Cetay (inaktiv) (05.08.2018, 15:36): Dann will ich mal anfangen, das neue öffentliche Off Topic Unterforum zu befüllen. Natürlich braucht es auch hier die unvermeidlichen was höre / sehe / lese / mache /... ich gerade jetzt Fäden.
Magic Pie; The Suffering Joy (2011)
Wer die "progressive" Rockmusik-Szene nur ein klein wenig verfolgt, wird wegen dem Coverbild, dem Namen der Gruppe und dem Titel der CD blind auf das Genre "Neo/Retro-Prog" (also etwa 70er Yes, Genesis, ELP im modernisierten Soundgewand mit rudimentären Einflüssen aus anderen Genres) tippen und recht behalten, auch wenn er von dieser Band nie gehört hat. Ich habe lange einen Bogen um die Gruppe gemacht, weil in diesem Subgenre schon seit Jahren nur noch vorhersehbares, generisches Zeugs, das spätestens nach der Hälfte des Albums quälend langweilt, veröffentlicht wurde. Nachdem ich die tollsten Wunderdinge über die Combo gelesen habe, habe ich ihr dann doch einen Versuch gegönnt und es nicht bereut. Auch Magic Pie erfinden das Rad nicht neu, aber das was sie tun, übertrifft - zumindest auf diesem Album, die anderen von ihnen taugen nix - die Vorbilder locker.
Wer die im großen und ganzen brillanten, aber mit Nerv-Faktoren versehenen Flower Kings (bisweilen langatmig und überladen), Spock's Beard (gelegentlich kitschig) und Dream Theater (manchmal prätentiös) kennt und sich vorstellen kann, wie eine exakte Mischung der 3 ohne die genannten Nerv-Faktoren klingt - und wer dies hören möchte, kann es hier tun. Als Würze gibt es einen sehr angenehmen Sänger (auch eine Achillesferse bei den genannten Benchmark- Gruppen) in eher tieferen Lagen mit einer ganz leichten bluesig-rauchigen Note.Die Gruppe hat ein für meinen Geschmack sagenhaftes Gespür für Dramaturgie. Es gibt pathetische mehrstimmig vorgetragene Melodien, hartmetallische Einsprengsel, ultra-virtuose Instrumentalabfahrten, verträumte Klangflächen, Tasten-Bombast und vieles mehr. Sie bleiben exakt so lange in einem Modus, bis es anfängt an den Nerven zu zehren und wechseln dann Stimmung, Tempo, Sound und Komplexität. Alles bleibt schön kohärent, nichts wirkt willkürlich aneinandergeklatscht – die Jungs und Mädels können nicht nur spielen, sondern auch komponieren. Das ergibt eine Spannung, die über 70 Minuten nicht abreißt. Dass es sich um ein Konzeptalbum handelt, also eines, das nicht nur Lieder aneinanderreiht, sondern eine Handlung hat, ist da fast schon selbstverständlich – ebenso, dass es textlich um die essentiellen Fragen unseres Daseins geht. Großes Ohrenkino!
Falstaff (06.08.2018, 00:21):
Branford Marsalis' Version des legendären Stückes von John Coltrane. Ich mag Marsalis ja eigentlich sehr und schätze auch diese Aufnahme. Sie nimmt einen mit, man kann sie gut hören. Aber das ist vielleicht das Problem. Denn letztlich geht es nicht nur um's 'Gut hören'. Mir fehlt die Radikalität des Originals. Aber vielleicht ist das auch ein Zeichen unserer Zeit. Es ist immer alles gut und anständig. Aber das Wagnis, das Hinausgehen, auch die Hemmungslosigkeit im Entdecken und Ausprobieren fehlt so oft. Coltrane wird hier als Klassiker gespielt. Das ist er sicherlich auch, aber er war eben nicht nur klassisch, er war auch radikal modern. Und gerade das fehlt.
:hello Falstaff
Cetay (inaktiv) (16.08.2018, 06:43): Der Niederländer Christiaan Bruin ist sicher einer der talentiertesten Künstler, der in den letzten Jahren die Szene betreten hat. Er spielt Gitarre, Tasteninstrumente, Bass, Schlagzeug und ist ein ganz passabler Sänger. Mit 21 Lenzen hat er im Jahr 2009 unter dem bescheidenen Pseudonym Chris sein erstes Album komplett im Alleingang geschrieben, getextet, gespielt und produziert und danach jedes Jahr ein weiteres abgeliefert bis er fünf im Kasten hatte. Damit war er offenbar nicht ausgelastet, denn er spielte während dieser Zeit noch in vier verschiedenen Bands mit, mit dreien davon nahm er insgesamt vier Alben auf und zwar mit zwei Gruppen als Schlagzeuger und mit der dritten als Keyboarder. Aber irgendwie muss sich Herr Briun immer noch gelangweilt haben und gründete das Projekt Black Codex, für das er innerhalb eines Jahres ein sechseinhalbstündiges Konzeptalbum entwarf, zeichnerisch illustrierte, schrieb, textete, fast im Alleingang einspielte (mit Unterstützung von Gastmusikern an Streich- und Blasinstrumenten - hier käme selbst das Wunderkind an seine Grenzen), selbst produzierte (inklusive Abmischung und Mastering) und das ganze auf acht CDs veröffentlichte. Der Mann ist der personifizierte Schlag ins Gesicht derjenigen, die immer klagen, keine Zeit zu haben... aber das wäre alles Mumpitz, wenn das irgendwelches minderwertiges Zeugs wäre. Ist es aber nicht, wie ich mir gerade hörend beweise:
The Black Codex (aka Christiaan Bruin); The Black Codex (2014)
Ich bin bei CD 5 angelangt. Es braucht eine Weile bis das Projekt so richtig in Fahrt kommt (nicht ganz so schlimm wie bei Wagner ;) ), aber jetzt so in der 3. Stunde hagelt es Höhepunkte (deutlich mehr als bei Wagner :P ).
Falstaff (16.08.2018, 23:01): Heute natürlich Aretha Franklin. Ich habe meine alten Singles wieder hervorgekramt und sie mir angehört. Gekauft noch als Kind, 11 oder 12jährig, haben sie mich sofort fasziniert.
https://www.youtube.com/watch?v=UmjHMUZQ8s0
Das war eine davon.
:hello Falstaff
EinTon (18.08.2018, 14:21): Ich habe jüngst wieder das letzte, extrem sperrige Album der Rock-In-Opposition-Begründer Henry Cow gehört:
Cetay (inaktiv) (20.08.2018, 08:58):
Icon; Urban Psalm - Live ( St Mary-le-Bow church, London, 21.02.2011) John Wetton (Gesang, Bassgitarre), Geoff Downes (Tasteninstrumente), Dave Kilminster (Gitarre), Anne-Marie Helder (Gesang, Flöte), Hugh McDowell (Violoncello), Pete Riley (Schlagzeug)
Cetay (inaktiv) (26.08.2018, 17:10):
Billy Cobham - George Duke Band; Live on Tour in Europe (1976) George Duke (Tasteninstrumente, Gesang), Billy Cobham (Schlagzeug, Perkussion, Synthesizer), John Scofield (Gitarre), Alphonso Johnson (Bassgitarre, Chapman Stick)
Typische Jazz-Rock Fusion aus der zweiten Hälfte der 70er, die sich durch Dukes Vokaleskapaden -unüberhörbar inspiriert von seiner Zeit bei Frank Zappa- und den unverhohlen lustvollen Flirt mit dem Disco-Funk von ähnlichen Produktionen abhebt.
Da bleibe ich dabei:
Coryell / Mouzon; Back Together Again (1977) Larry Coryell (Gitarre), Philippe Catherine (Gitarre), John Lee (Bassgitarre), Alphonse Mouzon (Schlagzeug, Gesang)
Der Blick auf die Rückseite des Covers gibt einen Fingerzeig. Obwohl jedesmal die gleichen vier Musiker am Werk sind, wird zu jedem Titel die Besetzung angegeben und akribisch gelistet, wer die erste und wer die zweite Lead-Gitarre spielt, wer die Rhythmusgitarre, wer das erste und wer das zweite Solo hat... Virtuoses Schaulaufen ohne kompositorischen Tiefgang, wie es bei der Jazz-Rock Fusion der zweiten Hälfte der 70er allzu oft Usus war. Aber es ist hier bei weitem nicht so steril wie bei der Masse von ähnlichen Produktionen und es macht gehörig Laune. Beim Stück Rock 'N' Roll Lovers zieht Coryell als Solist wirklich alle Register... wenn man glaubt es gibt hinten raus keine Steigerung mehr, setzt er noch mal einen drauf - das zieht richtig rein. :D
Sfantu (26.08.2018, 18:50): Die Cobham/Duke-Platte macht mir immer grossen Spass!!!
Cobham hat übrigens seinen Wohnsitz in unserem Dorf. Bloss ward er noch nie gesehen...will wahrscheinlich einfach seine Ruhe.
Cetay (inaktiv) (28.08.2018, 07:58): Oder er ist viel auf Tour. Ich hab ihn einmal live erlebt. Unvergesslich, weil ich zur Hälfte bewusstlos aus dem Saal getragen wurde und danach zwei Wochen im Krankenhaus lag. Dabei hat er gar nicht mal so mies gespielt (er hatte John Mclaughlin und Jack Bruce (!) dabei), es lag an einer Gehirnerschütterung, die ich mir früher am Tag geholt hatte, als ich über eine Bierkiste gestolpert bin. Wilde Zeiten waren das. :D
Mir macht die Platte soviel Spass, dass ich mir jetzt trotz eigentlich abgeschlossener Bevorratung noch das Schwesterprojekt bestellt habe.
The Clarke / Duke Project; Vol. I - III
Sfantu (28.08.2018, 21:18): es lag an einer Gehirnerschütterung, die ich mir früher am Tag geholt hatte, als ich über eine Bierkiste gestolpert bin. Wilde Zeiten waren das. Au Backe! Nur gut, dass Du heute drüber lachen kannst...
Cetay (inaktiv) (01.09.2018, 12:51): 13-14°C, wechselnd bewölkt, Schauerneigung 50%. Da kann man mit gutem Gewissen das Wochende zu Hause abhängen und viel Musik hören.
Los geht es mit:
John Wetton; Arkagel
Wetton hat in den 70ern und 80ern in zahlreichen hochkarätigen Gruppen gespielt und gesungen, am bekanntesten wurde er für seine Engagements bei King Crimson und bei Asia. Auf Solopfaden bevorzugt er schnörkelosen Pop-Rock, freilich hervorragend produziert und erfreulich anzuhören, nicht zuletzt durch lebensnahe Texte mit doppeltem Boden. Ärgerlich ist, dass die Texte nicht im Booklet abgedruckt sind und das illustere Aufgebot an Gästen (u. a. Steve Hackett, Robert Fripp, Martin Orford) nur pauschal genannt wird, aber nicht, wer bei welchem Titel mitspielt. Sicher, Texte wie Musiker kann man auch erhören (Wetton artikuliert britisch klar), aber wenn der Begleittext zur CD diese Informationen nicht mitliefert, gibt es ein Argument weniger gegen Streaming.
Cetay (inaktiv) (01.09.2018, 15:44):
Lange Zeit habe ich mich nicht mehr intensiv mit dem Altsaxophonisten Charlie "Bird" Parker beschäftigt, obwohl ich seinen Ton und seine Spielweise sehr liebe. Er gehört zu den allerwichtigsten und einflussreichsten Jazzmusikern - zusammen mit Louis Armstrong, Miles Davis und John Coltrane bildet er die Großen Vier, die das Gesicht des Jazz nachhaltig verändert haben und prägen. Um einen Überblick über sein Schaffen zu bekommen, eigenen sich die vier gezeigten Scheiben aus der Naxos Jazz Legends Serie bestens. (Dass auf einer davon Miles Davis als Hauptprotagonist zu sehen ist, liegt daran, dass dieser seine frühen Meilensteine fast allesamt im Quintett von oder mit Parker gesetzt hat - bei 16 von 20 Titeln ist "Bird" dabei). Nimmt man noch die beiden Live-Alben Bird at St. Nicks und Jazz at Massey Hall dazu, ist man schon sehr ordentlich ausgestattet.
EinTon (01.09.2018, 19:23): Bei mir charmanter, witzig betexteter, musikalisch gleichzeitig hochkomplexer und "kammermusikalisch" filigran besetzter (3xvoc, b, dr, vib, synth) Artrock aus Strasbourg:
Falstaff (01.09.2018, 21:54): Lange Zeit habe ich mich nicht mehr intensiv mit dem Altsaxophonisten Charlie "Bird" Parker beschäftigt, obwohl ich seinen Ton und seine Spielweise sehr liebe. :times10 :times10 :times10
(Eigentlich sollte das Ding nur 1x auftauchen, aber mein PC verdoppelt gerne mal Buchstaben und Zeichen oder verdreifacht sie. Aber hier habe ich gedacht, schad auch nix. Schließlich geht es um Charlie Parker. :D
LG Falstaff
Falstaff (01.09.2018, 23:33): Nach dem 'Concerto' nun reiner Deep-Purple-Sound. Ich kann mir nicht helfen, aber die ich liebe diese Band einfach. Seit meinen Schultagen, also seit gefühlten 100 Jahren. :D
:hello Falstaff
Cetay (inaktiv) (25.09.2018, 08:26): Wieder zurück im Lande, war das die erste Silberscheibe, die den Weg in die Player-Schublade gefunden hat:
Tom Scott, Intimate Strangers Tom Scott (Lyricon, Saxophon, Gesang, Synthesizer), Richard Tee (Tasteninstrumente), Eric Gale (Gitarre), Hugh McCracken (Gitarre), Ralph McDonald (Perkussion), Steve Gadd (Schlagzeug), Gary King (Bassgitarre)
Eine Sternstunde des Easy Listening Jazz. :thumbsup:
Cetay (inaktiv) (26.09.2018, 19:14): Ich bleibe beim Genre (auch wenn man bei dieser Gruppe an Easy Listening zuletzt denken würde. Doch für ihr letztes Album haben sie diese radikale Wende -für meine Ohren sehr geschmackvoll- vollzogen).
Soft Machine; Land of Cockayne
Sfantu (26.09.2018, 22:03):
Soft Machine - Softs (LP, Harvest, 1976)
Lange nicht mehr aufgelegt. Um die radikale Wende auf "Land of Cockayne" nacherleben zu können, nehm' ich "Anlauf" mit dem Album davor.
Sfantu (27.09.2018, 23:47):
Soft Machine - Land of Cockayne (LP, EMI, 1981)
Easy Listening? Bei Soft Machine??? Ich kann leider nicht umhin, wenn auch ungern, Cetay hier zuzustimmen. Zwar versöhnt die B-Seite ein wenig. Insgesamt ist diese Platte aber eine herbe Ernüchterung angesichts der wilden Berg-& Talfahrten der vorangegangenen Alben. Was hier vorherrscht, ist eine Art Fahrstuhl-oder Kaufhaus-Klangtapete. Dass hiernach Schluss war mit dieser Band, erscheint gleichsam ernüchternd wie nur folgerichtig. Soll ich die Platte nun also in der Sammlung behalten (aus quasi dokumentarischen Gründen)? Oder soll ich Platz für Neues schaffen? In den 90ern habe ich Soft Machine über meinen damaligen Nachbarn kennengelernt. Ich war Anfang 20, er 40. Für mich musste alles jenseits der Klassik laut, punkig & aufwühlend sein. Für Zwischentöne liessen meine Ohren damals keinen Platz. Heute gehe ich mit einem veränderten Sensorium an diese Musik heran. Klaus, wenn Du das hier liest: nach 23 Jahren fällt Deine Missionierung bei mir endlich auf fruchtbaren Boden!
Suchend, fragend, sich wundernd - Sfantu
Cetay (inaktiv) (30.09.2018, 12:40): Wenn du sie nicht behältst und dafür den ganzen Rest, dann haben wir genau umgekehrte Verhältnisse. Obwohl ich alle anderen Soft Machine Alben für "besser" halte, hat bei mir nur Land of Cockayne den Status unverzichtbar erlangt. Warum? Das ist die alte Falle: Wir vergleichen Äpfel mit Birnen, eben weil Soft Machine draufsteht. Aber die Referenzen lauten hier Tom Scott, Eric Marienthal, The Rippingtons, Spyro Gyra, Fourplay - und wie die Easy Listening Fusion / Smooth-Jazz Vertreter alle heißen. Dem Jazz erst mal alle Ecken und Kanten wegzunehmen, so dass auch Schrägton-Phobiker das hören können und wollen, ist das eine. Im Rahmen der sich daraus bezüglich Harmonik, Intonation und Phrasierung ergebenden Beschränkungen das maximal Mögliche herauszuholen, ist das andere. Und hier schneiden Soft Machine verdammt gut ab. Ich kenne wenige Alben aus diesem Genre, die so gekonnt die Grenzen ausloten ohne ebendiese zu überschreiten. Das ist es, was dieses Album in meinen Ohren so unverzichtbar macht.
:times10
Cetay (inaktiv) (30.09.2018, 18:30):
Shining; The Eerie Cold
Herrlich. Ich kenne kein anderes Album, bei dem ich als Hörer erst mal zwei Minuten lang übelst beschimpft werde, bevor es losgeht. Ich würde mir wohl Wunder was einbilden, dieses Album gekauft zu haben, dabei habe ich keine Ahnung von nichts und bin absolut nicht würdig, mir auch nur einzubilden, ich wüsste worum es hier wirklich geht - ein aufrichtiger Todeswunsch und ein F**k you beendet schließlich den verächtlichen Monolog, bei dem man förmlich den Speichel spritzen hört. Ich denke, so mancher Klassik-Interpret -mir kommen da Pianisten aus dem deutschen Sprachraum in den Sinn- würde seinem Publikum gerne dasselbe mitgeben, aber da muss dann doch die Contenance gewahrt werden. :thumbup:
Sfantu (30.09.2018, 19:12): Wenn du sie nicht behältst und dafür den ganzen Rest, dann haben wir genau umgekehrte Verhältnisse. Lieber Cetay,
es bleibt wohl dabei: in unserer Musik-WG würde keiner im Plattenregal des anderen wildern - tolerant & offen für Neues zusammen mit 'nem Clausthaler sich auf dem Hörsofa fläzend. Schafe & Wölfe friedlich beisammen - wir leben eine Vision! :beer
Sfantu (24.10.2018, 08:29):
Nik Bärtsch's Mobile - Continuum (Doppel-LP, ECM, 2016)
Solche Musik fasziniert mich ungemein. Bärtsch verwendet den Titel seines Debut-Albums mit der Formation Mobile, nämlich Ritual Groove Music, auch als quasi Stil-Bezeichnung, so auch für Continuum. Zu der Stamm-Formation von Mobile - neben Bärtsch am Klavier noch 2 Perkussionisten & ein Bass-Klarinettist, kommt hier zusätzlich ein Streichquintett hinzu: in den Modulen 60, 18 & 44. Aus seinem Modul-Fundus (alles Eigenkompositionen von Bärtsch) wird nach Bedarf neu gruppiert, umarrangiert, teils gibt es auch Fusionen / Überlagerungen der Module. Stilistisch gibt es Ähnlichkeiten zu Esbjörn Svensson, nur noch versunkener, sparsamer, dafür aber grösser dimensioniert.
Cetay (inaktiv) (24.10.2018, 17:45): Nach anderthalb Wochen abendlicher Beschallung mit Canto-Pop in unterhaltungsunterdrückender Lautstärke wäre der direkte Sprung zurück zur Klassik zu weit, deswegen habe ich mir als Zwischenbasis für den gerade anstehenden Langstreckenflug eine Playlist mit allen 7 (!) Alben der im Jahr 2008 nach 30 Jahren Pause neuformierten Hawklords zusammengestellt. Das ist für mich die sensationellste Reunion in den letzten Jahrzehnten. Nicht weil sie völlig aus dem Nichts kam, sondern weil sie entgegen allen Erwartungen (ich habe nur und ausschließlich mit dem Allerschlimmsten gerechnet) ein voller Erfolg war. Vor allem das Debut We are One der 2008-Reunion knüpft nahtlos an die alten Glanztaten an und transferiert das behutsam in das moderne Soundgewand der heutigen Zeit. Diese Melange aus Proto-Punk und Psychedelic-Space-Rock ist einzigartig und der neue Sänger ist tatsächlich ein adäquater Ersatz für den unvergesslichen, zu früh verstorbenen Original-Frontmann Robert Calvert. Eines meiner unverzichtbarsten Alben.
EinTon (24.10.2018, 18:53): Nach anderthalb Wochen abendlicher Beschallung mit Canto-Pop Was ist denn Canto-Pop? Ist das chinesischer Pop?
Cetay (inaktiv) (25.10.2018, 17:10): Nach anderthalb Wochen abendlicher Beschallung mit Canto-Pop Was ist denn Canto-Pop? Ist das chinesischer Pop? Genauer süd-chinesischer Pop gesungen in Kantonesisch. Das klingt eigentlich nicht viel anderes als westlicher Pop, nur dass häufig Melodien aus der traditionellen chinesischen Musik verwendet werden.
Cetay (inaktiv) (01.11.2018, 14:30):
Gwar; America Must Be Destroyed
Wie wahr... :thumbup:
tapeesa (05.11.2018, 22:42): Viktoria Tolstoy - My Russian Soul, Vocal Jazz
Cetay (inaktiv) (20.11.2018, 08:05):
Hawklords; Censored (VÖ 2014)
Seit Wochen meine Combo der Stunde. Wie für mich geschrieben, getextet, gespielt und gesungen. Das Label führt sie unter der Subgenre-Bezeichnung Psychedelic/Psych-Rock. Das passt soweit, aber was sie aus der Masse der wabernd und zirpend vor sich hin jammenden Bands aus dieser Ecke heraushebt, ist die Prise von urbritischem 70er-Punk, der neben den einschlägigen Gitarrenriffs durch Sänger Ron Tree eingebracht wird. Ganz meins!
:times10
EinTon (29.11.2018, 14:59): Gerade gehört:
Japanischer, auf fast allen Tracks schlagzeugloser Artpop in der Tradition von Radiohead, Björk etc. von der Sängerin Haco und dem Cellisten Sakamoto Hiromichi. Die Texte sind meist auf japanisch, manchmal aber auch auf englisch.
Thumle (29.11.2018, 15:14): Moin,
den ganzen Tag läuft hier schon die 6-CD-Box "The Private Tapes" von Ash Ra Tempel. Lange Jahre schon OOP, daher keine Bildchen.
Gruß, -hs
putzcilly (30.11.2018, 08:33): Impossible von James Arthur gerade angehört.
kohlmetin (30.11.2018, 09:36): Ich höre auch was ähnliches.. das neuste Album von Sam Smith
Cetay (inaktiv) (08.12.2018, 15:58):
John Coltrane & Johnny Hartman; s/t
John Coltrane (Tenorsaxophon), Johnny Hartman (Gesang), McCoy Tyner (Klavier), Jimmy Garrison (Kontrabass), Elvin Jones (Schlagzeug)
Genre-, Stil-, Epochen- und Geographie-unabhängig einer meiner absoluten Allzeitfavoriten.
Cetay (inaktiv) (11.12.2018, 20:51):
Jim Hall; Concierto
Jim Hall (Gitarre), Chet Baker (Trompete), Paul Desmond (Altsaxophon), Roland Hanna (Kavier), Ron Carter (Kontrabass), Steve Gadd (Schlagzeug)
Eine Besetzungsliste wie ein feuchter Traum.
tapeesa (13.12.2018, 22:04): William Basinski - the disintegration Loops I
(Aber ich weiß nicht genau, in welcher Stilrichtung es zu verorten sein könnte.)
Cetay (inaktiv) (14.12.2018, 08:36):
Dazu fallen mir spontan zwei Fragen ein: Was ist das bitte für eine g**le Per*ersit*t? Und wieso kenne ich das noch nicht?? Zu deiner Frage: Basinski verortet sich selbst im Bereich des experimentellen elektronischen Ambient. Die Grenzlinie zur "klassisch"-modernen Elektronik ist sehr verwischt. Idee und Machart, sowie klingendes Ergebnis der Disintegration Loops (von denen es 4 Bände gibt) lassen sofort an Alvin Lucier denken - und der ist anerkannter Klassiker. Da glaubte ich, dass ich mich mit stark reduzierten CD-Beständen musikalisch langsam aufs Altenteil begeben kann, weil es nach Jahrzehnten von Abenteuerlust keine wirklich substanziellen Neuentdeckungen mehr zu machen gibt. Aber das hier ist höchst substanziell. Danke fürs posten!
dewi (14.12.2018, 14:50): Aufgrund dieses Posts habe ich mir gleich mal das hier besorgt .... Feedback kommt bald! William Basinski + Lawrence English - Selva Oscura https://www.amazon.de/Oscura-William-Basinski-Lawrence-English/dp/B07H85ZHKJ/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1544795700&sr=8-1&keywords=basinski+selva
PS: Wie schafft ihr es, dass Bilder angezeigt werden?
tapeesa (15.12.2018, 11:12): PS: Wie schafft ihr es, dass Bilder angezeigt werden?
Hier http://das-klassikforum.de/index.php?thread/18-bilder-einf%C3%BCgen/
Cetay (inaktiv) (17.12.2018, 02:05):
Jaja, ich weiß, dass ich über diese Combo schon genug gelobhudelt habe. Und ich bin mir bewusst, dass der Klassik-Fachidiot lieber die 486. Neueinspielung von nach Erkenntnisen, die die 485 Vorgänger möglicherweise übersehen haben, abklopft, bevor er sein Ohr mit Klängen aus den Niederungen der "Pop"-Musik beleidigt. Aber ich bleibe dennoch dabei: Die mittlerweile sieben Scheiben der 2008 neu formierten Hawklords sind konzeptuell, textlich und vor allem klanglich das Aufregendste, das mir die letzen 10 Jahre zu bieten haben.
Cetay (inaktiv) (18.12.2018, 13:16): Noch ein Nachtrag vom Sonntag, der erst mal nachwirken musste bevor er nachgetragen werden konnte. Ich habe die Disintegration Loops am Stück und in voller Länge (4:55h) gehört. Der Kritiker von Pitchfork meinte, dass die Stücke in Beziehung zueinander noch mächtiger werden. Und er hat recht. Das ist ein Trip, den man nicht alle Tage erlebt. Wie es sich für Ambient-Musik eigentlich geziemt, kann man das auch nebenher hören. Ich bin also nicht die ganzen 5 Stunden konzentriert im Hörsessel geklebt, sondern habe ab und zu kurz ein Buch zur Hand genommen oder gar in der Küche gewerkelt - aber die meiste Zeit zog mich das dann doch so in den Bann, dass ich mich wieder ganz diesen Klängen widmen musste. Am mächtigsten und am unnachgiebigsten finde ich dlp 1. Das am Morgen um 9, draußen alles eingefroren und verschneit, der Himmel stockgrau... Das schafft Emotionen, eine seltsame Ambivalenz von Trauer und tiefster Zuversicht, die mir eben nicht vom Komponisten reingedrückt werden, sondern durch einen simplen physikalischen Zerfall, der metaphorisch die Vergänglichkeit in Klänge fasst, ausgelöst werden. Was für Musik!
@tapeesa In einer Zeit in der das Unverrückte zur Ausnahme wird, wirkt das Normale pervers. In diesem Sinne gehen wir ganz d'accord.
dewi (28.12.2018, 14:58): So, es ist offiziell. Mit Basinskis Selva Oscura kann ich gar nichts anfangen, fuer mich sind es einfach nur Toene, die unzusammenhaengend im Klangraum rumschweben. Jetzt hoere ich mir die Disintegration Loops an.
Update ... und die sind wesentlich spannender.
dewi (28.12.2018, 15:18): Hier noch meine Musikempfehlung zum Wochenende, Dwiki Dharmawan's fantastisches Album "Pasar Klewer": Moderner Jazz mit sehr gelungenen Verknuepfungen mit javanischen Musikelementen. Die Verbindung ist hervorragend, nicht kitschig, sondern die traumartigen 12ton-Melodien verknuepft mit rockigem Jazz, audiophil porduziert. Eine atemberaubende Reise nach Indonesien und gleichzeitg in einen New Yorker Jazz Club. Cool!
EinTon (06.01.2019, 14:32): Nur 2 Gitarren, Schlagzeug und Sängerin. Auf einem Jazz-Label erschienen, ist aber kein Jazz. Indie-RIO aus Berlin, komplex und trotzdem "ohrenfällig". Erinnert ein wenig an Thinking Plague:
Art Lande (Klavier) / Jan Garbarek (Flöten, Sopran-& Baß-Sax) - Red Lanta (LP. ECM, 1974)
Die idealen Klänge an einem Sonntagmorgen - am Fenster stehend, zu beobachten, wie Regen & Schnee beim Kampf um die Oberhand wetteifern, die weißen Massen der vergangenen Woche tauen & das Grün der Felder, Wiesen & Wälder (vorläufig) wieder hervorkommen zu sehen. Eine beglückende Form des Nichtstuns...
Cetay (inaktiv) (13.01.2019, 13:09): Hach, Red Lanta. Zu Studenten-WG Zeiten lief das Tag und Nacht von vorne bis hinten. Eines meiner absoluten Lieblingsalben seinerzeit. Was dieses Duo and Farben zaubert, wie es unter dem Deckmantel von Schönheit Spannung und Entspannung in der Balace hält, fand ich beglückend. Irgendwann verliehen und nie wiedergesehen, habe ich das Album total vergessen. Danke für die Erinnerung, ich lade es gleich bei Spotify runter. Mal sehen, wie es 30 Jahre später rüber kommt.
Sfantu (13.01.2019, 16:40): Na, dann wünsch' ich viel Freude beim Wiederhören!
Sfantu (19.01.2019, 23:56):
Franz Josef Degenhardt - Kommt an den Tisch unter Pflaumenbäumen (LP, polydor, 1973)
Bei einem letzten Glas & Kerzenschein. Aus einer Zeit, in der radikale Köpfe oft vielleicht nicht weniger wirr waren als heute. Dafür war das, was sie dachten, sagten, sangen: ihre Überzeugungen. & nicht bloß ,wie heute zumeist, reine Etiketten ohne Inhalt. Dies war die Musik meiner großen Geschwister & meiner Alt-68er-Pauker. Wenn ich mich heute auch als freien Geist verstehe - das hier hat mich geprägt.
Diese Singstimme muß nicht schön oder geschult sein & kann einen doch im Innersten packen...
Sfantu (23.01.2019, 11:26):
Lauren Newton - Filigree
Lauren Newton, Stimme David Friedman, Vibraphon Thomas Stabenow, Baß Manfred Kniel, Schlagzeug (CD, hat, 1998. erweitertes Reissue des Debut-Albums Timbre von 1982)
Abgesehen vom hochvirtuosen Klamauk-Stück Conversations höre ich das Album erstmals seit mindestens 10 Jahren - als Vorbereitung auf Adriana Hölszky.
Cetay (inaktiv) (23.01.2019, 18:40): Der Schweizer Extrem-Metal-Künstler Paysage d'Hiver arbeitet seit 20 Jahren an seiner Geschichte über die Winterwelt und veröffentlicht regelmäßig Fortsetzungen über sein Kunsthall-Label. Mittlerweile hat er über 11 Stunden im Kasten. Verpackung und Musik bilden bei den Digibooks eine Einheit, weswegen Downloads nur die halbe Wahrheit sind. Wir hören Ambient-Tastenklänge, Natur-Samples, bis zum weißen Rauschen verzerrte Gitarren und kaum hörbaren, weil weit nach hinten gemischten, dafür umso beklemmender wirkendenden, ultrafiesen Krächz-Kreisch-Gesang - das ist alles sehr repetitiv und minimalistisch und wurde mit einem betont rohem Lo-fi Klangbild produziert. Ich finde es faszinierend, wie hier klirrende Kälte musikalisch evoziert wird. (Wobei man das gerade auch einfacher haben kann, indem man vor die Tür geht. :D )
Mein absoluter Lieblingsteil ist die mit Einsamkeit betitelte Produktion, die allerdings durch ihre einseitige Ambient-Lastigkeit eher untypisch für das Projekt ist. Als bestes Album gilt das selbst-betitelte, aber das ist mir dann doch einen Ticken zu abweisend kalt, sperrig und niederdrückend: Das Cover (rechts oder unten) trifft voll ins Graue.
Cetay (inaktiv) (26.01.2019, 20:43):
Dio; Angry Machines
Anno '96 hat Ronnie James Dio es gewagt, seinen Classic Hard Rock Sound um moderne Elemente zu bereichern und fiel prompt bei Fans und Kritikern durch. Dabei ist das richtig gut. Neophobie gibt es nicht nur in Klassik-Zirkeln...
Cetay (inaktiv) (09.02.2019, 21:18):
Tom Scott & The New York Connection, Live at the Bottom Line (NY, Feb 26-29, 1976) Tom Scott (Tenorsaxophon), Richard Tee (Tasteninstrumente), Eric Gale (Gitarre), Hugh McCracken (Gitarre), Chuck Rainey (Bassgitarre), Steve Gadd (Schlagzeug), Ralph McDonald (Perkussion)
Cetay (inaktiv) (12.02.2019, 17:41):
Duke Ellington Orchestra; The Duke at Fargo 1940 (Live at Fargo (ND) City Auditorium, Nov 7, 1940)
Cetay (inaktiv) (13.02.2019, 19:26): Weiter im Big Band-Fieber geht es zurück an die Anfänge mit dem Fletcher Henderson Orchestra:
The Complete Louis Armstrong with Fletcher Henderson, 1924-25
The Harmony and Vocalion Sessions, Volume 1 & 2, 1925-28
Maurice inaktiv (15.02.2019, 19:25): Feine Sachen.....Ich bin begeistert.
Cetay (inaktiv) (15.02.2019, 20:05): Für die Abend-Session nach Büroschluss bei einem Fläschchen Trollinger warten noch weitere Feinheiten aufs Strömen:
Stan Kenton; Adventures in Time
Thad Jones / Mel Lewis Big Band; Live Session (feat. Eddie Daniels, Joe Farrell, Pepper Adams, ...)
Was für ein Aufgebot... 8o
Cetay (inaktiv) (16.02.2019, 17:49):
Stan Kenton; Adventures in Blues
Die hatte ich gestern noch nachgeschoben. Es ist faszinierend, wie unterschiedlich die Zeit- und Blues-Abenteuer geraten sind, obwohl die Besetzung fast identisch ist und weniger als ein Jahr zwischen beiden Aufnahmen (1961-62) liegt. Die Erste ist abstrakt, experimentell, swingt kaum, kommt ohne memorable Melodien daher und könnte beinahe als Third Stream durchgehen. Die Andere swingt und groovt wie die Sau, steckt voller Ohrwürmer und wirkt wie eine Hommage an die 30er - freilich aufgrund der gemäßigten Tempi und der modernen Arrangements ohne die Tanzband-Attitude der alten Big Bands. Beide Alben gefallen mit außerordentlich gut. Es gibt noch weitere Adventures (in Jazz, in Standards), auf die ich schon höchst gespannt bin. Insgesamt hat Kenton 46 Studio-Alben vorgelegt und er ist nur einer von mindestens zwei Dutzend Jazzorchesterleitern, die man kennen "sollte" - ein reiches Betätigungsfeld, das es umzupflügen gilt.
Um eine CD mit dem u.g. Titel hätte ich bislang -zu Unrecht falsch vorverurteilend- einen großen Bogen gemacht. Aber Kenton hat mich neugierig gemacht und landet auch hiermit bei mir einen Volltreffer.
Stan Kenton; Cuban Fire
Maurice inaktiv (17.02.2019, 09:18): "Cuban Fire" ist eines seiner wirklich besten Alben überhaupt gewesen.
Wer sich über die Jahre 1948 -1962 ein Bild machen möchte, sollte hier zugreifen :
Maurice inaktiv (17.02.2019, 09:20): Und hier bekommt der Hörer in Stereo aus dem Jahre 1956 einen Überblick über Kentons Schaffen der 1940-er Jahre. Teilweise mit den Original-Solisten, in einer wirklich sehr guten Aufnahme-Qualität:
Maurice inaktiv (17.02.2019, 09:22): Third Stream-Kenton ist diese CD mit Bob Graettingers Arrangenents :
Maurice inaktiv (17.02.2019, 09:36): Wer etwas Alternatives in dieser Richtung haben und hören will, sollte mal beim Ex-Kenton-Trompeter Mike Vax stöbern. Er leitet eine Bigband, die aus vielen Ex-Kenton-Musikern besteht und den Sound weiterführt. Kenton selbst hat sich eine auf Tour gehende "Ghost Band" im Testament verbeten.
