schau dann mal. Ja. Ich habe selbst nachgeschaut. :beer
Sfantu (18.04.2022, 18:29): @ Sfantu:
Was hältst Du von Schnittkes dritter Sinfonie? Da melde ich mich auch noch mal. Mit Schnittke tue ich mich ähnlich schwer wie mit Penderecki, Vasks oder Rääts: Polystylistik oder stilistische Kehrtwenden (etwas Anderes ist es, wenn Letztere sich in jungen Jahren vollziehen) erschweren mir die Beschäftigung - mit weniger Schönfärbung ausgedrückt: irritieren oder überfordern mich schnell. Vielleicht ist auch das ein Grund dafür, weshalb ich Schnittke nicht systematisch sondern mehr nach dem Zufallsprinzip sammle. Weshalb fragst Du gerade nach der Dritten? Habe eine Aufnahme von ihr auf Schallplatte (Roschdestwenskij), auf CD von der Ersten (wiederum Roschdestwenskij) und der Fünften (Neeme Järvi). Am ehesten vertraut bin ich noch mit einem Teil der Konzerte (für Klavier, Geige, Cello).
Andréjo (19.04.2022, 12:19): Naja, weil die Dritte von Schnittke auf der CD enthalten ist, mit der Du weiter oben Beethoven gehört hast.
Ich bin längst Schnittke-Fan. Die dritte Sinfonie gefällt mir besser als die radikale Erste, dieses etwas absonderliche und schon sehr ausladende Produkt mit Weltmusik in einem anderen Sinne.
Denn die Dritte hat wesentlich mehr System.
Und ganz pauschal: Ich bin halt schon (deutlich?) älter als Du und hatte mehr Zeit zum Erarbeiten.
Ansonsten kopiere ich jetzt mal schnell eine kurze Charakterisierung von mir, die bei den großen Schwestern und Brüdern entstanden ist.
Sinfonie Nr. 3
Ein Werk, das ich mittlerweile als ungemein spannend empfinde, ist auch die Sinfonie Nr. 3 aus dem Jahre 1981.
(Ich habe soeben die Satzangaben aus beiden Booklets kombiniert ... naja ...)
Zwei Einspielungen kenne ich jetzt; es sind nicht die einzigen, die es gibt - die besten vermutlich schon:
bzw.
Königliches Philharmonisches Orchester Stockholm - Eri Klas Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin - Vladimir Jurowski
Die neuere als SACD ist der älteren klangtechnisch überlegen, wohl auch detailreicher, andererseits ist die ältere damit für mich nicht ad acta gelegt, da sie teilweise (nicht durchwegs) impulsiver, radikaler, zerküfteter erscheint. Die beiden Aufnahmen ergänzen sich im Guten wie im etwas Schwächeren. Die Idealeinspielung steht vielleicht noch aus ...
Das Werk war schon bei der Uraufführung am 5. November 1981 in Leipzig sehr erfolgreich. Kurt Masur dirigierte das Gewandhausorchester; es war die erste außerrussische Aufführung einer Sinfonie Schnittkes und der Komponist war anwesend. Die Komposition dürfte - wie auch die erste Sinfonie - einen Nerv der Zeit getroffen haben. Ohne die erste Sinfonie ist sie wohl nicht denkbar, aber die rund 50 Minuten Spieldauer sind bei Weitem strukturell überzeugender, schlüssiger, kohärenter gearbeitet. Schnittke zitiert, montiert, collagiert nicht oder kaum mehr, empfindet aber den Klassikern nach. Vieles Material symbolisiert die Initialen einer Reihe bedeutender Komponisten der Vergangenheit bis hin zur Gegenwart Schnittkes, er symbolisiert auch manch politisch-philosophische Hintergründe - das wirklich zu hören, hat man nicht gerade eine äußerst detaillierte Beschreibung zur Hand, dürfte schwierig sein; ich sehe mich dazu nur sehr bedingt imstande, aber die Booklets sind schon recht informativ. Hingegen ist das zentrale Thema, das im ersten Satz quasi aus einer schwebenden Urmasse im Pianissimo und Crescendo heraufbeschworen wird, ein bequem singbarer Ohrwurm, eine nur wenig entwickelte und verarbeitete Melodie im Stil von irgendwo zwischen Haydn und Frühromantik. (Eines der Booklets spricht von einer Anspielung auf Mozarts Sonata facile - das erscheint mir zu eng gefasst.)
Was ich "Urmasse" genannt habe, hat mich von Anfang an gepackt. Einen Vergleich mit Wagners "Rheingold"-Material stellt das Booklet anhand eines Zitates an. Wer die ersten Takte des Konzerts für die linke Hand allein von Ravel im Ohr hat, mag auch hierhin assoziieren. Und vielleicht kein zweites Mal erinnert Schnittke mich so stark an Charles Ives. Vor allem der dritte Satz mit seinen Schroffheiten, der dann im langsamen Finale weiter ausgesponnen wird und nochmals kurz zur Hauptmelodie zurückkehrt, nutzt auch mehrfach die Klangmischungen einer E-Gitarre und eines E-Basses - allerdings werden diese Mittel weniger intensiv und weniger eklektisch beliebig verwandt als in der ersten Sinfonie.
Das Werk verklingt nicht wesentlich anders, als es begonnen hat. Und wieder hat sich mir eine nicht völlig neue, nichtsdestotrotz so noch nicht dagewesene Schreibweise des stilechtesten aller Polystilisten in der postmodernen Musik aufgetan.
Andréjo (19.04.2022, 12:27): Darf ich Dir, werter Sfantu, vielleicht die folgende CD empfehlen, solltest Du die beiden Konzerte nicht ohnehin kennen. Das Cellokonzert ist für mich von einer unglaublichen Intensität. Da vergisst Du all die Geschichten von der Polystilistik ganz schnell - denn das interessiert (mich) schlicht nicht beim Hören und spielt wohl auch objektiv keine gar so große Rolle.
Das Cover ist bei mir ein anderes.
:) Wolfgang
Sfantu (19.04.2022, 13:11): Lieber Andréjo, Naja, weil die Dritte von Schnittke auf der CD enthalten ist, mit der Du weiter oben Beethoven gehört hast. ich hatte es ja im Radio gehört, nicht auf CD. Und auf ihr ist es dann auch nicht die 3. Sinfonie sondern das 3. Violinkonzert. Doch vielen Dank für die spannend zu lesende Werkbeschreibung - mit ihr im Gepäck werde ich mich zu passender Gelegenheit wieder drauf einlassen.
Häb Sorg, Sfantu
Philidor (19.04.2022, 13:23): Mit Schnittke tue ich mich ähnlich schwer wie mit Penderecki, Vasks oder Rääts: Polystylistik oder stilistische Kehrtwenden (etwas Anderes ist es, wenn Letztere sich in jungen Jahren vollziehen) erschweren mir die Beschäftigung - mit weniger Schönfärbung ausgedrückt: irritieren oder überfordern mich schnell. Vielleicht ist auch das ein Grund dafür, weshalb ich Schnittke nicht systematisch sondern mehr nach dem Zufallsprinzip sammle. Die dritte ... also, die Sinfonien muss man schon mögen ... Schnittke zum Anfüttern aus meiner Sicht: - Klavierquintett - Streichquartett Nr. 3 - Violinkonzerte (einfach mit Nr. 1 beginnen ...) - Konzert für Chor :love:
Oder, maximal kurz bzw. minimal lang: Stille Nacht für Violine und Klavier ... ;)
Viel Vergnügen!
Andréjo (19.04.2022, 14:02): Mit Schnittke tue ich mich ähnlich schwer wie mit Penderecki, Vasks oder Rääts: Polystylistik oder stilistische Kehrtwenden (etwas Anderes ist es, wenn Letztere sich in jungen Jahren vollziehen) erschweren mir die Beschäftigung - mit weniger Schönfärbung ausgedrückt: irritieren oder überfordern mich schnell. Vielleicht ist auch das ein Grund dafür, weshalb ich Schnittke nicht systematisch sondern mehr nach dem Zufallsprinzip sammle. Die dritte ... also, die Sinfonien muss man schon mögen ... Schnittke zum Anfüttern aus meiner Sicht:- Klavierquintett - Streichquartett Nr. 3 - Violinkonzerte (einfach mit Nr. 1 beginnen ...) - Konzert für Chor :love:
Oder, maximal kurz bzw. minimal lang: Stille Nacht für Violine und Klavier ... ;)
Viel Vergnügen! Is ooch nischt dageeche zu saache ... das sind nun nicht meine Heimatdialekte, allerdings ... :leb
Und - stimmt -: Das dritte Streichquartett ist das spezifischste der vier Quartette, meine ich, das Chor-Konzert hoch raffiniert. Nur bei den Violinkonzerten habe ich einst anders begonnen, mit einem Uraufführungsmitschnitt des vierten, meine ich.
Ansonsten weiß ich akut nicht genau, ob jetzt das erste oder das zweite ein wenig spröd ist, dank scharfer Atonalität, glaube ich. Wahrscheinlich ist das erste aber eher konventionell neuromantisch gehalten - Du hättest es sonst wohl auch gar nicht genannt, Meister Philidor! :)
Das Klavierquintett ist schön breit und mischt beinahe Aggressives mit Melancholisch-Selbstvergessenem.
Also überall Zustimmung!
Stille Nacht ... jou ... aber da bevorzuge ich das entsprungene Reis im Spektralstil und von einem der Nordländler ...
https://www.youtube.com/watch?v=86-ulHbApOM
Die Adventszeit rückt näher! :cool
Andréjo (19.04.2022, 14:27): Lieber Andréjo, Naja, weil die Dritte von Schnittke auf der CD enthalten ist, mit der Du weiter oben Beethoven gehört hast. ich hatte es ja im Radio gehört, nicht auf CD. Und auf ihr ist es dann auch nicht die 3. Sinfonie sondern das 3. Violinkonzert. Wir lernen zu lesen und uns zu konzentrieren ... Wurscht, wie, meine ich, auch die Schweizer sagen.
Philidor (19.04.2022, 15:06): Stille Nacht ... jou ... aber da bevorzuge ich das entsprungene Reis im Spektralstil und von einem der Nordländler ... Der Sandström und sein Prätorius-Ross sind wirklich der Hammer ... :love:
Philidor (19.04.2022, 15:09): ich hatte es ja im Radio gehört, nicht auf CD. Und auf ihr ist es dann auch nicht die 3. Sinfonie sondern das 3. Violinkonzert. ... und vielleicht auch nicht von Schnittke, sondern von Henze. Aber ansonsten stimmt eigentlich alles ... :D :engel
Sfantu (19.04.2022, 15:32): Dies ist die Rückseite der CD-Hülle:
Andréjo (19.04.2022, 15:54): Bei Schnittke denke ich in der Tat zuerst an die dritte Sinfonie, weil sie mich fasziniert, und in dritter Linie vielleicht an das dritte Violinkonzert, das ich schon auch kenne.
Und wie gesagt: Lesen und Konzentrieren - schadet auch in meinem Alter nicht.
:)
Amonasro (19.04.2022, 23:06):
Pietro Mascagni/Giovanni Targioni-Tozzetti/Guido Menasci: Cavalleria rusticana
Santuzza - Maria Callas Turiddu - Giuseppe Di Stefano Alfio - Rolando Panerai Lola - Anna Maria Canali Mamma Lucia - Ebe Ticozzi
Coro e Orchestra del Teatro alla Scala di Milano, Tullio Serafin
Gruß Amonasro
Sfantu (20.04.2022, 13:23):
Heinrich Marschner Klaviertrio Nr. 2 g-moll op. 111
Beethoven-Trio Ravensburg (CD, cpo, 2001)
Der sonst so wohlig-gruselige Schauerromantiker Marschner aus Oper und Lied kommt in meiner kammermusikalischen Lieblingsgattung doch eine Spur handzahmer daher. Die gedankliche Dichte und Durchdringung bei Schumann ist, obgleich zeitlich nah, doch recht weit entfernt. Dennoch eine vergnügliche halbe Hörstunde, wenn's mal etwas weniger durchdrungen und sinnenschwanger sein darf.
Wir lernen zu lesen und uns zu konzentrieren ... Wurscht, wie, meine ich, auch die Schweizer sagen. Man weiß dann schon, was gemeint ist, würde aber eher sagen: "Däsch do gliich!"
Andréjo (20.04.2022, 14:08): Däsch do gliich!
Klingt schon vornehmer! ;)
@ Marschner, zwei Klaviertrios: CPO ist wieder aktiv - oftmals sehr erfreulich! Wenn's nicht gerade Vollpreis ist - warum nicht?
EDIT: Eine Sekunde lang wurden bei jpc € 1.99 angezeigt - oder ich hab mich verschaut - dann war die CD vergriffen. Nun denn, auch recht! Amazon wäre noch möglich ... CPO schmeißt seine Produkte beim direkten Vertriebspartner schon recht gerne schnell wieder aus dem Programm.
:) Wolfgang
Amonasro (20.04.2022, 22:21):
Umberto Giordano/Luigi Illica: Andrea Chénier
Andrea Chénier - Franco Corelli Carlo Gérard - Ettore Bastianini Maddalena di Coigny - Renata Tebaldi Bersi - Margareta Sjöstedt La contessa di Coigny - Elisabeth Höngen Madelon - Hilde Konetzni Roucher - Edmond Hurshell Pietro Fléville - Kostas Paskalis Fouquier Tinville - Ludwig Welter Mathieu - Alois Pernerstorfer Un Incredibile - Renato Ercolani L'Abate - Fritz Sperlbauer Schmidt - Endre Koréh Maestro di casa - Harald Pröglhöf Dumas - Franz Bierbach
Chor und Orchester der Wiener Staatsoper, Lovro von Matačić Wien 1960
Großartiger Live-Mitschnitt.
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (21.04.2022, 12:28): Zur Zeit residiert direkt vor meinem Schlafzimmerfenster ein sehr vorlauter Vogel, der mir aufgrund seiner sehr fruehen Aktivitaet zu zusaetzlicher Wachzeit vor der Arbeit verhilft. Er liefert sich mit dem Rest der gefiederten Schnabelwelt ein faszinierendes Call and Response-Spiel. Wenn er ein sechstoeniges Motiv singt, dann kommen mehr oder weniger gleichzeitg rund ein Dutzend Antworten - alle viertoenig. Irgendwann wechselt er auf vier Toene und der gesamte Rest antwortet mit sechs. Heute morgen nahm ich das als Inspiration, seinen kuenstlichen Genossen zu lauschen:
Olivier Messiaen - Reveil des oiseaux & Oiseaux exotiques Roger Muraro (Klavier), SWR SO, Sylvain Crambreling
Die maechtige Box soll eine Kompletteinspielung der Orchesterwerke sein - chronologisch & z. T. als Erstaufnahmen. Dass der Dirigent, den ich mehrfach live gehoert habe, bei dieser Musik eine sichere Bank ist, unterschreibe ich blind.
tapeesa (21.04.2022, 12:39): (Joes Post noch nicht gelesen, hat sich überkreuzt.)
Opernauszüge mit Renata Tebaldi angelehnt an eine Radiosendung. Giacomo Puccini: Madama Butterfly - Viene la Sera / Serafin 1958 & La Bohème - Che gelida manina, Sì. Mi chiamano Mimì + O soave fanciulla / Serafin (1959) und hier:
aus Giuseppe Verdi - Aida / Auszüge, 8. La fatal pietra Aida - Renata Tebaldi, Radamès - Carlo Bergonzi Wiener Philharmoniker, Herbert von Karajan
Amonasro (21.04.2022, 14:37):
Umberto Giordano/Luigi Illica: Siberia
Stephana - Sonya Yoncheva Vassili - Giorgi Sturua Gléby - George Petean Nikona - Caterina Piva Il Principe Alexis - Giorgio Misseri Ivan - Antonio Garés Il Banchiere Miskinsky - Francesco Verna Walinoff - Emanuele Cordaro Il Capitano - Francesco Samuele Venuti Il Sergente - Joseph Dahdah Il Cosacco - Alfonso Zambuto Il Governatore - Adolfo Corrado L'Invalido - Davide Piva L'Ispettore - Amin Ahangaran La Fanciulla - Caterina Meldolesi
Orchestra e Coro del Maggio Musicale Fiorentino, Gianandrea Noseda
Gelungene neue Aufnahme einer wenig bekannten Verismo-Oper. Giordano hielt Siberia für sein bestes Werk.
Gruß Amonasro
tapeesa (21.04.2022, 21:15): Giacomo Puccini - Opera Highlights / La Bohème + andere Opern Renata Tebaldi; Carlo Bergonzi; Gianna D'Angelo; Ettore Bastianini Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Tullio Serafin
Philidor (22.04.2022, 09:23): Dienstag mit dem Rheingold begonnen, jetzt (Freitag) läuft hier die Götterdämmerung.
Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen
Wotan/Wanderer - Hans Hotter Alberich - Gustav Neidlinger Brünnhilde - Astrid Varnay (in der GöDä noch kurzfristig als dritte Norn eingesprungen) Siegfried - Wolfgang Windgassen
Erda - Jean Madeira Mime - Paul Kuen Loge - Ludwig Suthaus Fricka - Georgine von Milinkovic Fasolt, Fafner - Josef Greindl, Arnold van Mill Siegmund, Sieglinde - Wolfgang Windgassen, Gré Brouwenstijn Hunding - Josef Greindl
Hagen - Josef Greindl Gunther - Hermann Uhde Gutrune . Gré Brouwenstijn Waltraute (nur in Götterdämmerung) - Jean Madeira
Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele 1956
Hans Knappertsbusch
Bayreuth live 13./14./15./17. August 1956
Die Meinungen über Knas 1956er Ring sind ja ziemlich gespalten. Da kann man von Wagner-Auffassungen längst vergangener Zeiten, von Dinosaurier-Ringen und Ähnlichem lesen. Ich komme mit Knas gemessener Lesart (Beispiel: 2h 38 Minuten für das Rheingold) sehr gut zurecht, nie langweilig, und an Höhepunkten entfesselt er Urgewalten. Vokal gibt es wenig zu mäkeln, wobei ich Hotter und Windgassen im Krauss-Ring von 1953 noch stärker fand. Klangtechnisch ist der Keilberth-Mitschnitt von 1955 das Maß der Ringe der goldenen 1950er.
Die Götterdämmerung war nicht weniger als der Parsifal ein "signature piece" von Kna. Das war sein Ring-Ding. Wer sich nicht den ganzen Ring antun will, kann auf einen GöDä-Mitschnitt aus dem Münchener Prinzregententheater vom 1. September 1955 zurückgreifen, ebenfalls mit einer Traumbesetzung. Allemal des Kennenlernens wert.
Windgassen als Siegmund ist wunderbar, ebenso überraschenderweise Suthaus - Furtwänglers Tristan und Siegfried - in der Charakterpartie des Loge.
Ist vielleicht zehn Jahre her, dass ich diesen Ring zuletzt gehört habe, doch es hat sich gelohnt. Bzw., wird sich gelohnt haben, wenn in gut drei Stunden Hof und Halle erst verbrannt, dann überschwemmt sein werden.
Gerade kommt Siegfried in der Gibichungenhalle an, und das Drama nimmt seinen Lauf ...
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (22.04.2022, 21:40): Giuseppe Verdi / Francesco Maria Piave - La Traviata
Violetta Valéry - Maria Callas Alfredo Germont - Francesco Albanese Giorgio Germont - Ugo Savarese Flora Bervoix - Ede Marietti Gandolfo Annina - Ines Marietti Gastone - Mariano Caruso Il barone Douphol - Alberto Albertini Il marchese D'Obigny - Mario Zorgniotti Il dottore Grenvil - Mario Zorgniotti Giuseppe - Tommaso Soley
Coro Cetra, Orchestra Sinfonica di Torino della RAI, Gabriele Santini (1953)
Amonasro (22.04.2022, 22:38): Bei mir gab es den nächsten Teil meines Giordano-Hör-Zyklus:
Umberto Giordano/Sem Benelli: La cena delle beffe ("Das Mahl der Spötter")
Neri Chiaramantesi - Marco Chingari Giannetto Malespini - Fabio Armiliato Ginevra - Rita Lantieri Gabriello Chiaramantesi - Francesco Piccoli Lisabetta - Giovanna Manci Laldomine - Maria Augusta Micelli Fiammetta - Gigliola Caputi Cintia - Patrizia Gentile Fazio - Alberto Carusi Il Tornaquinci - Enrico Marini Il Calandra - Carlo Micalucci Il Trinca - Gabriele de Julis Il Dottore - Guido Mazzini Lapo - Piero Manghesi Un cantore - Francesco Piccoli
Orchestra Sinfonica di Piacenza, Gian Paolo Sanzogno
Anders als der Titel vermuten lässt, hat dieses düstere Rachedrama eigentlich nichts Komisches an sich; allerdings verwendet Giordano mehrmals Techniken, die mit der Opera buffa assoziiert sind, in (tod-)ernstem Kontext. Zum Beispiel in dem schnellen Parlando-Oktett des 3. Akts, mit dem der für wahnsinnig erklärte Neri scheinbar tatsächlich in den Wahnsinn getrieben wird. Das passt natürlich zum Libretto, dessen allesamt unsympathischen Protagonisten sich "Streiche" spielen, die alles andere als lustig sind, sondern aus physischer und psychischer Gewalt bestehen, obwohl die Grundsituation durchaus auch eine Komödie einleiten könnte. Verglichen mit früheren Opern Giordanos ist hier der Anteil an Sprechgesang und Parlando größer; die überschwänglichen melodischen Ausbrüche, die z. B. Andrea Chénier auszeichnen, sind dagegen nur in geringer Zahl zu finden (am ehesten in Giannettos "Vedi, come son fatto"). Im 4. Akt gibt es dafür eine wundervolle Serenade aus dem Off ("Tornato e maggio"). Giordano macht regen Gebrauch von Leitmotiven und fängt die Stimmung der verschiedenen Szenen treffend ein, vor allem im erotischen Duett von Ginevra und Giannetto und der Einleitung zur Kerkerszene. Nach Andrea Chénier mein Favorit unter Giordanos Opern. Bei den Aufnahmen (es gibt nur Live-Mitschnitte) sieht es leider nicht allzu gut aus. Die Aufnahme von Bongiovanni hat einen etwas uneinheitlichen Klang und die Bühnengeräusche machen es nicht besser, die Sänger sind aber gut. Von den Gesangsleistungen würde ich die ältere Aufzeichnung mit Annaloro, Colzani, Frazzoni unter Fabritiis noch vorziehen, die Tonqualität ist aber schlecht. Ich würde mir eine Neuaufnahme wünschen.
Gruß Amonasro
tapeesa (23.04.2022, 20:27): Richard Wagner - Parsifal
Orchestra e Coro del Teatro La Fenice di Venezia, Gabor Ötvös
Joe Dvorak (24.04.2022, 02:14):
Ludwig van Beethoven - Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll, op. 37 Kristian Bezuidenhout, Freiburger Barockorchester, Pablo Heras-Casado
Das ist erst ein paar Tage draussen -ein Werbebanner bei prestomusic hat mich darauf aufmerksam gemacht- und schon der Abschluss eines kompletten Zyklus. Das Dirigat ist sehr flott, es wird 'militaerisch' zackig phrasiert, klingt bisweilen schrill und knallt ordentlich, so wie man das heutzutage halt macht. Ein Klavier ist auch dabei, man hoert, gaehnt, bleibt trotzdem dabei, dann ist es vorbei und es bleibt dabei.
Annie Gosfield - Almost Truths and Open Deceptions Verschiedene Interpreten
Tolle Musik. Unvorhersehbar, experimentell, schraeg. Geistreich, launig und zugaenglich. Zeitgenoessische Klassik/Post-Klassik, zu irre fuer Akademiker, zu abstrakt fuer Kosumhoerer. Ein typischer Fall fuer das Tzadik-Label. Anspieltip: Phantom Shakedown fuer Solo-Klavier und Audiospur (verstimmtes praepariertes Klavier, nicht richtig funktionierender Kurzwellenempfanger, schleifender Betonmischer und andere versagende Technik)
tapeesa (24.04.2022, 13:27): - aus Lucrezia Borgia's Daughter: Anonymus / Leonora d'Este zugeschrieben - Angelus Domini descendit Musica Secreta, Laurie Stras - aus Giovanni Gabrieli: Sacrae Symphoniae - Hic est filius dei (fächert sich von ein- zu 18-stimmig / in 3 Chören auf) Gesualdo Consort Amsterdam, Oltremontano, Wim Becu
+ John Tavener - As one who has slept / Polyphony, Stephen Layton
Amonasro (24.04.2022, 20:20):
Umberto Giordano/Arturo Colautti: Fedora
Fedora Romazoff - Mirella Freni Loris Ipanoff - Plácido Domingo Olga Sukarev - Ainhoa Arteta De Siriex - Dwayne Croft Boleslao Lazinski - Jean-Yves Thibaudet (Klavier) Desiré - Charles Anthony Sergio - Bernard Fitch Nicola - Denis Sedov Dimitri - Reveka Mavrovitis Grech - Stephen West Lorek - Vernon Hartman Cirillo - Yanni Yannissis Michele - John Russell Barone Rouvel - Eduardo Valdes Boroff - James Courtney Un piccolo savoiardo - Benjamin Diskant
Metropolitan Opera Orchestra and Chorus, Roberto Abbado
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (25.04.2022, 04:39):
John Zorn - Cobra (The Game Pieces Part. 2) Version fuer Duodezett unter der Leitung des Komponisten
Das gilt als eine der am haeufigsten aufgefuehrten Kompositionen der Musik des 20. Jahrhundert. Man kann sicher darueber diskutieren, ob das noch als "Klassische Avantgarde" bezeichnet werden kann. Die Besetzung und die Zahl der Spieler sind frei waehlbar, als Partitur dient ein Satz von Spielregeln. Dadurch werden die freien Improvisationen strukturiert und geleitet, doch das Ergebnis bleibt voellig unvorhersehbar und jede Realiserung klingt anders. Es haengt auch von der Auswahl der Ausfuehrenden ab, ob man das klingende Ergebnis unter Elektronik, Free Jazz, Rock, Noise, Classical, Folk, World, Country oder unter allem zusammen gleichzeitig gelistet findet. Zorn hat in jedem dieser Genres Musik produziert und als unmoeglich in eine Schublade zu Steckender bietet er gleichgesinnten Musikern und Komponisten mit seinem Tzadik-Plattenlabel eine Heimstatt. Ein Paradies fuer Abenteu(hoe)rer.
Joe Dvorak (25.04.2022, 06:26): Hier ist die Frage, ob das ins Vorder- oder Hinterzimmer gehoert, leichter zu beantworten:
tapeesa (25.04.2022, 09:27): Ernst Toch - Jephta, Rhapsodic Poem (Sinfonie Nr. 5) Seattle Symphony, Gerard Schwarz
Ernst Toch - Cantata of the Bitter HerbsTheodore Bikel, Erzähler; Carol Meyer, Sopran; Elizabeth Shammash, Mezzosopran; Richard Clement, Tenor; Ted Christopher, Bariton Prague Philharmonic Choir, Czech Philharmonic Orchestra, Gerard Schwarz
Joe Dvorak (26.04.2022, 04:10):
John Zorn - Streichquartette The Zorn Quartet Joye Hermann (Violine I), Mark Feldman (Violine II), Lois Martin (Viola), Eric Friedlaender (Violoncello)
tapeesa (26.04.2022, 13:31): Ernst Toch - Die chinesische Flöte, op. 29 (1922); nach Nachdichtungen chinesischer Lyrik von Hans Bethge >>Die geheimnisvolle Flöte / Die Ratte / Das Los des Menschen<< Eine Kammersymphonie für 14 Soloinstrumente & Sopranstimme.
- 1. Elfride Trötschel, Sopran, Arno Birr, Flöte; Staatskapelle Dresden, Hans Löwlein ( Rezensionen Rondo-Magazin und NMZ, Neue Musikzeitung ) - 2. Maria Karb, Sopran; Mutare Ensemble, Gerhard Müller-Hornbach
Die Aufnahme mit Elfride Trötschel, Arno Birr, Dresden / Löwlein würde ich deutlich vorziehen. Elfride Trötschel hatte sich im Anspruch hoher Authentizität und auch Identifikation mit dem Werk nachweislich mit fernöstlicher Kultur und Literatur auseinander gesetzt, was m. E. im Gesang spürbar ist. Aber auch sensibleres Dirigat, die Interpretation insgesamt intensiver und auch substantieller.
Joe Dvorak (29.04.2022, 01:42):
Johann Sebastian Bach - Violinkonzerte Elisabeth Wallfisch (Violine & Leitung), Orchestra of the Age of Enlightenment
Ein Rundum-sorglos-Paket: Neben den Originalen BWV 1041-42, BWV 1043 (fuer 2 Violinen) & BWV 1044 (fuer Floete, Violine & Oboe) gibt es noch Bearbeitungen von Konzerten fuer 1-3 Cembali zu Konzerten fuer Violine (BWV 1052, 1056), fuer Violine und Oboe (BWV 1060) & fuer 3 Violinen (BWV 1064). Da ist nicht so nassforsch wie manch neuere Interpretation und nicht so noelig wie manch aeltere, sondern schoen rund und ausgewogen - das ist mir kein Synonym fuer langweilig (was immer eine Empfindung des Hoerers ist, nie eine Eigenschaft der Musik), sondern das genaue Gegenteil.
Joe Dvorak (29.04.2022, 03:53): Jetzt wieder Zorniges, diesmal ein reinrassiges zeitgenoessisches Klassik-Album ohne Grenzgaengereien:
John Zorn - Fragmentations, Prayers and Interjections Arcana Orchestra, David Fulmer
Amonasro (29.04.2022, 15:00):
Franz Schreker: Der ferne Klang
Grete Graumann - Jennifer Holloway Fritz - Ian Koziara Wirt - Anthony Robin Schneider Ein Schmierenschauspieler - Iurii Samoilov Der alte Graumann - Magnús Baldvinsson Seine Frau - Barbara Zechmeister Dr. Vigelius - Dietrich Volle Ein altes Weib - Nadine Secunde Der Graf - Gordon Bintner Der Baron - Ian MacNeil Der Chevalier - Theo Lebow Rudolf - Sebastian Geyer Ein zweifelhaftes Individuum - Hans-Jürgen Lazar
Chor der Oper Frankfurt Frankfurter Opern- und Museumsorchester, Sebastian Weigle
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (30.04.2022, 03:55):
Alvin Lucier - Orchesterwerke Verschiedene Orchester & Dirigenten
Wie vieles andere von Lucier ist auch diese Sammlung von einer beunruhigenden bis verstoerenden Grundstimmung durchzogen, gleichsam faszinieren die quasi-statischen Klaenge und haben den Hoerer (hier: mich) bald ganz fest im Griff.
palestrina (30.04.2022, 09:44):
Franz Schreker: Der ferne Klang
Grete Graumann - Jennifer Holloway Fritz - Ian Koziara Wirt - Anthony Robin Schneider Ein Schmierenschauspieler - Iurii Samoilov Der alte Graumann - Magnús Baldvinsson Seine Frau - Barbara Zechmeister Dr. Vigelius - Dietrich Volle Ein altes Weib - Nadine Secunde Der Graf - Gordon Bintner Der Baron - Ian MacNeil Der Chevalier - Theo Lebow Rudolf - Sebastian Geyer Ein zweifelhaftes Individuum - Hans-Jürgen Lazar
Chor der Oper Frankfurt Frankfurter Opern- und Museumsorchester, Sebastian Weigle
Gruß Amonasro Hallo Amonasro, hoffentlich gefällt es dir, ich war Live dabei! :)
LG palestrina
Amonasro (30.04.2022, 10:48): Hallo palestrina, die Aufnahme gefällt mir sehr. ich war Live dabei! :)
Ich auch ^^ Das ist die einzige Schreker-Oper, die ich bisher live erleben konnte.
Wie vieles andere von Lucier ist auch diese Sammlung von einer beunruhigenden bis verstoerenden Grundstimmung durchzogen, gleichsam faszinieren die quasi-statischen Klaenge und haben den Hoerer (hier: mich) bald ganz fest im Griff. Das möchte ich jetzt kennenlernen!
Könnte sein, dass die folgende Musik in eine ähnliche Richtung geht, auch vom Stil her. In jedem Fall durchzieht diese Sinfonien für mich eine solche von Dir als beunruhigend und verstörend charakterisierte Grundstimmung. Sie hat mich schon mehrmals beinahe körperlich gepackt:
Wolfgang
EDIT: Soeben habe ich den Wikipedia-Artikel zu Lucier überflogen. Im Vergleich mit Gloria Coates scheint der vor wenigen Monaten verstorbene Amerikaner allerdings stärker experimentell zu arbeiten über das Komponieren hinaus.
Joe Dvorak (01.05.2022, 02:57): Das möchte ich jetzt kennenlernen! Könnte sein, dass die folgende Musik in eine ähnliche Richtung geht, auch vom Stil her. In jedem Fall durchzieht diese Sinfonien für mich eine solche von Dir als beunruhigend und verstörend charakterisierte Grundstimmung. Sie hat mich schon mehrmals beinahe körperlich gepackt..
Ein Reszensent schrieb tatsaechlich: Think Gloria Coates and Giya Kancheli having a son who might be the bastard brother of a younger Penderecki. Ich versuche das nachzudenken, hoere aber nichts annaehernd dergleichen. Jeder traegt halt andere Ohren mit sich. :P
Lucier ist in der Tat experimenteller und abstrakter. Coates wirkt aehnlich, aber bei ihr ist Verbindung zwischen der Musik und der Wirkung auf mich nachvollziehbar, bei Lucier geht das nicht immer.
Meine Top-Empfehlung zu Lucier ist "I am sitting in a room". Das hoert man sicher nicht jeden Tag, aber einmal muss es sein:
palestrina (01.05.2022, 10:01): Hallo palestrina, die Aufnahme gefällt mir sehr. ich war Live dabei! :) Ich auch ^^ Das ist die einzige Schreker-Oper, die ich bisher live erleben konnte.
Gruß Amonasro :hello :leb :beer
LG palestrina
Joe Dvorak (01.05.2022, 10:12):
Lou Reed - Metal Machine Music Pt. I - III (Transkription und Orchesterarrangment von Reinhold Friedl, Luca Venitucci, Ulrich Krieger) Zeitkratzer feat. Lou Reed (Part III)
Die Originalversion habe ich nie zu Ende geschafft (vielleicht weil Reed meinte, wer bis zu Teil IV komme, sei noch duemmer als er selbst). Auf die Idee, dieses Chaos aus zigfach uebereinandergeschichteten Feedback-Schleifen und Stoergeraeuschen in Noten zu uebersetzen und fuer Orchester einzurichten, musste man erst mal kommen - aber bei Zeitkratzer ist nichts unmoeglich. Das ist eines der aufregendsten Ensembles aus der Welt der Musik ohne innere (Genre- & Stil-) Grenzen und auessere Grenzen (die definieren, was (noch) Musik ist). Gnaedigerweise haben sie nur die ersten drei Teile der MMM aufgeommen, ich darf mich also auch nach dieser purgatorischen Hoersitzung weiter fuer gescheit halten. Allerdings hat das Ensemble das spaeter nochmal ueberarbeitet und eine weitere Aufnahme gemacht, die klanglich viel besser sein soll - und die ist komplett.
Andréjo (01.05.2022, 10:52): Das möchte ich jetzt kennenlernen! Könnte sein, dass die folgende Musik in eine ähnliche Richtung geht, auch vom Stil her. In jedem Fall durchzieht diese Sinfonien für mich eine solche von Dir als beunruhigend und verstörend charakterisierte Grundstimmung. Sie hat mich schon mehrmals beinahe körperlich gepackt.. Ein Reszensent schrieb tatsaechlich: Think Gloria Coates and Giya Kancheli having a son who might be the bastard brother of a younger Penderecki. Ich versuche das nachzudenken, hoere aber nichts annaehernd dergleichen. Jeder traegt halt andere Ohren mit sich. :P
Lucier ist in der Tat experimenteller und abstrakter. Coates wirkt aehnlich, aber bei ihr ist Verbindung zwischen der Musik und der Wirkung auf mich nachvollziehbar, bei Lucier geht das nicht immer.
Meine Top-Empfehlung zu Lucier ist "I am sitting in a room". Das hoert man sicher nicht jeden Tag, aber einmal muss es sein:
Ich hab die beiden Sachen von Lucier jetzt geparkt. Man muss auch nicht immer alles gleich kaufen, sondern kann sich mal umsehen, etwa auf yt. Streamen oder Ähnliches fange ich nicht mehr an. Mit yt erstelle ich hingegen bisweilen CDRs, habe bei vergriffenen oder nie erschienenen Sachen dann auch keine Hemmungen - ansonsten gehört sich das nicht, aber wer macht immer nur Sachen, die sich gehören?
Was den Rezensenten oben anbelangt: Solche Vergleiche mache ich schon auch gerne und bin hin und wieder stolz auf mich. Klassisches Fallenlassen von Namen. ;) Aber bereits eben der Name Penderecki erscheint mir ein wenig billig. Ähnlich wie Ligeti hat der Mann halt keinen Personalstil sein Leben lang durchgeschleppt. Gut - ich nehme an, es ist der avantgardistische Penderecki gemeint. Da tue ich mich trotzdem schwer mit dem Personalstil, aber das könnte auch ausschließlich mein Problem sein.
:) Wolfgang
Philidor (02.05.2022, 07:26): Am Wochenende gönnte ich mir aus dieser Box:
Dmitri Schostakowitsch: Sinfonien 5, 6, 7, 8, 9 und 10
diverse Orchester Mariss Jansons
und war nicht gerade überwältigt. Diese Werke habe ich mit Roschi, Kondraschin und Mrawinsky doch bissiger im Ohr. (Die Neunte fand ich mit Jansons noch am besten).
Mal schauen - nächstes Wochenende vielleicht mit Nelsons.
Amonasro (02.05.2022, 19:18):
Francesco Cilea/Arturo Colautti: Adriana Lecouvreur
Adriana Lecouvreur - Angela Gheorghiu Maurizio - Jonas Kaufmann Princesse de Bouillon - Olga Borodina Michonnet - Alessandro Corbelli Poisson - Iain Paton Quinault - David Soar Mlle Jouvenot - Janis Kelly Mlle Dangeville - Sarah Castle Prince de Bouillon - Maurizio Muraro Abbé de Chazeuil - Bonaventura Bottone Mlle Duclos - Barbara Rhodes
Royal Opera Chorus Orchestra of the Royal Opera House, Mark Elder
Gruß Amonasro
Philidor (03.05.2022, 20:52): Eine ganz andere Nummer als die Jansons-Aufnahme:
Dmitri Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 10 e-Moll op. 93
Tschechische Philharmonie Karel Ancerl
Gruß Philidor
:hello
Joe Dvorak (04.05.2022, 09:19):
John Zorn - Rituals Heather Gardner (Sopran), Stephen Drury (Klavier, Cembalo, Celesta, Orgel), Jim Pugh (Posaune), Tara O'Connor (Floete, Altfloete, Piccolo), Mike Lowenstern (Klarinette, Bassklarinette, Es-Klarinette), Peter Kolkay (Fagott, Kontrafagott), Jennifer Choi (Violine), Fred Sherry (Violoncello), Kurt Muroki (Kontrabass), Jim Pugliese (Perkussion & Klangobjekte), William Winant (Perkussion)
Joe Dvorak (07.05.2022, 07:57): Eine hochinteressante Komponistin hat Toni unlaengst vorgestellt. Zumindest ich hatte zuvor noch nicht oder zumindest noch nichts von ihr gehoert. Nach der ganz exquisiten Platte mit Werken fuer Oboe will ich mehr von ihrer Kammermusik hoeren. Ich beginne mit dem ersten von sieben Streichquartetten (1938-65), von welchen ich drei Gesamteinspielungen gesichtet habe.
Grażyna Bacewicz - Streichquartett Nr. 1 Silesian Quartet
Sfantu (07.05.2022, 11:54):
Robert Schumann
Sinfonie Nr. 4 d-moll op. 120
Staatskapelle Dresden - Wolfgang Sawallisch (LP, EMI, 1972)
Mitreißende Aufbruchsstimmung im Kopfsatz, euphorische Paukensalven. Traumverlorene Märchenidylle im Zweiten. Aufbegehrend, stampfend, jugendlich-rebellisch, ungestüm das Scherzo, in wohltuendem Kontrast dazu das zarte, cremig-streichfähige Trio. Einzig die Wiederholungen des ersten Themas der Rahmenteile könnten etwas Rubato, eine Art Anlauf-Nehmen vertragen. Allmähliches Erwachen und Hinübergleiten zum ritterlichen Schlußsatz. Das Hauptthema wird langsam und majestätisch genommen, ihm eignet hier eine Grandezza, die ich sonst nirgends höre. Anschließend wird unmerklich schneller fortgefahren - ein kleiner Kniff nur - jedoch mit elektrisierender Wirkung. Eine Sternstunde aus dem Tal der Ahnungslosen! Suche ich erzromantische Hochstimmung in ihrer Essenz - hier finde ich sie.
Schumann-Zyklen kommen und gehen über die Jahre und Jahrzehnte - Sawallisch-Dresden bleibt!
Maurice inaktiv (07.05.2022, 12:58): Robert Schumann
Sinfonie Nr. 4 d-moll op. 120
Staatskapelle Dresden - Wolfgang Sawallisch (LP, EMI, 1972) Eine Sternstunde aus dem Tal der Ahnungslosen! Suche ich erzromantische Hochstimmung in ihrer Essenz - hier finde ich sie. Schumann-Zyklen kommen und gehen über die Jahre und Jahrzehnte - Sawallisch-Dresden bleibt! Richtig. Ein Meilenstein, und nach wie vor erstklassig.
Ich möchte dabei aber DIESEN Zyklus immer wieder lobend hervorheben:
Für 9,99 € wirklich gut ausgegebenes Geld.
Andréjo (07.05.2022, 15:19):
Ich möchte dabei aber DIESEN Zyklus immer wieder lobend hervorheben:
Für 9,99 € wirklich gut ausgegebenes Geld. Ich kann da nur mitloben und habe es vielleicht auch schon getan an diesem Ort.
Zweifellos kann ich mir ebenso gut vorstellen, dass die Sawallisch-Aufnahme hervorragend ist. Aber eigentlich möchte ich mir nicht noch eine - fünfte? - Gesamtaufnahme der Schumann-Sinfonien zulegen. Gar so oft höre ich die nicht. Ich sollte also micht weiter grübeln ... :D
Sawallisch ist kein Name, der sich mir musikalisch besonders eingeprägt hätte, und ich verbinde auch aus quasi-politischer Sicht eher Problematisches mit ihm. Aber das muss man hier nicht breit treten, da es unter anderem auch mit einer Person zu tun hat, die Ihr vermutlich nicht kennt.
Zumindest die folgende Veröffentlichung vielleicht weniger bekannter Musik hat mich allerdings vollauf überzeugt:
Euch beiden alles Gute - so zwischendurch, schadet ja nicht!
:hello Wolfgang
Amonasro (07.05.2022, 16:27):
Alberto Ginastera: Cellokonzerte Nr. 1 & 2
Mark Kosower (Violoncello) Bamberger Symphoniker, Lothar Zagrosek
Gruß Amonasro
Sfantu (07.05.2022, 17:35): Aber eigentlich möchte ich mir nicht noch eine - fünfte? - Gesamtaufnahme der Schumann-Sinfonien zulegen. Das ist gut nachvollziehbar. Bei mir stehen ebenfalls Stücker fünf (Bernstein mit den Wienern nicht eingerechnet - die ist aussortiert, da zuviel der subjektivistischen Mätzchen an Hyperromantisierung) plus etliche Einzelaufnahmen. Schumann liegt mir schon sehr am Herzen. Vielleicht ist es auch die überschaubare Zahl an Gattungsbeiträgen, welche sich in handliche Doppelboxen schmiegen, sodaß die Versuchung präsent und mögliche Hürden niedrig bleiben.
Sawallischs phänomenales Pfitzner-Album liebe ich auch - hab`s auf CD und Vinyl.
Maurice inaktiv (07.05.2022, 18:06): Zweifellos kann ich mir ebenso gut vorstellen, dass die Sawallisch-Aufnahme hervorragend ist. Aber eigentlich möchte ich mir nicht noch eine - fünfte? - Gesamtaufnahme der Schumann-Sinfonien zulegen. Gar so oft höre ich die nicht. Ich bin da recht gut sortiert. Kann auch mit Norrington, einen Teil unter Gardiner, von Dohnanyi, Karajan, früher auch noch Ahskenazy, Thomas Fey anbieten. Gaudenz und Fey sind da schon weit vorne, Norrington hat mir auch sehr gut gefallen, Skrowazewski, Wit (auch sehr ausgewogen, keinesfalls bieder), Levine, Sinopoli. Also sehr unterschiedliche Sichtweisen. Dazu die beiden GA mit den Mahler-Retuschen unter Szell und Chailly. Bernstein zumindest in Teilen ebenso.
Sawallisch ist kein Name, der sich mir musikalisch besonders eingeprägt hätte, und ich verbinde auch aus quasi-politischer Sicht eher Problematisches mit ihm. Aber das muss man hier nicht breit treten, da es unter anderem auch mit einer Person zu tun hat, die Ihr vermutlich nicht kennt. Da wäre ich zumindest als PN schon sehr interessiert, was da politisch problematisch gewesen sein soll. Er war weder als Nazi bekannt, allerdings im Kriege als Soldat aktiv und in britischer Kriegsgefangenschaft in Italien geraten. Er war sehr anerkannt in München als GMD der dortigen Oper und später in Philadelphia feierte man ihn. Nur mit Günter Wand in Köln muss es ziemlich geknirscht haben.
Sein Wagner-Ring aus München soll auch insgesamt ganz gut geworden sein, von einigen Fehlbesetzungen abgesehen (René Kollo muss grausam gewesen sein, aber das ist bekanntlich nicht mein Bereich). Vielleicht was Amonasro als Opernfreund darüber mehr zu berichten mal kurz und knapp.
Philidor (07.05.2022, 18:42): Die Wüste lebt.
Steve Reich: The Desert Music
Steve Reich and Musicians with Members of the Brooklyn Philharmonic and Chorus Michael Tilson Thomas
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (07.05.2022, 20:57):
Hans Pfitzner
Klaviertrios
Robert Schumann Trio (CD, cpo, 2001)
Trio B-dur (1886)
Allegro molto 11`00 Romanze. Andante 6`40 Scherzo. Ziemlich schnell 3`21
Trio F-dur op. 8 (1896)
Kräftig und feurig. Nicht zu schnell 8`04 Langsam, nicht schleppend 13`41 Mäßig schnell, etwas frei im Vortrag 6`05 Rasch und wild 14`29
Durch Andréjo auf Pfitzner gebracht, drehte sich bei mir gerade erstmals diese Scheibe, die bereits ein paar Wochen auf ihre Premiere wartete. Mannomann! Das war keine leichte Kost. Das zuerst erklingende F-dur-Werk ist so formsprengend in seiner Ausdehnung (über 44 Minuten) wie es inhaltlich-gedanklich wild zerklüftet ist. Rhapsodisch frei die Form, jäh und unerwartbar viele Stimmungswechsel. Vom Überbordenden zum Überfordernden ist es da nicht mehr weit - wahrhaft Kinskiesk! Geradezu wohltuend das sich anschließende B-dur-Trio des 17jährigen. Schumann klingt mehrfach an, die Sprache hat hier Charme, Eloquenz und einen angenehmen Instinkt für das rechte Maß.
Erfreulich griffiges, klangsinnliches Spiel der erfahrenen Niederländer. Für beide so denkbar verschiedenen Schwesterwerke treffen sie den jeweils passenden Charakter. Wie sie die entfesselten Schlußakkorde des monströsen F-dur-Trios wie vom Dämon besessen durchwüten, raubt den Atem.
Andréjo (08.05.2022, 00:54): Ich kenne die CD und habe die Klaviertrios einige wenige Male gehört. Typischer Pfitzner aus meiner Sicht, ein wenig spröd, ein wenig üppig. Hörprobleme habe ich eigentlich nicht, aber "gemerkt" habe ich mir die Musik auch nicht wirklich bislang.
Wobei Du die Werke und das Spiel so (gewohnt) pointiert beschrieben hast, Sfantu, dass ich wieder Lust bekomme. Das Formsprengende hat er gewiss mit Reger gemeinsam, anderes wohl auch. Vor dreißig Jahren hätte mich solche Kammermusik zumeist noch nicht interessiert, aber jetzt ist da bisweilen schon der richtige Nerv da ... und die Zeit.
tapeesa (08.05.2022, 07:59): Erich Wolfgang Korngold - - Klaviertrio, op. 1; Spectrum Concerts Berlin und aus Werke für Violine und Klavier: - Vier Stücke aus der Musik zu Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“ - Serenade aus „Der Schneemann“ - Tanzlied des Pierrot + Mariettas Lied zur Laute aus „Die tote Stadt“, op. 12 Josef Hell, Violine; Senka Brankovic, Klavier
Joe Dvorak (08.05.2022, 10:35):
Karlheinz Stockhausen - Aus Den Sieben Tagen Zeitkratzer
Amonasro (08.05.2022, 11:03): Sein Wagner-Ring aus München soll auch insgesamt ganz gut geworden sein, von einigen Fehlbesetzungen abgesehen (René Kollo muss grausam gewesen sein, aber das ist bekanntlich nicht mein Bereich). Vielleicht was Amonasro als Opernfreund darüber mehr zu berichten mal kurz und knapp. Leider nein. Aufgrund der negativen Bewertung einiger Sänger bin ich diesem Ring bisher aus dem Weg gegangen. Mit Sawallisch verbinde ich vor allem eine andere hervorragende Wagner-Aufnahme, den Live-Tannhäuser aus Bayreuth, hier stimmt für mich auch bei den Sängern (Bumbry, Silja, Windgassen, Wächter) fast alles, wobei Sawallisch eine eigene Mischfassung spielt.
Gruß Amonasro
Philidor (08.05.2022, 19:25): An diesem Wochenende gab es bei mir die bekannten sechs mittleren Sinfonien von Schostakowitsch:
Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47 Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 54 Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 60 "Leningrad" Sinfonie Nr. 8 c-Moll op. 65 Sinfonie Nr. 9 Es-Dur op. 70 Sinfonie Nr. 10 e-Moll op. 93
Boston Symphony Orchestra Andris Nelsons
Fand ich wesentlich überzeugender als letztes Wochenende die Aufnahmen mit Mariss Jansons.
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (08.05.2022, 19:34): @Philidor
mein Respekt! abgesehen von der Neunten, würde ich vermutlich nicht mehr als einen dieser Brocken pro Tag schaffen. Bekam Jansons in der Rückschau irgendeine (vielleicht überraschende) Chance, gegen Nelsons zu punkten?
Philidor (08.05.2022, 19:37): Als ob's ein Tennisspiel wäre ... ! :D
Die Neunte fand ich mit Jansons am überzeugendsten.
Amonasro (08.05.2022, 22:34):
Franz Schreker: Das Spielwerk und die Prinzessin
Meister Florian - Thomas J. Mayer Die Prinzessin - Julia Henning Ein wandernder Bursch - Hans-Jürgen Schöpflin Wolf - Matthias Klein Graben-Liese - Anne-Carolyn Schlüter Der Kastellan - Hans Georg Ahrens Männer & Bürger - Bernd Gebhardt, Jörg Sabrowski, Jakob Zethner, Paul McNamara, Martin Fleitmann Sprecher - Frank Arnold
Opernchor des Theaters Kiel, Kinderchor Kiel Philharmonisches Orchester Kiel, Ulrich Windfuhr
Gruß Amonasro
Nicolas_Aine (09.05.2022, 00:40): @Amonasro magst Du eine Eimschätzung abgeben? Zu Uli Windfuhr interessiert mich das doch sehr…
palestrina (09.05.2022, 17:03): Sein Wagner-Ring aus München soll auch insgesamt ganz gut geworden sein, von einigen Fehlbesetzungen abgesehen (René Kollo muss grausam gewesen sein, aber das ist bekanntlich nicht mein Bereich). Vielleicht was Amonasro als Opernfreund darüber mehr zu berichten mal kurz und knapp. Leider nein. Aufgrund der negativen Bewertung einiger Sänger bin ich diesem Ring bisher aus dem Weg gegangen. Mit Sawallisch verbinde ich vor allem eine andere hervorragende Wagner-Aufnahme, den Live-Tannhäuser aus Bayreuth, hier stimmt für mich auch bei den Sängern (Bumbry, Silja, Windgassen, Wächter) fast alles, wobei Sawallisch eine eigene Mischfassung spielt. Gruß Amonasro Zum Sawallisch Ring...... D. D. Scholz in FonoForum 8 / 98: "Sawallisch hatte ein rundum überzeugendes "Ring"-Ensemble zur Verfügung, um das ihn heute die größten Opernhäuser beneiden würden. Klanglich ist dieser Live-Mitschnitt geradezu erstaunlich." Robert Hale ist ein ganz hervorragender Wotan, aber an Kollo gibt es nichts auszusetzen, die H. Behrens war nie so mein pers.Geschmack, aber z.B.in der Walküre finde ich sie sehr gut.
LG palestrina
tapeesa (09.05.2022, 17:13): Giuseppe Verdi/Temistocle Solera - Attila
Attila - Boris Christoff Ezio - Gian Giacomo Guelfi Odabella - Margherita Roberti Foresto - Gastone Limarilli Uldino - Franco Franchi Leone - Mario Frosini
Orchestra e Coro del Maggio Musicale Fiorentino, Bruno Bartoletti
Amonasro (09.05.2022, 17:50): @Amonasro magst Du eine Eimschätzung abgeben? Zu Uli Windfuhr interessiert mich das doch sehr… Ich finde die Aufnahme (wie auch die anderen Schreker-Aufnahmen aus Kiel) sehr gelungen. Schrekers psychedelischer Klangzauber wird von Windfuhr und den Kielern mitreißend zur Geltung gebracht. Das Spielwerk fügt sich mit seiner schwül-dekadenten Atmosphäre und Schreker-typischen Collage-Technik nahtlos zwischen dem fernen Klang und den Gezeichneten ein: Die komplexen Klangschichtungen in der orgiastischen Schlussszene (neben dem Hauptorchester mit groß besetztem Fernorchester, mehreren Chören und Solisten) koordinieren zu müssen, ist sicher eine Herausforderung. Gespielt wird die rekonstruierte Erstfassung. Die Sängerleistungen sind adäquat mit hoher Textverständlichkeit, aber im Vordergrund steht hier klar das Orchester.
Robert Hale ist ein ganz hervorragender Wotan, aber an Kollo gibt es nichts auszusetzen, die H. Behrens war nie so mein pers.Geschmack, aber z.B.in der Walküre finde ich sie sehr gut. Dann werde ich in diesen Ring irgendwann mal reinhören müssen. Kollo kann ich mir als Siegfried irgendwie schwer vorstellen, Behrens kenne ich aus dem Schenk/Levine-Ring, da war ich nicht gerade begeistert.
Gruß Amonasro :hello
Sfantu (09.05.2022, 17:59): @palestrina @Amonasro
auch ich fand Kollos Siegried weit mehr als passabel im Janowski-Ring. Glänzend auch die darstellerischen Qualitäten im Widerstreit mit Peter Schreier als Mime. Denkbar, daß unter Live-Bedingungen mit Sawallisch gar noch ein Steigerung möglich war.
Joe Dvorak (10.05.2022, 03:57): Eben lese ich, dass Andrew Violette vor fast genau einem Jahr im Alter von 67 Jahren verstorben ist. Der Schueler von Elliott Carter und Roger Sessions hat sich in den 2000ern als Meister der grossen Form im kleinen Rahmen einen Namen gemacht, die 7. Klaviersonate dauert drei Stunden. Der Stil ist schwer zu beschreiben, beim Namenfallenlassen purzeln Messiaen, Glass, Reich, Beethoven (Hammerklavier, Diabelli) und Sorabji (Opus Clavicembalisticum). Die beiden Saetze sind unterteilt in jeweils 13 Abschnitte mit Bezeichnungen wie Adagio, Dance und Chaconne, aber auch The Song Deconstructed, Descending into the Abyss, Colorfields oder Clusters. Das Stueck ist in Sonatenform mit Einschueben und die viel verwendete Zusatz-Bezeichnung (recap) verraet die zyklische Anlage. Ich kann nur raten, sich von der Ausdehnung nicht abschrecken zu lassen und die Zeit zu investieren. Das ist Klaviermusik, die ueber weite Strecken traditionell klingt, aber ohne das Histrionische der Alten samt ihrer Interpreten auskommt und auch fuer Klaviermusikmuffel attraktiv ist. Dass eine gewisse Dosis an kantigen und dissonanten Modernismen nicht ausbleibt, macht das noch besser, zumal alles sehr durchdacht und ausbalanciert erscheint.
Picture Source: innova® Recordings - The label of the AMERICAN COMPOSERS FORUM (ACF)
Andrew Violette (Komponist & Pianist) - Klaviersonate Nr. 7
tapeesa (10.05.2022, 14:43): Bin bei Musikbeispielen aus Vladimir Jankélévitch: "Die Musik und das Unaussprechliche". Das erste ist das Klavierquintett Nr. 1, verbunden mit Faurés Frage beim Entwurf des 2. Satzes: Was ist Musik und - ist sie überhaupt "etwas"?
Gabriel Fauré - Piano Quintet No. 1 in d-Moll, op. 89 und im Anschluss auch das Piano Quintet No. 2 in c-Moll, op. 115 Fine Arts Quartet (Ralph Evans & Efim Boico, Violinen; Yuri Gandelsman, Viola; Wolfgang Laufer, Cello) Cristina Ortiz, Klavier
Joe Dvorak (11.05.2022, 04:36): Vladimir Jankélévitch: "Die Musik und das Unaussprechliche" Das klingt interessant. Ich habe erst mal die Leseprobe heruntergeladen.
Hier stroemt Ohrenaufstellen veranlassend:
Grazyna Bacewicz - Streichquartett Nr. 6 Amar Corde String Quartet
Das ist eine ganz andere Welt als die des Erstlings.
tapeesa (11.05.2022, 08:05): Das klingt interessant. Ich habe erst mal die Leseprobe heruntergeladen. Ich hatte lange nach so einem Buch gesucht und aufgegeben.
Dvořáks 5. Sinfonie ist auch als Beispiel angegeben. Beinhaltet wie die Klavierquintette von Fauré etwas, das sich vielleicht am besten mit dem Begriff unmittelbar benennen lässt.
Antonín Dvořák - Sinfonie Nr. 5 Staatskapelle Dresden, Otmar Suitner
Joseph Haydn - Streichquartett Nr. 62 C-Dur, op. 76 Nr. 3 Ludwig van Beethoven - Streichquartett Nr. 15 a-Moll, op. 132 The Concord String Quartet (Mark Sokol & Andrew Jennings, Violinen; John Kochanowski, Viola; Norman Fischer, Cello)
Andréjo (11.05.2022, 12:42): Das simple Adjektiv unmittelbar kann ich im Zusammenhang mit Dvorak Fünf (oder Eins nach der alten Spezialzählung, glaube ich) sehr gut nachvollziehen. 8o
Es liegt schlicht am Hauptthema, dem Eingang des Kopfsatzes.
Eigentlich meine Lieblingssinfonie des Böhmen!
Vielleicht höre ich nachher wieder mal die schlanke Einspielung aus der wohl nicht so bekannten, aber allenthalben empfehlenswerten Integrale mit Anguelov:
PS: Die Klavierquintette von Fauré mit ihrer wunderbar schwebenden Atmosphäre höre ich auch sehr gerne. Obiges Adjektiv käme mir hier weniger in den Sinn und ich könnte es vielleicht sogar begründen. Aber das wird nicht so wichtig sein. :)
:hello Wolfgang
Maurice inaktiv (11.05.2022, 17:17): Robert Hale ist ein ganz hervorragender Wotan, aber an Kollo gibt es nichts auszusetzen, die H. Behrens war nie so mein pers.Geschmack, aber z.B.in der Walküre finde ich sie sehr gut. auch ich fand Kollos Siegried weit mehr als passabel im Janowski-Ring. Glänzend auch die darstellerischen Qualitäten im Widerstreit mit Peter Schreier als Mime. Denkbar, daß unter Live-Bedingungen mit Sawallisch gar noch ein Steigerung möglich war. Wie geschrieben, ich bin da wirklich weit davon entfernt, hier irgendwie mitreden zu lönnen oder zu wollen. Ich meine aber, damals in der Zeitschrift "Scala" genau die ziemlich harte Kritik an Kollo vernommen zu haben. Das ist mehr euer Bereich, daher nehme ich das einfach mal so an, dass da vielleicht ein Kritiker geschrieben hatte, der mit Kollo so seine Probleme hatte.
Philidor (11.05.2022, 19:20): Wie g**l ist denn das ...!
Ge Gan-Ru: Streichquartett Nr. 5 "Fall of Baghdad" (2007)
ModernWorks
Höchst unterhaltsame, kurzweilige Musik des 21. Jhds. So richtig was für den gut gelaunten Feierabend. Toll.
Joe Dvorak (12.05.2022, 03:48): Das klingt interessant. Ich habe erst mal die Leseprobe heruntergeladen. Ich hatte lange nach so einem Buch gesucht und aufgegeben. Ich habe noch vor dem Ende der Leseprobe aufgehoert. Mir gefaellt der Schreibstil gar nicht (das kann auch an der Uebersetzung liegen) und der Autor macht mir zuviele Straenge gleichzeitig auf, schweift staendig ab - das ueberfordert mein einfach gestricktes Gemuet.
Grazyna Bacewicz - Streichquartett Nr. 4 Szymanowski Quartet
tapeesa (12.05.2022, 11:10): @Andréjo , Bei Anguélov habe ich schon reingehört. Danke für die Anregung.
tapeesa :hello
palestrina (12.05.2022, 11:55): vielleicht ein Kritiker geschrieben hatte, der mit Kollo so seine Probleme hatte. Das hatten viele Kritiker, aber meistens waren diese Kritken ungerecht, Kollo hat einen der schönsten "Lohengrin" gesungen!
LG palestrina
tapeesa (12.05.2022, 14:35): Maurice Ravel - aus Cantates pour le Prix de Rome: Alyssa und L'Aurore Sopran: Véronique Gens, Vannina Santoni, Clarisse Dalles Mezzosopran: Sophie Koch, Janina Baechle Tenor: Julien Behr, Michael Spyres, Mathys Lagier Bariton: Jacques Imbrailo Chœur et Orchestre National des Pays de la Loire, Pascal Rophé
Amonasro (12.05.2022, 16:27): Bei mir heute auch französisches:
Édouard Lalo/Édouard Blau: Le roi d'Ys
Rozenn - Janine Micheau Margared - Rita Gorr Mylio - Henri Legay Karnac - Jean Borthayre Le roi - Pierre Savignol Saint Corentin - Jacques Mars Jahel - Serge Rallier
Chœur et Orchestre de la Radiodiffusion française, André Cluytens
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (14.05.2022, 04:21):
Heinrich Ignaz Franz von Biber – Rosenkranz Sonaten Riccardo Minasi, Bizzarrie Armoniche
Do legst di nieda!
Philidor (14.05.2022, 15:41): Im Gedenken an den großen Mezzosopran.
George Bizet: Carmen
Carmen - Teresa Berganza Don José - Plácido Domingo Micaëlla - Ileana Cotrubas Escamillo - Sherill Milnes
The Ambrosian Singers George Watson's College Boys Chorus London Symphony Orchestra
Claudio Abbado
Gruß Philidor
:hello
Philidor (14.05.2022, 20:05): Tolle CD, insbes. für op. 111.
Johannes Brahms
Klavierquintett f-Moll op. 34 Streichquintett Nr. 2 G-Dur op. 111
Pavel Haas Quartet Boris Giltburg, Klavier Pavel Nikl, Viola
Für op. 111 zieht diese Aufnahme in meinen Olymp ein, wo schon das ABQ (mit Rudiolf Schlichtig) und das Raphael Ensemble wohnen.
Gruß Philidor
:hello
Joe Dvorak (15.05.2022, 03:39):
Wolfgang Amadeus Mozart - Sinfonia Concertante Es-Dur, K. 297b John Anderson (Oboe), Michael Collins (Klarinette), Richard Watkins (Horn), Meyrick Alexander (Fagott), Philharmonia Orchestra, Giuseppe Sinopoli
Amonasro (15.05.2022, 11:22): Im Gedenken an den großen Mezzosopran. Großartig war auch ihr Rossini, daher heute:
Gioachino Rossini/Cesare Sterbini: Il barbiere di Siviglia
Il Conte d'Almaviva - Luigi Alva Bartolo - Enzo Dara Rosina - Teresa Berganza Figaro - Hermann Prey Don Basilio - Paolo Montarsolo Berta - Stefania Malagù Fiorello - Renato Cesari Ambrogio - Hans Kraemmer
Orchestra e coro del Teatro alla Scala di Milano, Claudio Abbado Regie: Jean-Pierre Ponnelle
Gruß Amonasro
Sfantu (15.05.2022, 18:29):
Arnold Bax
Streichquartett Nr. 1 G-dur
Maggini Quartet (CD, Naxos, 1999, ℗ 2001)
Allegretto semplice 12`04 Lento e molto espressivo 10`05 Rondo. Allegro vivace 6`44
Perfekt zu diesem frühlinghaften Sonntag paßt Baxens erstes Quartett. Und das war für mich komplett unerwartet. Die CD lief heute seit dem ersten Hören (vor gut vier Jahren) erst zum zweiten Mal bei mir - die Musik war also nicht mehr präsent in meinem Denken. Ist man vom Orchester-Komponisten Bax eher die düster-nebelversunkenen Klänge gewohnt, wogt dem Ohr hier ein schwungvoll-lebensbejahendes, erfrischendes Werk entgegen. Der erste Satz imaginiert eine fröhliche Landpartie, mit Picknick-Korb auf dem Gepäckträger durch die satt begrünten Cotswolds radelnd. Allein der Mittelsatz ist ernst und in sich gekehrt - Trauergedanken angesichts der erschwerten Lebensumstände im vorletzten Kriegsjahr 1917? Das abschließende Rondo wirbelt wieder energiegeladen und voller Daseinsfreude daher. Der Irland-affine Bax läßt rhythmisch aufgekratzte, das Tanzbein lockende Jigs anklingen, schöpft später eine Volksliedweise nach, bringt das Quartett zuletzt zu freudig-stürmischem Abschluß.