Cetay (inaktiv) (17.02.2019, 09:53): Third Stream-Kenton ist diese CD mit Bob Graettingers Arrangenents :
Die habe ich heute Nacht gehört und war schwer beeindruckt und begeistert. Das ist in allen seinen vielfältigen Facetten genau meine Teetasse.
Maurice inaktiv (17.02.2019, 10:14): Hallo, Cetay !!
Sag ich doch. Ich muss auf Kenton "Lust" haben, er ist mir zu "heavy" manchmal. Und das sage ich als Trompeter. Seine Trompeten - und Posaunen-Sätze waren aber sowas von klasse gewesen, das ist immer wieder unglaublich anzuhören. Er musste nicht ohne Grund immer ZWEI Lead-Trompeter einsetzen, weil das einfach zu anstregend war, selbst für diese Spitzenleute.
Cetay (inaktiv) (18.02.2019, 08:01): Jetzt mal ein paar jüngere Sachen:
Bob Curnow's L.A. Big Band; The Music of Pat Metheny & Lyle Mays (1994)
Bob Mintzer Big Band, New York Voices; Meeting of Minds (Live, 2018)
Cetay (inaktiv) (18.02.2019, 19:17): Und dann wieder zurück zu den elementaren Anfängen und dem innersten Kern des Jazz-Kulturkanons*:
Count Basie; The Complete Decca Recordings (1937 - 39)
* Die Jazzer tun sich viel leichter als die Klassiker damit, einen solchen Kanon zu definieren. Während jede Klassik-Liste anders aussieht und um jede neue Liste ein großes Geschrei gemacht wird, dass dieses fehlt und jenes nicht hineingehört, sehen die Jazz-Top-X-Listen doch ziemlich ähnlich aus und darüber, welches die wirklich aller-essentiellsten Werke sind, gibt es wenig Debatten.
Cetay (inaktiv) (20.02.2019, 17:19): Das heutige Abendprogramm:
Woody Herman Orchestra; Reunion at Newport (Live, Stadthalle Chemnitz, 1. Nov. 1978)
Dieses Konzert mit dem irreführenden Titel enthält auch zwei Arrangements bzw. Adaptionen aus "unserem" Genre: Faurés Pavane op. 50 und Coplands Fanfare for the Common Man. Danach gibt es Gesang, der noch viel gestelzter und exaltierter ist, als man es von den Klassik-Diven kennt. So überzogen gefällt mir das dann schon wieder:
Count Basie & Sarah Vaughan; (ohne Titel)
tapeesa (22.02.2019, 14:53): Laurie Anderson - Speak my language
Cetay (inaktiv) (22.02.2019, 18:56): Laurie Anderson! Mit scheint, als bringt hier regelmäßig jemand vergessene Erinnerungen an meine Studentenzeit hoch. Den Konzertfilm Home of the Brave haben wir Intellellen abgefeiert wie sonst was. Ich habe gerade auf YT reingeschnuppert - das könnte mir heute immer noch gefallen.
Cetay (inaktiv) (23.02.2019, 07:39):
Frank Sinatra, World on a String Daraus: Live at Altos de Chavón, 1982
Diese Box enthält fünf Konzert-Mitschnitte aus vier Jahrzehnten von den 50ern bis zu den 80ern. Der gerade gehörte Aufritt mit der Buddy Rich Bigband in der Dominikanischen Republik hat Legendenstatus.
Cetay (inaktiv) (24.02.2019, 11:56):
Bill Holman Band, Hommage (Live)
Diese aus zwei Auftritten am 29. Mai 2005 und 26. Mai 2006 in LA zusammengestellte Platte zeigt den fast 80-jährigen Holman als höchst originellen Bigband-Leiter, dessen einfallsreiche Arrangements hier und da entfernt an die motivische Arbeit und den durchbrochenen Satz der alten Wiener erinnern. Das gefällt mir ganz außerordentlich.
Cetay (inaktiv) (03.03.2019, 23:22): Stellvertretend für ein gutes Dutzend Big Band Aufnahmen, die ich in den letzten Tagen mit höchster Befriedigung gehört habe:
Dizzy Gillespie and his Orchestra; A Portrait of Duke Ellington
Christian McBride Big Band; The Good Feeling
Das gefangene Feuer lodert wild weiter. Was für Musik! Und bislang ist das nur ein Kratzen an der Oberfläche. Da wartet eine ganz neue Welt darauf, erhört zu werden. Ich glaube, ich kann die durch die "Kehrtwende" ausgelösten Glücksgefühle unseres palestrina gut nachvollziehen, da ich gerade ähnliches durchmache. Ich habe früher sehr viel Jazz gehört, aber Big Bands wurden -außer den unabdingbaren Sachen von Armstrong, Ellington und Basie- recht stiefmütterlich behandelt. Ein Riesenfehler, der jetzt nach und nach ausgemerzt wird.
Maurice inaktiv (04.03.2019, 22:17): Bigbands sind was Feines, ich habe selbst fünf Jahre in einer gespielt. Doch auf Dauer war es mir zu langweilig, immer nach Noten zu spielen, und dann mal 8 oder 16 Takte Solo spielen zu dürfen. Man muss dazu sagen, ich habe gleichzeitig Lead und Solo-Trompete gespielt, das ist viel Arbeit, aber wenig eigene Kreativität am Ende. Das ist der Nachteil der Bigbands.
Ich gebe Dir mal ein paar Bigbands als "Anstoß-Hilfe" mit auf den Weg:
Clark Terry leitete viele Jahre ein exzellent besetzte Bigband. In ihr spielten alte Hasen wie die Trompeter Jimmy Nottingham, Richard Williams, Dale Carley (Ex-Basie), Mike Vax (Ex-Stan Kenton und Woody Herman) und Willie Cook mit, aber auch Janice Robinson, Sonny Constanzo, Chuck Connors, Jack Jefers an der Posaune, Chris Woods, Altsax/Flöte, aber auch Jimmy Heath, Ernie Wilkins, Frank Wess (Sax, Flöte), Charles Davis (Baritonsax), die Pianisten Duke Jordan, Hilton Ruiz und Horace Parlan, die Bassisten Wilbur Little und Victor Sproles oder die Drummer Ed Soph (Ex-Woody Herman) und Grady Tate mit.
Michele Camilo leitet eine Traumband. Mit viel Latin-Flair, aber auch vielen hochkarätigen Solisten, etwa Michael Philip Mossman, Jon Faddis, Bryan Lynch, Ryan Kyser (Trompeten), Conrad Herwig, Ed Neumeister, Dave Bargeron, Douglas Purviance (Posaunen), Paquito D'Rivera (Altsax), Chris Hunter (Altsax), Crraig Handy (Tenorsax), Gary Smulyan (Baritonsax), Anthony Jackson (Bass), Marvin "Smitty2 Smith (Drums), Giovanni Hidalgo (Congas)
Scott Whitfield (Posaune) gehört zur etwas jüngeren Generation. Hier spielten u.a. Karolina Strassmayer (Altsax,Flöte), die inzwischen in der WDR-Bigband in Köln spielt und der Lead-Trompeter Mike Ponella mit.
Ebenfalls interessant finde ich das American Jazz Orchestra, was damals unter der Leitung von John Lewis (Ex-Modern Jazz Quartett, Dizzy Gillespie) stand. Ein reines "Repertoire-Orchester", aber darin extrem gut. Gerade die Elington-Einspielung klingt mehr nach Ellington als viele andere Bigbands, die das versucht hatten, einschließlich der Ellington-Band (unter Mercer Ellington selbst) selbst.
Die Band hatte eine ziemlich feste Besetzung. So spielten etwa Bob Millikan, Marvin Stamm, John Eckert, Virgil Jones Trompete, Eddie Bert, Benny Powell, Jimmy Knepper, Britt Woodman, Jack Jeffers Posaunen, Jerry Dogion, Norris Turney (auch Flöte), Bill Easley (Klarinette), John Purcell, Loren Schoenberg, Danny Bank Saxophone, Dick Katz (Klavier), John Goldsby (Bass, heute WDR-Bigband) und Ron Carter Bass und zuerst Mel Lewis, dann Dennis Mackrel Drums.
danke für diese tollen Tips. :thanks Ich muss zugeben, dass ich viele der Namen nicht kenne, da ich mich bislang fast nur mit Combo-Jazz befasst habe. Einige sind mir aber aus dieser Ecke geläufig und wenn ich Anthony Jackson (Bass), Marvin "Smitty" Smith (Drums) lese, dann ist die Neugier natürlich sofort geweckt. Jackson ist ein echtes Fass, höchst individuell, aber immer mannschaftsdienlich. Und dazu "Smitty" als Hinterteiltreter, da freue ich mich schon drauf. Mit den Repertoirebands warte ich noch, bis ich die Originale durch habe. Allein Ellington ist mit mindestens 7 essentiellen Alben in den Allzeit-Listen vertreten - ich kenne davon nur vier. Bigbands sind was Feines, ich habe selbst fünf Jahre in einer gespielt. Doch auf Dauer war es mir zu langweilig, immer nach Noten zu spielen, und dann mal 8 oder 16 Takte Solo spielen zu dürfen. Man muss dazu sagen, ich habe gleichzeitig Lead und Solo-Trompete gespielt, das ist viel Arbeit, aber wenig eigene Kreativität am Ende. Das ist der Nachteil der Bigbands. Das kommt auf die Perspektive an. Im Vergleich zu Combo-Jazzern stimmt das schon, aber gegenüber Mitgliedern in Symphonieorchestern ist das Luxus. Die müssen immer nach Noten spielen (außer es steht mal etwas ganz avantgardistisches auf dem Programm), selbst wenn sie ein Solo haben - dazu sind sie hinsichtlich Phrasierung und Intonation im Vergleich zu Jazzmusikern sehr eingeschränkt. Bei modernen Produktionen sind die Soli deutlich länger als 8-16 Takte. Ich denke an die weiter oben gezeigte Hommage (to Woody Herman), bei der der Klarinettist über 20 Minuten fast pausenlos improvisierend im Einsatz ist.
Maurice inaktiv (08.03.2019, 00:27): Bitte sehr !! Gern geschehen !!
Was das Spielen in einer Bigband angeht, doch noch ein paar Sätze meinerseits dazu. Natürlich werden heute die Soli bei "Projekten" oder auch speziellen Stücken nicht mehr auf die 8 - 32 Takte reduziert, aber bedenke bitte, dass heute 16-18 Solisten in einer Profi-Bigband wie jenen vom Funk sitzen. Wenn also EIN Solist dann 20 Minuten Solo-Raum bekommt, bedeutet das, dass die Anderen entsprechend KEINEN Raum für ein Solo haben werden.
Was Du vermutlich auch nicht weißt ist, dass die Musiker noch ein Extra-Geld bekommen, wenn sie an einem Auftritt Soli spielen dürfen (zumindest war das mal so gewesen beim Funk). Entsprechend groß ist der Futterneid, wenn dann nur wenige Musiker am Abend zum Zuge kommen.
Und nein, es kommt nicht auf die Perspektive an. Klassische Musiker (vor allem in Deutschland) können nur selten wirklich (gut) improvisieren. Ich weiß das, weil es mir immer wieder von den Kollegen der Zunft so gesagt wird. Auch wird ein klassischer Musiker sich darüber eher selten einen Kopf machen, denn seine Aufgabe ist eine völlig andere als jene des Jazzmusikers.
Auch hier gibt es aber gerade in den Bigbands Ausnahmen. In der Regel spielt der 2.Trompeter die Soli, der 1.Trompeter die Lead-Stimme (die für das Zusammenspiel und die Phrasierung des Satzes extrem wichtig ist), der 3.Trompeter ist der Vertreter des 1.Trompeters, während der 4.Trompeter die High Notes spielen wird. Natürlich gibt es da viele Abweichungen, aber so ist die Aufteilung gedacht. Sprich, es gibt auch zwei "Tutti-Spieler", die stur nach Noten spielen.
Berühmte Ausnahmen waren z.B. der legendäre Trompetensatz der Benny Goodman-Bigband von Ende 1936 bis Anfang 1939. Da konnten alle drei Trompeter ALLES spielen. Das waren der noch heute bekannte Harry James, Ziggy Elman und Gordon "Chris" Griffin. Sie galt als die beste 3-Trompeten-Section der klassischen Bigband-Ära.
Auch Duke Ellington, Count Basie, Woody Herman und Stan Kenton hatten völlig eigene Vorstellungen davon, während z.B. Glenn Miller und Jimmie Lunceford sich relativ gut an die herkömmliche Aufteilung hielten. Natürlich immer mit Ausnahmen. Bei Miller war vor allem John(ny) Best 1939-1942 für den Großteil der Trompetensoli zuständig, aber hin und wieder auch Billy May (ja, der später sieben Alben mit Frank Sinatra machte). 41/42 spielte auch der Kornettist Bobby Hackett einige wunderschöne Soli bei Miller, u.a. das berühmte Solo von "String of Pears".
Bei Duke Ellington könnte ich Dir locker 20 Alben nennen, die man haben sollte, aber das wäre auch wiederum Anmaßung, daher halte ich mich zurück. Doch man könnte aus jeder Zeit was finden, wobei die Einspielungen ab 1968 spätestens teilweise einfach einfallslos und musikalisch schwach waren.
Cetay (inaktiv) (08.03.2019, 19:41): Zweimal Live-Musik aus Manchester, aber nicht aus England:
Grover Mitchell, Count Basie Orchestra & New York Voices; Live at Manchester Craftsmen's Guild (10. Feb 1996)
Paquito D'Rivera & The United Nation Orchestra; Live at Manchester Craftsmen's Guild (14. Feb. 1997)
Maurice inaktiv (10.03.2019, 09:29): Oh, das United Nations Orchestra, die CD gibts ja auch für einen halben Appel und 'nen Ei. Die habe ich mir gleich gesichert. Danke !!
Cetay (inaktiv) (11.03.2019, 16:47):
McCoy Tyner Big Band; Best of (Turning Point, 1992 & Journey, 1993)
Nach zwei regulären Studio-CDs eine best of zu bringen, wobei 5 von 7 Titeln von einer CD stammen, ist eine Marketingstrategie, die ich nicht wirklich verstehen muss. Aber was soll's - Fly with the Wind ist drauf! Das ist eine meiner liebsten Jazz-Kompositionen überhaupt und die Sextett-Version von Tyners Live-Album The Greeting mit einem völlig entfesselt aufspielenden George Adams gehört zu den absoluten Höhepunkten in meiner Hörliste. Die komponierten Teile wirken in der gerade gehörten Big-Band-Version freilich noch substanzieller. Ich kann mich daran gar nicht satt hören.
Cetay (inaktiv) (11.03.2019, 19:50):
Miles Davis; Kind of Blue (1959) Mobile Fidelty Sound Lab Original Master DSD Transfer
Diese Ausgabe soll eine der best klingendsten SACDs überhaupt sein und dieses Verdikt ist berechtigt. Die drei Bläser stehen felsenfest, klar umissen und lebensgroß im Raum, allerfeinste Anblas-Nuancen sind hörbar und die Klangfarben erscheinen sowas von realistisch. Das ist fast schon spooky. Ich habe damit gerade einem Kaufinteressenten meine hochauflösende Anlage vorgeführt und er hat noch vor dem berühmten Beckenschlag die Hand hingesteckt. Am Mittwoch bringe ich meine CD-Sammlung zum Händler (ich werde berichten) und am Samstag geht dann der für ein Jahr realisierte Jugendtraum in neuen Besitz über. Der Tag der Emigration rückt näher. Unter die Vorfreude mischt sich Melancholie. ..
Gerry Mulligan and the Concert Jazz Band; Live at the Village Vanguard, 1960
Cetay (inaktiv) (16.03.2019, 21:54): Nun heisst es Abschied nehmen. Richtig erwachsene Standboxen, eisern kontrolliert von einem ebenso souverän wie charmant aufspielenden Verstärker, gespeist von einer Quelle, die allerfeinste, für das emotionale Erleben entscheidende Details auseinander klamüsert. Bevor die Kette morgen den Besitzer wechselt, habe ich heute nochmal eine ausgiebige - von einem Fläschchen argentinischen Malbec, gefolgt von einem südafrikanischen Shiraz begleitete - Hörsitzung mit einigen vom Ausverkauf verschont gebliebenen, unverzichtbarsten CDs anberaumt. Was ich dabei (wieder mal) festgestellt habe: Sänger von zeitgenössischer "U"-Musik haben (mir) vielfach mehr zu sagen als "klassisch" ausgebildete Vokalisten, die hunderte von Jahren altes Material nachschöpfen und dabei auch noch durch die Aufführungskonventionen in ihren Ausdrucksmitteln extrem eingeschränkt sind. Asia; Aura Insania; Fantasy - A New Dimension Black Sabbath; Black Sabbath Blacklisted; Heavier than Heaven, Lonlier than God Shining; V - Halmstadt GWAR; America Must be Destroyed Frank Sinatra; The Concert Sinatra, Nelson Riddle (Arrangement & Leitung) Heaven and Hell; The Devil you Know
tapeesa (17.03.2019, 00:53): Tom Waits und Chet Baker.
Cetay (inaktiv) (18.03.2019, 05:52):
Duke Ellington; The Original Decca Recordings (Complete Brunswick and Vocalion Sessions, 1926-1931)
Cetay (inaktiv) (22.03.2019, 19:13): Der Vorurteilsteufel hat mich mal wieder geritten. Lange verband ich mit dem Namen Glenn Miller seichte Musik an der Grenze zum Schlager. Seine Hits In the Mood, Moonlight Serenade und A String of Pearls dürfte jeder schon mal gehört haben - zumindest ausschnittsweise als Untermalung von Werbung oder Berichten oder als Jingle in Radio und TV. Aber das ist eben nur ein Teil der Wahrheit, z.B.entwickelt sich In the Mood im Mittelteil zu einem prächtigen Stück mit Saxophon-Verfolgungs-Soli, einem Trompetensolo und unerwarteten, lang ausgehaltenen Tönen in tiefen Lagen. Auf vielen anderen Stücken ist Millers Bigband so hot wie ihre Zeitgenossen (und präsentiert doch homogenstes Ensemblespiel). Die eben gehörte CD trägt den Titel zurecht:
Glenn Miller; Jazz Moods | Hot (Aufnahmen 1939 - 1944)
Cetay (inaktiv) (23.03.2019, 09:43):
Red Norvo and his Orchestra feat. Mildred Bailey, Terry Allen; Red & Mildred (1938)
Cetay (inaktiv) (23.03.2019, 10:45):
Sauter-Finegan Orchestra; Inside (1953)
Das ist laut meiner Spotify-Spielliste die 60. Bigband-Aufnahme, die ich seit der Infizierung mit dem Virus vor rund 6 Wochen gehört habe und das Fieber geht um kein zehntel Grad zurück. Die gerade Gehörte zeichnet sich durch besonders raffinierte Arrangements mit ungewöhnlichen Klangfarben aus. Das ist sehr abwechslungsreich und bewegt sich manchmal an der Grenzlinie zur Modernen Klassik. Kein Wunder - das Ensemble hat mit Fritz Reiner und dem CSO Liebermanns Konzert für Jazz-Band und Symphonie-Orchester eingespielt. Könnte ich mit den neu geeichten Ohren auch mal wieder hören...
Cetay (inaktiv) (24.03.2019, 18:04):
Jimmie Lunceford; Quintessence (1934 - 1941)
Das Tonträgerunternehmen Frémeaux et Associés hat sich auf die Fahnen geschrieben, das radiophone, musikalische und gesprochene Klang-Erbe gegen das Diktat des Marktes zu verteidigen und in unserem kollektiven Gedächtnis (in Sound Libraries) zu verankern. Dabei arbeitet man mit Museen zusammen, bedient sich fortschrittlichster Restaurationstechnik und wird dafür mit Preisen überhäuft. Die gerade gehörte Box ist ein eindrucksvolles Beispiel. Man hört den Aufnahmen ihr Alter überhaupt nicht an. Es gibt praktisch keine Störgeräusche, ohne dass dies zu Lasten der Farbigkeit oder Dynamik gehen würde. Natürlich ist das immer noch kein High End, aber gemessen an konventionellen Tranfers aus dieser Zeit schlichtweg sensationell. An der künstlerischen, historischen und musikolgischen Bedeutung gibt es eh nichts zu rütteln und an meiner allergrößten Hörfreude sowieso nicht.
:times10
Cetay (inaktiv) (26.03.2019, 18:51): Der vorletzte Abend im Lande mit folgender Klangspur:
Hal McIntyre and his Orchestra; Sherman Sherbert (1944-45)
Kenny Clarke/Francy Boland Big Band; All Smiles (1968)
Cetay (inaktiv) (27.03.2019, 22:51): Ich vergnüge mich während den letzen Stunden in deutschen Landen mit der hinreißenden Sängerin Edythe Wright von Tommy Dorseys Septett. In den 30ern funktionierten die Mechanismen der Plattenindustrie nicht viel anders als heute. Was ankam, waren Dorseys sentimentales (lies: schmalziges) Posaunenspiel und seine süßlichen (lies: kitschigen) Arrangements, also forderte das Label mehr davon und weniger solistische Aktivitäten von Mitgliedern seiner Bigband. Um neben diesen Zwängen ein künstlerisch wertvolleres Ventil zu haben, gründete Dorsey ein kleines Ensemble mit seinen herausragenden Solisten. Ganz ohne Kommerz ging es da freilich auch nicht, deswegen wurde auf fast allen Titeln ein Refrain von der Sängerin übernommen. Das stört zwar oft den musikalischen Fluss (Beweisstücke sind die vier rein instrumentalen Titel, die das allerbeste sind, dass diese Combo hinterlassen hat), aber dem Timbre und der lakonischen Phrasierung dieser unwiderstehlichen Stimme verzeiht man (lies: ich) alles.
Tommy Doresy and his Clambake Seven; Complete Recordings 1935 - 1939
Maurice inaktiv (04.04.2019, 00:46): Ich werde mal ein wenig dazu schreiben.
Thema Glenn Miller
Miller hatte vermutlich die schwächste Rhythmusgruppe der Bigband-Ära. Die Gründe sind recht einfach zu erklären. Sowohl Pianist Chummy MacGregor als auch sämtliche Gitarristen seiner Band bis zur Auflösung 1942 waren äußerst schwach gewesen. Die Bassisten wurden später vielbeschäftigte Studio-Musiker, bzw. spielten in anderen bekannten Bigbands (Rollie Bundock mehrere Jahre mit Les Brown, Mike Rubin und vor allem Trigger Alpert, der auch mit der Army Air Force Band spielte, wurden in den Studios Hollywoods hoch geschätzt). Drummer Maurice Purtill spielte zuvor für Tommy Dorsey, schaffte aber nie den wirklichen Durchbruch. Bei Dorsey war er zu schwach gewesen, bei Miller eine Bank.
Miller hatte das von Dir beschriebene Saxophon-Tutti in "In the Mood" aus einem langen Arrangement von Joe Garland quasi "ausgeliehen", welches Garland für Artie Shaw geschrieben hatte. Shaw spielte das Ganze auch weitaus langsamer als später Miller. Auch Edgar Hayes machte bereits 1938, also VOR Miller, eine Einspielung. Diese war extrem schnell. Miller packte das Stück zusammen, indem er nur den Sax-Teil verwendete.
Der Übergang zu Hal McIntyre ist fließend. McIntyre spielte bis 1942 für eben Glenn Miller, und machte sich dann mit Millers finanzieller Unterstützung selbstständig. Allerdings kamen immer wieder Eingriffe von Miller in die Band, auch höchst eigenartig. Das mache Miller auch mit anderen Bands, die er teilweise zahlte. McInytre kam 1958 bei einem Zimmerbrand ums Leben. Bis dahin schaffte er es, eine geschmackvolle Bigband mit viel Tanzmusik-Einschlag zu halten. Er machte auch in den 1950-er Jahren noch sehr gute Einspielungen.
Tommy Dorsey war einer der größten Konkurrenten Millers, weil Dorsey nicht nur die sentimentalen Stücke beherrschte, sondern auch eine extrem gute Besetzung mit exzellenten Solisten hatte. Das konnte Miller in der Qualität bis 1942 niemals so egalisieren. Vor allem hatte Dorsey in den Drummern Dave Tough und Buddy Rich zwei herausragende Drummer , mit Sid Weiss einen exzellenten Bassisten und mit u.a. Joe Bushkin oder Jess Stacy exzellente Pianisten zu bieten. Bud Freeman spielte Tenorsax, Charlie Shavers, Ziggy Elman, Chuck Peterson, Pete Candoli Trompete, Frank Sinatra sollte zu DEM Star am Sängerhimmel werden. Ab 1939 kam dann der Arrangeur Sy Oliver von der Jimmie Lunceford-Band dazu.
Damit kommen wir automatisch zur Lunsford-Bigband. Diese sollte bis 1950 bestehen, wobei er selbst 1948 plötzlich verstarb. Lunceford hatte eine der perfektesten Bigbands des Jazz zu bieten. Dazu eine perfekte Show, viel Gesang, alles von den Band-Musikern selbst vorgetragen, dazu ausgezeichnete Solisten, eine der swingesten Rhythmusgruppen um Pianist Ed Wilcox (der auch ein ausgezeichneter Arrangeur war), den Bassisten Moses Allen und dann Truck Parham udn natürlich Drummer Jimmie Crawford. Im Trompetensatz saßen die High Note-Blower Eddie Tomkins, Tommy Stevenson und Paul Webster, Lead spielte von 1939-1942 Snooky Young, Sy Oliver war Solist und Hauptarrangeur, aber auch Sänger der Band bis 1939, Gerald Wilson wurde sein Nachfolger als Trompeter und Arrangeur. Dazu kam Posaunist und Sänger Trummy Young, Willie Smith war Lead-Sax und Sänger, Joe Thomas Tenorsolist, Eddie Durham spielte Posaune, elektrische (!!) Gitarre und arrangierte auch. Die Band verlor ab 1942 ihre besten Musiker, und konnte das frühere Niveau nie wieder erreichen.
Cetay (inaktiv) (06.04.2019, 05:34): Um das wer mit wem, wann, wie und warum habe ich mich bislang nicht gekümmert, aber der Wissensdurst ist durch die ungebrochene Begeisterung von dieser Musik so groß geworden, dass ich mir George T. Simons als Hardware 600 Seiten starken Wälzer auf mein Lesegerät heruntergeladen habe. Als detaillierte Karte für eine Expedition durch dieses faszinierende Land auch abseits der Touristenpfade scheint mir das ganz brauchbar zu sein.
Hier läuft gerade:
Arti Shaw and his Orchestra; Begin the Beguine (Bluebird Treasury Series, Aufnahmen 1938-1941)
tapeesa (07.04.2019, 15:54): Robert Burns - The Complete Songs - Ye flowery banks
Cetay (inaktiv) (14.04.2019, 10:46):
Obituary; Cause of Death Die erste Todesblei-Scheibe, die ich seinerzeit noch als LP gekauft habe. :thumbup:
Cetay (inaktiv) (15.04.2019, 18:40):
Larry Clinton and his Orchestra; 1937-38 (feat. Bea Wain)
Das rockt, das reißt mit und das Altsaxophonspiel des Ensembleleiters überstrahlt alles. Zum Ausrasten gut. Ja sicher, die Texte sind manchmal blöd, ach was, oft blöd - aber eben nicht immer. Und manchmal lauern gar tiefe Erkenntnise, wenn man nur bereit ist, in Betracht zu ziehen, dass nicht nur bildungsbürgerlich anerkannte Dichter hinter ihren Ergüssen kosmische Weisheiten versteckt haben. Die Vokalakrobatinnen der Swing-Area hatten sehr wohl ein Gespür dafür, wann sie fürs Volk singen und wann sie diejenigen, die zuhören, nachdenken und analysieren ansprechen. :love: Ich bin von dieser Ära mehr und mehr begeistert!
Maurice inaktiv (17.04.2019, 01:04): Diese Serie gehört zum Besten, was je auf den Markt gekommen ist. Larry Clinton gehörte zu den besseren Bigband-Leitern, ohne aber den Anspruch zu haben, JAZZ zu spielen. Er hatte vor allem eine exzellente TANZ-Band, und davon gab es um 1935-1945 in den USA vermutlich um die 1000-2000 Stück.
Solltest Du von der "Uncollceted-Reihe" die drei oder vier Serien mit der Harry James-Band mal finden, schlage zu. Wenn Du Harry James mal völlig anders hören möchtest, mit modernen Einflüssen, dann würde ich zu dieser CD raten:
Ebenso interessant sind die Einspielungen von 1946 bis 1947 jener Reihe mit der Duke Ellington-Band. Die Firma Naxos hat die Einspielungen inzwischen unter anderer Bezeichnung auch als CD auf den Markt gebracht. Viele Nummern dort hat der Duke sonst nur noch sehr selten oder nie wieder aufgenommen.
Das Gleiche gilt für die "The Treasury-Serie" von Duke Ellington. Das sind 25 Doppel-CDs mit einer Reihe exotischer Stücke, bzw. bekannten Stücken in anderen Arrangements von der Zeit 1943 bis 1954, die von der ABC aufgezeichnet wurden, bzw. Live aus diversen Clubs oder Hallen/Sälen.
tapeesa (27.04.2019, 22:39): aus Joni Mitchell - Shadows and Light 1. Introduction 18. Why do Fools fall in love? 19. Shadows and light
aus Pandora`s Box - Original Sin 2. Original Sin
aus Tori Amos - Little Earthquakes 3. Silent all these years 5. Winter
tapeesa (09.05.2019, 01:28): Pat Metheny - What´s it all about Cassandra Wilson - Traveling Miles Barclay James Harvest - Turn of the tide
Cetay (inaktiv) (09.05.2019, 10:14): Larry Clinton gehörte zu den besseren Bigband-Leitern, ohne aber den Anspruch zu haben, JAZZ zu spielen. Er hatte vor allem eine exzellente TANZ-Band, und davon gab es um 1935-1945 in den USA vermutlich um die 1000-2000 Stück. In der Tat erscheinen uns die Differenzen zwischen ambitioniertem Jazz vor der Bebop-Revolution und der zeitgleichen Unterhaltungsmusik heutzutage generell nicht mehr allzugroß. Das muss nicht heissen, dass der frühe Jazz anspruchslos war oder dass die Unterhaltungsmusik früher anspruchsvoller war - aber selten waren Kunst und Kommerz so nahe beieinander, ohne sich etwas zu nehmen, wie in der Big-Band Area bis zur Mitte der 40er. Genau das macht für mich einen besonderen Reiz dieser Musik aus, dass ich dazu je nach Laune hirnfrei abhotten kann oder hinhörend den Intellekt mit raffinierten Arrangements und gekonnten Improvisationen füttern - auch mehr der geschäftlichen Seite des Musikgeschäfts zugeneigte Orchesterleiter wie Clinton hatten zumindest eine halbe handvoll von großartigen Solisten in ihren Bands. Symptomatisch für die friedliche Koexistenz von Anspruch und Unterhaltung ist die Person von Benny Goodman. Der konnte vormittags im Ballsaal Walzer und Tangos zum Besten geben, nachmittags eine von ihm in Auftrag gegebene Komposition von Bartók uraufführen und abends ambitionierten Jazz, der diese Welten vereint in die Carnegie Hall bringen.
Maurice inaktiv (17.05.2019, 19:24): Ich kann Dir da absolut folgen. Ich spiele z.B. inzwischen gerne die Musik "zwischen" den Stilen, etwa die Musik der 1920-er und frühen 1930-er Jahre. da gibt es teilweise ganz tolle Stücke, gespielt von Orchestern, die heute wirklich nur noch Dank Youtube noch zu hören sind. CDs gibt es da auch nur teilweise von.
Benny Goodman ist da nur einer von vielen Musikern, die diverse Genres bedienen konnten. Ab den 1940-er Jahren wurden die Studios von Los Angeles, San Francisco und New York immer wichtiger. In Los Angeles tummelten sich dann viele der besten Bigband-Musiker, um Musik zu Filmen, Werbe-Jingles, Sängern mit Bigband-Begleitern und Jazz einzuspielen.
Man nehme mal die Studio-Legende Manny (Mannie) Klein (1908-1994), ein Trompeter, der u.a. mit Paul Whiteman, Roger Wolf Kahn (eine jener frühen Bands, die viele exzellente Einspielungen im Grenzbereich früher Swing und reine Unterhaltung gemacht haben), Adrian Rollini, den Dorsey-Brothers Tommy und Jimmie, Claude Thornhill, Benny Goodman, Artie Shaw, Frankie Trumbauer.
Doch ALLEN Filmfreunden ist er bekannt, denn er spielte das berühmte Trompeten-Signal im Film "Verdammt in alle Ewigkeit"1953. Die Reihe könnte man noch erweitern, aber das würde den Rahmen sprengen.
Der Star-Bassist Milt Hinton (1910-2000) musste nicht mehr auf Tournee gehen (er tat es trotzdem, so kurze Zeit 1953/54 mit den Louis Armstrong All Stars), da er in LA von Studio zu Studio zog, als er einer der ersten schwarzen Musiker war, der festeingestellt für den damaligen Platten-Giganten CBS Aufnahmen machte mit Musikern wie Harry Belafonte, Judy Garland, Sammy Davis,jr. Außerdem spielte er von 1936-1950 in der Bigband von Cab Calloway mit, aber auch Aufnahmen oder Engagements mit Dizzy Gillespie, Count Basie oder den New Orleans-Drummern Zutty Singleton und Paul Barbarin. Er tourte noch mit über 80 Jahren um die Welt mit allen möglichen All Star Bands.
Als ANspiel-Tipps gebe ich Dir mal Clarence Williams (z.T. mit dem jungen Louis Armstong), Jimmie Noone, Johnny Dodds oder King Oliver mit auf den Weg. Und natürlich der frühe Duke Ellington, Bennie Moten und Fletcher Henderson.
Cetay (inaktiv) (18.05.2019, 04:31): King Oliver ist natürlich gesetzt. Die früher von mir besprochene CD ist eine der handverlesenen, die den Umzug in die neue ferne Heimat mitgemacht hat. Hier hat es gerade (10 Uhr morgens) 30 Grad und ich höre eine Gute-Laune-Granate allererster Güte. Simple, aber wirkungsvolle Riffs, primitive, aber durchschlagende Produktion, auf eine halbe Oktave begrenzter Krächzgesang und Texte, die gar nicht erst versuchen, mir irgendeine Botschaft reinzudrücken, ausser NEGATIV. Ich bin recht einfach zufriedenzustellen. :thumbup:
Sarke; Oldarhian
MaJu1997 (20.05.2019, 12:47): Es gibt Momente, in denen gefällt mir 80er Jahre Pop richtig gut. Nicht oft, aber manchmal überkommt mich das einfach.
EinTon (20.05.2019, 16:08): Es gibt Momente, in denen gefällt mir 80er Jahre Pop richtig gut. Nicht oft, aber manchmal überkommt mich das einfach. Hörbeispiel?
Einer meiner Favoriten wäre:
Cetay (inaktiv) (21.05.2019, 03:50): Ja klar! :thumbsup:
A Flock of Seagulls
tapeesa (21.05.2019, 09:11): Cyndi Lauper - Twelve Deadly Cyns ... and then Some
tapeesa (23.05.2019, 20:22): Gloria Arjona - Frida Kahlo, Tree of Hope
Violeta Parra - Gracias a la Vida
tapeesa (25.05.2019, 19:36): Ute Lemper sings Kurt Weill
Weill: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny - 9 Alabama-Song 10 Denn wie man sich bettet
Sfantu (30.05.2019, 18:10):
Return to Forever - Romantic Warrior (LP, CBS, 1976)
Die ideale Einstimmung auf den Grillabend mit unseren freakigen Nachbarn. Dä Sommer isch da, s' erschte Bierli isch chöpfet - so cha's wiitergah!
tapeesa (24.06.2019, 23:47): Michel Legrand - The Windmills of Your Mind - 1 - The Windmills of Your Mind Anne Clark and friends, live, Passionskirche Berlin - Psychometry - 9 - The Windmills of Your Mind
Cetay (inaktiv) (07.07.2019, 18:58):
Motörhead; Snake Bite Love
Wenig Klassik momentan, stattdessen Musik, die ihre Botschaft ohne Geschwurbel auf den Punkt bringt.
tapeesa (26.07.2019, 18:15): aus Joan Baez - First Album: All my trials
Cetay (inaktiv) (28.07.2019, 10:06):
Motörhead; Orgasmatron
tapeesa (28.07.2019, 14:53): Reto Suhner , Fabian M. Mueller - Am Grund Vérité - 10 - Somewhere in between Bruno Bavota - The secret of the Sea
Cetay (inaktiv) (06.08.2019, 19:10): 68-jährig zeigt Lemmy mit seinem Trio allen dekadenten Rasen mähenden oder in Klassikforen aktiven Rentnern nochmal mit aller gebotenen Härte den fetten Stinkefinger, bevor er endgültig von der Bühne der Welt abtritt. Ein unfassbar intensives, von der Gewissheit des nahenden Endes durchzogenes Album. Ich verstehe die in den Texten versteckten Botschaften und erstarre in Ehrfurcht:
Motörhead; Bad Magic (2014)
Das 22. und letze Studioalbum dieser singulären Band.
Cetay (inaktiv) (07.08.2019, 05:51): Motörhead; Bad Magic (2014)
Das 22. und letze Studioalbum dieser singulären Band. Mh, gerade bei diesem Album war ich als Fan doch ein ganz klein wenig enttäuscht. Da fehlen mir so wirklich richtige Granaten wie Born To Lose, Be My Baby oder Dr. Love... :beer <-- mit JD and Coke gefüllt.
Höchst erfreulich, einen Fan im Klassikfroum zu treffen. Ebenso erfreulich, dass deine Granaten-Beispiele aus der ersten Dekade der 2000er sind. In den Polls kommen diese Alben selten gut weg. Aber was Spieltechnik, Präzision im Zusammenspiel (dt.: Tightness) und vor allem die -ich bemühe mal den sportiven Opernjargon- Gesangs-"Leistung" betrifft, sowie produktionstechnisch finde ich die Alben -insbesondere die metallischen Inferno, Kiss of Death und Motörizer- deutlich besser als die Klassiker. Richtige Granaten auf Bad Magic sind für mich Shoot out all of your Lights, Thunder and Lightning und das prophetische When the Sky Comes Looking for you.
Da möchte ich am liebsten gleich losgröhlen: What do you want from your miserable life What do see in a future so bright...
tapeesa (13.08.2019, 19:06): The best of Gianna Nannini Sei Nell´anima, u. a.
Mehr braucht mein Intellekt gerade nicht. :thumbup:
Cetay (inaktiv) (16.09.2019, 14:29):
Shep Fields and his New Music 1942 - 44
Maurice inaktiv (16.09.2019, 20:51): Wusstest Du, dass Paul Desmond mal bei Shep Fields spielte ganz am Anfang seiner Laufbahn?
Cetay (inaktiv) (18.09.2019, 04:02): Nein, das ist Geheimwissen aus den innersten Zirkeln. Nicht mal in Simons 600-Seiten-Wälzer steht was dazu. Dort habe ich in der ausgewählten Diskographie den Hinweis auf Fields' blechfreie Band gefunden und das gefällt mir ganz hervorragend. Auch der gerade gehörte Strom ist ein Tip von dort:
Boyd Raeburn; Experiments in Big Band Jazz 1945
tapeesa (20.09.2019, 10:36): Melissa Etheridge, Bring me some water Heather Nova: Island The Way it Feels
Cetay (inaktiv) (24.09.2019, 07:18):
Outlaws; Live, Los Angeles 1976
Die Outlaws gehörten dem Southern Rock Genre an, hatten in ihrem Stilmix aber einen deutlich höheren Country-Anteil als die bekannteren Vertreter. Bei den typischen Gitarren-Jamsessions legten die Protagonisten in puncto Virtuosität noch einen drauf und glänzten mit einem höchst individuellen Stil und Sound. Das Live-Scheibchen macht grossen Spass.
tapeesa (05.10.2019, 01:41): Van Morrison - Hymns to the Silence Take me back
Cetay (inaktiv) (05.11.2019, 09:33):
Peter Hammill; Enter K
Ich war als junger Erwachsener ein echter Hammill-Fanboy. Alles fing damit an, dass mir jemand, der mein Faible für abgefahrene Musik kannte, Pawn Hearts von VdGG vorgespielt hat. Das war ganz meine Kragenweite und es war vor allem Hammills theatralisch-expressiver Gesang, der es mir angetan hatte. Nach und nach habe ich alle neun Scheiben der Band zusammengekauft und dann begonnen, Solo-Alben von Hammill zu sammeln. Acht (von seinerzeit 13) sind zusammengekommen, ehe mein Interesse nachgelassen hat. Hammill ist nicht nur ein charismatischer Sänger, sondern auch ein grandioser Poet mit gelegentlich recht nihilistischen Texten: I'm through with joy and company, I've done with pretty words / betrayed - there's no hiding-place / anywhere in the world. / I've nothing left to fight for except making my passion heard - / I don't believe in anything / anywhere in the world. Das war Balsam in meinen 20-jahrigen Ohren, seinerzeit nicht wissend, wozu ich in diese beschissene Welt gesetzt wurde und was ich da soll. Alben wie das "kommerzielle" Enter K oder das "experimentelle" A Black Box kommen auch heute noch in den Strömer. Und als erklärter Freund des übermässigen Trinkens ist diese Hymne an den Alkohol eines meiner Evergreens: Happy Hour
tapeesa (10.11.2019, 11:15): Neil Diamond - Jonathan Livingston Seagull
Barbra Streisand - Yentl
tapeesa (13.11.2019, 09:38): Steve Winwood => Back in the High Life again Black => Wonderful Life Barbra Streisand sings the lyrics of Alan and Marilyn Bergman - What matters most
Cetay (inaktiv) (02.12.2019, 01:46):
Tadd Dameron; The Magic Touch
Spannende Arrangements, höchstkarätige Besetzung, genau die richtige Schnittmenge von Tradition und Moderne. Eines meiner favorisierten Bigband-Alben.
tapeesa (07.12.2019, 17:21): And the Band played Waltzing Matilda - The Pogues / Eric Bogle Cover The Skye Boat Song - Kathryn Jones (Original: schottisches Air, gesammelt von Anne Campbelle MacLeod / 1870er, Text: Sir Harold Boulton)
Cetay (inaktiv) (07.12.2019, 18:11):
Jefferson Airplane; Surrealistic Pillow
Substanz-reiche ;) Musik aus den Spät-60ern.
Cetay (inaktiv) (08.12.2019, 13:12): In New York war mein Wurmloch ins Zappa-Universum. Als ich Zappa erstmalig hörte, feierte er gerade seine kommerziellen Erfolge und die zwei, drei Sachen, die ich aus dem Radio kannte, sowie die Tatsache, dass das gemeine Volk ihn hörte, reichten aus, um eine weitere Beschäftigung mit seiner Musik strikt abzulehnen. Ich war als Spätpupertärer schon ein furchtbarer Snob, der sich mit Art Rock, Jazz Rock-Fusion und Klassischer Avantgarde vom Hitparaden-Gedudel konsumierenden Pöbel abgrenzte. Dann sah ich diese Platte bei einem Kumpel herumliegen, habe irgendwie einen Blick auf die Besetzung erhascht und wollte gar nicht glauben, was ich da sah - bekannte Namen aus 'meinen' Genres. Und dazu wurde die 4. Seite komplett von einem Titel eingenommen. Und so lernte ich den 'richtigen' Zappa kennen. Besagten Titel, The Purple Lagoon mit Michael Breckers unglaublichem Saxophonsolo zähle ich heute noch zu meinen Evergreens. Diese Anekdote erklärt vielleicht, warum ich immer die Krätze kriege, wenn irgendwelche Bildungsheinis hier auftauchen und ungefragt verkünden, wie minderwertig doch alle U-Musik im Vergleich zur hochkulturellen E-Musik sei. Fragt man sie, was sie denn kennen, kommt als Antwort, dass das, was sie unfreiwillig aus Rundfunk und Fernsehen mitbekommen wohl mehr als ausreicht, um zu diesem Urteil zu kommen...
Cetay (inaktiv) (08.12.2019, 13:52): So ist es. Hier habe ich einen Versuch unternommen, das etwas auszuführen.
Cetay (inaktiv) (15.12.2019, 11:04):
Dave Holland Trio; Triplicate Steve Coleman (Altsaxophon), Dave Holland (Kontrabass), Jack DeJohnette (Schlagzeug)
Feinst nuanciertes Spiel aller Beteiligten und traumwandlerisches aufeinander hören und reagieren. DeJohnette ist vielleicht der heimliche Star. Wer glaubt, das Schlagzeug sei bloß ein Radauinstrument, höre auf die äußerst differenzierten Anschlags- und Farbschattierungen. Die zupfenden und blasenden Kollegen stehen ihm nicht nach - das ist ein Fest der Subtilitäten, egal ob das Trio hart und komplex swingend in Höchstgeschwindigkeit unterwegs ist oder - seltener - balladeske Klanglandschaften erschafft. Mir fehlt bei Jazz-Trios ohne Unterstützung durch ein Harmonieinstrument oft etwas. Hier vermisse ich absolut nichts. Und was für ein roségoldener Saxophon-Ton, und dann sind da die unvermutet im wilden Getümmel auftauchenden überirdischen Melodien... :love:
Nicht so schlecht wie ich das in Erinnerung hatte. Vor Jahren als Gedudel abqualifiziert und abgestoßen, neulich das Cover gesehen, seither eine Melodie daraus im Kopf gehabt und deshalb jetzt als Stream angehört. Und es hat mir so gut gefallen, dass ich dem bei aller Vielseitigkeit (Ambient, Folk, Jazz) kohärenten Fluss über die ganze Doppel-CD hinweg gefolgt bin.
tapeesa (27.12.2019, 01:22): No Matter Erguner, Nauseef, Laswell, Stockhausen
Zur Einordnung bin ich überfragt. In den Rezensionen steht etwas von Mix aus FreeJazz, Ambient, elektronisch, Sufi.
Cetay (inaktiv) (27.12.2019, 03:27): Wenn Bill Laswell dabei ist, ist eine Einordnung selten möglich. Mir ist das oft zu viel von allem - und vor allem macht er zu viel. Seine Solo-Platten und Gruppen-Projekte dürften an die 200 ausmachen. Daneben hat er hunderte Male als Sideman aufgenommen und er ist ein gefragter Produzent. Das kann nicht alles Qualität sein; wie soll man da die Rosinen finden? Gut gefallen haben mir seinerzeit die Material-Sachen der frühen 80er und die Punk-Jazz-Fusion mit Last Exit.
Hier lief das wunderbare Debut von Pat Metheny:
Pat Metheny; Bright Size Life Pat Metheny (Gitarre), Jaco Pastorius (Bassgitarre), Bob Moses (Schlagzeug)
Und nun das grosse Vorbild:
Wynton Kelly Trio & Wes Montgomery; Smokin' at the Half Note Wes Montgomery (Gitarre), Wynton Kelly (Klavier), Paul Chambers (Kontrabass), Jimmy Cobb (Schlagzeug)
tapeesa (28.12.2019, 06:37): Ferenc Snétberger und Markus Stockhausen - Streams daraus vor allem: Ear to Ear und Xenos
tapeesa (07.01.2020, 00:58): Alejandra Ribera - Goodnight Persephone, radio edit aus dem Album La Boca Bad again
Gabrielle Roth & the Mirrors - Raven Recording Persephone' s Song
Maurice inaktiv (10.01.2020, 15:02): Ohne Cover: Duke Ellington live 1952
Die genauen Daten sind nicht bekannt, da Ellington um 1952 herum viele Live-Konzerte spielte, die mehr oder minder legal mitgeschnitten wurden, und dann später unter diversen Labens veröffentlicht worden sind.
Da er selbst bei den meisten Stücken die Ansagen übernommen hat, kann man an Hand der Solisten (Clark Terry, Willie Cook, Willie Smith, Paul Gonsalves, Louie Bellson, Britt Woodman, Juan Tizol, Jimmy Hamilton, Cat Anderson) die Zeit ganz gut eingrenzen. Terry kam im November 1951 in die Band, Smith blieb nur bis März 1952 beim Duke, Bellson verließ Ellington bereits Anfang 1953 wieder.
Aus dieser Zeit stammen die Mitschnitte, Wer damals gesagt hatte, die Band wäre "tot", den frage ich ernsthaft, was er da gehört haben will. Sicher, Lawrence Brown, Johnny Hodges oder Ben Webster waren nicht mehr dabei, aber ist DAS eine "leblose Band" gewesen? Nein, das kann man nicht so stehen lassen.
Ja, die Band musste sich natürlich erst wieder "finden", aber der Duke hatte auch nie so eine große Fluktuation wieder von 1942-1955. Hier gingen mehr Musiker durch seine Reihen wie die Zeit von 1926-1942 und 1955-1974 zusammen. Wobei es gegen 1968 auch wieder schneller ging mit den Wechseln. Bei anderen Bands war das aber extrem viel schlimmer gewesen. Nur der Count hatte eine insgesamt recht stabile Besetzung noch damals, auch Harry James hatte sich immer um eine stabile Band bemüht, die nicht ständig neue Musiker dabei hatte. Les Brown hatte auch eine Band, die mit wenigen neuen Musikern auskommen konnte.
Stan Kenton, Woddy Herman und Maynard Ferguson tauschten ihre Musiker regelmäßig aus, nur wenige durften bleiben, bzw. kamen wieder mal zurück in die Band. Andere Bigbands existierten überhaupt nicht mehr, oder waren nur noch als "Ghost Bands" unterwegs.
Maurice inaktiv (12.01.2020, 08:53):
Percy Humphrey's Hot Six : Percy Humphrey (Trompete) - Louis Nelson (Posaune) - Albert Burbank (Klarinette, Gesang) - Lars Edegran (Klavier) - Chester Zardis (Bass) - Barry Martyn (Drums)
AD: 01.11.1966 , Hopes Hall, Algier
Typische Musik des alten New Orleans, aber einfach umwerfend gespielt. Die Besetzung ist aber international. Der Pianist ist Schwede, der Drummer Brite.
tapeesa (14.01.2020, 17:34): Patricia Kaas - Rien ne s'arrête
Cetay (inaktiv) (22.01.2020, 04:31):
Sad Songs for Sad Women Rabih Abou-Khalil (Oud), Gevorg Dabaghyan (Duduk), Michel Godard (Serpent), Jarrod Cagwin (Rahmentrommel, Schlagzeug), Walter Quintus (Tontechnik)
Hier habe ich zum ersten Mal gesehen, dass der sound engineer in der Besetzungsliste unter den Musikern aufgeführt wird. Ein Hinweis darauf, dass wir vor den heimischen Lautsprechern immer etwas montiertes, bearbeitetes und abgemischtes hören und nie das Original, egal wie hoch die Wiedergabetreue des Equipments ist. Der Klang ist immer nur so so gut wie die Aufnahme und die gezeigte CD -die in audiophilen Kreisen einen sagenhaften Ruf genießt- dürfte in dieser Hinsicht mit das Beste sein, das mir in die Ohren gekommen ist. Und das ganz ohne digitales Netz und algorhitmischen Boden, um die begrenzte Auflösung der CD irgendwie künstlich hochzurechen. Kein ARDM, Super Bit Mapping, K2 Super Coding und was man uns noch alles als Verbesserung weismachen wollte - nachdem man die CD zunächst als perfect sound forever vermarktet hat. Und was man aus dem Format alles rausholen kann, wenn man es von vorne herein gescheit aufnimmt, lässt sich hier eindrucksvoll nachhören. Sagenhaft! Ich höre neuerdings über aktive Studiomonitore, also annähernd so, wie es der Tontechniker / die Klangingenieurin beim Abmischen und der Endkontrolle gehört hat. Ich werde nie begreifen, warum in audiophilen Zirkeln, denen höchste Wiedergabetreue oberstes Ziel ist, Profi-Equipment, das dazu noch sehr viel billiger ist als Heim-High-End, so gut wie keine Rolle spielt. Ich schweife ab...
Inhaltlich ist das Weltmusik im besten Sinne ohne Klischees, die bei diesem Begriff sofort drohen. Die arabische Laute, die armenische Schalmei und die mittelalterliche Tuba gehen wunderbar zusammen - irgendwo in der Schnittmenge von Jazz, Folk und Kammermusik.
Maurice inaktiv (22.01.2020, 09:44): Michel Godard gehört zu den besten Tubisten des Jazz überhaupt. Das mal so ganz nebenbei erwähnt.
Maurice inaktiv (22.01.2020, 14:40):
Les McCann & Eddie Harris : Swiss Momevent Live June 1969 at Montreux Jazz Festival
Benny Bailey (Trompete) - Eddie Harris (Tenorsax) - Les McCann (Piano, Vocals) - Leroy Vinnegar (Bass) - Donald Dean (Drums)
udabonn (26.01.2020, 10:25):
Boooh ey -- was die Jungs von der Technik da nochmal rausgeholt haben, grandios.
tapeesa (28.01.2020, 00:43): Both sides now - Joni Mitchell
Maurice inaktiv (30.01.2020, 14:37):
Dizzy Gillespie : "New Wave" & "Dizzy on the French Rivera"
AD : Tracks 01-08 : Mai & 10.07.1962 Dizzy Gillespie (Trompete, Voc.) - Leo Wright (As,Fl) - Lalo Schifrin (Klavier) - Chris White (Bass) - Rudy Collins (Dm) + Bola Sete (Git.,1,2,5)José Paulo (Git., Tambourin, 3+8) , Elek Bacsik (Git.,6) + Charlie Ventura (Tenor/Bass-Sax,3) + Carmen Costa (Perc.,3,4,7,8) + Pepe Riestra (Perc.,6)
AD : Tracks 09-15 : Mai & 24.07.1962 Besetzug wie zuvor , nur ohne Ventura, Paulo, Costa
Eine recht ungewöhnliche Zusammenstellung an Musikern, vor allem Charlie Ventura passt da nicht hinein. Er ist mehr im Umfeld des Bop Zuhause, mit einer Prise Swing dazu. Auch das Bass-Sax klingt hier wie ein Exot. Dagegen ist Pianist Lalo Schifrin ein derart vitaler und mitreißender Improvisator, dass es sehr bedauerlich ist, dass er später weitaus seltener als Pianist in Erscheinung getreten ist.
xarddam (01.02.2020, 17:56):
Boooh ey -- was die Jungs von der Technik da nochmal rausgeholt haben, grandios. gute Wahl !!
Cetay (inaktiv) (02.02.2020, 08:01):
Original Dixieland Jazz Band; 1917-36
Cetay (inaktiv) (04.02.2020, 13:15):
Off The Record: The Complete 1923 Jazz Band Recordings by King Oliver
tapeesa (04.02.2020, 19:55): Invisible Stars - Choral Works of Ireland and Scotland The Choral Scholars of University College Dublin & Desmond Earley
Maurice inaktiv (06.02.2020, 23:06):
Die Band "The Giants of Jazz" bestand von 1971 bis 1972. Die meiste Zeit bestand die Besetzung wie hier auch aus Dizzy Gillespie (Trompete) - Kai Winding (Posaune) - Sonny Stitt (Alt/Tenorsax) - Thelonious Monk (Klavier) - Al McKibbon (Bass) - Art Blakey (Drums)
Alle Bandmitglieder stellten in dieser Zeit ihre eigenen Projekte und Bands zurück, und tourten rund um die Welt. Hier nun die Doppel-CD aus dem Victor Theatre in London.
Allerdings gibt es auch eine CD vom Monterey Jazz Festival vom 16.September 1972, auf der Dizzy Gillespie von Clark Terry und Roy Eldridge abgelöst wurde.
Maurice inaktiv (08.02.2020, 14:30):
Duke Ellington : The Treasury Shows, Vol.8
AD: 14.Juli 1945 & 21.Sept.1945 & 21.Juli 1945
Diese Reihe bringt einem die Band von 1943 bis 1951 näher. Diese Serie bringt wieder eine reihe von Stücken heraus, die der Duke eigentlich überhaupt nicht in seinem Programm hatte. Auch zeigen diese Aufnahmen, welches immer noch fantastische Solo-Potential in der Band steckte: Rex Stewart alleine ist das Geld der Doppel-CD schon wert, doch wenn dann Tricky Sam Nanton und Lawrence Brown noch loslegen, Johnny Hodges und Cat Anderson oder Ray Nance und Jimmy Hamilton einsteigen, Taft Jordan loslegt, da fällt nicht weiter auf, dass Al Sears immer ein wenig klingt, als ob er gerne wie Ben Webster spielen würde, er es aber einfach nicht "besser" konnte.
Dass man über die Sänger - und Sängerinnenauswahl bei Duke eigentlich fast immer nur den Kopf schütteln konnte, ist auch hier wieder zu hören. Kay Davis ist ausgebildete Opernsängerin. Sie hatte eine perfekte Intonation, aber in meinen Ohren Null Swing-Feeling, Al Hibblers Bariton ist einfach gruselig-dröhnend, aber er war zu seiner Zeit ein wichtiger Bestandteil der Band. Joya Sherill war sicherlich neben Betty Roché die beste Jazz-Singerin der Band nach dem Ausstieg Ivy Andersons 1942.
Maurice inaktiv (12.02.2020, 03:22):
Ella Fitzgerald : The Duke Ellington Songbook AD: 15.06. - 27.10.1957 , Los Angeles
Zunächst mal Teil 1 , natürlich mit dem Duke Ellington-Orchestra und einigen Gastmusikern, die ich jetzt nicht alle aufzählen will.
Hier singt nicht nur Ella großartig, sondern auch die Band spielt fantastisch. Natürlich kommen auch die exzellenten Solisten der Band bei einigen Stücken zu Solo-Ehren.
tapeesa (17.02.2020, 01:48): Nina Simone - Mississippi Goddam Feeling good
tapeesa (22.02.2020, 10:34): Nina Simone - Here comes the sun
Cetay (inaktiv) (24.02.2020, 02:01): 2013 im internen Bereich gepostet, kann das beim Wiederhören so stehen bleiben. :thumbup:
Jig-Ai; Jig-Ai
Man muss schon weit über den Tellerrand blicken, um diese entlegene, zugegebenermaßen etwas extreme Ecke zu erspähen. Die sympathische, dem Goregrind-Genre verbundene Truppe aus Tschechien zeichnet sich vor allem durch ihren gepitchten Pig Squeal Gesang (unverzerrter gutturaler Gesang, der durch das Einsaugen von Luft bei gleichzeitig geschlossenen Stimmritzen erzeugt wird) aus. Das klingt mal nach einem Wildschwein im Häcksler, mal mach einem ersaufenden Frosch. Die Textverständlichkeit ist natürlich Null, was in Ordnung geht, denn angesichts der Songtitel will man gar nicht so genau wissen, worüber da im Detail gegrunzt, geröchelt und geblubbert wird, während die untermalenden Instrumente zur Abrissbirne umfunktioniert werden. Macht gehörigen Spass.
tapeesa (24.02.2020, 22:21): The Boomtown Rats - Bob Geldof - I don't like Mondays
Maurice inaktiv (27.02.2020, 08:44):
Clark Terry: Out on a Limb AD: 1958
Clark Terry (Trompete) - Mike Simpson (Tenorsax, Flöte) - Willie Jones (Klavier) - Ray Biondi (Gitarre) - Jimmy Woode (Bass) - Sam Woodyard (Drums)
Ich mag gerade den wunderbaren Sound von Clark Terry, vor allem auf dem Flügelhorn, welches er hier offiiell nicht spielt, aber ich meine zu hören. dass er es hier doch nutzt. Leider komme ich viel zu selten zum Spielen mit dem Flügelhorn, aber am 08.März ist es mal wieder so weit.
xarddam (27.02.2020, 14:34): gibt es -meines Wissens- nur auf Bandcamp zu Hören und zu kaufen:
Irgendwo zwischen Worldmusik und Jazz; wie sie halt schon vor 40 Jahren geklungen haben. Jetzt mit Mirja am Vibraphon.
Ich mag Embryo schon lange und mir gefällt das gut.
satie (28.02.2020, 09:51): Erroll Garner: Up in Erroll's Room
Was kann ich sagen? Einfach nur saucool und unheimlich lustig.
Wer das beste Klavier-Intro aller Zeiten hören will:
https://www.youtube.com/watch?v=A5UaN5HTOIU
Maurice inaktiv (29.02.2020, 20:19):
Duke Ellington/Ella Fitzgerald : Live at the Green AD: 23.09.1966, Greek Theatre, Los Angeles
Beim Duke sind Cootie Williams & Cat Anderson (Trompeten) , Paul Gonsalves (Tenorsax) und Russell Procope (Klarinette) die Solisten, dazu John Lamb (Bass) und Sam Woodyard (Drums)
Ella tritt mit Jimmy Jones (Klavier) - Jim Hughart (Bass) und Ed Thickpen (Drums) an
Gemeinsam sind sie nur auf drei Nummern zu erleben (Sweet Georgia Brown, Cotton Tail), mit Brass auf zwei weiteren Nummern (St.Louis Blues, Mack the Knife). Auf sechs Stücken spielt nur die Ellington-Band. "GEMEINSAM" würde ich anders sehen.
Ella Fitzgerald : EF sings the Johnny Mercer Songbook AD: 19./20.10.1964
Zusammen mit dem von Nellson Riddle geleiteten Orchester
Das Orchester ist hochkarätig besetzt. Die Rhythmusgruppe besteht aus Paul Smith (Klavier) - Barney Kessel, bzw. Bob Bain (Gitarre) - Joe Comfort (Bass) und Drummer Irv Cottler. Buddy de Franco (Klarinette) sollte man auch noch erwähnen.
Riddle überzeugt mich nicht immer, auch wenn er hier insgesamt eine gute Arbeit abgeliefert hat. Johnny Mercer hat bei den Stücken die Texte geschrieben, er war bekanntlich "nur" Texter, kein Komponist.
Dizzy Gillespie : Cognac Blues aus der Reihe "Jazz in Paris" AD: 1952/1953
Bei diesen Einspielungen bewegen wir uns in einer Zeit, die nicht gerade zu Gillespies Blütezeit galt. Von Ende 1949 bis Ende 1953 leitete er eine Combo, die nicht mit übermäßig guten Musikern besetzt war. Nur der blutjunge Pianist Wade Legge konnte damals auf sich aufmerksam machen, verstarb aber bereits 1963 wieder.
Hier sind dann auch unterschiedliche Besetzungen und Musiker zu erleben, vor allem aber wirkt Don Byas auf einer Mehrzahl der Stücke mit. Bei sieben Titeln vom 06.April 1952 sitzt dann der exzellente Pianist Arnold Ross mit in der Band, einem Amerikaner, der von 1944-1947 mit Harry James spielte. Er wirkte außerdem 1946 bei einem der ersten JAZP-Konzerte mit Charlie Parker und Lester Young mit. Zur Zeit der Einspielung besuchte er als Pianist der Sängerin Lena Horne Europa, es war also Zufall, dass er gerade in der Stadt war.
Der Bassist Joe Benjamin wirkte ebenfalls gerade in Paris. Auch er kein Riese, aber mit einer durchaus beachtlichen Vita aufwarten in seinem Leben: Mercer Ellington, Sy Oliver, Fletcher Henderson, Artie Shaw, Sarah Vaughn, Clifford Brown/Herbie Mann (Einspielung), Mal Waldron, Billie Holiday, Ella Fitzgerald, Gerry Mulligan, Rolf Kühn, Ellis Larkins, Dave Brubeck (1958, Live-Einspielung mit Ellington-Stücken), Duke Ellington (1970-1974).
Cetay (inaktiv) (02.03.2020, 15:24): Ich habe gerade wenig zu berichten - nein, eigentlich schon einiges, aber ich glaube keiner ist scharf drauf, dass ich hier 22 Cover der seit 1979 aktiven britischen Heavy Metal-Band Saxon poste. Ich habe mich tatsächlich durch den gesamten Katalog der Gruppe gearbeitet. Wieso das? Als ich eigentlich auf der Suche nach etwas ganz anderem war, bin ich auf das neueste Album der Gruppe gestoßen und war bass erstaunt, dass die noch aktiv sind. Nachdem sie mit ihren Alben Nr. 2 bis 4 Geschichte geschrieben hatten, waren sie im Untergrund verschwunden und ich habe sie nicht weiter verfolgt. Das Album Denim and Leather (1981) habe ich alle Schaltjahre mal noch aufgelegt und finde es heute noch ganz launig, aber das war dann auch ausreichend. Aus purer Neugierde habe ich in den Neuling rein gehört und erst wieder raus gehört als die Platte (das File) zu Ende war. Und mein höchst verzücktes Belohngszentrum vermeldete: "Mehr davon, mehr davon, vielleicht gibt es unter den 22 Scheiben noch besseren Stoff". Und die Tour de Force hat sich gelohnt. Die Combo war im Laufe ihrer 40-jährigen Karriere recht unstetig und ich habe Sachen gehört, die sollte keiner mit anhören müssen, aber auch eben auch passgenau fûr meine Ohren produziertes Zeugs. Allein diese beiden waren die Achterbahnfahrt wert:
Metalhead (1999) The Inner Sanctum (2007)
xarddam (02.03.2020, 15:31): lets fetz!! würd ich da sagen. Mein Ding isses nicht; ich mag lieber die alten Deep Purple aus den 1970gern, wenn es mal was härter sein soll. Ted Nugent höre ich gerne, seit Double Live Gonzo (und dann auch alles was davor und vieles was danach kam) und auch noch heute höre ich gerne seine Livekonzerte, obwohl er menschlich ja ein Assh... zu sein scheint, egal.
Saxon hört ein Bekannter von mir gerne, der dem Hard/Heavy und Metal total verfallen ist. Der war -soweit ich weiss- auch in den letzten ein/zwei (?) Jahren bei einem Konzert von denen. Wie gesagt, mein Fall isses nicht ...
tapeesa (02.03.2020, 15:51): Roberta Flack - 4 - I told Jesus Diana Ross - 4 - I'm coming out
EinTon (03.03.2020, 17:25): Das kann nicht alles Qualität sein; wie soll man da die Rosinen finden? Gut gefallen haben mir seinerzeit die Material-Sachen der frühen 80er und die Punk-Jazz-Fusion mit Last Exit. Ich habe ihn mit Massacre (bzw. derem ersten und damals noch einzigen Album "Killing Time") kennengelernt, und das ist auch sehr hörenswert :-) :
EinTon (03.03.2020, 17:26):
Maurice inaktiv (04.03.2020, 11:17):
Billie Holiday : Billie and Stan AD: 29.-31.10.1951 Billie Holiday (Voc.) - Stan Getz (Tenorsax) - Buster Harding (Klavier) - John Fields (Bass) - Marquis Foster (Drums)
und auch der Box:
Billie Holiday : Billie Holiday Sings AD: März/April 1952 Billie Holiday (Voc.) - Charlie Shavers (Trompete) - Flip Phillips (Tenorsax) - Oscar Peterson (Klavier) - Barney Kessel (Gitarre) - Ray Brown (Bass) Alvin Stoller (Drums)
Der erste Teil stammt aus einem Live-Konzert aus dem Storyville Club in Boston. Hier ist die Klangqualität nicht so berauschend, dafür kann man eindrücklich hören, in welcher Verfassung Billie an dem Abend war. Den eröffnungstitel "Them there Eyes" habe ich zuerst überhaupt nicht erkannt, obwohl ich das Stück gut kenne, man konnte nur erahnen, was sie da gerade singt. Völlig frei in der Melodieführung, ihre Stimme war in einem schlechten Zustand, aber ihre Ausstrahlung konnte man ihr niemals wegnehmen. Getz hält sich sehr zurück, entweder hat er es gefühlt, oder er war selbst unter Drogen gewesen, wer weiß das heute noch? Schlimm, dass sich so ausgezeichnete Musiker letzten Endes selbst gerichtet haben. Getz bekam zum Glück später noch die Kurve und sollte viele erfolgreiche Jahre haben.
Der Pianist hier - Buster Harding (1917-1965) - galt vor allem in den 1940-er Jahren als exzellenter Arrangeur, etwa für die Bigbands von Glenn Miller, Tommy Dorsey, Roy Eldridge, Counr Basie, Earl Hines, Cab Calloway oder Artie Shaw. Ab 1949 war er mehrere Jahre Begleiter und Arrangeur von Billie Holiday gewesen. Seine bekannteste Komposition war 9:20 Special für Count Basie gewesen (zusammen mit Lead-Altist Earl Warren).
Der zweite Teil entstand im Studio von Los Angeles, und hier sind Sound und auch Billie selbst weitaus besser. Die Basis-Band bildete das damalige Oscar Peterson-Trio, ergänzt durch hervorragende Musiker, die zum JATP-Programm von Norman Granz gehörten, der auch hier diese Aufnahmen machte. Der Drummer Alvin Stoller ist einer der "Unsung Helds" der Studios, der aber sein Handwerk in den Bigbands von Benny Goodman, Tommy Dorsey und Harry James perfekt gelernt hat. Er machte eine Menge Einspielungen, oftmals auf bekannten Platten, meist aber ungenannt in den Begleitbands und Orchestern allerlei Richtungen.
Maurice inaktiv (04.03.2020, 11:43): Duke Ellington : Hamilton, Ontario Canada AD: 08.02.1954 , Live
Warum Amazon das Cover-Foto herausgenommen hat (wie auf vielen weiteren CDs auch), weiß ich leider nicht.
Der erste Teil eines Live-Konzertes der Ellington-Band, als sie im Umbruch war. Hier kann ich nur sagen, dass die Band ausgezeichnet spielte, doch dem Duke ein wenig die guten Ideen fehlten, seine neuen Solisten entsprechend einzusetzen. Man höre aber mal das mitreißende "How High the Moon" , da war schon noch unglaublich viel Power dahinter. Der Trompetensatz bestand aus Cat Anderson, Clark Terry, Ray Nance und Willie Cook, die alleine jedem anderen Trompetensatz das Leben zur Hölle machen konnte, egal welcher Bigband.
Man sagte der Band in der Zeit von 1944 bis 1956 nach, dass sie sich in einer recht langen Krise befand. Das lasse ich in einigen Bereichen durchaus gelten, da durch den Krieg (die USA hatten ja auch noch den Korea-Krieg Anfang der 1950-er Jahre zu bewältigen) doch vieles anders wurde als zuvor. Die Musiker wechselten sehr häufig, was gerade für Ellington und seinen speziellen Sound ein großes Problem wurde.
Besonders eklatant war es in der Zeit 1945-1951, als alle Register von Neubesetzungen betroffen waren. Erst 1951 kam eine gewisse Stabilität in die Band hinein, wenn auch nur langsam. Daher kam der Ausstieg von Francis Williams (Trompete, 1951), Lawrence Brown (Posaune, 1951) , Tyree Glenn (Posaune, 1950) Johnny Hodges (Altsax), Al Sears (1950) und Drummer Sonny Greer (1951) nicht gerade überraschend, aber zu einem ungünstigen Zeitpunkt.
Hodges war ohne Zweifel der wichtigste Musiker daraus, aber auch Lawrence Brown war ein sehr starker Verlust gewesen, auch wenn der ständig nörgelnde Brown wohl für das Betriebsklima kein Verlust war. Auch der inzwischen völlig instabile Alkoholiker Sonny Greer, immerhin seit 1919 eng mit dem Duke verbunden, war musikalisch längst kein Verlust mehr. Wurde er doch schon seit ca. 1950 immer wieder von Butch Ballard vertreten, da Greer einfach nicht mehr spielfähig war.
Nun holte Ellington mit Louie Bellson gleich einen der wirklich besten Bigband-Drummer überhaupt in die Band, der noch dazu ein ausgezeichneter Arrangeur war, und sogleich mit "Skin Deep" und "The Hawk Talks" zwei spätere Standards für Bigbands und deren Drummer schrieb. Dazu kaum Juan Tizol zurück, der nach seinem Ausstieg beim Duke 1944, zu Harry James ging, und Ende 1953 auch wieder zurück wechselte. Mit Willie Smith kam ein weiterer Star des Altsax zur Band. Er wurde bei Jimmie Lunceford und eben Harry James zu einem der drei führenden Altisten des Swing (Benny Carter war der dritte Vertreter davon).