Das zweite Quartett lief anschließend zwar ebenfalls. Um es mit passenden Worten zu beschreiben, braucht es aber wiederholte Beschäftigung und Konzentration. Es steht dem Sinfoniker deutlich näher, ist schwerer, komplexer, expressiver als sein lichtes älteres Geschwister.
Die Magginis lassen bei mir keine Wünsche offen, spielen beseelt und energetisch.
Amonasro (16.05.2022, 15:41):
Wolfgang Amadeus Mozart/Lorenzo Da Ponte: Don Giovanni
Don Giovanni - Nicolai Ghiaurov Donna Anna - Claire Watson Leporello - Walter Berry Commendatore - Franz Crass Donna Elvira - Christa Ludwig Don Ottavio - Nicolai Gedda Masetto - Paolo Montarsolo Zerlina - Mirella Freni
New Philharmonia Orchestra and Chorus, Otto Klemperer
Düster und dramatisch.
Gruß Amonasro
tapeesa (17.05.2022, 16:24): Pierrot Ensemble Series Vol. 2: 1. Chang Seok Choi - Animus 2. Joshua Marquez - Toward 3. Kyong Mee Choi - Tender Spirit I 4. Avner Finberg - Kinah 5. Julián Brijaldo - Anatomy of Sur
1. - 5. Petr Pomkla, Flöte; Pavel Šabacký, Cello; Jiří Hrubý, Klavier / 1. - 3. Marie Petříková, Violine / 1. - 4. Lukáš Daňhel, Klarinette / 4. + 5. Pavel Wallinger, Violine / 5. Emil Drápela, Klarinette
tapeesa (18.05.2022, 09:23): Frédéric Chopin - Prélude Nr. 15 (aus op. 28) in Des-Dur "Regentropfen"; Grigory Sokolov, Klavier & Einojuhani Rautavaara - True and False Unicorn (James Broughton) Finnish Radio Chamber Choir & Symphony Orchestra, Timo Nuoranne
Amonasro (18.05.2022, 10:25):
Richard Wagner: Parsifal
Parsifal - Ramón Vinay Kundry - Martha Mödl Amfortas - George London Titurel - Josef Greindl Gurnemanz - Ludwig Weber Klingsor - Hermann Uhde Erster Gralsritter - Eugene Tobin Zweiter Gralsritter - Theo Adam Knappen - Gerhard Stolze, Hugo Kratz, Hetty Plümacher, Gisela Litz
Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Clemens Krauss Live 1953
Krauss dirigiert den Parsifal weniger weihevoll als Knappertsbusch mit fast selber Besetzung und die zügigeren Tempi gefallen mir besser. Vinay ist ein heldischerer Parsifal als z. B. Windgassen oder Thomas, die "tumpheit" im 1. Akt stellt er aber nicht so überzeugend dar. Mödl, London und Weber lassen bei mir keine Wünsche offen.
Gruß Amonasro
tapeesa (18.05.2022, 14:24): Miklós Rózsa - Lust for Life + Background to Violence Suite Frankenland State Symphony Orchestra, Miklós Rózsa
Amonasro (19.05.2022, 17:46):
Johannes Brahms:
4. Sinfonie Tragische Ouvertüre
Wiener Philharmoniker, Leonard Bernstein
Gruß Amonasro
tapeesa (19.05.2022, 21:59): Hindemith ist eine gute Idee.
Paul Hindemith - Sinfonie Mathis der Maler + Symphonia serena Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan
tapeesa (21.05.2022, 09:31): - Giacinto Scelsi - Streichquartett Nr. 1 (1944); Arditti String Quartet - Paul Hindemith - Streichquartett Nr. 1, op. 2 (1914-15); Amar Quartet
Philidor (22.05.2022, 11:51): Habe gestern mit den neuen Strauss-Nelsons-Box begonnen ... die ersten drei genannten ... heute die nächten drei:
Richard Strauss
Aus Italien op. 16 Burleske d-Moll für Klavier und Orchester Don Juan op. 20
Macbeth op. 23 Tod und Verklärung op. 24 Till Eulenspiegel op. 28
Yuja Wang, Klavier Gewandhausorchester Leipzig (opp. 16, 20. 23, Burleske) Boston Symphony Orchestra Andris Nelsons
... klanglich eine Offenbarung, von der Interpretation imho mindestens mal sehr gut. Da übe rdie Alpensinfonie andernorts schon wundersame Dinge berichtet wurden, bleibe ich mal gespannt.
(NS: Till ist ganz großes Kino ...)
Gruß Philidor
:hello
Joe Dvorak (22.05.2022, 12:28):
Juan Crisostomo de Arriaga - Sinfonia d-Moll Orquestra de Cadaqués, Neville Marriner
Siegfried - Wolfgang Windgassen Brünnhilde - Birgit Nilsson Der Wanderer - Hans Hotter Mime - Gerhard Stolze Alberich - Gustav Neidlinger Fafner - Kurt Böhme Erda - Marga Höffgen Der Waldvogel - Joan Sutherland
Wiener Philharmoniker, Sir Georg Solti
Gruß Amonasro
tapeesa (23.05.2022, 08:10): @Amonasro falls du es schon gesehen hattest: ich habe das Like rausgenommen, weil ich dachte, dass es nicht genügend transportieren könnte, warum ich die Solti / Siegfried-Aufnahme mag und wie ich das Cover wahrnehme (lässt mich z. B. unter anderem an Schreker denken). Habe gestern dann auch noch einen - wie ich finde - interessanten Zeitungsartikel zu Solti und Bayreuth gefunden. Danke für die Anregungen. ____
Lakeshore Rush, Moving Parts https://www.albanyrecords.com/mm5/merchant.mvc?Screen=PROD&Product_Code=TROY1896 Zeitgenössische Kammermusik.
(Überleitung war von früher am Morgen das Traditional "The river is flowing".)
Allegro con fuoco 16`02 Andante con variazioni 11`40 Scherzo. Presto - Trio 7`10 Finaale. Allegro non troppo 7`54
Abgerundet gehaltvoll klingt dieses frühromantische Quartett Theodor Fröhlichs. Lyrisch und sangbar, lassen einige Themen an Schubert denken - insbesondere der prachtvoll ausladende Variationensatz. Hie und da weht Biedermeierliches herüber, so im tänzerisch walzenden Scherzo à la Weber. Und doch setzen Kopf-und Schlußsatz die markanteren Akzente - in Letzterem liegen bereits Zutaten des romantischen Grand Concerto und auch eine Prise Mendelssohn-Schumann auf dem Gaumen. Etwas dürftige Booklet-Angaben zur Musik, mehr mit dem Schwerpunkt auf Biographischem. Im Jahr nach Entstehung dieses Werks ertrank der Aargauische Komponist durch Freitod in der Aare - in seinem 34. Lebensjahr.
Das Hammerklavier wird mit "Broadwood, erste Hälfte 19. Jh." bezeichnet, die Streichinstrumente lediglich mit dem Hinweis "in alter Mensur". Die Interpretinnen setzen sich mit Überzeugungskraft für dieses herrliche Quartett ein, der Klang ist natürlich und ausgewogen, die Instrumente in fast optimaler Entfernung zueinander.
tapeesa (24.05.2022, 08:36): Hier das erwähnte Interview Solti, Bayreuth: https://www.spiegel.de/kultur/ja-ich-habe-angst-vor-bayreuth-a-dd7e1608-0002-0001-0000-000014020296 Interessant finde ich es immer noch, hat im Nachhall nur auch sehr kontrovers nachdenklich gemacht. _________
aus Recap, Count to Five: Lesley Flanigan - Hedera; Lesley Flanigan, voice; Recap und anderes
Sowie - Verdi chronologisch Macbeth (diesmal Callas, Mascherini, Tajo / Victor de Sabata, 1952, Myto) begonnen.
Amonasro (24.05.2022, 17:39): Nochmal Wagner:
Richard Wagner: Tristan und Isolde
Tristan - Plácido Domingo Isolde - Nina Stemme Brangäne - Mihoko Fujimura König Marke - René Pape Kurwenal - Olaf Bär Melot - Jared Holt Der Hirt - Ian Bostridge Der Steuermann - Matthew Rose Der junge Seemann - Rolando Villazón
The Royal Opera Chorus, Covent Garden Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden; Antonio Pappano
Gruß Amonasro
palestrina (25.05.2022, 09:36): Nochmal Wagner:
Richard Wagner: Tristan und Isolde
Tristan - Plácido Domingo Isolde - Nina Stemme Brangäne - Mihoko Fujimura König Marke - René Pape Kurwenal - Olaf Bär Melot - Jared Holt Der Hirt - Ian Bostridge Der Steuermann - Matthew Rose Der junge Seemann - Rolando Villazón
The Royal Opera Chorus, Covent Garden Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden; Antonio Pappano
Gruß Amonasro Wenn Domingo den Tristan für sich behalten hätte, wäre das eine tolle Aufnahme! :cool
Dido and Sorceress - Laura Pudwell Aeneas - Peter Harvey Belinda & First Witch - Salomé Haller Second Woman & Second Witch - Marie-Louise Duthoit The Sailor - Nicolas Maire The Spirit - Matthew White
Le Concert Spirituel, Hervé Niquet
Philidor (25.05.2022, 11:51): Wenn Domingo den Tristan für sich behalten hätte, wäre das eine tolle Aufnahme! Ich kenne die Aufnahme bisher nicht.
Sie ist wohl als diejenige Aufnahme mit den meisten Einzeltakes in die Schallplattengeschichte eingegangen - wegen Domingo. Den Tristan hätte er niemals live am Stück singen können, das gab seine Stimme wohl nicht her, da wurde mit unzähligen Schnipseln und Schnipselchen und Unmengen von elektronischem Klebeband so etwas wie eine Aufnahme der Partie bewerkstelligt.
Über Pappanos Dirigat habe ich nur Gutes gehört.
Gruß Philisor
:hello
Amonasro (25.05.2022, 15:55): Sie ist wohl als diejenige Aufnahme mit den meisten Einzeltakes in die Schallplattengeschichte eingegangen - wegen Domingo. Den Tristan hätte er niemals live am Stück singen können, das gab seine Stimme wohl nicht her, da wurde mit unzähligen Schnipseln und Schnipselchen und Unmengen von elektronischem Klebeband so etwas wie eine Aufnahme der Partie bewerkstelligt. Unabhängig davon finde ich nach dem ersten Hören das Ergebnis gar nicht mal so schlecht. Domingos Tristan ist natürlich eher auf der lyrischen Seite und im 3. Akt nicht leidend genug, aber er gefiel mir hier besser als in anderen Wagner-Aufnahmen (z. B. Meistersinger), auch weil er diesmal die Aussprache besser im Griff hat. Auch finde ich, dass die Stimmen von Domingo und Stemme im Duett sehr gut harmonieren. Die übrige Besetzung ist (mit Abstrichen beim brüchig klingenden Kurwenal Olaf Bärs) überzeugend, Mihoko Fujimuras Brangäne klingt ungewohnt jugendlich und klangschön. Die älteren Aufnahmen von Furtwängler, Karajan (1952) und Böhm wird die Aufnahme bei mir zwar nicht verdrängen, aber hörenswert finde ich sie allemal.
Jetzt:
Anton Bruckner: Sinfonien Nr. 1 & 5
Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan
Gruß Amonasro :hello
Joe Dvorak (26.05.2022, 01:20):
Johann Joachim Quantz - Floetenkonzerte a-Moll, G-Dur, c-Moll & d-Moll, QV5:238, 165, 38 & 81 Mary Oleskiewicz, Concerto Armonico, Miklos Spanyi
Diese von der Solistin mit vollem und warmen Klang dargebotene und vom Orchester mitreissend begleitete Auswahl aus den ueber 300 Gattungsbeitraegen von Quantz hoere ich immer wieder gerne.
tapeesa (26.05.2022, 10:01): Béla Bartók: - Four Piano Pieces (1903) - Tableau 10 (aus Kossuth), Marche funèbre (Trauermarsch) (1903/05) - Petits Morceaux (Kleine Stücke) (1905) - Two Elegies for piano (1909) - Kezdo ̋k zongoramuzsikája (First Term at the Piano) (1913)
Jenő Jandó, Klavier
Joe Dvorak (26.05.2022, 14:25):
Bedřich Smetana - Má Vlast Slowakische Staatsphilharmonie, Reinhard Seifried
Arm an folkoristischem Kolorit, an deskriptivem Gestus und an Bombast. Bei diesem Werk ist solcherlei Neutralitaet sicher nicht jedepersons Sache - meine schon.
Toni Bernet (26.05.2022, 19:34): Aktuell: Das neue Violinkonzert von Missy Mazzola
Ich habe mich heute mit dem neuen, am 3. Februar uraufgeführten Violin Concerto (Procession) von Missy Mazzoli beschäftigt. Spannend und neuartig, was diese sonst für moderne Opern bekannte US-Komponistin zusammen mit der Geigerin Jennifer Koh erarbeitet hat. Es lohnt sich bei Youtube reinzuhören.
Weitere Informationen zu diesem neuen Violinkonzert: Missy Mazzoli: Violin Concerto (Procession) (2021) - unbekannte-violinkonzerte Webseite! (jimdofree.com)
Philidor (26.05.2022, 19:55): Heute, gestern und vorgestern:
Louis Spohr - Sinfonie Nr. 7 C-Dur, op. 121 & Nr. 8 G-Dur, op. 137 Slowakische Staatsphilharmonie, Alfred Walter
Ist das wesentliche Musik? Ich konsultiere den (immer noch als Autoritaet geltenden?) Duden: den Kern einer Sache ausmachend und daher besonders wichtig; von entscheidender Bedeutung; grundlegend.
Macht das den Kern von Musik aus? Ich meine kaum, aber was ist eigentlich der Kern von Musik (bzw. von Musikstuecken)? Woduch bekommt sie entscheidende Bedeutung, wird grundlegend? Dadurch, dass die Musik insgesamt in neue und aufregende Richtungen gefuehrt wird oder dadurch, dass sie sowohl zu ihrer Zeit als auch in nachfolgenden Zeiten grossen Einfluss hatte oder dadurch, dass sie aus technisch-handwerklicher Sicht hervorragend und raffiniert gemacht ist oder dadurch, dass sie dem Publikum (welchem?) erhebende Freude bereitet oder dadurch, dass sie das alles zusammen vorweist und noch weiteres?
Andréjo (27.05.2022, 09:17): ;) Joes Frage kann ich überraschenderweise nicht beantworten.
Aber eine Paralleleinspielung kann ich anbieten.
Das kann man sich allenthalben gerne hören und dann wieder pausieren. Es sind überraschende Nummern dabei und stärker konventionelle und gewiss ist die Qualität der Musik unterschiedlich. Spohr war wohl ein sehr solider, begabter und konsequenter Handwerker und hat auch einen Personalstil entwickelt, den ich herauszuhören meine, selbst wenn ich ihn nicht recht beschreiben kann. Überdies scheint er eine angesehene und einflussreiche Persönlichkeit gewesen zu sein und im Speziellen ein erstklassiger Violinist.
:) Wolfgang
tapeesa (27.05.2022, 12:09): Nochmal langsam mit den Bruckner-Sinfonien begonnen und:
Richard Wagner - Siegfried, 1. Akt
Siegfried - Ludwig Suthaus Mime - Julius Patzak Der Wanderer - Ferdinand Frantz Alberich - Alois Pernerstorfer Fafner - Josef Greindl Erda - Margarete Klose Brünnhilde - Martha Mödl Stimme des Waldvogels - Rita Streich
Orchestra Sinfonica di Roma della Rai, Wilhelm Furtwängler Rom 1953
Maurice inaktiv (27.05.2022, 13:01): Louis Spohr - Sinfonie Nr. 7 C-Dur, op. 121 & Nr. 8 G-Dur, op. 137 Slowakische Staatsphilharmonie, Alfred Walter
Ist das wesentliche Musik? Ich konsultiere den (immer noch als Autoritaet geltenden?) Duden: den Kern einer Sache ausmachend und daher besonders wichtig; von entscheidender Bedeutung; grundlegend. Sicher nicht, aber :
Spohr hatte mit seinen Kompositionen einen durchaus wertvollen Beitrag zum Übergang von der Klassik zur Romantik beigetragen. Seine Sinfonien sind teilweise auch ein "Spielfeld für neue Formen und Ideen" gewesen, die in seinem Kopf vorhanden waren. Seine Violinkonzerte haben sicher eine andere Bedeutung als seine Sinfonien, da er zu damaligen Zeit an höchst anerkannter Geiger gewesen war.
Immerhin dürfte er nach dem Tode von Weber und Beethoven der wichtigste Komponist gewesen sein. Die Werke von Schubert, Schumann oder Mendelssohn wurden erst später populär. Auch Franz Lachner könnte man zumindest teilweise dazu nehmen. Seine Sinfonien waren zumindest ebenfalls frühe Werke der Romantik.
Das "Gesamtbild Spohr" zu seiner Zeit muss man einfach anders bewerten als sein Einfluss oder seine Bedeutung im Jahre 2022. Immerhin haben CPO (Sinfonien, Opern, Oratorien, Ouvertüren, Violinkonzerte) und Hyperion (Sinfonien) wichtige Einspielungen vornehmen lassen, die man in recht ordentlicher Qualität erwerben kann.
Amonasro (27.05.2022, 17:30):
Ludwig van Beethoven/Joseph Sonnleithner/Stephan von Breuning/Friedrich Treitschke: Fidelio
Leonore - Christa Ludwig Florestan - Jon Vickers Don Pizarro - Walter Berry Rocco - Gottlob Frick Marzelline - Ingeborg Hallstein Jaquino - Gerhard Unger Don Fernando - Franz Crass
Philharmonia Orchestra and Chorus, Otto Klemperer
Gruß Amonasro
Philidor (27.05.2022, 17:48): Ist das wesentliche Musik? Vielleicht hätte ich schreiben sollen: Musik, die klar macht, dass Musik ein Existenzial ist; Musik, die keine nette Verzierung des Alltags sein will; Musik, die den Hörer nicht mit schönen Klangwolken benebeln will, sondern ihn auf Augenhöhe, als Mitschöpfer im Wahrnehmungprozess zur Zeit ihrer Entstehung begreift.
tapeesa (28.05.2022, 11:28): Zur Furtwängler / Siegfried, Rom 1953 Aufnahme auch noch ein Zeitungsartikel (1964): https://www.spiegel.de/kultur/ring-im-dunklen-a-a34e1683-0002-0001-0000-000046176266 ___
Roy Harris - Sinfonie Nr. 3; Colorado Symphony, Marin Alsop
Musikalisch sehr sanfte, tragende Sinfonie, wirkt fragend, suchend bzw. vielleicht wie ein Frage-Antwort-Spiel teils, Bläser, Percussion nicht mächtig, eher spielerisch, mal wirbelig, mal tremolohaft. Lädt zum genauer und mehrmals hören ein, hat auch etwas schwer fassbares (finde ich).
+ aus The Catalan Piano Album z. B.:
Xavier Montsalvatge - Divertimento Nr. 2 Enrique Granados - Mazurka John Massià - El gorg negre (Der schwarze Teich) Manuel Blancafort - Polka de l'equilibrista (Seiltänzer-Polka) Frederic Mompou - Prelude Nr. 12
Jordi Masó, Klavier
Sfantu (28.05.2022, 23:42):
Anton Webern
Klavierwerke
Jean-Jacques Dünki (CD, Jecklin, 1998)
Elf kurze Stücke M 34-44 Klavierstücke M 29-46 Drei Themen Thema in a-moll mit 20 Variationen M 22 Vier Themen Lied in G-dur mit 4 Variationen M 23 Langsamer Satz in c-moll M 116 (Fragment) Zwei kurze Stücke M 75-76 Rondo F-dur M 113 Rondo M 114 Satz in C-dur M 112 Zwei Fragmente M 158-159 Entwurf eines Kinderstücks M 266 Kinderstück M 267 Klavierstückk im Tempo eines Menuetts (2 Versionen) M 277 Klavierstück M 280 (Fragment) Variationen op. 27
Lange nicht mehr habe ich einem Album mit solcher Spannung gelauscht. Und diese Spannung resultiert im Nacherleben der Stilwandlung - hier innerhalb der Gattung Klavier solo:
im Normal-Grau die Stücke des nachromantischen Frühwerks. Zwar bereits überwiegend in Webern-typischer aphoristischer Kürze aber noch hörbar im Geiste romantischer Klassiker - Schumann vorderhand. In schwarz die Musik des Übergangs, sich zunehmend zerfasernd und die Grundlagen der Dur-moll-Tonalität in Frage stellend, ja auflösend, perforierend, zersetzend. In rot dann die Stücke nach dem Durchbruch in die Atonalität.
Ein möglicherweise tauglicher Vergleich: so, als wäre man live am Teleskop Zeuge einer Mondfinsternis.
tapeesa (29.05.2022, 13:28): Johann Sebastian Bach: BWV 183 - Sie werden euch in den Bann tun; im Moment Schwerpunkt Tenorarie aus dieser Aufnahme Emiliano Gonzalez Toro (Tenor); Pulcinella, Ophélie Gaillard (Violoncello Piccolo und musikalische Leitung)
Philidor (29.05.2022, 17:19): Sehr fein:
Prosper van Eechaute: Streichquartett Nr, 1 G-moll op. 8
Arriaga Quartet
tapeesa (29.05.2022, 20:20): Giuseppe Verdi / Andrea Maffei - I masnadieri (nach Schillers "Die Räuber")
Massimiliano - Giacomo Prestia Carlo - Aquiles Machado Francesco - Artur Ruciński Amalia - Lucrecia Garcia Arminio - Walter Omaggio Moser - Dario Russo Rolla - Massimiliano Chiarolla
Orchestra e Coro del Teatro di San Carlo, Nicola Luisotti
Amonasro (30.05.2022, 22:22):
Richard Wagner: Parsifal
Parsifal - Wolfgang Windgassen Kundry - Martha Mödl Gurnemanz - Ludwig Weber Amfortas - George London Titurel - Arnold van Mill Klingsor - Hermann Uhde Gralsritter - Walter Fritz, Werner Faulhaber Knappen - Hanna Ludwig, Elfriede Wild, Günther Baldauf, Gerhard Stolze
Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Hans Knappertsbusch 1951
Gruß Amonasro
Philidor (30.05.2022, 23:16): Richard Wagner: Parsifal
Parsifal - Wolfgang Windgassen Kundry - Martha Mödl Gurnemanz - Ludwig Weber Amfortas - George London Titurel - Arnold van Mill Klingsor - Hermann Uhde Gralsritter - Walter Fritz, Werner Faulhaber Knappen - Hanna Ludwig, Elfriede Wild, Günther Baldauf, Gerhard Stolze
Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Hans Knappertsbusch 1951 Wunderbare Aufnahme. Die gönne ich mir (leider) nur alle paar Jahre, aber um diese Zeitorgie zu genießen, muss ich in Stimmung sein. Wenn's passt. ist es großartig ... und die Besetzung wurde als Ganzes wohl nie übertroffen.
Nur Kna konne das Stück bei sooo langsamen Tempi zur Wirkung bringen.
palestrina (31.05.2022, 10:59):
und die Besetzung wurde als Ganzes wohl nie übertroffen :beer :down :times10 :leb
LG palestrina
Joe Dvorak (01.06.2022, 11:35):
Giuseppe Maria Cambini - Sei quintetti per flauto, oboe, violino, viola e violoncello, op. 8/1-3 & op. 9/1-3 Accademia Classica di Venezia
Originell besetzt, vital gespielt und klangtechnisch superb eingefangen. Die Quintette haben entweder die Satzfolge Allegro-Rondo oder Allegro-Minuetto. Mir fehlen auf Dauer die langsamen Saetze, aber wegen der klanglichen Raffinesse mancher Passage ist es lohnend dranzubleiben. Man muss ja nicht alle Sechse am Steuck hoeren.
Magna Peccatrix - Erna Spoorenber Una poenitentium - Gwyneth Jones Mater gloriosa - Gwyneth Annear Mulier Samaritana - Anna Reynolds Maria Aegyptiaca - Norma Procter Doktor Marianus - John Mitchinson Pater ecstaticus - Vladimir Ruzdjak Pater profundus - Donald McIntyre
Leeds Festival Chorus, Finchley Children's Music Group, Highgate School Boy's Choir, Orphington Junior Singers, London Symphony Chorus London Symphony Orchestra, Leonard Bernstein Hans Vollenweider (Orgel)
Gruß Amonasro
Retrobrain (02.06.2022, 18:29): Hallo zusammen. Ischbin dä Neue. ^^ Ich lausche gerade dem Streichquartett 2 von Shostakovich in einer Aufnahme vom Mandelring Quartett. Bis später mal :thumbup:
Jan Van Karajan (02.06.2022, 18:32): Willkommen in unserer Runde, Retrobrain :) Schön, dass Du bei uns bist :beer Grüße Jan :hello
Retrobrain (02.06.2022, 18:57): Da bin ich schon wieder :)
Jetzt bin ich bei Andriessen „De Staat“ gelandet in der Version mit dem Schoenberg Ensemble und Reinbert de Leeuw.
Ist schon schön schräg, aber ich finde es gut.
Die Bilder lasse ich mal lieber weg, bevor der Uploadfilter zuschlägt. ;(
tapeesa (02.06.2022, 19:17): Da bin ich schon wieder :) Prima. :hello
Ich werde gleich mal drüber nachdenken, was ein upload-Filter ist, und hoffe doch sehr das Mandelring-Cover gefunden zu haben.
Retrobrain (02.06.2022, 19:35): Yessir! Datt isset. 8)
Das ist herausragend gespielt. Auch wenn es nach Textbaustein klingt: hier erfaehrt jedes Konzert eine individuelle Behandlung, zeigen sich rhythmische Feinheiten, harmonische Ueberraschungen, vielfaeltige Texturen und unterschiedliche Stimmungen, die das Bild vom sich wiederholenden Vielschreiber Luegen strafen.
Joe Dvorak (03.06.2022, 03:58): Manuel Canales - Streichquartette D-Dur, Es-Dur & c-Moll, op. 3/1-3 Cambini Quartet Ein tolle Entdeckung. Canales wirkte zeitweise an den selben Orten wie Boccherini und ist von ihm beeinflusst, ebenso wie vom jungen Haydn. Da folgt nun die Fortsetzung:
Heute starte ich meine musikalischen Exkursionen mit
„Piano Works“ von Emmanuel Chabrier, gespielt von Annie d‘Arco
Es handelt sich um eine „Remaster“-Ausgabe, leider knistert und schabt es dabei vernehmlich. Aber erst einmal durchhören…
Joe Dvorak (04.06.2022, 04:18):
Niccolo Paganini - Violinkonzert Nr. 3 E-Dur & Nr. 4 d-Moll Erno Rozsa, Slovak RSO (Bratislava), Michael Dittrich
Philidor (04.06.2022, 13:13): Hier ging's ohne Angst vor großen Gefühlen ins Pfingstwochenende.
Erich Wolfgang Korngold: Violinkonzert D-Dur op. 35
Gil Shaham, Violine London Symphony Orchestra André Previn
Gruß Philidor
:hello
Amonasro (04.06.2022, 18:55):
Ludwig van Beethoven: Sinfonien Nr. 1 & 2
Chicago Symphony Orchestra, Sir Georg Solti
Gruß Amonasro
tapeesa (04.06.2022, 20:48): Gustav Mahler - Sinfonie Nr. 4, arr. E. Stein für Kammerensemble Lies Vandewege, Sopran Gruppo Montebello, Henk Guittart
Philidor (05.06.2022, 08:05): Frohe Pfingsten!
J. S. Bach: "Erschallet, ihr Lieder" BWV 172
Arleen Auger, Ortrun Wenkel, Peter Schreier, Theo Adam Thomanerchor Leipzig Neues Bachisches Collegium Musicum Hans-Joachim Rotzsch
Gruß Philidor
:hello
Joe Dvorak (05.06.2022, 12:53):
Louis Spohr - Die letzten Dinge (Oratorium), WoO 61 Anna Korondi, Vanessa Barkowski, Jörg Fürmüller, Vladimir Barkov, Chorwerk Ruhr, Capella Coloniensis, Bruno Weil
Philidor (05.06.2022, 19:07): Neben einem Durchgang durch die Sinfonien von Ralph Vaughan Williams (Handley-Box), der an Pfingsten obligatorischen Mahler 8 ("Veni Creator Spiritus"; Bernstein/DG) und mehreren Violinkonzerten der frühen Moderne lief hier gestern und heute ebenfalls:
Eduard Tubin
Sinfonie Nr. 1 C-moll (1931-34) Sinfonie Nr. 2 "Die Legendäre" (1937-38) Sinfonie Nr. 3 D-moll (1940-42)
Schwedisches RSO Neeme Järvi
Bin offengestanden gerade ziemlich beeindruckt. Die Box steht hier vielleicht so zehn oder fünfzehn jahre im Regal, ich habe sie nach dem Kauf durchgehört und dann vielleicht noch ein- oder zweimal, ohne bleibende Eindrücke ...
Gruß Philidor
:hello
Philidor (06.06.2022, 13:47): Die Sinfonien 4+5 von Tubin waren nicht minder interessant.
Nun Pfingstmontagsbach.
Johann Sebastian Bach: "Ich liebe den Höchsten von ganzem Gemüte" BWV 174
Robin Blaze, Gerd Türk, Peter Kooij Bach Collegium Japan Masaaki Suzuki
Gruß Philidor
:hello
Philidor (06.06.2022, 15:52): Hey, Leute - Pfingsten ohne Mahler 8 - das geht doch garnich ... wo sind Eure Lieblingsschwelgaufnahmen?
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 8 Es-Dur "Sinfonie der Tausend"
Joyce Barker, Beryl Hatt, Agnes Giebel, Kerstin Meyer, Helen Watts Kenneth Neate, Alfred Orda, Arnold van Mill BBC Chorus BBC Choral Society Goldsmith's Choral Union Hampstead Choral Society Emanuel School Boys' Choir Orpington Junior Singers London Symphony Orchestra Jascha Horenstein 20. März 1959
Gruß Philidor
:hello
Amadé (06.06.2022, 19:19): Lieber Philidor,
Mahlers 8. ist die Mahler-Sinfonie, mit der ich kaum etwas anfangen kann. :down
Gruß Amadé
Jan Van Karajan (06.06.2022, 21:44): Tja, überredet: https://m.media-amazon.com/images/I/71dp-G64DiL._AC_UY327_QL65_.jpg
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 8 London Symphony Orchestra, Leonard Bernstein Grüße Jan :hello
Philidor (06.06.2022, 21:54): Lieber Philidor,
Mahlers 8. ist die Mahler-Sinfonie, mit der ich kaum etwas anfangen kann. :down
Gruß Amadé Lieber Amadé,
oh, schade ... doch das muss ja nicht an der Musik liegen ... gib Dir eine Chance ... eine Menge Mahler-Fans lieben (auch) die Achte ... :)
... so wünsche ich Dir, angemessen zum Pfingstfest, dass der Heilige Geist über Dich komme und Dich in Sachen Mahler 8 erleuchte - Veni Creator Spiritus!
Viele Grüße Philidor
:hello
Cosima (06.06.2022, 22:36): ... so wünsche ich Dir, angemessen zum Pfingstfest, dass der Heilige Geist über Dich komme und Dich in Sachen Mahler 8 erleuchte - Veni Creator Spiritus! Grundgütiger Himmel. Das ist ja schrecklich. Wer will das schon? Das mit dem Geist und der Erleuchtung. Als wenn es jemals etwas geholfen hätte, irgendeinen "Geist" anzurufen. Man muss schon nach wie vor den eigenen "Geist" beanspruchen. Da hilft auch all das lateinische Gedöns überhaupt nix.
Ach so, ich höre gerade Jean-Yves Thibaudet mit Saint-Saëns.
Philidor (06.06.2022, 23:09): Man muss schon nach wie vor den eigenen "Geist" beanspruchen. Wer in der Lage ist, alles aus sich selbst zu schöpfen - highly welcome! Für alle anderen, die eventuell ein kleines bisschen weniger originalgenial sind, sind Anregungen bisweilen hilfreich ... :)
Selbst dann, wenn sie vom Grundgütigen Himmel kommen. :) :)
Nicht zuletzt steckt das "Veni Creator Spiritus" ja schon im fraglichen Werk selbst, d. h. der Weg der Hilfe ist im Werk schon eingebaut ...
Gruß Philidor
:hello
Cosima (06.06.2022, 23:51): Man muss schon nach wie vor den eigenen "Geist" beanspruchen. Wer in der Lage ist, alles aus sich selbst zu schöpfen - highly welcome! Für alle anderen, die eventuell ein kleines bisschen weniger originalgenial sind, sind Anregungen bisweilen hilfreich ... Was soll der Unsinn mit "originalgenial"? Woraus bitte sollte man sonst sein Wissen und seine Erkenntnis schöpfen, wenn nicht aus sich selbst heraus? Das beinhaltet selbstverständlich alles, was man gelernt, erfahren, gesehen und gelesen hat. Und das hat erstmal nichts mit irgendeinem "Heiligen Geist" zu tun, sondern sehr viel mit Neugier und Arbeit.
Joe Dvorak (07.06.2022, 03:24): Hey, Leute - Pfingsten ohne Mahler 8 - das geht doch garnich ... wo sind Eure Lieblingsschwelgaufnahmen? Bei mir ist die Achte im Laufe der Jahre von Rang 8 in die Trias (zusammen mit 3 & 7) der heute noch ab und zu gehoerten Mahler-Sinfonien aufgestiegen. Geschwelgt wird entweder mit dem RSO Frankfurt & Eliahu Inbal oder mit dem Utah Symphony Orchestra & Thierry Fischer.
tapeesa (07.06.2022, 08:01): Giuseppe Verdi - Jérusalem, 2. Akt; Libretto: Alphonse Royer, Gustave Vaëz
Gaston - Marcello Giordani Der Graf von Toulouse - Philippe Rouillon Roger - Roberto Scandiuzzi Hélène - Marina Mescheriakova Päpstlicher Gesandter - Daniel Borowski Raymond - Simon Edwards Isaure - Hélène Le Corre Ein Soldat - Wolfgang Barta Ein Herold - Slobodan Stankovic ́ Der Emir von Ramla - Slobodan Stankovic ́ Ein Offizier des Emirs - Jovo Reljin Ritter, Damen, Soldaten, Pilger, Büßer, Haremsfrauen, die Bevölkerung von Ramla
Chœur du Grand Théâtre de Genève, L’Orchestre de la Suisse Romande, Fabio Luisi
Philidor (07.06.2022, 10:33): Woraus bitte sollte man sonst sein Wissen und seine Erkenntnis schöpfen, wenn nicht aus sich selbst heraus? Das beinhaltet selbstverständlich alles, was man gelernt, erfahren, gesehen und gelesen hat. Liebe Cosima,
vermutlich meinen wir dasselbe.
Für mich kann ich nur sagen, dass ich von dem, was ich mir angelesen, angehört, angesehen habe, nicht sagen möchte, ich hätte es aus mir selbst geschöpft.
Und "selbstverständlich" ist im virtuellen Austausch meiner bescheidenen Meinung und Erfahrung nach nur sehr wenig.
Wir stehen auf den Schultern von Riesen ...
Viele Grüße Philidor
:hello
tapeesa (09.06.2022, 08:04): Giuseppe Verdi / Francesco Maria Piave - Il Corsaro
Corrado - José Carreras Giovanni - Clifford Grant Medora - Jessye Norman Gulnara - Montserrat Caballé Seid - Gian-Piero Mastromei Selimo - John Noble Ein schwarzer Eunuch und ein Sklave - Alexander Oliver Korsaren, Odalisken, Muselmanische Soldaten und Anführer, Türken, Zofen
New Philharmonia Orchestra, Lamberto Gardelli
Toni Bernet (09.06.2022, 15:07): Vitaliy Hubarenko (1934–2000): Kammersinfonie Nr. 1 für Violine und Orchester op. 14 (1967)
Aufmerksam gemacht auf diese Kammersinfonie Nr. 1 für Violine und Orchester des ukrainischen Komponisten Vitaliy Hubarenko (1934-2000) haben das Programm des Youth Symphony Orchestra of Ukraine und dessen Europa-Tournee 2022. Vitaliy Hubarenko (auch Gubarenko geschrieben) komponierte während und nach der Sowjetzeit speziell fürs Musiktheater, belebte aber auch viele andere Gattungen und speziell die Kammersymphonie für Solostreichinstrumente. In einem Interview beschrieb er sein Komponieren folgendermassen: «Kurz gesagt, geht es mir vor allem um die Verfeinerung der Themen und die Vielfalt ihrer inneren Zusammenhänge, die sich im Laufe der symphonischen Entwicklung ergeben. Ohne ein solides thematisches Fundament kann ich mir keine ausdrucksstarke, lebendige Musik vorstellen. Ideal ist ein Werk, in dem alle Komponenten thematisch abgerundet werden und Teil eines allgemeinen Systems von Transformationen sind.» Gerade seine Kammermusik Nr 1 ist voll lyrischer Momente und intensivem Ausdruck, die auf polyphonen Techniken und einer freien Transformation von Folklore basiert. Sie ist emotional anrührend, und doch einfach klare durchsichtige Musik.
Ein Hörbegleiter findet sich auf Vitaliy Hubarenko: Kammersinfonie Nr. 1 für Violine und Orchester op. 14 - unbekannte-violinkonzerte Webseite! (jimdofree.com)
Amonasro (09.06.2022, 19:52):
Franz Schubert: Sinfonien Nr. 4 & 2
Kammerakademie Potsdam, Antonello Manacorda
Gruß Amonasro
Retrobrain (09.06.2022, 19:59): Hallo :hello
Heute höre ich Michael Daugherty, Dream Machine / Trail of Tears / Reflections on the Mississippi mit Albany Symphony unter David Allan Miller und Evelyn
(eigene Screenshots darf ich doch einfügen, oder)
Tolle, abwechslungsreiche Moderne Musik von einem zeitgenössischen amerikanischen Komponisten. Großartig, ^^
tapeesa (10.06.2022, 00:29): Evelyn Glennie - Shadow behind the iron sun
Retrobrain (10.06.2022, 06:55): Guten Morgen.
Super! Die "Shadow" kenne ich noch nicht. Aber ich finde Glennies Aufnahmen schon toll. Mal sehen, ob ich diese irgendwo krallen kann. :thumbsup:
Wo wir gerade davon sprechen: Ich hatte einen Screenshot in meinem Beitrag eingefügt - nu isser fott. ;( Darf ich Screenshots nicht einstellen? Und woher nehmt ihr anderen Eure Fotos?
Viele ahnungslose Grüße
Joe Dvorak (10.06.2022, 08:53): Ich nehme sie von Amazon. Gerade hoerte ich Karelia und Kuolema von Sibelius mit Osmo Vanska. Ich gehe auf Amazon, suche das Album und lande auf folgender Seite: https://www.amazon.de/-/en/Osmo-Vänskä/dp/B0000267FX Dann klicke ich auf das Bild und es oeffnet sich nochmal in einem groesseren Fenster. Ich rechts-klicke ich auf das Bild und dann auf "copy" (oder ctrl-c) Dann rechts-klicke ich hier im Eingabefenster an die Stelle, wo ich das Bild hinhaben moechte und dann auf "paste" (oder ctrl-v) Hier ist es - aber es nicht noch nicht verlinkt und viel zu gross. Also klicke ich auf das hier eingefuegte Bild und dann auf "Bearbeiten" Es oeffnet sich ein Fenster mit einer Zeile "Link" - dort kopiere ich die o.g. genannte Adresse der Amazon-Seite rein. (Weiter am Schlaufon siehe unten.)
(Weiter am Laptop:) Jetzt klicke ich nochmal auf das Bild und dann auf den kleinen Punkt unten rechts. Damit ziehe ich das Bild auf eine vernuenftige Grosse. Fuer Fortgeschrittene, die ihr Bild immer gleich gross haben wollen: Dann klicke ich auf das weisse Quadrat ganz links in der Symbolleiste. Die Bildadresse sieht dann so aus: (url='https://www.amazon.de/-/en/Osmo-Vänskä/dp/B0000267FX')(img='https://m.media-amazon.com/images/I/51kzlVzgfPL.jpg',none,482)(/img)(/url). Die letzen drei Ziffen (hier: 482) zeigen die aktuelle Bildgrosse. Ich ueberschreibe das immer mit 325. Et voila!
Am Schlaufon geht der letzte Schritt etwas anders. Der "Bild-Link" im Bearbeitungsfenster sieht so aus: https: //m.media-amazon.com/images/I/51kzlVzgfPL.jpg * Den aendere ich durch einfuegen des Fettgedruckten zu: https: //m.media-amazon.com/images/I/51kzlVzgfPL._SX325_.jpg. (Das geht am Laptop so auch und ist ein paar zehntel Sekunden schneller als meine Methode, aber ab und an verschwinden die Bilder, wenn man an der Adresse herumfummelt. Und die von mir am Laptop beschriebene Methode funktioniert fuer jede beliebige Adresse.)
Fertig! Klingt kompliziert und aufwendig, dauert aber keine Minute.
* P.S.: Manchmal hat die Amazon-Adresse bereits einen Zusatz wie "SY475" oder "SL500_AA350" am Ende. Der wird dann einfach mit "SX325" ueberschrieben.
Jean Sibelius - Karelia & Kuolema Lathi SO, Osmo Vanska
Retrobrain (10.06.2022, 12:28): Hallo und danke für die Anleitung. Aber wie sieht es da mit dem Urheberrecht aus?
Nicolas_Aine (11.06.2022, 02:53): also meinem Verständnis nach, und so ist auch die Handhabung hier, ist es im Prinzip so, das eingebettete Bilder urheberrechtlich in Ordnung sind, d.h., wenn Du es nach der Methode von Joe machst, ist das ok. Was nicht geht, ist, Bilder von Websiten wie amazon oder so runterladen und hier auf unseren Speicher hochladen.
Joe Dvorak (12.06.2022, 02:50):
Heinrich Ignaz Franz von Biber – Rosenkranz Sonaten Elizabeth Wallfisch (Violine), Rosanne Hunt (Violoncello), Linda Kent (Orgel, Cembalo)
Das hoert sich tiefer gestimmt an als andere mir bekannte Aufnahmen. Der Verzicht auf Theorbe oder Laute im schmalen Continuo traegt zum dunklen Charakter der Aufnahme bei. Die Solistin macht derweil keine Gefangenen und spielt bisweilen recht abrasiv. In Kombination ist das sehr reizvoll.
Philidor (12.06.2022, 23:18): Zum Sonntag Trinitatis ein naheliegendes Werk - Bachs Dritter Teil der Klavierübung. 27 = 3x3x3 Stücke, 2x3 Kyrie-Bearbeitungen, 3 Gloria-Bearbeitungen, zusammen 9 = 3x3 Stücke für eine "Missa Brevis", drei Themen im Präludium, eine Tripelfuge am Schluss ...
Johann Sebastian Bach: Dritter Teil der Klavierübung BWV 552, 669-689, 802-805
Kevin Bowyer Marcussen-Orgel der Sct. Hans Kirke, Odense, Dänemark (III/37)
Gruß Philidor
:hello
Joe Dvorak (13.06.2022, 02:30):
Bohuslav Martinů - Orchesterwerke Czech PO, Jiří Bělohlávek
Wann immer ich von Martinů eine Probe nehme, ziehe ich Gold heraus. Barocke Formen, die durch den Pariser Neoklassizismus der 1920er Jahre, Jazz und die Volksmusik Böhmens und Mährens gesehen wurden (...) instrumentale Farben, die zum Leuchtenden und Fantastischen tendieren (CLASSICALmusic). Und frei von Romantizismen. Das passt, das ist ganz meins.
Joe Dvorak (13.06.2022, 03:40):
Bohuslav Martinů - Ballets (1927) Daniel Wiesner, Czech PO, Christopher Hogwood Le Raid merveilleux, ballet mécanique, H159 (fuer Streichquintett, 2 Klarinetten, Fagott, Trompete, Perkussion & Klavier) La Revue de cuisine, H161 (fuer Violine, Violoncello, Klarinette, Fagott, Trompete & Klavier) On tourney! H163 (fuer Klavier und Orchester)
Joe Dvorak (13.06.2022, 05:24): Wenn ich Martinů gehoert habe, kommt mir stets Martin in den Sinn. Die Aehnlichkeiten gehen ueber den Namen hinaus, auch Martin entlehnt aus dem Barock und von den Franzosen. Beide sind schon seit laengerem als Alleshoerprojekte geplant (in jenem mysterioesen Reich namens 'morgen', in dem die meisten Ambitionen der Menschen auf unerklaerliche Weise fuer immer verschwinden):
Frank Martin dirige Frank Martin
Daraus hoere ich die Petite Symphonie Concertante fuer Harfe, Cembalo, Klavier und Doppel-Streichorchester (mit Eva Hunzicker, Germaine Vaucher-Clerc, Doris Rossiaud & Orchestra de la Suisse Romande). Es gibt auch eine Version ohne Solisten, was bei einer so originell besetzten Concertante irgendwie matt ist. Es heisst also Augen auf beim Plattenkauf. Bei der gerade Gehoerten handelt es sich trotz der Aufnahmedaten von 1963 & 1970 um Rundfunkmitschnitte in Mono.
Retrobrain (13.06.2022, 21:37): Hallo. Ich hatte heute leider einen ziemlich miesen Tag und brauchte etwas Beruhigung. Daher griff ich zu Arvo Pärts „Lamentate“. Das eignet sich tatsächlich ganz gut dazu. Wenn jemand eine gute Idee dazu hat, immer her damit. ^^
Philidor (13.06.2022, 23:46): In die Musikalische Hausapotheke gehören in jedem Fall die Bagatellen von Silvestrov:
Ansonsten ist Mozart wunderwirkend. Zum Beispiel ein Klavierkonzert - wahllos mitten rausgegriffen. Oder das Klarinettenquinett. Letzteres gibt's auch von Brahms ... zur Pflege der Melancholie, falls man sich im eigenen Schmerz suhlen möchte.
Gruß und gute Besserung Philidor
:hello
Joe Dvorak (14.06.2022, 01:35):
Bohuslav Martinů - Nonett / Nonett-Fragment / Flötentrio (1944) / La Revue de cuisine Sinfonia Lathi Chamber Ensemble
So euphorisiert in den Tag startend, kann erst gar keine miese Stimmung aufkommen.
Retrobrain (14.06.2022, 08:19): Vielen Dank an Joe und Philidor für Eure Empfehlungen. Ich werde mir den Martinu mal anhören. Mozart habe ich das eine oder andere Konzert, da stimme ich zu. Und Silvestrov kenne ich bisher her nicht. Auch da werde ich ein Probehören vornehmen.
In der Hoffnung, daß es heute im Büro besser flutscht. :hello
Andréjo (14.06.2022, 12:17): Martinu ist einer meiner Lieblinge. Die Küchenrevue ist zwar eher für seine Zwanzigerjahre typisch denn generell, aber eine zeitbezogen jazzoid angehauchte Kammer-Nummer, die wirklich gute Laune macht.
Silvestrov öffnet gänzlich andere Welten. Ich kenne nur wenig von ihm, doch das ist allenthalben reizvoll. Die folgende CD besitze ich:
Ein sehr eigenständiger Minimalismus, der traditionelles Material aufgreift, neu verknüpft, unter Umständen verfremdet oder - wie man heute wohl sagt - dekonstruiert. Alles in quasi ruhigen Bahnen - moderne Musik, keine Avantgarde, nichts Verstörendes. Philidors Verlinkung ist mir zwar nicht bekannt, ich nehme aber mal an, dass die Richtung eine ähnliche ist.
:) Wolfgang
Jan Van Karajan (14.06.2022, 21:49): Jetzt hier eine verspätete Feier des Platinum Jubilee ihrer Majestät:
Edward Elgar: Symphonie Nr. 2 Staatskapelle Berlin, Daniel Barenboim Grüße Jan :hello PS: Mag mal jemand schauen, ob die Verlinkung am Laptop jetzt geklappt hat? Sieht ganz gut aus, möchte nur sicher sein ;)
Joe Dvorak (15.06.2022, 00:16): Jetzt hier eine verspätete Feier des Platinum Jubilee ihrer Majestät: PS: Mag mal jemand schauen, ob die Verlinkung am Laptop jetzt geklappt hat? Sieht ganz gut aus, möchte nur sicher sein ;) :thumbsup: Hat geklappt. Nach einem Klick auf dein Bild koennte ich das mit einem weiteren Klick sofort kaufen. Die Betonung liegt auf koennte - dass das nie passieren wird, hat aber nichts mit der Verlinkung zu tun, sondern mit dem Werk und dem Interpreten. :P
Joe Dvorak (15.06.2022, 00:23):
Franz Schubert - Sinfonie E-Dur, D. 729 (arr. Felix Weingartner nach Skizzen v. 1821) Wiener Staatsopernorchester - Franz Litschauer (AD: 1952)
Joe Dvorak (15.06.2022, 02:08):
Igor Stravinsky - Canticum Sacrum / Agon / Requiem Canticles Stella Doufexis, Christian Elsner, Rudolf Rosen, SWR Vokalensemble & SWR SO, Michael Gielen Canticum Sacrum ad honorem Sancti Marci nominis (1957), Kantate fuer Tenor, Bariton, Chor & Orchestrer Agon (1954-57), Ballett fuer 12 Taenzer & Orchester Requiem Canticles (1971) fuer Alt, Bass, Chor & Orchester Manchmal dauert es etwas laenger. Agon! Nachdem, was ich darueber gehoert bzw. gelesen habe, war die Erwartungshaltung riesig und die erste Hoererfahrung umso winziger. Ich habe es ueber die Jahre immer wieder mal damit versucht, aber es blieb mir verschlossen. Bis gestern Nacht. Da hoerte ich die relativ neue Aufnahme mit Venzago, zwar nur nebenher, aber es hat 'klick' gemacht. Heute morgen wurde das wiederholt - mit einem Interpreten, wie ich ihn mir fuer diese Musik kaum besser vorstellen kann, ausser vielleicht Robert Craft. Das Geklickte blieb zuverlaessig eingerastet. Und was fuer ein "Rahmenprogramm"... :thumbsup:
Joe Dvorak (15.06.2022, 05:47):
Weather Systems I: A Hard Rain Steven Schick (Perkussion, Vibraphon, Marimba, Gong, Zimbel, Radio, Whistle, Samples, Stimme), Shahrokh Yadegari (Elektronik)
Werke von Cage, Stockhausen, Feldmann, Wourinen, W. Hibbard, Lachenmann und Schwitters. Daraus hoere ich: John Cage - 27’10.554” for a percussionist Fuer die Aufnahme dieses Stuecks wurden 84 Spuren verwendet und es sind knapp 200 verschiedene Instrumente zu hoeren.
Philidor (16.06.2022, 14:34): Rückblick zu Pfingsten, dann Blick auf heute:
Nicolas de Grigny: Hymne Veni Creator Veni Creator en taille à 5 - Fugue à 5 - Duo - Récit de Cromorne - Dialogue sur les Grands Jeux
Jean-Baptiste Robin (* 1976): Cinq versets sur Veni Creator
Jean-Baptiste Robin
Benoît Mernier (* 1964): Pange lingua Quatre versets en contrepoint à l'hymne Pange Lingua de Nicolas De Grigny
Benoît Mernier
Orgel von Bernard Cattiaux (2000), Basilique St. Remi, Reims
Gruß Philidor
:hello
Amonasro (17.06.2022, 22:46):
François-Joseph Gossec/Marie-Joseph Chénier: Le Triomphe de la République ou Le Camp de Grand Pré
Laurette - Salomé Haller Goddess of Liberty - Antonella Balducci Aide-de-Camp - Guillemette Laurens Thomas - Makato Sakurada General - Claudio Danuser Old Man - Philippe Huttenlocher Mayor - Arnaud Marzorati
Coro della Radio Svizzera, Lugano; Coro Calicantus I Barocchisti, Diego Fasolis
Eingängige Kurzoper aus der Zeit der französischen Revolution.
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (18.06.2022, 04:36):
John Cage - Five, Hymns & Variations, Four2, Four6 Latvian Radio Choir, Sigvards Klava
Das erste Major Event des Jahres. Die beste Cage-Einspielung seit Aeonen. :thumbsup:
Joe Dvorak (18.06.2022, 05:58): Ja, da hoer her! Neulich habe ich noch bemaengelt, dass es zu wenig wirklich neue Neue Musik gibt. Hier gibt es was. Terje Rypdal hat mal etwas aehnliches versucht, aber das hier ist ein ganz anderes Kaliber:
Estoinan Incantatations 1, Neue Musik fuer Chor und Gitarren - Werke von Aints, Grünberg, Jürjendal, Sööt Estonian Philharmonic Chamber Choir, Kaspars Putnins
Diese bemerkenswerte Aufnahme erforscht eine ungeahnte Klangwelt – die von Gitarren, elektrisch & akustisch und Chor – in neuen Werken von vier zeitgenössischen estnischen Komponisten, deren Stile vom Primitivismus der alten estnischen magischen Beschwörungen über Plainsong-artige Meditation bis hin zu elektronischem Sampling reichen. (TOCCATA CLASSICS)
MusicWeb INTERNATIONAL ueberschlaegt sich -zurecht- gleich doppelt: hier und hier.
Philidor (18.06.2022, 10:50): Inspiriert durch die Temperaturen ...
Isaac Albéniz: Iberia
Alicia de Larrocha, piano (1962)
Im Regal steht ihre Aufnahme von 1972 (Decca) ... die habe ich wohl nach dem Kauf ein-, zweimal gehört und dann nie wieder ... jetzt also ein neuer Versuch. Hm, berührt mich nicht so wie Liszts Années, Debussys Préludes oder Rachmaninows Études-Tableaux.
Und da ist es wieder, das Problem: Zeit investieren, um sich dem Werk zu nähern, oder beim Bekannten, Vertrauten bleiben? Das Leben ist einfach zu kurz ...
Gruß Philidor
:hello
Philidor (18.06.2022, 21:10): Hier gab's noch ein Schwesterwerk zum Pierrot lunaire ... oder so ...
György Kurtág: Scenes from a Novel op. 19
Viktoriia Vetrenko, soprano David Grimal, violin Luigi Gaggero, cimbalom Niek de Groot, double bass
Gruß Philidor
:hello
Philidor (19.06.2022, 16:05): Bei dieser Hitze (36 Grad C) eine feine Sache:
Steve Reich: Music for 18 Musicians (1976)
Steve Reich and Musicians
Viele Grüße Philidor
:hello
Philidor (19.06.2022, 18:42): Da geht's ab!
Wolfgang Rihm: Jagden und Formen (1995-2001)
Ensemble Modern Dominique My
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (19.06.2022, 20:27): Da geht's ab! Das tut es allerdings. War bei beiden bisherigen Begegnungen beizeiten am Rande des Wahnsinns. Doch liegt nicht ein besonderer Reiz im Versuch, die Überforderung in Richtung des (Heraus-) Gefordert-Seins mit (wenn möglich) emotionalem Gewinn hinter sich zu lassen? Werde mich diesem Rihm baldest möglich wieder überlassen.
Jan Van Karajan (19.06.2022, 22:01): Hier edelste Kammermusik:
Johannes Brahms: Klavierquartett Nr. 1 in g-moll, op. 25 Tamas Vasary, Klavier Thomas Brandis, Violine Wolfram Christ, Bratsche Ottomar Borwitzky, Cello Grüße Jan :hello
Amonasro (19.06.2022, 22:23):
André Campra/Antoine Danchet: Idoménée (Fassung von 1731)
Idoménée - Bernard Deletré Électre - Sandrine Piau Ilione - Monique Zanetti Idamante - Jean-Paul Fouchécourt Vénus - Marie Boyer Éole/Neptune/La Jalousie/Nemesis - Jérôme Correas Arcas - Richard Dugay Une Crétoise - Marie Saint-Palais Deux bergères - Anne Pichard, Anne Mopin Arbas/Protée - Jean-Claude Sarragosse
Les Arts Florissants, William Christie
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (20.06.2022, 11:38): Und da ist es wieder, das Problem: Zeit investieren, um sich dem Werk zu nähern, oder beim Bekannten, Vertrauten bleiben? Das Leben ist einfach zu kurz ... Ich habe diese Aussage zum Anlass genommen, das mal fuer mich hinterfragen. Ich komme gefuehlt zu demselben Schluss. Dem gegenueber stelle ich Daten, die mir mein Stromanbieter liefert. Natuerlich ist die Rechnung voller Fallen und vereinfachenden Annahmen, aber als grobe Naeherung brauchbar.
Demnach habe ich (alles gerundet) seit Beginn meiner Mitgliedschaft in 6000 Hoerstunden 3000 verschiedene Alben gehoert; 150 davon mindestens 5 mal - das ist fuer mich die Grenze, ab der ich etwas zum Bekannten, Vertrauten rechne.* Es gibt extreme Ausreisser nach oben - mein Top Scorer lief 64 mal, die Nummer 15 immerhin noch 28 mal. Im Durchschnitt brachten es die Bekannten, Vertrauten auf 9 Einsaetze, spielten zusammen also 1350 mal, d.h. -bei einer vereinfachend angenommenen mittleren Albumlaenge von 1 Stunde- 1350 Stunden.
Darueberhinaus sind aktuell 372 Alben zum Wiederhoeren markiert, d. h. es besteht die Absicht, mich zu naehern. Einige wurden ein zweites oder drittes oder gar viertes mal gehoert. Andere vor dem Erreichen der magischen 5 wieder geloescht (und fallen in die Masse des naechsten Abschnitts). In Schnitt brachten es die aktuell noch Aktiven auf 1,7 Einsaetze, resp. 637 Hoerstunden.
Damit verbleiben ca. 4000 Stunden, also 2/3 meiner Hoerzeit fuer Musik, die weder zum Bekannten, Vertrauten gehoert, noch der weiteren Annaherung harrt. Und da zeigt sich bei allen vergroebernden Unzulaenglicheiten der Rechnung, dass das "Problem" ganz woanders liegt. Die zitierte Ausgangsfrage stellt sich fuer mich ueberhaupt nicht. Es ist mehr als genug Zeit da fuer beides. Nur nutze ich mehr als die Haelfte fuer Neuentdeckungen - von denen ich ueber 90% wieder ad acta lege, bevor sie den Status des Bekannten, Vertrauten erreichen. Die Lebenszeit reicht jedenfalls dicke (ausser morgen wird ueber meinem Haupt Masse in Energie umgewandelt oder andere Unwaegbarkeiten). Na gut, eigentlich reicht sie bei diesem Hoerverhaten nie, denn wenn die Angenaeherten entweder 'aufgestiegen' oder geloescht sind, gbit es laengst neue Aufstiegskandidaten. Das koennte leicht durch konsequenten Verzicht auf Neuentdeckungen umgangen werden. Aber was waere das fuer ein oedes Musikhoerer-Leben.
*Falle: Wenn ich ein Werk 10 mal in 10 verschiedenen Interpretationen spiele, dann sind das 10 Alben und es faellt es heraus. Das kommt bei mir zwar nur (noch) sehr selten vor, aber verfaelscht das Ergebnis - wie gesagt es ist nur eine grobe Naehrung). *Falle: Die ganze Geschichte vor dem Streaming wird ausgeblendet - aber es duerfte so sein, dass das, was vorher zum Bekannten, Vertrauten gehoert hat und heute noch dazu gehoert, auch entsprechend hauefig gestreamt wird.
Joe Dvorak (22.06.2022, 02:58): Das ist so ein Fall der noch Naeherung braucht. Ich weiss, dass mir diese Musik richtig gut gefallen sollte, aber so richtig bewegen konnte mich das noch nie. An den Interpreten liegt es ganz bestimmt nicht:
Franz Schubert - Trio in Es-Dur fuer Klavier, Violine & Violoncello, op. 100 La Gaia Scienza
Joe Dvorak (22.06.2022, 06:30):
Franz Schubert - Trio in Es-Dur fuer Klavier, Violine & Violoncello, op. 100 Beaux Art Trio
Dieser Dreier verbluefft mich immer wieder. Ich kann die aufs erste Hoer obsolet-betuliche Alte-Herren-im-Frack-Musizierweise eigentlich ums Verbleichen nicht ausstehen. Man vergleiche nur mal direkt die ersten paar Takte mit der virilen Aufnahme im Beitrag drueber. Aber nach kurzer Zeit ist das vergessen, da bin ich hineingesaugt unter die ruhige Oberflaeche und in ungeahnte Tiefen (da gibt es doch ein Sprichwort...). Das geht mir mit ihren Haydn-Aufnahmen genau so.
Retrobrain (23.06.2022, 22:08): Ich interessiere mich im Moment ein wenig für die Musik von Joseph Hadydn. Irgendwie ist man ja immer auf der „Jagd“ nach weniger geläufigen Werken. So bin ich auf eine Aufnahme des Valencia Baryton Projekts gestoßen. Die haben ein sehr schönes Album mit den Baryton-Trios von Haydn veröffentlicht. Diese sehr klangvolle Musik kommt mir gerade gut zu Pass nach einem nervtötenden Arbeitstag. Die Instrumente klingen wie eine Mischung aus Violine (?) oder vielleicht Bratsche und Gitarre. Aber ich bin der Zuordnung von klassischen Instrumenten nicht gerade gut. :/ Kennt jemand weitere Aufnahmen mit Baryton? Oder vielleicht weiteren, weniger gebräuchlichen Instrumenten?
Danach hörte ich noch die Sphärenmusik von Rued Langgaard. Die Kompostion ist erstaunlich modern, wenn man ihre Entstehung 1916-18 berücksichtigt. Obwohl mit tollen Ideen und Ausführungen, sehr fortschrittlich klingend, ist sie noch im Rahmen der Harmonie.
Joe Dvorak (24.06.2022, 01:41): Ich hoere die Baryton-Trios sehr gerne. Sie werden gerne etwas schepps angesehen, weil es massenhaft produzierte Auftragswerke waren und der fuerstliche Auftraggeber nicht als der groesste Virtouse galt. Daher sind sie eher einfach gehalten und weisen laut Expertenmeinung nicht das kompositorische Niveau anderer von Haydn vielfach bedienten Gattungsbeitraege, wie das Klaviertrio oder das Streichquartett auf. Das tut meiner Hoerfreude keinen Abbruch. Hey, es ist Haydn! Ich liebe den resonanzreichen, im Zusammenklang mit den anderen Instrumenten einen weiten Obertonraum aufspannenden Klang des Barytons. Das Projekt aus Valencia kenne ich nicht. Was haben sie eingespielt? Unbedingt dazu gehoeren mMn die Nr. 97, die mit dem ausgedehnten Largo-Kopfsatz und insgesamt 7 Saetzen bei 20 Minuten Spieldauer die Gattungskrone traegt und die Nr. 96 als eines der ganz wenigen Moll-Werke in der Sammlung - und dann gleich noch in der 'Todestonart' h-Moll. Das Aria Lachrimae Consort hat beide auf eine Einzel-CD gepackt. Alternativ kann man sich auch die 22 CDs umfassende Gesamteinspielung mit dem Esterhazy Trio zulegen und hat dann ein paar Monate lang jeden Morgen ein neues Trio zum Fruehstuck. Sehr empfehlenswert finde ich auch Haydns Baryton-Quintette und -Oktette. Von anderen Komponisten kenne ich nichts - es scheint aber auch sehr wenig zu geben. Zu der Frage nach weniger gebraeuchlichen Instrumenten fallen mir noch die Konzerte fuer Lira organizzata, ein Hybrid aus Drehleier und Orgel ein. Die sind aber meist in Transkriptionen fuer Floete & Oboe zu hoeren. Auf der von Brilliant Classics herausgegebenen Gesamteinspielung der Haydn-Konzerte gibt es das Original. Der Interpret ist Hugo Ruf.
Philidor (24.06.2022, 08:48): Danach hörte ich noch die Sphärenmusik von Rued Langgaard. Die Kompostion ist erstaunlich modern, wenn man ihre Entstehung 1916-18 berücksichtigt Ligeti bezeichnete sich selbst als Langgaard-Epigonen, als man ihm die Sphärenmusik vorlegte. Mit den Streicherclustern war Langgaard tatsächlich gut 40 Jahre früher.
Die zweite Parallele ist das Spielen direkt auf den Saiten eines Flügels, ohne die Tasten zu benutzen, Obwohl mit tollen Ideen und Ausführungen, sehr fortschrittlich klingend, ist sie noch im Rahmen der Harmonie. Im Rahmen welcher Harmonie? Palestrina? Haydn? Liszt (früher oder später?)? Tristan? Reger? Zwölfton? Bei den Clustern bin ich nicht sicher, welcher Harmonielehre diese folgen ... ;)
Retrobrain (24.06.2022, 17:52): Ich bin kein Fachmann und möchte mich eher nicht auf eine der genannten Kategorien festlegen. Kann nur falsch sein. ;(
Dafür höre ich gerade Symphonie No. 1 von Florence Price mit dem Philadephia Orchestra. Diese Musik läßt mich irgendwie an Dvorak denken. :)
Joe Dvorak (25.06.2022, 03:21): Hier auch Musik, die an Dvorak denken laesst. :P
György Kurtág/Antonín Dvořák - Werke fuer Streichquartett und -quintett. Parker Quartet, Kim Kashkashian György Kurtág - Six moments musicaux, Op. 44 Antonín Dvořák - Streichquintett Nr. 3 Es-Dur, op. 97 György Kurtág - Officium breve in memoriam Andreae Szervánszky, Op. 28
Philidor (25.06.2022, 10:07): Hier auch Musik, die an Dvorak denken laesst. Das isma'n Programm! Op. 97 ist mir ohnehin eins der besten Werke von Dvořák, auch vor dem Hintergrund seiner herrlichen Kammermusik ... mit dem Kurtág drumherum ... is gebongt. Der Urlaub steht vor der Tür, da sind solche Sachen dran.