Smith schaffte es nie, sich von den Fesseln Johnny Hodges zu befreien und ging bereits 1952 wieder weg zu Billy Mays neuer Band. Für ihn kam für vier Wochen Porter Kilbert (der 1950-1961 in der Quincy Jones Bigband spielte) und dann der Veteran Hilton Jefferson in die Band, der einen grundsoliden Job machte, 1953 dann aber von rick Henderson abgelöst wurde, der auch hier in Ontario dabei war.
So, jetzt war ich so im Schreibrausch, dass viel mehr dasteht als geplant. Sorry.....
Cetay (inaktiv) (05.03.2020, 03:33): So, jetzt war ich so im Schreibrausch, dass viel mehr dasteht als geplant. Sorry..... Nur zu, brems dich nicht. Ich lese deine Beiträge in dieser Rubrik mit grossem Gewinn. :thumbup:
Maurice inaktiv (05.03.2020, 09:35): Nur zu, brems dich nicht. Ich lese deine Beiträge in dieser Rubrik mit grossem Gewinn. Danke sehr. Das freut mich wirklich sehr. :hello
tapeesa (05.03.2020, 15:19): Hide and Seek Makiko Hirabayashi, Klavs Hovman & Marilyn Mazur
Maurice inaktiv (06.03.2020, 11:42):
Duke Ellington : Jazz Party AD: 19. & 25.02.1959 , Columbia Studios New York
Eine der ungewöhnlichsten Aufnahme-Sitzungen des Duke fand 1959 statt. Eigentlich sollte nur der Duke etwas einspielen, aber als er im Studio ankam, waren Dizzy Gillespie mit Trompete, Pianist Jimmy Jones und Sänger Jimmy Rushing im Studio. Also machte der Duke eben das, was er immer machte: Er improvisierte, und nahm die drei Kollegen gleich als Gäste mit ins Boot.
Doch der Duke scheint an diesem Tag völlig "schräg drauf" gewesen zu sein, denn er telefonierte mal "kurz" durch die Studios von Columbia hindurch, und schnappte sich gleich neun (!!) Percussionisten , darunter die Legende Chauncey Morehouse, und den auch als Drummer bekannt gewordenen Bobby Rosengarden, und veranstaltete damit gleich mal ein richtiges Feuerwerk in "Malletoba Spank".
Vermutlich sollte nur die "Tooth Suite" eingespielt werden, die nun an der Reihe war. Eine Suite in vier Teilen, wobei der dritte Teil nochmals in drei Unterteile gegliedert wurde. Britt Woodman Posaune, erster Teil), Jimmy Hamlton (Klarinette) und Harold Baker (Trompete) im zweiten, Russell Procope (Klarinette) und Quentin Jackson (Posaune), Ray Nance (Trompete) in den drei dritten Teilen, und Paul Gonsalves (Tenorsax) zum Abschluss sind die Solisten.
"Satin Doll" lief dann wieder in den gewohnten Bahnen, schade. Hier hätte ich mir Dizzy schon dazu gewünscht. "U.M.M.G." steht für "Upper Manhattan Medical Group",in der Dukes Arzt Dr.Logan arbeitete, der ebenfalls anwesend war. Hier ist Dizzy mitt von der Party, dazu Jimmy Hamilton (Klarinette), dann sind die Trompeten an der Reihe: Clark Terry, Harold Baker und erneut Dizzy Gillespie, umrahmt von Harry Carney (Baritonsax). Am Ende wieder Dizzy mit der gstopften Trompete.
"All of Me" ist dann das Feature für Johnny Hodges. Leider auch hier wieder "nur" in der bekannten Fassung. "Typerturbably Blue" ist dann wieder mit den ganzen Percussionisten, dazu Jimmy Woode am Bass und Jimmy Hamilton an der Klarinette.
In "Hello, little Girl" kommen dann Jimmy Jones (Klavier), Jimmy Rushing (Gesang) udn erneut Dizzy an der Trompete an die Reihe. Ein würdiges Finale einer überaus kuriosen Session.
Maurice inaktiv (06.03.2020, 12:58):
Herbie Hancock : Takin' Off AD: 28.05.1962
Freddie Hubbard (Trompete, Flügelhorn) - Dexter Gordon (Tenorsax) - Herbie Hancock (Klavier) - Butch Warren (Bass) - Billy Higgins (Drums)
Hier mit der Urfassung des legendären "Watermelon Man", einem Stück, dass ich auch schon viele Male gespielt habe. Auch gefällt mir Freddie Hubbard in seiner früheren Zeit einfach am besten. Sicher, er hat nur Einflüsse von Lee Morgan in sich, aber das war ja kein schlechtes Vorbild, musikalisch gesehen.
Dexter Gordon erwachte gerade wieder zu neuem Leben, nachdem er 1960 seine Drogenprobleme in den Griff bekommen hatte. Er sollte aber noch im Jahre 1962 nach Europa auswandern, nach einer erfolgreichen Europa-Tournee.
Maurice inaktiv (06.03.2020, 22:34):
Louis Bellson : Just Jazz All Stars AD: Februar 1952, Los Angeles
Clark Terry (Trompete) - Juan Tizol (Vetil-Poasune) - John Graas (Waldhorn) - Willie Smith (Altsax) - Wardell Gray (Tenorsax) - Harry Carney (Baritonsax) - Billy Strayhorn (Klavier) - Wendell Marshall (Bass) - Louis Bellson (Drums)
Eine sehr eigenartige Besetzung, die hier zusammen gekommen ist. Auch das Programm ist etwas merkwürdig. Fünf Leute der aktuellen Ellington-Band, dazu mit Wardell Gray einen Bopper reinsten Wassers, und der West Coast-Waldhornist John Graas, den man sonst bei Shorty Rogers hören konnte. Doch der Sound ist nicht schlecht. Eine Mischung aus Ellington, West Coast und "Bird of the Cool", etwas Bebop dabei durch Gram aber auch Clark Terry.
Auf der einen Seite zwei neue Stücke von Bellson, eines von Tizol, drei Ellington-Standards, dazu zwei Stücke von vermutlich Shorty Rogers.
Noch mit auf der ersten CD ist die LP "Concerto for Drums". AD: Juni 1954, New York
Charlie Shavers (Trompete) - Zoot Sims (Tenorsax) - Don Abney (Klavier) - George Duvivier (Bass) - Louis Bellson (Drums)
Hier war die Ellinton-Band bereits Geschichte gewesen. Anfang 1953 verließ Bellson Ellington, um als Musikdirektor seiner Frau, der bekannten Sängerin Pearl Bailey, zu agieren. Dabei konnte er aber immer wieder eigene Einspielungen machen. Diese LP hier war eine davon.
Die letzten drei Titel gehören zu dem Album "Drummer's Holiday" aus dem Jahre 1956 & 1958
Hier waren u.a. Charlie Shavers (Trompete), Eddie Bert (Posaune), Eddie Wasserman (Tenorsax), Nat Pierce & Hank Jones (Klavier), Ray Brown (Bass) und Bellson beteiigt.
Maurice inaktiv (06.03.2020, 22:36): 3.66
Dizzy Gillespie : Afro AD: 1954
Bigband mit hervorragender Besetzung für die Tracks 01-04 :
Jimmy Nottingham, Ernie Royal, Quincy Jones (Tps) Jay Jay Johnson, Leon Comegys, George Matthews (Tbs) George Dorsey, Hilton Jefferson (Altosax) Hank Mobley, Lucky Thompson (Tenorsax) Danny Bank (Baritonsax) Wade Legge (Klavier) Lou Hackney (Bass) Charlie Persip (Drums) José Mangual, Candido, Mongo Santamaria (Percussion)
Dizzy Gillespie (Tp, Voc.) - Sonny Rollins, Sonny Stitt (Tenorsax) - Ray Bryant (Klavier) - Tommy Bryant (Bass) - Charlie Persip (Drums)
Weiter mit Dizzy und diesem legendären Album. Ich habe diese CD doppelt, aber das mach nichts. Das kommt vor, wenn an auf solche Boxen zugreift, weil dort vielleicht Alben drauf sind, die in der Box günstiger als einzeln zu erwerben sind.
Maurice inaktiv (07.03.2020, 13:53):
Paul Desmond : Take Ten AD: 05.-19.06.1963, NYC
Paul Desmond (Altsax) - Jim Hall (Git.) - Gene Wright (Bass, Titel 1) - Gene Cherico (Bass, Rest) - Connie Kay (Drums)
Auf der CD ist noch George Duvivier als weiterer Bassist mit angegeben, aber auf dem Original-Cover ist von ihm keine Rede.
Einfach wunderschöne Musik, die hier von Paul Desmond und seinen Kollegen gespielt wird. Jim Hall passt zu ihm wie die berühmte Faust aufs Auge.
Cetay (inaktiv) (09.03.2020, 02:13):
Einfach wunderschöne Musik, die hier von Paul Desmond und seinen Kollegen gespielt wird. Jim Hall passt zu ihm wie die berühmte Faust aufs Auge. Desmond und Hall - das glaube ich ungehört. Ich hab's trotzdem gehört und bin begeistert. :times10
Cetay (inaktiv) (09.03.2020, 06:10):
Rush; Presto
Von den Kanadiern war das bis gestern die einzige Scheibe, die ich bislang noch nicht kannte (das scheint mir nach 2-3 Hördurchgängen kein wirkliches Versäumnis gewesen zu sein). Damit mischen sie sich unter die Gruppen/Künstler, die 20 und mehr reguläre Studio-Alben aufgenommen haben, welche ich alle gehört habe. Sonst sind das noch Motörhead, Saxon, Zappa, Yes und Hawkwind.
Maurice inaktiv (09.03.2020, 13:04): Desmond und Hall - das glaube ich ungehört. Ich hab's trotzdem gehört und bin begeistert. Ja, ein absoluter Hörgenuss. Da musste ich gleich noch zwei CDs nachordern.
tapeesa (09.03.2020, 14:31): 1- Lotte Lenya sings Kurt Weill's - The seven deadly Sins
2- Songs of 1940s Theatre Lotte Lenya & Maurice Levine and His Orchestra
Cetay (inaktiv) (12.03.2020, 03:55):
The Electric Light Orchestra; The Night the Light went on (in Long Beach), Live 1974
Obwohl ELO in ihren Songs Mozart, Grieg und Beethoven verwurstet hat, ist das Abendland nicht untergegangen. :thumbup:
xarddam (12.03.2020, 06:59): habe ELO mit der 'Out Of The Blue' Doppel LP kennen gelernt. Da waren sie dann schon poppiger, aber gut ! Diese alten Sachen aus der Anfangszeit gefallen mir auch sehr gut
xarddam (12.03.2020, 08:36): ach ja, was anderes. Die erste LP, die ich bekam war diese. Ich hatte mir gerade meinen erste Anlage gekauft (vom Taschengeld und Rasenmäh-Lohn zusammengepart), eine Palladium Kompaktanlage.
Die LP habe ich dann zum Geburtstag von meinen Schulfreunden geschenkt bekommen. Vorher hatte ich nur Kassetten, mit LP's, die ich von meinem Kumpel "Festus" überspielt bekommen habe : Genesis, Eloy, Yes, Kraftwerk, Pink Floyd ... so Musik hörten wir damals mit 14 - 15 Jahren.
Also , das war dann die LP: Steve Miller Band - Book Of Dreams
Die Platte habe ich schon lange nicht mehr, aber natürlich die CD Die höre ich nicht gerade jetzt, sollte ich aber wieder mal anhören ...
uhlmann (13.03.2020, 17:45): Bin - nachdem ich mir kürzlich nach Jahrzehnten wieder eine Stromgitarre gecheckt habe - voll am Metal-Trip. Höre (und spiele mehr oder weniger erfolgreich) seit Wochen praktisch nur Death/Black/Whatever-Metal. Gerade laufen die letzten Platten der finnischen ARCHGOAT. Geiler Scheiss!
tapeesa (13.03.2020, 19:48): Andreas Fuyu Gutzwiller - Shakuhachi, der leere Himmel, the emptiness of the sky
Cetay (inaktiv) (16.03.2020, 10:05): Ja, Presto ist wirklich keine Glanzleistung von Rush. Aber bei der Fülle ihrer Veröffentlichungen verzeiht man denen eigentlich fast alles.
Ich höre mich gerade wieder durch die komplette Fülle. Die sind schon ein einzigartiges Phänomen. Sie waren eine der erfolgreichsten Gruppen aller Zeiten, werden -was ihre Auszeichnungen für Plattenverkäufe angeht- in einem Atemzug mit den Stones und Beatles genannt- und scheinen doch nie so richtig ins Bewusstsein der Massen gedrungen zu sein. Selbst wer sich überhaupt nicht für Pop- und Rockmusik interessiert, hat von den Beatles und den Stones gehört (ausser vielleicht unser ehemaliges Foren-Unikum, das an ihrem Rundfunkempfänger die Stationstaste des Klassiksenders festgeklebt und die anderen abgemacht hat, damit sie ja nicht mal versehentlich einen Popsender einschaltet), aber wer kennt Rush?
Vielleicht leiste ich demnächst etwas Aufklärungsarbeit. Da ich seit Wochen so gut wie keine Klassik mehr höre, habe ich sonst kaum was zu schreiben. Jetzt läuft diese hier, eine ihrer besten:
Rush; Hemispheres
Maurice inaktiv (17.03.2020, 09:41):
Bob Brookmeyer : Traidionalism Revisited AD: 13. & 16.Juli 1957 New York
Bob Brookmeyer (Valve-Tb, Klavier) - Jimmy Giuffre (Klarinette, Tenor/Baritonsax) - Jim Hall (Git.) - Joe Benjamin (Bass - 1,2,4-7&11) - Ralph Pena (Bass - 3, 8-10) - Dave Bailey (Dm)
Die beiden letzten Titel stammen vom 27.Oct.1958 , hier nur im Trio : Bob Brookmeyer (Valve-Tb) - Jimmy Giuffre (Klarinette, Tenor/Baritonsax) - Jim Hall (Git.)
Maurice inaktiv (17.03.2020, 23:21):
Count Basie : Basie Plays Hefti AD: 03./04./14.April 1958
Die ersten 11 Titel gehören zur Original-LP , die anderen Titel stammen aus den Jahren 1952-1956.
Für mich sind das einfach traumhaft swingende, relaxte Einspielungen, die die Geschichte der Basie-Band teilweise bis heute geprägt haben. Etwa "Cute", "Two Frank's", "Two for the Blues" oder aus der früheren Periode "Softly with Feeling", "Plymouth Rock" oder "Fancy Meetin' You".
Die Reihe der Solisten ist ein "Who is Who" der Basie-Band der 1950-er Jahre: Joe Newman, Joe Wilder, Thad Jones, Snooky Young, Henry Coker, Al Grey, Bill Hughes, Benny Powell, Marshall Royal, Frank Wess, Billy Mitchell, Frank Foster, Charlie Fowlkes, Freddie Green natürlich, Eddie Jones und bei den meisten Aufnahmen natürlich Sonny Payne, aber auch Gus Johnson bei den früheren Stücken. Was für eine grandiose Band das war.....
Diese Mischung aus Power, Swing und Präzision konnte keine Band erreichen, auch nicht der hervorragende Harry James oder Les Brown, dessen Band ebenfalls damals extrem klasse war. Auch der Duke konnte da nicht mithalten, er hatte andere Prioritäten. Harry James, wenn er keinen Schmalz spielte, war vielleicht der einzige, der das auch noch konnte (mit etwa Buddy Rich oder Louis Bellson am Schlagzeug), Kenton hatte auch eine andere Auffassung, Woody Herman war damals mehr im etwas cooleren Bereich unterwegs. Dessen Spitzenband sollte wieder um 1962-1965 zur Höchstform auflaufen.
Maurice inaktiv (18.03.2020, 12:42):
Ted Heath : At the London Palladium - The Final Swing Session, Vo.3 AD: 21.08.1955
Ted Heath leitete außerhalb der USA eines der besten Bigbands überhaupt. Selbst in den Staaten war diese Band unglaublich erfolgreich und gastierte in der New Yorker Carnegie Hall. Die Band hatte so ein außergwöhnliches Format, dass sie mal nach Les Brown, Stan Kenton, Count Basie, Lionel Hampton, Glenn Miller oder Tommy Dorsey klingen konnte, obwohl sie doch dabei immer nach Ted Heath klang.
Die Band war gespickt mit exzellenten Solisten und Satzführern, etwa Bobby Pratt, Bert Hazard und Eddie Blair bei den Trompeten, Don Lusher (Posaune) , Les Gilbert, Roy Willox (Altsax), Danny Moss und Don Rendell (Tenorsax) , Pianist Frank Horrox Bassist Johnny Hawsworth und natürlich Drummer Ronnie Verrell, einem der besten britischen Bigband-Drummer überhaupt. Und das nur auf dieser CD hier.
Die meisten Arrangements stammen von Johnny Keating, dem ehemaligen Pianisten der Band, der in etwa den Job machte, den Billy Strayhorn bei Duke Ellington hatte. Weitere Stücke stammten von Bandmitgliedern, wie das in den Bigbands so üblich war.
Maurice inaktiv (18.03.2020, 23:46):
Jimmy Giuffre : The Four Brothers Sound AD: 23. & 25.Juni 1958
Jimmy Giuffre ( alle Tenorsax-Stimmen) - Bob Brookmeyer (Ventil-Posaune, Klavier) - Jim Hall (Gitarre)
Eine sehr kammermusikalische CD, auf der Bob Brookmeyer vor allem Klavier spielt, aber sehr sparsam, keinen Ton mehr als nötig. Das muss man erst mal können, vor allem dann, wenn es nicht mal das Hauptinstrument ist. Dazu der allgegenwärtige Jim Hall an der Gitarre. Das ist keine Scheibe zum einfach mal so anhören. Vielleicht etwas eintönig, da es kaum reine Soli gibt, aber es ist eigentlich so geschrieben worden, dass sich die Stimmungen ständig wandeln. Das ist höchst "Klassisch" angelegt, fast eine Art "Programm-Musik", auch wenn es das nicht ist. Schade, dass Giuffre nicht die Klarinette hin und wieder eingebaut oder die Posaune öfter eingesetzt hat.
Maurice inaktiv (19.03.2020, 08:23):
Ted Heath : The Lost Treasures of Ted Heath
Aus der tollen Box CD-Nr.4
Alle Einspielungen müssen in 1950-er Jahren gemacht worden sein. Die Informationen dazu sind sehr dürftig, aber die wenigen Angaben und der Sound lassen auf die 1950-er Jahre, so um 1954/57 herum vermuten. Auf dieser CD befinden sich viele Titel, die man nicht unbedingt bei Bigbands erwarten würde, etwa "Anything Goes", "When I grow to old to Dream", "You do something to me", "Love is just around the Corner", "Gone with the Wind" oder Whispering". Dazu kommen etwa "Perfidia", "Blues in the Night", "April in Paris" oder "Blue Moon".
Die Box gibts für einen Spottpreis, und Ted Heath ist immer eine Überlegung wert. Die Band war einfach großartig.
Maurice inaktiv (19.03.2020, 13:36):
Don Byrd/Jonny Coles : "Groovin' for Nat" : AD: 12.01.1962 , NYC
Don Byrd & Johnny Coles (Tps) - Duke Pearson (Klavier) - Bob Cranshaw (Bass) - Walter Perkins (Dm)
Gleich vier Titel steuerte Don Byrd zu dieser Session mit seinem Kollegen Johnny Coles dazu. Das Cover schreibt, dass es ungewöhnlich sei, dass zwei Trompeter zusammen spielen würden, aber das ist völliger Schmarrn. Warum schreibt jemand so einen Mist zusammen? Bereits King Oliver hatte sich den damals blutjungen Louis Armstrong in die Band geholt, anschließend machte er so weiter, also mit zwei Trompeten, bzw. Kornetten. Später gab es die Candoli-Brüder (beide spielten u.a. mit Woody Herman & Stan Kenton) und Dizzy Gillespie mit Roy Eldridge zusammen, selbst der Covertext verweist noch auf Buck Clayton mit Bill Coleman und Phil Sunkel zusammen mit Don Stratton, zwei weitaus weniger bekannte Kollegen, die in den 1950-er Jahren anfingen aktiv zu werden.
Über Donald Byrds Wandlungsfähigkeit hatte ich hier bereits geschrieben. Dagegen über Johnny Coles im Thread über die Trompeter ebenso, aber nicht unbedingt hier. Coles spielte zunächst mehr in Rhythm&Blues-Bands Anfang der 1950-er Jahre. Dort traf er auf viele später ebenfalls bekannte Kollegen, etwa John Coltrane, Benny Golson, Philly Joe Jones oder auch der spätere Jazz Messengers-Bassist Jymie Merritt, der aber bereits 1962 wieder verstarb und daher weniger bekannt geworden ist.
Hier wirken noch Duke Pearson (1932-1980) spielte zunächst diverse Blasinstrumente, vor allem aber Trompete. Mit diesem Instrument spielte er sogar in einer Army Band zusammen mit Wynton Kelly und dem Pianisten Phineas Newborn, bevor er sich als Pianist betätigte, etwa mit einem eigenen Trio. 1957/58 wirkte in der Band des Trompeters Louis Smith mit, ab 1959 oft mit Don Byrd. Er gründete ein eigenes Plattenlabel, auf dem auch diese Aufnahmen ursprünglich veröffentlicht worden sind. 1960 wirkte er bei Art Farmer/Benny Golson mit, 1961 ging er mit Nancy Wilson auf Europta-Tournee.
Newborn wurde vor allem bei der Plattenfirma Blue Note als Nahfolger des verstorbenen Ike Quebec Produzent und Pianist für viele Jazzmusiker. 1971 wurde er als Lehrer aktiv, musste aber dann wegen Erkrankung seine Tätigkeiten komplett einstellen.
Bob Cranshaw (1932-2016) war vor allem als der Jahrzehnte lange Begleiter von Sonny Rollins vielen bekannt, doch er hatte viel mehr drauf. So spielte er einige Jahre mit Drummer Walter Perkins in einer Band bis 1962. Ab 1961 spielte er viele Jahre mit Drummer Mickey Roker zusammen, war eine Art Hausbassist beim Label Blue Note und wirkte viele Jahre bei unzähligen Produktionen fürs TV mit, etwa der "Sesamstraße". Auch als Gewerkschafter für die Musicians Union war er aktiv gewesen.
Walter Perkins (1932-2004) war 1956/57 Mitglied im Ahamd Jamal-Trio, bevor er mit Bob Cranshaw in einer Band spielte, die auch u.a. Frank Strozier, Harold Mabern, Trompeter Willie Thomas und Muhal Richard Abrams als Bandmitglieder hatte. Weitere Stationen waren Carmen McRae, Sonny Rollins, Art Farmer, Teddy Wilson, Clark Terry, Billy Taylor, Al Cohn/Zoot Sims und Perry Robinson.
tapeesa (20.03.2020, 04:35): Hal Willner presents weird nightmare: Meditations on Mingus: 5 - Weird Nightmare (Interpret:Elvis Costello) Paul Simon - Insomniac's Lullaby
In beiden Einspielungen kommen Teile des Original-Instrumentariums von Harry Partch zum Einsatz.
Paul Simon kannte ich bis vorgestern, durch einen zufälligen Radio"fund", nur im Duo.
xarddam (20.03.2020, 08:19): Hallo tapeesa
Paul Simon. Wenn Dir die Musik gefällt, dann hör Dir mal die an. Ist (nach meiner Meinung) seine Beste Solo LP
Paul Simon - Graceland
xarddam (20.03.2020, 13:35): @'Marcie : Von den Dir aufgezählten, kenn ich noch die "Heart and Bones" und die "The Rhythm Of The Saints" Melodienmässig am schönsten (am radiotauglichsten ?) finde ich aber die Graceland. Klar, ist immer auch Geschmackssache. Jedem/r gefällt was anderes besser. Am allerbesten finde ich eh die Lieder von Simon & Garfunkel aus den 1960ger/Anfangs 1970gern :-)
... und Pink Floyd , bis zur "WYWH" gefällt mir auch sehr gut ;-)
Maurice inaktiv (21.03.2020, 11:00):
Duke Ellington : Continuum AD: 1974/75 The Duke Ellington Band, directed by Mercer Ellington
Die LP "Continuum" waren die ersten Aufnahmen ohne den Duke, aber auch ohne Paul Gonsalves, Tyree Glenn und teilweise auch bereits ohne Harry Carney. Natürlich ist das nicht mehr die Ellinton-Band, die man mal kannte, wie auch? Doch es ist wahrlich keine schlechte Band. Noch immer kann man die typischen Klänge bewundern, wenn auch mit teilweise unbekannten, aber keinesfalls schlechten Musikern, im Gegenteil.
So kann man etwa noch die Trompete von Cootie Williams bewundern, dem letzten Großen der Ellington-Band, aber auch dem jungen Barrie Lee Hall, der mal ein ganz exzellenter Plunger-Spezialist wurde, man kann den Posaunisten Art Baron hören, der sich ebenfalls zu einem ausgezeichneten Plunger-Spezialisten entwickelte, oder die Tenoristen Harold Ashby (der seit 1969 in der Band saß) und den jungen Ricky Ford (der ein fulminantes Solo in "Jump for Joy" spielt), den Baritonsaxophonisten Harry Carney, der aber noch 1974 verstarb, aber auch dessen Nachfolger, dem Schotten Joe Temperley, der inzwischen selbst verstorben ist, und der es bis zum Lincoln Jazz Orchestra unter Wynton Marsalis schaffen sollte, den Pianisten Lloyd Mayers, der wirklich einen Sound hatte, der doch stark an den Duke erinnerte, oder den Bassisten J.J.Wiggins, den Drummer Freddie Waits, der kurzzeitig in der Band war, der Altist James Spaulding, dazu Harold Minerve und Maurice Simon, die mit ihrem Sound die Klangfarbe von Johnny Hodges weiterführten.
Man höre z.B. hier aus der CD die Stücke "Jump for Joy", "Black and Tan Fantasy", "The Jeep's Blues" (hier mit Cootie Williams als Solisten), "Blue Serge" (einer wunderbaren Ballade Mercer Ellingtons, die der Duke Anfang der 1940-er Jahre aufnahm und spielte, dann aber im Schrank verschwand, warum auch immer; Solisten hier sind Lloyd Mayers, Art Baron und Harold Ashby), "Ko-Ko" (mit Art Baron und Harold Minerve an der Klarinette) und "Carney", einer Komposition des ehemaligen Altsaxophonisten Rick Henderson, zu Ehren Harry Carneys , hier mit Joe Temperley am Baritonsax, der Harry Carney sehr sehr nahe kam, später aber seinen eigenen Stil fand.
Maurice inaktiv (21.03.2020, 11:01):
Ted Heath : The Lost Treasures of Ted Heath AD: vermutlich in den 1950-er Jahren
Heute aus der tollen 4-CD-Box CD-Nr.3 mit so Krachern wie "Opus One", "Intermission Riff", "Daydream", "Caravan" oder dem guten, alten "King Porter Stomp".
Maurice inaktiv (21.03.2020, 13:44):
Glen Gray : Sound of the Great Bands, Vol.1 & 2 AD: 1958 , Capitol Records
Heute ist Bigband-Tag bei mir. Da darf Glen Gray nicht fehlen, der in den 1950-er Jahren mit hervorragender Besetzung die alten Original-Titel der Swing-Ära neu in Stereo aufgenommen hat. Manchmal vielleicht zu "museal" behaftet, da er auch die Original-Soli nachspielen ließ, aber er hatte dafür ein derart exzellentes Personal zur Verfügung, dass das überhaupt nicht wirklich ins Gewicht gefallen ist.
So brilliert Gus Bivona an der Klarinette, mal ganz a la Benny Goodman, dann wieder nach Artie Shaw klingend ("Begin the Beguine"), in "Cotrasts", der Erkennungsmelodie der Jimmy Dorsey-Band, übernimmt Skeets Herfurt auf dem Altsax die Rolle Dorseys. in "Blues on Parade" von Woody Herman übernimmt er den Part Hermans. Unter den Trompetern befinden sich Shorty Sherock (Ex-Gene Krupa und Jimmy Dorsey), Manny Klein, DIE Studio-Legende überhaupt (er spielte das Horn-Solo im Film "Verdammt in aller Ewigkeit" etwa), Pete Candoli (Ex-Woody Herman, Stan Kenton, Tex Beneke), Cappy Lewis (Ex-Woody Herman) spielte Trompete, Babe Russin und Plas Johnson (er spielte da legendäre "Pink-Panther-Solo von Henry Mancini) spielten Tenorsax, Si Zentner, Joe Howard, Milt Bernhart (Posaunen), Ray Sherman saß am Klavier, Mike Rubin (Ex-Glenn Miller als blutjunger Bassist noch) am Bass und Nick Fatool (Ex-Artie Shaw und Benny Goodman) saß am Schlagzeug.
Maurice inaktiv (22.03.2020, 08:09):
Ray Anthony : Jam Session at the Tower AD: 29.02. & 03.03.1956 , Hollywood & I Remember Glenn Miller AD: 1950 & 1953 & 1956 , Hollywood
Die Titel 01 bis 06 stammen von "Jam Session at the Tower. Ray Anthony hatte sich da eine exzellente Bigband zusammengestellt.
Conrad Gozzo , John Audino, Art de Pew, John Dolny & John Best (2,3,5) (Trompeten) Ray Sims , Jimmy Priddy, Dick Nash, Ken Trimble (Posaunen) Med Flory, Gene Merlino (Altsax) - Georgie Auld, Irv Roth (Tenorsax) - Leo Anthony (Baritonsax) Paul Snith (,2,3,5) & Buddy Cole (1,4,6) (Klavier) - Nick Bonney (Gitarre) - Don Simpson (Bass, Arr.) - Alvin Stoller (Drums)
Die Soli spielten: Ray Anthony (Trompete) , Ray Sims (Posaune), Med Flory (Altsax) , Georgie Auld (Tenorsax) , Lew Anthony (Baritonsax)
Eine fantastische Session war das gewesen. Diese Band hätte es mit jenen von Harry James, Count Basie, Duke Ellington, Les Brown oder Lionel Hampton jederzeit aufnehmen können.
Conrad Gozzo galt bis zu seinem frühen Tod 1964 als DIE Lead-Trompeten-Legende überhaupt. Er spielte in den Bigbands von Woody Herman, Woody Herman, Harry James, sowie bei unzähligen Studioaufnahmen aller Richtungen. Eine CD unter eigenem Namen gibt es auch von ihm. John Audino steht ihm da in nichts nach. Er spielte mit Stan Kenton, Harry James und unzähligen anderen Bigbands, Art de Pew war Lead-Trompeter für Harry James, Tommy Dorsey und nach Harry James Tod eine Zeit lang der Leiter der James-Band. Ich habe ihn noch selbst live erlebt, ein toller Trompeter und eine ganz coole Socke noch dazu. John Best spielte mit Artie Shaw, Glenn Miller und Benny Goodman.
Ray Sims, der hier alle Posaunen-Soli spielt, war viele Jahre Solist in den Bigbands von Les Brown (1947-1957) und anschließend Harry James. Er ist der Bruder des Tenoristen Zoot Sims übrigens. Med Flory spielte neben Altsax auch Tenor und Bariton, etwa in den Bigbands von Terry Gibbs. Später war er der Gründer und Leiter der Band "Supersax", die sich vor allem der Musik Charlie Parkers angenommen haben, und mit vollständigem Saxophonsatz auch die Soli von Parker zu den Stücken arrangiert hatten. Unter den Saxophonisten waren etwa Warne Marsh, Jay Migliori, Ray Reed, Lenny Morgan, Don Menza und Jack Nimitz.
Georgie Auld spielte mit Artie Shaw und Benny Goodman, dazu leitete er eigene Bands und auch Bigbands. Leo Anthony ist Rays Bruder und spielte viele Jahre mit ihm zusammen.
Die anderen Titel wurden mit diversen Besetzungen aufgenommen. Besonders die Sessions vom 04. & 11.01.1956 waren wieder mit einer tollen Besetzung gewesen.
Auch die Miller-Einspielungen wurden sehr schön arrangiert und gespielt. George Williams, Billy May und Dean Kinkaide waren dafür verantwortlich.
Maurice inaktiv (22.03.2020, 09:32):
Supersax : Chasin' the Bird & Dynamite AD: Juli 1976 & 24.-28.April 1978
Besetzung 01-09 :
Conte Candoli (01,05,06,08, Trompete) - Blue Mitchell (Trompete, 02,09) - Frank Rosolino (Posaune) - Med Flory, Joe Lopes (Altsax) - Warne Marsh, Jay Migliori (Tenorsax) - Jack Nimitz (Baritonsax) - Lou Levy (Klavier) - Fred Atwood (Bass) - Jake Hanna (Drums, 01, 04-09) & John Dentz (Drums,02,03)
Besetzung 10-17 :
Conte Candoli (Tompete) - Frank Rosolino (Posaune) - Med Flory, Lenny Morgan (Altsax) - Don Menza, Jay Migliori (Tenorsax) - Jack Nimitz (Baritonsax) - Lou Levy (Klavier) - Fred Atwood (Bass) - John Dentz (Drums)
Wer die Band "Supersax" nicht kennt, hier ein paar Hinweise dazu. Gergründet 1972 von dem Saxophonisten Med Flory und dem Bassisten Buddy Clark (bis 1975 dabei). Med Flory war der Arrangeur der Band, die sich aus einem üblichen fünfstimmigen Saxophonsatz, Trompete, Posaune plus Rhythmusgruppe zusammensetzte. Während alle Stücke incl. der Original-Soli von Charlie Parker vom Saxophonsatz gespielt wurden, waren die Blechbläser die Improvisatoren, die dem Ganzen zusätzlichen Pepp gaben.
Alleine das Spielen der Soli im Satz war schon mehr als eine absolute Spitzenleistung gewesen, die alleine die Qualität der Musiker beweist, die das spielten, bzw. überhaupt spielen konnten. Bei den Blechbläsern waren auch die Trompeter Marvin Stamm und Blue Mitchell oder der Posaunist Carlos Fontana hier und da mit dabei. Klavier spielte auch Ronnell Bright, Schlagzeug Jake Hanna und Lawrence Marrable, und die Bassisten Fred Atwood und Monty Budwig.
Zu den Gründungsmitgliedern gehörten die auch hier spielenden Flory, Marsh, Migliori, Nimitz und Bill Perkins. 1974 gewann die Band einen Grammy. Die Band war auch noch Ende 1980-er Jahre unterwegs gewesen.
Besonders tragisch ist der Tod von Posaunist Frank Rosolino im November 1978, also dem Jahr, in dem "Dynamite" eingespielt wurde. Bereits 1972 beging seine Frau Selbstmord und hinterließ ihm zwei Kinder. Noch im September 1978 trat Rosolino in Wien auf, es schien ihm bestens zu gehen, er war gut gelaunt und spielte mit dem österreichischen Fritz Power-Trio und Harry Pepl (der auch einige Jahre später Benny Goodman begleitete) um die Wette. Doch am 26.November beging er eine unfassbare Tat. Er erschoss seine beiden Kinder (eines überlebte den Kopfschuss aber, blieb aber blind) und dann sich selbst.
Maurice inaktiv (22.03.2020, 14:16):
Thad Jones : The Fabulous Thad Jones AD: 1954
Thad Jones (Trompete) - Frank Wess (Tenorsax, Flöte) - Hank Jones (Klavier, 3,5-6,8-9) - John Dennis (Klavier, 1-2,4,7) - Charles Mingus (Bass) - Max Roach (Drums, 1-2,4,7) - Kenny Clarke (Drums, 3,5-6,8-9)
Dann weiter mit : "Motor City Scene" AD: 1959
Thad Jones (Kornett, Flügelhorn) - Al Grey (Posaune) - Billy Mitchell (Tenorsax) - Tommy Flanagan (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Elvin Jones (Drums)
Thad Jones dürften die meisten Hörer vor allem als Bigband-Leiter, Komponist und Arrangeur kennen, aber er war auch ein ausgezeichneter Trompeter/Kornettist/Flügelhornspieler gewesen. Doch sein Spielen ging unter mit dem wachsenden Erfolg als Leader und eben Musiker der "Schreibenden Zunft".
Geboren 1923 in Pontiac/Michigan, ging er aus einer zahlreichen (er hatte noch neun weitere Geschwister) und musikaischen Familie hervor. Seine beiden Brüder Hank (eigentlich Henry) und Elvin wurden, wie vermutlich bekannt ist, ebenfalls ausgezeichnete Jazzmusiker. Hank als Pianist, der so ziemlich jeden Stil spielen konnte, und Elvin, der als Drummer u.a. für John Coltrane bis 1966 spielte.
Seine musikalische Karriere sollte erst so richtig nach dem 2.Weltkrieg starten, als er zunächst in der Band von Billy Mitchell spielte (mit Bruder Elvin zusammen). Von 1954 bis 1963 wurde er Mitglied der Count Basie-Bigband, für den er auch arrangierte. Später tat er es auch für Harry James.
1965 gründete er das legendäre Thad Jones/Mel Lewis-Orchestra, was bis 1978 andauern sollte. Dann übersiedelte er nach Dänemark, wo er mit der Dänischen Radio Bigband auftrat und sie auch dann leitete. Auch unterrichtete er am Könuglichen Konservatorium Jazz. Ende 1984 wurde ihm die Leitung des Count Basie Orchestras anvertraut, da der Count 1984 verstorben war, und in der Überganszeit von Eric Dixon geleitet wurde.
1986 musste er die Leitung leider wieder abgeben, da er gesundheitlich zu sehr angeschlagen war. Am 20.08.1986 verstarb er in Kopenhagen/Dänemark, seiner Wahlheimat.
"The fabulous Thad Jones" entstand während seiner kurzen Zeit im Workshop von Charles Mingus 1954. Das zweite Album "Motor City Scene" entstand während seiner Zet in der Basie-Band. Er hatte sich dazu zwei Kollegen der Band dazu geholt, die eine ähnliche Auffassung von der Musik hatten, Al Grey und Billy Mitchell. Beide Musiker konnten wie Jones auch, einen Stil finden, der durchaus modern, aber doch auch irgendwie noch in der Tradition beheimatet war. Beide Kollegen spielten für Dizzy Gillespies Bigband Mitte der 1950-er Jahre,aber eben auch mehrere Jahre für Basie.
Thad Jones schrieb u.a. "A Child was Born", "Don't get Sassy", "To You", "H.R:H.", "The Deacon" und "Mutt and Jeff" (die letzten drei Stücke findet man alle auf der CD "Chairman of the Board" der Basie-Band).
Maurice inaktiv (22.03.2020, 16:18):
Weiter aus der Box "The Magnificant Thad Jones AD: 1956
Thad Jones (Trompete) - Billy Mitchell (Tenorsax) - Barry Harris (Klavier) - Percy Heath (Bass) - Max Roach (Drums)
Noch einmal aus der Box von Thad Jones.
Dann aber so langsam wieder in Richtung Bigband wandernd Count Basie im Oktett und dann auch mit der Bigband :
Count Basie : Class of '54
Titel 01-08 : AD: 07.Sept.1954 , in Boston (Oktett-Besetzung)
Joe Newman (Trompete) - Henry Coker (Posaune) - Frank Wess (Tenorsax, Flöte) - Frank Foster (Tenorsax) - Charlie Fowkles (Baritonax) - Count Basie (Klavier, Orgel) - Freddie Green (Gitarre) - Eddie Jones (Bass) - Gus Johnson (Drums)
Es gibt einige wunderschöne Momente, etwa "I'm Confessin'" mit Joe Newmans Trompete und Basies Orgelspiel, "These Foolish Things" mit Frank Foster, früher eines der Paradestücke von Lester Young, aber auch "Ingin' the Ooh", was kein anderes Stück als "Swingin' the Blues" ist. Dazu kommt das kraftvolle Spiel von Charlie Fowkles am Bartionsax, der damals recht oft zu solistischen Ehren kam.
Diese "kleine Bigband" ist ganz ausgezeichnet. Man höre die großartige Rhythmus-Gruppe um Drummer Gus Johnson, der keinen Deut schlechter als sein Nachfolger Sonny Payne war, auch unglaublich druckvoll, dabei aber mehr zusammenhaltend, bindend, und damit mehr in der Tradition eines Jo Jones und Shadow Wilsons stehend, als dann etwa Sonny Payne.
Titel 09-17 : AD : 02.Sept.1954 , American Legion Park, Ephrata, Penn.
Die Original-LP hatte nur die Tracks 01-10 , die weiteren Stücke hat man mit auf die CD gegeben, damit sie "voll" wird. Ob das so sinnvoll war, mag man sich streiten. Während die 1960 gemachten Einspielungen noch passen, findet man dann später eine stark veränderte Basie-Band vor.
Die Angaben auf den meisten LPs und CDs der Orirignal-LP sind falsch. Das ist nicht auf meinen Mist gewachsen, sondern von Chris Sherdian, dem "Schreiber" der "Basie-Bibel", die die gesamte Bandzeit vom Anfang 1935/36 bis zum Tod des Count 1984 dokumentiert hat. Und er konnte auf Grund des damaligen Tournee-Verlaufes das Datum genau festhalten.
Das Besondere an der CD ist, dass alle Titel von den Bandmitgliedern stammen. Damit wurden die Parts der Musiker natürlich entsprechend geschrieben. Die meisten Stücke steuerte Frank Foster dazu, gefolgt von Thad Jones, Frank Wess und Ernie Wilkins, der von 1955-1957 in der Band saß. Nach den Ausstieg dieser Musiker 1963/64, wurden einige Zeit lang kaum Stücke von der Band heraus geschrieben oder arrangiert. Merkwürdig, wenn man bedenkt, dass es viele Jahre eine Tradition war, bei Basie von einigen Musikern etwas zum Band Book beizutragen.
tapeesa (23.03.2020, 02:22): Charles Mingus 1 - Me, myself an eye 2 - Mingus ah um - daraus: Self-Portrait in three Colours
Maurice inaktiv (23.03.2020, 10:52):
Heute den zweiten Teil der Doppel-CD mit dem Studio-Orchester um Glen Gray herum.
Maurice inaktiv (23.03.2020, 10:52):
Als ich die Tage und heute unterwegs war zum Einkaufen gab es diese CD mit dem Trompeter Buck Clayton.
Titel 01-11 : Buck Clayton (Trompete) - "Big Chief" Russell Moore (Posaune) - Milton "Mezz" Mezzrow (Klarinette, 01-06) - Gene Sedric (Klarinette, Tenorsax, 03-06) - Red Richards (Klavier) - Pierre Michelot (Bass) - Kansas Fields (Drums) AD: 15.11.1953 , Paris, Frankreich
Titel 12-16 : Buck Clayton (Trompete) - Michel de Villiers (Tenor/Baritonsax) - André Persiany (Klavier) - Jean-Pierre Sasson (Gitarre) - Charlie Biareau (Bass) - Gerald Pochoment (Drums) AD: 15.11.1953
Der Trompeter Buck Clayton wurde vor allem durch seine Mitwirkung in der Bigband von Count Basie bekannt, aber auch durch seine Tourneen mit JATP und seinen eigenen Einspielungen für das Label Columbia 1953/54, den legendären "Jam Sessions", die es auf zwei Platten gab. 1953 besuchte er dann mit jener Band Europa, die man hier im ersten Teil auch hören kann. Mezz Mezzrow lebte bereits in Paris, Drummer Kansas Fields sollte nach der Tournee bis 1965 in Europa, vor allem Paris, seine Wahlheimat bleiben. Die Band war nicht mit den ganz großen Stars gespickt, aber damals in Europa heiß begehrt.
Maurice inaktiv (25.03.2020, 11:57):
Ted Heath :Heute die CD-Nr.2 aus der 4-CD-Box. Auch hier wieder Aufnahmen aus den 1950-er Jahren, denke ich mal. Wieder eine schöne Mischung aus bekannten und durchaus weniger bekannten Stücken. Etwa die wenig im Bigband-Umfeld zu findenden "Misty" oder "Avalon", aber auch "And the Angel Sing", "Good Bait", "Georgia on my Mind" , "At the Woodshopper's Ball" oder "Tuxedo Junction".
Cetay (inaktiv) (27.03.2020, 12:10):
Manowar; Battle Hymns
Ich höre seit Tagen im Wechsel Rush und Saxon (bei zusammen 42 CDs wird das nicht so schnell langweilig), nur selten unterbrochen von anderem Hartwurst-Kram. Das unschuldige Debut der bald zu personifiziertem Klischee mutierten Dummtruppe Manowar gehört zu meinen Allzeitfavoriten der metallischen Kunst.
Maurice inaktiv (29.03.2020, 20:33):
Ella Fitzgerald/Louis Armstrong : Ella & Louis Together AD : 16.08.1956 , Hollywood
Ella Fitzerald (Voc.) - Louis Armstrong (Trompete, Voc.) - Oscar Peterson (Klavier) - Ray Brown (Bass) - Herb Ellis (Git.) - Buddy Rich (Drums)
Aus der Doppel-CD die CD-Nr.1
Maurice inaktiv (31.03.2020, 13:57):
Lionel Hampton : Reunion at Newport 1967 AD: 03.Juli 1967 , Live at the Newport Jazz Festival
All Star-Bigband um Lionel Hampton. Gastmusiker warem : Illinois Jacquett (Tenorsax) , Milt Buckner (Klavier) und Alan Dawson (Drums). Alle drei spielten zuvor mit Lionel Hampton.
Die Besetzung der All Star-Bigband lautet :
Snooky Young, Jimmy Nottingham, Joe Newman, Wallace Davenport (Trompeten) Britt Woodman, Al Grey, Benny Powell, Garnett Brown (Posaunen) Ed Pazant (Altsax, Tenorsax, Flöte) - George Dorsey (Altsax) - Frank Foster, Dave Young (Tenorsax) - Jerome Richardson (Baritonsax) John Spruill (Klavier) - Billy Mackel (Gitarre) - George Duvivier (Bass) - Steve Little (Drums)
Super Bigband-CD, die auch einige Titel beinhaltet, die man von Hampton sonst nicht so kennt.
Maurice inaktiv (03.04.2020, 11:46):
Dixk Hyman & Tom Fletcher : If Bix Played Gershwin AD: 02./03.01.2003 & 27.03.2003 (nur Tracks 16 & 18)
Tom Fletcher (Kornett) - Dave Sager (Posaune) - Dan Levinson (Klarinette, C-Melody-Sax) - Dick Hyman (Klavier) - Bob Leary (Git.,Banjo,Voc.) - Vince Giordano (Bass-Sax) - Ed Metz,jr. (Drums)
Diese CD entstand zum 100.Geburtstag von Bix Beiderbecke, dem legendären Kornettisten mit deutschen Wurzeln, der bereits 1932 wieder verstarb, da er leider alkoholabhängig war. Beiderbecke war nicht nur ein großartiger Kornettist, der stilistisch den Gegenpart zu Louis Armstrong bildete, sondern auch ein großer Klassikfreund gewesen. Er spielte einige Jahre im Orchester von Paul Whiteman, der auch Gershwns berühmte "Rhapsody in Blue" uraufgeführt hat. Beiderbecke war damals im Orchester gewesen, hat also einen direkten Bezug zu Gershwin.
Tom Fletcher pflegt als Kornettist dieser musikalische Richtung weiter. Er ist ein großer Anhänger der Musik von Bix aber auch Wild Bill Davison , dem anderen großartigen Kornettisten des Chicago Style Jazz, mit dem er noch zusammen gespielt hat. Dick Hyman gehört zu den Vertretern des Jazz, die sich problemlos in fast allen Stilen zurecht finden. Er spielte bereits blutjung mit Benny Goodman auf dessen Europatournee 1950 (mit Musikern wie Roy Eldridge und Zoot Sims), aber war auch später an der Entwicklung des berühmten Moog Synthesizers beteiligt. Doch seine heimliche Liebe gehört dem alten Jazz, den er sowohl solistisch , als auch im Trio oder eben in All Star-Besetzungen immer wieder spielte und auch aufnahm (er machte Solo-Einspielungen der Musik von Scott Joplin, George Gershwin, Fats Waller und Duke Ellingtons).
Eine rundherum gelungene CD, die auch Raritäten wie den Verse von "Lady be Good" enthält, der heute nur noch sehr selten gespielt wird (ich habe ihn auch erst kürzlich entdeckt und am 08.März erstmals selbst gespielt).
Maurice inaktiv (04.04.2020, 23:15):
When Louis met Bix : Andy Schumm & Enrico Tomasso AD: 2015 , North Shields, UK
Andy Schumm (Kornett) - Enrico Tomasso (Trompete) - Alistair Allan (Posaune) - Matthias Seuffert (Klarinette, Alt/Tenorsax) - Morten Gunnar Larsen (Klavier) - Thomas "Spats" Laugham (Banjo,Gitarre) - Malcolm Sked (Bass) - Nicholas D.Ball (Drums)
Andy Schumm stammt aus Wisconsin/USA und gehört zu den besten Vertretern des Chicago Stils der späten 1920-er Jahre um Musiker wie Leon "Bix" Beiderbecke und Frankie Trumbauer. Er spielt auch das entsprechende Instrument, ein Kornett der Marke Conn Victor aus dem 1920-er Jahren. Jenes Instrument, was auch Beiderbecke spielte.
Enrico Tomasso wurde in Yorkshire/Großbritannien im Jahre 1961 geboren. Er studierte Musik am College of Music in Leeds, anschließend an der bekannten Guidhall School of Music. Er spielte 12 Jahre im berühmten Pasadena Roof Orchestra und von 2002-2013 in Mr.Acker Bilks Jazz Band mit, um mal zwei bekanntere Namen zu bieten.
Matthias Seuffert stammt aus Frankfurt/Main. Zufällig kenne ich seine Eltern persönlich, ihn aber nicht. Er ist kein Berufsmusiker, aber sehr oft international unterwegs, so in England und den USA. Immer wieder wirkt er in Formationen mit, die den Stil der 1920-er Jahre spielen, hier auch immer wieder Konzerte zu Ehren der damaligen Größen extra spielen und vorbereiten.
Alistair Allan gehört seit vielen Jahren zum Pasadena Roof Orchestra und spielt mit Keith Nichols auch den USA immer wieder die Musik der 1920-er Jahre.
Auch "Spats" Laugham (*1971) gehört seit Jahren zum Pasadena Roof Orchestra. Er spielte aber auch mit eine großen Zahl an bekannten Jazzmusikern, etwa Mr.Acker Bilk, Monty Sunshine, Kenny Davern, Sammy Remington, dem gerade verstorbenen Bucky Pizzarelli, Howard Alden, Bob Wilber, Marty Grosz und der Band von Chris Barber.
Malcolm Sked spielt auch Tuba. Er wirkte u.a. in der Bob Kerrs Whopie Band mit.
Nicholas d.Ball wurde 1983 in Bristol geboren. Er studierte später u.a. am Trinity College of Music in London. Er studierte nicht nur Schlagwerk/Percussion, sondern auch Gesang. Er hat eine sehr schöne Homepage. Er beschäftigt sich außerdem sehr mit der Schlagzeugtechnik und den Instrumenten aus den frühen 1920-er Jahren, also zur Anfangszeit des Drumsets. Er spielt auch auf entsprechenden Instrumentarium.
Eine wunderbare CD, die auch in der Auswahl der Stücke sehr gut gelungen ist.
tapeesa (05.04.2020, 09:31): Paul Simon - Songs from the Capeman
Maurice inaktiv (05.04.2020, 19:10):
Kenny Baker : The Louis Armstrong Conncetion : VOl.2 - The NEW Hot Five & The NEW Hot Seven & The NEW Orchestra AD: 24.4. & 03.05.1989
Der englische Jazztrompeter Kenny Baker (1921-1999), einer der besten Lead-und Solo-Trompeter des britischen Jazz für viele Jahrzehnte, machte sich in den späten 1980-er Jahren zur Aufgabe, alle Titel, die Louis Armstrong von 1925 bis 1947 noch einmal so Original als möglich in digitaler Aufnahmetechnik neu einzuspielen. Nur der Gesang Armstrongs wurde dazu eingeschnitten. Für dieses riesengroße Projekt wurden alle Stücke nach originalen Aufnahmen nach-arrangiert, was Anthony King besorgte.
Armstrong war bei vielen Aufnahmen seinen Mitmusikern haushoch überlegen, was vor allem für die Zeit nach den Hot 5 und Hot 7 zutrifft. Ebenso schwierig war es, die alten Arrangements aus den alten Schellack-Platten herauszuhören, da man damals einfach technisch erst am Anfang von Aufnahmen überhaupt stand.
Als Musiker hier sind etwa Don Lusher (Posaune), George Chisholm (Posaune), Roy Wilox (Klarinette), Ronnie Ross (Baritonsax, Klarinette), Ronnie Camberlain (Altsax,Klarinette), Ray Swinfield (Sopransax), Stephen Wick (Tuba), David Hartley (Klavier), Les Thatcher (Banjo,Gitarre) und Ronnie Verrell (Drums)
Nicht von ungefähr haben viele dieser Musiker eine lange Zeit für die Bigband von Ted Heath gespielt. Sie waren alle perfekte Notisten gewesen.
Man kann, für alle, die von so einem Umfang dieses Projektes keinerlei Vorstellungen haben, noch einige Informationen. Im Jazz kann man viel in die Noten schreiben, aber das, was ein Solist in der Größe eines Louis Armstrong zwischen den Noten gespielt hat, die ganzen Zischentöne und Nuancen, die unglaublich viel ausmachen, das konnte man eben nicht übernehmen. Doch Kenny Baker war seit frühester Jugend ein großer Verehrer von Armstrong gewesen, so dass er diese Nuancen vielleicht doch erstaunlich gut hinbekommen hat.
Ich persönlich halte Rod Mason, einen weiteren Briten, der aber vor allem nur Kornett spielte, vor allem für den frühen Armstrong für weitaus besser geeignet. Er hatte weitaus mehr vom Ton und Phrasierung der Zeit von etwa 1925 bis 1933 anzubieten, was Armstrong so perfekt beherrschte.
tapeesa (07.04.2020, 21:34): Monty Python's - Galaxy Song
tapeesa (16.04.2020, 21:53): Eleni Karaindrou - Tous des oiseaux
Maurice inaktiv (19.04.2020, 22:45):
Rod Mason: Heebie Jeebies AD: 1977 & 1979
Rod Mason (Kornett, Gesang) & Band
tapeesa (20.04.2020, 20:08): Joni Mitchell - Song to a Seagull 8 - 10, The Pirate of Penance, Song to a Seagull, Cactus Tree
Maurice inaktiv (23.04.2020, 08:43):
Count Basie : Count Basie -The Big Band Leader 1939-1951
Aus dieser Kollektion von 1939 bis 1951 fehlen zwar die ersten Jahre, und auch viele echte Basie-Hits, dafür bekommt man eine Reihe von Stücken angeboten, die man niemals Basie zuordnen würde. So etwa aus der ersten CD, die ich gerade höre, den "Twelfth Street Rag", "And the Angels Sing" (aus dem Repertoire von Benny Goodman), "Bolero at the Savoy" (von der Gene Krupa Band), "How Long Blues", die "Moonlight Serenade" (von Glenn Miller natürlich), "Song of the Island"......auch "I left my Baby", was auch im Film "Kansas City" vorkam ist mit dabei.
Die Band hatte hier noch all ihre tollen Solisten dabei, so kann man Lester Young auf den meisten Stücken als Solisten erleben, Harry Edison und Buck Clayton an den Trompeten, Earl Warren am Altsax, Buddy Tate am Tenorsax, die Posaunisten Dickie Wells und Benny Morton, Drummer Jo Jones, und ganz selten, Jack Washington am Baritonsax. Es singen Helen Humes und natürlich Jimmy Rushing. Die Aufnahmen entstanden zwischen dem 05.April 1939 und dem 06.November 1939.
Es ist heute der richtige Start in den Tag für mich. Mal ohne Klassik, ich brauche den Schwung dieser vielleicht besten Swing-Band aller Zeiten, allerhöchstens Jimmie Lunceford kam zu dieser Zeit auf mindestens das gleiche Niveau, aber noch vor all die anderen Bigbands, selbst vor Duke Ellington und Glenn Miller, dessen Stern 1939 erst wirklich aufging. Natürlich waren die weißen Bigbands populärer, aber keinesfalls vom Swing und Drive her besser als es Basie damals war. Selbst Basie selbst sollte dieses Niveau nie wieder erreichen, dafür aber den Bgband-Sound später perfektionieren. Drive und Swing hatte er natürlich immer noch, aber die Dichte der Rhythmusgruppe war unerreicht geblieben (trotz Sonny Payne am Schlagzeug).
Maurice inaktiv (23.04.2020, 09:50): Jimmie Lunceford : Dance Hall Days - Sampler AD: 1935-1942
Hier nun die Jimmie Lunceford-Band in ihrer Blütezeit. Sie ist vielen Jazzfans durchaus bekannt, aber nicht mehr wirklich geläufig. Zu wenig ist sie auf dem heutigen Markt präsent, und wenn, dann meist in lausiger Aufmachung, so auch diese CD, die ich gerade höre. Keinerlei Angaben über Aufnahmedatum, Besetzung, Solisten, Sänger. Man muss es entweder wissen, erhören oder nachschlagen, wenn man Literatur dazu parat hat.
Auch hier sind nur wenig ganz typische Lunceford-Titel dabei, aber trotzdem bekommt man vom Klang und Drive der Band eine Ahnung. Immerhin konnte er mit einer Reihe ganz hervorragender Solisten aufwarten: Si Oliver (Trompete, Gesang, Arr.), Paul Webster (High Note-Trompete), Snooky Young, Gerald Wilson (Trompete, Arr.), später auch Freddie Webster (Trompete), Trummy Young (Posaune, Gesang), Wiilie Smith (Lead-Alto, Klarinette, Gesnag), Joe Thomas (Tenorsax), Dan Grissom (Altsax, Gesang), Earl "Jock" Carruthers (Baritonsax), Benny Waters (Lead-Alto), Ed Wilcox (Klavier, Arr.), Moses Allen und später Truck Parham (Bass), Jimmy Crawford und später Joe Marshall (Drums). Eddie Durham (Posaune, Gitarre, Arr.).
Außerdem war die Band für ihren mehrstimmigen Gesang bekannt, der ausschließlich von Bandmitgliedern vorgetragen wurde. Lunceford war auch einer der ersten Leader, die sich der Wirkung von High Note-Solisten bewusst war. Er hatte dafür Eddie Tomkins, Tommy Stevenson und Paul Webster. Ebenfalls war die Band für ihre perfekten Show-Einlagen bekannt, wenn die Trompeten im Takt ihre Trompeten nach Oben warfen, dann perfekt auffingen und im Tempo weiterspielten. Ich kann nur sagen, dass das absolut nicht nachahmenswert ist. Es geht zu 99 % schief - und die Trompete wird ziemlich ramponiert werden dadurch.
Sein Spiel wurde allgemein als "Bouncend" empfunden, also "Hüpfend", was die Steigerung zum "Swingen" bedeuten sollte.
Ihr Parade-Stück war "Rhythm is our Business", wo ein Sänger die Band vorstellte. Hier mal ein Video dazu, damit man sich ein Bild von der Band machen konnte. Die Band spielte auswendig, Lunceford selbst spielte nur selten mit, konnte aber alle Instrumente auch spielen, vor allem Saxophon. Ich denke, man kann selbst nach so langer Zeit noch erkennen, wie das um 1935-1942 gewirkt haben musste. So ging damals "Show", keine andere Bigband hatte das so drauf wie die Lunceford-Band. Vielleicht kann jemand verstehen, warum ich diese Band auch heute noch für absolut einmalig halte. Das Outfit war auch in dieser Form einzigartig. Man beachte auch Drummer Jimmy Crawfords spielend leichte Showeinlagen mit den Drumsticks, für die später Gene Krupa und auch Sonny Payne bekannt wurden.
youtube.com/watch?v=9Tgef-Xhqn0
youtube.com/watch?v=sK5zNDGkQ2w
Wenn jemand Bock drauf hat, kann er sich mal das zweite Video anschauen. Die Qualität hier ist besser, der Anfang etwas seltsam, aber man bekommt dann einen sehr guten Eindruck mit mehrere Stücken, darunter auch "Rhythm is our Business".
tapeesa (23.04.2020, 10:29): The amazing devil - The horror and the wild The Witcher - Wild hunt Dear Wormwood - The Oh Hellos
Maurice inaktiv (25.04.2020, 10:11):
Sy Oliver & Billy May : Jimmie Lunceford in Hi-Fi AD: 1950-1957
Studio-Bigbands um Sy Oliver & Billy spielen teilweise die Original-Arrangements der Lunceford-Band in Stereo ein. Jede Einspielung kann mit ehemaligen Band-Mitgliedern aufwarten. So spielen Paul Webster (Trompete), Trummy Young und Elmer Crumbley (Posaunen), Willie Smith (Lead-Alto), Joe Thomas (Tenorsax), Ed Wilcox (Klavier), George Duvivier (Bass), Jimmy Crawford & Joe Marshall (Drums) mit.
Weitere Solisten waren Charlie Shavers, Taft Jordan, Pete Candoli, Ollie Mitchell (Trompeten), Henderson Chambers, Frank Rehak, Si Zentner (Posaunen), Hymiee Shertzer & George Dorsrey (Altsax), Sam "The Man" Taylor (Tenorsax), Billy Kyle & Jimmy Rowles (Klavier), Joe Montragon (Bass) & Alvin Stoller (Drums). Als Sänger fungierten u.a. Sy Oliver, Willie Smith, Trummy Young, Dan Grissom & Joe Thomas.
Die Mischung aus Altem und Neuem gelingt hier außerordentlich gut. So wurden beide Alben keine "musealen Einpielungen", sondern wirken auch noch heute sehr hörenswert, wenn auch mit einem gewissen "nostalgischen Hang" dazu. Immerhin war die Original Lunceford-Band von 1927 (zuerst noch als Chickasaw Syncopator's) bis 1950. Lunceford selbst verstarb bereits plötzlich und unerwartet 1947. Die letzten Jahre wurde die Band von Joe Thomas und Ed Wilcox noch am Laufen gehalten. Die Hauptphase der Band bestand von 1935-1942, als nicht nur die wichtigsten Einspielungen gemacht wurden, sondern auch die Band mit Solisten glänzen konnte, die jeder anderen Bigband ebenbürtig waren.
Der erste große Hit wurde 1935 "Rhythm is our Business", das zur Erkennungsmelodie der Band wurde.
Maurice inaktiv (25.04.2020, 15:40):
Lionel Hampton : Jumpin' with Hamp - The Legendary 1951 Big Band Studio Sessions AD: 17.04. - 17.10.1951
Das ist einfach total mitreißender, siedend-heißer Bigband-Jazz aus der noch richtig großen Zeit der Lionel Hampton-Bigband. Was hatte er da für eine fantastische Band zusammen:
Walter Willaims (Lead), Benny Bailey (main trumpet soloist), Idrees Sulieman, Ed Mullens, Leo Shepard (High-Note-Trumpet) - Trompeten Paul Lee, Al Grey, Benny Powell, Jimmy Cleveland (Posaunen) Robert "Bobby" Plater), Jerome Richardson (Altsax) Johnny Board, Gil Bernal, Curtis Lowe (Tenorsax) Ben Kynard (Baritonsax) Milt Buckner (Klavier, Orgel) Billy Mackel (Gitarre) Roy Johnson (Bass) Ellis Bartee (Drums)
Das Remastering ist leider nicht wirklich berauschend geworden, aber man kann die Qualität der Band und den Drive immer noch sehr gut hören. Die Gesangs-Nummern kann man allerdings in die Tonne werfen, das ist leider nicht mal zweitklassig. Sonny Parker, Janet Thurlow und Eve Lynn entsprechend heute auch nur noch absoluten Insidern bekannt. Wenn man bedenkt, dass in seiner Band Dinah Washington, Betty Carter und Joe Williams gesungen haben, sind die Vokal-Nummern einfach nur unnötiges Beiwerk.
Dafür Schrieb ein noc völlig unbekannter Teenager (er war zu dieser Zeit 19 Jahre jung) für einige der hier gespielten Titel die Arrangements. Dieser junge Mann sollte auch bald in die Band als Trompeter einsteigen, aber bekannt wurde er später als Leiter und Arrangeur einer eigenen Bigband, bzw. als Produzent eines gewissen Michael Jackson. Ich spreche von Quincy Jones, inzwischen 87 Jahre alt, und wohl der letzte noch lebende Musiker dieser Ära Hamptons.
Cetay (inaktiv) (26.04.2020, 04:50):
Sun Ra, The Magic City (1965) Sun Ra (Clavioline, Klavier), Pat Patrick (Baritonsaxophon, Flöte, Pauke), John Gilmore (Tenorsaxophon), Marshall Allen (Altsaxophon, Flöte, Oboe, Piccoloflöte) & 11 weitere Musiker (3x Holz, 5x Blech, Kontrabass & 2x Percussion)
In der Hochphase des Free Jazz hat Sun Ra als Erster verstanden, was "Freiheit" wirklich bedeutet. Während der Free Jazz Hauptstrom dogmatisch die Befreiung und radikale Überwindung von Struktur, Tonalität und Metrum suchte, bestand für Ra Freiheit darin, dass man neben Kollektivimprovisationen über einem unregelmäßigen Puls, ohne Bindung an Akkorde und ohne Verharren bei der etablierten Instrumentaltechnik, auch "schöne" Melodien, konventionelle Akkordwechsel und herkömmliche Phrasen mit der traditionellen Rollenverteilung von Solo und Begleitung verwenden und das Ganze in eine stringente Großform gießen kann. Das macht die Musik ungemein lebendig, vielseitig, unvorhersehbar und doch in sich stimmig und schlüssig. Die schier besoffen machende Vielfalt an Klangfarben und Texturen tut ein übriges - zusammengehalten von der Einsätze verteilenden Hand des Maestros, der mit seinen "spacigen" Klangexperimenten auf allerlei Proto-elektronischen Tasteninstrumenten für den X-Faktor sorgt.
Maurice inaktiv (26.04.2020, 10:41):
Buddy Johnson : Back Beat - The Rhythm of the Blues, Vol.3 : AD: 1953-1957
Buddy Johnson & His Orchestra , feat. Ella Johnson (Voc.)
Buddy Johnson (1915-1977) gehörte zu den "Unsung Helds" der Bigband-Ära, die auch nach dem Kriege noch erfolgreich waren. Er spielte einen cleveren Mix aus den Stilen von Jimmie Lunceford, Erskine Hawkins und Lionel Hampton, und galt als einer der Wegbereiter des Rhythm & Blues. Satte Bläsersätze, heiße Soli, der Gesang von Buddy's Schwester Ella, fertig war die "Erfolgs-Formel" gewesen, vereinfacht beschrieben.
Dabei konnte er auf eine Reihe vorzüglicher Solisten zurückgreifen, von denen nur wenige bekannt wurden, aber der Qualität deshalb keinen Abbruch taten. Er spielte vor allem im Savoy Ballroom und in den Südstaaten der USA. Seine Band existierte von 1939 bis 1964, die letzten Einspielungen erfolgten 1961 für die Firma Mercury. Johnson selbst spielte Klavier.
Auf dem Album hier spielen u.a. Ramond Orr (Ex-Dizzy Gillespie Bigband, Trompete), Leon Comegys (Ex-Dizzy Gillespie, Lionel Hampton und Count Basie-Posaunist), Steve Pulliam (Ex-Lucky Millinder, Posane), Slide Hampton (Posaune, später Maynard Ferguson, Art Blakey), Ed Burke (Ex-Lucky Millinder, Posaune), Haleem Rasheed (Ex-Lionel Hampton, Posaune), Harold "Geezil" Minerve (Altsax, später mit Duke Ellington, um737/75), Purvis Hanson (Tenorsax).
Maurice inaktiv (27.04.2020, 10:33): Ich habe mich die Tage durch den Duke Ellington-Wettbewerb in den USA gehört. Es sind die Final-Teilnehmer, die hier im Lincoln Center von New York quasi vorspielen. Die Jury ist immer sehr hochkarätig besetzt und steht unter der Schirmherrschaft von u.a. Wynton Marsalis.
youtube.com/watch?v=H6_KYiXqoHw
youtube.com/watch?v=xq_SJEhoZw0
youtube.com/watch?v=di74TdltQGc
Es ist mehr als nur beeindruckend, was hier diese jungen Musiker spielen und leisten. Einige davon werden anschließend an solchen Instituten wie der Juilliard School of Music oder der Manhattan School of Music studieren. Die Bands haben einen teilweise erstaunlich hohen Frauenanteil, auch im Trompeten - oder Posaunen-Register. Da spielen verdammt Girls, aber auch an Klavier, Bass, Gitarre, Drums oder am Saxophon. Einige exzellente Sängerinnen sind dabei, und drei Vibraphonisten, die wie der Teufel spielen. Da ist mir um den Jazz nicht bange.
Bei dem Wettbewerb werden aber nicht nur Ellington-Stücke gespielt, sondern auch Sachen von Benny Golson, Dizzy Gillespie (Things to Come !!!), aber auch Raritäten, die selbst ich noch nicht gekannt habe.
Maurice inaktiv (28.04.2020, 13:13):
George & Ira Gershwin : Ella Fitzgerald Sings the George and Ira Gershwin Songbook AD: 05.01. - 20.08.1959 , Hollywood
Als Begleitorchester wirkte Nelson Riddle mit einem Star-Studio-Ensemble vom Feinsten mit. Etwa die Pianisten Paul Smith, Lou Levy, Herb Ellis, Barney Kessel (Gitarren), Joe Montragon, Joe Comfort, Ralph Pena (Bass), Alvin Stoller, Mel Lewis (Drums), Larry Bunker (Percussion), Benny Carter, Ted Nash (Altsax), Plas Johnson (Tenorsax), Pete Candoli, Manny Klein, Shorty Sherock, Don Fagerquist (Trompeten)
Die meisten Musiker spielten auch Alben mit Billy May, Sy Oliver oder Henry Mancini ein und waren vor ihrer Studiozeit bei Bandleadern wie Benny Goodman, Tommy Dorsey, Glenn Miller, Lionel Hampton, Artie Shaw, Charlie Barnet, Woody Herman oder Harry James beschäftigt.
Maurice inaktiv (29.04.2020, 10:41):
Duke Ellington : DE at the Hollywood Empire AD: Feb. 1949 live
Heute hätte der große Duke Ellington Geburtstag, sein 121. wäre es gewesen, da er 1899 geboren wurde. Das Konzert hier fand zu einer Zeit statt, da mal wieder ein "Recording Ban" in den USA war, daher ist es schon ein historischer Mitschnitt, der hier herauskam. Die Band hatte zudem eine sehr gute Besetzung, so spielte für einige Zeit wieder Ben Webster mit. Weitere Solisten waren Ray Nance (Trompete), Al Killian (High Note-Trumpet), Lawrence Brown und Tyree Glenn (Posaune), Johnny Hodges (Altsax), Jimmy Hamilton (Klarinette), Harry Carney (Baritonsax).
Einige Stücke sind auch dabei, die man später beim Duke nicht mehr hörte, etwa das Eröffnungsstück "Solid Old Man", was eigentlich nur von 1939 bis 1946 im Programm war, dann aber wohl nur noch um 1949 herum noch einmal auf den Pulten der Band lag,"Hy'a Sue", was für den Posaunisten Tyree Glenn geschrieben worden ist, "Singin' In the Rain" oder "The Unbooted Character".
Maurice inaktiv (29.04.2020, 22:35): Hier ohne Bild (bitte nicht suchen, die CD findet man nicht gelistet auf Amazon oder JPC) :
Echoes of Ellington : Main Stem AD: 05.09.1994, London
All Star-Band um den Trompeter Bruce Adams, den ich vor einigen Jahren live in der Alten Oper Frankfurt gesehen hatte. Von dort stammt auch die CD, die er mitgebracht hatte.
Es ist ein weiterer Tribute an Duke Ellington zu dessen Geburtstag heute.
Duke Ellington : London 1963 & 1964 , New York , 20.05.1964
Duke Ellington nun hier mit seiner Band in eben London und dann New York. Mit Ray Nance, Cat Anderson, Rolf Ericson, Lawrence Brown, Buster Cooper, Johnny Hodges, Paul Gonsalves, Jimmy Hamilton, Russell Procope, Harry Carney, Ernie Shepard und Sam Woodyard.