Auch dran in der nächsten Zeit ist eins der Hauptwerke Ravels:
Maurice Ravel: Daphnis et Chloé
New England Conservatory Chorus and Alumni Chorus Boston Symphony Orchestra Charles Munch (Aufnahme 1955)
Klingt einfach verboten gut. Hier strömt ein Remastering ein, welches im Format 176.4 kHz/24 Bit präsentiert wird. Noch nie gesehen, die krumme Frequenz. Aber akustisch ist das der Hammer.
Gruß Philidor
:hello
Jan Van Karajan (25.06.2022, 23:19): Bei mir ist gerade das herrliche Konzert in der Waldbühne mit den Berliner Philharmonikern unter Kirill Petrenko zu Ende gegangen :) . Es tut so gut, unser Kulturleben wieder erwachen zu sehen und die letzten beiden Jahre kamen mir in diesem Moment vor wie eine ferne Erinnerung. In der Waldbühne haben tatsächlich über 20.000 Menschen zugehört, und die haben sich sichtlich darüber gefreut :D . Das konnte man selbst am Bildschirm wahrnehmen
Zuerst Kikimora von Ljadow. Kannte ich vorher tatsächlich nicht. Das war dann auch ein gelungener Auftakt, besonders gut hat mir der Umgang Petrenkos mit der raffinierten Instrumentation gefallen. Jedes Detail konnte man heraushören. Petrenko hat ja ohnehin eine Vorliebe für Raritäten abseits des gängigen Reportoires, online liest man unter anderem, dass er in dieser Saison Schulhoff, Zemlinsky, Hartmann, Suk oder Zimmermann aufgeführt hat. Klingt nach einer ziemlich bunten Mischung.
Weiter ging es mit dem Klavierkonzert von Rachmaninov mit Kirill Gerstein am Flügel, der für den erkrankten Kollegen Trifonov einspringen musste. Dennoch war auch das Konzert wirklich hervorragend interpretiert. Die immer wieder wechselnden Stimmungen (Trauer, triumphale Kraft, eine gewisse "Sdchmalzigkeit") konnten Orchester und Solist perfekt einfangen, beide Parts habe ich als ausgewogen und gut miteinander verbunden empfunden. Für mich eindeutig eine der besten Interpretationen, die ich bisher von diesem Klavierkonzert gehört habe :times10 . Als Zugabe gab es dann noch Kreisler.
Als krönenden Abschluss gaben die Philharmoniker die Orchesterfassung der Bilder einer Ausstellung, bei denen Petrenko wirklich nochmal alles aus sich rausgeholt hat. Diese Kraft, dieser Schwung, dieses Klangvolumen... Den "alten" Berliner Klang aus Karajans Zeiten konnte man in Berlin wirklich noch weiter entwickeln und detaillierter machen. Und das zahlt sich bei diesem Stück wirklich aus. Beim "großen Tor von Kiew" hatte ich dann endgültig Gänsehaut, vor allem, wenn man an das heutige Schicksal dieser Stadt und der Ukraine im Allgemeinen denkt.
Die Zugaben natürlich populär wie immer (Tschaikowski und Lincke), auch das gehört für mich zu diesem Konzert dazu. Abends, lange nach dem Ende des Konzerts, geht einem dann durch den Kopf: Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft... :D
Kurz gesagt: Nach diesem Abend denke ich darüber nach, mir den bekannten Onlinezugang zum Konzertarchiv der Philharmoniker zu gönnen, um mehr vom meiner Meinung nach besten Orchester in unserem Land zu sehen.
Grüße Jan :hello
Philidor (25.06.2022, 23:56): Bei mir ist gerade das herrliche Konzert in der Waldbühne mit den Berliner Philharmonikern unter Kirill Petrenko zu Ende gegangen Bei mir auch! Gut war's. Also, dass es war, nicht, dass es zu Ende gegangen ist. Es tut so gut, unser Kulturleben wieder erwachen zu sehen und die letzten beiden Jahre kamen mir in diesem Moment vor wie eine ferne Erinnerung. Vom Eise befreit sind Ströme und Bäche ... ja, solch erhebende Momente wecken unwiderstehlich den Lyriker in uns. Wie schööön. In der Waldbühne haben tatsächlich über 20.000 Menschen zugehört ... oder Eis gegessen oder was auch immer gemacht. ("Wo ist Ute?") Den "alten" Berliner Klang aus Karajans Zeiten konnte man in Berlin wirklich noch weiter entwickeln und detaillierter machen. Tatsächlich. Immerhin ist aus Karajans Zeiten kaum noch jemand im Orchester dabei, und Abbado und Rattle haben das Orchester irgendwie auch weiterentwickelt ... halt, "weiter"entwickelt ist freilich eine Wertung, die aus Sicht von Karajan-AnbeternVerehrern freilich völlig unangemessen sein muss. Also, sagen wir neutral und politisch korrekt: Sie haben den Klang des Orchesters verändert. Bei Abbado salbadert man ja so Dinge wie gesteigerte Transparenz des Klangs oder eine Synthese von Analytik und Schönheit ... aber das klingt irgendwie so intellektuell, nicht wahr? Sagen wir doch einfach: Abbado hat in seinen ersten Jahren Zweidrittel des Orchesters aus Altersgründen ersetzen müssen, und weil es nach Karajans Zeit nicht mehr so gute Musiker gab wie zu Karajans Zeit (oder doch - oder wie - oder was), musste sich ja irgendwas verändern. Ob's besser wurde? Das liegt im Ohre des Behörers ... Kurz gesagt: Nach diesem Abend denke ich darüber nach, mir den bekannten Onlinezugang zum Konzertarchiv der Philharmoniker zu gönnen, um mehr vom meiner Meinung nach besten Orchester in unserem Land zu sehen. Wie gefällt Dir eigentlich das WDR Sinfonieorchester Köln - jetzt mal so im Vergleich zu den Münchner Philharmonikern? Mir gefällt ja eigentlich das Gewandhausorchester am besten, zum Beispiel mit seinem fantastischen Bruckner unter Nelsons ... sowas von einer genialen Kombination von Durchsichtigkeit und Klangfülle ... auch Zarathustra und Heldenleben waren ziemlich genial ... also klanglich jetzt ... wobei ... also, bei Beethoven kommt keiner an den Bremer Stadtmusikanten vorbei. Meine ich. Also, das war ja mal Karajans Flaggschiff, zumindest für die, die ihre Orchesterkenntnis aus der Konserve eingesogen haben, aber das ist ja nun ganz anders. Aber so was von. Das mit dem Beethoven. Aber vielleicht nimmt die AkaMus ja noch den Ludwig van auf. Oder der Goebel ...
Ich meine: Es lohnt sich so richtig, rechts und links zu guggen!
Joe Dvorak (26.06.2022, 04:19):
Kurz gesagt: Nach diesem Abend denke ich darüber nach, mir den bekannten Onlinezugang zum Konzertarchiv der Philharmoniker zu gönnen, um mehr vom meiner Meinung nach besten Orchester in unserem Land zu sehen.
Bitte nicht vergessen, bei der Wahl zum besten Orchester das Stuttgarter Staatsorchester in die Ueberlegungen mit einfliessen zu lassen.
Hier wartet:
Franz Schubert - Klaviersonate B-Dur, D. 960 Valery Afanassiev
Joe Dvorak (26.06.2022, 05:33): Hier auch Musik, die an Dvorak denken laesst. Das isma'n Programm! Op. 97 ist mir ohnehin eins der besten Werke von Dvořák, auch vor dem Hintergrund seiner herrlichen Kammermusik ... mit dem Kurtág drumherum ... is gebongt. Der Urlaub steht vor der Tür, da sind solche Sachen dran. Unbedingt! Durch den Kurtag-Rahmen wirkt das Dvorak-Bild... aehm, die Musik noch besser.
Ich bleibe in der Ecke:
Kurtág / Ligeti - Music for Viola Kim Kashkashian György Kurtág - Signs, Games and Messages György Ligeti - Sonata
Jan Van Karajan (26.06.2022, 09:41): Vom Eise befreit sind Ströme und Bäche ... ja, solch erhebende Momente wecken unwiderstehlich den Lyriker in uns. Wie schööön. Ja, da haben mich in dem Moment wohl die Gefühle etwas übermannt... :D
.. oder Eis gegessen oder was auch immer gemacht. ("Wo ist Ute?") Ja, bei solchen Freiluftkonzerten kann es schon mal vorkommen, dass man die Begleitung nicht mehr findet :D .
die aus Sicht von Karajan-AnbeternVerehrern freilich völlig unangemessen sein muss. Tja, auch ich bewundere Karajan, finde aber nicht, dass diese Feststellung unangemessen sein muss. Hier im Klassikforum spielt die Verschiedenheit der Geschmäcker ja ohnehin eine große Rolle :saint: . Alle drei Chefdirigenten haben in meinen Augen ihre Stärken und Schwächen. Ob's besser wurde? Das liegt im Ohre des Behörers ... In diesem Punkt sind wir uns mal wieder einig :thumbsup:
Wie gefällt Dir eigentlich das WDR Sinfonieorchester Köln - jetzt mal so im Vergleich zu den Münchner Philharmonikern? Oha, das ist tatsächlich eine interessante Frage. Die Münchner Philharmoniker verbinde ich hauptsächlich mit Sergiu Celibidache, die Kölner mit Günter Wand. Von beiden Orchestern habe ich im Internet auch Aufnahmen und Aufzeichnungen von Konzerten gehört/gesehen. Einen klaren Favoriten kann ich da leider nicht nennen.
Mir gefällt ja eigentlich das Gewandhausorchester am besten Ja, das mag ich auch sehr gern :)
Also, das war ja mal Karajans Flaggschiff, zumindest für die, die ihre Orchesterkenntnis aus der Konserve eingesogen haben, aber das ist ja nun ganz anders. Aber so was von. Das mit dem Beethoven. Aber vielleicht nimmt die AkaMus ja noch den Ludwig van auf. Oder der Goebel ... Ja, meine ersten Erfahrungen mit Beethoven habe ich tatsächlich mit Karajan gemacht (seine 9. mit den Philharmonikern von 1977 war eine meiner ersten selbst gekauften Aufnahmen, gemeinsam mit der Carmina Burana unter Jochum.), mittlerweile gibt es aber auch viele andere Dirigenten, deren Beethoven ich sehr schätze (Järvi, Kleiber, Petrenko, Szell, Toscanini...). Einen "Musterinterpreten" muss es ja auch nicht unbedingt geben.
Es lohnt sich so richtig, rechts und links zu guggen! O ja, gerade auf den Bruckner von Nelsons hast du mich jetzt neugierig gemacht. Danke für den Hinweis :) Grüße Jan :hello
Philidor (26.06.2022, 11:43): @Jan: :beer
Heute ist der zweite Sonntag nach Trinitatis. An einem solchen schrieb Bach seine zweite Leipziger Kantate, wie die erste mit 14 (14 = 2+1+3+8 = B+A+C+H) Sätzen:
J. S. Bach: "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes" BWV 76
Ruth Ziesak, Elisabeth von Magnus, Paul Agnew, Klaus Mertens The Amsterdam Baroque Orchestra & Choir Ton Koopman
MMn eine Perle in seinem an Perlen nicht unbedingt armen Kantatenkonvolut ... der Eingangschor, die expressiven Arien ...
Gruß Philidor
:hello
Retrobrain (26.06.2022, 12:42): Hallo zusammen.
Ich habe mich heute mal auf Poul Ruders gestürzt. ^^
Zuerst die „Vier Tänze“ und jetzt die „Solar Trilogy“. Das ist dann ziemlich atonal mit ruhigeren und temporeichen Passagen. Bei Solar ist auch ziemlich viel Schlagzeug dabei. Der erste Satz heißt Gong und enthält erstaunlich wenig Gongs, dafür eben Schlagzeug.
Und was stellt es nun dar? Die Entstehung eines Sterns? Unserer Sonne? Der Erde?
Jedenfalls klingt es aufregend. Und dramatisch. Zuweilen etwas hektisch? Ich bin noch nicht ganz sicher.
Einen schönen Sonntag! :saint:
Philidor (26.06.2022, 12:53): „Solar Trilogy“ Hier ein Artikel zum Werk. - Wie seriös der ist - keine Ahnung. Die Schreibweise "Standartwerk" deutet schon mal darauf hin, dass im Budget für den Artikel kein Lektorat möglich war.
Solar Trilogy - Trip zur Sonne - terzwerk
Retrobrain (26.06.2022, 14:26): Danke für den Link. Der Artikel ist gar nicht mal so daneben. Rechtschreibung ist mittlerweile für mich auch ein rotes Tuch, nachdem der Deutsche Rechtschreibrat sie völlig verhunzt hat. Aber die Solar Trilogy ist ein Reinhören wert.
New England Conservatory Chorus Boston Symphony Orchestra Charles Munch Aufnahme 1961
Nicht zu verwechseln mit der bekannten 1955er-Aufnahme, die ich ebenfalls sehr mag.
Wenn Ihr dieses Hauptwerk Ravels mögt - unbedingt reinhören! Zum Beispiel auf Qobuz.
Gruß Philidor
:hello
Retrobrain (27.06.2022, 20:12): Ich habe mich an Andrew Toovey „Red Icon“ mit dem Scottish National und Martyn Brabbins getraut. Es klingt irgendwie… Nun ja, rüpelhaft. Zumindest in Teilen. Da der Satz aber auch mit „Crotchet=88“ (Viertelnote, aber auch Miesepeter) betitelt ist, paßt es dann wieder.
Jedenfalls wieder recht modern, gegen den Strich und scheppernder Percussion. Kann ich nicht immer hören. Aber witzig ist es schon.
Irgendwie… 8)
Joe Dvorak (28.06.2022, 02:15): Hammerhammerhammer ...
... mögt Iht Ravels "Daphnis et Chloé"?
Maurice Ravel: Daphnis et Chloé
New England Conservatory Chorus Boston Symphony Orchestra Charles Munch Aufnahme 1961
Nicht zu verwechseln mit der bekannten 1955er-Aufnahme, die ich ebenfalls sehr mag.
Wenn Ihr dieses Hauptwerk Ravels mögt - unbedingt reinhören! Zum Beispiel auf Qobuz.
Gruß Philidor
:hello
Ich weiss nicht, ob ich das mag. Ich weiss nicht mal, ob ich das als Komplettaufnahme schon mal gehoert habe. Die Suiten, ja. Das ist nicht wirklich meine Musik, aber was ist schon Wirklichkeit?
Ich habe Abhilfe geschaffen und mir das gerade eingefuehrt. Das ist schon gut gemacht, keine Frage. Vielleicht gibt es ein Wiederhoeren. Und vielleicht mit Dutoit. Die soll der Ober-Hammerhammerhammer sein ... Oder Levi, dessen Einspielung dem klangtechnisch hinsichtlich Realismus und Brillianz nahekommen soll, aber interpretatorisch angeblich nicht mithalten kann, was ich so interpretiere, dass er -wie ich es von ihm kenne- wenig interpretiert und das mag ich vermutlich.
Philidor (28.06.2022, 07:20): aber was ist schon Wirklichkeit? Ebent. It's all in your head ... Dutoit. Die soll der Ober-Hammerhammerhammer sein Jaja .. de gustibus etc. pp. ... :) ... bei einer kleinen Internet-Recherche fand ich folgende Über-Referenzen: Munch 1955, Monteux 1959, Munch 1961, Dutoit, Boulez (DG), Roth, ... ich gebe mir die mal in den nächsten Tagen . die ersten drei hab ich schon gehört ... und werde berichten. Für den Sommer ist das mMn supergute Musik, ziemlich hitzig stellenweise, viel Fisselkram, Leidenschaft vor allem im Chor, da flirrt die Luft.
Munch 1961 fand ich richtig gut, Monteux dagegen fast schon sanft und zart, Dutoit war mein "Standardgriff ins Regal", bevor ich Munch 1955 kennenlernte und ist klanglich hinreißend. Alles, wie immer, imho.
Retrobrain (28.06.2022, 17:58): Und wieder habe ich nach einer Aufnahme gegriffen, deren Musik mir total unbekannt schien. Aber das ist wohl eine der jährlich erscheinenden CDs der New York Philharmonics. Und es sind dann doch keine Unbekannten. Wenn auch Gaugalon mir neu ist.
CONTACT! 2012-13 Von den New York Philharmonic und Allan Gilbert & Jayce Ogren LIVE
Track one: Vaporized Tivoli (Anders Hillborg) Ist das Klassik? Oder doch irgendwie durchgeknallter Jazz von einem Klassikorchester auf LSD und einer Percussioncrew, die mal einen draufmachen will?
Track 2: Try (von Andrew Norman) Wir sind uns nicht ganz einig, was wir jetzt spielen wollen. Also machen abwechselnde Mitglieder unterschiedliche Vorschläge und fallen sich gegenseitig ins Wort. Der Dirigent ist mal eben Kaffee für alle holen.
Track 3-6: Oboe Concerto (Poul Ruders) Ich höre eine ruhige Musik, in Raum und Zeit treibend.
Tracks 7-12: Gaugalon, Scenes from a Street Theater (Chin Un-Suk) Straßentheater? Die Darsteller arbeiten in und an einer schwierigen Aufführung, proben dies und versuchen jenes? Oder ist es eher eine Art Impro-Theater? Man müht sich und ringt um die richtige Spielweise…
Bitte keine falschen Schlüsse ziehen. Die Darbietung der Musik klingt nicht bemüht. Im Gegenteil. Die ersten beiden Stücke haben mir richtig gute Laune gemacht. Vielleicht merkt man das meiner Beschreibung an. :rolleyes: Das ruhigere Oboenkonzert kommt an der richtigen Stelle - und ich wieder runter. Gaugalon endlich klingt ein bisschen nach Gamelan, aber mit einem gehörigen Schuß moderner Kompositionsweise. Dem Einen womöglich zu beliebig, dem Anderen einfach *zu* modern und losgelöst.
Aber hey: Musik ist doch eine Reise, ist Entdeckung. Wir freuen uns über bekannte Stücke, aber beim Neuen könnten wahre Schätze liegen!
Informationen zu den Aufführungen und Aufnahmen hier:
New England Conservatory Chorus Boston Symphony Orchestra Charles Munch Aufnahme 1961
Nicht zu verwechseln mit der bekannten 1955er-Aufnahme, die ich ebenfalls sehr mag.
Wenn Ihr dieses Hauptwerk Ravels mögt - unbedingt reinhören! Zum Beispiel auf Qobuz.
Gruß Philidor
:hello Das ist wirklich eine famose Interpretation. Es wird nicht einfach runtergedudelt, sondern alles ist sehr gefühlvoll und melodiös.
Kennt jemand die Bernstein- Aufnahme. Das ist allerdings auch „nur“ die Suite. Die vollständige Version von Munch ist eben… vollständig. :S
Sfantu (28.06.2022, 19:43):
New York Philharmonic, Schola Cantorum - Leonard Bernstein (LP, CBS, AD: 1961)
Dieser Bernstein-Daphnis ist komplett. Habe ihn als exquisit in Erinnerung. Ist allerdings auf Schallplatte.
Amonasro (28.06.2022, 23:37): Daphnis höre ich sehr gerne, bevorzugt mit Dutoit. Munch habe ich bisher noch nicht gehört, macht aber neugierig.
Agostino Steffani/Luigi Orlandi: Niobe, regina di Tebe
Niobe - Karina Gauvin Anfione - Philippe Jaroussky Manto - Amanda Forsythe Tiresia - Christian Immler Clearte - Aaron Sheehan Creonte - Terry Wey Poliferno - Jesse Blumberg Tiberino - Colin Balzer Nerea - José Lemos
Boston Early Music Festival Orchestra; Paul O'Dette, Stephen Stubbs
Spannende Barockoper, die französische und italienische Stilelemente kombiniert. Gefällt mir mit jedem Hören besser.
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (28.06.2022, 23:45): Wow! Die letzen Vorbehalte gegen das Werk werden hier verhement weggerummst. Was fuer ein Wahnsinnsklang (vom Orchester & von der Tontechnik), was fuer eine explosive Dynamik (vom Orchester & von der Tontechnik). Ein Fest!
Ottorino Respighi - Feste Romane & Pini di Roma The Cleveland Orchestra, Lorin Maazel
Armin70 (29.06.2022, 00:39):
New York Philharmonic, Schola Cantorum - Leonard Bernstein (LP, CBS, AD: 1961)
Dieser Bernstein-Daphnis ist komplett. Habe ihn als exquisit in Erinnerung. Ist allerdings auf Schallplatte. Gibt es auch auf CD:
(AD: 13. März 1961, Manhattan Center, New York City)
The Chorus of the Schola Cantorum New York Philharmonic Leonard Bernstein
Choeur et Orchestre symphonique de Montréal Charles Dutoit
Wer vor allem geilen Sound sucht, ist hier richtig. Für meine Ohren war es allerdings auch ziemlich akkurat und sauber, um nicht zu sagen: aseptisch. - Munch ließ es manchmal halt auch dreckig klingen ...
Retrobrain (29.06.2022, 18:16): Ich höre gerade das Concertino für Piano Trio & Streichorchester H232 von Martinu mit dem Georgischen Kammerorchester Ingolstadt. Wirklich spannend, alter… ähm Georgier?
Jetzt folgt H231. Fängt schon mal gut an. Meine Laune bessert sich. :saint: Mehr Lob geht heute nicht.
Joe Dvorak (30.06.2022, 01:56): Ich folge der Spur aus einem anderen Faden:
Carlo Gesualdo - Tenebrae Responsoria The Hilliard Ensemble
Was ist das? Beunruhigend? Verwirrend? Verunsichernd? Verstoerend? Bestuerzend? Erschuetternd? Infragestellend? Das trifft alles zu, aber trifft es nicht wirklich, weil das nur ganz unterschwellig zu spueren ist, doch deutlich genug, um am Gewohnten, Vertrauten zu nagen. Was fuer Musik!
Joe Dvorak (30.06.2022, 02:28): Ich belasse es bei den 9 Responsorien fuer den Gruendonnerstag und hebe mir die 9 fuer Karfreitag und die 9 fuer Ostersamstag (korrekt: Karsamstag) fuer morgen und fuer uebermorgen auf - das ist zumindest nicht ganz abwegig.
Jetzt:
Maurice Ravel - Daphnis et Chloé, M57 Atlanta SO & Chorus, Yoel Levi
Amonasro (30.06.2022, 22:23):
Michelangelo Falvetti/Vincenzo Giattini: Il dialogo del Nabucco
Chœur de Chambre de Namur Cappella Mediterranea, Leonardo García Alarcón
Dramatisches Oratorium mit wunderschöner, teils sehr lautmalerischer Musik. :times10
Gruß Amonasro
Retrobrain (02.07.2022, 12:10): Beim Stöbern im Streamingangebot, das allerdings in eine andere Richtung zielte, stieß ich auf diese Aufnahme:
The Edge of Time Paleolithic Bone Flutes from Germany and France gespielt von Anna Friederike Potengowski und Georg Wieland Wagner (Percussion) erschienen bei Delphian
Und das ist natürlich eine völlig archaische Musik. Keine Spielereien mit Atonalität oder abseitigen Kompositionen. Hier wird die wahrscheinlich früheste Musikform (außer Kriegs- oder Klagegesängen) nachempfunden. Instrumente vom Anfang der Zeit. Melodien, die irgendwie vertraut klingen. Nicht aus dem normalen Aufführungsbetrieb und schon gar nicht aus irgendwelchen Charts. Dafür wäre die Musik auch vollkommen ungeeignet. Aber sie ist sehr persönlich, weil hier Interpretationen auf vollkommen eigenen Gedanken, Ideen und Erfahrungen möglich sind. Und sie kommen aus dem Dunkel der Zeit, klingen über diesen unfaßbaren Abgrund herüber. Sie hat aber auch etwas von viel modernerem Zen.
So haben möglicherweise unsere Vorfahren musiziert. Eine interessante Hörerfahrung.
Wikipedia bietet auf dem Artikel über Potengowski schon erste, schnelle Informationen.
Einen schönen Tag,
Retro :hello
Philidor (02.07.2022, 13:14): Wenn digital, dann so:
Maurice Ravel
Daphnis et Chloé La Valse
Rundfunkchor Berlin Berliner Philharmoniker Pierre Boulez
Rattenscharf.Viel besser imho als die sterile Dutoit-Aufnahme. - Komisch, die Kmobi Mahler/Boulrz macht mich eigentlich kaum an, und Mahler 3 mit Boulez ist mein Showcase für das Mahler-Wort "Das Beste steht nicht in den Noten" - weil Boulez zwar die Sinfonie in Musikdiktat-Quaiität präsentiert, aber eben kaum mehr (imho). Indofern habe ich den Stream nicht unbedingt freudig gestartet. Aber was dann kam, war schon richtig gut ....
Gruß Philidor
:hello
Joe Dvorak (02.07.2022, 14:53):
The Edge of Time Paleolithic Bone Flutes from Germany and France gespielt von Anna Friederike Potengowski und Georg Wieland Wagner (Percussion) erschienen bei Delphian
Und das ist natürlich eine völlig archaische Musik. Keine Spielereien mit Atonalität oder abseitigen Kompositionen. Hier wird die wahrscheinlich früheste Musikform (außer Kriegs- oder Klagegesängen) nachempfunden. Das kann der Cage-Fan nicht so stehen lassen. Ryoanji ist eine Komposition aus dem Jahr 1987. :rolleyes:
Amonasro (02.07.2022, 21:35):
Michelangelo Falvetti/Vincenzo Giattini: Il diluvio universale
Noè - Fernando Guimarães Rad - Mariana Flores Dio - Matteo Bellotto Giustizia Divina - Evelyn Ramirez Munoz Morte - Fabián Schofrin Acqua - Magali Arnault Natura humana - Caroline Weynants Foco - Thibaut Lenaerts Terra - Benoît Giaux
Chœur de Chambre de Namur Cappella Mediterranea, Leonardo García Alarcón
Nun habe ich mir auch noch das andere Oratorium Falvettis gönnen, steht dem Nabucco in nichts nach. Leider scheine ich die Diskographie dieses Komponisten damit schon ausgeschöpft zu haben...
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (03.07.2022, 04:30):
Erik Satie - 40 Vexations Alan Marks
Die ist keine vollstaendige Einspielung - die wuerde bei Marks' angeschlagenem Tempo weitere 20 CDs erfordern, um auf die geforderte Wiederholungszahl zu kommen. Aber von Brilliant Classics gibt es tatsaechlich eine Aufnahme aller Achthundertvierzige mit Jeroen van Veen. Ich habe mal stichprobenhaft in einige reingehoert. Das ist kein copy & paste. Man erkennt das auch daran, dass die 18 verschiedenen, etwa gleichlangen Tracks, in die der Download unterteilt ist, mal mehr und mal weniger Wiederholungen enthalten. Weitere Nachforschungen ergaben, dass das tatsaechlich innerhalb von zwei Tagen eingespielt wurde - also am Stueck. Warum zur Unterwelt findet man zu dieser Sensation kaum Informationen im Netz?
Erik Satie - 840 Vexations Jeroen van Veen
Das ist jetzt irgendwie doof. Ich habe immer gross (vor mir) herumgetoent und (mir) versprochen, dass ich das schon alleine aus Respekt auf jeden Fall anhoeren werde, falls ein Pianist es wirklich auf sich nimmt, das einzuspielen. Nun habe ich den Schlamassel. Gut, es muss ja nicht gleich morgen sein. Bei knapp 24 Stunden Spieldauer erfordert dieses Unternehmen doch einiges an Vorbereitung.
Retrobrain (03.07.2022, 09:04): Hey Joe, Meinst Du, das Stück Ryoanji gehört auf meine Hörliste? Oder meinst Du, die CD sei eine Interpretation der Cage-Aufnahme?
Viele Grüße aus dem Land der noch zu entdeckenden Musik :D
Retrobrain
Joe Dvorak (03.07.2022, 10:15): Hallo auf alt getrimmtes Hirn. 8)
Der vierte (und laengste) Titel auf The Edge of Time ist Ryoanji, bzw. eine Interpretation der Kompositon von John Cage. Ich sammle alle greifbaren Aufnahmen davon, daher kenne ich das Album.
Amonasro (07.07.2022, 22:13):
Georg Friedrich Händel/Newburgh Hamilton: Samson
Samson - Thomas Randle Israelite man/Philistine man - Mark Padmore Dalila - Lynda Russell Israelite woman/Philistine woman/Virgin - Lynne Dawson Micah - Catherine Wyn-Rogers Messenger - Matthew Vine Manoa - Michael George Harupha - Jonathan Best
The Sixteen The Symphony of Harmony and Invention, Harry Christophers
Gruß Amonasro
Amonasro (10.07.2022, 19:59): Nochmal Händel:
Georg Friedrich Händel/Charles Jennens: Belshazzar
Belshazzar - Markus Brutscher Nitocris - Simone Kermes Cyrus - Christopher Robson Daniel - Patrick van Goethem Gobrias - Franz-Josef Selig Messenger - Frank Höndgen
Kölner Kammerchor Collegium Cartusianum, Peter Neumann
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (11.07.2022, 16:14):
Richard Strauss - Eine Alpensinfonie, op. 64, TrV 233 Seattle Symphony, Thomas Dausgaard
Auweia! Auf Tour mit ausgemergelten drahtig-sehnigen Typen, die senkrechte Felswaende hinaufsprinten.
Retrobrain (12.07.2022, 16:50): Heute gönne ich mir mal den Stravinsky mit dem Kammerkonzert „Dumbarton Oaks“ mit dem Philadelphia Orchestra unter Robert Spano. Derweil brutzelt uns unser Sohn als Koch eine tolle, sommerliche Grillpfanne. :haha
Und das wirklich schöne und melodische Kammerkonzert verkürzt bestens die Wartezeit. Hier haben wir es mit dem sehr gefällig klingenden Stravinsky zu tun, der aber durchaus modern ist. Oder auch hier einen Teil der Moderne vorbereitet. Im besten Sinne.
Der Covertext auf der Rueckseite spricht von einem der grossen unbesungen Quartettzyklen des vorangegangenen Jahrhunderts. Da koennte was dran sein. Diese Probe ist jedenfalls ganz exquisit und mir scheint, fuer den Vierer schrieb er weit besser und konzentrierter als fuer das Sinfonieorchester.
Retrobrain (13.07.2022, 17:16): Ich bin über Arthur Bliss gestolpert und habe mir „Checkmate“ zu Gemüte geführt. Eine schöne, dramatische Ballettkomposition. Schon sehr typisch, aber immerhin gut gemacht.
Edith: Hallooh? Da haut der Kerl doch In den letzten Minuten ab und füttert mich mit leichten Dissonanzen und anderen, modernen Klängen. Damit habe ich nicht gerechnet und bin angenehm überrascht. :rolleyes:
Hier in der Aufnahme mit dem Royal Scottish NO unter David Lloyd-Jones bei Naxos.
palestrina (14.07.2022, 10:25): Hier in der Aufnahme mit dem Royal Scottish NO unter David Lloyd-Jones bei Naxos
LG palestrina
Amonasro (16.07.2022, 18:32): Aus der Arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/108631-001-A/don-pasquale-aus-der-staatsoper-hamburg/
Gaetano Donizetti/Giovanni Ruffini: Don Pasquale
Don Pasquale - Ambrogio Maestri Norina - Danielle de Niese Dottore Malatesta - Kartal Karagedik Ernesto - Levy Sekgapane Notario - Jóhann Kristinsson
Chor der Hamburgischen Staatsoper Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Matteo Beltrami Inszenierung: David Bösch
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (18.07.2022, 15:44): Um nicht ganz davon abzukommen, laueft mal wieder eine echte Klassik-CD:
Dazu kann mit gutem Gewissen gesagt werden, dass es nicht immer Vivaldi sein muss. Weniger Gutes gibt es zur Vermarktung zu sagen. Trotz des Titels ist kein einziges Konzert drauf. Wir hoeren die Ouvertueren Nr. 4 (B-Dur) & Nr. 5 (F-Dur), sowie die Violinsonaten Nr. 3 (e-Moll) & Nr. 4 (d-Moll).
Sfantu (20.07.2022, 22:01): Immer wieder größtes Hörvergnügen bereitet die Filetspitze des Genres "Deutsche Spieloper", zumal in dieser auf jedem Posten ideal besetzten Einspielung. "Wie freu`ich mich, wie freu` ich mich, wie faßt mich das Verlangen...!"
Otto Nicolai
Die lustigen Weiber von Windsor
Falstaff - Kurt Moll Herr Fluth - Bernd Weikl Frau Fluth - Edith Mathis Herr Reich - Siegfried Vogel Frau Reich - Hanna Schwarz Fenton - Peter Schreier Spärlich - Karl-Ernst Mercker Cajus - Claude Dormoy Anna - Helen Donath Ein Bürger - Kurt Ludwig Sprecher - Helmuth Straßburger Chor der Deutschen Staatsoper Berlin Staatskapelle Berlin - Bernhard Klee (2 LPs, Coproduktion VEB Deutsche Schallplatten / DG, 1977)
Sfantu (21.07.2022, 14:45): Seit Jahr und Tag steht diese Box bei mir im Regal um eine Alternative zur Gesamtaufnahme unter Gabriele Ferro mit Gabriel Bacquier und Barbara Hendricks zu haben. Da Letztere mich aber seit Jahrzehnten restlos überzeugt, schlummerte der Muti im tiefen Dornröschenschlaf.
@Amonasro
durch Deinen Donizetti-Impuls kommt sie heute endlich mal auf meinen Platenteller:
Amonasro (21.07.2022, 21:15): Seit Jahr und Tag steht diese Box bei mir im Regal um eine Alternative zur Gesamtaufnahme unter Gabriele Ferro mit Gabriel Bacquier und Barbara Hendricks zu haben. Da Letztere mich aber seit Jahrzehnten restlos überzeugt, schlummerte der Muti im tiefen Dornröschenschlaf. Mutis Aufnahme war lange mein einziger Don Pasquale. Mirella Frenis Norina gefällt mir sehr, allerdings habe ich immer das Gefühl, dass das Ganze etwas zu steif geraten ist und die Komik auf der Strecke bleibt. Ich greife daher immer häufiger zu Roberto Abbados Aufnahme, Ferros Version kenne ich leider nicht.
Heute wieder italienische Oper:
Amilcare Ponchielli/Arrigo Boito: La Gioconda
La Gioconda - Eileen Farrell Enzo Grimaldo - Franco Corelli Barnaba - Robert Merrill Laura Adorno - Nell Rankin Alvise Badoero - Giorgio Tozzi La Cieca - Mignon Dunn Zuane - George Cehanovsky Isèpo - Alessio De Paolis
Orchestra & Chourus of the Metropolitan Opera House, Fausto Cleva Live 31. März 1962 (Mono)
Eine feinsinnige Interpretation darf man hier nicht erwarten, es überzeugen vor allem die großen Stimmen. Melodramatischer als Corelli und Farrell geht wohl kaum, Merrill gibt einen sehr überzeugenden Proto-Jago. Ein mitreißender Opernabend, auch wenn man bei der Tonqualität natürlich deutliche Abstriche machen muss.
Der Altmeister Touvron holte sich hier zwei exzellente junge Kolleginnen dazu, um eine wirklich wunderschön gespielte CD einzuspielen.
Carine clement wurde 1972 geboren, Lucienne Renaudin Vary wurde 1999 geboren, war zur Zeit der Einspielungen gerade mal 14 Jahre jung. Heute zählt sie zu den interessantesten Trompetern weltweit, die sich nicht auf eine Stilrichtung festlegen möchte, und zwischen Klassik und Jazz hin und her pendelt. Sie hat inzwischen vier eigene CDs eingespielt, darunter Werke von Piazzolla (auf dieser CD befinden sich aber auch noch andere interessante Komponisten).
Guy Touvron, 1950 geboren, war Schüler von Maurice André gewesen und ging mit diesem auch später auf Tournee. Er gilt als Nachfolger Andrés in Frankreich, dessen Repertoire auch durchaus das Seine war. Auch setzt sich Touvron - ganz wie sein großer Lehrmeister - für die jungen Musiker ein. Diese CD ist der beste Beweis dafür.
Maurice inaktiv (22.07.2022, 07:32):
Moritz Moszkowski : Orchestermusik, Vol. 1 (Johanna d'Arc: Symphonische Dichtung in vier Sätzen, op.19) AD: 12./13.12.2018, Warschau/Polen
Sinfonia Varsovia , Ian Hobson
Ich kenne keinerlei Orchestermusik von dem Komponisten Moszkowski. Diese CD habe ich bei JPC mal günstig erworben. Er schrieb sie 1875/76 mit gerade mal 22/23 Jahren. Ein Frühwerk also, die der sonst vor allem mit virtuosen Klavierwerken bekannt gewordene Komponist hier in Erscheinung getreten ist. Man kann ihm die Nähe zu Wagner und Liszt nicht zur Last legen, das waren damals hochaktuelle Komponisten und bei Liszt auch Virtuosen gewesen.
Hier wurde das Werk erstmals eingespielt. Vielleicht gibt es eines Tages eine Vergleichseinspielung, denn ich könnte mir denken, dass man das auch noch eine Ecke hochwertiger machen könnte.
Maurice inaktiv (22.07.2022, 11:33): Aus dem Abverkauf bei JPC :
Das ist ein interessanter Komponist aus Schweden, der weder romantisierend, noch atonal schreibt, sondern eher expressionistisch und mit recht differenzierten Rhythmen die Moderne auf seine ganz eigene Weise umgesetzt hat.
Die Sinfonie Nr.1 wurde 1926 geschrieben und 1941 umgearbeitet. Die Sinfonietta Nr.2 wurde 1945/46 geschrieben, entstand also unmittelbar zum Ende des Krieges hin. Die Premiere erfolgte aber erst im April 1950. Die Musica Sinfonica entstand 1953-1959, ist also ein Spätwerk des Meisters.
Sfantu (22.07.2022, 16:05): Das Theater-Virus grassiert normalerweise nicht so fleißig bei mir. Dieser Tage hat es mich aber definitiv gepackt:
Gioacchino Rossini
Semiramide
Semiramide - Cheryl Studer Assur - Samuel Ramey Arsace - Jennifer Larmore Idreno - FRank Lopardo Azema - Julia Faulkner Oroe - Jan-Hendrik Rootering Mitrane - Octavio Arévalo L'ombra di Nino - Romuald Tesarowicz Ambrosian Opera Chorus London Symphony Orchestra - Ion Marin (3 CDs, DG, 1994)
Ein Stimmenfest. Der prachtvoll gesetzte Chor samt schillernder instrumentaler Einleitung im Finale des ersten Aufzuges liefert in jedem zweiten Takt neue Beweise gegen das Verdikt über Rossini, den austauschbaren Vielschreiber.
Maurice inaktiv (23.07.2022, 08:15):
Zygmunt Stojowski : Sinfonie d-moll, op. 21 & Suite für Orchester, Es-Dur op. 9
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Antoni Wit
Stojoweskis (1870-1946) Sinfonie d-moll gilt noch heute als eine der wichtigsten Beiträge polnischer Musik überhaupt. Doch ist der Komponist nicht mehr so häufig im Konzertsaal zu hören.
Er studierte u.a. in Krakau, Paris (bei Delibes) und später bei Paderewski. Seine hier eingespielte Sinfonie errang 1898 in Leipzig den1.Preis. Brahms und Tschaikowsky lobten seine Werke nachdrücklich, verstarben aber zu früh, um ihn wirklich fördern zu können.
Er unterrichtete ab 1905 in den USA u.a. an der späteren Juilliard School (bis 1911) und an der Von Ende School of Music (bis 1918). Er gab unzählige Meisterklassen in den USA; Kanada und Latein-Amerika. Oscar Levant, Arthur Loesser und Alfred Newman gehörten zu seinen Schülern.
Er verstarb 1946 in New York.
Stojowski schrieb eine Sinfonie, ein Violinonzert, zwei Klavierkonzerte ein Konzertstück für Cello und Orchester und eine Rhapsodie symphonique, zwei Kantaten, sowie zahlreiche Werke für Klavier, Kammermusik. und Lieder.
Sfantu (24.07.2022, 02:33): @Stojowski gibt es auch etwas über seine Musik zu sagen? Und über die Qualität dieser Einspielung?
Maurice inaktiv (24.07.2022, 23:27): @Stojowski gibt es auch etwas über seine Musik zu sagen? Und über die Qualität dieser Einspielung? Nein, es war eine Erstbegegnung, ich habe keinerlei Vergleichseinspielungen da. Ich gehe aber wegen der Qualität des Dirigenten davon aus, dass sie gelungen sein dürfte. Sorry, ich kann sonst nichts dazu schreiben zur Zeit. Sonst hätte ich zumindest einen Absatz dazu geschrieben. Ich bin zur Zeit weit weg vom Musik hören, komme nur selten dazu. Gestern Morgen war eine Ausnahme gewesen. Ich bin bis Ende September ständig unterwegs mit Auftritten, bzw. Vorbereitungen dazu.
Amonasro (25.07.2022, 17:45):
Giacomo Meyerbeer/Gaetano Rossi: Il crociato in Egitto
Aladino - Ian Platt Adriano di Montfort - Bruce Fort Armando d'Orville - Diana Montague Palmide - Yvonne Kenny Felicia - Della Jones Alma - Linda Kitchen Osmino - Ugo Benelli
Geoffrey Mitchell Choir Royal Philharmonic Orchestra, David Parry
Dieses 4-stündige Werk, Meyerbeer letzte italienische Oper, erinnert an vielen Stellen an Rossini. So ganz will der Funken bei mir aber nicht überspringen. Das Dirigat kam mir zum Teil zäh vor. Die Sänger, insbesondere Diana Montague in der Kastratenrolle und Bruce Ford, überzeugen dagegen.
Gruß Amonasro
Retrobrain (27.07.2022, 13:10): Diese Aufnahme steht schon länger auf der „Will-ich-hören“-Liste.
Drone Mass Johann Johannsson Paul Hillier und das American Contemporary Music Ensemble
Nun ist ja generell Chormusik nicht so mein Fall, aber nach Pärts Kanon bin ich ein weiteres Mal beeindruckt. Die Komposition ist abgefahren, aber nicht unmelodiös. Spannend, mystisch, modern. Ein Hören wert für jeden, der auf moderne Kompositionen nicht mit einem anaphylaktischen Schock reagiert.
:saint:
Amonasro (27.07.2022, 23:04):
Turandot - Birgit Nilsson Calaf - Franco Corelli Liù - Mirella Freni Timur - Bonaldo Giaiotti Altoum - Mariano Caruso Ping - Theodor Uppman Pang - Robert Nagy Pong - Charles Anthony Un Mandarino - Robert Goodloe Il Principe di Persia- David Milnes
Metropolitan Opera Orchestra and Chorus, Zubin Mehta Live 1966
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (28.07.2022, 02:31): Ich glaube, den Sommernachtstraum habe ich noch nie gehoert - zumindest nicht bis zum Ende. Also ging der heute morgen ueber den Aether und hat mich nicht weniger als begeistert.
Felix Mendelssohn-Bartholdy - Ein Sommernachtstraum Choeur de la Chapelle Royale Paris & Colleguim Vocale Gent, Orchestre des Champs-Élysées, Philippe Herreweghe
Retrobrain (28.07.2022, 10:55): Morton Subotnick:
and the butterflies begin to sing Amernet String Quartett, Bleda Elibal & California EAR Unit
Teils schwermütig, ruhig, dann wieder flatterhaft und unstet. Ich kann mir die Schmetterlinge gut vorstellen in einer geheimnisvollen Welt voller Gefahren und Mystik.
:engel
Und im Anschluß „De Staat“ mit dem Schönberg-Ensemble unter Reinbert de Leeuw von Louis Andriessen. Enthält (laut Wikipedia) Texte von Plato, von Sopran und Mezzosopran vorgetragen, weniger gesungen. Es klingt interessant und minimalistisch. Soweit ich gelesen habe, war Andriessen ein kritischer Bürger und hat in diesem Werk die Texte von Plato verarbeitet. Sie handeln vom idealen Staat und Gerechtigkeit für den Bürger. Ob Andriessen hier wohl der Gesellschaft und der Regierung den Spiegel vorhalten wollte?
:A
Philidor (28.07.2022, 16:34): Felix Mendelssohn Bartholdy - Ein Sommernachtstraum Choeur de la Chapelle Royale Paris & Colleguim Vocale Gent, Orchestre des Champs-Élysées, Philippe Herreweghe Meine Lieblingsaufnahme dieser Musik ...
Joe Dvorak (30.07.2022, 13:09):
Jean Sibelius - Sinfonie Nr. 1 e-Moll, op. 39 Oslo PO, Klaus Mäkelä
Was fuer ein Klang! Kristallklar und feinstdetailreich, leuchtend warm, wuchtig, natuerlich. Ein Orchester, das hoerbar Lust hat, das mit hingebungsvollem Engagement zu spielen. Hier und da ungewohnte Tempowahl, aber fuer mich stimmig. Diese Erste schafft unbaendige Lust, die GA -samt Tapiola und spaeten Fragmenten- ganz zu hoeren.
Maurice inaktiv (30.07.2022, 13:34):
Anton Bruckner : Sinfonie Nr.7, E-Dur AD: 1977
Wiener Philharmoniker, Karl Böhm
Ich habe nicht viele Einspielungen von Karl Böhm, aber seinen Bruckner mag ich doch recht gerne. Dagegen fand ich den "Mozart-Dirigenten" Böhm total langweilig, wobei ich mich hier nur auf die Sinfonien beschränke, da ich keine Opern höre.
Amonasro (30.07.2022, 22:37):
Giacomo Puccini/Luigi Illica/Giuseppe Giacosa: La bohème
Mimì - Alberta Pellegrini Musetta - Bianca Bellesia Rodolfo - Luciano Pavarotti Marcello - Vito Mattioli Schaunard - Walter De Ambrosis Colline - Dmitri Nabokov Parpignol - Guido Pavaro Benoît/Alcindoro - Guido Pasella
Orchestra e Coro del Teatro Municipale di Reggio Emilia, Francesco Molinari-Pradelli Live 1961
Pavarottis erste Opernaufführung wurde durch einen Zufall aufgezeichnet: In der selben Aufführung hatte Dmitri Nabokov sein Debut, der Sohn des bekannten Schriftstellers Vladimir Nabokov. Dieser konnte bei der Aufführung nicht anwesend sein und bat daher einen Bekannten, die Aufführung mitzuschneiden. So wurde nicht nur Pavarottis Debut für die Nachwelt bewahrt, sondern auch das erstaunte Raunen des Publikums während seiner Arie Che gelida manina. Pavarotti hat hier noch einen etwas helleren Stimmklang als später, ist aber sofort wiederzuerkennen und singt hinreißend. Von der übrigen Besetzung ragt niemand heraus und die Aufnahme klingt nicht gerade gut, von daher eigentlich nur etwas für Pavarotti-Fans.
Was die gerade mal 23-jährige Trompeterin hier erneut abliefert, ist allererste Klasse. Es ist unglaublich, was sich im Musikbereich inzwischen für nicht nur hübsche, sondern auch musikalisch teilweise atemberaubende junge Frauen alles trauen und auch können zu spielen.
Ich war letzte Woche auf einem Konzert von Andrea Motis, einer spanischen Jazztrompeterin. 28 Jahre jung, inzwischen verheiratet und Mutter, tritt sie mit großer musikalischer Klasse, aber auch einer wohltuenden Bescheidenheit auf, erzählt in ihrer Moderation auch keinen Schwachsinn, sondern es alles wohltuend durchdacht und trotzdem nicht stromlinienförmig. Respekt !!
Amonasro (07.08.2022, 23:46):
Pietro Mascagni/Giovanni Targioni-Tozzetti/Guido Menasci: Cavalleria rusticana
Orchestra e coro del Teatro alla Scala, Pietro Mascagni 1940
+ Mascagni dirigiert: Rossini: Il barbiere di Siviglia - Ouvertüre Verdi: I vespri siciliani - Ouvertüre Mascagni: L'amico Fritz - Intermezzo Mascagni: I Rantzau - Ouvertüre Mascagni: Guglielmo Ratcliff - Intermezzo Mascagni: Iris - Inno al sole Mascagni: Iris - Danze Mascagni: Le maschere - Ouvertüre Staatskapelle Berlin
Gruß Amonasro
Philidor (08.08.2022, 07:55): Bei mir lief am Wochenende dies:
Jacques Offenbach: Les Contes d'Hoffmann Version Kaye/Keck
Hoffmann - MIchael Spyres Olympia - Kathleen Kim Antonia - Natalie Dessay Giuletta - Tatiana Pavlovskaya Lindorf/Coppélius/Docteur Miracle/Dapertutto - Laurent Naouri Nicklausse/La Muse - Michèle Losier Andrès/Cochenille/Frantz/Pitichinacchio - Francisco Vas La voix de la Mère - Salomé Haller Stella - Susana Cordón Spalanzani - Manel Esteve Madrid Schlémil/Hermann - Isaac Galán Luther - Alex Sanmarti Crespel - Carlos Chausson Nathanael - Airam Hernández
Symphony Orchestra and Chorus of the Gran Teatre del Liceu
Stéphane Denève
Stage director: Laurent Pelly
Joe Dvorak (08.08.2022, 15:00):
Erik Satie - Esoteric Works, Vol. 1 – Ogives, Sonneries de la Rose Croix, Préludes & Danses gothiques Alessandro Simonetto (Klavier)
Der Alben-Titel und das Cover sind freches Marketing, aber bei mir hat es gewirkt.
Joe Dvorak (08.08.2022, 17:07):
Erik Satie - Esoteric Works, Vol. 2 – Vexations, Uspud, Messe des pauvres Alessandro Simonetto (Klavier)
Joe Dvorak (09.08.2022, 09:01): Zu Unrecht lange nicht mehr gehoert. Das ist bleibend:
Jacques Offenbach - Orphée aux enfers André Dran, Bernard Demigny, Claudine Collart, Jean Mollien, Paris PO & Chorus, René Leibowitz
Joe Dvorak (10.08.2022, 12:41):
Laurent Petitgirard - States of Mind Michel Supéra, Budapest SO, Laurent Petitgirard États d'âme (Version f. Altsaxophon & Orchester) Sinfonische Dichtungen: Solitaire / Le Marathon / Flaine
Joe Dvorak (10.08.2022, 17:08): Zum Tagesausklang:
Niccolò Paganini - Studi in 60 variazioni sull'aria Barucabà, op. 14 (arr. f. Violine & Gitarre) Luigi Alberto Bianchi, Maurizio Preda
60 Variationen sind sind mal ein Wort. In diesem Arrangement und mit diesen Interpreten ist das ein kurzweiliger Hochgenuss.
Amonasro (10.08.2022, 23:06):
Opernduette aus Il matrimonio segreto (Cimarosa), Don Pasquale, Marino Faliero (Donizetti), I puritani (Bellini), Attila, Don Carlos, Simon Boccanegra & Un giorno di regno (Verdi)
Thomas Hampson Samuel Ramey Münchner Rundfunkorchester, Miguel Gómez-Martínez
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (11.08.2022, 07:51):
Eyvind Alnaes : Sinfonien Nr.1 AD: 2009
Lettisches Sinfonie-Orchester , Terje Mikkelsen
Die Kombination LSO/Mikkelsen ist durch eine lange und enge Zusammenarbeit, sowie über 20 CD-Einspielungen bestens aufeinander eingespielt. Auf den Komponisten wurde ich durch einen Beitrag im anderen Forum "Capriccio" aufmerksam gemacht.
Seine 1.Sinfonie wurde im März 1898 in Oslo uraufgeführt. Alnaes (1872-1932) war zu diesem Zeitpunkt 26 Jahre alt, ist also ein Frühwerk (mit Opuszahl 7 versehen). Das Werk soll in Berlin entstanden sein, wo er zu dieser Zeit studierte. Er war u.a. in Leipzig ein Schüler von Carl Reinecke gewesen. Seine 2.Sinfonie dagegen, wurde am 07. Januar 1924 uraufgeführt, ist also ein Spätwerk des Komponisten (Opuszahl 43).
Alnaes wurde nur 60 Jahre alt.
Seine 1.Sinfonie kommt mir so überhaupt nicht "jugendlich-frisch" rüber. Auch ist sie, wenn man zeitgenössische Komponisten wie Mahler, Bruckner oder Richard Strauss oder gar Schönberg heranzieht, doch bereits ziemlich altmodisch. Hochromantisch, fein ausgearbeitet, keine Frage, aber man kann auch hören, dass er bei dem doch sehr traditionellen Reinecke studiert hat und nicht etwa bei einem der "Modernisten" seiner Zeit.
Ob ich mir dann noch die 2.Sinfonie anhören werde, weiß ich noch nicht.
Sicher kein Fehlkauf, aber auch kein Komponist, von dem ich jetzt noch weitere Einspielungen benötigen würde.
palestrina (11.08.2022, 10:30):
Opernduette aus Il matrimonio segreto (Cimarosa), Don Pasquale, Marino Faliero (Donizetti), I puritani (Bellini), Attila, Don Carlos, Simon Boccanegra & Un giorno di regno (Verdi)
Thomas Hampson Samuel Ramey Münchner Rundfunkorchester, Miguel Gómez-Martínez
Gruß Amonasro Hallo Amonasro, ich habe diese wundervolle CD im Original Cover....
Hier
LG palestrina
Maurice inaktiv (11.08.2022, 22:58):
Eyvind Alnaes : Sinfonie Nr.2, D-Dur, op. 43
Lettisches Sinfonie-Orchester, Terje Mikkelsen
Heute Abend dann erst die 2. Sinfonie von Anaes. Bis jetzt ein eher subtiles, ruhiges Werk, etwas mystisch-grüblerisches, aber auch sanftes Werk. Gefällt mir bei dem milden Wetter sehr gut. Es erinnert mich an ein anderes Werk, aber ich komme leider nicht auf den Komponisten gerade.
Joe Dvorak (12.08.2022, 05:14):
Knut Müller - Kammermusik (Steichquartette, Steichtrios und Werke f. Klavier solo & Phonola/Pianola solo) Kairos Quartett, Ensemble 01, Steffen Schleiermacher, Wolfgang Heisig
Amonasro (15.08.2022, 18:22):
Giuseppe Verdi/Francesco Maria Piave: I due Foscari
Francesco Foscari - Leo Nucci Lucrezia Contarini - Guanqun Yu Pisana - Bernadett Fodor Jacopo Foscari - Ivan Magrì Barbarigo - István Horváth Jacopo Loredano - Miklós Sebestyén
Chor des Bayerischen Rundfunks Münchner Rundfunkorchester, Ivan Repušić
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (17.08.2022, 04:50):
Giuseppe Sammartini - XII Sonatas for two German Flutes, or Violins with a Thorough Bass, London, 1738 I Fiori Musicali, Maria Giovanna Fiorentino Maria Giovanna Fiorentino & Marco Rosa Salva (Blockflöte), Paolo Tognon (Fagott); Pietro Prosser (Mandola); Roberto Loreggian (Cembalo)
Chaya Czernowin - The quiet, works for orchestra The crescendo trilogy 1 - the quiet 2 - zohar iver (blind radiance) 3 - esh + 4 - white wind waiting 5 - at the fringe of our gaze
1: symphonieorchester des bayerischen rundfunks | conductor: brad lubman 2: ensemble nikel | berner symphonieorchester | conductor: mario venzago 3: kai wessel, countertenor | philharmonisches orchester des staatstheaters cottbus | conductor: evan christ 4: stephan schmidt, guitar | swr sinfonieorchester baden-baden und freiburg | conductor: françois-xavier roth 5: west-eastern divan orchestra | conductor: daniel barenboim
Joe Dvorak (18.08.2022, 17:01): Ich war kurz geneigt, eine alte Waggershausen-Single von 1979 aufzulegen, dann aber doch:
Giovanni Battista Gervasio - Sei duetti per due mandolini, op. 5 (1786) Marco Giacintucci, Francesco Marranzino, Luca Dragani
Gehoert habe ich die Nrs. 1 & 2, die es zusammen auf ueber eine halbe Stunde Spielzeit bringen. Ganz launig und durchaus mit Ueberraschungsmomenten, v.a. in den langsamen Mittelteilen.
a-way (18.08.2022, 17:23):
SPECTRUM - 50 Contemporary works for solo piano Thalia Myers, Klavier
Eleanor Alberga - if the silver bird could speak - only a wish away Diana Burrell - Constellations I & II und III (The little bear)
Anthony Payne - Song without end
a-way (19.08.2022, 09:35):
- Hauschka - aus A different forest - 10. Daybreak over Covent Garden - James Wood - 2. / 3. Phainomena New London Chamber Choir, Critical Band, James Wood - Andrew Staniland - 1. Talking down the tiger Ryan Scott, percussion; Andrew Staniland, electronics
Joe Dvorak (20.08.2022, 01:27): Bei den neu hinzugestossenen onepersonshows (onewomanshow, onemanshow) muss man immer genau hinschauen, mit wem man es gerade zu tun hat. Ich verlese mich jedenfalls leicht. Bin gespannt, wer da noch alles kommt. Onenonbinaryshow, onegenderfluidshow, oneagendershow oder irgendeine andere der je nach Quelle bis zu 64 oder mehr moeglichen Shows.
Herzlich Willkommen @onewomanshow im Forum und DANKE, dass du diesen (und den analogen 'Neben'-) Faden belebst. :thanks
Obwohl der die billigste Methode ist, um wenigstens ein Minimum an Aktivitaet zu zeigen und sei es nur, um den anderen mitzuteilen, ich bin noch dabei, wird er nur wenig bedient. Warum? Wegen der Es bringt nichts nur ein Cover zu posten-Einstellung, dem Eine gepostete Scheibe sollte auch besprochen werden-Selbstanspruch oder weil halt keine Musik gehoert wird oder einfach nur aus 'Zeitmangel', Traegheit oder Desinteresse? Egal, ich freue mich jedenfalls ueber jedes Posting in diesem Faden.
:hello
a-way (20.08.2022, 09:16): und sei es nur, um den anderen mitzuteilen, ich bin noch dabei, Ach so, also ich probiere eher aus.
Danke fürs Willkommen. :)
Nicola LeFanu - Invisible Places (in 16 continuous sections) Ian Mitchell (Klarinette), Caroline Balding, David Angel (Violinen), Yuko Inoue (Viola), Jo Cole (Cello)
Roxanna Panufnik - Letters from Burma (Version für Oboe und Streichquartett) Nicholas Daniel (Oboe), Sacconi Quartet
a-way (20.08.2022, 09:26):
Bei den neu hinzugestossenen onepersonshows (onewomanshow, onemanshow) muss man immer genau hinschauen, mit wem man es gerade zu tun hat. Ich verlese mich jedenfalls leicht. Onemenshow schreibt sich ja mit e, da finde ich geht´s einigermaßen. Aber stimmt schon.
Sfantu (20.08.2022, 10:16):
Johann Caspar Ferdinand Fischer
Le journal du printemps
Suiten Nr. 1 C-dur, Nr. 2 a-moll, Nr. 3 g-moll, Nr. 4 d-moll, Nr. 6 F-dur, Nr. 7 g-moll und Nr. 8 C-dur
Der sudetische Komponist (1656-1746), zuletzt Kapellmeister am markgräflich Badischen Hofe in Rastatt, schreibt hörbar von Lully beeinflusst. Die prächtigen Frühlings-Suiten werden von den Orfeii lustvoll aufgespielt. In den Tanzsätzen mit reizvollen Akzenten durch Tambourin, Castagnetten und anderem Schlagwerk garniert.
Joe Dvorak (20.08.2022, 10:18): Bei den neu hinzugestossenen onepersonshows (onewomanshow, onemanshow) muss man immer genau hinschauen, mit wem man es gerade zu tun hat. Ich verlese mich jedenfalls leicht. Onemenshow schreibt sich ja mit e, da finde ich geht´s einigermaßen. Aber stimmt schon. Achja, die alten Augen...
Franz Schubert - Ausgewaehlte Lieder aus der "Winterreise" (arr. f. Mezzo-Sopran, Arpeggione & Fortepiano ) Danish Schubert Trio
Stark!
a-way (20.08.2022, 13:10):
J. C. F. Fischer - Harpsichord Suites Tony Millán, harpsichord
Sfantu (20.08.2022, 22:49): Mit der Fischer-Cembalo-CD lebäugle ich nun auch.
Joe Dvorak (21.08.2022, 04:36): Sonntagmorgen-Andacht:
Wolfgang Amadeus Mozart - Grosse Messe c-Moll, K. 427 Les Artes Florissants, William Christie
Joe Dvorak (21.08.2022, 07:55):
Franz Schubert - Winterreise op. 89 (Fassung f. Bariton, Chor & Klavier; arr. Gregor Meyer) Daniel Ochoa, Vocalconsort Leipzig, Chrisitan Peix
Warum braucht es noch eine Version, wo es doch schon mehrere hundert Aufnahmen im Original gibt und {hier Name des persoenlichen Favoriten einsetzen} in seiner existenziellen Darstellung von Hoffnung, Enttäuschung, Trauer, Schmerz, Zweifel, Freude, Sehnsucht ohnehin unuebertroffen bleiben wird (kleiner Scherz :P )? Weil ich das ganz hervorragend gemacht und dargeboten finde.
Joe Dvorak (21.08.2022, 10:15): Von den juengeren Aufnahmen laueft die gerade gehoerte mit Abstand am haeufigsten und stets bis zum Ende:
Franz Schubert - Winterreise D. 911, op. 89 Mathias Hedegaard, Tove Lønskov
Bei den Alten haben Josef Greindl und Hertha Klust (m)eine ebensolche Ausnahmestellung.
a-way (21.08.2022, 10:56):
Krzysztof Penderecki - Polymorphia Aukso Tychy Chamber Orchestra, Krzysztof Penderecki
(sowie von der gleichen CD - non classic: Jonny Greenwood - Popcorn Superhet Receiver & 48 Responses to Polymorphia Aukso Tychy Chamber Orchestra, Marek Moś)
Philidor (21.08.2022, 11:08): Wegen der Es bringt nichts nur ein Cover zu posten-Einstellung, dem Eine gepostete Scheibe sollte auch besprochen werden- Menno, der Joe Dvořák legt die Latte wieder hoch ... dabei ist "niedrigschwellig" das neue "intellektuell" ... ;)
.. also, ich gebe mir Mühe:
Maurice Duruflé: Prélude et fugue sur le nom d'Alain op. 7
John Scott Orgel der St. Paul's Cathedral, London (V/105 in 9 Werken in zwei Abschnitten - Chancel section/West section)
Friedhelm Flamme Mühleisen-Orgel der Stiftskirche zu Bad Gandersheim (III/50)
Erstma die Musik: Duruflé ist vielleicht der bekannteste Komponist von Orgelmusik, die man cum grano salis dem Impressionismus zuordnen könnte (Hä? Geht das zusammen? Orgel und Impressionismus?), und das Prélude aus op. 7 ist ein gutes Beispiel dafür.
Warum "sur le nom d'Alain"? Duruflé wollte dem durch eine deutsche Kugel bei Saumur gefallenen Jehan Alain ein Denkmal setzen. Widmung des Werkes: "A la mémoire de Jehan Alain, mort pour la France".
Duruflé entwarf ein einfaches Notenalfabet. In der Reihenfolge "Buchstabe -> Ton": A->A, B->B, C->C, D->D, E->E, F->F, G->G, H->H, und jetzt geht's von vorne los: I->A, J->B, K->C, L->D, M->E, N->F, ... und da man für den Namen "Alain" nicht mehr Zuordnungen braucht, müssen wir nicht über den Umgang mit dem Tönen "B" und "H" beim Buchstaben "P" ff. räsonnieren.
Jedenfalls wird "ALAIN"->"ADAAF" zum Thema, genauer: zum Themenkopf im Prélude wie in der Fugue.
Darüber hinaus zitiert Duruflé das Hauptthema aus den "Litanies", dem bekanntesten Orgelwerk von Jehan Alain kurz vor Schluss des Prélude.
Beide Aufnahmen haben ihren Reiz, Die St. Pauls Cathedral steuert einen wundervollen Raum bei, der das Prélude erst so richtig zum Flirren bringt. In Bad Gandersheim hört man hingegen, wie viele Tasten der Organist tatsächlich drückt. (Sozusagen "La mer" mit spätem Karajan und frühem Boulez).
Andréjo (21.08.2022, 11:46): Dank an Philidor! Als Verehrer seines Requiems wird es für mich Zeit, endlich die komplette Orgelmusik von Duruflé anzuschaffen. Welche der beiden Einspielungen ich mir zulege, soll der Preis entscheiden. :)
EDIT: Dann wird es allerdings die Produktion von cpo - und zwar eklatant ...
:hello Wolfgang
Philidor (21.08.2022, 11:56): Dann wird es allerdings die Produkiton von cpo Gute Entscheidung! Neben op. 7 steht vor allem die Suite op. 5 der Gunst der Abermillionen Orgelfreunde weit oben ... insbesondere wegen der finalen Toccata, welche zu ihrer Zeit das technisch anspruchsvollste Orgelwerk war. (Darum spielt heute jeder bessere Dorforganist eben diese Toccata.)
Andréjo (21.08.2022, 12:00): Jou! Die Produkiton - unbekannter Gräzismus - habe ich zu spät bemerkt. Wurscht, auch wenn der Deutschlehrer-Pfennigfuchser das nicht so gern hat. :D
Sfantu (21.08.2022, 12:34): Also, ich find' ihn ganz putzig, den/die/das Produkiton. Und wo bliebe die Orientierung für die armen Ausführenden, hätten sie neben dem Kammerton nicht auch den überaus wichtigen Produkiton?!
Joe Dvorak (21.08.2022, 13:22): Wegen der Es bringt nichts nur ein Cover zu posten-Einstellung, dem Eine gepostete Scheibe sollte auch besprochen werden- Menno, der Joe Dvořák legt die Latte wieder hoch ... dabei ist "niedrigschwellig" das neue "intellektuell" ... ;) Menno, stimmt doch gar nicht. :I Der Joe spekulierte bloss, dass andere entweder mit dem Stab richtig hoch oder sonst lieber gar nicht springen wollen... oder so aehnlich.
a-way (21.08.2022, 13:59): @Joe Dvorak Halte ich für Quatsch, aber spekulieren muss man ja manchmal / darf man. Ein Taschentuch für die Tränen bekommst du trotzdem von mir, auch wenn du wohl wegen Philidor weinst. Ein Trost-Smiley in Foren ist manchmal auch recht hübsch. Und zum Glück steht zwischen den Blumen und dem Bier das Thank You, sonst wüsste man ja gar nicht, was man nehmen sollte.
Sfantu (21.08.2022, 18:21):
Martin Christian Schultze
Trattamento dell`Harmonia per sinfonie da camera a quatro istrumenti
Ensemble Klingekunst: Sieglinde Größinger, Traversflöte Dimitris Karakantas, Violine Christoph Urbanetz, Gambe Katarzyna Cichoń, Violoncello Maja Mijatović, Cembalo (CD, cpo, 2018, ℗ 2020)
Lustvoll und pointiert interpretieren die Klingekünstler in Ersteinspielung diese Sammlung von sechs Sinfonie da camera von Schultze. Schultze? Über diesen Musiker ist offenbar nur wenig mehr als nichts bekannt. Das Trattamento erschien 1733 in Paris. Die stilistische Nähe zu Telemanns Pariser Quartetten aus dieser Zeit überrascht kaum. Schultze schreibt an den italienischen Stil angelehnt. Die Musik ist vielfarbig und anregend, macht beim Hören unmittelbar Freude. Beim Cembalo könnte ich mir ein Instrument mit mehr knarzigem Timbre, mit mehr Biß vorstellen. Nota bene ein Gejammer auf hohem Niveau. Wer etwa an den erwähnten Telemann-Quartetten oder den Concerts Royaux von Couperin Gefallen findet, sollte hier nicht enttäuscht werden.
Joe Dvorak (22.08.2022, 02:04): @Joe Dvorak Halte ich für Quatsch, aber spekulieren muss man ja manchmal / darf man. (...) Das fuer Quatsch zu halten ist Spekulation. :P Ob diese haltlos ist oder nicht, koennen nur die 'anderen', also diejenigen, die regelmaessig online sind, aber nur sehr selten bis nie in diesem Faden posten, aufloesen. Ich hatte ja noch andere Hypothesen angeboten.
Und ja, je aelter man (t/b/i/q/x/.../w/.../m) wird, desto mehr spekuliert man zwangslaeufig. Jede Unternehmung, die ich ueber ein Jahr hinaus plane, ist spekulativ. Nach der Periodensterbetafel des statistischen Bundesamts ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich in einem Jahr noch lebe 99,13 %. Ich spekuliere also, dass ich nicht zu den 0,87% gehoere, die es erwischt. Nun koennte man einwenden, dass ein relativ geringes, natuerliches Risiko auszublenden, keine Spekulation sei. Aber ist es wirklich so gering? Oder anders herum: wuerde ich ein riskantes Unternehmen eingehen, wenn ich weiss, dass es mich mit 0,87% Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres umbringt? Das haengt davon ab, welcher Ertrag (materiell, ideell) dabei winkt - aber wahrscheinlich waere mir das in jedem Fall zu spekulativ... Jetzt bin ich arg ins Spekuieren geraten. Wir sind hier im Geradehoerfaden - im Hauptfaden, indem es um Klassik geht. Aber ich hoere gerade keine Klassik, deshalb poste ich hier jetzt nix. :hello
Joe Dvorak (22.08.2022, 04:46): Jou! Die Produkiton - unbekannter Gräzismus - habe ich zu spät bemerkt. Wurscht, auch wenn der Deutschlehrer-Pfennigfuchser das nicht so gern hat. :D Die Anwesenheit eines solchen macht mir schwer zu schaffen. Mir ist Ortogravi und Kommasetzung, eigentlich sowas von schnuppe - aber hier ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich nachsehe, wenn ich mir unsicher bin - damit es dem armen Andréjo nicht die Schuhe auszieht. Aber jetzt Musik:
Suiten, Sonaten & Fantasien, Floetensolos des 18. Jahrhundert Yvonne Chavez Hansbrough (Barockfloete)
Werke von Biosmortier, Blavet, J.S. Bach, Telemann, Quantz & C.P.E. Bach
a-way (22.08.2022, 09:11): Das fuer Quatsch zu halten ist Spekulation. :P Ja, weiß ich. (Und eine Meinung.) Zusammenhänge zwischen Alter und mehr Spekulation sind mir bisher aber noch nicht aufgefallen und menschliche Eigenauskünfte vielleicht ein Thema für sich. Was ist denn eigentlich auf deinem T-Shirt drauf? Das Emblem oder Bild in der Mitte? :hello
a-way (22.08.2022, 10:06):
24 Preludes from Japan, Kumi Uchimoto, Klavier https://www.prostudiomasters.com/album/page/18553
Zurück ins Hoch-Barock, ins Stuttgart des Jahres 1682, zu einem Lullisten par excellence. Kusser (1660-1727) wird von Booklet-Autor Philippe Beaussant als launisch, streitlustig und herrschsüchtig beschrieben. Drum hielt es ihn selten länger an einer Wirkungsstätte. Die Höfe in Braunschweig und Stuttgart sowie (kurzzeitig) die Hamburger Gänsmarkt-Oper sind die wohl bedeutenderen darunter. Ab 1704 verbrachte Kusser den Rest seines Lebens in Irland. Der frankophile Herzog von Württemberg wurde ein früher Förderer Kussers. Der junge Musiker hielt sich zwischen 1674 und 1682 mehrfach in Paris auf um sich im Stile Lullys zu schulen. In der Widmung der vorliegenden Ouvertüren an seinen späteren Dienstherrn bekennt sich Kusser denn auch offen zu seinem musikalischen Vorbild: "Die Dankbarkeit, die ich schulde aus der Gnade, die ich von seiner Durchlaucht erhielt, verpflichtet mich, nach allem zu suchen, was zu seiner Unterhaltung beiträgt. Ich glaube dies nicht besser tun zu können als mich zu bemühen, den berühmten Baptiste zu imitieren, dessen Werke heute das Plaisir aller Höfe von Europa sind ". Als Kussersches Alleinstellungsmerkmal wird das Spiel mit Rhythmus und Betonungen in den Menuetten herausgestrichen. Kussers Stil ist höfisch und kunstvoll, mit einem leichten Schlag ins Steife, Trockene. Wie viel farbiger und lustvoller Fischers Journal du printemps (Beitrag Nr. 922)!
Sauberes Spiel des historisierenden Ensembles aus Bratislava (Kussers Geburtsort). Und doch: etwas mehr Aufgekratztheit und Attacke bekämen dieser Musik sicher gut.
Die einzelnen Sätze sind nicht separat anspielbar. Sechs Suiten, sechs Tracks.
Andréjo (22.08.2022, 11:46): Jou! Die Produkiton - unbekannter Gräzismus - habe ich zu spät bemerkt. Wurscht, auch wenn der Deutschlehrer-Pfennigfuchser das nicht so gern hat. :D Die Anwesenheit eines solchen macht mir schwer zu schaffen. Mir ist Ortogravi und Kommasetzung, eigentlich sowas von schnuppe - aber hier ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich nachsehe, wenn ich mir unsicher bin - damit es dem armen Andréjo nicht die Schuhe auszieht. Aber jetzt Musik:
Suiten, Sonaten & Fantasien, Floetensolos des 18. Jahrhundert Yvonne Chavez Hansbrough (Barockfloete)
Werke von Biosmortier, Blavet, J.S. Bach, Telemann, Quantz & C.P.E. Bach Erstens bin ich pensioniert, zweitens harmlos im Wesen, drittens gehörst Du als Joe nach meinen Erfahrungen bislang wahrlich nicht zu denen, wo es viel zu kritisieren gäbe ... Aber das weißt Du schon selber ... ;) :D
Was den formalen Pfennigfuchser beim Korrigieren anbelangt: Du weißt ja, wie die Deutschen sind. Erst die Form, dann der Inhalt. Erst Bürokratie, dann intelligentes Schaffen ... Ich gebe zu, dass ich Formalfehler oft sehe und gesehen habe, die anderen nicht auffallen.
:) Wolfgang
Joe Dvorak (22.08.2022, 12:15): Jou! Die Produkiton - unbekannter Gräzismus - habe ich zu spät bemerkt. Wurscht, auch wenn der Deutschlehrer-Pfennigfuchser das nicht so gern hat. :D Die Anwesenheit eines solchen macht mir schwer zu schaffen. Mir ist Ortogravi und Kommasetzung, eigentlich sowas von schnuppe - aber hier ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich nachsehe, wenn ich mir unsicher bin - damit es dem armen Andréjo nicht die Schuhe auszieht. Erstens bin ich pensioniert, zweitens harmlos im Wesen, drittens gehörst Du als Joe nach meinen Erfahrungen bislang wahrlich nicht zu denen, wo es viel zu kritisieren gäbe ... Aber das weißt Du schon selber ... ;) :D Ja, es gibt wenig zu kritisieren, eben weil ich mich kundig mache. :D
Aber wozu mache ich das? Das Universum geraet nicht aus dem Gleichgewicht, wenn ich falsch 'desweiteren' statt richtig 'des Weiteren' schreibe. Das mache ich uebrigens mit voller Absicht, weil ich nicht einsehe, dass 'desweiteren' falsch sein soll, nur weil im Duden steht, das es falsch ist. Ich finde 'des Weiteren' sieht bescheuert aus. Beim Ignorieren der Rechtschreibregeln kann ich ebenso stur sein, wie diaetisch-alimentiertes 'Spitzenpersonal' beim Ignorieren der Regeln von Physik und Mathematik. :rolleyes:
a-way (22.08.2022, 12:47):
Aleks Schürmer - À ses derniers pas, entrant dans la boue, I. und V. Grégoire Blanc, Aleks Schürmer
Philidor (22.08.2022, 18:47): weil ich nicht einsehe, dass 'desweiteren' falsch sein soll, nur weil im Duden steht, das es falsch ist. Ei doch. Des isch die Deffinizion von Richtig und Falsch. Sozusagen der Buch gewordene Baum der Erkenntnis.
Der Duden sagt auch, dass die Konjunktion "dass" mit zwei "s" geschrieben wird, trotz heftiger Proteste aus dem mit einer bestimmten monotheistischen Religion assoziierten Ausland.
Beim Ignorieren der Rechtschreibregeln kann ich ebenso stur sein, wie diaetisch-alimentiertes 'Spitzenpersonal' beim Ignorieren der Regeln von Physik und Mathematik. Ob in diesen Satz zwingend ein Komma gehörte ...? ;)
Maurice inaktiv (23.08.2022, 09:53): Ob in diesen Satz zwingend ein Komma gehörte ...? Jetzt mache mal einen Punkt. :rofl
Sfantu (24.08.2022, 14:23):
Franz Joseph Haydn
Quartette für zwei Violinen, Bratsche und Violoncello Es-dur op. 1 Nr 5 (auch Nr. 0) C-dur op. 1 Nr. 6 D-dur op. 2 Nr. 1 G-dur op. 2 Nr. 2
Kodály Quartett (CD, Naxos, 1991)
Nach längerer Abwesenheit bin ich heute wieder im Landeanflug auf den internationalen Flughafen Esterháza. Um beim Bild zu bleiben, würde ich gern behaupten, diese Musik begrüße mich heiter und entspannt in der smoker`s lounge. Dazu müßte ich aber erst mit dem Rauchen anfangen. Egal - auch mit nicht kontaminierten Atemwegen kann man sich hier genüßlich delektieren. Die ersten Gehversuche der Gattung Streichquartett begleitet das Kodály-Quartett behutsam und gediegen. Das schnörkellose Spiel ist wohltuend, der Klang könnte trockener und direkter sein. Aber ja - in der fürstlichen Redoute mag es schon etwas halliger getönt haben. Und das Ohr gewöhnt sich mit der Zeit dran. Aufnahmeort: Budapesti Unitárius templom (=Unitaristen-Kirche Budapest)
Amonasro (24.08.2022, 21:14):
Giuseppe Verdi/Francesco M. Piave/Arrigo Boito: Simon Boccanegra
Simon Boccanegra - Lawrence Tibbett Amelia Grimaldi - Elisabeth Rethberg Jacopo Fiesco - Ezio Pinza Gabriele Adorno - Giovanni Martinelli Paolo Albiani - Leonard Warren Pietro - Louis D'Angelo Un capitano dei balestrieri - Giordano Paltrinieri Un' ancella di Amelia - Pearl Besuner
Orchestra & Chorus of the Metropolitan Opera House, Ettore Panizza Live 21.01.1939
Lawrence Tibbett hat eine sehr dunkle, kraftvolle Stimme die gerade zu dieser Rolle sehr gut passt.
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (26.08.2022, 04:11): Was ist denn eigentlich auf deinem T-Shirt drauf? Das Emblem oder Bild in der Mitte? :hello Das ist Master Roshi (aka "Turtle Hermit"), eine Manga-Figur. Er ist uralt, schlau und versaut.
Ich hoere:
Juan Crisóstomo de Arriaga - Obertura de los Esclavos Felices & Sinfonía en Re menor Orquestra de Cadaqués, Neville Marriner
a-way (26.08.2022, 12:18): Das ist Master Roshi (aka "Turtle Hermit"), eine Manga-Figur. Er ist uralt, schlau und versaut. Oh. Uralt und schlau erinnert mich an Morla bei Michael Ende. Ich habe gar keine T-Shirts mit Emblem, fällt mir auf.
aus Passage F. Liszt: - Ungarische Rhapsodien Nr. 2, cis-Moll - Liebeslied, nach Schumann "Widmung" Chopin: Nocturne Nr. 20, cis-Moll, op. posth. Mao Fujita, Klavier
W. A. Mozart: Piano Music, Fugues, Rondos and Fantasias Sang Woo Kang, Klavier
a-way (27.08.2022, 11:19):
Deems Taylor - Through the looking glass 1. Seattle Symphony, Gerard Schwarz 2. Eastman Rochester Symphony Orchestra, Howard Hanson
Die Rochester Aufnahme gefällt mir besser, das Orchester ist mir aber auch schon mehrmals positiv aufgefallen.
Deems Taylor - Peter Ibbetson
Peter Ibbetson . . . . . . . . . Anthony Dean Griffey, Tenor Mary, Duchess of Towers . . . Lauren Flanigan, Soprano Colonel Ibbetson . . . . . . . . . . . Richard Zeller, Baritone Major Duquesnois/Chaplain . Charles Robert Austin, Bass Mrs Deane . . . . . . . . . . . Lori Summers, Mezzo-soprano
Seattle Symphony and Chorale, Gerard Schwarz
Joe Dvorak (27.08.2022, 12:17):
Kurt Weill - Die Dreigroschenoper Rolf Wollrad, Reinhard Firchow, Jane Henschel, Peter Nikolaus Kante, Jolanta Teresa Kuznik, Walter Raffeiner, Ulrike Steinsky, Gabriele Ramm, König Ensemble, Jan Latham-König
Der Mensch ist gar nicht gut / Drum hau ihn auf den Hut / Hast du ihm auf dem Hut gehaun / Dann wird er vielleicht gut.
Joe Dvorak (27.08.2022, 15:51): Hui, diese Oper fuer Bettler ist wahrlich nicht schlecht. Das muss wiederholt werden:
Kurt Weill - Die Dreigroschenoper (Arr. James Last) Karin Baal, Berta Drews, Franz Josef Degenhardt, Hanne Wieder, Hannes Messemer, Hans Clarin, Helmut Qualtinger, Martin Held, Orchester James Last
Philidor (27.08.2022, 19:00): Hier eine Orgel aus einem Land, das es gar nicht gibt ...
Charles-Marie Widor: Orgelsinfonie Nr. 5 f-Moll op. 42/1
Louis Victor Vierne: Orgelsinfonie Nr. 3 fis-Moll op. 28
Iveta Apkalna Klais-Orgel der Weiwuying Concert Hall, Taiwan (V/127)
Amonasro (27.08.2022, 20:07):
Giuseppe Verdi/Francesco M. Piave/Arrigo Boito: Simon Boccanegra
Simon Boccanegra - Paolo Silveri Amelia Grimaldi - Antonietta Stella Jacopo Fiesco - Mario Petri Gabriele Adorno - Carlo Bergonzi Paolo Albiani - Walter Monachesi Pietro - Giorgio Giorgetti Un capitano dei balestrieri - Walter Collo Un' ancella - Bianca Furlai
Orchestra Sinfonica e Coro di Roma della RAI, Francesco Molinari-Pradelli 1951
Nochmal der Boccanegra, verglichen mit dem zuletzt gehörten Live-Mitschnitt weniger dramatisch, dafür sehr klangschöne Interpretationen von Silveri und Stella. Bergonzi klingt hier ungewohnt baritonal. Beide Aufnahmen haben leider ein paar Kürzungen.
Gruß Amonasro
Sfantu (27.08.2022, 22:47):
Wolfgang Amadé Mozart
Le nozze di Figaro
Conte - Ruggiero Raimondo Contessa - Lucia Popp Susanna - Barbara Hendricks Figaro - José van Dam Cherubino - Agnes Baltsa Marcellina - Felicity Palmer Basilio - Aldo Baldin Don Curzio - Neil Jenkins Bartolo - Robert Lloyd Antonio - Donald Maxell Barbarina - Cathryn Pope Due giovinotte - Cathryn Pope, Catherine Denley
Ambrosian Opera Chorus Academy of Saint Martin-in-the-Fields - Neville Marriner (3 LPs, Philips, 1986)
Mit dieser Gesamtaufnahme lernte ich in meiner Schulzeit den Figaro kennen während ich in der damaligen Produktion unseres Stadttheaters als Statist mitwirkte. Mit der Zeit wurden andere Aufnahmen interessanter - spätestens René Jacobs machte (fast) Alles spannender, packender, mit mehr Biß, sodaß die Marriner-CD-Box irgendwann wieder aus meiner Sammlung verschwand. Kürzlich fiel mir die LP-Box für einen unwiderstehlichen Preis und im NMINT-Zustand in die Hände. Ich griff zu. Heute wanderten die 3 Scheiben durch meine Waschmaschine und nun auf den Plattenteller. Aus einem famosen Ensemble ragen die mit bezauberndem Charme und subtilem Witz brillierende Barbara Hendricks und der glockenreine Sopran Lucia Popps hervor. Letztere durchlebt zudem die Seelenqualen der liebenden und leidenden Gattin zum Mit-Durchleiden schön. Herrlich vordergründig höflich, im Grunde aber ätzend gehässig das Duett Susanna - Marcellina: der Impetus zum Augen-Auskratzen ist geradezu greifbar. Gleichermaßen luxuriös wie beinahe etwas überzüchtet-hormontriefend Agnes Baltsa als Cherubino. Raimondi transportiert mit seinem nicht über die Maßen verführerischen Timbre die Figur des arroganten und herrischen Conte sehr rollengerecht. Marriner navigiert alle und alles mit silbrig-noblem Understatement, die Academy grundiert auf elegante Art und Weise: rund, federnd, schlank und doch klangschön.
Eine beglückende Wiederbegegnung.
Philidor (27.08.2022, 23:16): Mit dieser Gesamtaufnahme lernte ich in meiner Schulzeit den Figaro kennen War auch meine erste GA. Ähnliche Geschichte - Erich Kleiber, Giulini, Gardiner und Jacobs liefen ihr nach und nach den Rang ab, aber Wiederhören war sehr erfreulich!
Sfantu (27.08.2022, 23:42): @Philidor Sfantu gefällt das. Bin gerade erst auf der 5. von 6 LP-Seiten. Nachdem ich gestern meine Freundin nach Memmingen zum Flughafen chauffieren durfte und mein Kofferraum auf dem Rückweg nicht leer blieb, begleitet nun den letzten Figaro-Akt feinster Gerstensaft aus dem Allgäu.
Joe Dvorak (28.08.2022, 01:52): Wolfgang Amadé Mozart
Le nozze di Figaro
(...)
Ambrosian Opera Chorus Academy of Saint Martin-in-the-Fields - Neville Marriner
(...)
Eine beglückende Wiederbegegnung. Gekuerzt v. Joe, steht ja oben schon alles da.Joe Dvorak gefaellt dieser Beitrag.
Moensch, das ist so toll und appetitanregend beschrieben, dass ich mir das bei Gelegenheit geben muss. Zumal ich durch die Brecht-Vertonung bei der Stimmenversoehn:toechtungs-Arbeit einen weiteren grossen Schritt gemacht habe. Und Hendricks gefiel mir schon vorher. Ja, nach irgendwas mit Marriner scheinen Alternativen oft interessanter, aber bei der Rueckkehr lernt man den Unterschied zwischen Schein und Sein.
Amadé (28.08.2022, 11:04): Haydn Sinfonie Nr. 94 G-Dur
Auch wenn ich in meiner Übersicht im Klassik-Prisma einiges an dieser Aufnahme auszusetzen habe, gefällt sie mir (heute) doch durch Jochums luzides Musizieren.
Gruß Amadé
Sfantu (28.08.2022, 11:19): Bei dem vorübergehend eingetrübten Wetter ist mir heute Vormittag nach postbrahmsisch klanggesättigtem, schwelgerischen Fin de siècle. Was mich bei Giuseppe Martucci fasziniert, ist die raubtierhafte Unberechenbarkeit, die wiederholt hervorlugt - beispielsweise im Scherzo des Klaviertrios. Das erzeugt wohlige Schauer.
Klavierquintett C-dur op. 45
Patrizia Prati, Klavier Quartetto di Venezia (CD, aura, 1999)
Allegro giusto 10`34 Andante con moto 9`26 Scherzo. Allegro vivace 6`32 Finale. Allegro con brio 6`38
Klaviertrio Nr. 1 C-dur op. 59
Lorenzo Baldini, Klavier Emanuele Baldini, Violine Marco Ferri, Violoncello (CD, Agora, 2007)
Allegro 11`11 Scherzo. Allegro molto - Trio. Allegretto - Allegro molto 8`05 Andante 10`42 Finale. Allegro risoluto 7`19
Sfantu (28.08.2022, 11:28): Beide Aufnahmen haben leider ein paar Kürzungen. Lieber Amonasro,
sind es bestimmte Passagen, die typischerweise (also wiederholt) beim Boccanegra gekürzt werden? Also,sind es einfach gewisse Arien oder Chöre, die entfallen? Oder aber sind es Schnitte, die den Gang der Handlung beeinflussen?
Herzliche Grüße, Sfantu
Sfantu (28.08.2022, 11:33): Auch wenn ich in meiner Übersicht im Klassik-Prisma einiges an dieser Aufnahme auszusetzen habe, gefällt sie mir (heute) doch durch Jochums luzides Musizieren. Lieber Amadé,
Deine gerade gehörte Dresdner Aufnahme ist mir vor kurzem als Eterna-LP in die Hände gefallen. Habe sie noch nicht aufgelegt. Bin gespannt, wie sie im Vergleich zu Jochums DG-Aufnahmen mit dem London Philharmonic abschneidet.
a-way (28.08.2022, 12:05): Aus der Dreigroschenoper hängt "Ja; mach nur einen Plan sei nur ein großes Licht! Und mach dann noch´nen zweiten Plan, gehn tun sie beide nicht." in meinem Kopf fest. Wusste gar nicht, dass man das mit dem Hut einfach rausnehmen kann, wäre mir ohne Zitat gar nicht aufgefallen. Ich höre es zumindest nicht. Habe die Oper mal bei unseren Feinden in der Nachbarstadt gesehen und wusste gar nicht (edit: also nicht mehr), dass die ein Theater haben. :(
:hello Onewoman geht lieber von gestern nachholen.
Philidor (28.08.2022, 13:17): Letzten Dienstag war ich im Hohen Dom zu Mainz - Olivier Latry spielte das dritte und letzte der Konzerte rund um die Einweihung der neuen Hauptorgel des Domes (IV/96). Zum ersten Mal habe ich Schlangen (von anstehenden Besuchern) bei einem Orgelkonzert gesehen ...
... unter anderem spielte Latry den "Choral varié sur le thème du Veni Creator" (aus op. 4):
Maurice Duruflé: Prélude, Adagio et Choral varié sur le thème du Veni Creator op. 4
Friedhelm Flamme Mühleisen-Orgel der Stiftskirche zu Bad Gandersheim
Ich erinnere mich, dass Freund andréjo dieser CD nähertreten wollte, doch hüllt er sich in Schweigen ... ich fand noch eine wohlwollende Rezension:
Duruflé: Organ Music SACD - Classics Today
Gruß Philidor
:hello
palestrina (28.08.2022, 13:21): Für Winterreisen bin ich immer zu haben! :D
Weil ich das ganz hervorragend gemacht und dargeboten finde. Hallo, habe mir diese Aufnahme mit Ochoa besorgt, und ja, auch mir gefällt das ausgesprochen gut, bin immer sehr offen für solche Experimente, :) und dieses ist sehr gelungen!
Von den juengeren Aufnahmen laueft die gerade gehoerte mit Abstand am haeufigsten und stets bis zum Ende: Die mit Mathias Hedegaard habe ich mir auch besorgt, aaaaber die ging noch nicht so an mich ran, oder, ließ ich sie nicht so an mich ran? ?( Aber erstmal vielen Dank! :thanks
LG palestrina
Joe Dvorak (29.08.2022, 00:20): Für Winterreisen bin ich immer zu haben! :D Weil ich das ganz hervorragend gemacht und dargeboten finde. Hallo, habe mir diese Aufnahme mit Ochoa besorgt, und ja, auch mir gefällt das ausgesprochen gut, bin immer sehr offen für solche Experimente, :) und dieses ist sehr gelungen!Von den juengeren Aufnahmen laueft die gerade gehoerte mit Abstand am haeufigsten und stets bis zum Ende: Die mit Mathias Hedegaard habe ich mir auch besorgt, aaaaber die ging noch nicht so an mich ran, oder, ließ ich sie nicht so an mich ran? ?( Aber erstmal vielen Dank! :thanks
LG palestrina Hallo palestrina,
vielen Dank fuer die Rueckmeldungen zu Ochoa und Hedegaard. Bei Letzterem kann ich mir vorstellen, dass er mit seinem eigenwilligen, bisweilen exzentrischen Stil bei Liedhoerern nicht nur Freunde findet. Ich hoere -von der Rockmusik herkommend- da hindurch und finde bei Hedegaard das, was fuer mich einen guten Saenger ausmacht. Die Texte wirken bedeutungsvoller und vermitteln (mir) mehr Erkenntnisse als das, was tatsaechlich geschrieben steht.
Joe Dvorak (29.08.2022, 00:38):
Pyotr Tchaikovsky - Sinfonie Nr. 6 h-Moll, op. 74 "Pathétique" Wiener Philharmoniker, Lorin Maazel
Der Wahn! :thumbsup: Ich weiss nicht, wann das Maazel-Bashing in Mode gekommen ist, aber an dem, was er in jungen Jahren gemacht hat, kann es kaum liegen, vgl. auch seinen Respighi.
Joe Dvorak (29.08.2022, 04:12): Nun liegt bereit:
George Gershwin - Porgy und Bess Barbara Hendricks, Leona Mitchell, Florence Quivar, Willard White, Francois Clemmons, McHenry Boatwright, Celveland Orchestra & Chorus, Lorin Maazel
Amonasro (29.08.2022, 09:47): Beide Aufnahmen haben leider ein paar Kürzungen. Lieber Amonasro, sind es bestimmte Passagen, die typischerweise (also wiederholt) beim Boccanegra gekürzt werden? Also,sind es einfach gewisse Arien oder Chöre, die entfallen? Oder aber sind es Schnitte, die den Gang der Handlung beeinflussen?
Herzliche Grüße, Sfantu Lieber Sfantu,
es gibt ein paar Stellen, die damals offenbar regelmäßig, aber nicht immer gestrichen wurden. Unter anderem wurde Gabrieles Serenade im 1. Akt oft auf eine Strophe gekürzt (noch am ehesten verzichtbar). Die Cabaletta des Duetts Amelia/Gabriele wird bei Panizza weggelassen, für die Handlung ist die zwar nicht notwendig, musikalisch entsteht so aber eine hässliche Überleitung. Die Musik steuert hörbar auf einen Klimax (also eine Cabaletta) zu, der dann ausbleibt. Beide Aufnahmen streichen den Dialog, in dem Simon Paolos Heiratswunsch abweist und dieser Amelias Entführung plant. Diese Stelle ist inhaltlich eigentlich unverzichtbar, als Sprechgesang zwischen zwei der musikalischen Höhepunkte (Vater/Tochter-Duett, Ratsszene) gepresst, aber musikalisch eher unscheinbar.
Heute Morgen:
Préludes 1er Livre
Krystian Zimerman (Klavier)
Gruß Amonasro :hello
Sfantu (29.08.2022, 12:03): Lieber Amonasro,
vielen Dank für die Auskunft - wie nicht anders zu erwarten: kenntnis-und detailreich. Beim nächsten Hören wird mir das helfen.
Herzlichst, Sfantu
Sfantu (29.08.2022, 12:23): Ein Zufallsfund und somit eine Erstbegegnung für mich: die Portrait-CD zum Genfer Komponisten Gregorio Zanon.
daraus: Streichquartett Nr. 1 (2001/überarbeitet 2006) Streichquartett Nr. 2 "Légende à Quatre" (2005)
Quatour Terpsycordes (CD, claves, 2006)
Nr. 1
Allegro esaltato 8`07 Moderato 7`34 Notturno 7`11
Nr. 2
In einem Satz 10`55
Freitonal, in ziemlich dichten Texturen, wenig Stille. Kaum Geräuschhaftes, viel Melodie. Das zweite Quartett finde ich nach erstem Hören etwas spannender. Zanon schreibt "freier", spielerischer, läßt Verfremdungen der Instrumentenklänge zu, überrumpelt mehr. Der Erstling wirkt auf mich braver, vorhersehbarer, in der Tonsprache passager nicht weit über bspw. Brittens letztes Quartett hinausgehend. Vital und blitzsauber agierendes Ensemble, direkte, transparente Aufnahme.
palestrina (31.08.2022, 11:52): Für Winterreisen bin ich immer zu haben! :D Weil ich das ganz hervorragend gemacht und dargeboten finde. Hallo, habe mir diese Aufnahme mit Ochoa besorgt, und ja, auch mir gefällt das ausgesprochen gut, bin immer sehr offen für solche Experimente, :) und dieses ist sehr gelungen!Von den juengeren Aufnahmen laueft die gerade gehoerte mit Abstand am haeufigsten und stets bis zum Ende: Die mit Mathias Hedegaard habe ich mir auch besorgt, aaaaber die ging noch nicht so an mich ran, oder, ließ ich sie nicht so an mich ran? ?( Aber erstmal vielen Dank! :thanks LG palestrina Hallo palestrina, vielen Dank fuer die Rueckmeldungen zu Ochoa und Hedegaard. Bei Letzterem kann ich mir vorstellen, dass er mit seinem eigenwilligen, bisweilen exzentrischen Stil bei Liedhoerern nicht nur Freunde findet. Ich hoere -von der Rockmusik herkommend- da hindurch und finde bei Hedegaard das, was fuer mich einen guten Saenger ausmacht. Die Texte wirken bedeutungsvoller und vermitteln (mir) mehr Erkenntnisse als das, was tatsaechlich geschrieben steht.Dan Lieber Joe Dvorak, erstmal Danke für deine Erläuterung, das kann ich in etwa nachvollziehen, aber so ganz bin ich hinter das Geheimnis von Hedegaard noch nicht gekommen. Habe mir gestern nochmals Zeit genommen und die Aufnahme angehört :?: . Lasse es mal etwas abhängen und werde es irgendwann wieder veruchen! ;) Danach habe ich diese angehört die ging sofort an mich, und ich liebe sie sehr!
LG palestrina
Joe Dvorak (01.09.2022, 04:40):
Timelapse - Orchestra of the Swan Werke von Rameau, Couperin, Schubert, Satie, David Bowie, Radiohead u.a.
Sorry, das ist -mit Verlaub- Nasensekret, mindestens, wenn nicht noch andere Koerperregionen zur Charakterisierung bemueht werden sollen...
Lesen wir den PR-Text: Timelapse schafft einen Raum, in dem Klänge von Vergangenheit und Gegenwart zu einer einzigartigen Musiklandschaft kollidieren. Obwohl die Stücke in einigen Fällen im Abstand von Jahrhunderten und in kulturell unterschiedlichen Epochen geschrieben wurden, ist es auffällig, wie sehr diese kontrastierenden Werke ein so ähnliches emotionales Territorium bewohnen. Faszinierende Paarungen von Werken (...) ergänzen sich wunderbar und der Stil ist irrelevant geworden. So weit, so gar nicht gut. Vergessen wurde zu erwaehnen, dass die meisten Stuecke so stark umarrangiert und/oder bearbeitet wurden, dass sie am Ende alle gleich klingen. Bowies Heroes haette ich nie und nimmer erkannt, zumal auch das Tempo stark vermindert wurde. Klar, wenn ich alles mit Gewalt einebne, dann gibt es auch keine Stilunterschiede mehr, Jahrhundert hin, kulturelle Epoche her.
Amonasro (03.09.2022, 18:16):
Georg Friedrich Händel: Orlando
Orlando - Patricia Bardon Dorinda - Rosa Mannion Medoro - Hilary Summers Angelica - Rosemary Joshua Zoroastro - Harry van der Kamp
Les Arts Florissants, William Christie
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (04.09.2022, 04:54):
Johann Sebastian Bach - Motetten BWV 225 - 230 & Anh. 159 Salicus Kammerchor, Genki Sakurai
Vielleicht nicht nach Lehrbuch, aber sehr einnehmend. Unbedingter Hoertip fuer Mottenjaeger.
Macbeth - Leonard Warren Lady Macbeth - Leonie Rysanek Banco - Jerome Hines Macduff - Carlo Bergonzi Malcolm - William Olvis Una dama - Carlotta Ordassy Un medico - Gerhard Pechner Un sicario - Osie Hawkins Un servo - Harold Sternberg Tre apparizioni - Calvin Marsh, Emilia Cundari, Mildred Allen
Metropolitan Opera Orchestra and Chorus, Erich Leinsdorf
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (05.09.2022, 00:27):
Wolfgang Amadeus Mozart - Hornkonzerte Nr. 1-4 Alan Civil, Philharmonia Orchestra, Otto Klemperer
Mozart auf modernen Instrumenten im Big Band Sound? Ja, mit Klemp geht das schon.
Joe Dvorak (05.09.2022, 01:12):
Wolfgang Amadeus Mozart - Kurfürstin-Sonaten für Klavier und Violine, K. 301-305 (K. 293a-d & 300c) Sergio Ciomei (Fortepiano, McNulty 1989 nach Walter c. 1795), Fabrizio Cipriani (Violine, anon. 18. Jhd.)
Der Titel des Albums kann in die Irre fuehren, denn es nicht alle 'Sonate Palatine' drauf. Es fehlt die Nr. (30)6. Aber die Fuenfe, die auf das Album passen, gefallen mir in dieser Interpretation und mit diesem Instrumentenklang ganz ausgezeichnet.
Joe Dvorak (05.09.2022, 11:45):
Daniel D'Adamo - Sur Vestiges / Franz Schubert - Streichquintett C-Dur, D. 956 Noémie Boutin, Quatuor Béla
Die Frage, die das Cover aufwirft, wird im Booklet beantwortet. Sur Vestige ist fuer eine szenische Auffuehrung vorgesehen, mit einem Buehnenbild, bei dem die Cellistin sichtbar ist, waehrend das Quartett hinter ihrem Ruecken im Schatten sitzt. Dieses geisterbeschwoerende concerto pour violoncelles et ombres ist recht mysterioes, der Schubert wird als Kontrast flott, geradlinig und gaenzlich unvernebelt gespielt. Nicht uebel.
Joe Dvorak (05.09.2022, 17:04):
Jan Pieterszoon Sweelinck - In Leiden 400 years ago Leo van Doselaar (Orgel der Pieterskerk in Leiden, Niederlande)
Bei Barockmusik wird mir leicht die zeitliche Wahrnehmung verzerrt. Das war eine elend lange Epoche. Sweelinck starb 1621, J.S. Bach wurde erst 1685 geboren. Entsprechend anders -klarer, einfacher und das ist nicht negativ zu lesen- klingt Sweelinck. So gefaellt mir Orgelmusik sehr gut.
palestrina (06.09.2022, 09:33): Heute:
Giuseppe Verdi/Francesco Maria Piave: Macbeth
Macbeth - Leonard Warren Lady Macbeth - Leonie Rysanek Banco - Jerome Hines Macduff - Carlo Bergonzi Malcolm - William Olvis Una dama - Carlotta Ordassy Un medico - Gerhard Pechner Un sicario - Osie Hawkins Un servo - Harold Sternberg Tre apparizioni - Calvin Marsh, Emilia Cundari, Mildred Allen
Metropolitan Opera Orchestra and Chorus, Erich Leinsdorf
Gruß Amonasro. Hallo Amonasro, diese ist nicht meine liebste, aber sie läuft auch nicht unter ferner liefen ;) .
Ich werde mich heute mal wieder dieser Aufnahme widmen..... Diese ist eine meine liebsten, hier singt die Scotto eine Lady, wie sie sein soll, nicht schön aber schön ausdrucksstark und das mit meinem aller allerliebsten Macbeth, und somit kommt kurz davor die Aufnahme mit Zampieri und Bruson aus Berlin mit Sinopoli und ganz vorne .....wie soll es anders sein ^^ die Aufnahme mit der Callas!
LG palestrina
Joe Dvorak (07.09.2022, 01:49):
Claudio Monteverdi - Selva morale e spirituale (Vol. II) The Sixteen, Harry Christophers
Verschaerfter Stoff! Es ist immer wieder verblueffend, wie modern Monti, bzw. allgemein die Musik des Fruehbarock klingen kann.
Joe Dvorak (07.09.2022, 03:21):
Johann Sebastian Bach - Pour l'éternitie - Cantates BWV 4, 106, 9 & 181 Montréal Baroque, Eric Milnes Christ lag in Todesbanden, BWV 4 Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit (Actus tragicus), BWV 106 Es ist das Heil uns kommen her, BWV 9 Leichtgesinnte Flattergeister, BWV 181 Einfach besetzte Stimmen, richtig alte Instrumente und eine ungefilterte Darstellung - als ob die Musik einfach durch die Ausfuehrenden hindurchstroemt. Lichtvoll und erhebend.
Joe Dvorak (07.09.2022, 04:47):
Borkowski / Debussy / Korde / Marais - Composed Jennifer Borkowski (Floete, Elektronik) Claude Debussy - Syrinx, L. 129 Shirish Korde - Anusvara Jennifer Borkowski - The Calm Yet Constant Change Along the Shoreline Marin Marais - Pièces de viole, Livre II, Nr. 20 "Les folies d'Espagne" (Arr. fuer Floete solo, Anon. 18. Jhd.) Jennifer Borkowski - Still Shirish Korde - Tenderness of Cranes
Joe Dvorak (08.09.2022, 03:47): Borkowski / Debussy / Korde / Marais - Composed Jennifer Borkowski (Floete, Elektronik) Es scheint kaum moeglich zu sein, Solorecitals (jenseits des Klaviers und der Violine) ueber eine Albumlaenge hinweg spannend zu gestalten (gemeint ist: Mir scheint es kaum moeglich zu sein, bei Solorecitals jenseits des Klaviers und der Violine ueber eine Albumlaenge interessiert und konzentriert dabei zu bleiben). So auch hier. Der Debussy als Kracher zum Auftakt, etwas asiatisches Flair von Korde, dezenter und ansprechender Einsatz von Elektronik bei der ersten Eigenkompositonon, aber dann zieht es sich und ...2. d7-d6 mahnt, dass die Lebenszeit begrenzt ist. Diese wird jetzt wird mit Bewaehrtem ausgefuellt:
Claudio Monteverdi - Selva morale e spirituale (Vol. III) The Sixteen, Harry Christophers
Fuer Polykarbonat-Sammler gibt es alle drei Volumina in einer Box.
Joe Dvorak (09.09.2022, 09:39):
Wolfgang Amadeus Mozart - Konzerte fuer 2 & 3 Klaviere Katia Labèque, Marielle Labèque, Berliner Philharmoniker, Semyon Bychkov Klavierkonzert Nr. 10 Es-Dur, K. 365 Kavierkonzert Nr. 7 F-Dur, K. 242 "Lodron"
Joe Dvorak (10.09.2022, 01:49):
Sings the Great American Songbook Anti-Social Music Pat Muchmore - Fracture II John Wriggle - SymphonASM No 1 (aka "...Hero Cops & Olympic Gold") Peter Hess - Kilter Ken Thomson - Song Bill Brittelle - Seven Songs of Zen, Love, and Longing Dan Lasaga - Lycanthropy of a Poe Poem Andrea La Rose - Breakbeat Franz Nicolay - Each Today is Yesterday's Tomorrow (for Moondog) Um das "gemeinnützige Kollektiv von Komponisten und Interpreten, das gegründet wurde, um neue Musik von aufstrebenden, hauptsächlich in New York ansässigen Musikern zu präsentieren" ist es leider recht still geworden. Die Kompositionen von Pat Muchmore (ausser dem hier praesentierten Fracture II hat ASM ein ganzes Album damit gefuellt) sind fuer mich Hochlichter der Musik des 21. Jahrhundert.
a-way (11.09.2022, 08:43): Eben begonnen und klingt nach der schwierigsten Verdi-Oper, die ich bisher gehört habe.
Giuseppe Verdi - La Battaglia di Legnano
Rolando Panerai - Rolando Caterina Mancini - Lida Amedeo Berdini - Arrigo Albino Gaggi - Federico Barbarossa Edmea Limberti - Imelda Manfredi Ponz de Leon - Un araldo
Coro e Orchestra della RAI di Roma, Fernando Previtali Studio recording, 1951
Da hoer her. Die Abwesenheit von interpretatorischem Gedoens ist bei Tchaikovsky ganz und gar kein Schaden.
palestrina (11.09.2022, 12:18): Eben begonnen und klingt nach der schwierigsten Verdi-Oper, die ich bisher gehört habe.
Hallo onewomanshow, was verstehst du unter einer schwierigen Oper? , und welche Verdi Opern hast du bis jetzt gehört?
LG palestrina
Philidor (11.09.2022, 19:21): Das ist echt verschärft ... alle Orgelfreunde, unbedingt reinhören ...
Thierry Escaich (geb. 1965)
Esquisse I "Tournoiement" Esquisse II "Rituel" Esquisse III "Variations sur un souvenir" Esquisse IV "Le Cri de l'abîme"
Thierry Escaich Orgel in St.-Étienne-du-Mont, Paris
Bewegte Grüße Philidor
:hello
Amonasro (11.09.2022, 19:41): Beim Macbeth laufen bei mir meist Muti oder Abbado, mit den Bruson-Aufnahmen habe ich mich noch nicht beschäftigt. Die Battaglia würde ich auch nicht als schwierig bezeichnen, sie gehört aber zu den von mir nur sehr selten gehörten Verdi-Opern, am ehesten noch in dem Mitschnitt mit Stella, Corelli, Bastianini. Verglichen mit dem früheren Macbeth und den späteren Opern ab Luisa Miller kommt mir die Oper musikalisch konventioneller vor, es fehlen auch die interessanten Charaktere, die die bekannteren Verdi-Opern auszeichnen.
Heute:
Heitor Villa-Lobos:
As Três Marias A Prole do Bebê Suite Nr. 1 A Prole do Bebê Suite Nr. 2 Rudepoêma
Marc-André Hamelin (Klavier)
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (12.09.2022, 03:38):
Leroy Shield - The Original Laurel & Hardy Piano Musik (from 1930/31 and 1935/36) Alessandro Simonetto
Die Filmmusik wird hier laut Angaben der Herausgeber erstmalig nach den unlaengst aufgespuerten Originalmanuskripten aufgefuehrt. Die Altgewordenen sind dankbar und erinnern sich an die Folge mit dem Klavier - ich hatte Bauchschmerzen vor Lachen.
Joe Dvorak (12.09.2022, 05:40):
Johannes Brahms - Klarinettensonate f-Moll op. 120/1 & Es-Dur op. 120/2 Karl Leister, Gerhard Oppitz
Die Klarinettensonaten hoere ich lieber als das Quintett; in der ersten hatte Brahms sogar ein paar gute Einfaelle. Die gezeigte Aufnahme ist voll, warm, rund, satt, altgolden leuchtend (das Cover passt) - so sueffig wie ein lange im Eichenfass gereifter, schwerer Rotwein.
Joe Dvorak (12.09.2022, 09:45):
Anton Bruckner - Sinfonie d-Moll, WAB 100 "Nullte" Beethoven Orchester Bonn, Stefan Blunier
Joe Dvorak (13.09.2022, 04:12):
Niccolò Paganini - Violinkonzert Nr. 1 D-Dur, op. 6 Ruggiero Ricci, LSO, Anthony Collins
Leider mit stark gekuerzter Orchester-Einleitung.
Joe Dvorak (14.09.2022, 05:08):
Jean Sibelius - Belshazzar's Feast Konzertsuite, op. 51 / Karelia Suite, op. 11 Nr. 1 & 3 / Sinfonie Nr. 2 D-Dur. op. 43 LSO (op. 51), RPO, Robert Kajanus (AD: 1930 & 1932 (op. 51))
Unsinnfrei und (be-)zwingend die Sinfonie, mehr als nur Beiwerk die Suiten.
a-way (15.09.2022, 22:42): Hallo onewomanshow, was verstehst du unter einer schwierigen Oper? Hallo palestrina, mit schwierigste Verdi-Oper meinte ich die Verdi-Oper, die ich bisher am schwierigsten zu hören fand. Ob es eine "schwierige Oper" an sich gibt und welche Kriterien dafür in Frage kämen, weiß ich gar nicht. , und welche Verdi Opern hast du bis jetzt gehört? Oberto conte di San Bonifacio bis Luisa Miller + Il trovatore, La traviata, Un ballo in maschera, Macbeth, Aida, Otello Viele Grüße, onewomanshow
Giuseppe Verdi / Salvatore Cammarano - Luisa Miller
Il Conte di Walter - Enrico Campi Wurm - Raffaele Ariè Rodolfo - Giuseppe Di Stefano Miller - Cornell MacNeil Federica - Oralia Dominguez Luisa - Antonietta Stella
Orchestra e Coro del Teatro Massimo di Palermo, Nino Sanzogno
Donaldist (16.09.2022, 10:30): Meine ersten "Jahreszeiten". Anno dunnemals. Aber sie dreht immer mal wieder ihre Runden. Sorry für das windschiefe Foto, aber es geht im Moment nicht anders. Mein Gehör ist durch diese Interpretation irgendwie sozialisiert worden. Vielleicht, oder ziemlich sicher liegt es daran, dass ich mit recht vielen historisch informierteren Interpretationen lange gefremdelt habe.
Vivaldi: Le quattro stagioni
I Musici Felix Ayo, Violine
Sfantu (17.09.2022, 10:39): Hallo Achim,
was sollte verwerflich sein an einer "konventionellen" Darbietung? Historisierende Aufführungspraxis per se ist noch kein Qualitätsmerkmal. Ist es nicht vielmehr entscheidend, ob die Musiker mit Herzblut und Freude bei der Sache sind? Und daß das bei Dir, dem Hörer, so ankommt? Genieße Deine Musici ohne Reue!
Gruß, Sfantu
palestrina (17.09.2022, 10:57): Meine ersten "Jahreszeiten". Anno dunnemals. Aber sie dreht immer mal wieder ihre Runden. Sorry für das windschiefe Foto, aber es geht im Moment nicht anders. Mein Gehör ist durch diese Interpretation irgendwie sozialisiert worden. Vielleicht, oder ziemlich sicher liegt es daran, dass ich mit recht vielen historisch informierteren Interpretationen lange gefremdelt habe.
Vivaldi: Le quattro stagioni
I Musici Felix Ayo, Violine Hallo Donaldist.....
oder als CD .... ) ......ich kenne die Aufnahme (ist von '58) ich habe die zweit Ausgabe!
LG palestrina
a-way (17.09.2022, 14:46):
Robin de Raaff Violinkonzert / Tasmin Little, Violine Sinfonie Nr. 1 "Tanglewood Tales" Radio Filharmonisch Orkest, Jaap van Zweden
Philidor (17.09.2022, 18:14): Eine alte Platte, aber ich höre sie immer wieder gerne ...
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 6 a-Moll ("Tragische")
London Symphony Orchestra Mariss Jansons
Eine tolle Aufnahme. Solti bietet mehr Biss, Tennstedt bietet mehr Schwärze, Abbado bietet eine klassizistische Lesart, Bernstein bietet mehr Bernstein, aber über alles mag ich diese sehr.
Und überhaupt - ist das nicht eine der besten Sinfonien der klassisch-romantischen Zeit? (Also gut: aus der Zeit zwischen 1750 und 1945 ...)
Gruß Philidor
:hello
Joe Dvorak (17.09.2022, 18:31):
Antonin Dvořák - Sinfonie Nr. 5 F-Dur, op. 76 Musica Florea, Marek Štryncl
Dieses Gespann hat tatsaechlich alle Neune eingespielt. Das ging lautlos an mir vorbei. Die Brandenburger Konzerte haben sie sehr rasant und satt-farbenstark gespielt. Das muesste -falls es hier angewandt wird- bei der von Haus aus farbenfrohen, aber auch von Laengen geplagten Fuenften ein veritables Mittel sein. Ich bin gespannt.
Philidor (17.09.2022, 19:16): Noch ein guter alter Bekannter. Should old acquaintance be forgot ...
Ludwig van Beethoven: Streichquartett F-Dur op. 18 Nr. 1
artemis quartet
Rattenscharf.
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (17.09.2022, 23:00):
Thomas Adès
Klavierkonzert (2018)
Kirill Gerstein, Klavier Boston Symphony Orchestra - Thomas Adès (CD, DG, 2020)
Zum Kauf dieser CD hat der Einzelhändler meines Vertrauens mich gestern "überschnurret". Der Klappentext bringt es gewissermaßen auf den Punkt (wenn auch etwas plattitüdesk): "simultaneously thoughtful and musical, rooted in the past but forward-looking, and also crowd-pleasing". Ausgesprochen fokussierte Versenkung wird dem Hörer denn auch nicht abverlangt ohne, daß das hier zu einer pseudo-modernistischen Jahrmarkt-Bude geriete. Das Stück läßt sich kurzweilig anhören, bietet bunte Bilder. Das ist allemal massentauglicher als das einzige mir bisher einigermaßen (erinnerbar) bekannte Adès-Werk, nämlich "Asyla" - 1997 für das CBSO und Simon Rattle geschrieben. Den wiederholt etwas reißerischen Gestus (mit Anspielungen auf spätromantische Vorgänger des Genres "Schlachtross Klavierkonzert") aber auch Reflexionen zu Musicals bzw. Swing unterstreichen die stupende Darbietung durch alle Beteiligten sowie der audiophile Sound mit weiter Dynamik und einer handvoll akustischer Knalleffekte.
Joe Dvorak (18.09.2022, 03:58):
John Cage - Five Stone Wind Takehisa Kosugi (Verstärkte Violine, Live-Elektronik, Bambusflöte), Michael Pugliese (9 Tontöpfe, Tonband), David Tudor (Live Elektronik)
Aus dem PR-Text des mode Labels: Das 53 Minuten lange Five Stone Wind ist perkussiver Natur. Die Grundklänge von David Tudor beruhen auf Aufnahmen von Erdschwingungen, welche die Elektronik und Bearbeitungen ansteuern. Der einzigartige Perkussionssound entsteht aus handgefertigten Tontöpfen, die afrikanischen "Udu"-Trommeln nachempfunden sind und Geräusche von raumerschütternden Bässen bis hin zu hohen Keramikschlägen erzeugen können. Zu acht vorab aufgenommenen Schlagzeugspuren wird Live-Perkussion hinzugefügt, was zu einer exotischen und jenseitigen Atmosphäre führt, interpunktiert mit Soli von Kosugi.
Joe Dvorak (18.09.2022, 13:47):
Georg Muffat - Armonico tributo (5 Sonaten fuer Orchester) Concerto Copenhagen, Lars Ulrik Mortensen
Mittlerweile darf man jede Neuerscheinung dieses Ensembles als Grossereignis werten.
Amonasro (18.09.2022, 15:06):
Jean-Philippe Rameau/Duplat de Monticourt: Les Paladins
Sfantu (18.09.2022, 17:23): Inspiriert durch Amonasro legte ich nach langer Pause heute diese Scheibe mit Marstallgeruch auf (wenn auch keine Gesamtaufnahme). Erstaunlich frisch klingt sie nach wie vor. Einzig der Countertenor jagt mir einen Pelz auf die Zunge. Die Gesangstechnik in diesem Fach war vor 49 Jahren wohl noch nicht ganz auf der Höhe, die wir in Zeiten von Scholl und Jaroussky gewohnt sind.
Jean-Philippe Rameau
Les Paladins
Anne-Marie Rodde, Sopran Henri Farge, Countertenor Jean-Christophe Benoit, Bariton La Grande Ecurie et la Chambre du Roy - Jean-Claude Malgoire (LP, CBS, 1973)
Anders als der tapfere Donaldist, der samt Teckel den Wettergöttern trotzen mußte, durften wir hier nach einer trüben Woche heute die Rückkehr des Spätsommers genießen. Im T-Shirt und mit glasklarer Sicht auf die Jura-Kette.
Joe Dvorak (19.09.2022, 10:07):
Georg Gerson - Ouverture D-Dur & Sinfonie Es-Dur / F.L.Ae. Kunzen - Sinfonie g-Moll Concerto Copenhagen, Lars Ulrik Mortensen
Musik aus der Zeit der Zeit der Wiener Klassik, aber nicht aus Wien. Gerson, der in Daenemark wirkte, tat es einigen Wiener Kollegen gleich und lebte nur 34 Jahre.
Amonasro (19.09.2022, 17:55): In der von mir gezeigten Aufnahme kommt interessanterweise gar kein Countertenor zum Einsatz...
Heute aus der Box "Verdi at the Met":
Giuseppe Verdi/Arrigo Boito: Falstaff
Sir John Falstaff - Leonard Warren Alice Ford - Regina Resnik Ford - Giuseppe Valdengo Mrs. Quickley - Cloe Elmo Nannetta - Licia Albanese Fenton - Giuseppe Di Stefano Meg Page - Martha Lipton Dr. Cajus - Leslie Chabay Bardolfo - Alessio De Paolis Pistola - Lorenzo Alvary
The Metropolitan Opera Orchestra and Chorus, Fritz Reiner Live 1949
Gruß Amonasro
palestrina (20.09.2022, 14:15): Einzig der Countertenor jagt mir einen Pelz auf die Zunge In der von mir gezeigten Aufnahme kommt interessanterweise gar kein Countertenor zum Einsatz... Hallo ihr lieben, zuerst mal......diese Aufnahme ist OBERGIGANTISCH! Das ist eine Aufnahme ohne Striche, also Vollständig. Was das Missverständnis, Countertenor-/Haute -Contre betrifft, im französischen Barock gab es keine Countertenöre nur HC also den hohen Tenor eine Spezialität des franz.Barock.
Um es gleich vorweg zu sagen: Die französische Bezeichnung Haute-Contre erinnert zwar irgendwie an den Countertenor, sollte aber keinesfalls mit dieser Stimmlage verwechselt werden. Beide Männerstimmen wollen zwar hoch hinaus. Doch im Gegensatz zum Countertenor, der seine hohen Töne im Falsett singt, um die Alt- oder Sopranlage zu erklimmen, handelt es sich beim Haute-Contre um einen echten Tenor. Der erzeugt seine hohen Töne mit der Bruststimme oder einer voix mixte aus Brust- und Kopfstimme, und kann deshalb natürlich längst nicht so hoch singen wie ein Countertenor. Aber das hohe C schafft er locker und kommt oft sogar bis zum zweigestrichenen D. Je nach Dirigent kommen gerade für den Atis/Attis Counter, Haute C. Oder Tenöre in Frage, bei der Besetzung der UA steht HC.
Hallo Sfantu, in der Zeit der Aufnahme (aufgenommen '72), gab es eventuell auch schon bessere Counter ;) , gehört habe ich Henri Farge nie, nur weiß ich, er war auch Dirigent! Es könnte auch sein, dass Malgoire damals nur franz.Sänger haben wollte?
LG palestrina
Sfantu (20.09.2022, 16:25): Lieber Palestrina,
besten Dank für die erläuternden Hinweise! Schon eigenartig, nicht wahr: man liest Countertenor (so steht es ja auch auf der Hülle) und nimmt das recht unbedarft für bare Münze. "Haut-Contre" war mir nicht geläufig. Beim erneuten Reinhören bemerke aber auch ich, daß Farge durchgängig im Brustregister bleibt. Man lernt nicht aus.
Hezliche Grüße, Sfantu
Amonasro (20.09.2022, 19:02): Danke palestrina für die Aufklärung. Ich finde die Aufnahme auch ausgezeichnet, auch wenn mich die Paldine beim ersten Hören noch nicht so abgeholt haben, wie z. B. Les Boréades oder die Opéra-ballets.
Heute greife ich nochmal in die oben genannte Verdi-Box:
Giuseppe Verdi/Francesco M. Piave/Arrigo Boito: Simon Boccanegra
Simon Boccanegra - Leonard Warren Amelia Grimaldi - Astrid Varnay Gabriele Adorno - Richard Tucker Jacopo Fiesco - Mihály Székely Paolo Albiani - Giuseppe Valdengo Pietro - Lorenzo Alvary Un capitano - Paul Franke Un' ancella - Maxine Stellman
The Metropolitan Opera Orchestra and Chorus, Fritz Stiedry
Wie der Falstaff eine sehr hörenswerte Aufführung. Überragend die beiden Baritone. Astrid Varnay klingt dunkler und dramatischer als die meisten Sängerinnen der Amelia, die lyrischen Kantilenen gehen ihr etwas ab. Nach etwas Eingewöhnung aber eine interessante Abwechslung.
Gruß Amonasro :hello
a-way (20.09.2022, 21:56):
Valentin Silvestrov - Requiem for Larissa National Choir & National Symphony Orchestra of Ukraine, Volodymyr Sirenko
(Die andere Aufnahme mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks, Münchner Rundfunkorchester / Andres Mustonen, evtl. im Anschluss. Die Aufnahme unter Sirenko empfinde ich nach dem ersten Hören um einiges tiefer, eindringlicher und intensiver. Evtl. durch ein anderes Gespür für den Komponisten durch das / den ukrainische(n) Orchester / Chor und Dirigenten.)
a-way (21.09.2022, 12:48):
Missy Mazzoli / Royce Vavrek Song from the Uproar - The Lives and Deaths of Isabelle Eberhardt
Isabelle Eberhardt - Abigail Fischer (Mezzosopran) Celine Mogielnicki & Amelia Watkins (Soprane) Kate Maroney (Alto) Tomas Cruz (Tenor) Peter Stewart (Bariton)
Now Ensemble Steven Osgood
a-way (21.09.2022, 23:11):
Georg Friedrich Händel - Amadigi di Gaula
Melissa, sorceress, in love with Amadigi........................................................Mary Bevan soprano Amadigi di Gaula, hero, lover of Oriana .................................................Tim Mead countertenor Oriana, daughter of the King of the Fortunate Islands .....................Anna Dennis soprano Dardano, Prince of Thrace ........................................................................Hilary Summers contralto Orgando, sorcerer, uncle of Oriana ..................................................... Patrick Terry countertenor
Chorus and Orchestra of Early Opera Company, Christian Curnyn
Joe Dvorak (22.09.2022, 03:33):
Giuiseppe Tartini - Violinsonate Nr. 3 g-Moll, GT 2.g05 (Orchesterfassung) & Antonio Vivaldi - Violinkonzerte op. 8 Nr. 1-4, RV Mario Hossen, Camerata Orphica
Inspiriert durch @palestrinas Erwaehnung im Teufelsfaden. Auf diese Weise bin ich auf eine der erfreulichsten Vierjahreszeiten seit langem gestossen. Hier wird nicht versucht, das noch mehr gegen den Strich zu buersten, noch kantiger, noch rasanter... ihr wisst, was ich meine. Aber es ist auch keine Aufnahme, wie man sie schon zillionen mal gehoert und sich das Werk damit gruendlich verleidet hat. Die originelle und betont virtuose Binnengestaltung -nennt man das so?-, die Tempowahl samt Schwankungen, die Dynamik - das scheint mit alles sehr sinnig und auf den Punkt. Vielleicht punktete auch der Ueberraschungseffekt, dass der Zyklus mit dem Herbst beginnt, so dass das superausgelutschte Fruehlingsthema erst kam, als ich schon ueberzeugt war. Ansonsten ist Hossen ein Paganinispezialist und spielte etliche Werke erstmalig oder erstmalig nach Originalmanuskript (mit hoehergestimmten Soloinstrument) ein.
Joe Dvorak (22.09.2022, 05:54):
Emil Tabakov - Sinfonie Nr. 8 Bulgarian National RSO, Emil Tabakov
Largo (18:45) - Largo (11:13) - Presto (13:40). Diese Satzfolge und Verteilung der Spieldauern sieht man nicht alle Tage. Sehr schwierig zu hoeren, da sich vieles im ppp Bereich abspielt. Aber wehe man zieht den Regler hoch. Dann wackelt das Zimmer, wenn es mal zur Sache geht. Ein Wiederhoren mit Kopfhoerern ist fest eingeplant. Das ist eine duestere Angelegenheit und ein fetter Tip fuer diejenigen, die Allan Pettersson grundsaetzlich zugeneigt sind, aber ihn gelegentlich als allzu depressiv empfinden.
Joe Dvorak (22.09.2022, 12:46):
Johann Sebastian Bach - Musikalisches Opfer, BWV 1079 & 14 Kanons, BWV 1087 & Kanonische Veraenderungen, BWV 769 (arr. v. R. Hekkema) Califex Reed Quintet, Arthur Klaassens (BWV 1079) Oliver Boekhoorn (Oboe d'Amore, Englischhorn), Ivar Berix (B- & Es-Klarinette), Raaf Hekkema (Sopran- & Altsaxophon), Jelte Althuis (Bassethorn & Bassklarinette), Alban Wesly (Fagott), Arthur Klaassens (Lupophon & Englishhorn)
Joe Dvorak (22.09.2022, 16:32):
Claudio Monteverdi - Madrigali erotici Emma Kirkby, Judith Nelson, Poppy Holden, Richard Wistreich, David Thomas, Paul Elliott, Andrew King, The Consort of Musicke, Anthony Rooley
Auszuege aus den Madrigalbuechern 7, 8 & 9, inklusive des Quarkkuchens Tempro la cetra, SV 117. Wer angesichts des umfangreichen Madrigalwerks von Monteverdi den Einstieg noch nicht gefunden hat, feangt hier an.
a-way (23.09.2022, 09:14):
Benjamin Britten: - Symphony for Cello and Orchestra, Op.68; Truls Mørk, Cello - Four Sea-Interludes from the opera "Peter Grimes" Bergen Philharmonic Orchestra, Neeme Järvi
A Midsummer Night's Dream
Oberon, Elfenkönig - James Bowman Titania, seine Frau - Lillian Watson Puck, ein Kobold (Sprechrolle) - Dexter Fletcher Theseus, Herzog von Athen - Norman Bailey Hippolyta, seine Braut - Penelope Walker Lysander - John Graham Hall Demetrius - Henry Herford Hermia, in Lysander verliebt - Della Jones Helena, in Demetrius verliebt - Jill Gomez Zettel, Weber - Donald Maxwell Fünf Handwerker Elfen, Gefolge des Königs Theseus
Trinity Boys Choir City Of London Sinfonia, Richard Hickox
palestrina (23.09.2022, 11:45):
Hommage an Pauline Viardot Varduhi Abrahamyan - Rhapsody
Klick LG palestrina
Amonasro (23.09.2022, 17:34):
Lully's followers in Germany
Georg Muffat: Sonate Nr. 2 "Armonico tributo, cioè sonate di camera comodissime a pocchi ò a molti strumenti" Johann Caspar Ferdinand Fischer: Suite Nr. 1 C-Dur Georg Muffat: Nobilis juventus (Florilegium Secundum: Fasciculus I) Georg Philipp Telemann: Suite TWV 55:es4
El Gran Teatro del Mundo
Gruß Amonasro
palestrina (23.09.2022, 18:02):
Klick Le Banquet Céleste, Damien Guillon Nur der Tanz der sieben Schleier fehlt, sonst bietet diese „Salome“ alles. Im zumindest offiziell sittenstreng katholischen Rom des späten 17. Jahrhunderts musste das bluttriefende Bibeldrama um Johannes den Täufer und die seinen Kopf fordernde Tochter der Herodias * als um seine Schauwerte reduziertes Oratorium über die imaginäre kirchliche Bühne gehen. *so wird sie im Oratorium bezeichnet, nicht Salome! Ansaldis Libretto konzentriert sich in der Tat stark auf die Beziehung zwischen Herodes und der Tochter der Herodias. Die Rolle der Herodias ist dagegen sehr eingeschränkt, während die von San Giovanni in seiner fast jenseitigen Erhabenheit fast losgelöst ist und sich dann dramatisch voll einmischt, nur wenn Herodes seiner Sünden beschuldigt wird. In der Vision seines bevorstehenden Todes vermittelt die >verzückte< Arie "L'alma vien" des Täufers eine Aura wie in Extase. Besonders bemerkenswert ist dagegen die Ironie des Duetts mit der Tochter der Herodias und San Giovanni in seinen letzten Worten vor seinem Tod.
Erwähnenswert ist der Countertenor Paul-Antoine Benos-Dijan, er verleiht dem Täufer seinen beseelt reinen Gesang! Alicia Amo gibt der Tochter der Herodias ein entzückendes Profil mit gleichzeitig einer bewundernswerten Stimme.
Für mich ist dieses Oratorium, das beste von Stradella, was auch an der tollen Begleitung liegt!
LG palestrina
Philidor (23.09.2022, 18:28): Hier schwerer dunkler Samt. Mit Barolo.