Cetay (inaktiv) (30.04.2020, 09:30): Hier ohne Bild (bitte nicht suchen, die CD findet man nicht gelistet auf Amazon oder JPC) :
Echoes of Ellington : Main Stem AD: 05.09.1994, London
All Star-Band um den Trompeter Bruce Adams, den ich vor einigen Jahren live in der Alten Oper Frankfurt gesehen hatte. Von dort stammt auch die CD, die er mitgebracht hatte. Ich kann mir nicht helfen, aber bei solchen Aussagen regt sich bei mir immer ein unwiderstehlicher Sportsgeist :D
Maurice inaktiv (30.04.2020, 12:11): @Maurice André
Gebraucht bei amazon ab 3,98 Euro, neu für 25,94 Euro: Danke. Ich hatte sie nicht angezeigt bekommen, egal was ich eingegeben hatte. Die CD ist sehr gut geworden, eine Mischung aus alten Arrangements und neuen Einfügungen, bzw. völlig neu gestalteten Arrangements.
Maurice inaktiv (30.04.2020, 12:13): Ich kann mir nicht helfen, aber bei solchen Aussagen regt sich bei mir immer ein unwiderstehlicher Sportsgeist Danke. Mir wurde sie einfach nicht angezeigt.
Maurice inaktiv (30.04.2020, 12:54): Danke für Deine Tipps! Danke für die Blumen. In DEM Fall musstet ihr ja selbst suchen gehen, da müssen Cetay und Du euch gegenseitig danken.
Maurice inaktiv (30.04.2020, 14:51): Ohne Deinen Tipp hätten wir ja garnicht gesucht. Ist ja schon gut, ich sage nix mehr jetzt. Danke,danke. Ich sollte euch öfter suchen lassen, was? :D :rofl
:beer
Bob Hunt's Duke Ellington Orchestra AD: 1999
Das ist auch noch mal eine tolle CD, die auch ein gewisses Ellington-Feeling bringt. Bob Hunt gehört seit Jahren zum Staff um Chris Barber. Die Besetzung ist richtig super.
Mike Henry, Emrico Tomasso (Trompeten) - Bob Hunt (Posaune, Ventil-Posaune, Tenorsax) - Tony Jack (Altsax,Klarinette) - Nick Payton (Klarinette, Altsax,C-Melody-Sax,Tenorsax) - Johnny Barnes (Klarinette, Atsax, Tenorsax, Baritonsax) - Martin Litton (Klavier) - Tom Langham (Gitarre, Banjo) - Martin Wheatley (Gitarre, Banjo) - Graham Bond (Bass, Tuba)- Nick Ward (Drums, Perc.)
Bis auf Johnny Barnes haben alle auch mit dem Pasadena Roof Orchestra gespielt, teilweise viele Jahre, etwa Tomasso, Nick Payton oder John Ward.
Sfantu (01.05.2020, 11:14):
Orchestre National de Jazz Tournee-Konzert vom 29. Juni 1986, Berlin, Friedrichstadtpalast (LP, Amiga (VEB Deutsche Schallplatten), 1986)
Water Shed (Michael Gibbs) 10'21 Super Frigo (Andy Emler) 10'55 Kalimba (François Jeanneau) 24'47
Das Eröffnungsstück Water Shed bewegt sich mehr im traditionellen, mittelströmigen Big Band-Sound. Es kommt etwas zahm & mausgrau daher, auch sind mir die Sax-Soli zu ausufernd. Die beiden anderen Titel aber sind regelrechte Aufsteller! Starke Free- & Rock-Einflüsse, herrlich abstruse, anarchische Einzel-& Gruppenimprovisationen, die mich nicht still sitzen lassen, die Aufmerksamkeit ständig neu wach rütteln & jede Menge Spaß bereiten! Sogar a cappella-Gruppenimprovisationen mit allen denkbaren & undenkbaren Lauten von Menschen & anderen Säugetieren kippen niemals in Klamauk um. Eine grandiose Scheibe! Wenn man bedenkt, daß der Staatsapparat sicher auch hier seine Leute unters Publikum gemischt hat, herrschte an dem Abend eine geradezu ausgelassene Stimmung. Unter den Musiker-Namen dieser ersten Band-Konstellation kannte ich nur den des Bassisten Michel Benita, der später bspw. auch mit Erik Truffaz zusammen arbeitete & den ich sehr schätze.
P. S. Leider kein kleineres Bild gefunden. Dieses ließ sich nicht bearbeiten. & das technische Mysterium, wie man hier eigene Bilder einstellt, konnte ich bis heute nicht ergründen.
Cetay (inaktiv) (02.05.2020, 09:44):
Arch Enemy; Wages of Sin (2001)
Die Schweden gehören zu den Vertretern des Gothenburg Metal, einer kurzlebigen populären Stilrichtung, die nach der Stadt, in der die Bewegung ihren Ursprung nahm, benannt wurde. Hier mischen sich die Charakteristika des traditionellen britischen Hauptstrom-Metals der frühen 80er mit denen des amerikanischen Extrem-Metals der späten 80er. Die melodischen Gesangs-Linien, die gallopierenden Riffs und die typischen Dual-Twin-Leads (Leit-Melodien, die von beiden Gitarristen unisono gespielt werden) des ersteren treffen auf die Aggressivität des US-Thrash und die technische Komplexität, die alternativ gestimmten Instrumente, sowie den harschen Gesangsstil des Death Metal. Dazu kommen die hochgezüchteten Produktionsmethoden der 90er, mit denen eine vernichtend druckvolle Energie, die die alten Bands nicht hinbekamen, verströmt wird. Diese Mischung klingt so eigenständig - ist quasi mehr als die Summe ihrer Teile - dass sie als neues Subgenre wahrgenommen wurde. Ein zumindest optisches Alleinstellungsmerkmal der gerade gehörten Truppe ist die zierliche Frontfrau. Optisch sage ich deswegen, weil man rein hörend nie drauf kommen würde, dass hier eine Frau ins Mikro brüllt. Auf mich wirkt diese Musik in der richtigen Stimmung gehört ungemein euphorisierend, das ist wie ein Tritt in die Eingeweide, der mich vom Sessel auffahren lässt. Allerdings geht das nur in kleinen Dosen, nach 4, 5 Nummern ist die Luft raus. Das stilistische Korsett ist zu eng und der Gesang zu einförmig, um durch ein ganzes Album zu tragen. Ich hatte auch nie das Bedürfnis ein weiteres Album zu hören. Bester Song dieses Albums und eines meiner Top10 Metal-Lieder: Burning Angel.
Maurice inaktiv (02.05.2020, 09:50):
The Duke Ellington Orchestra : April in Paris AD: die meisten Titel dürften vom 12.11.1969 aus Pescara/Italien & 13.11.1969 aus Bologna/Italien stammen. Der Rest kann nicht ermittelt werden.
Diese CD ist ein editorischer Trümmerhaufen, weil völlig schlampig aufgemacht. Immerhin stimmt, dass hier das Duke Ellington-Orchester der Spätphase zu hören ist, und auch, dass bei Teilen der Aufnahmen Wild Bill Davis an der Orgel zu hören ist, der 1969/70 hin und wieder mit dabei war. Er brachte eine neue, bis dahin völlig unbekannte Klangfarbe in die Band mit ein. Etwa in "Satin' Doll" und natürlich "April in Paris".
Ich konnte durch den "Timner", das ist eine Art "Ellington-Bibel", wie der Chilton es für die Basie-Band war und noch immer ist, immerhin die meisten Stücke zuordnen.
So gab es nie den Titel "Jam with Paul", sondern "Tenor Saxophone Calisthenics", und genau SO sagt es der Duke selbst auch an. Pual Gonsalves ist der Tenor-Solist. "Passion Flower" wird hier nicht von Johnny Hodges gespielt, sondern von Norris Turney, so dass man sich fragen muss, ob dieser Titel überhaupt vor dem Tode von Hodges am 11.Mai 1970 gespielt worden ist. Vielleicht war Hodges auch einfach nur krank gewesen, auch das wäre denkbar.
Harold Ashby am Tenorsaxophon wird auf der Besetzungsliste überhaupt nicht aufgeführt, spielt aber auf "Diminuendo & Crescendo in Blue" als Solist definitiv mit. Der Bassist war auch nicht Leonard Gaskin, sondern der nicht mit ihm verwandte Victor Gaskin, der 69/70 kurze Zeit in der Band spielte (er kam von Cannonball Adderley). Drummer ist überall Rufus Jones.
Ebenfalls zu hören sind Cootie Williams (Trompete), Lawrence Brown (Posaune), Russell Procope (Klarinette). Sollte Nelson Williams dabei gewesen sein, hätte er Trompete gespielt. Die Posaunen waren zumindest auf den meisten Titeln zu dritt. Lawrence Brown und Chuck Connors, teilweise wohl durch den Schweden Ake Persson verstärkt, da die Lead-Posaune eigentlich verweist war (Buster Cooper stieg irgendwann 1969 aus). Kurze Zeit kam Julian Priester in die Band, dann Malcolm Taylor. Lawrence Brown stieg 1970 aus, für ihn kam Booty Wood zurück.
Maurice inaktiv (04.05.2020, 13:04):
Tommy and Jimmy Dorsey and their Orchestra : The fabulous Dorseys in Hi-Fi AD: 10/1954 - 08/1955
Tommy Dorsey leitete bereits bis 1935 zusammen mit seinem Bruder Jimmy eine gemeinsame Bigband. Dann ging mal aber getrennte Wege, da doch die Auffassungen auseinander gingen. Während Tommy eine der populärsten, aber auch besten Tanz-Bigbands leitete, die aber immer wieder einen Schuss Jazz Dank hervorragender Solisten spielen konnte, war Bruder Jimmy mehr jazzbezogen, aber auch in der Art her ein eher lockerer Zeitgenosse, der allerdings einen übergesunden Durst hatte.
Tommy Dorsey, war ein sehr strenger Leader, wie auch etwa Glenn Miller oder Benny Goodman. TD (Kurzform Tommy Dorsey) war aber auch zumindest zeitweise dem Alkohol sehr zugänglich, aber auch ein nicht gerade immer umgänglicher Mensch gewesen. Er verlangte extrem viel von seinen Musikern, aber auch nicht weniger als von sich selbst auch. Er wusste, dass er kein wirklich hochkarätiger Jazz-Posaunist wie etwa sein Freund und Zeitgenosse Jack Teagarden war, dafür aber ein makelloser Techniker, der einen sehr lyrischen, fast schon "sentimentalen" Stil prägte. Sein Spitzname "The sentimental Gentleman of Jazz" trug er nicht zu Unrecht.
Jimmy Dorsey galt als ebenfalls makelloser Techniker auf der Klarinette und dem Altsaxophon, und dürfte der beste weiße Altsaxophonist der Swing-Ära gewesen sein. Selbst Charlie Parker lobte die technischen Fähigkeiten von JD damals.
Beide Musiker kamen aus der Chicago Jazz-Szene um Eddie Condon, Bix Beiderbecke und Jimmy McPartland. Während TD dies mit seiner kleinen "Band within the Band" , der "Clambake Seven" immer wieder in Konzerten zeigte, sollte JD bis nach dem Kriege warten, als er eine Bigband zusammenstellte, die ein wenig an die Bigband von Bob Crosby erinnerte.
Sowohl TD als auch JD hatten hervorragande Musiker in ihren Reihen, und auch die Bigband hier ist recht gut besetzt. So wirkten Charlie Shavers, Lee Castle, Paul Cohen, John Frosk (Trompeten), Tak Takvorian, Sonny Russo, Vince Forrest (Posaunen), Toots Mondello (Altsax), Boomie Richman (Tenorsax) und die Drummer Cliff Leeman, Buddy Rich und Louis Bellson mit.
Cetay (inaktiv) (08.05.2020, 04:21):
Manowar; Gods of War Live (2007)
Dieser Konzertmitschnitt ist bei mir gerade in schwerer Dauerrotation. Mächtige, hymnische, majestätische Musik, alberne Texte, beides repetitiv bis zum Abwinken, dazu ein aufgeblasenes Selbstverständnis, das regelrecht weh tut. Es passt schon haargenau, dass sich diese Gruppe auf Richard Wagner beruft.
Ich kann mir nicht helfen, ich mag diese Mischung aus brachialem Schlagwerk, tonnenschweren "primitiven" Riffs und hymnenhaften Mitgröhl-Melodien einfach. Handwerklich passt ohnehin alles. Die Band agiert Metal-untypisch als Powertrio (nur eine Gitarre plus Bassgitarre und Schlagzeug). Der sehr agil und virtuos gespielte achtsaitige Bass agiert bei den Lead-Gitarrensoli quasi als Rhythmusgitarre - das gibt den typisch druckvollen und gleichzeitig ungewöhnlich transparenten Klang. Dazu hat man einen der besten Sänger der Szene an Bord. Man sagt ihm wegen seines kraftvollen Gesangs Lungs of Leather nach und sein Umfang reicht von tiefen Growls bis zu absurden Höhen im Falsetto, die er in Bestform schon mal eine Minute lang aushält.
Bei kompletten Mitschnitten eines einzigen Konzerts können -anders als bei Zusammenschnitten von verschiedenen Auftritten- Schwächen nicht kaschiert werden, aber die Authenzität macht das mehr als dreifach wett. Ich finde es faszinierend, wie sich die Gruppe nach ziemlich vermurkstem Auftakt befreit und dann zur Höchstform aufläuft. Es beginnt schleppend, stumpf, mit schlechtem Timing und der Sänger bellt mehr als dass er singt und kommt nicht in die Höhe. Aber auf dem vierten Track Each Dawn I Die gibt es einen regelrechten Befreiungsschlag - erst liefert der Gitarrist ein fantastisches Solo ab und dann ist ganz am Schluss das hohe Falsetto da. Danach kommt gleich der erste Höhepunkt von vielen: Holy War (Anspieltip), bei dem man endlich die originelle Phrasierungskunst des Mannes hinter dem Mikro bewundern kann. Blöd wie sie sind - die können was und machen mir einfach Spass. Im Gegensatz zu Wagner.
Maurice inaktiv (08.05.2020, 13:12):
Louis Armstrong . Satchmo: A Musical Autobiography Part 1
Auch wenn es ein wenig durcheinander gewürfelt erscheint, wurden viele Aufnahmen der alten Hot Five und Seven - Tage neu eingespielt, auch hin und wieder leicht umarrangiert. Dabei kamen aber exzellente Ergebnisse raus, vor allem Armstrong selbst spielt teilweise wie in den besten Tagen Ende der 1920-er Jahre. Er konnte es also auch um 1954 herum immer noch hervorragend, während er bei den All Star-Live-Auftritten doch eine gewisse "Schablonenform" bei seinen Soli eingeführt hat. Kein Wunder, wenn man nahezu täglich mindestens ein Konzert geben muss, da wirkt dann doch der beste Musiker irgendwann ausgelaugt und blutleer. Eines der Gründe, warum Musiker wie Barney Bigard oder Edmond Hall ausgestiegen waren.
Maurice inaktiv (08.05.2020, 17:17):
Bobby Byrne (Posaune) : Hits of Glenn Miller, Tommy & Jimmy Dorsey in Stereo AD: 1957
Zwei sehr gut besetzte "Alumni Bigbands" aus ehemaligen Musikern der beiden großartigen Bigbands. Sicher kein "reiner" Jazz, dafür aber erstklassiger Bigband-Sound.
Bobby Byrne wurde 1935 Nachfolger von Tommy Dorsey in der Band von Jimmy Dorsey. Beide Brüder, die völlig unterschiedliche Charaktere haben, trennten sich 1935. Tommy Dorsey gründete sein eigenes Orchester mit einem Teil der Musiker, Jimmy baute mit den andren, noch verbliebenen Musikern die Band neu auf. Und hier kam der blutjunge Bobby Byrne neu in die Band hinein.
Es gab eine ganze "Schule" mit Posaunisten, die den Legato-Stil von Tommy Dorsey nachahmten. Darunter waren Si Zentner (der einer der höchstbezahlten Studio-Posaunisten wurde, und auch ab 1957 eine eigene Bigband leitete, die sehr erfolgreich wurde), Murray McEachern (der auch Altsax spielte; er wirkte bei u.a. Benny Goodman und Glen Grays Casa Loma Band mit), Joe Howard, Bobby Byrne, Buddy Morrow (auch er sollte später eine sehr gute Bigband leiten; ebenfalls übernahm er die Ghost Bands von Tommy Dorsey und Glenn Miller) und Milt Bernhart (der als Modernist viele Posaunisten in den Studios nachahmen konnte).
Maurice inaktiv (09.05.2020, 11:21):
Gene Krupa : Drummer Man AD: 12.02.1956
Eine All Star-Bigband, die von Quincy Jones geleitet wurde, der auch 8 der 12 Stücke arrangiert hat. Weitere Arrangements stammen von Nat Pierce, Billy Byers und Manny Albam. Es wurden vor allem jene Hits eingespielt, die in der Zeit mit dem Trompeter (und auch Sänger) Roy Eldridge und der Sängerin Anita O'Day um 1941 herum eingespielt worden sind. Beide sind auch hier mit dabei.
Die Bigband von Gene Krupa, dem Super-Drummer aus der Band von Benny Goodman, war gerade um 1941 und auch nach dem Kriege (als er eine sehr boppige Band hatte, mit exzellenten Arrangements von etwa dem jungen Gerry Mulligan und Ed Finckle) eine der Topp-Bands in den USA. Heute wird das kaum noch registriert, man übergeht das einfach so. Natürlich überdeckt das sein recht extrovertiertes Schlagzeugspiel, was ihn als einer ersten echten Superstars der Swing-Ära machte. Nur Buddy Rich konnte ihn damals auch technisch noch schlagen, oder der exzellente Chick Webb. In der gleichen Güteklasse waren aber auch ohne Zweifel Big Sid Catlett, Dave Tough, Cozy Cole und Jo Jones, die aber nicht die Aura eines Gene Krupa hatten. Später kam noch etwa Louie Bellson dazu.
Es gibt noch eine weitere CD mit genau jenen Arrangements von Gerry Mulligan, die ich aber nicht so mag, da sie leider nicht das Feuer der Original-Einspielungen aus der Zeit um 1947 hatte. Sie ist dagegen ausgesprochen "cool", was vielleicht zu Mulligans Sound der 1950-er Jahre passte, nicht aber in die Zeit um 1947, als Mulligan noch das Bop-Feuer in sich hatte. Das gab es nämlich bei ihm tatsächlich auch.
Ich habe leider kein Bild mehr gefunden, die ich gerade aufgelegt habe, obwohl die CD bestimmt noch im Umlauf ist.
Maurice inaktiv (09.05.2020, 12:49):
Gene Krupa : Complete Sextett Studio Recordings hier als Doppel-CD mit einigem Beiwerk dazu, und natüröich anderer Aufmachung als meine Einzel-CD
AD: 14.04.1953, NYC , 10.09.1953, NYC und 02.02.1954, NYC alles damals bei Clef Records
Charlie Shavers (Trompete, Arr.) - Bill Harris (Posaune) - Willie Smith (Altsax) - Ben Webster, Eddie Lockjaw Davis (Tenorsax) - Teddy Wilson (Klavier) - Steve Jordan. Herb Ellis (Gitarre) - Israel Crosby und Ray Brown (Bass) - Gene Krupa (Drums) komplettes Personal
Maurice inaktiv (11.05.2020, 07:42):
Johnny Hodges : Used to be Duke AD: 02.07. & 05.08.1954, Los Angeles
Harold "Shorty" Baker (Trompete) - Lawrence Brown (Posaune) - Jimmy Hamilton (Klarinette) - Johnny Hodges (Altsax) - Harry Carney (Baritonsax) - Richie Powell & Cal Cobbs (nur 2) (Klavier) - Johnny Williams (Bass) - Louis Bellson (Drums)
Am 11.Mai 1970 verstarb der großartige Altsaxophonist Johnny Hodges. 50 Jahre sind das jetzt schon wieder her, unglaublich. Er spielte von 1928 bis 1951 und Ende 1955 bis zu seinem Tode 1970 in der Bigband von Duke Ellington. Er galt als einer der wichtigsten Solisten der Band, aber auch neben Charlie Parker und Lee Konitz als der wichtigste Altsaxophonist des Jazz überhaupt. Sowohl ein ausgezeichneter Swinger, als auch großer Meister von Balladen, wird er unvergessen bleiben.
Die CD hier entstand während seiner Abwesenheit in der Ellington-Band, doch konnte er sich nie der Musik des Duke entziehen. Hier versammelte er gleich eine Reihe von Ex-Ellington - aber auch aktuellen Ellington-Musikern um sich herum. Richie Powell war der Bruder von Bud Powell. Er wurde 1956 beim gleichen Autounfall getötet wie Clifford Brown.
Maurice inaktiv (11.05.2020, 09:03):
Johnny Hodges/Wild Bill Davis : Vol.1 & 2 : AD: 1965-1966
Div. Besetzungen, aber immer dabei sind Johnny Hodges (Altsax) und Wild Bill Davis (Orgel). Dazu kamen noch bei einigen Nummern: Mundell Lowe & Dick Thompson (Git.), Milt Hinton & George Duvivier (Bass), Osie Johnson & Bobby Durham (Drums), Lawrence Brown (Posaune) und Bob Brown (Tenorsax, Flöte)
Eine richtig groovende, swingende und völlig entspannte Doppel-CD ist das.
Maurice inaktiv (11.05.2020, 10:19):
Johnny Hodges : Castle Rock & In a Mellow Tone AD: 1951 - 1954
"Castle Rock" war das erste Album von Hodges, nachdem er den Duke verlassen hatte. Er nahm dabei Posaunist Lawrence Brown, Tenorist Al Sears und Drummer Sonny Greer mit. Dazu kamen der hervorragende Ex-Basie-Trompeter Emmett Berry, Leroy Levitt (Klavier) und Lloyd Trotman (Bass). Der Drummer Joe Marshall ersetzte bereits im gleichen Jahr Sonny Greer (1951). Bei einem Titel wirkte Billy Strayhorn mit (Globe Trotter). Der Titel "Castle Rock" sollte ein kleiner Hit im Bereich des Rhythm & Blues werden. Der Einzige, den Hodges während seiner Abwesenheit vom Duke Ellington-Orchester haben sollte (1951-Ende 1955).
Der Duke selbst, sicherlich ziemlich geplättet vom Verlust seiner Musiker, ging nun auf "Raubzug" im Orchester von Harry James, indem er diesem auf einen Schlag Juan Tizol, Willie Smith und Louis Bellson abwarb. Dazu kam Paul Gonsalves als weitaus besseren Ersatz für Al Sears in die Band. Als Nachfolger für Lawrence Brown holte er Britt Wooodman aus der Lionel Hampton-Band.
"In a Mellow Tone" hat weitgehend die gleiche Besetzung. Erst etwas später kamen Flip Phillips (Tenorsax) für Al Sears und Bassist Red Callender (für Trotman), sowie J.C.Heard für Joe Marshall in die Band. Ende 1952 bestand die Band aus Berry, Brown,Hodges, Ben Webster, Rudy Williams (tenorsax), Ted Brannon (Klavier), Barney Richmond (Bass) und Al Walker (Drums).
Maurice inaktiv (11.05.2020, 13:56):
Johnny Hodges : Predido & Creamy AD: 1952 - 1955
"Perdido" wurde vor allem am 07.01.1955 eingespielt. Ein Stück (For this my Night to Love) mit Al Hibbler (Gesang) stammt vom 17.07.1952 und "The Love of Mine" vom 22.07.1952. 1955 waren Harold "Shorty" Baker (Trompete), Lawrence Brown (Posaune), Arthur Clarke (Tenorsax), Leroy Lovett (Klavier), John Williams (Bass) und Louis Bellson (Drums) dabei. Die anderen Stücke dann Emmett Berry (Trompete) für Baker, Flip Phillips/Ben Webster (Tenorsax), Red Callender (Bass) und J.C.Heard (Drums).
"Creamy" (08.09.1955) : Clark Terry (Trompete) - Lawrence Brown (Posaune) - Jimmy Hamilton (Klarinette, Tenorsax) - Billy Strayhorn (Klavier) - Jimmy Woode (Bass) - Sonny Greer (Drums) sind neben Hodges die weiteren Musiker. HIER endlich mal nur im Medley mit "Prelude to a Kiss" und "Passion Flower" und als Eröffnungs-Nummer "Perdido" die einzigen Ellington-Stücke, dafür sind die Musiker halt wiederum alle aus der aktuellen Band, bzw. langjährige Ex-Mitglieder der Band.
Maurice inaktiv (12.05.2020, 10:47):
Sy Oliver : Sycholoswing AD: 1949 - 1952
Leider geht das Bild wieder nicht einzustellen.
Sy Oliver (1910-1988) wurde bekannt als Trompeter, Sänger, aber vor allem als wichtiger Komponist und Arrangeur für die Bands von Jimmy Lunceford (1934-1939) und Tommy Dorsey (1939-1943). Etwa "Four Dancers Only", "'Tain't what You Do", "My Blue Heaven", "Ain't She Sweet", "Opus One", "Well get It" (mit den Trompetern Ziggy Elman und Chuck Peterson als Hauptsolisten) und vor allem "On the Sunny Side of the Street", dass er als Arrangeur zu Tommy Dorseys größtem Hit formte.
Nach dem Militärdienst gründete er eine eigene Bigband, deren Sound klar in Richtung Jimmy Lunceford ging. Dabei verwendete er Ex-Musiker von ihm, wie etwa den Drummer Jimmy Crawford, Trompeter Paul Webster und Bassist George Duvivier, aber auch Musiker wie Buck Clayton, Taft Jordan, Bernie Privin, Henderson Chambers, Ernie Caceres, Hymie Shertzer, Jerry Jerome, Billy Kyle, Everett Barksdale, Al Klink, Johnny Mince und Johnny Blowers.
Später wurde er Aufnahmeleiter bei u.a. Decca. Dabei produzierte er viele Platten mit Musikern wie Louis Armstrong, Frank Sintatra und Ella Fitzgerald..
Maurice inaktiv (12.05.2020, 11:10):
Ray McKinley : The Class of '49 AD: 27.07.& 23.12.1949
Leider ohne Bild, sorry.
Ray McKinley spielte von 1935-1939 in der Band von Jimmy Dorsey, dann gründete er mit dem Posaunisten Will Bradley eine eigene Bigband.Nachdem sich Will Bradley von McKinley getrennt hat, machte er alleine weiter. Von 1943-1945 spielte McKinley in der Army Air Force Band von Glenn Miller als Co-Leader der Band. Anschließend gründete er wieder eine eigene Bigband, von 1956-1966 wurde er dann Leiter der Glenn Miller Ghost Band in den USA.
McKinleys Band nach dem Kriege bestach auf der einen Seite durch eine gewisse Modernität, die er auch Dank des großartigen Arrangeurs Eddie Sauter hatte, der bereits zuvor Benny Goodmans Band zu einem neuen Sound verhalf. Auch hatte er durchaus gute Solisten in der Band, etwa Trompeter Nick Travis und Posaunist Vernon Friley. In der Band saß auch der damals noch völlig unbekannte Bobby Jones, der später mit etwa Charles Mingus spielen sollte.
Doch gleichzeitig hatte er mit dem Arrangeur (und hier auch Baritonsaxophonisten) Dean Kinakide einen Arrangeur in der Band, der sich weitaus mehr im traditionellen Stil "zuhause" fühlte. So war er etwa Arrangeur für die Band von Bob Crosby gewesen vor dem Kriege.
Sängerin Dale Nunnally finde ich typisch grausam . Man könnte darauf verzichten, aber das konnte man über bestimmt 80 % der damaligen Bandsänger/innen sagen. Nicht alle hatten das Format einer Ella Fitzgerald, Helen Humes, Ivy Anderson, Helen Forrest, Peggy Lee oder dann Doris Day.
Stücke wie "Only a Paper Moon", "The Carioca", "How High the Moon", "Lullaby in Rhythm", "Stompin' at the Savoy" oder "Stardust" zeugen von einem gutem Geschmack bei der Auswahl der Stücke. Dann kommen aber auch wieder so banale Stücke wie "Hoodle Addle",
Eddie Sauter schrieb vor allem zwei Stücke, "Borderline" und "Pete's Café", die schön "boppig" geworden sind. "Borderline" wurde eine der erfolgreichsten Stücke, auch durch das Posaunen-Solo von Vernon Friley, der einen stark von Bill Harris beeinflussten Stil spielte. Später ging er dann zur Band von Woody Herman.
Auch Pianst Joe Cribari schrieb einige Arrangements. Sein Solo-Stil erinnert ein wenig an Milt Buckner und George Shearing.
Maurice inaktiv (12.05.2020, 12:55):
Louis Armstrong : Satchmo at Pasadena AD: 30.01.1951 , Pasadena City , Live
Das waren noch echte All Stars, die Satchmo hier um sich versammelt hatte. Wenn ich mir dann so die Zeit ab um 1961 so anschaue, oder gar noch später, ab Mitte 1966, da wird es immer gruseliger. Aus einer All Star-Band wurde eine Begleitband für Armstrong, der auch schon lange kein kreativer Jazzmusiker, sondern einfach ein hervorragender Entertainer war, der auch mal Trompete spielte. Das mag hart klingen, aber seine Programme hatten einen mehr oder weniger festen Rahmen, der dann durch seine Hits entsprechend ergänzt wurde.
Maurice inaktiv (13.05.2020, 10:43):
Johnny Hodges/Wild Bill Davis : Jazz Tribune, Nr.1 heute die CD-Nr.1 davon
Die Besetzung lautet : Johnny Hodges (Altsax) - Wild Bill Davis (Hammond Organ) - Richard "Dick" Thomson & Mundell Lowe (Gitarren) - Milt Hinton & George Duvivier (Bass) - Osie Johnson (Drums)
Eine wirklich tolle Doppel-CD. Die Erste CD alleine ist das Geld für 10 andere klägliche Vesuche von Sax/Hammond Orgel, die man teilweise angeboten bekommt. Hodges und Wild Bill waren ein ideals Gespann, völlig anders als Davis mit etwa Buddy Tate oder Eddie "Lockjaw" Davis, die natürlich auch Tenorsax spielten. Beide swingen wie der Teufel, kein Wunder, bei der Begleitung von einigen der besten Begleitmusiker überhaupt.
Richard "Dickie" Thompson (1917-2007) dürfte den meisten Jazzfans völlig unbekannt sein, daher ein paar Sätze über ihn: 1945 nahm er seine erste Platte auf, 1949 dann erst die zweite Scheibe. Er war vor allem einer der Wegbereiter des Rhythm&Blues und Rock'n Roll, etwa mit "Thirteen Woman and One Man", der von Bill Haley als "Thirteen Woman" als A-Seite mit seinem Hit "Rock Around the Clock" ihm ein Leben lang ein sicheres Einkommen aus den Tantiemen dieser Single einbrachte. Ab 1965 war er bis mindestens 1986 regelmäßig mit Wild Bill Davis zusammen auf Tourneen rund um die Welt. Er sang auch gelegentlich.
Mundell Lowe (1922-2017) spielte noch mit Abbie Brunies in New Orleans den alten Jazz, nahm dann aber nach seinem Militärdienst die Stil von Charlie Christian und damit auch die moderne elektrische Gitarre, mit der er einer der erfolgreichsten Jazzmusiker wurde. So tourte er nach dem Kriege mit der Bigband von Ray McKinley (da gibts auch Einspielungen von), Red Norvo, Ellis Larkins, u.a., bevor er von 1950-1958 zum NBC ging. Dabei baute er sich auch als Arrangeur und immer wieder gern gesehener Musiker einen exzellenten Ruf auf Einspielungen mit so unterschiedlichen Musikern wie Ruby Braff, dem Sauter/Finnegan-Orchester, Carmen McRae, Billy Taylor, Benny Carter, Qunicy Jones, Benny Goodman, Steve Allen, Billie Holiday, Lena Horne, Chris Connor, Les Brown, seiner eigenen Frau Betty Bennett, Urbie Green, Richie Kamuca, Sarah Vaughan, Dinah Washington, u.v.a.
Maurice inaktiv (13.05.2020, 10:56):
Buddy Tate : Jive at Five AD: 23.07.1975 , Frankreich/Antibes
Doc Cheatham (Trompete) - Vic Dickenson (Posaune, Gesang) - Buddy Tate (Tenorsax) - Johnny Guarnieri (Klavier) - George Duvivier (Bass) - Oliver Jackson (Drums)
Eine total realxte, hart swingende CD, aber bei der Besetzung kein Wunder. Dazu mit viel Basie-Feeling. ein Wunder, haben doch Tate und Dickenson in der alten Basie-Band gesessen, und Johnny Guarnieri spielt Basie genau so perfekt wie Fats Waller oder Teddy Wilson.
Ich hatte das Glück, Doc Cheatham und Oliver Jackson noch live erleben zu dürfen. Beide waren eine Klasse für sich. Cheatham bereits weit über 80, völlig entspannt und mit unglaublich viel Charme noch immer perfekt Trompete spielend, saß er auf einem Barhocker auf der großen Bühne der Alten Oper Frankfurt, und blies die ganze Barrelhouse Jazz Band unter den Tisch.
Oliver Jackson konnte ich zwei Mal erleben, einmal in der Alten Oper Frankfurt, wo mir eines seiner Soli in Erinnerung geblieben ist, weil er einmal um sein Schlagzeug gelaufen ist, jedes Teil, was ihm in den Weg kam für sein Solo nutzte, um dann wieder auf seinem Sitz Platz zu nehmen. Das ganze mit dunkler Sonnenbrille und einer Lässigkeit, wie man sie vermutlich nur von den alten Jazzern noch gewohnt ist. Ein zweites Mal in einem kleinen Jazzclub mit einer All Star-Band, wo er sich total in den Dienst der Band stellte, und überhaupt nicht durch Extravaganzen auffallen musste oder wollte.
Maurice inaktiv (13.05.2020, 11:53):
The World's Greatest Jazz Band : In Concert at Carnegie Hall AD: 17.01.1973 Live
Yank Lawson (Trompete) - Bobby Hackett (Kornett) - Vic Dickenson, Ed Hubble (Posaunen) - Bob Wilbur (Klarinette, Sopran Sax) - Bud Freeman (Tenorssax) - Ralph Sutton (Klavier) - Bob Haggart (Bass) - Gus Johnson (Drums) - Maxine Sullivan (Gesang)
Die Band entstand 1968 aus der "Vor-Formation" "The Great Eight" um die beiden Ex-Bob Crosby-Band-Mitglieder Yank Lawson und Bob Haggart, die seit ihrer gemeinsamen Zeit ab 1945 Freunde und viele Jahrzehnte auch Partner waren. Die anderen Kollegen stammen fast alle um den Kreis von Eddie Condon, nur Gus Johnson kennt man als Drummer der Basie-Band von 1949-1954 vielleicht noch am Besten.
In den ersten Jahren war die Band ganz hervorragend, auch die Besetzung, die recht ungewöhnlich war, weil die Bläser quasi als Pärchen eingesetzt wurden, aber dadurch von Bob Haggart mit entsprechenden Arrangements nicht überlaut agierten, die Band fast schon einen Bigband-Sound erreichen konnten.
Die Einspielungen waren teilweise recht kommerziell gehalten, aber nur so konnte die Band die schwierige Zeit in den 1970-er Jahren einigermaßen gut überstehen. Mit der Zeit wurden die Musiker aber durch nicht immer gleichwertige Kollegen ausgetauscht. Die Band bestand vor allem von 1968 bis 1978, aber trat auch bis in die 1990-er Jahre noch unter dem Namen immer wieder auf. Später aber in reduzierter Besetzung.
Weitere Mitglieder waren Billy Butterfield (Trompete, Flügelhorn), Randy Sandke und Johnny Best (Trompete), Carl Fontana, Sonny Russo, George Masso, Lou McGarity, Bob Havens (Posaune), Peanuts Hucko, Phil Bodner, Bill Stegmeyer, Johnny Mince und Abe Most (Klarinette), Eddie Miller und Al Klink (Tenorsax), Roger Kellway, Red Richards, Lou Stein, John Bunch (Klavier), Nick Fatool, Bobby Rosengarden, Clff Leeman und ich glaube, dass auch Jake Hanna und Butch Miles später mitwirkten.