Sergej Rachmaninow: Klaviersonate Nr. 2 b-Moll op. 36 (Fassung 1913)
Vladimir Ashkenazy, Klavier
Jo. Ist vorgemerkt für den Winter, wenn wir uns bei 18 Grad Raumtemperatur in die Wolldecke gehüllt haben und den Glühwein literweise konsumieren.
palestrina (23.09.2022, 21:23): Klick
>Die ver Jahreszeiten mit Cello< Ich finde das spitzenmässig !
LG palestrina
Joe Dvorak (24.09.2022, 03:02):
Luigi Boccherini - Sinfonie d-Moll op. 12/4, G. 506 & A-Dur op. 12/6, G. 508 & c-Moll op. 41, G. 519 University of Cincinnati 18th Century Music Ensemble, Eiji Hashimoto
Leuts, hoert mehr Boccherini und lasst euch weder einreden, er sei nicht auf einer Hoehe mit den Wienern, noch dass ein Studentenensemble nicht ueber sich und Profiorchester hinauswachsen kann. Diese Platte ist ein Reisser sondergleichen.
Joe Dvorak (24.09.2022, 03:58): Jo. Ist vorgemerkt für den Winter, wenn wir uns bei 18 Grad Raumtemperatur in die Wolldecke gehüllt haben und den Glühwein literweise konsumieren. Hoffentlich ist ein Camping-Kocher zum Warmmachen da, falls es gerade einen Lastabwurf gibt. Und nicht vergessen, das Album offline zu speichern und die Powerbank(s) zu laden.
Hier geht es bei flauschigen 29 Grad weiter mit Boccherini:
Luigi Boccherini - Sinfonie C-Dur op. 21/3, G. 523 & A-Dur op. 37/4, G. 518 & d-Moll op. 12/4, G. 506 I Solisti Veneti, Claudio Scimone
Joe Dvorak (24.09.2022, 05:18): Was fuer ein faunisches Dejekt! Boccherini ist noch einer dieser Komponisten, die ich viel zu wenig hoere. Auch das eine und einzige Ensemble 415 hat ein paar Sinfonien eingespielt. Die sind vorgemerkt, aber jetzt reduziere ich erst mal die Besetzung.
Luigi Boccherini - Streichquintette C-Dur op. 60/1, G. 391 & C-Dur op. 62/1, G. 397 & G-Dur op. 60/5, G. 395 Ensemble 415, Chiara Banchini
Die Hervorhebung der beiden Bratschen im Covertext erfolgt, weil die grosse Mehrheit der +100 Streichquintette stattdessen mit zwei Celli besetzt ist.
Ich erfreue mich auch gerne mal wieder an der Musik Dvoraks. Leider höre ich seit fast zwei Jahren kaum noch Musik zuhause, gemessen an früher. Ich hoffe sehr, dass sich das bald wieder ändert, gerade jetzt, wenn die kalte Jahreszeit ansteht.
Irgendwie möchte ich diese Musik am liebsten mit tschechischen (oder doch slawischen Dirigenten, Ausnahmen bestätigen die Regel) hören. Die Kombination Tschechische Philharmonie Prag/Libor Pesek (oder auch, wenn er mit seinem langjährigen Orchester aus Liverpool solches Repertoire eingespielt hat) empfinde ich als sehr beglückend.
Philidor (24.09.2022, 11:32): Angefixt von Joe's Diabolica und Nekrophilia ...
Camille Saint-Saëns: Danse macabre op. 40
Philharmonia Orchestra Charles Dutoit
Franz Liszt: Totentanz für Klavier und Orchester
Krystian Zimerman, piano Boston Symphony Orchesta Seiji Ozawa
Amonasro (24.09.2022, 13:46):
Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 3, Egmont-Ouvertüre & Coriolan-Ouvertüre
Chicago Symphony Orchestra, Sir Georg Solti
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (24.09.2022, 13:50):
Luigii Boccherini - Sonate per fortepiano con accompagnamento di un violino, Opera V Franco Angeleri, Enrico Gatti
a-way (24.09.2022, 14:27):
Francis George Scott: Moonstruck - Songs of FG Scott
Lisa Milne – Soprano; Roderick Williams – Baritone; Iain Burnside – Piano
palestrina (24.09.2022, 20:38):
Francesco Sacrati "LA FINTA PAZZA"
Die Handlung ähnelt zunächst Händels Deidamia, nimmt dann aber einen anderen Verlauf! La Finta Pazza, die Oper in drei Akten von Sacrati, wurde 1641 in Venedig, in dem ersten sogenannten Opernhaus uraufgeführt. Es ist überraschend zu wissen, dass diese heute völlig unbekannte und vergessene Oper einer der größten Erfolge des 17.Jh. war, zuerst in Italien und dann auch in Frankreich. In Frankreich war sie übrigens die erste Oper die am Hof von Ludwig XIII aufgeführt wurde, der kleine Ludwig XIV war auch dabei mit seinen 7Jahren. Die frühbarocke Oper erzählt vom vorgetäuschten Wahnsinn der Geliebten des Achill, die ihn davon abhalten will am Trojanischen Krieg teilzunehmen. Es enthält zudem die erste Wahnsinnsarie der Musikgeschichte, erotische und farcenhafte Szenen, eine lüsterne Amme (toll gesungen und interpretiert vom Bariton Marcel Beekman), und......man glaubt es kaum, das Hohelied auf die Bisexualität. :D Mariana Flores singt eine überragende Deidamia, sie überzeugt mit einer tadellosen Interpretation, genau so wie auch der Counter Paul-Antoine Bénos-Dijan als Achill mit seiner geschmeidigen und gefüglvollen Stimme, zu erwähnen ist auch der 2.Counter Carlo Vistoli als Ulisse. Ich war völlig überwältigt von dieser Oper im Stil Monteverdis (man sagt er war Schüler von ihm, was aber nicht belegt ist). :times10
LG palestrina
Joe Dvorak (25.09.2022, 01:18):
Ludwig van Beethoven - Fidelio, op. 72 (Auszüge) Inga Nielsen, Gösta Winbergh, Alan Titus, Herwig Pecoraro, Edith Lienbacher, Kurt Moll, Ungarischer Radiochor, Budapest Nicolaus Esterhazy Sinfonia, Michael Halász
palestrina (25.09.2022, 10:11): Rossini: Stabat Mater (Rossini in Wildbad, 2011)
Klick
Dies ist die Urversion fertiggestellt von Tadolini.
Tadolinis bekannteste Komposition ist die Vervollständigung der sechs Sätze von Rossinis "Stabat Mater"aus dem Jahr 1832, einer Auftragskomposition, die Rossini aufgrund einer Krankheit zunächst nicht fristgerecht vollenden konnte. Als das Werk später veröffentlicht werden sollte, vervollständigte Rossini seine Komposition und Tadolinis Sätze gerieten in Vergessenheit. Magellan Cullagh kennt man ja von Opera Rara und von Marianna Pizzolato bin ich ein großer Fan. Mirco Palazzi und José Luis Sola habe ich das erste mal Live gehört. Ihr lieben wer sich das anhören will, der vernimmt auch meinen Beifall ;) .
LG palestrina
Philidor (25.09.2022, 12:51): Diesen Schmachtfetzen habe ich (gefühlt) Jahre nicht gehört ... in den letzten Tagen aber mit Julia Fischer (sehr kopflastig, aua ...), dann mit Bronislav Hubermann, genau anders herum, mit vielen Portamenti, stellenweise wie improvisiert, ... jetzt ein Klassiker:
Peter I. Tschaikowsky: Violinkonzert D-Dur op. 35
Jascha Heifetz, Violine Chicago Symphony Orchestra Fritz Reiner
a-way (25.09.2022, 14:33):
Béla Bartók - Divertimento für Streichorchester - Klavierwerke bearbeitet für Schlagzeugensemble von Bernhard Wulff - Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta Deutsche Radio Philharmonie, Pietari Inkinen
palestrina (25.09.2022, 15:55): Klick Der Komponist, Dichter und virtuose Sänger Francesco Rasi (1574-1621), dem dieses Album gewidmet ist, hat zweifellos den Gesangsstil zu Beginn des !7.Jh. und die Geburt der Oper beeinflusst.Er schuf die Rolle des Orfeo in Monteverdis Oper L'Orfeo. Viele Gesangskünste dieser Zeit, die wir heute in der Oper bewundern, wurden dort geboren. Dieses Programm, konzipiert von Emiliano Gonzalez Toro und seinem Ensemble >I Gemelli<, hier in einer intimen reduzierten Solobesetzung......Stimme, Viola da Gamba, Laute und Harfe. Hier zeigt sich aufs trefflichste die Kunst des Sängers in der fruchtbaren Zeit der kunstvoll verzierten Melodie, die so exemplarisch für die Gesangsschulen von Florenz und Ferrara war, Gonzalez Toro beherrscht dies auf wunderbare Weise. Zu empfehlen ist auch seine Aufnahme des L'Orfeo von Monteverdi!
LG palestrina
Philidor (25.09.2022, 19:14): Gestern und heute gehört. Nach ein paar Jahren der Vernachlässigung nähere ich mich mal wieder der Geschichte vom buckligen Narr und seiner schönen Tochter.
Giuseppe Verdi: Rigoletto
Rigoletto – Renato Bruson Il Duca di Mantova – Neil Shicoff Gilda – Edita Gruberova Sparafucile – Robert Lloyd Maddalena – Brigitte Fassbaender Monterone – Kurt Rydl Coro e Orchestra dell'Accademia Nazionale Giuseppe Sinopoli
Vielleicht ist keiner der Beteiligten in der obersten Schublade von über hundert Jahren Aufnahmegeschichte, aber als Ganzes finde ich die Aufnahme sehr zufriedenstellend, nicht zuletzt wegen Sinopoli.
palestrina (25.09.2022, 19:58): Vielleicht ist keiner der Beteiligten in der obersten Schublade von über hundert Jahren Aufnahmegeschichte Na na na, vielleicht solltest du dir mal die Ohren putzen! :rofl
LG palestrina
Philidor (25.09.2022, 20:06): Na na na, vielleicht solltest du dir mal die Ohren putzen! So, so, mein lieber Pa-läster-ina, ich frage mich, woher Du Dein Wissen über den Zustand meiner äußeren Gehörgänge beziehen magst! :D
Nächste Woche ist Giulinis DG-Aufnahme dran. Solti, Serafin, Questa u. a. m. (Bastianini!) werden folgen ... ich werde prüfen, ob Sinopoli & friends Deinen Lorbeeren gerecht werden ... :ignore
Die im -gereinigten- Gehoergang und Umgebung stattfindenden physikalischen Prozesse, die davon ausgeloesten und ans Hirn gesendeten elektrischen Impulse und die dort ablaufenden nachfolgenden Prozesse manifestierten sich letztlich in meinem Bewusstsein als der Gedanke, dass Poppe "die geilste heute komponierende Sau auf diesem Planeten" ist. Da wir in einem Hochkulturforum sind, darf ich das laut meiner Konditionierung aber nicht so schreiben. Also: Von den aktuellen Komponisten (die ich kenne) finde ich Poppe am interessantesten. Seine Musik klingt aufregend neu und doch "organisch". Ich weiss nicht, wann ich das letzte Mal zuvor bei einer Platte mit ueber einer Stunde 'Neue Musik' nicht einmal auf dem Stuhl herumgerutscht bin und nach dem Stop- oder Skip-Symbol geschielt habe.
a-way (26.09.2022, 14:32):
- Another Coast Musik von Paul Dresher, Carl Stone, Laetitia de Compiegne Sonami, Paul DeMarinis, Maggi Payne - aus Dinosaur Music - David Jaffe - Silicon Valley Breakdown
Elektronische, Computermusik, experimentell.
palestrina (26.09.2022, 17:19): Na na na, vielleicht solltest du dir mal die Ohren putzen! So, so, mein lieber Pa-läster-ina, ich frage mich, woher Du Dein Wissen über den Zustand meiner äußeren Gehörgänge beziehen magst! :D Nächste Woche ist Giulinis DG-Aufnahme dran. Solti, Serafin, Questa u. a. m. (Bastianini!) werden folgen ... ich werde prüfen, ob Sinopoli & friends Deinen Lorbeeren gerecht werden ... :ignore
:leb Lieber Philidor, Schau mal hier!
LG palestrina
palestrina (27.09.2022, 16:44):
Leoncavallo "Zingari"
Klick .....ist eine Oper in 2 Episoden in der Rekonstruktion Verion, Libretto von Enrico Cavacchioli und Guglielmo Emanuel, basierend auf Pushkins Erzählung. Uraufführung 16.9.1912im Hippodrom Theater London
Besetzung : Krassimira Stoyanova - Fleana Arsen Soghomonyan - Radu Stephen Gaertner - Tamar Lucasz Golinski - Der alte Mann
Royal Philharmonic Orchestra und der Chor von Opera Rara Cond. Carlo Rizzi
Es lohnt sich allemal das zuhören, es ist ein typischer Leoncavallo, was nicht abwertend gemeint ist. Wiedermal eine tolle Einspielung von Opera Rara!
LG palestrina
Joe Dvorak (28.09.2022, 07:17):
Luigi Boccherini - Sinfonie d-Moll op. 12/4, G. 506 & A-Dur op. 35/3, G. 511 & D-Dur, G. 490 & F-Dur op. 35/4, G. 512 Ensemble 415, Chiara Banchini
Das scheint mir nicht ganz so eindringlich gespielt zu sein, wie anderes, das ich von diesen Tiefstimmern im Ohr habe. Aber im Vergleich ist die d-Moll-Teufelsburg mMn immer noch klar besser als bei Leppard oder Hogwood.
Erstbegegnung mit den beiden Werken. Sehr farbenreich, alles weitgehend im tonalen Bereich, das gefällt mir durchaus gut. Gerade die Siebte finde ich sehr stimungsvoll geschrieben. Dass sie für einen Kompositions-Wettbewerb des Detroit Symphony Orchestras geschrieben wurde und KEINEN Preis bekam, kann ich nicht verstehen. Dagegen wurde sein Landsmann Camargo Guarnieri mit einem Preis ausgezeichnet.
palestrina (28.09.2022, 17:19):
Jonas Kaufmann "The Age of Puccini"
Klick Zwar habe ich das alles auf div. CDs, aber so geballt auf einer CD ist schon ein besonderes Vergnügen, was aber zusätzlich vorhanden auf der CD, ist das Duett aus La Rondine mit Renée Fleming das auf einer CD von ihr ist!
LG palestrina
PS: zur Zeit ist die CD gaaaanz preiswert zu haben!
Maurice inaktiv (29.09.2022, 07:29):
Felix Mendelssohn : Sinfonie Nr.3, a-moll, "Schottische" AD: 1989 & Nr.4 auch noch im Anschluss
The London Classical Players , Roger Norrington (damals noch ohne den "Sir" davor)
Bei Sir Roger Norrington kann ich alles anhören und genießen, was er bis zu Mendelssohn und Schumann eingespielt hat. Was er an Komponisten anschließend eingespielt hat, ist dann absolute Geschmackssache, bzw. auch Ansichtssache. Sein Bruckner oder Mahler kann ich mir anhören, aber so richtig glücklich werde ich damit nicht. Bei Vaughan-Williams kommt es auf die Sinfonie an, aber auch hier scheiden sich die Geister daran.
Sein Haydn, Mozart, Schubert, Mendelssohn oder Schumann gefallen mir dagegen sehr gut. Seine Einspielung von Smetanas "Ma Vlast" ist die einzige Einspielung auf historischen Instrumenten und hörenswert.
Philidor (29.09.2022, 07:48): Das ist schon besonders.
Wolfgang Amadé Mozart: Streichquartett G-Dur KV 387 ("Haydn-Quartett Nr. 1")
Armida Quartet
Jungs und Mädels, das ist die HIP-Aufnahme eines Mozart-Quartetts, welche die Mosaiques nie abgeliefert haben. Jeu inégal, überraschende Erhellungen und Abschattungen, nie mozärtlichen Charme verlassend und doch an der nächsten Ecke schon wieder überraschend ... vielleicht keine Lieblingsaufnahme, aber in jedem Falle eine "something else"-Aufnahme allererster Güte.
Sfantu (30.09.2022, 22:18):
Arnold Schönberg - Brettl-Lieder Richard Strauss - Krämerspiegel Kurt Hessenberg - Lieder eines Lumpen
Gerhard Siegel, Tenor Gabriel Dobner, Klavier (CD, Hänssler, 2015)
Das Album punktet durch die Hessenberg-Lieder mit klarem Repertoire-Wert. Sicher nicht allein damit. Da ist einmal Gerhard Siegels beachtlicher Stimmumfang - fast ohne Wackler in baritonalen Grenzregionen und mit beeindruckender Durchschlagskraft in den Spitzentönen. Gabriel Dobner erweist sich als sensibler Mitgestalter. Sobald der Sänger mit mehr Schalldruck arbeitet, gerät das Timbre schnell ins tendenziell Knödelige, der Resonanzkern bleibt eng. Beim Krämerspiegel ist die Konkurrenz freilich erdrückend - wie kann man auch gegen die ausgefeilte Deklamation von bspw, Fi-Di an. Auch mangelt es den Zischlauten gelegentlich an sauberer Differenzierung. Nicht nur aus Repertoire-Gründen sticht der Hessenberg hervor (auf Texte von Wilhelm Busch, komponiert 1950). Die trocken-expressive Musik unterstreicht die plastisch-ungekünstelte Erzählhaltung der Vorlage in ihrer - mal ulkig, mal bitter - selbstironischen Art - Gerhard Siegel kommt das entgegen - man hört hier mit mehr Spannung zu. "Und wem das Lied gefallen hat, der lasse sich nicht lumpen. Der möge dem Lumpen, der es sang, zum Dank `nen Gulden pumpen".
Maurice inaktiv (01.10.2022, 07:30):
Georg Friedrich Händel : Die Wassermusik AD: 1996
London Classical Players , Roger Norrington
Auf Grund des Wetters entfällt die "Frühlings-Sinfonie" von Schumann. Dafür läuft die "Wassermusik" von Händel.
Sfantu (01.10.2022, 15:34): @palestrina
kleine Scherzfrage: woran erkennt man, daß der Ravensburger Verlag nicht die Rechte an Leoncavallos "Zingari" besitzt? Antwort: die hätten es entweder freiwillig vom Markt genommen oder in "Sinti und Roma" umbenannt.
Amonasro (01.10.2022, 16:25): Die Zingari werde ich mir auch anhören müssen, da ich schon die Zazà von Opera rara sehr gelungen finde. Heute aber erstmal diesen plakativen Reißer:
Franco Leoni/Camillo Zanoni: L'oracolo
Uin-Sci - Richard Van Allan Cim-Fen - Tito Gobbi Hu-Tsin - Clifford Grant Ah-Joe - Joan Sutherland L'indovino - Ian Caley Uin-San-Lui - Ryland Davies Hua-Qui - Huguette Tourangeau
John Alldis Choir, Finchley Children's Music Group National Philharmonic Orchestra, Richard Bonynge
Hier sind alle Verismo-Klischees aufeinander gehäuft, man könnte es fast für eine Parodie halten: aufgesetzter musikalischer Orientalismus (die Handlung spielt in San Franciscos Chinatown), gewalttätige Szenen (Mord mit einem Beil, Erdrosseln mit dem eigenen Zopf) zwischen Kinderchören und süßlichen Kantilenen. Auch eine Wahnsinns-Arie darf nicht fehlen. Das alles in einem Akt zusammengedrängt. Die Besetzung (allen voran Tito Gobbi und Joan Sutherland) ist kaum besser vorstellbar.
Gruß Amonasro
palestrina (01.10.2022, 18:59): Hallo Amonasro, das habe ich mir gleich danach angehört, in dieser Aufnahme. ;)
Das habe ich 5X gesehen.Als großer Fan von Annalisa Raspagliosi und Carlo Ventre. Das wurde immer zusammen mit Puccinis Le Villi gegeben. Warum Le Villi nicht aufgenommen wurde ?
LG palestrina
a-way (01.10.2022, 21:12):
Léo Delibes - Lakmé
Lakmé - Joan Sutherland Nilakantha - Gabriel Bacquier Gerald - Alain Vanzo
Orchestre National de l'Opéra de Monte-Carlo, Richard Bonynge
Joe Dvorak (02.10.2022, 04:16):
Dmitri Shostakovich - Sinfonie Nr. 12 d-Moll, op. 112 "1917" Bulgarian National RSO, Emil Tabakov
Das ist Teil einer neuen Integrale. Ich kann mir keinen besseren Dirigenten, der diese Musik besonnen darstellt, ohne die ihr innewohnende Gaerung herauszunehmen, vorstellen.
Philidor (02.10.2022, 19:11): Der nächste Rigoletto.
Giulini scheint mir das stärkste Argument für diese Aufnahme zu sein. Stellenweise ungewohnt langsam, aber wie spannend ist das! Als Ganzes mag ich die Aufnahme sehr.
Placebo Domingo singt sicher keinen schlechten Herzog. Ein wenig oberflächlich, ok, das passt sogar irgendwie, aber nicht so, dass es die Lesart intensiviert ... Bei Björling höre ich sofort, was Domingo fehlt ... Björling ist der Herzog. Domingo singt ihn nur.
Ileana Cotrubas ist wunderbar, solange sie in den kindlichen Abschnitten ist und Papas liebe Tochter singt. Wenn sie zur liebenden Frau wird, die für den geliebten Mann in den Tod geht, nehme ich ihr das nicht ab.
Cappuccilli - aufgenommen im Alter von 50. Das ist keine ernsthafte Grenze für einen Bariton, aber so ganz frei schien mir die Stoimme nicht zu schwingen. Und. gravierender, der Ausdrucksradius kam mir eher eng vor. Kaum zu glauben, dass das derselbe Cappuccilli war, der vier Jahre zuvor so einen großartigen Boccanegra unter Abbado gesungen hatte.
Ghiaurov and Moll scheinen die Protagonisten zu übertrumpfen. Wunderbare Comprimarii, die die Aufnahme sehr bereichern.
Als Ganzes, wie gesagt - sehr gute Aufnahme. Alles, wie immer, imho,
palestrina (02.10.2022, 19:52): Als Ganzes, wie gesagt - sehr gute Aufnahme. Alles, wie immer, imho, Hallo lieber Philidor, damit bin ich einverstanden! ^^
Das .... Klick habe ich den ganzen :D Nachmittag gehört!
Eine hervorragende Aufnahme mit ihrem Ehemann Raphaël Pichon und seinem Ensemble Pygmalion !
https://youtu.be/CZ9zk7_lm2M
LG palestrina
a-way (02.10.2022, 20:20):
Gustav Mahler - Das Lied von der Erde (Arnold Schönberg - Reiner Riehn Chamber Orchestra Transcription) Timothy W. Sparks, Tenor; Ellen Williams, Mezzo-Sopran Duraleigh Chamber Players, Scott Tilley
palestrina (02.10.2022, 20:42):
Gustav Mahler - Das Lied von der Erde (Arnold Schönberg - Reiner Riehn Chamber Orchestra Transcription) Timothy W. Sparks, Tenor; Ellen Williams, Mezzo-Sopran Duraleigh Chamber Players, Scott Tilley Hallo liebe onewomanshow, die hatte ich auch mal, aaaaber die singen so schlecht deutsch, das ist oft kaum auszuhalten! Das Orchester ist sehr gut, aber Das Lied von der Erde lebt nunmal vom Gesang und Text!
LG palestrina
Amonasro (02.10.2022, 21:34): Bei mir auch mal wieder die Lakmé:
Léo Delibes/Edmond Gondinet/Philippe Gille: Lakmé
Lakmé - Mady Mesplé Gérald - Charles Burles Nilakantha - Roger Soyer Mallika - Danielle Millet Frédéric - Jean-Christophe Benoît Ellen - Bernadette Antoine Rose - Monique Linval Miss Bentson - Agnès Disney Hadji - Joseph Peyron
Chœurs et Orchestre du Théâtre National de l'Opéra-Comique, Alain Lombard
Gruß Amonasro
Nicolas_Aine (02.10.2022, 23:23):
Placebo Domingo Entschuldige bitte, ich hebe sonst keine Tippfehler / Autokorrektur hervor, aber den hier fand ich doch sehr gelungen :ignore :rofl
Als Zugabe ist noch Ives' 2. Sinfonie drauf. Wahrscheinlich wurde es wegen ihrer mageren Dauer von gerade mal 37 Minuten nicht fuer noetig befunden, sie auf dem Frontcover zu erwaehnen. Das Hauptprogramm schlaegt dagegen immerhin mit fetten 34 Minuten zu Buche.
a-way (03.10.2022, 10:57): Hallo liebe onewomanshow, die hatte ich auch mal, aaaaber die singen so schlecht deutsch, das ist oft kaum auszuhalten! Das Orchester ist sehr gut, aber Das Lied von der Erde lebt nunmal vom Gesang und Text! Hallo palestrina, danke für deine Erfahrung. Es ist mir nicht mal aufgefallen, weil ich scheinbar gar nicht auf den Text achte, mochte aber die Stimmfarbe von Ellen Williams sehr. Vielleicht schaffe ich es, genauer zu hören, und melde mich nochmal dazu. Liebe Grüße!
Håkon Stene - aus Tales of Sound and Fury, Mad Songs Improvisation on Bryllupsslått (Wedding Tune from Hålandsdalen) Improvisation on Kvervel (Drum roll from Melhus) Improvisation on Spissrot (Running the gauntlet)
Håkon Stene, Percussion
Boris Ivanovich Tishchenko
- 01 The Twelve, Ballet after A. Block’s poem, Op. 25 I. Black night. White snow II. The wind swirls round the clean, white snow III. Twelve men go marching by IV. Kat’ka – V. The reckless driver VI. Again the Twelve are on the march VII. But where is Kat’ka? – She’s dead VIII. Boredom most boring, deadly! IX. The bourgeois stands at a crossroads – X. The blizzard has increased its fury – XI. Of they go with martial pace... all the twelve XII. Wrapped in wild snow, ahead of them goes Jesus Christ - 10 Variations on three themes by Shostakovich, Op. 143
Saint Petersburg (Leningrad) Philharmonic Orchestra • Pavel Bubelnikov (1–6, 8), Alexander Titov (10) + Estonian State Symphony Orchestra • Peeter Lilje, conductor (4, 7, 9)
Beides ist mir unbekannt und ich habe so Nachholbedarf, dass ich am liebsten noch viel mehr heute hören würde, aber befürchte, es würde den Rahmen sprengen.
Andréjo (03.10.2022, 11:28): Placebo Domingo Entschuldige bitte, ich hebe sonst keine Tippfehler / Autokorrektur hervor, aber den hier fand ich doch sehr gelungen :ignore :rofl Korrekturprogramm wahrscheinlich - ich weiß, warum ich so was nicht führe ... Oder ein nicht untypischer Scherz des Philidor ...
Aber irgendwie wird es schon auch zutreffen auf den Sänger ... :ignore
:) Wolfgang
Joe Dvorak (03.10.2022, 11:42): Jo, wird schon zutreffen und daher glaube ich -zumal es im gleichen Beitrag weiter oben richtig steht-, dass das eine gezielte Spitze vom Meister des Setzens ebensolcher war. Bin gespannt auf die Aufklaerung. :hello
Philidor (03.10.2022, 12:29): Entschuldige bitte, ich hebe sonst keine Tippfehler / Autokorrektur hervor, Ego te absolvo ... und ja, das war keine Autokorrektur ... aber der ist schon ziemlich alt ...
Hier in mehrfacher Hinsicht sehr deutsche Musik zum Tag der Einhet:
Paul Hindemith: Ouvertüre zum "Fliegenden Holländer", wie sie eine schlechte Kurkapelle morgens um 7 Uhr am Brunnen vom Blatt spielt
Kocian Quartett
Ich würde sagen, in diesem Stück hört man den wahren Meister im Setzen von Spitzen. Imho.
Euch allen einen schönen Feiertag! :hello
palestrina (03.10.2022, 15:16):
"Jupyra" Francisco Braga
Klick
Eliane Coelho (Soprano, Jupyra); Rosana Lamosa (Soprano, Rosalia); Mario Carrara (Tenor, Carlito); Phillip Joll (Baritone, Quirino); Coro da Orquestra de São Paulo John Neschling Braga wr lange in Europa, ua.auch in Deutschland, er hatte gehofft seine Oper in Deutschland uraufführen zu können, konnte es aber erst nach seiner Rückkehr nach Brasilien in Rio tun. Den neuen Strömungen in Europa ist er nicht nachgegangen, sonder blieb der Spätromantik treu, diese Oper ist ist stilistisch zur Spätromantik und des Verismo einzuordnen. Eine wahrlich interessante Mischung! Der bekannteste Schüler Bragas war Heitor Villa-.Lobos.
LG palestrina
Philidor (03.10.2022, 18:58): Next one.
Giuseppe Verdi: Rigoletto
Rigoletto – Sherill Milnes Gilda – Joan Sutherland Duca – Luciano Pavarotti Sparafucile – Martti Talvela Monterone – Clifford Grant Maddalena – Huguette Tourangeau
Ambrosian Opera Chorus London Symphony Orchestra
Richard Bonynge
Pavarotti ist DAS Ereignis der Aufnahme. Da war er in seiner besten Zeit. Er war wohl der Besitzer der herausragenden Tenorstimme nach dem zweiten Weltkrieg (was nicht dasselbe ist wie "der beste Tenor nach WKII"). Anziehend, oft mit Sliberglanz wie eine (modern) Barocktrompete. Leichtigkeit, Luftigkeit, sogar stellenweise Eleganz. Wir müssen wohl weit zurückgehen, um etwas Vergleichbares zu hören (Björling?). “Possente amor” mit einem Wahnsinns-D.
Milnes singt schön, entfaltet aber für meine Ohren nicht so ganz das Drama des buckligen Narren.
Sutherland war vielleicht zum Zeitpunkt der Aufnahme schon zu alt für die Gilda. Sie singt großartig, virtuos, und ihre Technik finde ich faszinierend. Aber Vater und Tochter liefern irgendwie nicht die Geschichte ab. Sie stirbt gar mit gesunden Tönen. Wie schade.
Wie schade vor allem auch deswegen, weil Bonynge eine großartige Aufführung dirigiert, voll Brio und Spannung. Wow. Wer nicht so sehr an schönen Stimmen, sondern an einem Musikdrama interssiert ist, dürfte auf seine Kosten kommen.
Talvela – wie Du ihn erwarten darfst. – Großartiges Quartett, by the way.
Alles in allem, großartiges Singen mit Abstrichen beim SIngschauspielen. Durch Pavarotti und Bonynge wird die Aufnahme zum Muss. Imho.
Amonasro (03.10.2022, 19:18): Das entspricht auch weitestgehend meiner Wahrnehmung der Aufnahme. Neben Riccardo finde ich den Duca Pavarottis beste Verdi-Rolle. Martti Talvela finde ich großartig. Einen schwärzer-düsteren Sparafucile habe ich bisher nicht gefunden. Wer nicht so sehr an schönen Stimmen, sondern an einem Musikdrama interssiert ist, dürfte auf seine Kosten kommen. Alles in allem, großartiges Singen mit Abstrichen beim SIngschauspielen. Aber hier bin etwas verwirrt, ist das kein Widerspruch?
Gruß Amonasro :hello
Philidor (03.10.2022, 19:28): Vermutlich habe ich mich ungeschickt ausgedrückt.
Also, das Musikdrama wird (vom Orchester aus) für meine Begriffe ganz wunderbar entfaltet, packend, mit Brio, sehr spannend. Da dürften die Stimmen auch schlechter sein und es wäre immer noch famos.
Das Singen fand ich ganz ausgezeichnet, die Dimension des Singschauspielerns fehlte mir jedoch zu oft, gerade bei Milnes und Sutherland.
Nigel Westlake - Ali's Wedding (OST) Joseph Tawardos (Oud), Slava Grigoryan (Gitarre), Sydney SO
Ich kenne den Film nicht, aber die Musik besteht auch als eine 13-saetzige Konzert-Rhapsodie fuer Oud und Orchester (die Gitarre tritt nur in einem Satz als Soloinstument auf).
a-way (04.10.2022, 17:32):
Robert Schumann - Sinfonie Nr. 4 in d-Moll (überarbeitete Fassung, 1851) Orchestre Révolutionnaire et Romantique, John Eliot Gardiner
Joe Dvorak (05.10.2022, 06:43):
Johannes Brahms - Sinfonie Nr. 3 F-Dur, op. 90 New York Philharmonic, Zubin Mehta
a-way (06.10.2022, 09:06):
Gabriel Fauré
1 Elegie c-Moll, op. 24 2 - 4 Cellosonate Nr. 1, op. 109 5 Romance A-Dur op. 69 6 Papillon A-Dur op. 77 7 - 9 Cellosonate Nr. 2, 0p. 117 10 Sicilienne op. 78 11 Après un rêve (Transkription Pablo Casals)
Ophélie Gaillard (Violoncello) & Bruno Fontaine (Klavier)
Joe Dvorak (07.10.2022, 04:24):
Frederic D'Haene - Music with Silent Aitake's Reigakusha Gagaku Ensemble, Ensemble Modern, Kasper De Roo
Frederic D'Haene ist ein belgischer Avantgarde-Komponist und Schöpfer seiner eigenen Kompositionstechnik namens "Paradoxophonie" oder "paradoxe Koexistenz".
Joe Dvorak (07.10.2022, 08:08): Frederic D'Haene ist ein belgischer Avantgarde-Komponist und Schöpfer seiner eigenen Kompositionstechnik namens "Paradoxophonie" oder "paradoxe Koexistenz". Ob die Gegenueberstellung von japanischer Hofmusik und westlicher Moderne eine Paradoxie oder gar eine Kompostionstechnik und dazu noch eine eigene (Cage und Staebler haben das vorher schon gemacht) darstellt, sei dahingestellt. Dass es sich trotzdem um unerhoertes und gehaltvolles Material handelt, das die investierte Hoerzeit dankbar verguetet und den Hoerer -wie vom Komponisten erhofft- zum Nachdenken und Reflektieren bringt, kann ich in meinem Fall bezeugen.
Amonasro (07.10.2022, 19:01):
Marin Marais/Antoine Houdar de la Motte: Alcione
Alcione - Lea Desandre Ceix - Cyril Auvity Pelée - Marc Mauillon Pan/Phorbas - Lisandro Abadie Tmole/Le Grand Prêtre/Neptune - Antonio Abete Ismène - Hasnaa Bennani Junon - Hanna Bayodi-Hirt Apollon/Le Sommeil - Sebastian Monti Doris - Maud Gnidzaz Céphise - Lise Viricel Aeglé - Maria Chiara Gallo Phosphore - Gabriel Jublin
Le Concert des Nations, Jordi Savall
Immer wieder ein Genuss.
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (08.10.2022, 02:41):
Olivier Messiaen - Et exspecto resurrectionem mortuorum Orchestre National de Lyon, Jun Märkl
Joe Dvorak (08.10.2022, 03:51): Wo kommt die auf einmal her? Auf Originalinstrumenten und in Originalsprache gab es das mWn noch nicht. Als besonderes Schmankerl wird die Originalinstrumentierung der handschriftlichen Partitur eingesetzt. (Vor der Drucklegung wurden mit Ruecksicht auf die Spieler und als Konzession an den Publikumsgeschmack Vereinfachungen vorgenommen.) Das nenne ich auf Deutsch gesagt mal ein Major Event.
Joseph Haydn - L'isola disabitata, Hob. XXVIII:9 (Ed. Thomas Busse) Anett Fritsch, Sunhae Im, Krystian Adam, André Morsch, AAM Berlin, Bernhard Forck
a-way (08.10.2022, 09:33): Die letzten beiden Klassikplatten (also von Beethoven / Leibowitz alle Symphonien), die ich noch habe + eine Tutto Verdi-DVD Box. CDs noch ein paar, aber Überblick verloren und auch nicht wirklich relevant im Moment.
Arthur Honegger / Paul Claudel - Jeanne d’Arc au bûcher Kühn Children's Chorus Czech Philharmonic Chorus & Orchestra Prague Symphonie Orchestra, Serge Baudo
Ludwig van Beethoven - 8. Sinfonie Royal Philharmonic Orchester, René Leibowitz
Maurice inaktiv (08.10.2022, 09:49):
Johann Wenzel Kalliwoda : Sinfonie Nr.1 in f-moll, op.7, Concertino für Violine und Orchester Nr.1 in E-Dur, op. 15 & Introduktion und Variationen für Klarinette und Orchester in B-Dur, op. 128
Kalliwoda, der zwischen Carl Maria von Weber, Franz Lachner und Norbert Burgmüller in Prag geboren wurde (1801-1866), gehört zu den frühen Komponisten, die die Romantik mit anbahnten, etwa hier mit seiner 1.Sinfonie, die er 1825 geschrieben hatte. Im Booklet wird das schön beschrieben: "Zusammen mit einer differenzierten Instrumentation fand er einen durchaus persönlichen Ton, der keiner der etablierten Epochen zuzuordnen ist. Vielmehr befand sich Kalliwoda auf dem Übergang zwischen der klassischen Form eines späten Mozart und der Romanzenform der Frühromantik, zwischen lyrisch-beschaulichen Melodien und einer Sturm-und Drang-Dramatik, sowie zwischen homophonen Orchestertutti und strenger Kontrapunktik. (Laszlo Strauß-Nemeth)
Maurice inaktiv (08.10.2022, 10:24):
Joseph Haydn : Sinfone Nr. 107, B-Dur "A"
Stuttgarter KO, Dennis Russell Davies
Im Rahmen der GE der Sinfonien Haydns heute die Nr.107, da sie gerade hier im Forum besprochen wurde.
Damals für wenig Geld erhältlich, wird sie heute zu Mondpreisen angeboten. Ich bin sehr zufrieden damit. Die GE unter Fischer habe ich damals (2013) dann sofort verkauft. Sie war mir zu unausgewogen.
palestrina (08.10.2022, 10:32): Wo kommt die auf einmal her? Auf Originalinstrumenten und in Originalsprache gab es das mWn noch nicht. Als besonderes Schmankerl wird die Originalinstrumentierung der handschriftlichen Partitur eingesetzt. (Vor der Drucklegung wurden mit Ruecksicht auf die Spieler und als Konzession an den Publikumsgeschmack Vereinfachungen vorgenommen.) Das nenne ich auf Deutsch gesagt mal ein Major Event.
Joseph Haydn - L'isola disabitata, Hob. XXVIII:9 (Ed. Thomas Busse) Anett Fritsch, Sunhae Im, Krystian Adam, André Morsch, AAM Berlin, Bernhard Forck Aber, lieber Joe Dvorak, das ist aber alles hier sehr langweilig dargeboten, naja für mich ist Haydn eh langweilig. Also, liegt das wohl an mir!?
LG palestrina
a-way (08.10.2022, 11:23):
aus Oboenkonzerte: - Johann Wenzel Kalliwoda: Morceau de Salon, Op. 228 (arr. for oboe and orchestra) - Josef Guy Ropartz: Pastorale et danses für Oboe und Orchester Lencsés, Lajos - Oboe Stuttgart Radio Symphony Orchestra, Bernhard Güller
palestrina (08.10.2022, 13:40): Klick
In Sachen Schubert habe ich lange so keine aufregende Interpretation gehört wie die der 9.Symphonie unter der elektrisierenden Leitung von Jordi Savall. Da geht es hoch her, und das schwere Pathos, das dieses Werk so gefährlich macht, wird hier auf ein akzeptables Niveau reduziert, wenngleich Savall die Neunte recht klangprächtig und mit vielen Effekten angeht. Natürlich spielt die historisch informierte Aufführungspraxis eine große Rolle, aber Savall ist immer um das musikantische Element und einen natürlichen Puls bemüht. Es gibt nur wenige Aufnahmen, die den historischen Klang mit dem großen Atem eines Wilhelm Furtwängler auf eine solch kongruente und passende Weise miteinander verbinden. Doch so spannend diese Neunte auch ist, Savall verschießt sein Pulver bereits im ersten Satz. Dieser wird so atemberaubend von Le Concert des Nations gespielt und so inspirierend von Savall dirigiert, dass sich dieser interpretatorische Ausnahmezustand in den Folgesätzen nicht mehr wiederholen kann. Insbesondere das abschließende Allegro Vivace büßt etwas an Kraft, Phantasie und Energie ein. Auch die 8. Symphonie, die Unvollendete überrascht in jeder Hinsicht. Hier ist es vor allem der dramatische Atem Furtwänglers, den Savall heraufbeschwört und der dieser Symphonie im Klanggewand der historischen Aufführungspraxis erstaunlich gut zu Gesichte steht.
Der großzügige und etwas hallige Klang der Kirche Saint-Vincent Collégiale de Cardona ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber für Savalls Interpretation passt er. Das hat mich letztendlich bewogen mir die Aufnahme doch zuzulegen! Und ich wurde nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil, jetzt ist es meine liebste Aufnahme! Gestern und heute habe ich die Aufnahme 8X gehört! :down :down :down :down :down
LG palestrina
Joe Dvorak (09.10.2022, 03:20): Joseph Haydn - L'isola disabitata, Hob. XXVIII:9 (Ed. Thomas Busse) Anett Fritsch, Sunhae Im, Krystian Adam, André Morsch, AAM Berlin, Bernhard Forck Aber, lieber Joe Dvorak, das ist aber alles hier sehr langweilig dargeboten, naja für mich ist Haydn eh langweilig. Also, liegt das wohl an mir!?
LG palestrina Ich empfand es als kurzweilig und wurde gut oberhalten. Es liegt tatsaechlich an dir, so wie es immer am Hoerer liegt, wenn er sich langweilt. Ausserhalb des empfindenden Individuums gibt es keine Langeweile. Man kann allenfalls versuchen, ueber einen Konsens oder eine Autoritaet 'langweilig' als Attribut an etwas anzuhaengen, etwa: 9 von 10 Leuten finden das langweilig oder XY findet es langweilig, also ist es langweilig. Aber wir wissen, was von Mehrheits- und Autoritaetsmeinungen zu halten ist. Das sind keine Instanzen, die wir fuer uns gelten lassen... ;)
a-way (09.10.2022, 09:34):
Carl Orff - De temporum fine comoedia
Christa Ludwig - Mezzosopran Peter Schreier - Tenor Rolf Boysen - vocals
Tölzer Knabenchor RIAS Kammerchor Chor und Orchester des Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester, Herbert von Karajan
palestrina (09.10.2022, 15:50): Niccolò Antonio Zingarelli " Giulietta e Romeo "
Klick
Das ist leider auch nur ein Querschnitt! Mit DVD.
Napoleons Begeisterung für die Oper war außerordentlich groß. Der musikbegeisterte Feldherr ließ eine junge italienische Berühmtheit, die Altistin Giuseppina Grassini, und den schillernden Kastraten Girolamo Crescentini zu sich holen, der einzige Sänger, der den Kaiser zu Tränen rühren vermochte. Crescentini, der von 1806 bis 1812 in Frankreich zu Gast war, gestaltete glorreiche Abende in der kaiserlichen Kapelle in den Tuilerien in Begleitung von Grassini, die Première cantatrice de Sa Majesté l’Empereur (Erste Sängerin seiner Majestät des Kaisers) und seine Mätresse war. Napoleons musikalische Leidenschaft galt der italienischen Oper, wovon 143 Konzerte italienischer Solisten am Hof zwischen 1810 und 1815 zeugen. Grassinis und Crescentinis Zugpferd war Zingarellis Oper Giulietta e Romeo, die in der Scala 1796 Premiere gefeiert hatte und danach von Napoleons Lieblingssängern in Paris unzählige Male aufgeführt wurde. „Sie erwecken Heldentum in mir“, erklärte Napoleon. Dieses Star-Duo des Französischen Kaiserreichs wird mit Franco Fagioli und Adèle Charvet wieder zum Leben erweckt: Mit einer Auswahl der großen Stücke dieser Oper Zingarellis, die – obwohl sie mit ihrem prächtigen Belcanto drei Jahrzehnte lang in ganz Europa große Triumphe feierte – heute völlig in Vergessenheit geraten ist. Das ist Napoleons Oper! »Adèle Charvet als Giulia lässt die stimmliche Beweglichkeit der Grassini mit schimmernd warmer Mezzopräsenz neu erstrahlen. Doch der Star der Oper wie des Wiederbelebungsabends ist der Romeo des virtuosen Countertenors Franco Fagioli bis in die Sopranhöhenlagen. Leicht, flüssig, ausdrucksstark ist sein Singen. Womöglich hätte sich auch Napoleon in diese Stimme verliebt!« (rondomagazin.de) Zingarelli gilt als einer der letzten würdigen Sprösslinge der zu Anfang des 18. Jahrhunderts von Alessandro Scarlatti begründeten neapolitanischen Schule. Seine Opern, darunter besonders "Giulietta e Romeo", erregten bis zum Auftreten Rossinis das Entzücken von ganz Europa, und seine besonders während der letzten Lebensjahre entstandenen Kirche Kompositionen stehen an Gediegenheit unter denjenigen seiner Zeitgenossen obenan. Zu seinen hervorragensten Schülern gehören die drei bedeutendsten italienischen Opernkomponisten der Ära zwischen Rossini und Verdi; Bellini, Donizetti und Mercadante. Was da an Opern noch brach liegt, ist für meine Begriffe eine Schande, ich habe noch eine CD mit Kantaten. Aber vielleicht kommt seine Zeit noch, ich wünsche es mir sehr, denn dieser Querschnitt weckt ungemein das Interesse in mir. Hatte mir das zuerst nur wegen Fagioli (einer meiner Lieblings Countern) besorgt, aber manchmal kommt die Begeisterung unverhofft!
LG palestrina
Übrigens: Die Aufnahmen von " Château de Versailles Spectacles" finde ich äußerst gelungen mit viele interessanten Raritäten! :!:
Philidor (09.10.2022, 18:13): Fantastisch.
Giuseppe Verdi: Rigoletto
Rigoletto - Robert Merrill Gilda - Anna Moffo Duca - Alfredo Kraus Sparafucile - Ezio Flagello Maddalena - Rosalind Elias Monterone - David Ward
RCA Italiano Opera Orchestra & Chorus Sir Georg Solti
Bonynges Aufnahme bietet bühnenartige Spannung und tolles Brio. Solti ist härter drauf, Akzente knallen mehr. aber das Ganze fließt nicht so wie bei Bonynge. Ich würde nicht sagen, dass es bei Solti schlechter sei, eher Geschmackssache. Und Solti widerlegt seinen (falschen) Ruf als hektische Drauflosschläger.
Der Hauptunterschied ist für mich eher, dass es bei Bonynge wunderschönes Singen gibt, während bei Solti die Figuren dahinter lebendig werden. Wahnsinn. Das mag ich deutlich lieber als die tollste Stimme der Welt. Merrill, Moffo, sogar Kraus zeigt mehr als das übliche "Ich f**ke alles, was nicht bei drei aufm Baum ist". Wunderbar.
palestrina (09.10.2022, 18:58):
Das ist wahrlich DIE Rigoletto Aufnahme, zumindest für mich, eildiweil es gibt keinen besseren Duca als Alfredo Kraus!
Aber diese ......Klick
....ist nicht minder gut!
Rondo Magazin
Da bin ich ganz bei Christoph Braun!
Philidor (09.10.2022, 20:13): Lieber Palestrina, wenn ich die Aufnahmedaten richtig in Erinnerung habe, ist die Bastianini-Aufnahme am nächsten Wochenende dran ... ich freue mich darauf und kann mich noch an die relativ dunkle Stimme des Sängers der Titelrolle erinnern.
Viele Grüße Philidor :hello
PS. Sehe gerade, dass erst noch Kubelik und Dr. Rigoletto dran sind.
Joe Dvorak (10.10.2022, 04:04):
Johann Sebastian Bach - Triosonaten fuer Orgel BWV 525-530 John Butt (Galerie-Orgel der Hertz Hall, Berkely, geb. 1982/83 im Stil von ostfriesischen Orgeln um 1700)
palestrina (10.10.2022, 10:45): PS. Sehe gerade, dass erst noch Kubelik und Dr. Rigoletto dran sind. Mich hat es gerade eben durch geschüttelt, ;(
LG palestrina
a-way (10.10.2022, 16:21):
George Crumb - Star-Child Susan Narucki, Sopran; Joseph Alessi, Posaune Warsaw Boys Choir; The Warsaw Philharmonic & Choir, Thomas Conlin - Mundus Canis (A Dog's World); David Starobin, Gitarre; George Crumb, Perkussion - Three Early Songs; Ann Crumb, Sopran; George Crumb, Klavier
8|
Amonasro (10.10.2022, 21:41):
Georg Friedrich Händel/Giacomo Rossi: Rinaldo (Fassung 1711)
Goffredo - Bernarda Fink Almirena - Cecilia Bartoli Rinaldo - David Daniels Eustazio - Daniel Taylor Argante - Gerald Finley Armida - Luba Orgonasova Mago cristiano - Bejun Mehta Sirena I - Catherine Bott Sirena II - Ana-María Rincón Un araldo - Mark Padmore
The Academy of Ancient Music, Christopher Hogwood
Gruß Amonasro
Philidor (10.10.2022, 22:09): PS. Sehe gerade, dass erst noch Kubelik und Dr. Rigoletto dran sind. Mich hat es gerade eben durch geschüttelt, ;( LG palestrina Aberaberaber, werter Palestrina, das sind unbescholtene Künstler, denen wir an anderer Stelle hohe und höchste Hörgenüsse zu danken haben.
Lass uns immer wieder unvoreingenommen deren künstlerischen Erzeugnissen mutig gegenübertreten und mit Georg Christoph Lichtenberg die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass es auch an uns liegen könnte, wenn es uns nicht durchweg gefallen sollte. :saint:
Hofnarren waren teilweise recht intelligent, habe ich mir sagen lassen. Konzerne in unseren Zeiten halten sich solche Figuren unter der Berufsbezeichnung "advocatus diaboli". Eine kopflastige Beleuchtung des Werkes wäre aus meiner Sicht darum nicht völlig ohne Legitimation, auch, wenn tiefer gelegene Körperregionen dann etwas kürzer kommen könnten. Für diese Regionen sind vielleicht auch eher andere dramatis personae zuständig.
Ich bin gespannt!
Gruß Philidor :hello
Joe Dvorak (11.10.2022, 01:33): Spannung auch hier. Nicht dass ich die Kuenstler kennen wuerde, aber welchen Bezug, wenn ueberhaupt, gibt es zwischen deren Inszinierung auf dem Cover und der Interpretation? Mal hoeren.
Franz Schubert - Winterreise op.89, D. 911 David Greco (Bariton), Erin Helyard (Fortepiano, Maene (2016) nach Anton Graf, 1817)
Joe Dvorak (11.10.2022, 05:39): Franz Schubert - Winterreise op.89, D. 911
David Greco (Bariton), Erin Helyard (Fortepiano, Maene (2016) nach Anton Graf, 1817)
Ja, das ist richtig gut. Keine NY Hardcore-Punk Variante, aber doch sehr ungekuenstelt und alluerenfrei. Die steht auf konzentriert Wiederhoeren.
Man bleibt halt auch nach 40 Jahren Klassikhoeren noch Laie. Ich musste erst mal suchmaschinen, was ein Lautencembalo ist. Wer es auch nicht weiss, aber wissen will, aber zu faul ist, selbst nachzuschlagen, bekommt hier -ohne Gewaehr- meine laienhafte Kurzfassung: Das Lautencembalo hat einen rundum geschlossenen Korpus mit Schalloeffnungen, aehnlich wie bei einer ... naja, Laute eben. Die Saiten sind beim Lautenzug ueber eine Vorrichtung mit einem Filz leicht abgedaempft. Beides fuehert zu einer Reduktion der Obertoene im Verhaltnis zum Grundton, wodurch das trockener, dafuer besser durchhoerbar klingt. Warum wollte ich das eigentlich wissen? Weil ich es hier gesehen und dann gehoert habe:
Johann Sebastian Bach - Toccaten BWV 910 - 916 Wolfgang Rübsam (Lautencembalo)
Das ist auch gut! 2 Treffer ins Ochsenauge an einem Morgen. :thumbup:
a-way (11.10.2022, 09:21):
Engelbert Humperdinck - Sieben symphonische Bilder aus der Schauspielmusik zu „Der Blaue Vogel“ Vorspiel: Der Weihnachtstraum Die Verwandlung Das Land der Erinnerung Die blauen Vögel Friedhof - Zaubergarten - Reich der Zukunft Sternenreigen Die Heimkehr
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Steffen Tast
Joe Dvorak (11.10.2022, 10:52): Da gerade ueber Kubelik gesprochen wurde:
Wolfgang Amadeus Mozart - Sinfonie Nr. 38 D-Dur, K. 504 & Nr. 31 C-Dur, K. 338 Chicago SO, Rafael Kubelik
Erstmalig 1963 erschienen. Brisk gespielt und ohne Wiederholungen. Nach vielen gehoerten Pragern, die ueber eine halbe Stunde -zum Teil deutlich drueber (Norrington/LCP: 36'51)- ausgewalzt wurden, ist so ein rezidivfreier Quickie (23'38) richtig wohltuend.
palestrina (11.10.2022, 11:22): Spannung auch hier. Nicht dass ich die Kuenstler kennen wuerde, aber welchen Bezug, wenn ueberhaupt, gibt es zwischen deren Inszinierung auf dem Cover und der Interpretation? Mal hoeren.
Franz Schubert - Winterreise op.89, D. 911 David Greco (Bariton), Erin Helyard (Fortepiano, Maene (2016) nach Anton Graf, 1817) Ja, das ist richtig gut. Keine NY Hardcore-Punk Variante, aber doch sehr ungekuenstelt und alluerenfrei. Die steht auf konzentriert Wiederhoeren. Hallo Joe Dvorak, ich habe David Greco über diese CD Klickkennen und lieben gelernt, (ich sammle nämlich die Kantaten 56 & 82) danach musste es dann noch obige Winterreise sein und Die schöne Müllerin. :!: :thumbsup:
Klick Ja, ungekünstelt passt gut zu ihm, aber ich finde auch seine Stimme hat was !
LG palestrina
Joe Dvorak (11.10.2022, 11:51): Ja, ungekünstelt passt gut zu ihm, aber ich finde auch seine Stimme hat was !
LG palestrina Lieber palestrina, gibt es eigentlich irgendwas Gesungenes, das du nicht kennst? :D
Ja, Grecos Stimme hat wirklich was, aber wenn ich erklaeren sollte was, dann muesste ich passen. Ebenso wenig erklaerbar gibt es Stimmen (eine grosse Mehrheit), die ich gar nicht abkann. Das mag interpretatorisch/kuenstlerisch noch so wertvoll sein, aber es geht einfach nicht. Viele Winterreisen gehen bei mir so: "Fremd bin ich eingezogen - fremd zieh ich wieder aus - ich bin dir nicht gewogen - darum bist du jetzt raus!"
Kubelik habe ich früher gerne im Radio mit seinen Übertragungen mit dem BR-Orchester gehört. Karl-Amadeus Hartmann war so eine Spezialität von ihm und natürlich Dvorak und auch Janacek.
Könnte ich in mal wieder hineinhören. Jetzt eben auf CD, der Dvorak mit den Berlinern. Von Janacek finde ich allerdings nur die Glagolitische Messe. Aber was heißt: nur ...
palestrina (11.10.2022, 13:38): Hallo lieber Joe Dvorak,
Lieber palestrina, gibt es eigentlich irgendwas Gesungenes, das du nicht kennst? .....oha, aber selbst verständlich ich mag nicht alles, aber....wie du so manches mal sehen kannst ist gesungenen einfach das was ich bevorzuge und liebe. Schubert, Schumann, Beethoven,, Zemlinsky, Mahler, Berg, Schönberg, Webern, Wagner bisschen Brahms und noch son bisschen links und rechts sind meine bevorzugten >Lied-Komponisten<. Seit ein paar Jahren bin ich auch ganz verrückt nach Monteverdi und Co.!! Ein kuriosum ist bei mir Hugo Wolf, mit ihm kann ich partout nichts anfangen! ?( Sänger/innenr Recitals liebe ich sehr, aber ....
Ebenso wenig erklaerbar gibt es Stimmen (eine grosse Mehrheit), die ich gar nicht abkann. Das mag interpretatorisch/kuenstlerisch noch so wertvoll sein, aber es geht einfach nicht. Viele Winterreisen gehen bei mir so: "Fremd bin ich eingezogen - fremd zieh ich wieder aus - ich bin dir nicht gewogen - darum bist du jetzt raus!" .....da stimme ich dir vollkommen zu obwohl, ich habe auch schon erlebt, dass ich nach einer Schonfrist eine CD wieder hervorgekramt habe ....und siehe da....auf einmal gefiel es mir, wenn nicht ist sie weg! Nur so nebenbei, ich singe ja auch im Chor und bei einem bekanntem Chor im Extra Chor.
LG palestrina
Joe Dvorak (11.10.2022, 23:41):
Johann Sebastian Bach - Cellosuiten BWV 1007 - 1012 Paolo Beschi (Violoncello, Carlo Testore, 1754)
Daraus die Nr. 1, G-Dur & Nr. 5, c-Moll
Amonasro (12.10.2022, 10:35):
Johann Sebastian Bach: Musikalisches Opfer
Le Concert des Nations, Jordi Savall
Gruß Amonasro
a-way (12.10.2022, 13:14):
Franz Schubert - Octet D.803 und Octet D.72 Schubert Ensemble, Budapest
Joe Dvorak (13.10.2022, 04:21):
Wolfgang Amadeus Mozart - Serenade Nr. 13 G-Dur, K. 525 & Cassation G-Dur, K. 63 - III. Andante / Franz Schubert - Sinfonie h-Moll, D. 759 Wiener Philharmoniker, Rafael Kubelik (AD: 1959-60)
a-way (13.10.2022, 09:29):
ear for Ear - Werke von John Cage - ear for Ear - Three Songs, 1 Twenty years after 2 Is it as it was 3 At east and ingredients - Litany for the whale - The wonderful widow of eighteen springs - Nowth upon Nacht - Aslsp, Nr. 1 - 8 (ohne Satzbezeichnungen) - The year begins to be ripe - Experiences 1+2
Cage Ensemble Hamburg
palestrina (13.10.2022, 12:13):
"Mein Traum"
Klick Stéphane Degout ist seit einigen Jahren einer meiner liebsten Baritone, habe ihn in Metz im Arsenal und im Musik und Kongresszentrum in Strasbourg, sowie auch in Strasbourg in der Opéra national du Rhin im Don Giovanni gesehen! Er hat in seinen Programmen immer eine schöne und interessante Zusammenstellung, das bezieht sich auch auf seine Einspielungen!
LG palestrina
palestrina (13.10.2022, 13:51):
A Tribute to Pauline Viardot
,Klick Eine Entdeckung die sich absolut gelohnt hat, eine Arie schöner als die nächste und eine wunderschö0ne Stimme nennt Marina Viotti ihr eigen! :down Da Glucks Orphée in der Berlioz Fassung von mir sehr geliebt wird, und besonders die Arie "Amour, viens rendre à mon âme", diese wird hier exzellent vorgetragen. Am 29.11.'22 werde ich sie in FfM in einem Recital hören! :leb
LG palestrina
Amonasro (13.10.2022, 14:30): Muss ich mir merken. Marina Viotti kenne ich bisher nur in Rossinis Aureliano in Palmira, dort gefällt sie mir tatsächlich sehr gut. Und von Rousset gefällt mir ohnehin fast alles (ich freue mich schon auf seine ganz neue Lully-Aufnahme, Acis et Galatée).
Ich höre heute Nachmittag:
Jules Massenet/Alfred Blau/Louis de Gramont: Esclarmonde
Esclarmonde - Joan Sutherland Parséis - Huguette Tourangeau Phorcas - Clifford Grant Roland - Giacomo Aragall L'évêque de Blois - Louis Quilico Énéas - Ryland Davies Cléomer - Robert Lloyd Un envoyé sarrasin - Ian Caley Un héraut byzantin - Graham Clark
Finchley Children's Music Group, John Alldis Choir National Philharmonic Orchestra, Richard Bonynge
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (14.10.2022, 04:50):
Franz Schubert - Streichquintett C-Dur op. 163, D. 956 Quartetto di Cremona, Eckart Runge Cristiano Gualco (Violine, Stradivari 'Paganini', 1727), Paolo Andreoli (Violine, Stradivari 'Paganini', 1680), Simone Gramaglia (Viola, Stradivari 'Paganini' 1731), Giovanni Scaglione (Violoncello, Stradivari 'Paganini', 1736), Eckart Runge (Violoncello, Amati Cremona, c 1595)
Joe Dvorak (14.10.2022, 07:46): Franz Schubert - Streichquintett C-Dur op. 163, D. 956 Quartetto di Cremona, Eckart Runge Ja, das ist zweifellos ein Meisterwerk, doch irgendwie braucht eine knappe Stunde ohne Fuellfarben sehr viel Gehalt, der sich mir in der zweiten Haelfte einfach nicht mitteilen will. Da wird aus Ungeduld gar Genervtsein, wenn man es mit einer zum Saegen und Hacken tendierenden Truppe wie den Genovesen zu tun hat. Was bei Haydn praechtig funktioniert, passt mir bei Schubert gar nicht.
Jetzt ein Werk, mit dem ich solche Probleme nicht habe:
Franz Schubert - Oktett F-Dur, D. 803 Sabine Meyer (Klarinette), Dag Jensen (Fagott), Knut Erik Sundquist (Horn), Quatuor Modigliani, Bruno Schneider (Kontrabass)
Maurice inaktiv (14.10.2022, 07:58):
Albert Dietrich : Sinfonie op. 20, d-moll
Oldenburgisches Staatsorchester , Alexander Rumpf
Völlig unaufgeregt Dietrichs 2.Sinfonie, wobei die Erste nie gedruckt und veröffentlicht, aber 1854 am Leipziger Gewandhaus uraufgeführt wurde. Die hier eingespielte Sinfonie wurde am 19.02,1869 von ihm selbst uraufgeführt.
Stilistisch bewegt sich Dietrich zwischen Robert Schumann und Johannes Brahms. Man kann ihn als einer der "Verbindungs-Komponisten" von den beiden bekannteren Komponisten bezeichnen.
Die Doppel-CD kann man für günstige 7,99 € erwerben. Man bekommt dazu das Vioinkonzert, op. 30 mit Elisabeth Kufferath als Solistin und eine Romanze für Horn mit keiner Geringeren als Marie-Luise Neunecker am Horn dazu, zwei durchaus hörenswerte Werke von Dietrich.
Maurice inaktiv (14.10.2022, 08:52): #1.139
Anton Bruckner : Sinfonie Nr.4 AD: 16.10.1988
Münchner PO , Sergiu Celibidache
Vor fast genau 34 Jahren entstand diese Aufnahme aus der Philharmonie in München. Ich war nie ein Fan von Celis Interpretationen, aber man muss ihm wirklich lassen, dass er in München einen Topp-Klangkörper geformt hat. Was er hier zelebriert, ist schon klasse.
Vergleicht man die beiden großen Bruckner-Weisen Wand und Celibidache, wird man zwei verschiedene Lager vorfinden. Lassen wir das. Die Spielzeiten unterscheiden sich insgesamt um ca. 6,5 Minuten (72,47 bei Wand, 79,11 bei Celibidache). Dass es nicht notwendig ist, das so in die Länge zu ziehen, kann man bei Wands Einspielung fast drei Jahre später hören. Doch unter Celibidache wirkt es nicht "lahmarschig", sondern gefüllt mit Musik. Beide Dirigenten lassen die Noten klingen, dafür sollte man einfach dankbar sein.
Zur Zeit bekommt die Einspielung bei Amazon nachgeworfen.
Joe Dvorak (14.10.2022, 10:52): Da haben die Marketingstrategen wieder mal massig Ueberstunden geschoben: 'The Freischütz Project'. So verkauft man ein Album (oder macht einen Banausen wie mich neugierig) und nicht mit 'Highlights' oder mit einer 'Selection', denn darum und nicht mehr handelt es sich bei diesem Projekt. Wer braucht heutzutage noch einen Querschnitt? Zum Beispiel ein Proll wie ich, der deswegen kaum Opern hoert, weil sie zu lange dauern. Oder ein Pleb wie ich, der sich fuer die Handlung eh nur in den seltensten Faellen interessiert und deswegen mit den Spruengen bei einer Auswahl gut leben kann. Aber die Kuerze ist nicht das einzige Argument fuer dieses Projekt, sondern es gibt zwei viel gewichtigere, die da heissen: accentus & Equilbey. Ein Album, auf dem diese beiden drauf stehen, aber nichts herausragendes drin ist, muss mir erst noch jemand zeigen. Ich bin gespannt:
Carl Maria von Weber - Der Freischütz, op. 77 (Querschnitt) Stanislas de Barbeyrac, Johanni Van Oostrum, Chiara Skerath, Vladimir Baykov, Christian Immler, Thorsten Grümbel, Daniel Schmutzhard, accentus, Insula Orchestra, Laurence Equilbey
Philidor (14.10.2022, 11:52): accentus & Equilbey Habe nur ein paar a-capella-CDs in dieser Besetzung, war aber davon sehr angetan ..
... in den letzten Wochen habe ich die neue GA der Mozart-Quartette mit dem Armida Quartet gehört und war sehr angetan - als GA würde ich sie zurzeit sogar vorne sehen, das ist aber vielleicht der Begeisterung des ersten Lauschs geschuldet.
Großartig waren die sog. Haydn-Quartette. Wer von den Mosaiques in puncto HIP-artiger Hörerfahrung enttäuscht war, könnte hier fündig werden.
Pars pro toto nur das Bildchen der ersten CD:
palestrina (14.10.2022, 12:16): Carl Maria von Weber - Der Freischütz, op. 77 (Querschnitt) Hallo Joe Dvorak, hatte mir etwas mehr davon erhofft, das ist vom Orchester her schon ziemlich gut, aaaaber der Gesang ...auweia!
KlickKlick Dise beiden sind auch sehr zwiespältig, die erste mit Jacobs ist vom Orchester her wunderschön, jedoch ist der Gesang ziemlich schlecht! Die Janowski ist gesanglich allen überlegen, Davidson ist eine fast perfekte Agathe und Schager ist der beste Max seit langem, er hat alles was einen Max ausmacht! :down Aber hier finde ich das Orchester leider viel zu alt hergerichtet!
LG palestrina
Joe Dvorak (15.10.2022, 01:41): Ein bisschen Spass muss sein:
Commedia dell'Austria - Werke von Conti, Biber, Schmelzer et al. Accentus Austria, Thomas Wimmer
Ein waschechtes Konzept-Album. Klappentext: Seit dem Mittelalter herrscht in Wien in der Zeit zwischen dem Dreikönigstag und Aschermittwoch das närrische Treiben der Karnevalszeit in welcher mit Serenaden, farbenprächtigen Maskenbällen, Marionettenspielen und vielen anderen Vergnügungen ausgelassen und fröhlich gefeiert wurde. Das Alte-Musik-Ensemble bietet den Zuhörern die musikalische Beschreibung einer Faschingsposse vom Wiener Hof des 17. und 18. Jahrhunderts und beschwört eine verrückte, fantasievolle Welt mit einer unwiderstehlichen Lebensfreude herauf.
Sehr farbenfroh und in der Tat unwiderstehlich mitreissend. Das auf Originalinstrumenten spielende Ensemble ist mit dem oben erwaehnten Chor weder verwandt noch verschwaegert.
Joe Dvorak (15.10.2022, 06:42):
El Clave del Emperador - Diego de Pantoja und sein Vermaechtnis (Kompositionen von Ceballos, Pedrini, Rameau, u.a.) Abigail Horro (Sopran), María del Mar Blasco (Violine), Darío Tamayo (Orgel), Todos los tonos y ayres & Ileber Ensemble
Noch so ein kulturhistorisches Ding. Mehr als zwanzig historische Instrumente aus dem Westen und Fernen Osten werden in dieser Aufnahme zusammengebracht, um das lebendige Musikleben des kaiserlichen Hofes im Reich der Mitte zu rekonstruieren - zum Gedenken an den 450. Geburtstag des spanischen Jesuiten Diego de Pantoja (1571-1618) . Dieser Missionar aus Valdemoro war der erste Europäer, der zusammen mit Matteo Ricci kulturelle und diplomatische Beziehungen mit der Verbotenen Stadt aufnahm, ein Kunststueck, das dank der Faszination zweier Uhren und einem Tasteninstrument erreicht wurde. Es war Pantoja, der auf Wunsch von Kaiser Wan Li als erster die Kunst des Clavichordspiels am chinesischen Kaiserhof lehrte. (...) "Das Cembalo des Kaisers" erforscht die Musik rund um diese unglaubliche Episode des musikalischen und wissenschaftlichen Dialogs und Austauschs, einschließlich neuer Daten aus spanischen und macauischen Schallarchiven. Dafuer gibt es einen fetten Hochdaumen.
palestrina (15.10.2022, 11:46): El Clave del Emperador - Diego de Pantoja und sein Vermaechtnis Sehr sehr interressant lieber Joe Dvorak! :!:
Habe dann noch dies gefunden Der Schlüssel des Kaisers versucht, die Figur von Diego de Pantoja wiederzufinden
LG palestrina
palestrina (15.10.2022, 11:55): Engelbert Humperdinck - Sieben symphonische Bilder aus der Schauspielmusik zu „Der Blaue Vogel“ Hallo liebe onewomanshow, hier was zu HUMPERDINCKS "BLAUER VOGEL" ERSTMALS KOMPLETT BEI CAPRICCIO
LG palestrina
palestrina (15.10.2022, 12:37): Noch so ein Zufallsfund, der sich gelohnt hat ......
Where Only Stars Can Hear Us
Karim Sulayman (Tenor), Yi-Heng Yang (Fortepiano)
Klick
Lied eines Schiffers an die Dioskuren D. 360; Die Sterne D. 939; Die Sternennächte D. 670; An die Laute D. 905; Alinde D. 904; Abends unter der Linde D. 235; An den Mond D. 193; Die Forelle D. 550; Des Fischers Liebesglück D. 933; Am Meer D. 957; Abendbilder D. 650; Nacht und Träume D. 827; Der Vater mit dem Kind D. 906; Erlkönig D. 328; Der Winterabend D.938, An den Mond D. 259, 119 Nachtgesang D. 119, Das Rosenband D. 280.
Hat mich schon beim ersten hören fasziniert, sehr sehr gut interpretiert mit einer auffallend guten deutschen und deutlichen Aussprache!
LG palestrina
PS: Da ich immer alles suche was mit Orpheus zutun hat, kam ich auf diesen libanesisch-amerikanischen Tenor! Zu jener Aufnahme spàter!
a-way (15.10.2022, 13:35): @palestrina, ich habe gerade nicht so passende Worte, aber vielen Dank für den Link, ich schaue es mir an.
Massimo Botter - Scream
- Sentiero in un deserto di lava * - 7 Blades - And at the End … the Scream - Zéula
Salvador Salvador, Bassklarinette Juan Carlos Báguena, Oboe John Stokes, Cello * ORCAM Orquesta de la Comunidad de Madrid, José Ramón Encinar
Philidor (15.10.2022, 13:54): Meist höre ich ja orgelbedingt den frühen und mittleren Reger, doch dieses altersmilde Spätwerk ist wunderbar. Was immer "altersmilde" und "Spätwerk" bei einem, der mit 43 Jahren verstarb, heißen mag.
Max Reger: Klarinettenquintett A-Dur op. 146
Thorsten Johanns, Klarinette Diogenes Quartett
Philidor (15.10.2022, 19:59): Nun die von Palestrina argwöhnisch betrachtete Aufnahme.
Giuseppe Verdi: Rigoletto
Duca - Carlo Bergonzi Gilda - Renata Scotto Rigoletto - Dietrich Fischer-Dieskau Sparafucile - Ivo Vinco Maddalena - Fiorenza Cossotto Monterone - Lorenzo Testi
Coro e Orchestra del Teatro della Scala
Rafael Kubelik
Nu joh, meine Lieblingsaufnahme der Oper wird das nicht. Erstaunlich finde ich Renata Scotto, die ante copulationem ziemlich reif und im Vollbesitz ihrer fraulichen Energien zu sein scheint (bei Männern würde man sagen: Er steht voll im Saft) und danach doch eher mädchenhaft.
Bergonzi ist mir erstaunlicherweise nicht die Erfüllung des Herzogs. Stimmlich wird er von Pavarotti an Leichtigkeit, singdarstellerisch von Kraus in der Charakterzeichnung übertroffen.
Fischer-Dieskau. Menno, der macht das doch nicht schlecht ... würden wir ihn so in Hamburg, Berlin, München live hören, wir lägen ihm zu Füßen. Es gab viele Stellen, die mir gefallen haben. Ok, stimmlich fehlt ihm aus meiner Sicht manchmal die Souveränität, die mit mehr Material einfach spontan evoziert werden kann, etwa in dem Rache-Arioso.
Ivo Vinco war als Großinquisitor vielleicht besser (bei Santini/DG). Aber düster klingt er schon ... Das Quartett ist klasse. Cossotto mit Azucena-Klangfarben. Kubelik. Na ja. Brio geht anders, und was Kubelik alternativ anbietet, reicht vielleicht nicht ganz.
a-way (16.10.2022, 04:27):
Giacinto Scelsi: Chamber Works for Flute and Piano + aus The Complete Works for Clarinet - Ko-lho
Joe Dvorak (16.10.2022, 08:38): El Clave del Emperador - Diego de Pantoja und sein Vermaechtnis Sehr sehr interressant lieber Joe Dvorak! :!: Habe dann noch dies gefunden Der Schlüssel des Kaisers versucht, die Figur von Diego de Pantoja wiederzufinden
LG palestrina Danke fuer den Link. Witzig finde ich die (wohl automatische) Ubersetzung von Clave in Schluessel, was linguistisch zwar richtig ist, aber gemeint ist hier die Kurzform von Clavecin = Cembalo.
Hier jetzt der der absolute Oberhammer:
Pascal Dusapin - Garum Sinapis & Umbrae Mortis & Dona Eis Accentus, Ars Nova, Laurence Equilbey
palestrina (16.10.2022, 10:42): würden wir ihn so in Hamburg, Berlin, München live hören, wir lägen ihm zu Füßen Hallo Philidor, ich ganz bestimmt nicht, ich hätte längst das Opernhaus fluchtartig verlassen! :D
Ivo Vinco durfte immer mitsingen, wenn seine Gattin engagiert wurde! :P
LG palestrina
Sfantu (16.10.2022, 10:42): Nachdem das Mannheimer Mozartorchester und Thomas Fey ihre famose kleine Salieri-Serie 2007 mit dieser CD
begannen und 2010 hier (Beitrag Nr. 1.200) fortsetzten, knüpfen die Heidelberger Sinfoniker und Timo Jouko Herrmann 2020 mit "Salieri - strictly private" und einem weiteren Salieri- Konzept-Album daran an - nämlich mit diesem hier:
Salieri & Beethoven in dialogue
Antonio Salieri
Ouvertüren zu den Opern "Cesare in Farmacusa" und "L`oracolo muto" (1) sowie zur Fest-Kantate "Habsburg" (1), alternatives Finale zur Oper "La redificazione di Gerusalemme" (1)
Ludwig van Beethoven
Terzett op. 116 Introduktion zur Oper "Vestas Feuer"
(1) = Ersteinspielungen
Diana Tomsche, Sopran Joshua Whitener, Thomas Jakobs, Thomas Dorn, Tenor Kai Preußker, Matthias Eschli, Stefan Müller-Ruppert, Baß
Heidelberger Sinfoniker - Timo Jouko Herrmann (CD, hänssler, 2020)
Roter Faden dieses Albums ist das Lehrer-Schüler-Verhältnis von Salieri und Beethoven. Es werden allerlei gegenseitige Einflüsse unterstrichen (Booklet-Text) und hörbar gemacht (CD). Beethoven ließ sich über Jahre hinweg von Salieri unentgeltlich unterrichten. So erstaunen Werk-Widmungen LvBs an Salieri nicht: Violinsonaten op. 12, Klavier-Variationen über "La stessa, la stessissima" (Falstaff) WoO 73. Salieri verfolgte die Entwicklung seines Schülers immer mit Interesse. Auch dirigierte er bspw. "Christus am Ölberge" oder die 7. Sinfonie. In der Uraufführung von "Wellingtons Sieg" war Salieri als Hilfsdirigent für die Kanonen-und Gewehrsalven beteiligt. Eines der wichtigsten Ziele des Salieri-Schülers LvB war das Reifen zum Vokal-Komponisten. In der Introduktion zu "Vestas Feuer" (kannte ich noch nicht) staunt man nicht schlecht über die Einfälle aus der Ideen-Küche: U. a. hatte "O namenlose Freude" hier sicher seine Vor-oder Urform. Doch auch Salieri profitierte von LvB: das o. g. Alternativ-Finale zeigt eine sorgsamere, differenziertere Orchesterbehandlung als der bis dahin mehr pastose Pinselstrich des damaligen Wiener Opern-Giganten.
Das Orchester erfreut mit fetzigem Brio und musikantischem Schwung. Etwas steif allein "Habsburg" - was mir aber an der Komposition zu liegen scheint. Frische Gesangsstimmen, glasklare Klangqualität.
palestrina (16.10.2022, 11:01): KlickS
Sulaiman singt dies mit sanften und vor allem gleichmäßigen Tönen, und so durch eine Vielzahl von Affekten ausgewogen und ausgeglichen bleibt. Sobald man sich diese ziemlich eindringliche Aufnahme angehört hat, ist man geneigt einfach die Wiederholungstaste zu drücken! :J
LG palestrina
Philidor (16.10.2022, 15:24): Ivo Vinco durfte immer mitsingen, wenn seine Gattin engagiert wurde! Sieh da, von dieser Liaison wusste ich noch gar nicht ... na, immerhin sang Julia Varady nicht die Gilda. :hello
Amonasro (16.10.2022, 16:36):
Jean-Philippe Rameau/Louis de Cahusac: Les Boréades
Alphise - Deborah Cachet Sémire - Caroline Weynants Abaris - Mathias Vidal Calisis - Benedikt Kristjánsson Adamas - Benoît Arnould Borilée - Tomáš Šelc Borée - Nicolas Brooymans Apollon - Lukáš Zeman L'Amour - Helena Hozová Polymnie - Pavla Radostová Première Nymphe - Anna Zawisa Deuxième Nymphe - Tereza Maličkayová
Collegium 1704, Václav Luks
Gruß Amonasro
palestrina (16.10.2022, 18:23):
I wonder as I wander
Klick
●Trad. (arr. Britten): Ich wundere mich, während ich wandere, Es gibt keinen zu beruhigen, Mitten in der Nacht, Die letzte Rose des Sommers, Segel weiter, segel weiter; ●Schubert: Der Wanderer, D 489, Der Wanderer D 649, Auf der Donau, D 553, Im Freien, D 880, Abendstern, D 806; ●Beethoven: Adelaide, Op. 46, Maigesang, Op, 52, Nr. 4, An die ferne Geliebte, Op. 98; ●Mahler: Zu Straßburg auf der Schanz, Revelge, Urlicht. Für eine Debüt CD zeigt Newby schon eine bemerkenswerte Reife, und eine Leistung die den Ton angibt und Newby als beeindruckenden Künstler ankündigt und schon zeigt!
Bastianini. Nachgelesen: Als Bass hat er seine Karriere begonnen und beim Fachwechsel die dunkle Farbe behalten. Insbesondere die Duette mit Sparafucile klingen ungewohnt. Ich weiß nicht, ob er hier zu seiner größeten Form auflief, das mögen die Kenner beurteilen, ich habe ihn als Luna (Trovatore, HvK, Salzburg 1962) und als Posa (Don Carlo, Santini, DG) noch überzeugender in Erinnerung. Die Traviata und den Ballo in mascera mit Callas habe ich nicht mehr in Erinnerung. Bastianini hat im Rigoletto einiges mit Vokalfärbungen gemacht, äußerlichere Mittel setzte er weniger ein. Um seine Differenzierungen mitzubekommen, habe ich eine Zeit lang gebraucht.
Renata Scotto gefiel mir hier nochmal besser als in der Kubelik-Aufnahme. Tolle Gilda.
Kraus fand ich bei Solti noch überzeugender. Sparafucile, Maddalena - keine Einwände. Gavazzeni fand ich ok, nicht mehr. Zu wenig Drive für meinen Geschmack, es plätschert so vor sich hin. Schade, dass die Aufnahmequalität so mäßig ist.
Insgesamt bin ich darum nicht so ganz glücklich mit dieser Aufnahme, sie hat m. E. nicht die Über-alles-Qualität wie bei Solti und nicht den Stimmencharme wie bei Bonynge.
Nächstes Wochenende Gobbi, di Stefano, Callas mit Serafin.
:hello
palestrina (16.10.2022, 19:48):
Insgesamt bin ich darum nicht so ganz glücklich mit dieser Aufnahme, sie hat m. E. nicht die Über-alles-Qualität wie bei Solti und nicht den Stimmencharme wie bei Bonynge. Hallo Philidor, im großen und ganzen bin ich mit deiner Ausführung einverstanden, aber trotz großer Liebhaber von Frau Sutherland bin ich hier von ihrer Gilda nicht überzeugt, in der Sanzogno Aufnahme ist sie überzeugender. Milnes ist und bleibt für mich immer der Cowboy! :D
LG palestrina
palestrina (16.10.2022, 19:55): Ich werde dieserTage mal schauen, was ich sonst noch an Rigolettos vorstellen kann, die es lohnt erwähnt zu werden!
LG palestrina
Jan Van Karajan (16.10.2022, 21:36): Bei mir heute Abend Seelenfutter:
Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzert Nr. 23 in A-Dur, KV 488
Vladimir Horowitz, Klavier Orchestra del Teatro alla Scala, Carlo Maria Giulini Diese Aufnahme stamm aus einer Box mit allen Aufnahmen von Horowitz für die Deutsche Grammophon. Und je mehr dieser Aufnahmen höre, umso mehr fasziniert mich dieser Pianist. Was für ein Leben, was für ein Schaffen :down . In diesem Alter einen so klaren, spritzigen Mozart abzuliefern, ist wirklich bewundernswert. Grüße Jan :hello
Sfantu (16.10.2022, 22:45): @Jan Van Karajan Sfantu gefällt das!
Joe Dvorak (17.10.2022, 02:23):
Wolfgang Amadeus Mozart - Messe c-Moll, K. 427 Valentina Farcas, Annemarie Kremer, Jens Wollenschläger, Daniel Sans, Christof Fischesser, Chamber Choir of Europe, Camerata Würzburg, Nicol Matt
Fuer seine GA der geistlichen Werke Mozarts fand der gebuertige Schwarzwaelder in der naeheren Umgebung (Würzburg, Pforzheim & Mannheim) durchaus seetaugliche Klangkoerper.
Kleines Detail am Rande. Auf der Webseite des Chorleiters/Dirigenten steht ueber der englischsprachigen Biographie der etwas pathetische, aber nicht vollends verkehrte Satz: “In music you will find all unanswered questions of life to be answered. It is the universal language of the soul to heal and the key to open your consciousness.” In der deutschen Version gibt es davon keine Uebersetzung, sondern er fehlt einfach.
Jan Van Karajan (17.10.2022, 08:51): @Jan Van Karajan Sfantu gefällt das! Heute gibt es auch noch die Kindeszenen von Schumann mit Horowitz, dazu noch die Sonate D 960 von Schubert. Ich bin wirklich gespannt, ob diese Aufnahme mit Brendel mithalten kann. Die Kinderszenen sind ja ein Paradestück von Horowitz, da mache ich mir keine Sorgen :D Grüße Jan :hello
a-way (17.10.2022, 11:22):
Rodrigo Sigal - Silo, Sonido Espacio Movimiento Brain in pulse, Magnet, Deep Flight, Interlineal, Repetition of Perception, Wing of Wind, Hang in there, Deep Flight, Obtura, Silent Echo, Limite Onix Ensamble, Lumínico
Dass Segerstam als Komponist nicht unumstritten ist, hat mMn nicht nur mit seiner Auswurffreqenz (352 Sinfonien, Stand 18.10.2022) zu tun, sondern auch mit seinem Stil, der zu modern fuer Konservativisten und zu traditionell fuer Modernisten ist. Eine Form ist nicht auszumachen, sondern das wirkt wie eine Aneinanderreihung von Klangereignissen. Ich kann mir vorstellen, wie 'richtige' Komponisten toben, dass er damit durchkommt. Das zu hoeren, ist das Pendant zu einer verschlungenen Flussfahrt, bei der man nie weiss, was hinter der naechsten Biegung kommt. Dabei herrscht wahrlich kein Mangel an unterschiedlichsten Klangfarben und Texturen - fuer Fans des spaetestromantischen Orchesters, die auf Melodien keinen uebersteigerten Wert legen, ist das einen Lausch wert. Um einen vagen Bezug zu geben: man denke an Sibelius Siebte, deren Abschnitte aus ihrer strengen und komplexen Form herausgeloest und dann zufaellig wieder zusammenmontiert wurden.
a-way (18.10.2022, 06:46):
Tommy Zwedberg - aus A Site for a Listener's Ear: And it killed him twice
Joe Dvorak (18.10.2022, 10:09):
Jean Sibelius - Jungfrun i tornet (Oper in einem Akt) & Karelia Suite op. 11 MariAnne Häggander, Tone Kruse, Erland Hagegård, Jorma Hynninen, Göteborgs Konserthuskör & SO, Neeme Järvi
35 Minuten dauert dieser Einakter. Die Handlung passt auf den Rand eines Bierdeckels, aber die Musik ist gut. Die hoehergelobte Konkurrenzeinspielung von Järvi Jr. gefaellt mir weniger.
palestrina (18.10.2022, 12:11): Klick Hier kann man hören wie Schuber Lieder in allen Facetten dargeboten wir, verbunden mit Beethovens Ferner Geliebten und...Rihms Vermischter Traum.
Georg Nigl habe ich in 2 Opern von Dusapin gehört, Passion und Penthesilea, und im Jacob Lenz von Rihm.
Über Nigl Singen vor Schmerzen und Lust
LG palestrina
palestrina (18.10.2022, 15:00): Noch en bisschen Schubert......
Klick
Fein ausgewählte Lieder, mit denen Johannsen und Christoph Hammer am Fortepiano Schuberts Weltempfänglichkeit offenlegen. Dabei öffnet uns diese Stimme eine Tür hinein ins Private, tief in die vermeintlich Idylle des Biedermeier. ›Da sitz ich im Dunkel, ganz abgeschieden, so ganz für mich.‹ Zurückgeworfen auf das eigene Ich, eingedenk der Qualen von Schmerz und Lust. Umwerfend schön! Die stupende Technik ermöglicht alles. Johannsen vermeidet strategisch geplante Inszenierungen, grollend donnernde Klangeskapaden, explodierende Konsonanten oder angestrengt fahl-flache Vokale. Alles ist spontaner Ausdruck eines natürlichen musikalischen Gestaltungswillens! Johannsens Atem fließt und gibt dem Klang weiten Raum. Gottfried von Leitners ›Sterne‹ schimmern hier in unendlich differenziertem Glanz, ›hell, licht, leuchtend, silbern, strahlig, freundlich und klar‹. Eine sinnliche Klanglichkeit, die der intime und ausdrucksstarke originale Hammerflügel des großen Wiener Klavierbauers Conrad Graf vollendet (Seriennummer 1207, um 1827). Schön, daß der agile Christoph Hammer darauf nie ›begleitet‹, sondern kommentiert, sich einmischt und bisweilen gar pfiffige Pointen bereithält. Dieses Instrument ist mit all seinen Effekten ein wahres Wunderwerk. Und so will man sich gar nicht vorstellen, diese Lieder von Schubert jemals wieder anders zu hören, ›und meinen, enthoben der Erde, schon oben, schon drüben zu sein‹. ― Einfach wunderbar!
Der Herr Hoffmann, spricht mir aus der Seele, auf der ganzen Linie! Johannsen hat ziemlich schnell Karriere gemacht, er sang schon mit 20 den Evangelisten im Weihnachtsoratorium von Bach, auch kann er eine große Liste von Einspielungen vorweisen. Ein Nachtrag von mir: Es gibt soviele Sänger:innen der jüngeren Generation mit sehr guter Technik, die wunderbare Interpretationen vorlegen, da brauche ich mir nicht. immer und immer wieder die alte Leier anzuhören.
LG palestrina
palestrina (19.10.2022, 12:47): Klick
Julian Prégardien und Freunde mit einer fiktiven Schubertiade, nach dem Motto: so hätt' es sein können.....!"Wien, Mitte des 19. Jahrhunderts – ein spanischer Kaufmann und begabter Gitarrist, ein vor der belgischen Revolution geflohener Adliger und passionierter Cellist, und ein aus Paris stammender Maler und Flötist schließen sich zusammen und musizieren im Salon erstmals Lieder von Schubert, gemeinsam mit einem Sänger aus München... Sie finden Gefallen an den Liedern und beschließen, in Kürze einen größeren Kreis zu einem geselligen Abend einzuladen".
Julian Prégardien bildet auf seiner neuen CD einen ganzen Schubertiade-Abend ab. Auf dem Programm stehen in erster Linie Goethe-Vertonungen wie "Schäfers Klagelied", das "Heidenröslein" oder die "Gesänge des Harfners" Op. 12. Dazu gehören aber auch reine Texte. Bereits bei den Original-Schubertiaden gab es Lesungen, die dem musikalisch-geselligen Beisammensein eine weitere Dimension verliehen. Julian Prégardien streut zwischen die Schubert-Lieder Texte von Peter Härtling und Michael Stegemann, die sich mit Franz Schubert auseinandersetzen. Härtling in seinem Roman "Schubert" und Stegemann in seinem Musikbuch "Ich bin zu Ende mit meinen Träumen". >Jürgen Seeger BR Klassik< Das mach so richtig Spass dieser CD zu lauschen, ich kenne ja Vater und Sohn sehr gut von unzähligen Konzerten!
LG palestrina
Joe Dvorak (20.10.2022, 03:44): Ich biete als Kontrast zum Minimalismus des Klavierlieds die maximalen Kraefte auf:
Arnold Schoenberg - Gurre-Lieder (für Sprecher, 5 Stimmen, 3 Männerchöre, gemischten Chor & Orchester) Stephen O’Mara (Tenor), Melanie Diener (Sopran), Jennifer Lane (Mezzo), David Wilson-Johnson (Bass), Martyn Hill (Tenor), Ernst Haefliger (Sprecher), Simon Joly Chorale, Philharmonia Orchestra, Robert Craft
a-way (20.10.2022, 19:42):
Richard Wagner - Der fliegende Holländer
Daland - Franz-Josef Selig Senta - Ricarda Merbeth Erik - Tomislav Mužek Mary - Christa Mayer The Steersman - Benjamin Bruns The Dutchman - Samuel Youn
Bayreuth Festival Orchestra and Chorus, Christian Thielemann
Philidor (22.10.2022, 17:40): Diese Neuheit strömte gerade via Qobuz ein:
Jean Sibelius
Sinfonie Nr. 3 C-Dur op. 52 Sinfonie Nr. 5 Es-Dur op. 82
Ok, diese Aufnahme wird meine Referenzen für die Fünfte (Celi/Schwedisches RSO; HvK/Berlin/DG; Bernstein/WP, vielleicht Mäkelä) nicht weghauen, aber ich fand das sehr stark.
Philidor (22.10.2022, 19:53): Schade.
Giuseppe Verdi: Rigoletto
Duca - Jussi Björling Gilda - Roberta Peters Rigoletto - Robert Merrill Maddalena - Anna Maria Rota Sparafucile - Giorgio Tozzi Monterone - Vittorio Tatozzi
Rome Opera Orchestra & Chorus
Jonel Perlea
Aufnahme 1956
Jonel Perlea antfaltet das Drama für meine Begriffe gut. Merrill großartig.
Die Aufnahme entstand nach Björling bester Zeit. Die Stimme ist immer noch wunderbar, schwingt aber nicht immer frei. Ein Kraftakt. Roberta Peters klingt distanziert.
Genug - Björlings Fans werden seinen Spätherbst schätzen, aber wer nicht unbedingt auf Björling aus ist, hat wohl genug Alternativen.
Gruß :hello
Joe Dvorak (23.10.2022, 08:52): Vergesst mir bei den Sibelius-5-Referenzen den Leaper/Slowak. PO nicht.
Hier leichte Unterhaltung zum Sonntangnachmittagskaffee:
Enno Poppe - Feld / Poppe & Heiniger - Tonband / Wolfgang Heiniger - Neumond Yarn/Wire Percussion Piano Quartet Ian Antonio & Russel Greenberg (Perkussion), Laura Berger & Ning Yu (Klavier, E-Orgel, Midi-Klavier, Live-Elektronik)
Philidor (23.10.2022, 19:09): Noch einer der Klassiker ...
Giuseppe Verdi: Rigoletto
Giuseppe Verdi: Rigoletto
Duca - Giuseppe di Stefano Gilda - Maria Callas Rigoletto - Tito Gobbi Sparafucile - Nicola zaccaria Maddalena - Adriana Lazzarini Monterone - Plinio Clabassi
Orchestra e Coro del Teatro alla Scala, Milano
Tullio Serafin
Wie wichtig ein Dirigent in der Oper ist, selbst, wenn alles so simpel klingt, zeigt diese Aufnahme exemplarisch. Serafin, häufig ganz unauffällig, sorgt für feinste Temporelationen zwischen den Abschnitten. Kein Draufgänger wie Bonynge, eher ein Feinzeichner. Herrlich.
Dazu passt Gobbis detailreicher Rigoletto. Er hat weniger Stimme als Merrill, macht aber mehr damit ... wir Glücklichen können wählen, von wem wir uns betören lassen. Callas ... singt Callas. Leider hält die Stefano nicht ganz mit.
Die Aufnahmen mit Solti und Bonynge sind bei mir als Ganzes eine Nasenlänge vorne, aber wegen Serafin, Gobbi und Callas freue ich mcih aufs Wiederhören.
Giuseppe Verdi/Francesco Maria Piave: La forza del destino
Donna Leonora di Vargas - Zinka Milanov Don Alvaro - Giuseppe Di Stefano Don Carlo di Vargas - Leonard Warren Preziosilla - Rosalind Elias Padre guardiano - Giorgio Tozzi Fra Melitone - Dino Mantovani Il marchese di Calatrava - Paolo Washington Curra - Luisa Gioia Trabuco - Angelo Mercuriali Un alcalde - Virgilio Carbonari Un chirurgo - Sergio Liviabella
Orchestra e coro dell'Accademia di Santa Cecilia, Roma; Fernando Previtali
Gruß Amonasro
Philidor (25.10.2022, 22:40): Donna Leonora di Vargas - Zinka Milanov Don Alvaro - Giuseppe Di Stefano Don Carlo di Vargas - Leonard Warren Preziosilla - Rosalind Elias Padre guardiano - Giorgio Tozzi Irgendjemand sagte mal, eine solche Besetzungsliste sei wie eine gute Speisekarte ... sie macht Lust auf das, was kommt ...
palestrina (26.10.2022, 14:06): Donna Leonora di Vargas - Zinka Milanov Don Alvaro - Giuseppe Di Stefano Don Carlo di Vargas - Leonard Warren Preziosilla - Rosalind Elias Padre guardiano - Giorgio Tozzi Irgendjemand sagte mal, eine solche Besetzungsliste sei wie eine gute Speisekarte ... sie macht Lust auf das, was kommt ... Aber auch das ist Gottseidank "Reine Geschmackssache"! :P
LG palestrina
Amonasro (26.10.2022, 18:40): Donna Leonora di Vargas - Zinka Milanov Don Alvaro - Giuseppe Di Stefano Don Carlo di Vargas - Leonard Warren Preziosilla - Rosalind Elias Padre guardiano - Giorgio Tozzi Irgendjemand sagte mal, eine solche Besetzungsliste sei wie eine gute Speisekarte ... sie macht Lust auf das, was kommt ... Leider schmeckt das Essen dann manchmal trotzdem nicht. Mit dieser Aufnahme bin ich nicht warm geworden, vor allem mit Milanov, die hier in schlechter stimmlicher Verfassung ist, auch Di Stefano klingt oft sehr angestrengt. Das Zusammenspiel von Di Stefano und Warren ist aber sehr gelungen, sodass die Duette der beiden die Höhepunkte der Aufnahme bilden (umso ärgerlicher, dass wie so oft eines der Duette fehlt).
Gruß Amonasro :hello
Philidor (26.10.2022, 18:49): Leider schmeckt das Essen dann manchmal trotzdem nicht. Das ist leider wahr ...
Viele Grüße Philidor :hello
palestrina (26.10.2022, 18:59): Mit dieser Aufnahme bin ich nicht warm geworden, vor allem mit Milanov, die hier in schlechter stimmlicher Verfassung ist, auch Di Stefano klingt oft sehr angestrengt Lieber Amonasro, du sprichst mir aus der Seele! :thanks
LG palestrina
palestrina (27.10.2022, 10:51): Manchmal kommt etwas spät, aber nicht zuspät!
Da ich vor ein paar Tagen mit einem ebensolchen Musikfreak telefonierte und wir über die Winterreise sprachen, legte er mir diese Aufnahme ans Herz!
Klick Die Aufnahme ist von 2002 Ja was soll ich sagen, des Bass-Bariton Jochen Kupfers dramatische Aussage ist genau dosiert, ohne Übertreibung, dazu mit einer Textverständlichkeit die seine Natürlichkeit noch mehr unterstreicht. Seine Stimme ist Balsam für die Ohren und macht ihn HEUTE zu einer bedeutenden Stimmenpersöhnlichkeit.
LG Fiesco
Amonasro (27.10.2022, 18:22):
Gioachino Rossini: Messa di Gloria
Eleonora Buratto (Sopran) Teresa Iervolino (Mezzosopran) Lawrence Brownlee (Tenor) Michael Spyres (Tenor) Carlo Lepore (Bass)
Orchestra e Coro dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Antonio Pappano
Anders als Rossinis bekannteren geistlichen Werke entstand die Messa di Gloria in seiner aktiven Zeit als Opernkomponist in Neapel. Ähnlich wie in seinen neapolitanischen Opern enthält die Messe zwei große Tenor-Partien (hier von Spyres und Brownlee hervorragend gesungen). Ein sehr sonniges, opernhaftes Werk mit Koloraturarien, Cabaletten und Rossinis typischem Crescendo. Besonders schön das Gratias agimus tibi mit Englischhorn-Solo. Eine großartige Aufnahme!
:times10
Gruß Amonasro
Sfantu (27.10.2022, 18:41): @Jan Van Karajan
wie ist denn kürzlich Dein Schubert-Vergleichshören ausgegangen. Wer konnte Dich mehr überzeugen - Brendel oder Horowitz?
Viele Grüße, Sfantu
palestrina (27.10.2022, 18:49): Lieber Amonasro, ich setze noch :times10 dazu! :)
LG palestrina
palestrina (27.10.2022, 18:54): Das ist die geilste CD für diesen Monat.......
Klick
il pomo d'oro, Maxim Emelyanychev.....das ist Händel vom allerfeinsten :down
LG palestrina
Jan Van Karajan (27.10.2022, 23:16): @Jan Van Karajan
wie ist denn kürzlich Dein Schubert-Vergleichshören ausgegangen. Wer konnte Dich mehr überzeugen - Brendel oder Horowitz?
Viele Grüße, Sfantu Mein lieber Sfantu, Tatsächlich hat Brendel den Vergleich ganz knapp gewonnen. Horowitz Anschlag war sehr zart und der Klang war wie immer fein, die Tempi waren mir allerdings an einigen Punkten zu flott, bei Brendel passte da irgendwie einfach das Gesamtbild besser. Auch, wenn die Aufnahme von Horowitz ebenfalls sehr gut ist :) Grüße Jan :hello
a-way (30.10.2022, 13:33):
Giuseppe Verdi / Antonio Ghislanzoni - Aida
Aida - Herva Nelli Amneris - Eva Gustavson Radames - Richard Tucker Amonasro - Giuseppe Valdengo Ramfis - Norman Scott Il Re - Dennis Horbour Un messaggero - Virginio Assandri Una sacerdotessa - Teresa Stich-Randall
Robert Shaw Chorale (Robert Shaw) NBC Symphony Orchestra, Arturo Toscanini
Philidor (30.10.2022, 14:17): Diese Aufnahme hat in deutschsprachigen Klassikforen einen guten Leumund:
Als Ganzes fand ich das schon ganz ordentlich, aber die Aufnahmen mit Solti und Bonynge/Pavarotti fegt diese nicht weg.
Tagliavini - vielleicht nicht die schönste Stimme der Welt, aber schön auf dem Grat zwischen Leichtsinn und Rücksichtslosigkeit. Pagliughi - ups, die hatte ich nichts auf dem Zettel ... großes Gilda-Kino für meine Begriffe. Taddei - welche Kraft! Vielleicht ein wenig monochrom. Questa - ok. Stört nicht.
Philidor (30.10.2022, 19:46): Das ist der Hammer ...
Giuseppe Verdi: Rigoletto
Duca - Rudolf Schock Gilda - Rita Streich Rigoletto - Rudolf Metternich Maddalena - Margarete Klose Sparafucile - Fritz Hoppe Monterone - Wilhelm Lang
RIAS Kammerchor, Berlin RIAS Symphonie-Orchester
Ferenc Fricsay 1950
Italienische Oper auf Deutsch ist nicht so mein Ding. Aber die Aufnahme ist grandios ...
Duca, Gilda und Rigoletto sind einfach wunderbar. Wenige Aufnahmen nach 1945 haben so ein Dreamteam an Bord. Solti, Bonynge (mit Pavarotti) ... wer noch?
Und dann Ferenc Fricsay am Pult. Ok, er teutonisiert ein wenig, aber das macht er ziemlich gut.
Amonasro (01.11.2022, 12:52):
Guillaume Dufay: Motetten, Hymnen & Antiphone
Ensemble Musica Nova
Gruß Amonasro
a-way (02.11.2022, 09:51): Das ist eine Qualle, auf dem Dufay-Cover, oder? Ich bin etwas unentschieden zwischen Qualle oder Flagelle (Geißel).
Carl Nielsen Trio - Sange I Nyt Lys (Lieder in einem neuen Licht)
Klingt, als ob sich etwas Neues von etwas Altem loslöst. Aus meinem Hörwinkel.
Amonasro (02.11.2022, 22:50): Für mich sieht es mehr nach einer Qualle aus.
Heute:
Gioachino Rossini/Andrea Leone Tottola: Zelmira
Polidoro - Federico Sacchi Zelmira - Silvia Dalla Benetta Ilo - Mert Süngü Antenore - Joshua Stewart Emma - Marina Comparato Leucippo - Luca Dall'Amico Eacide - Xiang Xu Gran Sacerdote - Emmanuel Franco
Górecki Chamber Choir, Kraków Virtuosi Brunenses, Gianluigi Gelmetti
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (04.11.2022, 22:49): Gestern zum Tagesausklang und heute zum Tageseinklang gab's die Hundertvierte.
Joe Dvorak (05.11.2022, 00:50): Der Tintner hat mir richtig gut gefallen. Warum? Ich kann es nicht benennen und das ist das Geheimnis. Es fliesst organisch und stimmig, hoert und -wichtiger noch- fuehlt sich 'richtig' an. Ich wuerde es als ausgewogen bezeichnen, wenn das nicht gerne als 'langweilig' missverstanden wuerde. Ich wuerde sagen, 'die Musik spricht fuer sich selbst' oder 'man hoert Haydn unverstellt', wenn es nicht so platt -und darueber hinaus unsinnig- waere. Ich sage es so: Ich hoere Musik von Haydn und mache mir ueber die Interpretation keine Gedanken.
Jetzt:
Franz Schubert - Sinfonie h-Moll, D. 759 "Unvollendete" Symphony Nova Scotia, Georg Tintner
Joe Dvorak (05.11.2022, 08:50): Vorhin wurde mir ein Banner anzeigt, womit eine Neueinspielung des Geldlabels (Vertipper absichtlich nicht korrigiert) mit den Schumann-Sinfonien aus Berlin unter Barenboim beworben wird. Die Reaktionszeit bis zum Wegklicken duerfte im Millisekundenbereich gelegen haben.
Es hatte dennoch einen guten Zweck. Ich einnerte mich an ein Album auf Wiedervorlage - mit Sinfonien eines Komponisten, der gerne mit Phrasen wie 'klingt nach Schubert, Mendelssohn, Schumann, sonst wenig eigenstaendig' abgekanzelt wird. Nun sind das beileibe keine schlechte Referenzen, warum also statt der 2882. Neuaufnahme dieses Dreigestirns nicht mal den 'Epigonen' hoeren? Gleich die prickelnd frische erste Sinfonie straft mit ihrer nordischen Faerbung den Vorwurf eines Mangels an Originalitaet Luegen. Und die Fuenfte sammelt alleine mit der in den Orchesterapparat integrierten Klavierstimme Innovationspunkte. Grandige Hoerempfehlung!
Niels W. Gade - Sinfonie Nr. 1 c-Moll, op. 5 "Paa Sjølunds fagre Sletter" & Sinfonie Nr. 5 d-Moll, op. 25* Danish NSO w/ Roland Brautigam (Fortepiano, Erard 1837)*, Christopher Hogwood
Philidor (05.11.2022, 19:30): The show must go on.
Giuseppe Verdi: Rigoletto
Duca – Jan Peerce Gilda – Erna Berger Rigoletto – Leonard Warren Sparafucile - Italo Tajo Maddelena – Nan Merriman Monterone – Richard Wentworth
Robert Shaw Chorale RCA Symphony Orchestra
Renato Cellini
Eine sehr gute Aufnahme, Aus meiner Sicht liegt das vor allem an Leonard Warren. Eine gewaltige Stimme und dramatischer Ausdruck. Glühende Spitzentöne. Großartiges Singen in jeder Hinsicht. Vielleicht hat Gobbi mehr Details aufgezeigt, doch mein Eindruck ist, dass Warren alleine durch die "richtige" Farbe mehr erreicht als Gobbi mit allen seinen Details. Ein Sänger für den Kopf und einer fürs Herz.
Jan Peerce … was für ein Organ. In der Szene “Ella mi fu rapita” hab ich nur darauf gewartet, dass er gleich das Schwert aus dem Stamm zieht. Mir fehlte Charme. Eleganz und Leichtsinn des Herzogs. Andererseits ist Peerce freilich ein klangliches Ereignis.
Erna Berger gab der Gilda eine mädchenhafte Stimme. Fand ich sehr gut.
Die anderen Protagonisten, Sparafucile, Maddalena und Monterone fand ich ebenfalls sehr erfreulich.
Renato Cellini hat das prima gestaltet.
Alles in Allem eine tolle Aufnahme, vor allem wegen Warren, der die "raison d'être" ist.
Joe Dvorak (06.11.2022, 01:18):
Joseph Haydn - Sinfonie G-Dur, Hob. I:88 & C-Dur, Hob I:97* RSO Leipzig, RSO Berlin*, Hermann Abendroth
Joe Dvorak (06.11.2022, 02:02):
Sigismund von Neukomm - Three Orchestral Fantasies & Sinfonie Heroïque Die Kölner Akademie, Michael Alexander Willens Fantasie D-Moll Op. 9, NV 26 'Fantasia dramatic' in D on Milton's 'Paradise Lost', NV 426 Fantasie B-Dur, NV 41 Sinfonie Heroique D-Dur Op. 19, NV deest
a-way (06.11.2022, 09:12):
Georg Tintner - Violin Sonata, Chopin Variations, Piano Sonata, Trauermusik, Prelude Cho-Liang Lin (Violine); Helen Huang (Klavier)
Für mich sieht es mehr nach einer Qualle aus. Ja, danke, gehe ich auch eher von aus. :hello _
Die 6. hatte ich als erste Brucknersinfonie unter Georg Tintners Dirigat, mit dem neuseeländischen Sinfonieorchester, gehört und nachhaltig positiv gespeichert.
Philidor (06.11.2022, 19:30): Stimmenfestival vom Feinsten.
Giuseppe Verdi: Rigoletto
Duca – Jussi Björling Gilda - Bidu Sayão Rigoletto – Leonard Warren Sparafucile – Norman Cordon Maddalena – Martha Lipton Monterone – William Hargrave
Chorus and Orchestra of the Metropolitan Opera
Cesare Sodero
Met live 29. Dezember 1945
Geht es um schiere vokale Überwältigung, so steht diesen vorne unter denen in meinem Regal. - Björling war gewiss kein Intellektueller, auf detaillierte Feinzeichnung muss man nicht warten, aber die Stimme ... Warren ist mindestens so gut wie in der Studioaufnahme. Bidu Sayão singt für meine Begriffe eine der glaubhaftesten Gildas.
Leider ist es unter Sodero nicht so spannend wie unter Cellini. Schade.
Trotzdem: Um des reinen Stimmvergnügens willen ist dies m. E. eine der führenden Aufnahmen des Werkes. Geht es jenseits des Stimmbesitzertums um Sangeskunst, wäre freilich bei Kraus, Gobbi, Callas reinzuhören. Bzgl. der dramatischen Gestaltung bei Giulini, Solti, Bonyge und Serafin, vielleicht noch bei Giulini.
a-way (06.11.2022, 20:50): Bei Rigoletto bin ich mit Verdi chronologisch noch gar nicht angekommen und muss vorerst mit Stiffelio weitermachen. Die Empfehlungen klingen sehr interessant.
Giuseppe Verdi - Stiffelio Carreras, Sass, Manuguerra, Ganzarolli ORF Symphony Orchestra and Chorus, Lamberto Gardelli
Joe Dvorak (07.11.2022, 14:06):
Wolfgang Amadeus Mozart - Ein Musikalischer Spass, K. 522 Orpheus Chamber Orchestra
Der dritte Satz ist immer wieder der Gong. Ohne Wissen, dass das absichtlich 'falsch' -nach den damaligen Regeln- komponiert wurde, koennte man es in das fruehe 20. Jhd. verorten, vor allem wenn der Spass so bierernst praesentiert wird wie von den Unterweltlern.
Joe Dvorak (09.11.2022, 02:19):
Wolfgang Amadeus Mozart - Streichquartette Nr. 15-23 & Streichquintette Nr. 3-6 Amadeus Quartet ('50er Aufnahmen)
Daraus: Quartett Nr. 17 B-Dur, K. 458 "Die Jagd" & Nr. 16 Es-Dur, K. 428
a-way (09.11.2022, 17:15):
Stuart Greenbaum aus - The Thin Blue Line: Polar Wandering Ken Murray, Gitarre aus - A Trillion Miles of Darkness: - Life Cycles * - Mondrian Interiors: VII. Composition with yellow Lines * David Griffiths, Klarinette * & Timothy Young, Klavier
Amonasro (10.11.2022, 13:54): Italienische Oper im Stil einer französischen Grand Opera eines wenig bekannten deutschen Komponisten:
Peter Joseph von Lindpaintner/Heribert Rau: Il vespro siciliano (1843)
Carlo d'Anjou - Matija Meic Alphonse Drouet - César Arrieta Conte di Fondi - Danilo Formaggia Eleonora - Silvia Dalla Benetta Celinda - Sara Baneras Aurelia - Sara Blanch Albino - Ana Victória Pitts Guillaume d'Étendart/Viconte Vernazzo - Carlos Natale Conte di Marche/Francesco Ruffo/Carceriere - Damian Whiteley De Bellecour - Daniele Caputo Giovanni da Procida - Dario Russo Conte di Sanseverino - Gheorghe Vlad Albergio da Barbiano - Marco Simonelli
Camerata Bach Choir, Poznan Virtuosi Brunenses, Federico Longo
Nett anzuhören, fesselt mich aber gerade nicht.
Gruß Amonasro
palestrina (10.11.2022, 15:21): Nett anzuhören, fesselt mich aber gerade nicht. Hallo Amonasro, ich war ja Live dabei, da ist das immer etwas anders, jedoch beim nachhören gebe ich deinem Kommentar recht!
LG palestrina
Joe Dvorak (11.11.2022, 14:41):
Wolfgang Amadeus Mozart - Streichquartett Nr. 21 D-Dur, K. 575 & Nr. 23 F-Dur, K. 590 Quatuor Festetics
Saustark! Was fuer ein Sound, sowohl von den Akteuren selbst als auch von der Tontechnik. Besser hat bei mir noch keine Streichquartett-Aufnahme geklungen. Dazu gibt es eine ueberlegt-ueberlegene Spiel- und Gestaltungsweise ohne Gewese. Ganz meins.
Sfantu (11.11.2022, 18:59): Auch hier Kammerjagd*
Dmitrij Schostakowitsch
Quintett für Klavier, zwei Violinen, Bratsche und Violoncello g-moll op. 57
Prelude. Lento 4`41 Fuge. Adagio 11`33 Scherzo. Allegretto 3`55 Intermezzo. Lento 7`47 Allegretto 7`42
Daß DSCH für das 1940 entstandene Quintett den Stalin-Preis erhielt - zu Unrecht klebt dieser Umstand wie ein Menetekel an dem Werk. Ich mag die geschmackvolle Komposition, die Ausgewogenheit der Stimmungen - von verhangener Melancholie bis zu verschmitztem Humor.
* Kammerjagd im doppelten Wortsinne: hier auf dem Land, nicht nur in diesem goldenen Herbst, braucht es meist bis zum ersten Frost, bis die Mückenplage endlich vorüber geht. Als fleißig zerstochener Blutgruppe Nuller feiere ich jeden dieser Tyrannen-Morde mit Genugtuung.
Joe Dvorak (13.11.2022, 01:57):
Ludwig van Beethoven / Wolfgang Mitterer - Nine in One Haydn Orchester Bozen & Trient, Gustav Kuhn (Dirigent), Wolfgang Mitterer (Mix, Bearbeitung, Kompostion & Arrangement)
Beethoven fuer Eilige, die gleichzeitg nebenber noch etwas Modernes hoeren wollen. Die vier Saetze, die aus allen Neunen zusammenmontiert wurden, dauern insgesamt ca. 25 Minuten. Daneben gibt es fuer Hektiker eine auf 17 Minuten gestauchte Version, bei der sich die Saetze teilweise ueberschneiden. Am spannendsten finde ich die Zwischenspiele, fuer die Mitterer zu der Montage eigenes Material hinzukomponiert hat.
Sfantu (13.11.2022, 10:27): @Joe Dvorak
hab´ mir den Mitterer mal via Tube gegeben. Echt skurril, dieser Beethoven aus der Häckselmaschine. Meine Katze ergriff, von den jähen akustischen Hakenschlägen aufgeschreckt, die Flucht. Das eignet sich bestimmt gut zum heiteren Werke-Quiz in geselliger Runde beim 5-Uhr-Tee.
Joe Dvorak (13.11.2022, 10:58): @Joe Dvorak
hab´ mir den Mitterer mal via Tube gegeben. Echt skurril, dieser Beethoven aus der Häckselmaschine. Meine Katzte ergriff, von den jähen akustischen Hakenschlägen aufgeschreckt, die Flucht. Das eignet sich bestimmt gut zum heiteren Werke-Quiz in geselliger Runde beim 5-Uhr-Tee. :beer Ich rate mit, bin am Wochenende um 5 aber in der Regel schon auf gehaltvolleren Stoff umgestiegen. Zur Frage, ob das motiviert hat, mal wieder das Original in Reinform zu hoeren. Ja! Daher jetzt:
Wolfgang Mitterer - Coloured Noise Klangforum Wien, Peter Rundel
Wer die Sechse von Bartók im Hoerrepertoire hat, bekommt hiermit von mir eine Anregung zur Erweiterung. Trivia: Bozay war mit der Pianistin Klára Körmendi (mir bekannt durch ihre Satie, Debussy & Ravel Aufnahmen) verheiratet.
Joe Dvorak (15.11.2022, 23:39):
Richard Strauss - Hornkonzert Nr. 1 Es-Dur, op. 11 & Nr. 2 Es-Dur, TrV 283 Dennis Brain, Philharmonia Orchestra, Wolfgang Sawallisch
Der Brain war schon ein Fass. Sein grosser Ton ist so raumgreifend, dass man glauben koennte, mit dem Kopf in einem ueberdimensionalen Horn zu stecken.
Sfantu (16.11.2022, 08:09): Hörwitz kürte Pfitzners zusammen mit Regers Klavierkonzert zu den aufgeblasensten, blassesten, uninspiriertesten Gattungsbeiträgen aus dem deutschen Repertoire. Daher legte ich seit Jahr und Tag diesen Saurier aus dem cpo-Katalog wieder auf - eine aktive Erinnerung daran hatte ich nicht mehr. Nunja - uninspiriert und nicht gerade vor brillanten Einfällen funkelnd? Zugegeben, es hat schon so einige Passagen, in denen weder Weg noch Ziel erkennbar werden. Auch gibt es keine prägnanten Themen. Aber aufgeblasen und blass? Nur bedingt. Ich höre da schon einige interessante Klangfarben und eine Könnerschaft im Dramatischen heraus. Aber ja - bei Pfitzner weiß man's im Grund vorher, daß man es mit sperrigem, teils widerborstigem Hörstoff zutun bekommt. Sicher Nichts für jeden Tag - aber wenn's zur Stimmung paßt...
Feine Darbietung, toller Klang. Allerdings sind 38min Gesamtspielzeit für eine CD schon etwas dreist.
Hans Pfitzner
Konzert für Klavier und Orchester Es-dur op. 31
Volker Banfield, Münchner Philharmoniker - Werner Andreas Albert (CD, cpo, AD 1982, ℗ 1988)
Pomphaft. Mit Kraft und Schwung 15'36 Heiterer Satz. Ziemlich schnell, in einheitlich atemlosem Zeitmaß 5'38 Äußerst ruhig, versonnen, schwärmerisch 8'48 Rasch, ungeschlacht, launig 7'43
Andréjo (16.11.2022, 12:00): Den Reger finde ich schwieriger - und höre ihn deswegen gerne. Hingegen scheint mir das thematische Material bei Pfitzner doch oft prägnant und immer mal wieder sogar zum Mitsingen. Das Klavierkonzert ist dafür Musterbeispiel, auch die Cellokonzerte. Die Kammermusik weniger, gut. Über einen Begriff wie aufgeblasen kann man sich gewiss streiten. Bei Reger halte ich ihn für unangemessen und zwar generell. Bei Pfitzners Klavierkonzert kann ich schon mehr damit anfangen.
Was ja wieder dem Klischee des Widerborstigen entgegenläuft, das ich bei Pfitzner gar nicht so häufig erkennen kann wie immer behauptet. Da schwingt viel (anscheinend oder eben doch nur scheinbar) Unvereinbares mit. Selbst war Pfitzner bekanntlich in der Theorie ein Feind der Moderne - und doch ist vieles an seiner Musik durchaus modern. Bei dem letztlich skeptisch-bescheidenen und doch sehr publikumsempfindlichen Alkoholiker Reger sehe ich diesen Widerspruch ähnlich, aber er hatte eine andere Mentalität, wäre gewiss auch kein glühender Antisemit geworden.
Merke 1: Wir beide, nicht Pfitzner und Reger also, sondern Sfantu und Andréjo, sind vielleicht nicht ganz der gleichen Meinung. Doch ich bin überzeugt, dass wir im Gespräch rasch wieder fast komplett zueinander fänden (= alter Konjuktiv 2, = finden würden :P ).
Merke 2: Hurwitz ist manchmal ein Schmarrbeutel (= Schmarrer = Schwätzer). Was heißt das auf Schweizerisch? :D :)
:hello Wolfgang
Andréjo (16.11.2022, 12:23): Allerdings sind 38min Gesamtspielzeit für eine CD schon etwas dreist. Allerdings!
Zwei weitere Aufnahmen finde ich im Regal. Abraten würde ich von keiner der drei. Vielleicht ist Volker Banfield auch für mich am stärksten, aber so spontan kann ich das nicht sagen.
2019 gekauft, wegen Braunfels
Doch, das Pfitzner-Klavierkonzert hat mich immer interessiert, hat mich angesprochen, auch deutlich vor CD-Zeiten. Eine Schallplatte besitze ich nicht. Bezüglich der Rundfunkmitschnitte (vermutlich aber nur einer) müsste ich nachsehen, wahrscheinlich eine andere Aufnahme.
Auch Gieseking hat einst das Konzert aufgenommen und ich kenne jemanden, der darauf schwört. Man kann sich die Einspielung auf yt anhören und amazon führt sie sogar.
:hello
Sfantu (16.11.2022, 13:14): Merke 1: Wir beide, nicht Pfitzner und Reger also, sondern Sfantu und Andréjo, sind vielleicht nicht ganz der gleichen Meinung. Doch ich bin überzeugt, dass wir im Gespräch rasch wieder fast komplett zueinander fänden (= alter Konjuktiv 2, = finden würden ). Diese Deine Überzeugung ist auch die meine. Merke 2: Hurwitz ist manchmal ein Schmarrbeutel (= Schmarrer = Schwätzer). Das ist mir bewußt. Wäre es anders, hätte ich das Konzert ja directement aussortieren müssen ohne mir erneut selbst einen frischen Höreindruck zu verschaffen. Es wird sicher wieder bei mir laufen. Und doch - mir gefällt seine (Hurwitzens) bisweilen rotzlöffelige Art. Ich könnte nie so direkt und patzig formulieren. Dafür sind die Naturelle zu verschieden. Trotzdem hätte ich manchmal gern ein zartes aber würziges Scheibchen seiner Unverfrorenheit. Nicht als eigentliche Seins-Facette, vielmehr zur dezenten Abtönung. Denkbar allerdings auch, daß bei ihm dabei ein gerüttelt Maß Klappern zum Handwerk gehört. Was heißt das auf Schweizerisch? Schwätzer? Je nach Dialekt unterschiedlich. Am weitesten verbreitet sind aber wohl Schnurri und Laferer
Andréjo (16.11.2022, 18:27): Schnurri ... Ihr Schweizer seid halt Empathiker - ich habe es immer geahnt.
;) ^^ Wolfang
Sfantu (16.11.2022, 21:11): Durch Andréjos Fürsprache wagte ich mich heute Abend nach langer, langer Zeit ebenfalls wieder an Regers "Riesenbaby" (Zitat Reger). Mit Gewinn! Was mich zuvorderst überrascht: die immense Dichte und Fülle fasziniert ohne zu erschlagen. Was mir besonders zusagt: trotz spätestromantischer Verve ereignet sich kein süßlich-sentimales Geschmachte. Der herrliche Mittelsatz ist Klang werdender Ernst, ist Besinnung, ist Innenschau. Das faßt zutiefst an ohne jemals Richtung Tränendrüsen auch nur zu schielen. Das Finale erfreut durch kernige rhythmische Rahmung und dezente Prisen verknarzten Humors. Trotz seines Charakters als Sinfonie mit obligatem Klavier versagt dieses Konzert dem Solisten nicht ein begrenztes Maß eindrucksvollen Tastendonners (in den Rahmensätzen).
In meiner Sammlung beginnt mir allmählich der Komplett-Überblick zu entgleiten. Zum Glück werde ich demnächst etwas Zeit zum Katalogisieren haben. Wenn ich es also richtig überschaue, dann steht das Reger-Konzert bei mir in 3 Einspielungen.
Den Anfang machte heute Erik Then-Bergh. Mir kommt es so ins Ohr, daß ich eine gute Ausgewogenheit der Klangmassen verspüre. Es wird mit Umsicht disponiert und abgerundet gestaltet. Luxuriös ist die Aufnahmequalität nicht zu nennen und doch schlußendlich vollauf zufriedenstellend. Interessant wäre ein Vergleich mit der originalen Mono-Pressung auf Electrola. Diese spätere Neuveröffentlichung (das Cover-Design läßt mich auf die 70er-Jahre tippen) bringt eine nachträgliche Stereophonisierung zu Gehör - das bedeutete wahrlich nicht immer eine Verbesserung auf ganzer Linie. Gutes, frisch gewaschenes Exemplar mit idealer Laufruhe.
Max Reger
Klavierkonzert f-moll op. 114 (1910)
Erik Then-Bergh, Südwestfunk-Orchester Baden-Baden - Hans Rosbaud (LP, EMI, stereophonisiertes Mono, AD 1958)
Allegro moderato 18`45 Largo con gran espressione 11`13 Allegretto con spirito 10`24
Joe Dvorak (17.11.2022, 00:17): Ich lasse mich durch solche Diskussionen gerne anregen, mal ausserhalb meines Hoerreviers zu streifen, auch in unwirtlichen Gebieten. Sonst waere die Forumstaetigkeit irgendwie fuer den verlaengerten Ruecken. Aber ein 40-Minuten-plus Klavierkonzert von Reger? Das ist (noch) undenkbar. Andererseits sehe ich mich durch das abweisend Sperrige, Ueberladene, Verquollene (alles selbstverstaedlich nur in meinen Ohren) immer wieder mal herausgefordert. Ich hoerte vor vielen Tagen mal ein BIS-Album, das ich bis zu dem Punkt, an dem ich eingeschlafen bin, gar nicht uebel fand und wollte mir das jetzt morgenfrisch nochmal geben, um wenigstens indirekt mitreden zu koennen. Aber bei der Suche wurde mir folgendes angezeigt:
"Wolfgang Amadeus Mozart" - Klarinettenquintett, op. 146 Schulz Quartett, Max Reger, Heinrich Geuser
Aufs erste Hoer koennte man meinen: Wenn Reger Mozart spielt, dann klingt es wie Reger. Aber obwohl die Pfeife ein etwas anderes Profil hat als Magrittes Pipe, sind die Dinge nicht so wie sie scheinen. :P
Joe Dvorak (17.11.2022, 06:51): Ok, ich tue es. Auch wenn die 56'56'' so ehrfurchtgebietend und furchteinfloessend wie die Nanga Parbat Suedwand wirken. :/
Jean-Baptiste Lully/Jean Galbert de Campistron: Acis et Galatée
Acis/Apollon - Cyril Auvity Galatée/Diane - Ambroisine Bré Polyphème - Edwin Crossley-Mercer Aminte/Un Dryade - Deborah Cachet Scylla/L'Abondance - Bénédicte Tauran Télème/Comus - Robert Getchell Tircis/Le Prêtre de Junon - Enguerrand de Hys Neptune/Un Sylvain - Philippe Estèphe
Chœur de chambre de Namur Les Talens Lyriques, Christophe Rousset
Gruß Amonasro
a-way (17.11.2022, 18:06): Heute zur Abwechslung Haydn, der sonst von mir vernachlässigt wird. Diese Interpretation klingt gleich bei Sinfonie Nr. 85 recht klar akzentuiert, was mir entgegen kommt, und zieht mich schnell in ihren Bann. Weitere Aufnahmen mit der polnischen Kammerphilharmonie und / oder Rajski kenne ich nicht.
Huhn Jagd Königin - 3 Sinfonien von Joseph Haydn Polnische Kammerphilharmonie, Wojciech Rajski
a-way (17.11.2022, 20:57):
aus Musica Vitae plays Nordic Music Vol. 2 John Fernström: Intimate Miniatures for String Orchestra, Op. 2 Musica Vitae Chamber Orchestra, Wojciech Rajski
Sfantu (17.11.2022, 21:08): Hätte nicht gedacht, daß ich mir Regers Klavierkonzert irgendwann 2x hintereinander weg anhören würde. Und das noch mit wachsender Begeisterung. Hier also die anderen beiden Aufnahmen in meiner Sammlung:
Rudolf Serkin, Philadelphia Orchestra - Eugene Ormandy (LP, CBS, 1959)
Allegro moderato 18`00 Largo con gran espressione 10`50 Allegretto con spirito 8`54
Serkin/Ormandy wurde vermutlich bereits ursprünglich in Stereo eingespielt. Der Klang hat mehr Breite als bei Then-Bergh/Rosbaud, bleibt aber auch recht trocken, die Mikrophone sind näher bei den Ausführenden. Solist wie Orchester agieren mit mehr Energie, betonen mehr das Drama, bieten mehr Biß, mehr Pranke als die erwähnte Konkurrenz. Dies, gepaart mit der beschriebenen, den Hörer quasi anspringenden Aufnahmetechnik, wirkt mit der Zeit tendenziell aber auch anstrengend, erzeugt eine fast durchgängig zu hohe Grundspannung. So erfreut zum einen die schiere Wucht während sie am Ende aber auch etwas ermüdet. Ist es Serkin oder Ormandy? Jemand stampft immer wieder rhythmisch auf die Eins aufs Podium (könnte es im Falle Serkins auch ein heftiges Durchtreten des Pedals sein?), daß es so gerade eben noch tolerierbar ist. Fast könnte man an zusätzliche Kongas ad libitum glauben.
Allegro moderato 19`47 Largo con gran espressione 10`27 Allegretto con spirito 11`20
Für eine bessere als die zufällig heute gewählte Spielfolge hätte ich mich nicht entscheiden können. Denn Webersinke/Herbig avancieren eigentlich spätestens nach dem Mitttelsatz bereits zu meinem klaren Favoriten. Bessere Anwälte für diesen vordergründig unverdaulichen Brocken kann ich mir nicht wünschen. Eine goldene Mitte zwischen großer Geste und versunkener Grübelei wird hier erreicht, welche dem Werk beste Dienste leistet. Das abschließende Allegretto wird nicht zum Allegro. Bei Then-Bergh (muß ich neu reinhören) und Serkin kommt mehr Tempo, mehr Drive zum Tragen. Dies im Ohr, kamen mir Webersinke/Herbig zunächst zu zurückgenommen vor (was mich selbst wunderte - bin ich doch eher für mäßige Tempi zu haben). Im Verlauf geht diese Konzeption jedoch auf. Weniger Grundpuls bewirkt ein Mehr an Ton-und Detail-Entfaltungen. Der prächtig aufgefächerte Klang besitzt ein Idealmaß an Weite und Transparenz. Der teils spröde klingende Orchestersatz gewinnt dadurch ungeahnten Schmelz. Das Soloinstrument (ein Blüthner-Flügel?) spielt sich wunderbar anders ins Ohr: glasklar bis in die tiefsten Lagen und doch nicht spitz, bleibt brillant und generös. In wie weit das digitale Remastering "Sonic solutions no noise system" dazu beitrug? Jedenfalls weckt es wiederum Neugier auf die Original-Platte vom VEB. Hurwitz ist manchmal ein Schmarrbeutel In diesem Falle ganz gewiß. Nach der heutigen Vergleichsverkostung stelle ich mir die Frage, ob er die beiden Aufnahmen tatsächlich komplett und aufmerksam gehört haben kann. Zu Webersinke weiß er nicht mehr zu kommentieren als ein würgendes "Bähh" sowie die geistreiche Feststellung, sein Spiel sei so wie sein Name. Serkin und "Ormandy-Philly" lobt er dagegen pauschal als "fabulous" (was kaum überrascht), nicht ohne zu betonen, daß diese Spitzenkräfte ihre Liebesmüh am falsche Objekt vergeuden. Andernorts analysiert er ausdifferenziert und dient mit lohnenden Betrachtungen, von denen ich lernen kann. Hier bleibt er im Gestus so platt wie tumb. Und liefert im Kern der Sache (nun weiß ich`s) einen grandiosen Schuß in den Ofen.
Andréjo (17.11.2022, 21:45): Meister Sfantu - es freut mich sehr, dass Du das Reger-Konzert für Dich gewinnen konntest. Ein wenig Zeit habe ich dazu schon auch gebraucht. Then-Bergh und Serkin werden gelobt; ich kenne beide Einspielungen nicht. Es mag sein, dass Serkin einen Prominenz-Bonus genießt. Webersinke, den ich schon lange kenne, kommt nicht so gut weg, nicht nur bei Hurwitz - ich habe keine Probleme mit ihm. Vielleicht würde ich die folgenden beiden Aufnahmen vorziehen, aber einen Vergleich am Stück habe ich noch nicht angestellt.
Korstick zeigt in dieser recht neuen Einspielung eine bemerkenswerte Pranke, die der Musik gewiss nicht schadet.
Im Rahmen der Beinahe-Integrale rechts spielen 1988 Gerhard Oppitz und die Bamberger Symphoniker unter Leitung von Horst Stein. Der Sampler ist aber erst vor wenigen Jahren erschienen. Ob es die Einspielung auch separat zu erwerben gibt, habe ich jetzt nicht nachgesehen. Es würde mich nicht wundern, sollte in Relation die Sammlung weitaus preisgünstiger sein.