Cetay (inaktiv) (14.05.2020, 06:04):
The World's Greatest Jazz Band : In Concert at Carnegie Hall AD: 17.01.1973 Live
Yank Lawson (Trompete) - Bobby Hackett (Kornett) - Vic Dickenson, Ed Hubble (Posaunen) - Bob Wilbur (Klarinette, Sopran Sax) - Bud Freeman (Tenorssax) - Ralph Sutton (Klavier) - Bob Haggart (Bass) - Gus Johnson (Drums) - Maxine Sullivan (Gesang) Spannende Sachen sind das, die "Maurices kleiner Jazz-Almanach" zu Tage bringt. :beer Ich sorge weiter für die metallischen Einsprengsel, denn ich höre seit Wochen kaum etwas anderes. Das ist bei mir so eine Quartalsgeschichte. Was ich im 'normalen" Geradehör-Faden poste, ist wirklich das einzige, das zur Zeit im forenspezifischen Bereich in meine Ohren gelangt.
Iron Maiden; Somewhere in Time (1986)
Die Eisernen Jungfrauen ritten ganz oben auf der Neuen Welle des Britischen Heavy Metal (NWoBHM), durch die der Metal Ende der 70er, Anfang der 80er vollends geformt und als eigenständiges, von der Rockmusik abgegrenztes Genre etabliert wurde. Die Energie des Punk gab dem Hard-Rock und Proto-Metal, wie er zuvor u. a. von Deep Purple, Led Zeppelin und Black Sabbath (Mk I) gespielt wurde, ein neues Gepräge, dazu wurde -anders wie bei den Wegbereitern- die Traditionslinie des Blues komplett abgeschnitten, so dass etwas wirklich Neues entstand. Allen Unkenrufen zum Trotz blieb dies kein kurzlebiger Trend, sondern ist heute noch quicklebendig, mit einer Stilvielfalt, die darin Ausdruck findet, dass sich ein knappes Dutzend Subgenres herausgebildet haben - und darunter gibt es wiederum Sub-Subgenres, zum Teil noch regional voneinander abgegrenzt. Von Aussenstehenden wird dieser Schubladen-Fetischismus gerne belächelt, weil das doch "eh alles gleich klingt", aber ich kann versichern: Ein hingebungsvoller Metal-Fan erkennt, ob er es mit Melodic Death Metal aus Göteborg oder Brutal Death Metal aus New York zu tun hat, ebenso sicher, wie der ambitionierte Klassikfreund die Zuordnung zur Mannheimer Schule oder zur französischen Vorklassik vornimmt.
Somewhere in Time ist das sechste und in meinen Ohren beste Iron Maiden Album. Nachdem sie sich mit den ersten fünf Alben in die Geschichtsbücher eingetragen hatten, veränderten sie ihren Sound. Die Härte wurde etwas zurückgefahren, die Produktion glatter, die Arrangements ausgefeilter, die Liedaufbauten komplexer, die Instrumentalpassagen ausgedehnter - aber alles zweckdienlich und weit weg von prätentiös-progressiver Selbstverliebtheit. Dazu gibt es haufenweise Hooklines (dt: charakteristische Melodiephrase od. Textzeile), jene Passagen, die sofort ins Ohr gehen und dort noch lange nach dem Ende der CD verweilen, die aber nicht banal-beliebig oder aufdringlich klingen dürfen. Diese Forderung ist hier zu 100% erfüllt, daher bleibt als Fazit nur die: :times10
Maurice inaktiv (14.05.2020, 09:46): Spannende Sachen sind das, die "Maurices kleiner Jazz-Almanach" zu Tage bringt. Danke. Insgesamt sind das gute Besetzungen, aber irgendwie fehlt mir letzten Endes so der gewisse Touch, was denn an der Band an sich "anders" oder "besser" sein soll, als bei anderen Zusammenstellungen, die man etwa unter dem Namen "The Great Eight" (Mit Musikern wie Billy Butterfield, Buddy Tate, Teddy Wilson, Sam Woodyard, Red Norvo) oder Wild Bill Davison All Stars" präsentiert bekommt.
The World's Greatest Jazz Band : Plays Ellington
Yank Lawson, Billy Butterfield (Trompete) - Sonny Russo, George Masso (Posaune) - Al Klink (Tenorsax) - Phil Bodner (Klarinette) - John Bunch (Klavier) - Bob Haggart (Bass) - Bobby Rosengarden (Drums)
Hier ist es genau so, wobei man sagen muss, dass das wirklich verdammt gute Musiker waren/sind. John Bunch kennt man allgemein nicht gut, ist aber ein fantastischer Pianist. Er spielte mit Musikern wie Woody Herman, Benny Goodman (mehrfach, auch 1962 bei der Russland-Tournee. Er spielte die Bigband-Nummern, Teddy Wilson die kleinen Besetzungen).
George Masso (1926-2019), der im November letzten Jahres verstorben ist, habe ich noch live gehört. Er spielte mit Jimmy Dorsey nach dem Kriege, dann Benny Goodman, Buck Clayton, Bobby Hackett, Wood Herman, Ken Peplowski, und besonders oft mit Warren Vaché/Scott Hamilton.
Sonny Russo (1929-2013) war eigentlich ein Bigband-Musiker, der mit Artie Shaw, Tommy & Jimmy Dorsey (er war in der letzten Phase der Band dabei), Maynard Ferguson (er gehörte zum Birdland Dream Orchestra 1956 von ihm), Sauter/Finnegan und von 1967-1973 in der Bigband der Tonight Show, die von Doc Severinsen geleitet worden ist.
Vor allem Drummer Bobby Rosengarden (, 1924-2007, auch er einer der vielen exzellenten Studio-Musiker) legt in "Caravan" ein Meisterwerk an Percussions-Kunst ab, das ist absolut weltklasse. Er spielt hier nicht das herkömmliche Drumset, sondern agiert als Percussionist mit diversen Instrumenten wie Bongos, Congas, usw. Er spielte von 1949-1968 für die NBC, 1969-1974 die ABC (Leiter der Band der Dave Cavett-Show), ab 1965 immer wieder mitBenny Goodman, war bei Harry Belafontes Einspielung vom "Banana Boat" beteiligt, dazu mit Duke Ellington, Miles Davis/Quincy Jones, Billie Holiday, Stan Getz, Astrud Gilberto, Jimmy Hendrix, Tony Bennett und eben von 1973-1978 für "The World's Greatest Jazz Band".
Maurice inaktiv (14.05.2020, 10:51):
Jack Teagarden : Chicago and All That Jazz AD: 30./31.10.1961 & 29.01.-05.02.1961
Tracks 01-09 : Jimmy McPartland (Kornett) - Jack Teagarden (Posaune, Gesang) - Pee Wee Russell (Klarinette) - Joe Sullivan (Klavier) - Eddie Condon (Gitarre) - Bob Haggart (Bass) - Gene Krupa (Drums)
Tracks 10-21 : Don Goldie (Trompete) - Jack Teagarden (Posaune, Gesang) - Don Ewell (lavier) - Stan Puls (Bass) - Barrett Deems (Drums)
Eine tolle CD mit einem der besten Posaunisten und Sänger des traditionellen Jazz. Teagarden hatte ein sehr seltenes Privileg, denn auch die späteren "Modernisten" waren noch von ihm begeistert gewesen. Leider war er Alkoholiker, und starb bereits 1964 im Alter von 58 Jahren. Welch ein Verlust für den Jazz !!
Maurice inaktiv (17.05.2020, 16:47):
The World's Greatest Jazz Band : Live at Roosevelt Grill AD: 17./18.04.1970 , Live
Yank Lawson & Billy Butterfield (Trompeten) - Vic Dickenson & Lou McGarity (Posaunen) - Bob Wilber (Klarinette,, Sopransax) - Bud Freeman (Tenorsax) - Ralph Sutton (Klavier) - Bob Haggart (Bass) - Gus Johnson (Drums)
Meiner Meinung nach die beste Besetzung der Band. Man kann hören, dass das nicht nur Session-Charakter hat, das ist noch eine Band, die vielleicht nicht täglich, aber doch regelmäßig zusammen spielt.
Dennis Farnon : Caution ! Men Swinging AD: 1957 , Hollywood
Tolle Studio-Bigband, die hier Stücke und Arrangements von DF spielt.
Als Solisten wirken Don Fagerquist (Trompete), Bob Enevoldsen (Ventil-Posaune), Ted Nash (Tenorsax), Jimmy Rowles und Lou Levy (Klavier), Howard Roberts (Gitarre) , George Roberts (Bass-Posaune), am Schlagzeug sitzt Alvin Stoller. Lead-Trompeten spielten Pete Candoli und Frank Beach, Lead-Posaune Tommy Pederson und Joe Howard, Jack Dumont war der Lead-Altist gewesen.
Es ist typischer West Coast-Jazz, den man mögen muss. Nicht immer mag ich es, aber so hin und wieder finde ich gerade die Bigbands dort richtig klasse. Die Musiker spielen das meist ohne Proben direkt vom Blatt, mit wenigen Ausnahmen abgesehen. Das ist heute zwar auch Standard, aber damals begann es, als sich die großen Bigbands auflösten, und viele dieser Musiker dann in den Studios neue Arbeit fanden.
Maurice inaktiv (18.05.2020, 13:49):
Duke Ellington : The English Concerts 1969 & 1971 : AD: 24./25.11.1969 & 22. & 24.10.1971 , Bristol and Birmingham
Ich fange mal mit der zweiten CD an, also aus dem Jahr 1971. Die Band klingt sehr gut, keinesfalls wie so oft in der letzten Phase, unmotiviert und "gealtert". Okay, es fehlen einige der wichtigsten Solisten, etwa Johnny Hodges (er verstarb plötzlich 1970), Lawrence Brown (zog sich angewidert vom Show-Geschäft 1970 zurück), Jimmy Hamilton (verließ die Band Ende 1968), Buster Cooper (verließ die Band 1969), Cat Anderson (ging 1971), aber es kamen auch neue Musiker in die Band, die neuen Flair reinbrachten.
Die Besetzung von 1971 lautet:
Cootie Williams, Johnny Coles, Harold "Money" Johnson, Mercer Ellington - Trompeten Malcolm Taylor, Booty Wood, Chuck Connors (Posaunen) Norris Turney (Flöte exra), Harold Minverve (Altsax, Klarinette) Paul Gonsalves , Harold Ashby (auch Klarinette) (Tenorsax) Harry Carney (Baritonsax, Klarinette, Bass-Klarinette) Duke Ellington (Klavier) Joe Benjamin (Bass) Rufus "Speedy" Jones (Drums)
Auch wenn Rufus Jones (1936-1990) leider viel zu kraftvoll agiert, und niemals so filigran wie Sam Woodyard spielte, kann man hier hören, was er doch für ein ausgezeichneter Drummer ist. Er spielte zuvor mit Lionel Hampton, Red Allen, Maynard Ferguson (1960-1963), Count Basie (1966&1967), um dann von Ende 1966 bis 1973 mit der Ellington-Band zu spielen. Vor allem die beiden Alben "the Far East Suite" und "The Latin American Suite" zeigen ihn als einen exzellenten Drummer der diversen Latin-Rhythmen. 1972 nahm er mit dem Duke und Joe Banjamin am Bass eine Trio-LP auf. Leider ist er dann völlig von der Bildfläche verschwunden.
Maurice inaktiv (19.05.2020, 22:56):
Don Lusher : Pays Tribute to the great Bigbands, Vol.2
Exzellente Bigband-CD mit dem langjährigen Posaunisten der britischen Ted Heath-Bigband. Die Band war sehr hochkarätig besetzt :
Derek Watkins (auch Flügelhorn - Solo in 4 - 3,6 Tp)), Kenny Baker (Solo in 1,8,9,10,11-2.Solo), Tony Fisher (Solo in 2,11 -1.Solo), Derek Healey - Trompeten Bill Geldard, Chris Dean, Cliff Hardie, Colin Sheen - Posaunen Roy Willox, Altsax, Flöte) , Ray Swinfield (Altsax) Tommy Wittle (Tenorsax-alle Soli hier) , Harry MacKenzie (Tenorsax,Klarinette - alle Klarinettensoli hier) Eddie Mordue (Baritonsax) Ronnie Price (Klavier), Paul Morgan (Bass) Terry Jenkins (Drums) Don Lusher (Leader, Posaune - Solo in 3,4,6,8,9,10)
AD: unbekannt. Ich tippe auf Anfang der 1990-er Jahre.
Don Lusher (1923-2006) spielte viele Jahre in der Bigband von Ted Heath, die er zwischendurch mal verlassen hatte, um sie von 1975 bis 2000 zu leiten, als Ted Heath verstorben war. Dazu leitete er selbst eine eigene Bigband von Anfang der 1970-er Jahre bis zum Ende 2007 (also fast 40 Jahre lang). Dazu oder dabei spielte/begleitete er keine geringeren als Ella Fitzgerald und Frank Sinatra. Viele Musiker der Ted Heath Band spielten auch bei Lusher selbst, etwa Roy Willox, einem der besten britischen Altsaxophonisten, Harry McKenzie, Kenny Baker und Tommy Wittle.
Maurice inaktiv (20.05.2020, 10:30):
Louis Armstrong : Doctor Jazz AD: 30.09. & 01./02.10.1959 , NYC
Louis Armstrong (Trompete, Gesang) - Trummy Young (Posaune) - Peanuts Hucko (Klarinette) - Billy kyle (Klavier) - Mort Herbert (Bass) - Danny Barcelona (Drums)
Percy Humphrey : PH Hot Six AD : 01.11.1966
Percy Humphrey (Trompete) - Louis Nelson (Posaune) - Albert Burbank (Klarinette, Gesang) - Lars Edegran (Klavier) - Chester Zardis (Bass) - Barry Martyn (Drums)
Zurück nach New Orleans. eine sehr relaxte, tief entspannte CD.
Maurice inaktiv (20.05.2020, 11:17):
Hier läuft die Doppel-CD Duke Ellington - The English Voncerts 1969& 1971
Heute ist das Konzert vom 25./26.11.1969 in Manchester an der Reihe. Mit Cootie Williams und Cat Anderson (Trompete), Lawrence Brown(Posaune), Russell Procope (Klarinette), Johnny Hodges (Altsax), Harold Ashby, Paul Gonsalves und Norris Turney (Tenorsax) und Wild Bill Davis (Orgel) als Solisten. Drummer ist Rufus "Speedy" Jones.
Cetay (inaktiv) (21.05.2020, 05:09): Iron Maiden; Somewhere in Time (1986)
(...)
Somewhere in Time ist das sechste und in meinen Ohren beste Iron Maiden Album. Nachdem sie sich mit den ersten fünf Alben in die Geschichtsbücher eingetragen hatten, veränderten sie ihren Sound. Die Härte wurde etwas zurückgefahren, die Produktion glatter, die Arrangements ausgefeilter, die Liedaufbauten komplexer, die Instrumentalpassagen ausgedehnter - aber alles zweckdienlich und weit weg von prätentiös-progressiver Selbstverliebtheit. Dazu gibt es haufenweise Hooklines (dt: charakteristische Melodiephrase od. Textzeile), jene Passagen, die sofort ins Ohr gehen und dort noch lange nach dem Ende der CD verweilen, die aber nicht banal-beliebig oder aufdringlich klingen dürfen. Diese Forderung ist hier zu 100% erfüllt (...)
Ich schwanke. Ist Somewhere in Time mein Iron Maiden Lieblingsalbum oder nicht doch der Nachfolger Seventh Son of a Seventh Son? Es ist tatsächlich so, dass mir von den beiden immer gerade das, das ich gerade höre, etwas besser gefällt. Stilistisch sind das zweieiige Zwillinge, die Beschreibung von oben kann man hier locker übernehmen. Es gibt einige Kritierien, nach denen das eben gehörte das bessere Album ist. Da ist der überragende Gesang, der hier noch variabler als auf dem Vorgänger gestaltet wird, es gibt noch mehr dieser grossen instrumentalen Momente, die einen ins Geschehen hineinfesseln, es gibt diese unerwarteten, aber stringenten harmonischen Wendungen, Takt- und Tempowechsel und es gibt mehr unwiderstehliche integre Hooklines. Warum ist das dann nicht die Nummer 1? Weil es unter den sieben Liedern eines gibt, das deutlich gegen den Rest abfällt. Klar: trotz allem künsterlischem Anspruch muss für die Protagonisten auch ab und an mal eine warme Mahlzeit drin sein, deshalb hat man den alten Fans und deren Geldbeuteln einen Single-Hit im alten Stil draufgepackt. Der ist nicht wirklich schlecht, aber unpassend und stört den Fluss und die Homogenität des restlichen Albums gewaltig. Unterm Strich ist der makellose Vorgänger besser, aber dieses hier genialer. (Wenn ich eine Metapher aus Abizeiten gebrauchen darf: Wer in allen vier Prüfungsfächern 14 Punkte erzielt, bekommt eine bessere Gesamtnote, als diejenige, die dreimal 15 und einmal 12 Punkte schreibt. Aber wahrscheinlich ist letztere doch einen Ticken genialer.) Wie auch immer: Allzeitfavoriten sind beide.
Iron Maiden; Seventh Son of a Seventh Son (1988)
Maurice inaktiv (21.05.2020, 13:33):
eddy Bucker : A Salute to Louis Armstrong AD: 1955-1959
Coll.Personal :
Teddy Buckner (Trompete) - William Woodman,jr.(1,2,18), John Ewing (3-13, 17), Trummy Young (14-16) (Posaunen) - Joe Darensbourg (1-11,12), Caughey Roberts (17) (Klarinette, Sopransax) - Edmond Hall (14-16), Pud Brown (12,13)(Klarinette) - Harvey O. Brooks (1-3,18), Chester Lane (3-13,17), Billy Kyle (14-16) (Klavier) - Arthur Edwards (1-13, 17-18) & Mort Herbert (14-16) (Bass) - Jesse Sailes (1-13,17-18), Danny Barcelona (14-16) (drums)
Eine sehr schöne Homage an den großartigen Louis Armstrong. Teddy Buckner galt als Doppelgänger von Louis, der ihm nicht nur spielerisch recht nahe kam, sondern auch optisch eine gewisse Ähnlichkeit mit ihm hatte. Er wurde auch hin und wieder als "Double" in Filmen für ihn genommen. Buckner (1909-1994) spielte mit Buck Clayton, Benny Carter, Lionel Hampton, Horace Henderson mehr Swing und teilweise sogar so einen Mischstil aus Swing und Bop, bevor er von 1949-1954 in der Band von Kid Ory wirklich als tradtioneller Musiker bekannt wurde. Von 1954 bis 1966 leitete er eine eigene, ausgezeichnete Band, die hier auch mit den meisten Stücken vertreten ist. Ab 1965 bis 1981 spielte er im Disneyland regelmäßig.
tapeesa (22.05.2020, 10:36): Nancy Sinatra und Katie Melua.
tapeesa (24.05.2020, 06:51): Larry Adler - Body and Soul
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Jetzt noch ein Anliegen in eigener Sache oder eine Art Stoßgebet in den Äther - bitte, bitte mal eine Frau hier noch wieder schreiben :down Nicht falsch verstehen, geht nicht gegen die männlichen Anwesenden, sondern als mit / plus. So langsam geht meine Gelassenheit "flöten". Ich wünsche mir Heike, Cosima und auch die, die gesperrt wurde und ich gerne lese und die anderen zurück hier. So wie es hart ist Neuanmeldungen zu sehen, die vom Namen eine Frau vermuten lassen und es schreibt niemand :I
Gibt es geheime Orte? Ich frage mich langsam die schrägsten Sachen. Aber es gibt doch in der klassischen Musik Frauen und nicht nur in rein feministischen Verbünden, die vielleicht reine Frauenforen bevorzugen. ?(
Ich verstehe es einfach nicht. Sende das jetzt mal ab, bevor ich es mir anders überlege, da ich mir echt blöd vorkomme. Egal wie, ist dann halt auch einfach, wie es ist. Und ich bin froh, dass es diesen Ort gibt.
tapeesa
Maurice inaktiv (24.05.2020, 20:49):
Duke Ellington : Hot Summer Dance AD: 22.07.1960
Am 24.05.1974 ist der große Duke Ellington gestorben. Zu diesem Anlass als Erinnerung an ihn diese CD.
satie (25.05.2020, 21:50):
Jetzt noch ein Anliegen in eigener Sache oder eine Art Stoßgebet in den Äther - bitte, bitte mal eine Frau hier noch wieder schreiben :down Nicht falsch verstehen, geht nicht gegen die männlichen Anwesenden, sondern als mit / plus. So langsam geht meine Gelassenheit "flöten". Ich wünsche mir Heike, Cosima und auch die, die gesperrt wurde und ich gerne lese und die anderen zurück hier. So wie es hart ist Neuanmeldungen zu sehen, die vom Namen eine Frau vermuten lassen und es schreibt niemand :I
Gibt es geheime Orte? Ich frage mich langsam die schrägsten Sachen. Aber es gibt doch in der klassischen Musik Frauen und nicht nur in rein feministischen Verbünden, die vielleicht reine Frauenforen bevorzugen. ?(
Ich verstehe es einfach nicht. Sende das jetzt mal ab, bevor ich es mir anders überlege, da ich mir echt blöd vorkomme. Egal wie, ist dann halt auch einfach, wie es ist. Und ich bin froh, dass es diesen Ort gibt.
tapeesa Ich kann das gut nachvollziehen. Es war einmal gut gemischt hier, und ich weiß auch nicht, warum die meisten Neuanmeldungen von männlichen Wesen kommen. Da hilft aber nur eins: Mundpropaganda. Denke ich zumindest. Wir haben auch teilweise bewegte Zeiten hinter uns, die sehr zum ausgedünnten Zustand des Forums beigetragen haben. Ich wünschte mir auch etwas mehr weibliche Mitglieder. Wer weiß, eines Tages...
tapeesa (25.05.2020, 22:07): Ich kann das gut nachvollziehen. Es war einmal gut gemischt hier, Ja, ich weiß - über das letzte Jahr habe ich auch ältere Beiträge gelesen und auch den Thread mit dem Streit entdeckt.
Maurice inaktiv (25.05.2020, 22:30): Jetzt noch ein Anliegen in eigener Sache oder eine Art Stoßgebet in den Äther - bitte, bitte mal eine Frau hier noch wieder schreiben ich verstehe solche Wünsche durchaus, aber darauf hat man kaum Einfluss. Wichtig ist, dass überhaupt Aktivität herrscht, ob das Männer oder Frauen sind, sollte doch völlig egal sein. Bitte auch mich nicht falsch verstehen, aber nur durch Aktivität und sinnvolle Beiträge kann man ein Forum interessant machen. Und DAS sollte erst einmal das Wichtigste sein.
tapeesa (25.05.2020, 22:53): ich verstehe solche Wünsche durchaus, aber darauf hat man kaum Einfluss. Wie jetzt? Gibt es einen Beweis, das beten nicht hilft :engel :P (es ging mir gar nicht um Einfluss, nur um was loszuwerden (mit einer kleinen Hoffnung auf etwas Verständnis - die sich erfüllt hat :) ).
Cetay (inaktiv) (27.05.2020, 08:29): Wenn wir schon mal beim Beten sind... :D
Stryper; To Hell with the Devil (1986)
Metal ist kompliziert. Stryper werden als Vertreter des Christian Metal Genre geführt, aber das ist Nichtsinn, weil christliche Texte das einzige sind, woran man die Zugehörigkeit zu einem solchen "Sub-Genre" festmachen könnte. Musikalisch sind die wenigen Metal Bands mit der frohen Botschaft im Gepäck überall zu finden, sogar im Deathcore.
Stryper gehören zum Glam/Hair-Metal. Diese Genre-Bezeichnung wurde Mitte der 80er aus dem Look und dem Image der Protagonisten abgeleitet - einfach mal 'Glam Hair Metal' in die Suchmaschine eingeben, es lohnt sich... 8) Aber hier gibt es klare Charakterisitka, durch die das Genre musikalisch definiert wird. Das heisst allerdings nicht, dass jede Gruppe, die diesen Stil spielt, auch äusserlich als Glam-Band auftritt, ebensowenig, wie jede äusserlich als Glam-Band erscheinende Gruppe zwingend Glam-Metal spielt. Wie gesagt, es ist kompliziert. Vielleicht braucht es einen Metal-Thread, in dem ich mir das mal selbst erkläre. Ich höre eh kaum noch etwas anderes und kann daher sonst nichts zum Forum beitragen.
Zwingend festzustellen ist für mich, dass Strypers Hang zum schmalztriefenden Melodien-Kitsch durch einige der besten Riffs aller Zeiten konterkariert werden. Hier müsste nun geklärt warden, was ein Metal-Riff ist und warum das Riff die DNA des Metal darstellt, weswegen ein gutes Riff auch einen miesen Song noch retten kann. Aber so mies sind Stryper gar nicht, sondern nur geradezu unverschämt schlagerhaft eingängig und sich ewig in den Ohren verhakend, ob man will oder nicht. Und dann haben sie noch die Chzupe, den fiesesten ihrer Ohrwürmer mit Sing-Along Song zu bezeichnen und den Refrain nicht mal mit einem Text zu versehen. Und doch... es gibt auf dieser Platte genügend Wahnsinns-Riffs, die mich das durchstehen lassen und zugegebenermassen ertappe ich mich immer öfter dabei, dass mir auch die Schnulzen-Teile irgendwie Spass machen. Irgendwie? Ach was, ich finds geil! Nicht zuletzt wegen des Gottvertrauens (in diesem Kontext ist solcherlei legitim), dass das nächste rettende Monster-Riff kommt, bevor sich das Kultus-Teufelchen auf meiner Schulter meldet und verkündet, dass mir so etwas eigentlich gar nicht gefallen darf.
tapeesa (27.05.2020, 13:58): => Christian Metal <= Komme eher von der anderen Seite Aus der Ecke "Denver Sound" / Alternative Country läuft jetzt David Eugene Edwards:
Denver Sound wird mit Country geprägt von "düsterem Sarkasmus und apokalyptischer Spiritualität" beschrieben. Und ich muss gestehen: ich mag, was ich da höre :thumbup: (okay, nicht alles ... ) _____
Es gab und gibt noch eine Art "Zwitter" in der Cajun-Music aus New Orleans. Diese Musik ist ein Stil-Misch-Masch aus Folk, Irish Music und Jazz, vereinfacht ausgedrückt. Diese Musik wird noch in England sehr gepflegt und bei uns gibt es ebenfalls eine nicht so kleine Fangemeinde dafür. Ich selbst hatte mal auf einer Session mit einer solchen Band gespielt, das waren exzellente Musiker, aber ist nicht mein Ding. Ich hatte beim Lesen gestutzt, weil ich es frankophon in Erinnerung hatte. Weiß nicht, ob wir vom Gleichen sprechen. Aber auf dem Schaubild wird Cajun Rock als vom "French Folk" beeinflusst angegeben. Musik der frankophonen Einwanderer in Cajun Country (Louisiana). Okay, New Orleans ist in Louisiana - nur wie du auf "Irish" kommst, entzieht sich meiner Kenntnis. _________
Bluegrass: Alison Krauss "A hundred Miles or more"
Maurice inaktiv (27.05.2020, 21:28): Ich hatte beim Lesen gestutzt, weil ich es frankophon in Erinnerung hatte. Weiß nicht, ob wir vom Gleichen sprechen. Aber auf dem Schaubild wird Cajun Rock als vom "French Folk" beeinflusst angegeben. Musik der frankophonen Einwanderer in Cajun Country (Louisiana). Okay, New Orleans ist in Louisiana - nur wie du auf "Irish" kommst, entzieht sich meiner Kenntnis. https://www.youtube.com/watch?v=PeiAtcskuW0
Vielleicht erschließt sich Dir der Zusammen mit meinem "Irish Folk" mit diesem Video. Die Instrumente (außer dem Schlagzeug) werden durchaus in ähnlicher Form auch in Stücken der Irish Music so eingesetzt. Ich kenne diese Band persönlich, wir haben auf einem Festival sogar zusammen gespielt. Mein Bass & und Klarinettenkollege haben mir den Bezug zu Irland auch erklärt. Denn viele Iren sind ebenfalls in New Orleans und Umgebung gelandet. Sowohl Geige als auch Akkordeon kamen aus Europa in die USA. Mein Bassist spielt sowohl Cajun als auch Irish und Kleszmer-Musik, der Klarinettist ist Profi und spielte bereits in den 1960-er Jahren sowohl in GB (er ist Brite) als auch in New Orleans diese Musik, auch Kleszmer. Als langjärhiges Mitglied von Chris Barber auch nicht gerade mit unbekannten Leuten.
Cetay (inaktiv) (28.05.2020, 06:44): Das muss ich unbedingt hören. Danke fur den Tip. :thumbsup:
Denver Sound wird mit Country geprägt von "düsterem Sarkasmus und apokalyptischer Spiritualität" beschrieben. Und ich muss gestehen: ich mag, was ich da höre
tapeesa (29.05.2020, 15:20): Vielleicht erschließt sich Dir der Zusammen mit meinem "Irish Folk" mit diesem Video. Es war tatsächlich ein Missverständnis. Ich hatte dich falsch gelesen. Aber geschadet hat es nichts, jetzt weiß ich noch ein bisschen mehr :)
Diese beiden Lieder: Cajun Roosters - Flames d'enfer, Flames of hell Cajun Roosters - Jongle à mois mag ich durchaus.
:hello __________
Bill Haley - Rock around the Clock
Maurice inaktiv (29.05.2020, 18:17): Es war tatsächlich ein Missverständnis. Ich hatte dich falsch gelesen. Aber geschadet hat es nichts, jetzt weiß ich noch ein bisschen mehr Lach. Auch gut. Super.
tapeesa (03.06.2020, 00:18): Elaine Paige - I dreamed a dream -
Cetay (inaktiv) (03.06.2020, 10:30):
Black Sabbath; Black Sabbath (1970)
Die Geburtsstunde des Metal hat tatsächlich schon 50 Jahre auf dem Buckel. Zwei Jahre später kam u.g. Sampler raus, auf dem diese LP fast komplett drauf war - nur der Titelsong (mit dem gleichen Namen wie Band und LP) fehlte. Das war mit 9 meine erste Begegnung mit den Finsterlingen und die hat mir jede Menge Ärger eingebracht als mein Bruder herausfand, dass ich die Platte ständing heimlich gehört und dabei verkratzt hatte.
Maurice inaktiv (09.06.2020, 11:25):
Johnny Hodges : JH and the Ellington Men AD: 26.06.1957 & 03.09.1957 (Bigband-Einspielungen) & 11.01.1956 (Septett)
Ein geringer Teil der Stücke stammen aus dem Ellington-Book, der Rest sind Eintagsfliegen, die aus der Band heraus gekommen sind. Im Grunde ist es eine Ellington-Bigband one den Duke, aber mit Billy Strayhorn am Klavier - und damit wieder doch alles im Sinne des Duke himself.
Es sind zeitlos schöne Einspielungen, auch entsprechend technisch hochwertig gefertigt, daher ist die CD schon klasse, aber eben auch "nur" eine weitere Ellington-CD, wenn auch ohne den Meister himself. Doch damals hat die Band noch ohne ihn blendend funktioniert, denn Musiker und vor allem Billy Strayhorn waren noch voll dabei.
Maurice inaktiv (09.06.2020, 11:25):
Clem Tervalon : Jazzaplenty - rare classic New Orleans Jazz AD: 26.07.1973 & July 1975 , New Orleans
Alvin Alcorn (Trompete) - Clem Tervalon (Posaune, Gesang) - Albert Burbank (1973) & Clarence Ford (1975) (Klarinette - Ford auch Sax) - Dave Williams (1973) & Ellis Marsalis (19759 (Klavier) - Placide Adams (Bass) - Freddie Kohlman (Drums)
Hier wurden zwei LPs zu einer CD zusammengebracht, die auch Sinn ergibt. Mit dabei im zweiten Teil ist der gerade erst verstorbene Vater von Wynton Marsalis.
Über Clem Tervalon weiß ich leider überhaupt nichts. Ich habe ihn durch Zufall beim Lesen in einem Buch entdeckt, und dann eben bei Amazon geschaut, aber auch bei Google. Dort findet sich kein wirklich entscheidender Hinweis, sei es auf sein Geburtsjahr oder sein Sterbejahr. Stilistisch ist er in den alten NO-Jazz einzuordnen, etwa in die Nähe zu Freddie Lonzo und Lucien Barbarin. Er spielt mit vielen Crowl-Effekten, doch nicht nur begleitend, und damit in der Tradition von Kid Ory bis eben Waldren "Frog" Joseph und Freddie Lonzo, doch eben nicht so einfach wie damals Ory, Robinson oder den reinen Tailgate-Posaunisten.
Alvin Alcorn spielte 1954-1956 mit Kid Ory, Albert Burbank war einer der besten NO-Klarinettisten überhaupt, wenn auch nicht der Außenwelt so bekannt. Placide Adams (1929-2003) spielte mit den ganzen "Alten" der Szene, etwa Papa Celestin, Paul Barbarin und George Lewis, später mit Al Hirt. Er war auch im Rhythm&Blues aktiv, etwa mit B.B.King und Big Joe Turner. Freddie Kohlman (1918-1990) spielte mit Papa Celestin, Sam Morgan und Joe Robicheaux, und wohl auch mal ganz kurz mit Louis Armstrongs All Stars. Später entstanden Aufnahmen mit Dr.John, Chris Barber, Bob Wilber, Harry Connick,jr. oder Albert Nicholas, aber auch mit der Preservation Hall Jazz Band.
Maurice inaktiv (09.06.2020, 11:26):
Heute mal zwei Alben, die ich schon lange nicht mehr gehört habe. Beide stammen von dem New Orleans-Trompeter Kermit Ruffins. "World of a String" und "1533 St.Philip Street" AD: 1992 & 2001
Kermit Ruffins, Jahrgang 1964, gründete 1983 die heute durchaus bekannte "Rebirth Brass Band" , der er bis 1992 angehörte. 1992 gründete er dann seine eigene Band, die "Barbecue Swingers", mit denen er viele CDs einspielte und auch mit eigenen, höchst erfolgreichen Konzerten in Erscheinung trat, bei denen er alles selbst organisierte, sogar selbst gekocht hat. In seinen Bands spielten viele exzellente Musiker seiner Heimatstadt.
Er selbst trat auch mit Wynton Marsalis, Wessell Anderson, Harry Connick,jr. , Marceo Parker oder Walter Payton auf, dem Vater des Trompeters Nicholas Payton.
tapeesa (13.06.2020, 20:31): Big Bands of the 30's - Vol. 1 The Ray Noble Orchestra, Al Bowlly
Maurice inaktiv (13.06.2020, 21:33): Big Bands of the 30's - Vol. 1 The Ray Noble Orchestra, Al Bowlly Weißt Du, dass Glenn Miller die Band von Ray Noble Mitte der 1930-er Jahre für ihn zusammenstellte und auch kurze Zeit quasi als "Musikdirektor" leitete? Miller war 1936 ein viel beschäftigter Studio-Musiker gewesen, der eigentlich niemals eine Band hätte leiten müssen, um finanziell gut über die Runden zu kommen.
tapeesa (13.06.2020, 22:03): @Maurice André - Nee, ich bin komplett neu beim Sujet "Big Band". Daran bist du aber nicht ganz "unschuldig" ;) Das Forum hat einen deutlichen Einfluss auf mich. Habe hier immer geschaut, was du postest und aber zu Big Bands bisher keinen Zugang gefunden.
Stephen Sondheim war mir auch unbekannt, auch wenn ich "Send in the Clowns" oft gehört habe oder Noel Coward: London Pride - auch nicht schlecht - bin vermutlich in einer sentimentalen Stimmung. Zu Ella Fitzgerald finde ich auch neu Zugang -
Ella Fitzgerald sings the Duke Ellington song book
Also einige neue Entdeckungen gerade.
Maurice inaktiv (13.06.2020, 23:04): Nee, ich bin komplett neu beim Sujet "Big Band". Daran bist du aber nicht ganz "unschuldig" Das Forum hat einen deutlichen Einfluss auf mich. Habe hier immer geschaut, was du postest und aber zu Big Bands bisher keinen Zugang gefunden. Oha. Danke für das tolle Kompliment. Wenn Du was wissen möchtest - nur zu. Mit Bigbands kenne ich mich auch entsprechend aus, habe ja selbst einige Jahre in einer gespielt.