Beide Einspielungen erscheinen mir aufnahmetechnisch in Ordnung - aus der Erinnerung.
Die Produktion mit Amadeus Webersinke finde ich bei mir ebenfalls in einem Sampler. Er stammt aus der DDR - das hast Du ja oben angedeutet - und ist nicht so vollständig.
Wenn ich mir wirklich noch eine weitere Einspielung zulegen sollte neben diesen dreien (und einer oder zwei Kassettenmitschnitten), dann wohl Serkin.
Wobei natürlich Deine persönliche und gut begründete vergleichende Wertung sehr von Interesse ist ...
Leicht möglich, dass es ein wenig stimmungsabhängig ist, wie laut und wie opulent man das Werk hören möchte. Im Normalfall schätze ich aber doch eine prägnante Transparenz, wenn die Musik per se diesbezüglich gefährdet ist.
:) Wolfgang
Joe Dvorak (18.11.2022, 03:05): Ich meine, dass die zu Regers KK "dahingeworfenen duerren Zeilen" durchaus das Wiederauffinden in einem Werkfaden verdient haetten. Nur meine 5 Pfennige...
Heute zur Abwechslung Haydn, der sonst von mir vernachlässigt wird. Diese Interpretation klingt gleich bei Sinfonie Nr. 85 recht klar akzentuiert, was mir entgegen kommt, und zieht mich schnell in ihren Bann. Weitere Aufnahmen mit der polnischen Kammerphilharmonie und / oder Rajski kenne ich nicht. Danke fuer den Hinweis auf Rajskis Haydn. Den Beethoven-Zyklus des Gespanns fand ich mehr als beachtlich, zumindest als ich neue Beethoven-Zyklen noch beachtenswert fand und die Mozart-Divertimenti sind auch sehr gelungen. Da sollte es auch mit Haydn klappen. Die 85. ist bei mir alles andere als eine Koenigin, eher graues Gesinde. Mal hoeren...
Joe Dvorak (18.11.2022, 09:35):
Max Reger - Variationen & Fuge über ein Thema von Ludwig van Beethoven, op. 86 & Eine Ballettsuite, op. 130 & Vier Tondichtungen für grosses Orchester nach Arnold Böcklin, op. 128 Norrköping SO, Leif Segerstam
Andréjo (18.11.2022, 10:19): Ich meine, dass die zu Regers KK "dahingeworfenen duerren Zeilen" durchaus das Wiederauffinden in einem Werkfaden verdient haetten. Nur meine 5 Pfennige...
Heute zur Abwechslung Haydn, der sonst von mir vernachlässigt wird. Diese Interpretation klingt gleich bei Sinfonie Nr. 85 recht klar akzentuiert, was mir entgegen kommt, und zieht mich schnell in ihren Bann. Weitere Aufnahmen mit der polnischen Kammerphilharmonie und / oder Rajski kenne ich nicht. Danke fuer den Hinweis auf Rajskis Haydn. Den Beethoven-Zyklus des Gespanns fand ich mehr als beachtlich, zumindest als ich neue Beethoven-Zyklen noch beachtenswert fand und die Mozart-Divertimenti sind auch sehr gelungen. Da sollte es auch mit Haydn klappen. Die 85. ist bei mir alles andere als eine Koenigin, eher graues Gesinde. Mal hoeren... Danke - das meine ich auch. Sfantu möge beginnnen. Dann kopiere ich auch hinüber.
Sfantu (18.11.2022, 16:58): Gut - ich schaue zuerst, dass ich einen halbwegs gescheiten Startbeitrag für den Faden zusammen bekomme. das schaffe ich entweder heute Abend noch - sonst wohl nicht vor Dienstag. Sie werden uns ja nicht entfleuchen, unsere bisher dafür zusammengesuchten Buechstäbli.
Andréjo (18.11.2022, 20:05): :down Und Eile ist sowieso nicht geboten, meine ich ebenfalls.
Sfantu (19.11.2022, 10:34):
Hans Pfitzner
Konzert für Klavier und Orchester Es-dur op. 31
Volker Banfield, Münchner Philharmoniker - Werner Andreas Albert (CD, cpo, AD 1982, ℗ 1988)
Pomphaft. Mit Kraft und Schwung 15'36 Heiterer Satz. Ziemlich schnell, in einheitlich atemlosem Zeitmaß 5'38 Äußerst ruhig, versonnen, schwärmerisch 8'48 Rasch, ungeschlacht, launig 7'43
Immer wieder erstaunlich, wie verblassensanfällig die Erinnerung, wie leichtfertig die Übernahme von Fremdurteilen, wie stimmungs-und kontextabhängig das Hörerleben ist! Nach der Beschäftigung mit dem Reger-Konzert weht dieser Pfitzner so licht, so frisch, so lebensbejahend ins Ohr, daß es nur noch bedingt etwas mit dem zutun hat, das ich vor 3 Tagen hörte - und doch war es dieselbe Aufnahme. Heute erlebe ich geradezu ein Füllhorn an Melodien. Die instrumentatorische Könnerschaft zeigt sich allerorten. Frappantes Blech, akzentuierte Pauken. Die Freude ist groß.
@Andréjo
merci für die liebevollen, denkanstoßenden Watschen!
Philidor (19.11.2022, 14:25): Ich freue mich immer, wenn jemand lobende Worte für Regers Musik findet! Soooo tolle Orgelmusik ... und die Kammermusik ist (teilweise) auch vom Feinsten, vor allem das Klarinettenquintett ... "Wolfgang Amadeus Mozart" - Klarinettenquintett, op. 146 Schulz Quartett, Max Reger, Heinrich Geuser ... das hier wohl sehr magrittisiert daher kommt. Was für ein tolles Cover! Chapeau!
Immer auf der Suche nach skandinavischer und baltischer Musik zwischen Sibelius und Norgard, zwischen Tubin und Tüür bin in den letzten Tagen Sumeras Sinfonien nähergetreten und fand die sehr anhörlich:
Lepo Sumera: Sinfonien Nr. 1 bis 5
Malmö Symphony Orchestra Paavo Järvi
... und auch die sechste wird nicht lang auf sich warten lassen.
Andréjo (19.11.2022, 14:46): Soooo tolle Orgelmusik ... und die Kammermusik ist (teilweise) auch vom Feinsten, vor allem das Klarinettenquintett ...
Die Orgelmusik besitze ich zwar in einer Gesamteinspielung - die 16 Naxos-CDs -, höre sie aber halt doch seltener. Wobei ich noch gar nicht so lange weiß, dass es neben den Monster-Werken zahlreiche kürzere Choralsätze gibt - bemerkenswert unterschiedlich in der Anlage, kreativ, transparent, wie man das vom Meister nicht immer kennt.
Die Kammermusik erschließe ich mir erst seit wenigen Jahren. Das meiste kenne ich mittlerweile, habe es überwiegend auch mehrfach gehört. Die späten Werke wie eben das Klarinettenquintett sind genial, aber ich habe auch öfters Lust, mich mit spröderen Nummern zu befassen - um dann manchmal festzustellen, dass ein Klischee in den Konzertführern gerne weitergegeben wird ... Bisweilen kann mich Musik auch oder gerade dann reizen, wenn ich sie strukturell nicht durchschaue. Das ist dann der Reiz des musikalischen Urwalds. Allan Pettersson scheint mir da ein neuromantisch-expressionistisches Musterbeispiel. Und im Falle Regers eben auch etwa manche Kammermusik mit Klavier oder manche Streichquartette. Manche Orgelmusik durchschaue ich ebenso wenig, komme aber auch nicht vom Fach, so wie Philidor das tut.
:) Wolfgang
Philidor (19.11.2022, 17:55): Die späten Werke wie eben das Klarinettenquintett sind genial
Danke. Ja, genau. - Bei den Orgelwerken versuch doch mal mal Fantasie über den Choral "Wachet auf! ruft uns die Stimme". Vielleicht findest Du eine Beschreibung im Netz dessen, was Reger sich dachte - anfangs die Toten, die in den Gräbern ruhen, dann wie ein Blitz der Jüngste Tag, Bewegung in den Gräbern, der Choral "Wachet auf!" wie eine Vision über den Gräbern, dann die zweite Strophe, Reger der Mystiker, der die Feier des Hl. Abendmahls im Reich Gottes vorwegnimmt und die dritte Strophe mit der herrlichen Schlussfuge ...
Ich wollte dies hier mit Euch teilen:
Arnold Schönberg: Verklärte Nacht op. 4 (Version für Streichorchester)
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Mariss Jansons
Vielleicht kennt Ihr ja die Kritiken zu Karajans Aufnahme, die Wundersames erzählen von wegen "einzige Aufnahme Karajans mit 18 ersten Violinen" und solchen Dingen.
Ich weiß nicht, wie wichtig Euch dieses Stück ist, aber wenn Ihr es mögt und Euch die Zeit nehmen wollt und die Gelegenheit habt, es irgendwie einströmen zu lassen, dann mag ich Euch diese Aufnahme ans Herz legen. Könnte sich lohnen.
Sfantu (19.11.2022, 23:07): Nach guten Erfahrungen aus den letzten Tagen gab ich mich auch heute einem fremdbestimmten Hörprogramm ihin. Nun also in Gestalt Schönbergs "Verklärter Nacht".
Meine zufällige Erstbegegnung war vor Jahr und Tag in meiner Jünglingszeit. Auf einem TV-Kulturkanal lief, soweit ich mich erinnere, eine der beiden Streichorchester-Versionen. Dazu ereignete sich ein kleines Wunderwerk der Kunst der Kameraführung: die Szenerie war eine menschenleere Wartehalle eines Bahnhofs in Originalausstattung der Entstehungszeit. In Zeitlupe schwebte die Linse durch den Raum. In Close-Up-Einstellungen wurden Sitzbänke, Mauerfluchten, Bahnsteigkanten umschwebt. Das erzeugte eine unfaßbar packende Wirkung. Die wiederholt auf Hochspannung geschürte Erwartung, nach der nächsten Kamera-Umrundung einer Sichtblende möge etwas Ungeheures den Betrachter fesseln, wurde ein ums andere Mal enttäuscht. Das war und blieb eine der intensivsten audiovisuellen Erfahrungen meines Lebens.
Die poetische Vorlage, das gleichnamige Gedicht Richard Dehmels, fesselte mich nicht weniger. Ein denkbar romantisches Sujet, das Bangen der in peinlicher Zwangslage befindlichen Frau. Dann aber das Bekenntnis des Mannes zu ihr: ein Ausdruck von Toleranz und bedingungsloser Liebe - überwältigend. Und wie ungeheuer modern, wider alle geltende Konventionen der damaligen K.u.K-Gesellschaft muß das gewesen sein/gewirkt haben?!
Mit der Zeit geriet die Verklärte Nacht bei mir freilich doch in eine der hinteren Dornröschen-Reihen. Ich persönlich mochte immer eher die orignale Sextett-Besetzung als die chorisch verstärkten eigenen als auch fremden Versionen.
Heute Abend also bei mir:
Mitglieder der Kammermusiker Zürich:
Jürg Dähler und Andreas Pfenninger, Geige Valérie Dähler-Mulet und Cornel Anderes, Bratsche Raffaele Altwegg und Luciano Pezzani, Violoncello (CD, Jecklin, 1995)
Sehr langsam 6`36 Breiter 6`11 Schwer betont 2`12 Sehr breit und langsam 10`13 Sehr ruhig 4`08
Leipziger Streichquartett: Andreas Seidel und Tilman Büning, Geige Ivo Bauer, Bratsche Matthias Moosdorf, Violoncelllo + Hartmut Rohde, Bratsche Michael Sanderling, Violoncello (CD, MDG, 1998)
29`16
Beide Aufnahmen sehe ich als Hochkaräter. Die Leipziger setzen hier und dort noch eins drauf an Emphase, an Überschwang. Die Zürcher zeigen ebenfalls ein Hochmaß an agogischer Finesse, sind klanglich indes eine Spur gleißender, üppiger eingefangen. Mich berühren beide Versionen, für sich genommen, sehr. Bei Dabringhaus und Grimm erspart man sich die Mühe, den fünf Abschnitten eigene Tracks zuzugestehen
Andréjo (20.11.2022, 00:48): @ Philidor:
Den erwähnten Choral kenne ich natürlich und auch die Reger-Vertonung. Sicher aber ewig nicht mehr gehört. Es dürfte kein solches "Monsterwerk" sein, glaube ich mich zu erinnern.
Und im Netz werde ich nach Einschlägigem gerne mal gucken. Ich glaube, ich erinnere mich da ... :D :)
@ Sfantu:
Die Verklärte Nacht als Streichsextett ist mir in der Tat auch lieber. Eine aktuelle Einspielung (2021) im Kontext weiterer sehr interessanter neuerer Nummern habe ich vor wenigen Monaten gekauft und gehört:
Der Dutilleux ist ja mittlerweile kein Geheimtipp mehr, diese Einspielung aber sehr individuell und allenthalben überzeugend. Merlin ist eine abwechslungsreihe postmoderne Nummer, die mit vier Jazz-Standards spielt, ohne jetzt allzu jazzig in einem engeren Sinne zu sein. Easy Listening ist es erfreulicherweise aber auch nicht.
:) Wolfgang
a-way (20.11.2022, 09:52):
Richard Beaudoin - Microtimings
Études d'un prélude I, II, IV, VI, VII, VIII, X * & XI The Artist and his Model I & II * nach Webern, nach Pollini
Mark Knoop, Piano; * Kreutzer Quartet
Andréjo (20.11.2022, 11:55): Meister a-way, magst Du obige CD ganz kurz charakterisieren? Ich kenne den Namen nicht - auch nicht das Coverbild , aber das sieht alles sehr interessant aus.
:) Wolfgang
Philidor (20.11.2022, 17:07): Die Verklärte Nacht als Streichsextett ist mir in der Tat auch lieber. Eine aktuelle Einspielung (2021) im Kontext weiterer sehr interessanter neuerer Nummern habe ich vor wenigen Monaten gekauft und gehört: Definitiv eine der spannendsten Kammermusik-Scheiben der letzten jahre. Zusammen mit ihrer Beethoven-GA und einer fantastischen Aufnahme von Schuberts Streichquintett haben die Ébènes die Latte extrem hoch gelegt.
Hier letzte Dinge:
Richard Strauss: Vier letzte Lieder
Gundula Janowitz, Sopran Berliner Philharmoniker Herbert von Karajan
Sfantu (20.11.2022, 18:04): Ich wollte dies hier mit Euch teilen:
Arnold Schönberg: Verklärte Nacht op. 4 (Version für Streichorchester)
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Mariss Jansons
dann mag ich Euch diese Aufnahme ans Herz legen. Könnte sich lohnen. Magst Du uns schildern, lieber Philidor, was Du so besonders schätzt an dieser Version?
palestrina (20.11.2022, 18:24):
Hier letzte Dinge:
Richard Strauss: Vier letzte Lieder
Gundula Janowitz, Sopran Berliner Philharmoniker Herbert von Karajan
Nach dem Krimi gestern Abend, musste ich mir das Abendrot anhören! :I
Meine liebsten Aufnahmen sind diese beiden......
. Hallo Philidor, die Janowitz mochte ich mal sehr gerne, aber irgendwie kommt mir das so vergangen vor, erklären kann ich das nicht, das geht mir z.B.auch mit Jessye Norman so, sogar noch extremer!
LG palestrina
L
a-way (20.11.2022, 20:30): , magst Du obige CD ganz kurz charakterisieren? Ja, mag ich, aber mag sie vorher noch 1 oder 2x hören. :)
Andréjo (20.11.2022, 23:12): :thumbup: Danke!
Joe Dvorak (21.11.2022, 04:17):
Max Reger - Sonate op. 84 fis-Moll arr. fuer Floete und Klavier Paul Meisen, Gabriel Rosenberg
Mit ein paar Raffinessen zwar - insbesondere im Schlusssatz, doch trotz Fuersprache der Anreger im Forum will mich Reger nicht recht erregen.
Philidor (21.11.2022, 07:39): Magst Du uns schildern, lieber Philidor, was Du so besonders schätzt an dieser Version? Lieber Sfantu, dazu müsste ich sie nochmal hören, doch ich erinnere mich an eine tolle Mischung von Intensität und Transparenz, verbunden mit einer für meine Ohren sehr gelungenen Zeitgestaltung, will sagen: Spannungsbögen und -verläufe waren der Wahnsinn.
Die genannten Aufnahmen der Leipziger und der Ébènes kenne ich, aus politischen Gründen kommen mir Leipziger erstma nicht auf den Plattenteller bzw. in das CD-Fach bzw. in meine Streaming-Playlist. Was soll's - die Ébènes machen das sowieso besser, um es ganz platt zu sagen.
Sfantu (21.11.2022, 11:20): @Philidor
merci für die Beschreibung/Präzisierung.
Sfantu (21.11.2022, 23:45): aus politischen Gründen kommen mir Leipziger erstma nicht auf den Plattenteller bzw. in das CD-Fach bzw. in meine Streaming-Playlist. Was geschähe denn andernfalls mit dem Plattenteller, dem CD-Player, der Playlist? Was hat ein Plattenteller mit Politik zutun? Wollten wir vor dem Abspielen von Musik die moralische Integrität des/der Interpreten durchleuchten, müßte ein Gutteil der Aufnahmen boykottiert werden.
Hier expressionistisch-modernistische Musik eines aus kulturpolitisch-ideologischen Gründen in der Sowjetunion für Jahrzehnte ungespielten Komponisten:
Nikolaj Roslawetz
Klaviertrios Nr. 2, 3 und 4 (1920/21/27)
Trio Fontenay (CD, Teldec, 2000)
Joe Dvorak (22.11.2022, 02:25): aus politischen Gründen kommen mir Leipziger erstma nicht auf den Plattenteller bzw. in das CD-Fach bzw. in meine Streaming-Playlist. Was geschähe denn andernfalls mit dem Plattenteller, dem CD-Player, der Playlist? Was hat ein Plattenteller mit Politik zutun? Wollten wir vor dem Abspielen von Musik die moralische Integrität des/der Interpreten durchleuchten, müßte ein Gutteil der Aufnahmen boykottiert werden. Bei der Playlist ergibt das Sinn, denn wenn gestroemt wird, dann fliesst Geld ans Label und ein Teil davon zu den Kuenstlern. Das sind zwar laecherliche Bruchteile von Cent-Betraegen, aber wenn mir das fuer einen missliebigen Menschen zuviel ist, dann soll es so sein. Bei einer bereits erworbenen Platte oder CD erschliesst sich mir der Sinn auch nicht, aber ich kenne mich mit den dahintersteheden fruehkindlichen Mechanismen auch nicht aus. :P ;)
Das waere doch mal wieder ein Faden mit potentiellem Zuend-Zoff. Nachdem wir das alles beherrschende Thema der beiden Vorjahre tatsaechlich ohne Loeschungen und Sperrungen gemeistert haben, wird es mal wieder Zeit fuer eine neue Herausforderung. Welche Kuenstler boykottiere ich und warum? Der Moderation geht es hier viel zu gut. :evil:
Zoltán Kodály - Budavári Te Deum & Missa Brevis* Eva Andor (Sopran), Mártha Szirmay (Alt), József Réti (Tenor), József Gregor (Bass), Klára Makkay (Sopran)*, Eva Mohacsi (Sopran)*, Alice Ekert (Sopran)*, Hungarian Radio and Television Chorus, Budapest SO, János Ferencsik
Freunde, da stellen sich in manchen Chorpassagen die Nackenhaare auf. Der Hammer! Noch so ein hypothetischer Faden: Immer wenn ich ein Werk dieses Komponisten hoere, denke ich, dass ich ihn viel zu wenig hoere und hoere ihn dann doch nicht oefters. Kodály waere da bei mir ganz vorne dabei.
Sfantu (22.11.2022, 08:38): Der Moderation geht es hier viel zu gut. Habe eine Szene aus Sketchup vor Augen. Iris Berben (oder war es noch mit Beatrice Richter?) und Diether Krebs beim Rollenspiel um die Flaute im Bett zu bekämpfen. Er mit Topfschnitt und gebleckten Hasenzähnchen kommentiert eine dominant-gebieterische Ansage von ihr kleinlaut; "Du bist gar garstig, Bärbel,"
Du bist gar garstig, Joe!
Sfantu (22.11.2022, 19:38):
Wolfgang Amadé Mozart
Così fan tutte
Joanna Borowska - Fiordiligi Rohangiz Yachmi - Dorabella John Dickie - Ferrando Andrea Martin - Guglielmo Priti Coles - Despina Peter Mikuláš - Don Alfonso Slovenský filharmonický zbor Capella Istropolitana, Bratislava - Johannes Wildner (3 CDs, Naxos, 1990)
Dies war meine erste Così in meinen Jünglingsjahren. Gefallen hatte sie mir von Beginn an. Doch betrachtete ich die Tatsache, daß dies ein Budget-Label ist, als Menetekel (wie albern, oder?!), sodaß ich sie irgendwann abgab um Platz für Böhm und Muti zu machen. Mit den Jahren sah ich ein, wie töricht dieses Denken war. Heute endlich entdeckte ich sie in einem Brocki, den ich wegen seines lieblos bis schlampig gepflegten Sortimentes und Interieurs etwa nur 1x pro Jahr aufsuche. Für kleines Geld nahm ich sie mit und und erfreue mich nun sehr am Wiederhören.
Herausragend für mich der geschmackvoll-süffisante Alfonso Peter Mikuláš` und die zauberhafte Despina Priti Coles`. Auch John Dickie erfreut mit attraktivem Timbre. Einen blassen, wenig geschmeidig gesungenen Guglielmo gibt Andrea Martin. Frisch und federnd spielt die Capella Istropolitana auf, Wildner führt mit Umsicht und Sinn für Drama und Proportionen. Herrliche Ensmbles, bspw. das Sextett im erten Aufzug! Alle Akzente sitzen, die Sache ist herzerwärmend, ist rund.
palestrina (22.11.2022, 21:10):
Wolfgang Amadé Mozart
Così fan tutte
Joanna Borowska - Fiordiligi Rohangiz Yachmi - Dorabella John Dickie - Ferrando Andrea Martin - Guglielmo Priti Coles - Despina Peter Mikuláš - Don Alfonso Slovenský filharmonický zbor Capella Istropolitana, Bratislava - Johannes Wildner (3 CDs, Naxos, 1990)
Dies war meine erste Così in meinen Jünglingsjahren. Gefallen hatte sie mir von Beginn an. Doch betrachtete ich die Tatsache, daß dies ein Budget-Label ist, als Menetekel (wie albern, oder?!), sodaß ich sie irgendwann abgab um Platz für Böhm und Muti zu machen. Mit den Jahren sah ich ein, wie töricht dieses Denken war. Heute endlich entdeckte ich sie in einem Brocki, den ich wegen seines lieblos bis schlampig gepflegten Sortimentes und Interieurs etwa nur 1x pro Jahr aufsuche. Für kleines Geld nahm ich sie mit und und erfreue mich nun sehr am Wiederhören.
Herausragend für mich der geschmackvoll-süffisante Alfonso Peter Mikuláš` und die zauberhafte Despina Priti Coles`. Auch John Dickie erfreut mit attraktivem Timbre. Einen blassen, wenig geschmeidig gesungenen Guglielmo gibt Andrea Martin. Frisch und federnd spielt die Capella Istropolitana auf, Wildner führt mit Umsicht und Sinn für Drama und Proportionen. Herrliche Ensmbles, bspw. das Sextett im erten Aufzug!
Alle Akzente sitzen, die Sache ist herzerwärmend, ist rund. Mit der Hälfte der Besetzung bin ich einverstanden, Frau Yachmi war leider schon etwas zu alt für die Dorabelle, dafür ist J.Borowska eine superbe Fiordiligi, leider kam sie nie so richtig zum Zug. M.Dickie ist ein vorzüglichen Ferrando, leider zeigte er das nicht in allen seinen Aufnahmen Andrea Martin singt den Guglielmo ziemlich belanglos, ganz im Gegenteil zum Alfonso von Peter Miculáš. Ja, und mit der Despina von Priti Coles kann ich so rein gar nichts anfangen! Fazit von mir es gibt schlechtere Ausnahmen.
LG palestrina
Sfantu (22.11.2022, 22:57): Elliott Carrter
Klavierkonzert (1965)
I - 10`01 II - 12`30
Konzert für Orchester (1969)
In einem Satz 22`23
Three Occasions for Orchestra (1989)
A Celebration of 100 x 150 Notes 3`32 Remembrance 6`31 Anniversary 6`57
Ursula Oppens, Klavier, Sinfonieorchester des Südwestfunks Baden-Baden - Michael Gielen (CD, Arte Nova, 1992)
Violinkonzert (1990)
Impulsivo 8`52 Angosciato 8`57 Scherzando 7`36
Ole Böhn, Geige, London Sinfonietta - Oliver Knussen (CD, ursprünglich Virgin, 1992 (dieses Cover). Bei mir EMI, 2008 (anderes Cover))
Partita (1993)
16`20
UBS Verbier Festival Orchester - James Levine (CD, live, UBS, 2005)
Aus der flüchtigen Erinnerung heraus griff ich zu dieser CD (Partita), als es mir darum ging, eine gute Viertelstunde mit etwas Spannendem an Neuer Musik zu füllen. Und es hat mich (erneut) vollkommen umgehauen. Diese pulsierende, unberechenbare, hundertgesichtige Musik ist ein Großereignis! Das Festival-Orchester spielt das vertrackte Stück so wendig, so stupend, daß man nur gebannt lauschen und staunen kann.
Das Booklet macht glauben, es handle sich um ein für sich stehendes Orchesterwerk. Erst heute fand ich heraus, daß Partita nur den ersten von drei Sätzen der Sinfonie "Fluxae pretiam spei" bildet.
Schnell hat die Partita ihre vormalige Bestimmung als "Pausenfüller" verloren und am Ende dazu geführt, daß ich für den Rest des Abends bei Carter`scher Orchestermusik blieb. An klanglicher Finesse und Klarheit kommt der Partita am ehesten das Klavierkonzert nahe. Dennoch bleibt der orchestrale Carter gesamthaft eine Wucht. Und ja - ich höre das leider viel zu selten.
Maurice inaktiv (22.11.2022, 23:40): Mehrere Nachträge seit letztem Samstag:
Louis Glass: Sinfonie Nr.5, op. 57, C-Dur & Fantasie für Klavier und Orchester, op. 47
Staatsorchester Rheinische Philharmonie, Daniel Raiskin + Marianna Shirinyan (Klavier)
Johann Evangelist Brandl : Sinfonie, op.25 in D-Dur & Sinfonie, op.12 in Es-Dur
Deutsche Staatsphilharmonie , Kevin Griffiths
Brandl (1760 - 1837) wird als eine Art "Übergangskomponist" gehandelt. Ich kannte ihn überhaupt nicht, daher bin ich dem Label CPO erst einmal dankbar, dass man sich ihm zumindest zweier CDs gewidmet hat.
Sein letzte Sinfonie, hier mit vertreten (op.25), zeigt dann doch an vielen Stellen den Weg zur Romantik auf. Die anderen Werke stehen mehr oder weniger stark unter dem Einfluss von Joseph Haydn. Das ist gut geschrieben, aber auch durchaus verzichtbar.
Maurice inaktiv (22.11.2022, 23:43):
Heitor Villa-Lobos : Sinfonien Nr.8, 9 und 11
Sao Paulo SO, Isaac Karabtchevsky
Erstbegegnung dieser Werke von Villa-Lobos
Antonin Dvorak : Sinfonie Nr.8 , G-Dur & Sinfonie Nr.9, E-Moll, "Aus der Neuen Welt"
Wiener Philharmoniker , Lorin Maazel
Aus der Doppel-CD, die die letzten drei Sinfonien und die "Carneval-Ouvertüre beinhalten, heute die Nr.8. Die Nr.9 wird bestimmt später noch folgen.
Ich bin insgesamt kein großer Freund von Lorin Maazel. Ich werde mit seinen Einspielungen nicht so recht warm. Doch diese Dvorak-Werke sind ihm wirklich hervorragend gelungen. Dazu das traumhaft spielende Orchester aus Wien. Bei bestimmten Dirigenten spielten sie famos einfach großartig.
Ralph Vaughan Williams : Sinfonie Nr.3 & Fantasia on Greenleeves
Philharmonia Orchestra , Leonard Slatkin
Die GE der Sinfonien von RVW unter Leonard Slatkin war meine Erstbegegnung der Werke und des Komponisten überhaupt. Es ist bis heute meine Lieblingseinspielung geblieben, auch wegen des exzellenten Klangbildes. Man kann sich über die vielleicht eher "kristallklaren" Einspielungen unter Slatkin streiten, aber er hat unglaublich viel aus den Werken zum Klingen erweckt.
Maurice inaktiv (23.11.2022, 00:02):
Frederic Delius : Brigg Fair - An English Rhapsody , In a Summer Garden , Eventyr , A Song of Summer AD: September 1981, Manchester
Hallé Orchestra , Vernon Handley
Ich habe lange gebraucht, um mit dem französischen Impressionismus zurecht zu kommen. Doch seitdem ist es eine Musik, die ich in besonderen Momenten oder Stimmungen sehr zu schätzen weiß. Dass hier ein britischer Komponist mit starken Verbindungen und Strömen nach Frankreich die Werke komponiert hat, ist dann für mich völlig egal.
"Brigg Fair", 1907 geschrieben, wartet mit gleich 13 Holzbläsern, 13 x Blech (alleine 6 Waldhörner), Harfe, Pauken, Große Konzert-Trommel, Triangel, Röhrenglocken und einem großen Streicherapparat auf.
"In a Summer Garden" wurde im Dezember 1908 uraufgeführt (Queenshall, London). Es gibt eine frühe Ausführung und eine spätere Fassung, die auch hier zu hören ist.
"Eventyr" wurde 1915 begonnen, aber vor allem 1917 ausgearbeitet. "A Song of Summer" wurde 1929-1930 komponiert.
Der leider viel zu früh verstorbene Vernon Handley legte hier eine exzellente Einspielung vor. Der Mann war ein Segen für die britische Musik. Zum Glück erreichte er fast immer ein außergewöhnliches Niveau bei seinen Einspielungen. Danke, Maestro !!!
Joe Dvorak (23.11.2022, 04:48):
Elliott Carter
London Sinfonietta - Oliver Knussen (CD, ursprünglich Virgin, 1992 (dieses Cover). Bei mir EMI, 2008 (anderes Cover))
(...)
An klanglicher Finesse und Klarheit kommt der Partita am ehesten das Klavierkonzert nahe.
Die gezeigte CD mit Originalcover war ein Schaustueck meiner Sammmlung und duerfte zu den meistgehoerten gehoeren, wobei ich dem Konzert fuer Orchester noch ein paar Extrarunden spendiert habe. Im heutigen Nach-Sammelwut-Zeitalter wird das Klavierkonzert noch haeufig angeklickt und das ist wirklich eine ganz raffinierte Klang- und Formenwelt von unheimlicher Sogkraft.
Da ich ein notorischer Verfechter der Kuerze bin, bekommt Carters exzellente und konzentrierte Oper What's Next (ca. 40 Minuten) von mir ein kraeftiges Nicken. Auch bei Sibelius' Maiden (35 Minuten) kann ich mich an dieser Kombination erfreuen. Bei der weiteren Suche nach solcherlei Miniaturen stiess ich u.a. auf diese Feinheit:
Gian Carlo Menotti - The Medium Joyce Castle, Patrice Michaelis, Chicago Opera Theater, Lawrence Rapchak
a-way (23.11.2022, 08:39): @Andréjo mag Bescheid sagen, dass doch nichts daraus wird, kurz etwas zur CD zu sagen, ich kann sie nicht noch mal hören und habe festgestellt, dass ich Musik scheinbar nur manchmal gerne höre, aber nicht drüber spreche, bzw. auch nicht weiß, was es dazu zu sagen gebe(n könnte). :hello
Andréjo (23.11.2022, 11:05): Die GE der Sinfonien von RVW unter Leonard Slatkin war meine Erstbegegnung der Werke und des Komponisten überhaupt. Ebenso in meinem Fall. Und das prägt - wobei ich Deine Wertung kristallklar als sehr gelungen empfinde. Möglich, dass solches nicht unbedingt ein Charakterzug gerade englischer Musik ist. Die Integralen von Boult (stereo) und Handley, die ich später gekauft habe, können natürlich daneben bestens bestehen und ich kann auch nachvollziehen, wenn manche sie dem Slatkin vorziehen.
mag Bescheid sagen, dass doch nichts daraus wird, kurz etwas zur CD zu sagen, ich kann sie nicht noch mal hören und habe festgestellt, dass ich Musik scheinbar nur manchmal gerne höre, aber nicht drüber spreche, bzw. auch nicht weiß, was es dazu zu sagen gebe(n könnte). Es sei Dir verziehen. :D :)
:hello Wolfgang
Joe Dvorak (24.11.2022, 06:47): (...) habe festgestellt, dass ich Musik scheinbar nur manchmal gerne höre, aber nicht drüber spreche, bzw. auch nicht weiß, was es dazu zu sagen gebe(n könnte). Das kenne ich sehr gut. Zu dem heute morgen in Dauerschleife stroemenden Album, das ich sicher nur manchmal gerne hoere, faellt mir auch nicht mehr ein als: unbedingt anhoeren! Wohl koennte ich schreiben, dass hier innovativ Geraeuschhaftes eingebaut wird, ohne dass es auch nur annaehernd ins Laermige uebergeht -aber das ist auch bei Lachenmann so, der trotzdem voellig anders klingt-, dass hier gewaltige Bilder von Eiswuesten und Polarlichtern evoziert werden -aber das koennte ganz falsch (oder von anderen Ohren richtig) als plakative Klangmalerei aufgefasst werden-, dass die Musik aeusserlich statisch, aber innerlich bewegt ist -aber das ist bei Niblock auch so, der trotzdem voellig anders klingt-, dass diese Musik eine raue, kalte Trostlosigkeit vermittelt und trotzdem Hoffnung mitschwingt -aber das ist eine subjektive Erfahrung, die andere vielleicht ganz anders machen-, dass...
Anna Thorvaldsdottir - Enigma (Streichquartett in drei Saetzen) Spektral Quartet
Sicher kann ich sagen, dass diejenigen, die sich ueber kurze Laufzeiten von Vollpreis-CDs echauffieren, hier einen Aufreger par excellence vorfinden. 28'28''.
Philidor (24.11.2022, 08:36): Wollten wir vor dem Abspielen von Musik die moralische Integrität des/der Interpreten durchleuchten, müßte ein Gutteil der Aufnahmen boykottiert werden. Ich gebe DIr recht.
Mir ist die Brisanz des Themas bewusst, darum versuche ich, den Ball flach zu halten.
Über frühere Zeiten (Pfitzer, Strauss, Furtwängler, Karajan, ...) mag ich mir kein festes Bild machen. Ich war nicht dabei und kann nicht einschätzen. wie sich das angefühlt hat.
Bei dem, was heute über den Cellisten zu lesen ist, meine ich aber durchaus , einschätzen zu können, in welchem Umfeld das entstanden ist und ob sagt, was er sagt, weil er muss oder weil er will.
In meiner Orgelschule zur historischen Aufführungspraxis, Band 2 - Romantik, steht im Nachwort: "Man spielt nicht nur das, was man kann, sondern vor allem das, was man ist". Das finde ich wahr. Irgendjemand hat mal gesagt, Musizieren hieße, einem anderen seine Geschichte zu erzählen. Ja, passt. Die Geschichte von Herrn Moosdings möchte ich aber nicht hören. Wenn jemand anders die Geschichte hören will - feel free! Meins isses nich.
Sfantu (24.11.2022, 09:20): Lieber Philidor,
danke für Deine Antwort. Ich teile Deinen Standpunkt nicht. Aber ich respektiere ihn.
Herzlichst, Sfantu
Philidor (24.11.2022, 09:57): :beer
a-way (24.11.2022, 11:24): Das kenne ich sehr gut. Zu dem heute morgen in Dauerschleife stroemenden Album, das ich sicher nur manchmal gerne hoere, faellt mir auch nicht mehr ein als: unbedingt anhoeren! Danke, ich musste lachen, weil das - dass, ... - sehr vertraut klingt, aber mangels größerem Wissen, ich allerhöchstens in der Lage wäre, mich krampfhaft am Booklet entlang zu hangeln, vielleicht etwas Verkopftes dazu zu sagen, und eine Verbindung zu den Emotionen, die beim Hören bei mir aber vordergründig sind, nicht im Ansatz hin zu bekommen scheine. :S Klassische Musik ist für mich meist wie eine Welle, die mich mit nimmt, und irgendwo neu an Land spült. Beim Microtiming von Beaudoin, was - wie heraus gefunden, eine Kompositions- oder Variationstechnik ist, stehe ich zudem noch auf dem Schlauch, auf was sich die Verschiebung bei dieser Technik bezieht. Es klingt, als ob sich innerhalb eines Stücks das Timing verschiebt, aber ich denke die ganze Zeit, es muss doch eine Referenz geben, die ich so nicht gegeben sehe. ?(
Krzysztof Penderecki - Powiafo na mnie morze snów ... / A Sea of Dreams did breathe on me
Podlasie Opera and Philharmonic Orchestra and Choir, Wojciech Rajski
Andréjo (24.11.2022, 14:27): Werter a-way,
schreib halt gerne ein paar Sätze aus dem Booklet.
Es ist tatsächlich so, dass ich keinen blassen Schimmer habe, womit ich es zu tun habe.
;) Es wird nicht in Richtung Monteverdi gehen und auch mit den Beatles nichts zu tun haben, wahrscheinlich auch nicht mit Lachenmann oder Strawinsky oder Weather Report oder Free Jazz.
Doch - vielleicht mit Letzterem. Außerdem sehe ich ja gerade, dass Du längst etwas geschrieben hast. Danke!
Wobei man natürlich dazu im Internet sicherlich auch noch irgendetwas finden kann - das stimmt. Ich schau mal ...
@ desselben letztem Beitrag: Unser Freund Joe Dvorak ist ein blendender Dialektiker. :D Freilich von der sehr angenehmen, mild selbstironischen Sorte.
:) Wolfgang
Andréjo (24.11.2022, 14:29): Und wenn ich mir a-ways letzten Beitrag so in Ruhe und Frieden ansehe, dann kommt mir ein ähnlich fürchterlicher Verdacht ... :D
Insofern nehme ich das mit dem Booklet zurück. ;)
a-way (24.11.2022, 17:28): Ohne Booklet: Es wird nicht in Richtung Monteverdi gehen und auch mit den Beatles nichts zu tun haben, wahrscheinlich auch nicht mit Lachenmann oder Strawinsky oder Weather Report oder Free Jazz.
Doch - vielleicht mit Letzterem. Ach so, wenn du nur wissen willst, was es ist - sieht einfach nach Microtiming aus. Unter Free Jazz dürfte es sich nicht verorten lassen, sondern eine ganz eigene neuere Rubrik sein.
Könnte sein, dass die Referenz der / die Hörende selbst ist - ich mache mit der Option vorerst weiter.
Maurice inaktiv (25.11.2022, 06:56):
Karl Goldmark : Ländliche Hochzeit AD: 1992
Royal Philharmonic Orchestra , Yondani Butt
Am frühen Morgen mal wieder etwas eher Seltenes, auch hier Forum kaum zu finden.
Der 1830 im Königreich Ungarn geborene Musiker und Komponist Karl Goldmark war um die Jahrhundertwende eine große Persönlichkeit im Musikleben der Kuk-Monarchie. Befreundet mit Johannes Brahms und Johann Strauss (bei dem er regelmäßig zu den Hausgästen gehörte), bekannt mit Robert Fuchs, Richard Wagner und Gustav Mahler (der immerhin drei seiner Opern im Repertoire hatte, sonst aber eher ein distanziertes Verhältnis zu Goldmark hatte), war Karl Goldmark eine wichtige Figur gewesen.
Als Jude verschwand er 1936 von den Spielplänen und feierte auch nach 1945 kein Comeback mehr. Auch er gehörte viele Jahrzehnte zu den "Vergessenen" der Musikwelt. Auch heute findet man eher selten Werke von ihm auf den Spielplänen der Orchester oder Opernhäuser. Immerhin hat CPO seine Werke aufgenommen. Ich weiß allerdings nicht, wie vollzählig sie sind.
Andréjo (25.11.2022, 12:22): Die Ländliche Hochzeit ist schmissige, quasi singbare Biedermeier-Romantik. Ich besitze eine (einzige) Aufnahme, die mir dann auch reichen soll.
Ansonsten kenne ich noch sein Violinkonzert - da hatte ich sogar mal die Ehre, bei einem regionalen Jugendwettbewerb einen Bekannten zu begleiten. Nur den langsamen Satz - schnelle Klavierauszüge können sehr unangenehm sein für den Laien am Klavier.
:hello Wolfgang
a-way (25.11.2022, 14:26): "Es war, als hätt’ der Himmel - Die Erde still geküßt, - Daß sie im Blütenschimmer - Von ihm nun träumen müßt’." Joseph von Eichendorff / (Fällt mir jedes Mal zum Cover ein und jetzt füge ich es dazu.)
Pietro Mascagni / Luigi Illica - Iris
Ilona Tokody (Iris) Placido Domingo (Osaka) Juan Pons (Kyoto) Bonaldo Giaiotti (Il Cieco) Gabriella Ferroni (Dhia) Conchita Antuñano (Geisha) Sergio Tedesco (Il Cenciaiuolo) Heinrich Weber (Un Cenciaiuolo, Un Mercaiuolo)
Chor des Bayerischen Rundfunks & Münchner Rundfunkorchester, Giuseppe Patané
palestrina (25.11.2022, 16:37): "Es war, als hätt’ der Himmel - Die Erde still geküßt, - Daß sie im Blütenschimmer - Von ihm nun träumen müßt’." Joseph von Eichendorff / (Fällt mir jedes Mal zum Cover ein und jetzt füge ich es dazu.)
.......Mondnacht......und mit der Musuk von R.Schumann noch schööööner! :)
LG palestrina
Amonasro (25.11.2022, 21:48):
Heitor Villa-Lobos:
5 Préludes Suite Populaire Brésilienne 12 Études Chôro Nr.1
Anders Molin (Gitarre)
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (26.11.2022, 01:34):
Johannes Brahms : Sinfonien Nr,3 & 4 AD: 14.02.1990, in der Kölner Philharmonie & 17.12.1990, Musikhalle Hamburg
NDR RSO, Günter Wand
Ach, was war dieser große, alte Mann ein Segen für die Musikwelt. Er mag ein harter Knochen gewesen sein, aber die grandiosen Veröffentlichungen später sind immer wieder Hörerlebnisse der besonderen Art. Herzlichen Dank an die Musiker, die Tontechniker und an den Dirigenten dafür !!
Joe Dvorak (26.11.2022, 02:38): Lust auf Abenteuer...
George Lewis - The Recombinant Trilogy Claire Chase (Floete), Levy Lorenzo (Elektronik), Seth Parker Woods (Violincello, Elektronik), Dana Jessen (Fagott), Eli Stine (Elektronik)
Maurice inaktiv (26.11.2022, 09:01): Auch eine Abenteuereise, wenn auch in eine andere Zeit:
"Expressionismus" - Doppel-CD mit Werken von Karol Rathaus, Alfredo Casella, Wladimir Vogel, Egon Wellesz, Franz Schreker, Max von Schillings und Eugene Goosens
Es spielt as Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt unter der Leitung von Niklos Athinäus, Jürgen Bruns und Christoph Camperstrini
Aufgenommen 2000 - 2001 in der Konzerthalle Carl-Philip-Emanuel Bach in Frankfurt/Oder
Es sind Raritäten, die man hier eingespielt hat. Etwa "Vorfrühling, op.12" des jungen Egon Wellesz, der hier noch nicht ansatzweise zeigt, wohin seine Reise mal gehen würde, oder die erschütternde "Elegia eroica", op.29" aus dem Jahre 1916 von Alfredo Casella, der hier die Grauen des 1.Weltkriegs in Musik umsetzte ("Einen im Kriege gefallenen Soldaten" gewidmet). Auch die "Suite für Violine und Orchester, op. 27" von Karol Rathaus aus dem Jahre 1929 ist so eine Rarität. Den solistischen Part übernahm die Polin Klaudyna Broniewska, seit 1995 1.Konzertmeisterin im hier auch spielenden Orchester aus Frankfurt/Oder.
Maurice inaktiv (26.11.2022, 09:24):
Carl Nielsen : Sinfonien Nr. 1 & 2 AD: 30.01./01.02.2020 (Nr.1) & 04./06./07.04.2019 (Nr.2) jeweils live eingespielt und zusammengeschnitten
Seattle Symphony , Thomas Dausgaard
1890-1892 und 1901-1902 geschrieben, stehen sie zeitlich an der Grenze einer Zeit, in der die Tonalität bereits aufgehoben war, aber auch viele Komponisten diesen Weg nicht mitgehen wollten. So gab es unzählige Komponisten, die sowohl tonal bis an die Grenze gingen, aber auch die Percussion immer mehr mit in ihre Kompositionen einbauten. Nielsen war sicher so ein Komponist, gerade in seinem Erstling kann man den Aufbruch spüren. Die Musik vereint diese Spannung vielleicht am Besten. Da treffen Tradition und Progression aufeinander.
Maurice inaktiv (26.11.2022, 10:17):
Robert Fuchs : Streicherserenaden Nr.1 & 2 , dazu das Andante grazioso und Capriccio, op. 63
Kölner Kammerorchester, Christian Ludwig
Ich möchte mal wieder eine Lanze für die Streichersinfonien von Robert Fuchs brechen. Auch die beiden CDs mit dem KK unter Christian Ludwig sind meiner Meinung nach hervorragend gelungen.
Eine unsentimentale Angelegenheit für Collins. Was ich sehr erfreulich finde.
Mit diesem Zyklus geht es für mich in die dunkle Jahreszeit - die üblichen Verdächtigen sollen folgen, Holmboe, Tubin, Sumera, Tüür, Norgard, vielleicht Langgaard.
Maurice inaktiv (27.11.2022, 10:22):
Manfred Gurlitt : Goya-Symphony (1938-1939)
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin , Antony Beaumont
Manfred Gurlitt (1890-1972), in Berlin geboren, studierte u.a. bei Humperdinck und war 1911 Assistent Karl Mucks bei den Bayreuther Festspielen. 1908-1910 war er an der Berliner Hofoper Korrepetitor, 1911-1913 Kapellmeister in Essen und Augsburg. Ab 1914 war er viele Jahre zuerst 1.Kapellmeister, dann GMD in Bremen. Ab Ende 1927 war er wieder in Berlin tätig, u.a. an der Staatsoper.
Zum 01.Mai 1933 wurde er NSDAP-Mitglied, doch im Mai 1937 bekam er diese aberkannt, angeblich wegen jüdischer Verfahren. Er ging ins Ausland, und 1939 nach Japan, wo er eine erfolgreiche Karriere als Dirigent diverser Orchester machte.
Als Komponist blieb ihm wohl der ganz große Durchbruch versagt, da er das Pech hatte, dass andere Komponisten zeitgleich Opern mit ähnlichem oder gleichen Namen veröffentlichten, die erfolgreich waren (etwa "Wozzeck" von 1926, "Soldaten" und "Nana").
Ich kannte ihn bisher nur dem Namen nach. Nun also seine "Goya-Sinfonie", die zwischen einer Dur-Moll-Tonalität, Bitonalität und Polytonalität hin und her schwer pendelt. Das Werk wurde nach seiner Ausreise aus Deutschland geschrieben. In wie weit man hier eine Verarbeitung des Unrechts-Systems in Deutschland erkennen kann, weiß ich nicht zu sagen. Immerhin hat er dieses Regime vier Jahre lang so hingenommen, er wurde sogar Mitglied dieser Partei. Es ist deshalb reine Spekulation, was geschehen wäre, wenn man ihm nicht den Stuhl vor die Türe gesetzt hätte durch den Parteiausschluss.
Japan schien vielleicht sogar nahe liegend, denn bekanntlich war Japan Verbündeter der Nazis gewesen, aber trotzdem weit genug weg vom Geschehen in seiner Heimat. In Deutschland fand er auch nach dem Kriege keinem Anschluss an die Szene, auch der Erfolg als Komponist blieb ihm im Grunde bis heute verwehrt.
Immerhin wurden "Wozzeck" und "Soldaten" von Gerd Albrecht eingespielt, "Nana" von Enrico Calesso und dem Orchester aus Erfurt.
Sfantu (27.11.2022, 12:23):
Wolfgang Amadé Mozart
Streichquartette
Orlando-Quartet:
István Párkányi und Heinz Oberdorfer, Geige Ferdinand Erblich, Bratsche Stefan Metz, Violoncello (LP, Philips, 1983)
Allegro Larghetto Menuetto. Moderato Allegro assai
Der Name "Preußische" Quartette bereitet mir keine Bauchschmerzen. Sollten andernfalls die Württembergischen Sonaten, die Schwedischen, Ungarischen, Englischen Tänze, das Deutsche Requiem oder die Russischen Ostern nicht ebenso problematisch sein? Diese nicht ganz ernst gemeinten Gedanken kann man vielleicht auch mit dem Schwäbischen Dreisatz ad acta legen.
Zurück zur Musik: die Preußischen haben mir tendenziell zuviel Oberfläche, äußeren Glanz, weniger Tiefgang und Intimität als die Haydnschen. Auch dringt hier wieder mehr der süßliche Puder-und Perücken-Mozart durch - besonders im D-dur-Quartett. Das wird mir meist schnell zuviel. Gut immerhin, von Zeit zu Zeit seine Präferenzen oder Abneigungen auf ihren Fortbestand zu überprüfen. Feine, streckenweise etwas stromlinienförmige Lesart.
Sfantu (27.11.2022, 15:51): Ich blieb heute zunächst weiter im Quartett-Modus mit
Kurt Weill
Streichquartette
Sequoia Quartet:
Yoko Matsuda und Miwako Watanabe, Geige James Dunham, Bratsche Robert Martin, Violoncello (LP, nonesuch, 1984)
h-moll (1918)
Mäßig 6`39 Allegro ma non troppo. In heimlich erzählendem Ton 4`42 Langsam und innig 3`55 Lustig und wild, aber nicht zu schnell 9`42
Nr. 1 op. 8 (1923)
Introduktion. Sostenuto, con molto espresssione 4`39 Scherzo. Vivace 4`50 Choralphantasie. Andante non troppo 8`14
Die Quartett-LP steht schon einigen Wochen hier, auf ihre Jungfernfahrt wartend. Verblüffend, was für ein frühvollendeter Komponist Weill doch war. Verblüffend auch, daß man mit seinem Namen vor allem den zum einen systemumstürzlerischen Moritaten-Schöpfer (Mahagonny, Dreigroschenoper), nach der Emigration dann den erfolgreichen Broadway-Musical-Komponisten verbindet. Sein hoch ambitioniertes Frühwerk aber stand nie im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Ich hörte zuerst das h-moll-Quartett, dann die erste Sinfonie und schließlich das Quartett Nr. 1. Denn in dieser zeitlichen Abfolge entstanden die Werke. Von Quartett zu Quartett ist ein Weiterschreiten zu beobachten, welches sie (die Quartette) als Punkte auf einer sich proportional entwickelnden Linie erscheinen lassen. Das Orchesterwerk fügt sich stilistisch ein, ist vom Ausdrucksgehalt jedoch ungleich schärfer, forcierter, stellenweise unwirsch und rüde. Doch selbst damit verortet es sich nah entlang der beschriebenen Entwicklungslinie: ist das frühe Quartett des 18jährigen noch nominell an eine Tonart gebunden (während es bereits an die Grenzen der Tonalität stößt), so macht die Sinfonie einen ersten und das jüngere Quartett einen zweiten Schritt aus der Dur-Moll-Welt heraus in freitonales Neuland. Expressiv und schroff, dabei immer vor unkonventionellen Ideen sprühend ist dieser junge Wilde. Als Hörprobe empfehle ich den zweiten Satz aus dem h-moll-Quartett: ein spitzbübisches Scherzo, aus bissig-feinem Humor geboren - köstlich.
Das Sequoia-Quartet spielt hellwach und mit Attacke. Das Orchester aus Südengland steht ihm hierin in nichts nach und wird aufnahmetechnisch imposant abgebildet. Es steht noch ein Vergleich mit der alten Gewandhaus-de Waart-Aufnahme aus. Habe sie als Schallplatte - jedoch ewig nicht gehört. Frau Alsop dürfte hier allerdings nur schwer das Wasser zu reichen sein.
Seidenglatt dargebotene Herbstmelancholie mit einer sehr angenehmen Stimmfarbe und massvollem Drama. Joe gefaellt das.
Maurice inaktiv (28.11.2022, 07:20):
Sir Arnold Bax : Spring Fire, Symphony & Symphonic Scherzo & Northern Ballard No.2 AD: Januar 1986
Royal PO, Vernon Handley Ich würde mir lieber den Frühling herbei wünschen als den Winter. In der Musik sind solche Wünsche leichter zu erfüllen, als zum Tagesbeginn dieses herrliche Meisterwerk von Sir Arnold Bax, kongenial umgesetzt in Musik von Vernon Handley und seinem "königlichen Orchester".
Maurice inaktiv (28.11.2022, 07:21): Sinfonie Nr. 1 (1921)
Bournemouth Symphony Orchestra - Marin Alsop (CD, Naxos, 2015) Das Orchester aus Südengland steht ihm hierin in nichts nach und wird aufnahmetechnisch imposant abgebildet. Es steht noch ein Vergleich mit der alten Gewandhaus-de Waart-Aufnahme aus. Habe sie als Schallplatte - jedoch ewig nicht gehört. Frau Alsop dürfte hier allerdings nur schwer das Wasser zu reichen sein. Die Aufnahme aus England ist der Hammer. Ich glaube, sie wurde auch mehrfach ausgezeichnet.
Maurice inaktiv (28.11.2022, 14:58):
Vitezslav Novak : In der Tantra, op. 26, Von Ewiger Sehnsucht, op. 33 & Slovakische Suite, op. 32
Royal Liverpool PO, Libor Pesék
Anschließend noch:
Wilhelm Stenhammar : Sinfonie Nr.2 & Serenade in F-Dur, op. 31 1993 , Deutsche Grammophon
Göteborgs Sinfoniker , Neeme Järrvi
a-way (29.11.2022, 10:23):
Claude Debussy - Four-Hand Piano Music
Petite Suite (1888–1889) Marche écossaise sur un thème populaire (1890, 1st version) Six Épigraphes antiques (1914–1915) Première Suite dʼorchestre (c. 1882–1884)
Jean-Pierre Armengaud & Olivier Chauzu, Klavier
a-way (29.11.2022, 11:19): .......Mondnacht......und mit der Musuk von R.Schumann noch schööööner! Ich finde beides schön und habe die Vertonung aber erst nachdem du davon geschrieben hast gehört. Danke für den quasi-Tipp also :) .
a-way (29.11.2022, 18:17): Der Tag entwickelt sich zunehmend zu einem Hörtag mit Schwerpunkt Dänemark neben den Plutonian Ode-Vertonungen. Louis Glass finde ich als von Franck und Bruckner beeinflusst, was ich glaube auch hören zu können, und im Schatten Carl Nielsens stehend.
Philip Glass / Allen Ginsberg - 6. Sinfonie "Plutonian Ode", 1. Satz Lauren Flanigan, Sopran Bruckner Orchester Linz, Dennis Russell Davies
Louis Glass - Sinfonie Nr. 6 Plovdiv Philharmonic Orchestra, Nayden Todorov
a-way (29.11.2022, 20:18): (War der falsche Thread - ich habe den Beitrag etwas verändert aus dem Nicht-Klassik-Bereich hierher kopiert, ist ja auch Klassik, ich war mehr bei "Lied" ungleich Klassik, etwas in der Art.)
Die "Plutonian Ode" von Nørgård beruht ebenso wie Philip Glass' 6. Sinfonie auf Auszügen von Ginsbergs gleichnamigen Gedicht. "... a rhythmically intense threnody to plutonium, viewed as the basic emptiness of total destruction – opposed to the indefatigable will of the human spirit to create connections and meaning.The constant ambivalences of the rhythm are united here with the transformations of words ingradual shifts of meaning (for example“atlast”–“Atlas”–“alas”)” - Per Nørgård
Songs from Evening Land - Helene Gjerris sings Per Nørgård Helene Gjerris, mezzo-soprano; Ulla Miilmann, flute; Johannes Søe Hansen, violin; Lotte Wallevik, viola; Toke Møldrup, cello; Jesper Lützhøft, guitar; Tine Rehling, harp; Anne Marie Abildskov, piano; Gert Sørensen, percussion Casper Schreiber
Maurice inaktiv (30.11.2022, 11:27):
Johannes Brahms : Sinfonie Nr.2 AD: 1955, Stereo
Philharmonia Orchestra , Herbert von Karajan
Ich finde diese Aufnahme immer wieder erstaunlich. Auch der frühe Stereo-Klang ist noch immer erstaunlich gut. Da hatte man wirklich verdammt gute Leute am Set.
Für mich ist die Zweite von Brahms seine mir "schönste" Sinfonie, zusammen mit der Vierten. Bei der Ersten tue ich mir etwas schwer, die Dritte gefällt mir auch sehr gut. Das ist sicher nicht gerade eine sensationelle Aussage, aber ich mag nicht weiter ausholen.
Es gibt diverse Einstellungen auf Amazon, doch das Cover ist das Gleiche. Die beiden Einstellungen mit Preisen habe ich mal eingestellt.
Maurice inaktiv (30.11.2022, 11:43): Louis Glass - Sinfonie Nr. 6 Plovdiv Philharmonic Orchestra, Nayden Todorov Leider ist diese GA nicht wirklich gelungen. Sie wurde damals von der "Fachpresse" ziemlich verrissen, und es gab dann nur die Marco Polo-Einspielungen. Jetzt hat man bei CPO wohl die bisher besten Einspielungen vorgenommen. Vielleicht zieht eines Tages Naxos, Brilliant Classics oder Oehms nach, wer weiß?
Maurice inaktiv (30.11.2022, 13:47):
Anton Bruckner: Sinfonie Nr.3
Münchner PO, Sergiu Celibidache
Hier geht es ohne den "lieben Gott" weiter, auch wenn sich der Dirigent vielleicht nicht weit davon entfernt gesehen hat als Bruckner-Interpret. Allerdings muss ich wirklich sagen, dass er sein Orchester zu einem tollen Klangkörper geformt hat, und das hier großartig macht. Ich bin kein Freund von ihm, aber mein Respekt gegenüber dem, was er erschaffen hat ist sehr groß. Ob mir sein später Bruckner zusagt, weiß ich nicht. Mal schauen, ob ich mich daran wagen werde.
Maurice inaktiv (01.12.2022, 14:58):
Joseph Joachim Raff : Sinfonie Nr.6, d-moll , op. 189
Bamberger Symphoniker , Hans Stadlmair
Anton Bruckner : Sinfonie Nr.4 , Es-Dur (Mit "Volksfest-Finale", Edition Carragan;1878) AD: Januar 2013, Bad Kissingen
Philharmonie Festiva , Gerd Schaller
Amonasro (01.12.2022, 18:23):
William Walton/Christopher Hassall: Troilus and Cressida
Calkas - Richard van Allan Antenor - Malcolm Rivers Troilus - Richard Cassilly Cressida - Janet Baker Pandarus - Gerald English Evadne - Elizabeth Bainbridge Horaste - Robert Lloyd Diomede - Benjamin Luxon
Royal Opera Chorus Orchestra of the Royal Opera House, Lawrence Foster
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (02.12.2022, 04:21):
Carl Nielsen - Sinfonie Nr. 3, op. 27 "Sinfonia Espansiva" Sjaellands Symfoniorkester, Giordano Bellincampi
Maurice inaktiv (02.12.2022, 09:43):
Heitor Villa-Lobos : Sinfonie Nr.10, "Amerindia", oratorio for Tenor, Bariton, gemischten Chor und Orchester
Sao Paulo SO & Choir , Isaac Karabtchevsky
Das gut eine Stunde dauernde Werk ist schon ein ziemlicher Brocken. Mir persönlich hat es sehr gefallen, vielleicht ist es sogar das beste Werk der ganzen Box, mir fehlt noch eine CD daraus. Bis jetzt aber das spannenste Werk daraus auf jedem Fall. Irgendwie eine Mischung aus Vaughan Williams "Sea Symphony", Strawinskys "Psalmensinfonie" und eben Heitor-Lobos anderen Werken.
a-way (02.12.2022, 10:55): Bei Villa-Lobos / Karabtchevsky mache ich mit. Unvorhergesehen oder unvorherzusehen, finde ich in der ersten Sinfonie als emotionale Stimmung gut umgesetzt und sie bleibt auch meine bisherige Lieblingssinfonie.
Heitor Villa-Lobos - Sinfonien 1 O Imprevisto (Das Unvorhergesehene) & 2 Ascensão (Der Aufstieg) São Paulo Symphony Orchestra, Isaac Karabtchevsky
Louis Glass - Sinfonie Nr. 6, Plovdiv Philharmonic Orchestra, Nayden Todorov Leider ist diese GA nicht wirklich gelungen. Sie wurde damals von der "Fachpresse" ziemlich verrissen, und es gab dann nur die Marco Polo-Einspielungen. Jetzt hat man bei CPO wohl die bisher besten Einspielungen vorgenommen. Wusste ich alles nichts, da Ersthören einer Sinfonie von Louis Glass, vielen Dank für die Infos!
Maurice inaktiv (02.12.2022, 11:39):
Bohuslav Martinu : Sinfonie Nr.1
Prager RSO, Vladimir Valek
Eine sehr erfreuliche GE der Sinfonien durch den Dirigenten Vladimir Valek und seinem Orchester aus dem Jahre 2006, aufgenommen im Studio des Orchesters in Prag.
Maurice inaktiv (02.12.2022, 11:40): Wusste ich alles nichts, da Ersthören einer Sinfonie von Louis Glass, vielen Dank für die Infos! Kein Thema. Gerne doch.
Joe Dvorak (03.12.2022, 02:41): Carl Nielsen - Sinfonie Nr. 3, op. 27 "Sinfonia Espansiva" Sjaellands Symfoniorkester, Giordano Bellincampi Puh! Die 3. hatte ich nie recht im Hoerfeld und diese Aufnahme zeigt warum. Das ist im letzten Satz schon hart an der Grenze zur Romantikschmonzette und wird nach hinten raus sehr pathetisch. Ich habe allerdings den Verdacht, dass man das nicht so dirigieren, resp. spielen muss und frage daher jemanden, der sich damit auskennt:
Carl Nielsen - Sinfonie Nr. 3, op. 27 "Sinfonia Espansiva" RPO Stockholm, Tor Mann
Ja sicher, so geht das. Da sprechen schon die Spielzeiten des Finales: 8'12" bei Mann vs. 9'24" bei Bellincampi. In der Box befinden 5 der 6 Sinfonien - die 5. fehlt. Ich hoerte daraus noch die 4. und auch die ist unsinnfrei dargeboten. Hohe Wiedergabetreue darf man freilich nicht erwarten.
Weil frueher alles besser war ;) :
Wolfgang Amadeus Mozart - Konzert f. 2 Klaviere und Orchester, Es Dur, K. 365 Vronsky & Babin Klavierduo, Robin Hood dell Orchestra of Philadelphia, Dimitri Mitropoulos
Joe Dvorak (04.12.2022, 01:34):
Carl Nielsen - Sinfonie Nr. 1 g-Moll, op. 7 Swedish RSO, Esa-Pekka Salonen
Maurice inaktiv (04.12.2022, 09:33):
Carl Nielsen: Sinfonien Nr.3 & 4 AD: 20.06.1959, Live (Nr.3) & 02.09.1952, Live jeweils im Hörfunk-Studio Nr.1
The Danish RSO , Thomas Jensen
Ausnahmsweise mal historische Klänge bei mir. Thomas Jensen, der nicht nur Schüler Carl Nielsons war, sondern auch unter ihm seine Werke gespielt hat, war auch einer der Gründer des Sinfonie-Orchesters von Aarhus. Außerdem wird behauptet, dass er den Original-Tempi Nielsons auf Grund seines Erinnernungsvermögens sehr nahe gekommen sein soll. Daher sind die einzigen erhalten gebliebenen Aufnahmen von ihm mit der Musik Nielsens durchaus historisch interessant.
Ich habe diese 3-CD-Box 2019 für nicht mal 5 Euro incl. Versand erwerben können, ein echtes Schnäppchen. Inzwischen kostet die Box knapp 40 Euro neu.
Puh! Die 3. hatte ich nie recht im Hoerfeld und diese Aufnahme zeigt warum. Das ist im letzten Satz schon hart an der Grenze zur Romantikschmonzette und wird nach hinten raus sehr pathetisch. Ich habe allerdings den Verdacht, dass man das nicht so dirigieren, resp. spielen muss und frage daher jemanden, der sich damit auskennt: Vielleicht würde Dir Thomas Jensen mehr liegen? Warum, siehe Beschreibung.
Sfantu (04.12.2022, 18:19): Zu Korngold habe ich ein arg gespaltenes Verhältnis. Die ab den 30ern entstandenen Filmmusiken formten (oder prägten zumindest in nennenswerter Weise) das noch im Entstehen befindliche Genre. Daß jene Musik ein eigenes Kapitel im Schaffen eines Komponisten darstellen kann, und zwar ohne hörbaren (will sagen: schädlichen) Niederschlag auf das sonstige Schaffen, zeigen etwa Beispiele wie Schostakowitsch und Vaughan-Williams. Wenn Korngold aber große Teile seines Violinkonzerts aus vorher entstandenen Hollywood-Soundtracks übernimmt, ist das selbstredend legitim da seine Entscheidung. Das Ergebnis ist freilich Geschmackssache. Ich kann mir das keine 10min geben ohne schlechte Laune zu bekommen oder sonstwie welk zu werden. Daß ich nun auf dem Weg zur Versöhnung mit Korngold bin - das liegt an seinem 1914-17 entstandenen Streichsextett, das ich seit gestern nun schon zum dritten Mal höre. Was für ein Geniestreich dieses fast noch in den Windeln liegenden Wunderkindes! Üppiges, nachromantisches Schwelgen, au-delà de fin de siècle. Dazu bringen allerlei bittere Brüche bis hin zu expressionistischen Anklängen eine schwer widerstehliche Würze hinein. Im Kopfsatz etwa wird ein schwelgend-romantisches Thema von, ich glaube, einer der Bratschen in fahlem con sordino gekontert (es könnte in der vorliegenden, exquisiten Aufnahme ein wenig provokanter herausgespielt werden), daß es Schaudern erzeugt. Der zweite Satz malt in fast unwirklich schöner Visconti-Stimmung und mit Trauerflor (Strauss und Mahler sind ganz nah) eine Vorahnung des Niedergangs (man bedenke die zeitgeschichtlichen Umstände). Intermezzo und Finale wirbeln hier augenzwinkernd, dort übermütig vorüber. Dazu gegen Ende einige freche freitonale Hakenschläge - umwerfend!
Es gilt also, die Spreu vom Weizen zu trennen bei Korngold.
Erich Wolfgang Korngold
Sextett für zwei Violinen, zwei Bratschen und zwei Violoncelli D-dur op. 10
Philharmonisches Streichsextett Berlin: Bernhard Hartog und Rüdiger Liebermann, Geigen Wolfram Christ und Walter Küssner, Bratschen Georg Faust und Ansgar Schneider, Celli (CD, telos, 2000)
Ohne Satzbezeichnung 9`43 Adagio 10`14 Intermezzo 6`51 Finale. So rasch als möglich 6`12
Sfantu (04.12.2022, 21:03): @Joe Dvorak
seit Wochen juckt es mir im Innenohr, einen "idealen" Nielsen-Zyklus zu starten. Deine Initialzündung zeigt Wirkung: Im Falle der Ersten sind das Sveriges Radios Symfoniorkester und Salonen bei mir erste Wahl. Und das seit Jahrzehnten. Ende der Achtziger war das eine meiner ersten CDs überhaupt. So plastisch und zupackend - außen knusprig, innen saftig - hab` ich das seither nie wieder gehört. Danske dynamite - frisch aus Schweden. Bei der Zwei und der Vier habe ich ebenfalls schwer einholbare Favoriten, beim Rest schwanke ich noch.
Joe Dvorak (05.12.2022, 01:42): Puh! Die 3. hatte ich nie recht im Hoerfeld und diese Aufnahme zeigt warum. Das ist im letzten Satz schon hart an der Grenze zur Romantikschmonzette und wird nach hinten raus sehr pathetisch. Ich habe allerdings den Verdacht, dass man das nicht so dirigieren, resp. spielen muss und frage daher jemanden, der sich damit auskennt: Vielleicht würde Dir Thomas Jensen mehr liegen? Warum, siehe Beschreibung. Die Danacord-Box kenne ich, aber ich glaube die 3. habe ich daraus nicht gehoert. Die zaehlt(e) mit der 2. zu den ungeliebten Werken des Daenen. Aber mit mehrmaligem Hoeren (nach Mann folgte noch Salonen) entspannt sich das Verhaeltnis.
@Joe Dvorak
seit Wochen juckt es mir im Innenohr, einen "idealen" Nielsen-Zyklus zu starten. Deine Initialzündung zeigt Wirkung: Im Falle der Ersten sind das Sveriges Radios Symfoniorkester und Salonen bei mir erste Wahl. Und das seit Jahrzehnten. Ende der Achtziger war das eine meiner ersten CDs überhaupt. So plastisch und zupackend - außen knusprig, innen saftig - hab` ich das seither nie wieder gehört. Danske dynamite - frisch aus Schweden. Bei der Zwei und der Vier habe ich ebenfalls schwer einholbare Favoriten, beim Rest schwanke ich noch. Salonens Erste ist auch bei mir die Nummer eins. Vermutlich ist das der Erstbegegnungseffekt. Alle spaeter gehoerten Aufnahmen wirkten auf mich zu langsam und zu schwer. Dagegen wirkt Salonens Vier zu leicht, da war Karajan der Erstkontakt. Einen idealen Zyklus koennte ich wegen der genannten Luecken nicht nennen, aber die Fuenfte hat mit Chung und Horenstein gleich zwei "ideale" Interpreten und bei der 6. kaeme der o.g. Thomas Jensen zum Einsatz.
Andréjo (05.12.2022, 12:40): kurz @ Sfantu und Korngold:
Als Korngold-Verehrer würde ich mich schon sehen. Auch seine tote Stadt gehört für den Opern-Muffel dazu - wobei da das Libretto respektive der Kurzroman von Georges Rodenbach sowie der lokale Hintergrund keine geringe Rolle spielen.
Einst habe ich mich in einem anderen Forum den Kennern gegenüber blamiert (und insofern dazugelernt) mit der naiven Feststellung, Korngold habe erst im Exil Filmmusik gemacht, vorher ernste Musik, die aber schon ein wenig nach Filmmusik klinge. Natürlich ist es genau umgekehrt und darauf musste ich erst gestoßen werden: Die Filmmusik ist reiner Korngold. Wenn aber ein noch lange nicht Erwachsener schon seinen verbindlichen Stil gefunden hat - wie etwa in der Sinfonietta, op.5, des kaum 15-Jährigen, dann hat das Wunderkind-Konzept noch einmal mehr Berechtigung als im Falle Mozarts.
Doch ich stimme Dir zu: Die exklusive Beliebtheit des Violinkonzerts habe ich nie begriffen, selbst wenn ich gerne zugestehe, dass es mit raffinierten Mitteln der Orchestrierung arbeitet. Um wie viel interessanter sind da sein Klavierquintett oder die späte Sinfonie oder das geniale Klavierkonzert für die linke Hand. Meiner Meinung nach halt.
Das Sextett will ich nachher mal wieder hören. :thumbup:
:) Wolfgang
Sfantu (05.12.2022, 16:28): @Andréjo
merci für Deine Ergänzungen. Vielleicht hatte ich den falschen Eindruck erweckt, ich betrachtete den Hollywood-Korngold als Schmalzpinsler und den Prä-Hollywood-Korngold als vergeistigten E-Musiker. Die Spreu-und-Weizen-Lese beziehe ich auf die gesamte Schaffensspanne. Die fis-moll-Sinfonie beispielsweise schätze ich ebenfalls während mir die frühe Sinfonietta schon ein Zuviel des Sentiments bietet und einen zu dicken Klang aufweist. "Violanta" und "Die tote Stadt" kann ich bei passender Stimmung resp. nach tauglichem mentalen Training gelegentlich ebenfalls mit Gewinn hören. Die cpo-4CD-Edition mit Orchesterwerken hatte ich vor Jahr und Tag noch als Einzelausgaben. Mit mindestens der Hälfte des Inhalts konnte ich mich partout nicht anfreunden weshalb ich sie beizeiten spendete. Doch sein Sextett machte nun wahrlich tiefen Eindruck auf mich. Viel Herzerfrischung beim Wiederhören!
Da ist Leben drin. So straff und wuchtig habe ich das noch nie gehoert. Hier uebertrifft der herausragende Dirigent Swensen den guten Solisten Swensen. Auch die Tschechische Suite op. 39 ist ein mitreissendes Fest.
Joe Dvorak (06.12.2022, 01:15):
Next Generation Mozart Soloists Vol. 2 Ziyu He (Violine, K. 216), Theo Plath (Fagott, K. 191), Melodie Zhao (Klavier, K. 175), Mozarteum Salzburg, Howard Griffiths
Ein schoenes Konzept. Bei den ersten drei Volumina sind jeweils ein Violin- und ein Blaeerkonzert mit einem noch nicht zu Tode gerittenen Klavierkonzert gekoppelt. Auf dem gerade gehoerten Album wird das sehr spitzig dargeboten (ich muss mal wieder zur Erheiterung die bizzarste in einer Rezension gelesene Charakterisierung herausziehen: champagneresque-moussierend ), so wie man es erwartet, wenn Griffith, der auch Vol. 1 & 3 bestreitet, draufsteht. Bemerkenswert ist, dass alle Kadenzen von den Solisten stammen.
Joe Dvorak (07.12.2022, 11:04):
Carl Nielsen - Sletternes sønner, Sange uden ord (Lieder ohne Worte, arr. Peter Jensen) Max Artved (Oboe), Thomas Fonnesbaek (Kontrabass), Søren Møller (Klavier), Den Danske Strygekvartet (Streichquartett)
Wunderbar. Das waere perfektes Repertoire fuer die ECM New Series.
Maurice inaktiv (07.12.2022, 20:00): Einen idealen Zyklus koennte ich wegen der genannten Luecken nicht nennen, Es sind genügend zur Auswahl da. Es schadet nicht, mal bei Thomas Dausgaard nachzuhören, der einmal alle Sinfonien bereits eingespielt hat und nun einen neuen Zyklus mit dem Seattle Symphony Orchestra erneut einen Zyklus einspielen wird. Ich selbst habe vor kurzer Zeit die beiden ersten Sinfonien daraus gehört und fand sie überzeugend gespielt.
Salonen ist eine Bank bei Nielsen, das war zur erwarten. Ob jedem jetzt alle Werke gleich gute interpretiert gefallen, sei mal dahin gestellt. Übrigens hat Adrian Leaper einen erstaunlich brauchbaren Zyklus für Naxos mal eingespielt. Alan Gilbert und Paavo Järvi haben jeweils einen hervorragenden Nielsen-Zyklus eingespielt, Gennadij Roshdestvensky, den man bei Nielsen immer gerne übersieht, hat ihn auch eingespielt. Blomstedt, Berglund.....Probiert aus, wer bei welcher Sinfonie euch am meisten zusagt.
Einzelaufnahmen, wie etwa die Vierte unter Karajan oder Bernstein sind weitere Highlights bei Nielsen.
Sfantu (07.12.2022, 20:51): @Maurice
mit dem "idealen Zyklus" war nicht eine Gesamtaufnahme, von wem auch immer, gemeint. Sondern: wer spielte die beste Erste, Zweite, Dritte, Vierte, Fünfte, Sechste ein? Es könnten dabei bis zu sechs verschiedene Orchester und/oder Dirigenten genannt werden.
Maurice inaktiv (09.12.2022, 02:36): mit dem "idealen Zyklus" war nicht eine Gesamtaufnahme, von wem auch immer, gemeint. Sondern: wer spielte die beste Erste, Zweite, Dritte, Vierte, Fünfte, Sechste ein? Es könnten dabei bis zu sechs verschiedene Orchester und/oder Dirigenten genannt werden. Okay. Dann kann man trotzdem aus den erwähnten Aufnahmen was finden. Letzten Endes hat ja eh jeder seine eigene Ansichten, was denn der "beste Zyklus" sein soll. Übrigens ziemlich komisch, vom "besten Zyklus" zu sprechen, denn dazu müsste man selbst alle Einspielungen wirklich kennen.
Sfantu (09.12.2022, 09:43): Übrigens ziemlich komisch, vom "besten Zyklus" zu sprechen, Ja, find' ich auch. Drum schrieb ich ja auch "idealer Zyklus"
denn dazu müsste man selbst alle Einspielungen wirklich kennen. Und selbst dann bliebe ja "bester" eine subjektive Einschätzung. "Ideal" ist dagegen etwas abgemildert, da eine Spur offenkundiger subjektiv.
Andréjo (09.12.2022, 11:53): Also für mich ist der ideale Zyklus der beste und umgekehrt ... Oder aber der beste Zyklus ist immer noch nicht ideal ... Oder noch härter: Der ideale Zyklus ist der einzig objektiv beste ...
Aber ich bin kein Schweizer ...
So ganz nebenbei und gewiss nicht todernst ...
^^ ;)
Sfantu (09.12.2022, 12:21): ...und freilich ebensowenig von mir ernst gemeint. Hatte "ideal" schlussendlich im Sinne Hörwitzens gemeint.
Andréjo (09.12.2022, 15:00): Alles klar - wenn Hörwitz kein Subjekt ist - wer dann ...
a-way (09.12.2022, 16:17):
- The Sound of Erik Satie / die von Aldo Ciccolini gespielten Kompositionen - The Best of Erik Satie / Karl-Andreas Kolly, Klavier
Maurice inaktiv (09.12.2022, 22:07):
Carl Nielsen : Sinfonie Nr. 2
New York PO , Alan Gilbert
Ich hatte mal das große Glück, den ganzen Zyklus für unter 11 Euro zu erwerben incl. Versand. Ein sehr hörenswerter Zyklus, in brillanter Aufnahmequalität dazu.
Andréjo (09.12.2022, 23:44):
Carl Nielsen : Sinfonie Nr. 2
New York PO , Alan Gilbert
Ich hatte mal das große Glück, den ganzen Zyklus für unter 11 Euro zu erwerben incl. Versand. Ein sehr hörenswerter Zyklus, in brillanter Aufnahmequalität dazu. Stimmt - dieses Glück hatte ich auch. Wobei ich mich nicht mehr an den genauen Preis erinnere. Und in der Tat sind das schöne Einspielungen, die bei diverser Konkurrenz gut mithalten können.
EDIT: :thumbsup: Gefunden, da bei amazon markiert! Es war im Februar 2019 und es waren gut zehn Euro einschließlich Porto. Da müssen wir zusammengearbeitet haben!
Maurice inaktiv (10.12.2022, 10:03):
Siegmund von Hausegger : Barbarossa
Norrköping SO , Antony Hermus
wer die Spätromantik mag, wird sich hoffentlich auch mit von Hauseggers Musik mal beschäftigt haben. Seine "Natursymphonie" und eben "Barbarossa" stehen ganz in dieser Tradition. Das hier zu hörende "Barbarossa" wurde am 08.Dezember 1898 begonnen zu komponieren und wurde am 03.September 1899 beendet. Am 21.März 1900 fand die Uraufführung in München mit dem Kaim-Orchester statt, den späteren Philharmonikern. von Hausegger dirigierte sie selbst. Es wurde ein beeindruckender Erfolg. (alles findet man im tollen Booklet von CPO).
Stimmt - dieses Glück hatte ich auch. Wobei ich mich nicht mehr an den genauen Preis erinnere. Und in der Tat sind das schöne Einspielungen, die bei diverser Konkurrenz gut mithalten können.
EDIT: Gefunden, da bei amazon markiert! Es war im Februar 2019 und es waren gut zehn Euro einschließlich Porto. Da müssen wir zusammengearbeitet haben! Ja, das hatten wir in der Tat. Es waren auch nur um die 30 Minuten, in denen man die Box so günstig angeboten hatte. Es haben dann gleich mehrere User von Capriccio zugeschlagen. :D Eines der schönsten Einkäufe bei Amazon, das muss ich zugeben. Eine wirklich wunderbare GE der Werke. :beer
Maurice inaktiv (10.12.2022, 11:17):
Eivind Groven : Sinfonien Nr.1 & 2
Kristiansand SO , Peter Szilway
Eivind Groven (1901-1977) muss eine beeindruckende Person gewesen sein. Er konnte bereits früh eine Weidenföte und die berühmte Hardangerfiedel spielen, die in seiner norwegischen Heimat in der Volksmusik ihren Platz hatten. Schon in jungen Alter brachte er sich selbst das Noten lesen und schreiben bei und schrieb die gehörte Volksmusik auf. Diese frühen Aufzeichnungen sollten später die berühmten Bände der Norwegischen Volksmusik werden.
Er wurde zunächst Lehrer, ehe er 1925 begann als freischaffender Musikwissenschaftler und Komponist zu arbeiten. Von 1931-1950 arbeitete er für den Norwegischen Rundfunk, eine Tätigkeit, die er nur in der Besatzungszeit durch die Nazis unterbrochen hat.
Seine Kompositionen basieren in großen Teil auf jene Volksmusik, die er früher selbst niedergeschrieben hatte. Seine 1.Sinfonie schrieb er im Auftrag des Norwegischen Rundfunks. Sie entstand 1937, wurde aber 1959 revidiert. Sie wurde 1947 in New York mit großem Erfolg uraufgeführt.
Seine 2.Sinfonie wurde 1938-1943 geschrieben und 1947 in Trondheim mit großem Erfolg aufgeführt. 1964 erkrankte Groven an Parkinson, doch er wirkte weiter al Komponist.
Amonasro (10.12.2022, 18:27):
Jean-Joseph Cassanéa de Mondonville/Claude-Henri de Fusée: Titon et l'Aurore
Titon - Reinoud van Mechelen Aurore - Gwendoline Blondeel Palès - Emmanuelle de Negri Éole - Marc Mauillon Amour - Julie Roset Prométhée - Renato Dolcini
Les Arts Florissants, William Christie
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (10.12.2022, 23:53):
Johannes Brahms - Sinfonie Nr. 2 D-Dur, op.73 Turku Sinfonie Orchestra, Leif Segerstam
Sehr breite Tempi, nuechtern, dunkel - frei von Romantizismen. Das ist sicher nicht jedeslgbtqixs Sache, aber meine ist es ganz und gar.
Joe Dvorak (11.12.2022, 00:07):
Eivind Groven : Sinfonien Nr.1 & 2
Kristiansand SO , Peter Szilway
Eivind Groven (1901-1977) muss eine beeindruckende Person gewesen sein. Er konnte bereits früh eine Weidenföte und die berühmte Hardangerfiedel spielen, die in seiner norwegischen Heimat in der Volksmusik ihren Platz hatten. Schon in jungen Alter brachte er sich selbst das Noten lesen und schreiben bei und schrieb die gehörte Volksmusik auf. Diese frühen Aufzeichnungen sollten später die berühmten Bände der Norwegischen Volksmusik werden.
(...)
Seine Kompositionen basieren in großen Teil auf jene Volksmusik, die er früher selbst niedergeschrieben hatte.
(...) Das klingt sehr interessant, drum hoere ich das jetzt.
Joe Dvorak (11.12.2022, 10:00): Astreiner Tip, Maurice!
Ich habe die Erste nochmal gehoert, diesmal in dieser Aufnahme, die ein bisserl lichter und transparenter, weniger 'dramatisch' als die vorherige ist:
Eivind Groven - Sinfonie Nr. 1, op 26 "Innover viddene (Towards the Mountains)" Stavanger SO, Eivind Addland
Das ist eine regelrechte Farbenschlacht und koennte auch als Konzert fuer Orchester durchgehen. Wer bei der Sonntags-Matinee die erste Trompete zu spielen hat, bleibt am Abend zuvor trotz der deprimierend langen nordischen Winternaechte besser nuechtern.
Andréjo (11.12.2022, 12:05): Muss ich den mir vorher völlig unbekannt gewesenen Groven Eivind jetzt auch schon wieder ins Haus schaffen?
Scherz ... Freilich1
Amonasro (11.12.2022, 14:11):
CD1: L'Amoureus Tourment
Guillaume de Machaut: Loyauté que point ne delay Anonymus: De cuer je soupire Anonymus: Lai de la Pastourelle Jehan de Lescurel: Comment que, pour l'éloignance Guillaume de Machaut: Ay mi!
Marc Mauillon (Gesang) Pierre Hamon (Flöte, Trommel) Vivabiancaluna Biffi (Fiedel)
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (11.12.2022, 23:08): Astreiner Tip, Maurice! Gerne. Das war aber nicht das erste Mal, dass die Scheibe bei mir gelaufen ist. Es gibt zum Glück mehrere Einspielungen. Da mich die von Naxos aber überzeugt hat, wollte ich auf die hochpreise BIS-Scheibe verzichten.
Muss ich den mir vorher völlig unbekannt gewesenen Groven Eivind jetzt auch schon wieder ins Haus schaffen? Nein, nur bestellen. Dann wird er Dir ins Haus geliefert. Musst nix tun als selbst bestellen und zahlen. Die Pizza wird si auch geliefert. :D
Scherz ... Freilich1 Das sagen sie alle, aber dann kommt die Neugierde durch und schon zuckt der Finger :thumbsup:
:beer
Joe Dvorak (12.12.2022, 07:39):
Scherz ... Freilich1 Das sagen sie alle, aber dann kommt die Neugierde durch und schon zuckt der Finger :thumbsup: :beer Das Netz und seine Uneindeutigkeit... Ich hatte den Zusatz so verstanden, dass die vorhergegangene Frage eine rhetorische war -ein Scherz- und dass der Unbekannte selbstverstaendlich -freilich!- ins Haus geschafft wird.
Ich bin auf die Aufloesung gespannt. :hello
Joe Dvorak (12.12.2022, 07:54): Auf Anregung von Toni:
Georg Philpp Telemann - Violinkonzerte (Vol. 2 der Kompletteinspielung) Elizabeth Wallfisch, L'Orfeo Barockorchester
Fuer Fans ist das eine weitere Grosstat von cpo. Ich frage mich oft, wie sich das rechnet. Gibt es da -wie bei den grossen Labeln- ein paar Megaseller, die solche Exoten subventionieren oder finden sich auf der Welt wirklich genug Ethusiasten, die zumindest die Kosten wieder reinbringen?
Andréjo (12.12.2022, 12:31): Scherz ... Freilich1 Das sagen sie alle, aber dann kommt die Neugierde durch und schon zuckt der Finger :thumbsup: :beer Das Netz und seine Uneindeutigkeit... Ich hatte den Zusatz so verstanden, dass die vorhergegangene Frage eine rhetorische war -ein Scherz- und dass der Unbekannte selbstverstaendlich -freilich!- ins Haus geschafft wird. Ich bin auf die Aufloesung gespannt. :hello Joe hat Recht, aber ich kann mit allen möglichen Deutungen leben. :P
(Was nicht heißt, dass die Uneindeutigkeit des Netzes nicht immer wieder auch zu ärgerlichen Missverständnissen führen kann. Das ist hier aber gewiss nicht relevant.)
Euch eine schöne Zeit!
:hello Wolfgang
Maurice inaktiv (12.12.2022, 18:39): Das Netz und seine Uneindeutigkeit... Ich hatte den Zusatz so verstanden, dass die vorhergegangene Frage eine rhetorische war -ein Scherz- und dass der Unbekannte selbstverstaendlich -freilich!- ins Haus geschafft wird. Joe hat Recht, aber ich kann mit allen möglichen Deutungen leben. Was nicht heißt, dass die Uneindeutigkeit des Netzes nicht immer wieder auch zu ärgerlichen Missverständnissen führen kann. Das ist hier aber gewiss nicht relevant. Richtig. Ich wollte den Wolfgang einfach nur ein wenig necken. Deshalb auch das Smiley entsprechend dazu. :D :rofl
Ich wünsche euch auch eine schöne Zeit, etwa mit Holz hacken, Schnee schippen und zwischendurch Glühwein trinken. :saint:
Amonasro (12.12.2022, 22:31):
Johannes Ockeghem:
Missa L'homme armé Missa Quinti Toni
Beauty Farm
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (13.12.2022, 07:08):
Johan Svendsen : Norwegische Rhapsodien Nr.1-4, Sigurd Slembe, op. 8
Latvian NSO , Terje Mikkelsen
Die bei CPO als 3-CD-Box aufgelegte Rehe mit den Orchesterwerken von Johan Svendsen wurde zuvor bereits in Einzelveröffentlichungen von La Vergbe Classics veröffentlicht. Ich kann die Box durchaus empfehlen, auch weil es hier einige Raritäten zu hören gibt, etwa die komplette zweite CD mit den Orchesterwerken, die keine Sinfonien oder Rhapsodien sind. Was fehlt, ist etwa das Violinkonzert.
Bei den Sinfonien gibt es mehr als nur sehr gute Alternativen, etwa die CD mit dem jungen Mariss Jansonss oder auch die Naxos-Einspielung unter Bjarte Engeset, der auch eine wunderbare Einspielung mit den Rhapsodien bei Naxos veröffentlicht hat.
Als Eröffnung des Tages bei hier -7 Grad der ideale Tagesbeginn.
a-way (13.12.2022, 12:27):
Arnold Schoenberg Pelleas und Melisande + Erwartung* Anja Silja*, Sopran Philharmonia Orchestra, Robert Craft
Amonasro (13.12.2022, 23:09):
Guillaume de Machaut: Le Remède de Fortune
Qui n'aroit autre deport Tieus rit au main qui au soir pleure
Marc Mauillon (Gesang) Vivabiancaluna Biffi (Gesang, Fiedel) Angélique Mauillon (Harfe) Pierre Hamon (Flöte, Trommel)
Gruß Amonasro
Maurice inaktiv (14.12.2022, 10:11):
Luis Humberto Salgado: Sinfonien Nr.4,5 & 9
Cuenca SO, Michael Meissner
Die 3-CD-Box von Brilliant Classics mit den Sinfonien des aus Ecuador stammenden Komponisten sind wahres Neuland für mich. Es sind die ersten Einspielungen seiner Sinfonien. als Gesamtaufnahme überhaupt. Sehr spannend, fesselnd und immer wieder auch mit den Einflüssen seiner Heimat versehen.
Für Raritätenliebhaber genau richtig.
a-way (14.12.2022, 12:58): Der italienische Komponist Sergio Rendine (geb. in Neapel, 1954), verdankt die Existenz dieser beiden Sinfonien der Ermutigung des Dirigenten Marzio Conti. Sinfonien scheinen heute ja ein schwieriges Terrain, ob der großen Vorgaben der Vergangenheit und anderer Tücken und Fallstricke, weswegen es etwas Überredung brauchte. "Die Zweite Sinfonie „Andorrana“ wurde von der Staatsregierung von Andorra und der Crèdit Andorrà Foundation für das ONCA, das Nationale Staatsorchester, als musikalisches Werk in Auftrag gegeben, das die Kultur und Traditionen des Fürstentums repräsentiert." (aus dem Booklet) Rendine hat für die "Andorrana" viel traditionelle andorranische Musik gehört, zu ihr gelesen und sich auch von Photos inspirieren lassen, um dann drei "Incipits" aus diesen 3 Bereichen zu wählen, aus denen heraus sich die Komposition gestaltet. Weitere seiner Kompositionen sind in den Bereichen Ballett und Kammermusik zu finden. Z. B. eine, von den italienischen Radiosendern RAI Radio 1 & 3, in Auftrag gegebene, auf "Alice im Wunderland" basierende, radiophone Oper in 126 Episoden. Incipits sind - soweit ich es überblicke - eröffnende Worte von Texten, dürfte im Kontext der Sinfonie weiter gefasst zu verstehen sein, und bei Radiophonie geht es um Schallerregung durch Einwirkung eines unterbrochenen Lichtstrahls. Die Schwingungszahl des Tons und die Zahl der Lichtstrahlunterbrechungen / sek. ist identisch. (Falls Bedarf an genaueren Infos dazu - ich blicke es noch nicht so richtig. Am besten selbst gucken.) Die Musik an sich gefällt mir aufs erste Hören.
Sergio Rendine - Sinfonien Nr. 1, 2006 & 2 (Andorrana), 2007 Orquestra Nacional Clàssica d'Andorra, Marzio Conti
Maurice inaktiv (14.12.2022, 19:43): Die Musik an sich gefällt mir aufs erste Hören. Die Hörproben bei JPC haben mich nicht wirklich neugierig gemacht. Schade, denn es hat erst mal interessant geklungen, was so hier und auch in den Medien geschrieben wurde. Doch das ist nur meine, bescheidene Meinung dazu.
a-way (14.12.2022, 21:43): Die Hörproben bei JPC haben mich nicht wirklich neugierig gemacht. Schade, denn es hat erst mal interessant geklungen, was so hier und auch in den Medien geschrieben wurde. Doch das ist nur meine, bescheidene Meinung dazu. Ja, schade :hello , hoffe nicht zu schlimm . Welche Medien meinst du? Vielleicht entdecke ich ja noch etwas, was nicht im Booklet steht. Höre mich nämlich gerade weiter beim Komponisten um.
Zugegebenermaßen nicht direkt zeitlich passend, auch wenn für meine Ohren manche Passagen fast schon weihnachtlich klingen. Um die 6. Minute des 1. Parts klingt es nun eher wüst. Sehr wuchtig und expressiv, glaube ich. Der Gesang ist für eine Passion auch sehr interessant, gerade auch im Übergang. Eine Heavy Metal-Kennerin bin ich mitnichten, hatte in einem Part aber eine kurze Assoziation in die Richtung. Sergio Rendine schreibt, dass diese Musik aus je Fleisch, Nerven, Gefühlen + Geist sei, und ist der Meinung, dass jeder, der denken würde geistliche Musik sei ausschließlich von oder für "den / dem Geist" geschrieben, diese Komposition nicht verstehen würde. Als intuitiv, nicht-intellektuell bezeichnet er dieses Werk auch. Wie auch immer - seit längerem wieder etwas, das mich musikalisch anspricht und in einen Dialog zieht und so steige ich jetzt tiefer ein. Macht sehr konzentriert und das eher sprechgesangorientierte und die Perkussion mag ich auch, hat teils etwas Archaisches.
Sergio Rendine - Passio et Ressurectio
Voice in Orologio della Passione: Nando Citarella Speaker: Manuele Morgese Mezzosoprano: Damiana Pinti Folk Voices: Emanuela Loffredo and Elio Tacconelli Soprano: Lucilla Galeazzi Saxophone: Pierpaolo Pecoriello Flute: Gabriele Di Iorio Percussion: Maurizio Trippitelli
Chorus and Orchestra of the Marrucino Theatre, Chieti, Marzio Conti
Maurice inaktiv (14.12.2022, 23:52): Ja, schade , hoffe nicht zu schlimm . Welche Medien meinst du? Vielleicht entdecke ich ja noch etwas, was nicht im Booklet steht. Höre mich nämlich gerade weiter beim Komponisten um. Es gibt Hörschnipsel bei JPC von der CD. Auf Amazon gibt es eine Rezension, die ich zumindest mal für lesenswert erachte. Das ist mehr, als ich erwartet hätte. Weiter habe ich mich nicht umgeschaut.
Amonasro (15.12.2022, 17:48):
Marin Marais: Stücke aus den Pièces de viole Bücher II-V
Paolo Pandolfo (Gambe) Thomas Boysen (Theorbe, Barockgitarre) Mitzi Meyerson (Cembalo)
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (16.12.2022, 02:03):
Erkki-Sven Tüür - Sinfonie Nr. 6 "Strata" & Doppelkonzert "Noēsis" Jörg Widmann (Klarinette), Carolin Widmann (Violine), Nordic SO, Anu Tali
Maurice inaktiv (16.12.2022, 10:34):
Lars-Erik Larsson: Orchesterwerke, Vol.1
Helsinborg SO, Andrew Manze
Leider ist die Serie zur Zeit vergriffen, trotzdem möchte ich die Werke mal wieder dem Forum ans Herz legen. Ich habe von CPO auch nur diesen ersten Teil davon erwerben können, aber sonst die alten BIS-Einspielungen unter Hans-Peter Frank bei den beiden ersten Sinfonien. Die Dritte müsste ich nachschauen. Bei BIS hat sie Sten Frykberg eingespielt.
Maurice inaktiv (16.12.2022, 13:14):
Amy Beach : Symphony E minor , "Gaelic", op. 32
Nashville SO, Kenneth Schermerhorn
Ich habe schon lange nicht mehr aus meiner Kiste mit den amerikanischen Komponisten nachgeschaut. Daher heute mal wieder was aus der Richtung. Das Klangbild könnte etwas breiter sein, das ist der einzige Kritikpunkt, den ich hier habe.
Auf das Klavierkonzert verzichte ich mal wieder. Irgendwie mag ich keine Klavierkonzerte mehr. Fragt mich bitte nicht warum.
Andréjo (16.12.2022, 15:28): :D Nein, Maurice, ich frage nicht, auch wenn es bei mir tendenziell eher umgekehrt der Fall ist.
Das Werk von Amy Beach kenne ich in der Aufnahme aus der großen Box mit den romantischen Klavierkonzerten bei Brilliant. Es sind ältere Vox-Aufnahmen. Beach ist nun nicht die spannendste Musik daraus und auch nicht die klanglich beste Produktion. Wenn man allerdings ganz großen Wert auf klangliche Perfektion legt, empfielt sich die ganze Box nicht. Ich möchte sie indes für recht vieles, was enthalten ist, nicht missen. Die Hauptrolle spielt der unlängst verstorbene Deutsch-Amerikaner Michael Ponti.
Es spielen Mary-Louise Boehm und das Westfälische Sinfonieorchester unter Leitung von Siegfried Landau.
:hello Wolfgang
Amonasro (16.12.2022, 21:55):
François Couperin:
Le Parnasse ou L'Apothéose de Corelli
Concert instrumental sous le titre d'Apothéose composé à la mémoire Immortelle de l'incomparable Monsieur de Lully
Monica Huggett (Violine) Chiara Banchini (Violine) Ton Koopman (Cembalo) Hopkinson Smith (Theorbe) Bernard Hervé (Sprecher) Jordi Savall (Gambe)
Gruß Amonasro
Joe Dvorak (16.12.2022, 22:58):
Johann Sebastian Bach - Cembalokonzerte (Originalversionen und Adaptionen Vol. 1) Mario Sarrechia (BWV 1055, 1053 & 1062), Bart Naessens (Cembalo, BWV 1062), Sara Kuijken (Violine, BWV 1041), La Petite Bande, Sigiswald Kuijken
Wenn Kuijken draufsteht, dann ist in der Regel Qualitaet drin - die Ausnahmen muss ich noch finden. Wenn Cembalokonzerte draufsteht, heisst das nicht, dass nur Cembalokonzerte drin sind. BWV 1041 wird in der Originalversion gespielt.
Joe Dvorak (16.12.2022, 23:03): Auf das Klavierkonzert verzichte ich mal wieder. Irgendwie mag ich keine Klavierkonzerte mehr. Fragt mich bitte nicht warum. Ich frage nicht, aber kann es verstehen, bzw. mir geht es genau so. :beer
Maurice inaktiv (16.12.2022, 23:30): Ich frage nicht, aber kann es verstehen, bzw. mir geht es genau so. Oh, ein Verbündeter. Ich bin echt überrascht jetzt. Ja, es ist komisch bei mir. Ich mag im Jazz das Klavier sehr, freue mich auf Oscar Peterson oder auch einige der mehr modernen Pianisten, aber in der Klassik kann ich mit den oftmals ewiglangen Klavierpassagen nur wenig anfangen. Dabei hatte und habe ich richtig tolle Einspielungen hier zur Verfügung. Der Funke wollte am Ende nicht überspringen.
Joe Dvorak (17.12.2022, 00:36): Ich frage nicht, aber kann es verstehen, bzw. mir geht es genau so. Oh, ein Verbündeter. Ich bin echt überrascht jetzt. Ja, es ist komisch bei mir. Ich mag im Jazz das Klavier sehr, freue mich auf Oscar Peterson oder auch einige der mehr modernen Pianisten, aber in der Klassik kann ich mit den oftmals ewiglangen Klavierpassagen nur wenig anfangen. Dabei hatte und habe ich richtig tolle Einspielungen hier zur Verfügung. Der Funke wollte am Ende nicht überspringen. Auch hier herrscht Uebereinstimmung. Im Jazz mag ich das Klavier sehr gerne. In der Klassik gelten meine Vorbehalte vor allem den Werken aus der Romantik. Die Grenze ist bei Beethovens Drittem erreicht -das gefaellt mir allerdings richtig gut- dann wird es erst ab 1950 wieder interessant. Vermutlich verpasse ich da einiges an hochwertiger Musik, aber man kann sich in einem Leben nicht alles mit Gewalt 'erarbeiten' ... wozu auch?
Joe Dvorak (17.12.2022, 11:28):
Johann Sebastian Bach - Konzerte fuer 2, 3 und 4 Orgeln, BWV 1060, 61, 61, 64 & 65 Frédéric Rivoal, Marie-Claire Alain, Olivier Vernet, Bruno Morin, Collegium Baroque, Nicolas Mazzoleni
Maurice inaktiv (17.12.2022, 11:43): Auch hier herrscht Uebereinstimmung. Im Jazz mag ich das Klavier sehr gerne. Manchmal erstaunlich, wie sich doch so unterschiedliche Hörgewohnheiten wie wir sie haben, dann doch wieder an bestimmten Stellen absolut einig
In der Klassik gelten meine Vorbehalte vor allem den Werken aus der Romantik. Die Grenze ist bei Beethovens Drittem erreicht -das gefaellt mir allerdings richtig gut- dann wird es erst ab 1950 wieder interessant. und schon wieder uneinig sind.
Ich mag die Romantik und Spätromantik bekanntermaßen sehr, finde aber die Konzerte, so toll sie auch sein werden, zu langatmig. Vielleicht fehlt mir dazu auch die berühmte innere Ruhe, das kann durchaus so sein. Ich finde die Solo-Werke von Grieg wunderbar, gerade die kurzen Stücke, eigentlich müssten wir auch die Werke von Debussy liegen, da ich den Impressionismus die letzten Jahre sehr zu schätzen gelernt habe, aber auch das Zeugs geht nicht an mich heran.
Andréjo (17.12.2022, 16:50): Ja, das hat gewiss mit innerer Ruhe zu tun. Man hat sie nach dem Berufsleben häufiger und leichter. Was ich wirklich konzentriert an mich herankommen lasse, das gefällt mir fast immer sehr oder fasziniert mich noch mehr. Ziemlich gleich, wie das vorher war, wenn oft mit halbem Ohr geschehen. Ausnahmen bestätigen die Regel und natürlich gibt es es gewisse Geschmacksgrenzen oder es sollte sie geben. Doch selbst so läppisches Zeug wie ein Albert W. Ketelbey sagt mir dann zu. Ich genieße die spezifische Atmosphäre, entwickle Bilder dazu und dann muss auch wieder Schluss sein ... :D
:) Wolfgang
Amonasro (17.12.2022, 21:28):
Guillaume de Machaut: Le Remède de Fortune
Joye, plaisance, et douce nourreture En amer a douce vie Dame, de qui toute ma joie vient Dame, a vous sans retollir Dame, mon cuer en vous remaint
Marc Mauillon (Gesang) Vivabiancaluna Biffi (Gesang, Fiedel) Angélique Mauillon (Harfe) Pierre Hamon (Flöte, Trommel)
Gruß Amonasro
a-way (18.12.2022, 12:40): Über eine „Missa Rorate coeli desuper (Tauet, ihr Himmel, von oben)“ (Joseph Haydn zugeschrieben, evtl. 1749 oder 50 komponiert)-Vertonung, bin ich auf die Sopranistin Judith Nelson aufmerksam geworden. Deswegen jetzt Händel. Gueveras Musik ist neu für mich und ich verirre mich auf der Suche nach seinem Vornamen, aber das soll mich jetzt nicht von der Musik ablenken.
Georg Friedrich Händel 4. No, di voi non vuo fidarmi, HWV 189 Emma Kirkby, Sopran; Judith Nelson, Sopran; Susan Sheppard, Cello; Christopher Hogwood, harpsichord 5. / 6. Nella stagion che di viole e rose, HWV 137 - Nella stagion che … Ride il fiore - Così la ninfa … Tergei il ciglio lagrimoso Emma Kirkby, Sopran; Judith Nelson, Sopran; Christopher Hogwood,harpsichord
Guevera: Ay luna que reluzes Montserrat Figueras; Hespèrion XX, Jordi Savall
a-way (18.12.2022, 13:11):
Giacomo Carissimi - Music in Rome, circa 1640
Vanitas vanitatum a 5 - "Contemptus Mundi" Historia Jephte a 6 (Jephte: Vincent Bouchot; Filia: Alena Dantcheva)
Ensemble Européen William Byrd, Graham O'Reilly
Philidor (18.12.2022, 20:00): Das höre ich gerne im Winter:
Jean Sibelius: Lemminkäinen-Suite op. 22
Finnish Radio Symphony Orchestra Hannu Lintu
Amonasro (18.12.2022, 22:48):
Jean-Baptiste Lully:
Dies Iræ De Profundis Te Deum
Sophie Junker, Judith van Wanroij, Matthias Vidal, Cyril Auvity, Thibaut Lenaerts, Alain Buet (Solisten) Chœur de Chambre de Namur Millenium Orchestra, Cappella Mediterranea; Leonardo García-Alarcón
Gruß Amonasro
a-way (19.12.2022, 10:31): Mit Verdi chronologisch bin ich nicht weitergekommen (nach Stiffelio), deswegen dachte ich mir, genauer zu Wagner zu sehen, vielleicht, so gut es geht, auch chronologisch. Die ersten vertonten Werke sind verschollen, einige Fragmente habe ich bisher nicht auf Datenträger gefunden und so steige ich mit WWV 15 ein. Jetzt auch in Gänze, zunächst hatte ich mich bei Gretchen am Spinnrade festgehört.
Richard Wagner -
aus WWV 15 Sieben Kompositionen zu Goethes Faust (Arr. f. Kammerorchester Andreas N. Tarkmann): - 6. Gretchen am Spinnrade, 1831 - Maria Riccarda Wesseling, Mezzosopran Kammerphilharmonie Graubünden, Marcus Bosch
aus Goethes Faust in der Musik WWV 15 Sieben Kompositionen zu Goethes Faust 1. Lied der Soldaten 2. Bauer unter der Linde 3. Branders Lied 4. Lied des Mephistopheles ("Flohlied") 5. Lied des Mephistopheles 6. Gretchen am Spinnrade 7. Melodram ("Ach neige, du Schmerzenreiche")
edit - vor lauter Hören doch glatt vergessen, die Interpreten, usw. anzugeben, also hier jetzt noch:
Mechthild Bach, Sopran; Thomas Laske, Bariton; Markus Hadulla, Klavier Heidelberger Madrigalchor, Gerald Kegelmann
Joe Dvorak (19.12.2022, 11:03): In der Klassik gelten meine Vorbehalte vor allem den Werken aus der Romantik. Die Grenze ist bei Beethovens Drittem erreicht -das gefaellt mir allerdings richtig gut- dann wird es erst ab 1950 wieder interessant. (...) und schon wieder uneinig sind. Ich mag die Romantik und Spätromantik bekanntermaßen sehr, finde aber die Konzerte, so toll sie auch sein werden, zu langatmig. Vielleicht fehlt mir dazu auch die berühmte innere Ruhe, das kann durchaus so sein. Ich finde die Solo-Werke von Grieg wunderbar, gerade die kurzen Stücke, eigentlich müssten wir auch die Werke von Debussy liegen, da ich den Impressionismus die letzten Jahre sehr zu schätzen gelernt habe, aber auch das Zeugs geht nicht an mich heran. Das sind wir uns auch in der Uneinigkeit einig. Meine Vorbehalte gelten dem romantischen und spaetromantischen Klavierkonzert; bei den Solowerken gibt es Ausnahmen, namentlich ...Trommelwirbel... Grieg und Satie, wobei -bevor es vom virtuellen Namensvetter Haue gibt- schnell betont sei, dass letzterer lediglich zeitlich in diese Epoche faellt.
Da bekomme ich jetzt gleich Lust drauf:
Erik Satie - Klavierwerke Aldo Ciccolini (Aufnahmen der 80er)
Daraus eine Auswahl von CD Nr. 3 "Studies" mit Werktiteln wie Aperçus désagréables und The Dreamy Fish.
Maurice inaktiv (20.12.2022, 17:56): Edvard Grieg - Lyrische Stücke das ist ganz hervorragende Musik. Ich kenne diese Interpretation nicht, aber ich hatte mir mal von Brilliant Classics die GE mit Hakon Austbo gekauft. Die hat mir sehr gut gefallen.
Andréjo (21.12.2022, 00:31): Edvard Grieg - Lyrische Stücke das ist ganz hervorragende Musik. Ich kenne diese Interpretation nicht, aber ich hatte mir mal von Brilliant Classics die GE mit Hakon Austbo gekauft. Die hat mir sehr gut gefallen. Das sehe ich genauso. Ich habe mir auch diese Brilliant-Ausgabe gekauft und mittlerweile alles zumindest ein einziges Mal gehört - oft mit Noten im Internet. Der Schwierigkeitsgrad ist recht unterschiedlich.
Was mich beim Hören verblüfft hat, ist die Originalität und auch Modernität mancher Nummern, die von der Volksmusik ausgehen. Ob das auch für die Lyrischen Stücke gilt, habe ich nicht mehr so genau in Erinnerung.
:) Wolfgang
Joe Dvorak (22.12.2022, 03:38):
Joseph Haydn - Sinfonien D-Dur, Hob. I:31, 70 & 101 Scottish Chamber Orchestra, Robin Ticciati
Amonasro (22.12.2022, 18:15):
Jean-Baptiste Lully: Grands Motets
Quare fremerunt O Lachrymae Dies irae De profundis
Véronique Gens (Sopran), Brigitte Vinson (Mezzosopran), Hervé Lamy (Tenor), Jean-Paul Fouchécourt (Tenor), Peter Harvey (Bass) Le Concert Spirituel, Hervé Niquet
Gruß Amonasro
a-way (23.12.2022, 10:38): Das Frühwerk Wagners macht bisher wirklich Spaß. Noch sehr komprimiert, klar fokussiert und Räume eröffnend. Prägnante Interpretation, die Aufnahmen würde ich bedenkenlos empfehlen; ein Impuls, der bei mir selten ist.
Tobias Koch, Pianoforte & Leitung Magdalena Hinterdobler, Sopran; Mauro Peter, Tenor; Peter Schöne, Bass Männer-Doppelquartett des Madrigalchors der Hochschule für Musik und Theater München (Johannes Buxbaum)
Joe Dvorak (24.12.2022, 00:07): Nun also durch indirekten Fremdeinfluss induziert:
Ludwig van Beethoven - Violinkonzert D-Dur, op. 61 Vilde Frang, DKP Bremen, Pekka Kuusisto
Joe Dvorak (24.12.2022, 01:41): 8o Hoert euch diesen langsamen Satz an. Ludwig van Beethoven - Violinkonzert D-Dur, op. 61 Vilde Frang, DKP Bremen, Pekka Kuusisto
Amonasro (24.12.2022, 08:55):
Jean-Baptiste Lully:
Dies irae O Lachrymae De profundis
Les Épopées, Stéphane Fuget
Die beiden jüngeren Aufnahmen des Dies irae von Alarcon bzw. Fuget gefallen mir besser als die im Vergleich zu glatte Aufnahme Niquets, der dafür das stimmschönste Sängerensemble zur Verfügung hat. Beide sind deutlich langsamer als Niquet, aber trotzdem sehr unterschiedlich. Fugets empfinde als eher meditativ, Alarcons Live-Aufnahme lebt eher von dramatischen Kontrasten. Dazu passt auch, dass letzterer anstelle eines dritten Trauerstücks das sehr feierliche Te Deum gewählt hat. Beide Aufnahmen ergänzen sich gut, meine Präferenz ist im Moment (allerdings nur mit hauchdünnem Vorsprung) Alarcon.
Ich wünsche allen Foristen frohe Weihnachten und erholsame Feiertage.
Gruß Amonasro :hello
Maurice inaktiv (24.12.2022, 13:54):
Georg Ph. Telemann : Christmas Cantatas , Vol. 2
Collegium Vocale Siegen Hannoversche Hofkapelle Ulrich Stötzel
Sfantu (25.12.2022, 12:39): Neu in meiner Sammlung diese ganz eigene, lohnende Weihnachtsmusik:
Frank Martin
Le Mystère de la Nativité
Barbara Locher, Sopran - Eve, Notre Dame Liliane Zürcher, Alt - Elisabeth, Anna Christoph Einhorn, Tenor - Gabriel, Melcior Hans-Jürg Rickenbacher, Tenor - Sathan, Ysambert, Belzébuth, Rifflart Peter Brechbühler, Bariton - Acteur, Astaroth, Pellion, Balthazar Philippe Huttenlocher, Baß - Adam, Joseph Michael Pavlu, Baß - Dieu, le Père, Siméon Rudolf Rosen, Baß - Lucifer, Aloris, Jaspar, Prêtre
Martin legt diesem 1958/59 entstandenen Werk das "Mystère de la Passion" Arnoul Grebans aus der Mitte des 15. Jahrhunderts zugrunde - ein Text, der ein Jahrhundert nach seiner Veröffentlichung verboten und erst 1878 publiziert wurde. Verboten wegen der vielen derb-komödiantischen Elemente, welche Klerus resp. Obrigkeit als gotteslästernd erschienen sein mußten. Irdische Szenen sind häufig volksliedhaft geprägt. Den diversen Ober-und-Unterteufeln sind bizarre Klangwerte der Perkussionsinstrumente zugeordnet, die Tonsprache bewegt sich dort in Richtung Atonalität. Die himmlischen Sphären erscheinen getragen und sind meist pentatonisch dominiert. Über Allem waltet Martins Streben nach Einfachheit und Transparenz. Das Werk hat so seine Längen - die höllischen Szenen bringen noch am meisten Spannung und Unterhaltung. Auch singen die Dämonen kaum, deklamieren eher, teils mit grell-unnatürlicher Prosodie, teils krächzend, teils schreiend. Eine gelungene Mixtur aus Spaß und Ernst, ein facettenreiches Welttheater. Stimmige Darstellung, weiträumig-durchhörbarer, stofflicher Klang.
Sfantu (25.12.2022, 18:37): Vielleicht exemplarisch für die hier bereits beschriebene stilistische Kehrtwende bei Krzysztof Penderecki hörte ich heute eine Aufnahme der 2., eine Aufnahme der 1. und nochmals eine andere Einspielung der 2. Sinfonie. Da wie dort Musik desselben Komponisten. Das, was man zu Gehör bekommt, suggeriert eine Volte rückwärts von 70 bis 80 Jahren Musikgeschichte - vom Sinfonien-Erstling zu seinem 7 Jahre jüngeren Geschwister: die ungebändigt-wilde, phantasiesprühende, jeden Moment spannende Erste hier, die nachtschwarz-nachromantische Zweite dort - nachwagnerische Bedeutungsschwangerschaft, wie sie auch aus den Federn Schmidts oder Wetz` hätte fließen können. Das Auftragswerk für Zubin Mehta und das New York Philharmonic hat mit Weihnachten stimmungsmäßig ein bißchen mehr als nichts zu tun - der Titel ist also grob irreführend. Penderecki soll sich, als er bereits mitten in der Arbeit steckte, an Heiligabend 1979 spontan zu den "Stille Nacht"-Zitatfetzen entschieden haben. Sonst aber handelt es sich um ganz und gar unweihnachtliche Apokalypsen-Klänge. Habe unwillkürlich Endzeit-Bilder von zerbombten Städten oder Leichenbergen vor Augen.
Sinfonie Nr. 2 "Weihnachts-Sinfonie" (1980)
Wielka Orkiestra Symfoniczna Polskiego Radia i Telewizji w Katowicach - Jacek Kasprzyk (LP, muza (Polskie Nagrania), 1981)
In einem Satz 29`46
Sinfonie Nr. 1 (1973)
London Symphony Orchestra - Krzysztof Penderecki (LP, Hörzu, 1973)
In einem Satz 30`54
Sinfonie Nr. 2 "Weihnachts-Sinfonie" (1980)
Orkiestra Polskiego Radia i Telewizji w Krakówie - Krzysztof Penderecki (LP, EMI, 1984)
In einem Satz 34`37
Man beachte die stattlichen 5 Minuten, welche sich der Komponist mehr Zeit nimmt für seine Zweite als kurz zuvor Jacek Kasprzyk. Das macht bei einem Werk dieser Länge schon einen spürbaren Unterschied. Und es unterstreicht den tragisch-hyperromantischen Duktus noch einmal mit dickem Pinselstrich. Die EMI-Platte bietet etwas mehr dynamische Breite als die muza-Aufnahme, tendiert gleichzeitig aber leicht zu glasiger Kälte im Gesamtklang (frühe Digitaltechnik halt). Die LP mit der Ersten plus "Anaklasis" ist dagegen ein echt audiophiles Schmankerl (neben dem Umstand, daß die Musik um Welten frischer und originärer klingt).
Fazit > auf der Suche nach noch nicht gehörter "Weihnachtsmusik": Penderecki Zwei unbedingt vermeiden.
Joe Dvorak (26.12.2022, 02:35): Die beiden jüngeren Aufnahmen des Dies irae von Alarcon bzw. Fuget gefallen mir besser als die im Vergleich zu glatte Aufnahme Niquets (...) Fuget hat auf jeden Fall das beste Cover. 8o
Hier laueft gerade mehr dem Diesseits zugewandte Musik:
Edvard Grieg - Lyrische Stücke (Auswahl) Heidi Kommerell (Fortepiano, N. Streicher 1829)
Lieder ohne den Reisser Op. 54/6 ("Klokkeklang"), den ich von diesem Instrument gerne gehoert haette.
Sfantu (26.12.2022, 12:19):
Henri Rabaud
Orchesterwerke
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz - Leif Segerstam (CD, ursprünglich Marco Polo, 1993. Wiederveröffentlichung auf Naxos Patrimoine)
Ballettmusik aus der Oper "Mârouf, Savetier du Caire" 14`15 La Procession Nocturne 16?41 Suite Anglaise no. 2 7`12 Suite Anglaise no. 3 8`55 Eglogue 5`18 Divertissement sur des Chansons russes 12`57
Der Stil Rabauds (1873-1949) ist konservativer als etwa der seines Zeitgenossen Ravel - anders als jener war er mehr Bewahrer als Neuerer. Die Stimmungen sind mehrheitlich hell, die Sprache leicht und grazil ohne belanglos zu wirken. Ein Vergleich mit Faure scheint mir naheliegend. Diesen beerbte er als Direktor des Conservatoire (1920-40). Daneben war er als Dirigent tätig, an der Pariser Opéra, kurzzeitig auch als Chef des Boston Symphony Orchestra (1918/19). Geschmackvolle Darbietung durch das Ludwigshafener Orchesters und Leif Segerstam. Die Englischen Suiten zaubern unerwartet eine festlich-weihnachtliche Stimmung.
Sfantu (26.12.2022, 19:00):
Carl Heinrich Graun
Weihnachtsoratorium (Text: Anonymus)
Ingrid Schmithüsen, Sopran Lena Susanne Norin, Alt Markus Schäfer, Tenor Klaus Mertens, Bariton
Rheinische Kantorei
Das Kleine Konzert - Hermann Max (CD, cpo, 1999)
TT 73`25
Ganz bezaubernd durch das abgerundete Maß aller Mittel erfreut dieses geschmackvolle Werk. Festliches Hochbarock mit einzelnen Reverenzen an den empfindsamen Stil (bspw. im engelsgleichen Duett Sopran-Alt gegen Ende "Herr, in Frieden will ich sterben"). Pauken, Trompeten sowie Holzbläser-Soli werden sparsam und gezielt platziert. Die zum Teil virtuosen Arien werden souverän gemeistert und erwärmen die freudig-erregten Ohren. Das Timbre von Frau Schmithüsen tendiert stellenweise ins quietschend-enge Mädchenhafte. Aber wie stupend und treffsicher meistert sie die teils halsbrecherischen Koloraturen und Intervall-Sprünge! Charaktervoll gestaltend Klaus Mertens in seiner Arie "Abgrund krache, Tod erzittre". Die auch hier fordernden Koloratur-Läufe bringen ihn fast an die Grenze des Machbaren, was die Atem-Sprech-Koordination angeht - aber eben nur fast. Alle übrigen Beteiligten gestalten einnehmend. Eine hoch erfreuende, runde Sache!
Dunkel dagegen die Quellenlage, wie Booklet-Textautor Peter Wollny betont. Stilistische Vergleiche legen eine Entstehung vor Grauns Berufung in das Amt des königlich preußischen Kapellmeisters nahe, also eher aus seiner Braunschweiger oder sogar Dresdner Zeit.
Sfantu (26.12.2022, 19:26): `
Claude Debussy
Nocturnes
New England Conservatory Chorus Boston Symphony Orchestra - Claudio Abbbado (LP, DG, 1970)
Nuaages 7`42 Fêtes 5`57 Sirènes 5`57
Meine (vorläufig?) neue erste Wahl in Sachen Debussy-Nocturnes. Süffiges, pointiertes Musizieren, toller Orchester-Klang und eine satte, dynamisch weite Aufnahme-Technik lassen die Zunge schnalzen - à la bonne heure! Exemplar auf der Ravel-Seite leider nur G+.
Joe Dvorak (27.12.2022, 07:15): Noch so einer, den ich offenhoerbar zu Unrecht nicht beachte:
Heinrich Schütz - Auferstehungshistorie, SWV50 & Motetten SWV 56-60 Heinrich Schütz Chor, Consort of Viols, London Cornett & Sackbut Ensemble, Roger Norrington
a-way (27.12.2022, 11:00):
W. A. Mozart - Krönungsmesse KV 317
Katharina Konradi, Sopran; Sophie Harmsen, Alt; Steve Davislim, Tenor; Krešimir Stražanac, Bassbariton Chor des Bayerischen Rundfunks Akademie für Alte Musik Berlin, Howard Arman
Maurice inaktiv (28.12.2022, 14:12):
Vasily Kalafati : Symphonie in a-moll, op. 12 (1899-1912), Legende, op. 20 (1928), Polonaise in F-Dur, op. 14 (1905)
Philharmonisches Orchester Athen , Byron Fidetzis
Vasily Kalafati (1869-1942) ist ein Zeitgenosse von Richard Strauss, wurde auf der Krim in der Stadt Yevpatoria geboren. Die Stadt hat heute um die 120.000 Einwohner und liegt auf der Westside der Krim. Er verstarb 1942 in der Nähe von Leningrad, als die Stadt von den deutschen Truppen belagert wurde.. Er ist wohl Russischer Staatsbürger griechischer Abstammung gewesen, wenn ich das richtig gelesen habe.
Er studierte von 1892-1899 Komposition bei Rimskij-Korsakow und Orchesterleitung bei Nikolai Galkin. Ab 1892 lebte er in St. Petersburg. Später war er Dozent im Konservatorium von St. Peterburg (1901-1929). Einer seiner Schüler war Igor Stravinsky gewesen.
Seine Musik finde ich gut geschrieben, aber nicht außergewöhnlich. Auch kann ich nicht wirklich einen russischen Einfluss erkennen. Das Ganze ist absolut tonal gehalten, ohne auch nur mal ansatzweise moderne Züge anzunehmen. Allerdings bin ich auch noch bei der Sinfonie, die 1928 geschriebene Legende muss ich noch hören.
Die Sinfonie wurde nur wenige Tage vor der Einspielung in Athen vom gleichen Orchester/Dirigenten uraufgeführt (08.01.2017). Keines der Werke scheint zuvor in Russland je aufgeführt worden zu sein. Die Polonaise wurde wohl in der Saison 1913-1914 mit dem Minneapolis Symphony Orchestra unter Emil Oberhoffer in den USA aufgeführt.
Ich kann die Werke nicht wirklich auch nur einem Komponisten so direkt zuordnen. Sie scheint bei den Aufführenden in den besten Händen zu sein, aber mir fehlt einfach das Persönliche darin. Ich kann auch keine griechischen Einflüsse erkennen.
Joe Dvorak (29.12.2022, 05:59):
Heinrich Schütz - Musikalische Exequien, SWV 279-81 Jan Kobow, Alsfelder Vokalensemble, Himlische Cantory, I Febiarmonici, Wolfgang Helbich
Maurice inaktiv (29.12.2022, 08:50):
"A Carol Symphony"
Bryan Kelly: Improvisatons on Christmas Carols Victor Hely-Hutchinson . A Carol Symphony Peter Warlock : Bethlehem Down, a carol for strings Philip Lane : Wassail Dances Patric Standford : A Christmas Carol Symphony
City of Prague Philharmonic Orchestra , Garvin Sutherland
Etwas verspätet, aber heute hatte ich darauf mal Lust, diese süffige CD mit diversen britischen Weihnachtsmusiken. Man muss das nicht mögen, aber für die Weihnachtszeit ist das sicher absolut ok. Außerdem lässt Garvin Sutherland das Ganze wirklich wunderbar spielen. Das ist natürlich nicht mit Bruckner oder Mahler zu vergleichen, aber die Musik wurde auch für einen völlig anderen Anlass geschrieben, bzw. zusammengestellt.
Amonasro (29.12.2022, 21:10):
Richard Wagner: Tristan und Isolde
Tristan - Wolfgang Windgassen Isolde - Birgit Nilsson König Marke - Josef Greindl Kurwenal - Erik Saedén Brangäne - Grace Hoffmann Melot - Fritz Uhl Ein Hirt - Hermann Winkler Ein Steuermann - Egmont Koch Junger Seemann - Josef Traxel
Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Wolfgang Sawallisch 1958
Gruß Amonasro
a-way (30.12.2022, 03:53): Also Wagner konnte ganz bestimmt nicht nur überbordend opulent und gewaltig, obwohl es mir, beim fast ausschließlichen Opernhören, manchmal so vorgekommen ist.
Richard Wagner
- aus Complete Piano Music: Eine Sonate fur das Album von Frau Mathilde Wesendonck, WWV 85 Piano Sonata in A WWV 26 Op.4 ‘Große Sonate’ Piano Sonata in B flat WWV 21 Op.1 Fantasia in F sharp minor WWV 22 Op.3 Polonaise in D WWV 23a Polonaise for piano four hands in D 5’18 WWV 23b Op.2* Piano Sonata in A WWV 26 Op.4 ‘Große Sonate’, III.
Pier Paolo Vincenzi, Federica Ferrati *, Klavier
- aus Overtures: König Enzio (Ouvertüre zu Ernst Raupachs historischem Trauerspiel in fünf Akten, WWV 24A) Malaga Philharmonic Orchestra, Alexander Rahbari
Maurice inaktiv (30.12.2022, 13:04): Vor einer Stunde
#1.820
Hector Berlioz: Symphonie fantastique, op.14 & Scene d'amour aus "Romeo et Juliette2, op.17
RSO Saarbrücken, Stanislav Skrowaczewski
Eine rundherum gelungene Einspielung. Der alte Skrowaczewski war schon ein exzellenter Dirigent. Leider kam er erst sehr spät so richtig in die Spur.
Maurice inaktiv (30.12.2022, 14:05):
Carl Nielsen : Sinfonien Nr.2 & 3 AD: September 1989 (Nr.2) & Dezember 1989 (Nr.3)
San Francisco SO, Herbert Blomstedt
Herbert Blomstedt ist zur Zeit der letzte "große, alte Dirigent", der die 90 bereits überschritten hat. Jahrgang 1927 wurde er als Sohn schwedischer Einwanderer in Springfield/USA geboren. Er war sowohl 10 Jahre Chef in Dresden und anschließend in San Francisco, anschließend war er Nachfolger von Kurt Masur in Leipzig von 1998 bis 2005.
Als Dirigent kennt man ihn mit Werken von Brahms, Bruckner, Beethoven, Schubert, Mozart, von Weber, Hindemith, Carl Orff Dvorak, aber auch von nordischen Komponisten, etwa Franz Berwald, Wilhelm Stenhammar, Carl Nielsen, Jean Sibelius und Edvard Grieg.
Maurice inaktiv (31.12.2022, 13:16):
Arnold Schönberg : Verklärte Nacht, op. 4 & Pelleas und Melisande, o. 5
Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan
Für MICH eine der Sternstunden von Herbert von Karajan und seinen Berliner Philharmonikern. Den Streichern muss man dabei auch ein riesengroßes Kompliment machen.
Sfantu (31.12.2022, 19:59):
Friedrich Gernsheim
Sinfonie Nr. 1 g-moll op. 32 Sinfonie Nr. 2 Es-dur op. 46 Sinfonie Nr. 3 c-moll op. 54 "Mirjam" Sinfonie Nr. 4 B-dur op. 62
Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz - Siegfried Köhler (2 CDs, Arte Nova, 1999)
Hatte heute im Jura und in Neuchâtel zutun. Eine Hälfte dieser lange nicht mehr hervorgeholten Gernsheim-Totale hörte ich daher im Auto, die andere daheim. Und es stellt sich wie jedesmal die Frage, weshalb diese famosen Werke weiter derart vernachlässigt werden können. Die ambitionierte, heroische Erste, die pastorale Zweite, die zusammen mit der Vierten vielleicht am ehesten Brahmsisch daher kommt. Die ausgereifte bis abgeklärte Vierte. Die programmatische Dritte - in ihrer dramatischen Verve für mich zusammen mit der späten Sinfonischen Dichtung "Zu einem Drama" op. 82 die Höhepunkte des Gernsheimschen Orchesterschaffens bildend.
Große Musik!
a-way (31.12.2022, 21:12): Wagners erste vollendete Oper, 5 Jahre nach seinem Tod uraufgeführt.
Richard Wagner - Die Feen
Der Feenkönig - Jyrki Korhonen Ada - Sue Patchell Zemina - Ulrike Sonntag Farzana - Manuela Kriscak Arindal - Raimo Sirkiä Gernot - Artur Korn Lora - Dagmar Schellenberger Morald - Sebastian Holecek Drolla - Birgit Beer Gunther - Frieder Lang Harald - Francesco Ruta Ein Bote - Alessandro Patalin
Orchestra e Coro del Teatro Comunale di Cagliari, Gabor Ötvös
Maurice inaktiv (01.01.2023, 22:58): Friedrich Gernsheim
Sinfonie Nr. 1 g-moll op. 32 Sinfonie Nr. 2 Es-dur op. 46 Sinfonie Nr. 3 c-moll op. 54 "Mirjam" Sinfonie Nr. 4 B-dur op. 62
Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz - Siegfried Köhler (2 CDs, Arte Nova, 1999)
Hatte heute im Jura und in Neuchâtel zutun. Eine Hälfte dieser lange nicht mehr hervorgeholten Gernsheim-Totale hörte ich daher im Auto, die andere daheim. Und es stellt sich wie jedesmal die Frage, weshalb diese famosen Werke weiter derart vernachlässigt werden können. Die ambitionierte, heroische Erste, die pastorale Zweite, die zusammen mit der Vierten vielleicht am ehesten Brahmsisch daher kommt. Die ausgereifte bis abgeklärte Vierte. Die programmatische Dritte - in ihrer dramatischen Verve für mich zusammen mit der späten Sinfonischen Dichtung "Zu einem Drama" op. 82 die Höhepunkte des Gernsheimschen Orchesterschaffens bildend. Die Frage stelle ich mir bereits seit der Erscheinung der Doppel-CD, weil sie sowohl klanglich, aber auch interpretatorisch sehr gut gelungen ist. Immherin hat sich auch CPO der Werke angenommen. Vielleicht zieht Naxos oder Brilliant Classics nach.