Also einige neue Entdeckungen gerade. Das ist doch super. Übrigens : Bei den "schwarzen Bigbands" wären jene von Fletcher Henderson, Duke Ellington, Count Basie, Jimmie Lunceford und vielleicht auch Benny Carter interessant Bei den "weißen Bigbands" ist es sehr schwer eine Auswahl zu treffen, oh e jemanden damit zu überfordern. Doch Benny Goodman (der viele Arrangements von Fletcher Henderson erst wirklich populär machte von 1933-1939) ist hier zunächst mal das Maß der Dinge. Härteste Konkurrenten waren Tommy Dorsey (ab 1935), Harry James (ab 1939) und Charlie Barnet (erste Band bereits 1933). Später kamen Woody Herman (hier vor allem seine Zeit 1944-1950) und Glenn Miller (die Band ab 1939) dazu. Ebenfalls wichtig sind Artie Shaw und ab 1944 Les Brown. Sehr komplex war die Bigband von Stan Kenton ab 1941, der auch die Besetzung im Blech stark ausgebaut hatte (teilweise 5 Trompeten und 5 Posaunen waren um 1945 herum schon eine Hausnummer gewesen).
In England war vor allem die Bigband von Ted Heath ab 1944 der Inbegriff von traumhaft hervorragendem Bigband-Jazz gewesen, in Deutschland Kurt Edelhagen und Erwin Lehn, die sich durchaus auch mit den Bigbands der USA haben messen können. Viele amerikanische Musiker kanem auch deshalb nach Deutschland, um bei diesen Orchestern zu spielen. Max Greger hatte ebenfalls weitaus mehr als ein Tanzorchester zu bieten, was man vielleicht heute von ihm so denken mochte.
Buck Clayton (1911-1991) gehörte von 1937-1943 zur Bigband Count Basies. Sein Trompetenstil war durch einen eher milden, aber trotzdem großen und schönen Ton geprägt. Er war immer ein Swing-Trompeter geblieben, der aber auch um 1946 herum bei diversen Jam Sessions mit Musikern wie Charlie Parker spielte. Er wurde vor allem für seine auf Platten der damaligen CBS bekannt, die viele große Swing-Musiker vereinte, und deren wohl gespielter, auch mit seinen Arrangements sehr sinnvoll gestalteten Einspielungen weitaus musikalischer waren, wie etwa die "Jazz at the Philharmonic"-Reihe von Norman Granz oder "Just Jazz-Reihe" von dessen Konkurrenten Gene Norman.
Dadurch entstanden zeitlos schöne, aber vor allem auch stimmige und swingende Platten, die auch 2020 noch immer ihre Freunde haben dürfte. Er griff dabei auf ehemalige Kollegen der Basie-Band zurück, etwa Joe Newman (der zum Zeitpunkt der Aufnahmen erneut in der Basie-Band spielte), Charlie Fowlkes, Freddie Green, Walter Page, Jo Jones, aber auch Urbie Green, Henderson Chambers, Joe Thomas, Coleman Hawkins, Sir Charles Thompson, Billy Kyle, Jimmy Jones, Al Cohn, Woody Herman, Julian Dash, Lem Davis, Milt Hinton......
Es gibt diverse Aufmachungen, aber man muss sehr aufpassen, um keine Überschneidungen und dann Doppelungen zu erwerben.
Hier die Orirignal-Zusammenstellung, wie sie auch auf meiner CD vorhanden ist:
01. Christopher Columbus 02. How High the Fi (basiert auf dem Standard "How High the Moon") 03. Blue Moon 04. Jumpin' at the Woodside
Was meine CD so wertig macht ist auc die genaue Auflistung aller wichtigen Angaben, einschließlich der korrekten Solo-Reihenfolge. Wobei ich die Ausführung für den spanischen Markt besitze. Das restliche Booklet ist weniger wichtig, aber in Spanisch und Englisch geschrieben.
Maurice inaktiv (15.06.2020, 11:55):
Clark Terry/Al Grey : Shades of Blues AD: 13.05..1994
Clark Terry (Trompete, Flügelhorn) - Al Grey (Posaune) - Charles Fox (Klavier) - Marcus McLaurine (Bass)
Tolle Scheibe, niemals langweilig und nur eine schnelle Nummer. Höchst ungewöhnlich, aber die beiden Bläser kennen sich schon ewig, die Abstimmung ist einfach traumhaft. Dazu zwei ausgezeichnete Begleitmusiker. Marcus McLaurine sollte nach seiner Zeit mit Clark Terry viele Jahre in der Basie-Bigband spielen.
Maurice inaktiv (15.06.2020, 12:09):
Bill Coleman : Americans Swinging in Paris AD: 21./22.03.1979
Bill Coleman (1904-1981) war ein ausgezeichneter Trompeter/Flügelhornist gewesen, der nie wirklich bekannt geworden ist. Dabei war er gerade in Europa stark vertreten, da er sich in Frankreich niedergelassen hatte. Er spielte u.a. von 1929-1933 im Orchester von Luis Russell. Doch bereits dort gingen die Soli fast alle an Red Allen. 1933 ging er deshalb mit dem Orchester von Lucky Millinder nach Frankreich. Wieder in den Staaten, spielte er mit Fats Waller und Teddy Hill, kam aber 1935 bereits wieder zurück nach Paris. Dort spielte er mit eigenen Bands, aber auch mit dem Orchester von Willie Lewis und Django Rheinhardt/Stephane Crappelli. 1938-1040 ging er mit Herman Chittison nach Ägypten.
1940 musste er durch den Kriegsausbruch in die USA zurück Hier wirkte er bei Benny Carter, Tedd Wilson, Andy Kirk, Mary Lou Williams, Sy Oliver, Billy Kyle.
Ab 1948 lebte er erneut in Paris bis zu seinem Tode. In Europa wirkte er mit Don Byas, Albert Nicholas, Guy Lafitte, Count Basie, Ben Webster, aber auch immer wieder mit französischen Bands.
1981 kam seine Biographie zunächst auf Französisch heraus. Dort schrieb er auch, dass er vor allem wegen des Rassenproblemes nach Europa gegangen ist. Man sieht, es hat sich in den USA überhaupt nicht wirklich etwas geändert......
Gamaheh (19.06.2020, 23:22): Martin Böttcher - ist das nicht auch der Winnetou-Komponist ? Ich meine, seine Musik noch im Ohr zu haben, obwohl seit der Zeit nie wieder gehört. Jede Menge Dämpfer, wenn ich richtig höre ?
Maurice inaktiv (20.06.2020, 08:25): Martin Böttcher - ist das nicht auch der Winnetou-Komponist ? I Richtig. Mit Dämpfern habe ich jetzt keine Stelle aus dem Kopf heraus mehr parat, obwohl ich das Zeugs schon gespielt habe. Ist aber lange her. Bestimmt 30 Jahre etwa. Ich finde, er hat bei den Winnetou-Filmen mit Kontrasten gearbeitet. Zunächst eine eher ruhige Passage, dann, aus heiterem Himmel, hauen die Pauken schroff dazwischen.
Bei dem Hauptthema in Winnetou I wird das Thema von den Geigen gespielt, umspielt von den Hörnern, der Rest ist nur Begleitung, da kann ich aber kaum weiteres Blech hören, nur hin und wieder Posaunen - und natürlich dann das Thema durch die Mundharmonika.
Selbst dann, wenn man es nicht wüsste, würde man bei der Musik auf eine Filmmusik tippen, dann es ist zu eindeutig weder Klassik noch Jazz von der Machart her. Auch weitaus melodiöser, als etwa vergleichbare Filmmusik in den USA bei den Western. Gerade in den USA von etwa 1940-1955 findet man sehr deutliche nationale Tendenzen und Anspielungen, bzw. direkte Volksmusik oder Militärmusik vor (etwa in "Der Teufelshauptmann" mit u.a. John Wayne, der ein absoluter Patriot war.).
Maurice inaktiv (20.06.2020, 10:06):
Ben Webster meets Bill Coleman : AD: 27.04.1967 , London
Bill Coleman (Trompete, Flügelhorn, Voc.) - Ben Webster (Tenorsax) - Fred Hunt (Klavier) - Jim Douglas (Git.) - Ron Rae (Bass) - Lennie Hastings (Drums)
Die Session ist wunderbar entspannt und swingend, auch durch das glänzende europäische Rhtymus-Team der Band von Alex Wesh, wenn ich das richtig im Kopf habe. Eigentlich hätte der Trompeter Buck Clayton mit dabei sein sollen, aber er erkrankte auf der Tournee und musste einige Tage aussetzen.
Bill Coleman und Ben Webster nahmen das letzte Mal 1947 zusammen auf, also 20 Jahre vorher. Man kann also von einer Art "Jubiläum" sprechen. Sehr schön passen die beiden zuvor nicht veröffentlichten Takes dazu ("Moonglow" wurde zuvor nicht mit übernommen, vermutlich war der Platz der LP bereits voll gewesen) und bei "But not for Me" wurde "Take 4" dazu gegeben. Dabei erfährt man, dass "Take 3" mit auf die Platte gegeben wurde. Was mit den ersten beiden Takes geschehen ist, wurde nicht erwähnt. Weitere Standards waren "Satin Doll" und "Sunday".
Maurice inaktiv (20.06.2020, 11:25):
Lionel Hampton : Jazz in Paris : Ring dem Vibes AD: 25./26.Mai 1976 , Paris
Die Besetzung ist etwas vogelwild, also typisch Lionel Hampton. Immer dabei hier waren Michel Attenoux (Altsax), Billy Mackel (Gitarre) , Michel Gaudry (Bass) und Drummer Sam Woodyard. Dazu kamen noch bei der ein oder anderen Nummer Claude Goussert (Posaune), Gerard Badini (Tenorsax), Dany Doriz (Vibes ebenfalls), Raymond Fol & Reynold "Zeke" Mullins (Klavier)
Es geht heiß her, wie fast immer, wenn Hampton dabei ist. Hier scheint aber auch die Kombination gut zu harmonieren. Schade, dass kein Trompeter dabei war.
Maurice inaktiv (20.06.2020, 13:53):
Jonah Jones : JJ at the Embers AD: 14., 22. & 29.02. 1956
Jonah Jones (Trompete) - George Rhodes (Klavier) - John Browne (Bass) - Harold Austin (Drums)
Ein sehr feines Quartett um den Trompeter Jonah Jones (1908-2000). Jonah Jones gehört auch zu jenen Trompetern, die sich einen auszeichneten Ruf in der Swing-Ära machten, die aber heute weitgehend unbekannt sind - leider. Dabei hatte er wichtige Stationen hinter sich : u.a. Jimmie Lunceford, Lil Hardin, Stuff Smith, Horace Henderson, McKinney's Cotton Pickers, Benny Carter, Teddy Wilson und von 1941-1952 mit Cab Calloway. Dann kamen Earl Hines, Lionel Hampton und vor allem in Frankreich, wo er einen exzellenten Ruf seit seinem ersten Besuch 1946 hatte.
Er spielte vor Präsident Lyndon Johnson, dem Fürsten Ranier von Monaco, oder de König von Thailand. Viele Jahre hatte er ein eigenes Quartett, was auch hier zu hören ist. Noch 1988 machte er eine Europa-Tournee.
Gamaheh (20.06.2020, 19:47): Bei dem Hauptthema in Winnetou I wird das Thema von den Geigen gespielt, Ich meine die Titelmusik, die sehr haftet (nicht zuletzt, meine ich, weil sie so einer Schnulze aus der Zeit nicht ganz unähnlich ist). An den ganzen Rest kann ich mich nicht erinnern, ich habe sie nur gehört, als die Filme neu in den Kinos waren und es in der Bravo die Starschnitte gab :) Sie paßt aber auch - wenn ich mich recht erinnere - sehr gut zu den Weiten der Prärie, die dann auch auf der Leinwand zu sehen war (wenn ich mich nicht irre), sich gewissermaßen mit dem Bild mischt, ohne aufdringlich zu sein (vielleicht ist es das, was ich mit "Dämpfern" meinte; jedenfalls nicht im technischen Sinn).
Maurice inaktiv (20.06.2020, 20:33): Ich meine die Titelmusik, die sehr haftet Ich habe genau DIESES Thema beschrieben. Denn DAS ist bei Winnetou I zu hören.
Sie paßt aber auch - wenn ich mich recht erinnere - sehr gut zu den Weiten der Prärie, die dann auch auf der Leinwand zu sehen war (wenn ich mich nicht irre) Real gezeigt wird nicht die "Prairie" , sondern ein Teil des ehemaligen Jugoslawiens, denn dort wurden die meisten Szenen aller Winnetou-Filme gedreht.
Gamaheh (21.06.2020, 01:21): Real gezeigt wird nicht die "Prairie" , sondern ein Teil des ehemaligen Jugoslawiens Ja, ich weiß : Dubrovnik. Also irre ich mich vermutlich. Aber wir wissen ja, daß die Prärie (so geschrieben im Deutschen, auch bei Karl May) gemeint ist. Oder jedenfalls für mich. Aber wie gesagt : Ist lange her, und meine Vorstellung vage. Die Melodie erinnert mich jedenfalls hieran (oder umgekehrt).
Maurice inaktiv (21.06.2020, 09:06): Ja, ich weiß : Dubrovnik. Also irre ich mich vermutlich. Aber wir wissen ja, daß die Prärie (so geschrieben im Deutschen, auch bei Karl May) gemeint ist. Okay. Ich hatte "Prairie" in die Gänsefüßen gesetzt wegen des Wortes an sich, nicht wegen der Schreibweise. Zur Schreibweise ist es so, dass Du die deutsche Schreibweise, ich die Englische verwendet habe. Mehr nicht. Warum man es im Deutschen nicht beim gleichen Wort belassen hat (was ja bei den vielen "eingedeutschten" englischen Worten inzwischen normal ist), erschließt sich mir nicht wirklich, ist für hier aber auch völlig unwichtig.
Mir ging es nur darum, dass die Aufnahmen nicht am Originalplatz gedreht wurde, sondern in Europa. Erstaunlich, was wir hier in Europa so alles haben, was die Landschaften angeht.
Es ist jedenfalls eines der bekanntesten Filmmusiken der Nachkriegszeit in Europa gewesen. Hier muss man Böttcher ein riesengroßes Kompliment machen.
Maurice inaktiv (23.06.2020, 23:28):
Duke Ellington : The Intimacy of the Blues AD: 1967 - 1970
Hier lässt der Duke nur in kleinen Formationen spielen. Etwa mit Cat Anderson, Willie Cook (Trompeten), Lawrence Brown (Posaune), Johnny Hodges (Altsax), Paul Gonsalves, Harold Ashby (Tenorsax), Norris Turney (Flöte), Wild Bill Davis (Orgel), John Lamb, Vic Gaskin, Joe Benjamin (Bass), Rufus Jones (Drums)
Es ist vielleicht nicht sein bestes Album, aber es gibt durchaus schöne Momente und gute Soli zu hören. Der "späte Ellington" war geprägt durch zahlreiche Besetzungswechsel, sei es durch die inzwischen in die Jahre gekommene Besetzung (1970 hörte Lawrence Brown auf zu spielen, Johnny Hodges verstarb), aber auch durch eine gewisse "Unlust" das ganze Jahr über auf Tournee gehen zu müssen.
Die neuen Musiker waren oftmals auch keine ganz jungen Leute mehr gewesen, und auch nicht mehr vom gleichen Bekanntheitsgrad wie ihre Vorgänger (etwa Money Johnson an der Trompete, der die Rolle von Ray Nance ein wenig einnahm, Norris Turney, der zunächst erst einmal "Lückenfüler an Alt-und Tenorsax, aber sogar auch mit dem Sax die Posaunenstimme spielen musste, die fehlte !!, aber auch Rufus Jones und später Quentin White, die beide niemals den Zugang zur Musik des Duke fanden wie etwa Sam Woodyard. Dazu von 1965 bis 1970 gefühlte 10 Bassisten, auch wenn es "nur" 4 waren.).
Positive neue Kollegen waren ohne Zweifel Trompeter Johnny Coles (der leider nie so herausgestellt wurde, wie es ihm zugestanden hätte), Harold Ashby (ein ausgezeichneter Tenorsaxophonist), Wild Bill Davis an der Orgel, der auch mal einen echten, neuen Klang, aber auch viel Jazzfeeling einbrachte, aber auch der Oben erwähnte Norris Turney, der mit der Flöte ebenfalls einen neuen Klang in die Band brachte. Auch Posaunist Booty Wood sollte mit seinem Plunger-Spiel wieder ein Teil in die Band einbringen, was zwei Jahre fast völlig verschwunden war. Leider bekam er nur wenig Soloraum zur Verfügung.
Überhaupt nicht in die Band passte der ultra-moderne Posaunist Julian Priester in die Band hinein. Sein Solo-Spiel klang völlig deplatziert, was weniger an ihm lag. hier wurde einfach der fasche Mann geholt für die Band. Er blieb daher auch nur wenige Moante, ging zu Herbie Hancock und wurde dort eine feste Größe, aber auch international richtig bekannt.
An der Trompete kam ein blutjunger Mann in die Band, der später in der Band der "Blues Brothers" und der "Saturday Night Live Band" eine wichtige Funktion einnahm: Al "Mr. Fabulous" Rubin (1943-2011).
Das mal wieder zur Geschichte des späten Ellington.
Maurice inaktiv (23.06.2020, 23:55):
Dany Doriz & Wild Bill Davis : Live from the Caveau de la Huchette - Paris 1977 AD: Mai 1977
Stephane Guerault (Tenorsax) - Dany Doriz (Vibraphone) - Wild Bill Davis (Hammond-Orgel) - Dave Pochonet, Kenny Clarke (3,8) und Maurice Martin (6) (Drums)
Dany Doriz ist sowas wie der "Lionel Hampton Frankreichs". Er spielt Tenorsax, Klavier und Vibraphon, leitete zeitweise eine exzellente eigene Bigband, spielt aber auch sehr viel im Quartett (mit Georges Arvanitas am Klavier, Eddie Jones am Bass und diversen Drummern, etwa Butch Miles und Duffy Jackson).
1970 wurde er der Besitzer des Clubs, aus dem diese Einspielungen stammen. Dort holte er sich immer wieder großartige Gastmusiker, bevorzugt aus den Bigbands von Lionel Hampton, Count Basie und Duke Ellingtons, um mit ihnen zu spielen, aber auch für Aufnahmen.
Bei uns dürfte er weitgehend unbekannt geblieben sein. Ich hatte das Glück in live zu erleben, und ich fand ihn verdammt klasse. Er hat mir besser als der betagte Lionel Hampton gefallen, den ich ebenfalls noch live mit seiner Bigband erleben durfte in Frankfurt. Auch Wild Bill Davis sah ich noch live in der Alten Oper Frankfurt.
Das ist natürlich keine Avantgarde, dafür aber swingender Live-Jazz mit Club-Atmosphäre, und daher voll "mein Ding".
Anmerkung zum ersten Stück des Abends: Auch wenn es sowohl im sehr begrenzten Booklet und der Rückseite so steht, beginnt die CD mit "Strike up the Band" und nicht mit "Struttin' with some Barbecue". Wer auch immer den Blödsinn zwei Mal geschrieben hat, muss mal zum Ohrenarzt gehen.
Maurice inaktiv (26.06.2020, 15:13):
Bill Coleman : A Smooth One _ "Live" in Manchester , May 1967
Bill Coleman (Trompete, Flügelhorn, Gesang) mit dem Millinder/Littlejohns-Sextett Aus GB
Ich muss zugeben, dass ich von Colemans Begleitband absolut noch nie etwas gehört habe. Nur Drummer Johnny Richardson dachte ich dem Namen nach zu kennen, aber das Netz zeigt mir nur einen Drummer gleichen Namens an, der es definitiv nicht sein kann, da er viel später auf die US-Szene gekommen ist.
Alan Littlejohn (das "s" scheint nicht zu stimmen) war ein Trompeter, der von 1928 bis 1996 gelebt hat und aus GB kam. Der andere Leader der Band, Posaunist Tony Millinder ist noch weniger im Netz vertreten. Daher kann ich hier ausnahmsweise mal wirklich wenig zur Aufklärung beitragen.
Die Doppel-CD selbst macht aber einen sehr guten Eindruck. Die Stücke sind natürlich weitgehend Standards, etwa "Caravan", "I want a little Girl" oder "Indiana".
Maurice inaktiv (27.06.2020, 23:01):
Dizzy Gillespie : Eight Classic Albums
"Dizzy in Greece" AD: 1956 (Mai 1956, wenn ich das richtig recherchieren konnte) & 1957
Die Band spielte das Album in Etappen ein, so dass auch die Besetzung sich verändert hatte. Solisten sind (die Namen der Stücke entsprechen den Angaben auf dem Cover):
01. Walter Davis (Klavier), Billy Mitchell (Tenorsax), Dizzy Gillespie (Trompete) 02. Phil Woods (Altsax), Frank Rehak (Posaune), Dizzy Gillespie (Trompete) 03. Marty Flax (Baritonsax) 04. Dizzy Gillespie, Walter Davis (Klavier), Billy Mitchell (Tenorsax) 05. Charlie Persip (Drums), Billy Mitchell (Tenorsax), Dizzy Gillespie (Trompete) 06. Frank Rehak, Billy Mitchell, Dizzy Gillespie, Charlie Persip 07. Billy Mitchell, Dizzy Gillespie (Voc.) 08. Lee Morgan (Trompete), Billy Mitchell, Wynton Kelly (Klavier) - 1957 09. Benny Golson (Tenorsax), Dizzy Gillespie - 1957 10. Phil Woods, Dizzy Gillespie
Nach langer Zeit mal wieder andere Musik im Player.
Maurice inaktiv (28.06.2020, 00:33):
Marcus Roberts : Deep in the Shed AD: 09.-12.10,1989 & 15.12.1989 in New York & New Orleans
Die sechs Titel haben sechs unterschiedliche Besetzungen, daher gebe ich mal alle Musiker an jetzt.
Scotty Barnhard (Trompete, 1-4), E. Dankworth (Trompete, 5-6), Wycliffe Gordon (Posaune,1-5), Herb Harris (Tenorsax, 1,2,4), Todd Williams (Tenorsax, 3 & 6), Wessell Anderson (Altsax, 1, 3-6), Marcus Roberts (Klavier, 1-6), Chris Thomas (Bass, 1-2), Reginald Veal (Bass, 3-6), Maurice Carnes (Drums, 1-2), Herlin Riley (Perc. 1, Drums, 3-6).
Scotty Barnhard spielte viele Jahre in der Count Basie-Band, um sie dann auch als Leader zu übernehmen. Das ist bis heute noch so.
Maurice inaktiv (28.06.2020, 13:57):
Johnny Coles : The Warm Sound AD: 10. & 13.04.1961 , NYC
Johnny Coles (Trompete) - Kenny Drew (Klavier) - Peck Morrison (Bass) - Charlie Persip (Drums)
Ich würde den Miles Davis-Fans der 1950-er Jahre mal den Kollegen Johnny Coles ans Herz legen. Coles spielt eine ganz ähnliche Trompete, machte übrigens auch Einspielungen mit Gil Evans und war auch an einigen Einspielungen (er wirkte u.a. bei "Porgy and Bess" und "Out of the Cool" mit) mit Miles Davis/Gil Evans beteiligt. Coles (1926-1997) Karriere verlief zunächst derjenigen Clifford Browns ähnlich (beide kamen über die Rhythm & Blues-Bands Anfang der 1950-er Jahre zum modernen Jazz), aber auch mit Philly Joe Jones und James Moody mit. 1964 kam er in die Band von Charles Mingus (für die Europa-Tournee 1964), musste aber krankheitsbedingt die Tournee abbrechen. Sonst wäre er vielleicht bekannter geworden.
1968-1969 spielte er im neu gegründeten Herbie Hancock-Sextett mit, dann bis 1973 wirkte er in der Begleitband von Ray Charles mit. 1973-1974 spielte er mit Duke Ellington, 1974-1976 wieder mit Ray Charles. 1983-1985 wirkte er in der Bgband von Count Basie mit. Davon gibt es auch Youtube-Links.
Maurice inaktiv (28.06.2020, 15:34):
Dinah Washington: DW Jams AD: 14.08.1954 , Los Angeles
Das Einzel-Album mag sich nicht einstellen lassen, daher eben so.
Am 14. August 1954 wurde eine heute legendäre Session aufgezeichnet, die damals in Los Angeles zusammen mit dem Clifford Brown/Max Roach-Quintett plus Gästen stattfand. Nicht alle Musiker sind auf jedem Titel zu hören, doch die Besetzung kann ich komplett mal aufschreiben:
Clifford Brown, Clark Terry, Maynard Ferguson (Trompeten) - Herb Geller (Altsax) - Harold Land( Tenorsax) - Junior Mance & Richie Powell (Klavier) - Keeter Betts & George Barrow (Bass) - Max Roach (Drums) Dazu eben Dinah Washington (Gesang).
Die Session gibt es in diversen Neuauflagen diverser Firmen, ich habe meine von der italienischen Firma "Giants of Jazz", die recht günstig zu erwerben war damals.
Hier das Cover alleine. Das war die Original-Aufmachung gewesen.
Maurice inaktiv (28.06.2020, 17:53):
Jabbo Smith : JB & His Rhythm Aces AD: 1929
Es gibt eine sehr günstige Doppel-CD mit Wild Bill Davison auf der ersten und Jabbo Smith auf der zweiten CD. Wer sich nicht die doch um einiges teureren Einspielungen kaufen mag, wird dort super bedient mit Einspielungen aus dem Jahre 1929 und 1938. Man kann vor allem bei den 1929 entstandenen Einspielungen einen damals topp-modernen, Louis Armstrong mindestens ebenbürtigen Trompeter erleben, der aber durch diverse Abbrüche wegen Alkohols und anderer Gründe, am Ende sich selbst aus der Liste führenden Trompeter geschossen hat. Smith, 1908 geboren, war einfach geistig nicht reif gewesen, sich selbst richtig einzuschätzen und zu verkaufen. Er verdiente um 1929 herum 150 Dollar die Woche, das war eine derart hohe Gage gewesen, dass er die ebenfalls sehr hohen 90 Dollar , die ihm Duke Ellington anbot, schon lächerlich erschienen. Den Job bei Ellington bekam dann Cootie Williams, und er wurde zum Star.......
Maurice inaktiv (30.06.2020, 09:47):
Harry Edison : For my Pals AD: 18./19.04.1988 , Hollywood
Harry "Sweets" Edison (Tromepte, Gesang) - Buster Cooper (Posaune) - Curtis Peagler (Alt/Tenorsax) - Art Hillary (Klavier, Orgel) - Andy Simpkins (Bass) - Albert "Tootie" Heath (Drums)
Harry Edison, von 1938-1950 in der Count Basie-Band ein ganz wichtiger Solist, war der Lieblings-Trompeter des großen Frank Sinatra gewesen. Er holte ihn oft auf eigene Kosten ins Studio, damit er seine Einspielungen mit seinen Soli zusätzlich veredelte. Zum Glück machte er auch im hohen Alter immer noch Tourneen und Einspielungen, auch wenn man vielleicht seine letzten Jahre nicht mehr als "Hochgenuss" ansehen müsste. Er war dann einfach nicht mehr der "Alte" gewesen, trotz seiner schon immer bekannten Sparsamkeit an Tönen.
Hier aber war er noch absolut hörenswert gewesen. Ich selbst habe ihn noch 1986 im Jazzclub in meiner Nähe live und richtig nahe erleben dürfen. Es war damals für mich als junger Teenager so etwas wie der Höhepunkt gewesen meiner musikalischen Live-Erlebnisse.
Maurice inaktiv (30.06.2020, 10:06):
Mike Vax : Trumpets AD: 2001
Mike Vax (Trompete, Flügelhorn, Kornett, Piccolo-Trompete) - Warren Gale, Steve Campos, Bob Doll (Trompete, Flügelhorn) - Larry Dunlop (Klavier, Synth.) - Steve Draper (Gitarre) - Bill Langlois (Bass) - Eric Thompson (Drums)
Mike Vax, 1942 geboren, gehört noch heute zu den aktiven und kreativen Musikern des Jazz. Er spielte u.a. in den Bigbands von Stan Kenton und Clark Terry Lead-Trompete, leitet seine eigene Bigband, aber auch das Stan Kenton Legacy Orchestra mit vielen Ex-Kenton-Mitgliedern, leitet eine Band mit Ex-Canadian Brass-Trompeter Ronald Romm, gab und gibt unzählige Workshops in der ganzen Welt und war auch mit den Dukes of Dixieland unterwegs.
Hier versammelte er noch drei weitere hervorragende Trompeter um sich, etwa Warren Gale (Ex-Stan Kenton, Joe Henderson, Horace Silver), Steve Campos (Ex-Stan Kenton, Woody Herman, Dr.John), Bob Doll (Ex-Stan Kenton, Buddy Rich, Van Morrison).
Hier werden nun Stücke ihrer Vorgänger des Jazz vorgstellt: Louis Armstrong, Harry James, Dizzy Gillespie, Miles Davis, Roy Eldridge, Bunny Berigan, Shorty Rogers etwa. Alle Stücke wurden neu arrangiert, teilweise sogar richtig modern aufgezogen, etwa den "Trumpet Blues and Cantabile" von Harry James, der so modern wohl noch nie geklungen hat. Trotzdem ist das Konzept stimmig und nicht völlig unsinnig gestaltet worden. Es spricht für die Musiker, dass sie allen Stücken das richtige Feingefühl und Gespür zugestehen. Das ist richtig klasse gemacht worden, auch die Arrangements sind entweder aus dem Original heraus für den Trompetensatz geschrieben worden, bzw. sinnvoll auf die Musiker maßgeschneidert worden.
Maurice inaktiv (30.06.2020, 11:26): Hayes Kavanagh : HK's New York City Jazz Band AD: 20.06.1996 , Backnang, Deutschland Live
Spanky Davis (Trompete) - Al Hermann (Posaune) - Bob Pierson (Klarinette, Tenorsax, Flöte) - Richard Wyands (Klavier) - Hayes Kavanagh (Bass) - Eddie Locke (Drums)
Nun, das Album gehört wieder mehr in den Mainstream hinein, aber dem traditionellen Mainstream. Entsprechend lauten die Titel auch "Undecided", "All of Me", "Rosetta" oder "St.Louis Blues". Spnaky Davis steht klar in der Tradition eines Roy Eldridge, den er auch musikalisch im Jimmy Ryan's Anfang der 1980-er Jahre beerbte, als dieser sich zurückzog.
Richard Wyands (1928-2019) ist ein wirkliich großartiger Pianist, der leider nie so richtig bekannt geworden ist. Leider ist er letztes Jahr verstorben. Er begleitete Ella Fitzgerald, Carmen McRae, spielte mit Charles Minugs und von 1965-1975 mit Kenny Burrell, Ende der 1980-er Jahre war er Mitglied in der Bigband von Illinois Jacquet. Aus dieser Zeit sind auch einige CDs erhalten geblieben, aber auch ein Auftritt beim Jazzbest Berlin 1987. Er soll von 1949 bis 2012 an 137 Aufnahme-Sessions beteiligt gewesen sein (u.a. mit Charlie Mariano, Freddie Hubbard, Benny Carter, Roland Kirk, Frank Wess, Waren Vaché, Frank Wess, Gene Ammons und Roy Haynes).
Eddie Locke (1930-2009) war viele Jahre der Drummer von Coleman Hawkins und dann Roy Eldridge gewesen. Auch seine Spannweite war sehr groß gewesen: Red Allen, Tiny Grimes, Kenny Burrell, Lee Konitz, Teddy Wilson, Oscar Peterson, Dick Hyman, Warren Vaché etwa.
Al Hermann szammt aus New Orleans. Er spielte in den Bigbands von Woody Herman, Buddy Morrow, Liomel Hampton, wirkte bei den berühmten "Dukes of Dixieland" mit, aber auch mit Ellis Marsalis, Doc Cheatham, Wild Bill Davison, Warren Vaché, Eddie Daniels, Carlos Fontana, Arturo Sandoval......
Maurice inaktiv (01.07.2020, 14:12):
Ruby Braff/George Barnes-Quartett : To Fred Astaire with Love AD: 03.-05.02.1975 , New York
Ruby Braff (Kornett) - George Barnes (Solo-Gitarre) - Wayne Wright (Rhythmus-Gitarre) - Michael Moore (Bass)
Kammermusikalischer Jazz allererster Güte hat Ruby Braff mit seinem Quartett damals sehr viele Freude bereitet. Braff war niemals ein Lautspieler und Musiker von großen Kabinettstückchen, sondern ein wunderbar swingender Stilist, dessen Stil an die Großen der Swing-Ära angelehnt war. So war der großartige Buck Clayton nicht nur ein hin und wieder sein Mitkollege gewesen, sondern auch eine Art Mentor für den jungen Ruby Ende der 1940-er Jahre.
Maurice inaktiv (01.07.2020, 23:15):
Miles Davis : Sketches of Spain AD: 10. & 15.11.1959 & 10.03.1960
Ich kannte bisher nur die Einspielung des Concertos über Youtube, bzw. über eine spätere Live-Einspielung aus dem Jahre 1961.
Ich muss in der passenden Stimmung sein, auch das Wetter muss entsprechend sommerlich-warm sein, das Fenster offen und ich brauche die Ruhe dazu.
Am Tage der Aufnahme des Concertos war Miles gut drauf gewesen. Auch die "Alternate Version" hat mir gut gefallen. Nicht auf dem Niveau waren die anderen Stücke gewesen. Hier kann man deutlich seine technischen Probleme heraushören, die er damals hatte. Da rutschen ihm Töne weg, da ist auch die Intonation teilweise dahin. So etwas würde man heute nicht mehr so stehen lassen, geschweige denn, so auch selbst akzeptieren.
Miles war damals selbst noch lange nicht auf der Qualität gewesen, die er mal erreichen sollte. Die Gründe dafür sind relativ einfach zu finden: Er musste erst seine Drogensucht in den Griff kriegen. Das war bei einem Charlie Parker, Bud Powell oder Lester Young nicht anders gewesen. Drogen und Alkohol (bei vielen beides zusammen) haben viele Karrieren zerstört.
Maurice inaktiv (01.07.2020, 23:38):
Lee Morgan : "Dizzy Atmosphere" AD: 27.02.1957 , Hollywood
Lee Morgan (Trompete) - Al Grey (Posaune) - Billy Mitchell (Tenorsax) - Billy Root (Baritonsax) - Wynton Kelly (Klavier) - Paul West (Bass) - Charlie Persip (Drums)
Hier geht es gleich richtig zur Sache. So mag ich das auch sehr gerne. Das ist Bop pur, dagegen sind die Davis-Einspielungen wirklich "kalter Kaffee" gewesen. Alle Musiker saßen zu der Zeit in der Bigband von Dizzy Gillespie, aber für ihn spielt der junge, aufstrebende Lee Morgan Trompete. Wie herrlich boppig hier Al Grey spielt !! Ganz große Klasse !! Man mag es kaum glauben, dass sowohl Al Grey, als auch Billy Mitchell noch im gleichen Jahr zur Count Basie-Band wechselten und auch Fixpunkte dort wurden.
Als Zugaben gibt es zwei Einspielungen aus einer Session vom 27.02.1957, hier mit Benny Golson für Mitchell und den Bassisten Wilfred Middlebrooks, bzw. Red Mitchell für Paul West. Auch Al Grey war leider nicht mit dabei.
Drei weitere Stücke stammen aus dem Jahre 1960, nun mit Lee Morgan (Trompete) - Wayne Shorter (Tenorsax) - Bobby Timmons (Klavier) - Jimmy Rowser (Bass) - Art Taylor (Drums)
Maurice inaktiv (02.07.2020, 11:05):
Franz Jackson : FJ's Original Jass All-Stars AD: 05.09.1961 , Chicago
Bob Shoffner (Trompete) . John Thomas (Posaune) Franz Jackson (Klarinette, Voc.) - Bill Oldham (Tuba) - Rozelle Claxton (Klavier) - Lawrence Dixon (Banjo) - Bill Curry (Drums)
Das ist hier alter Jazz, aber wirklich sehr gut gespielt. Hier sind keine "ungebildeten" Musiker am Spielen,sondern studierte Musiker, die ihr Handwerk richtig gelernt haben, so etwa Jackson, Oldham, Claxton.
Maurice inaktiv (03.07.2020, 10:03): Heute mal wieder "Back to the Roots" mit Musik aus New Orleans :
Lars Edegran : Edegran-Orchestra and the New Orleans Jazz Ladies AD: August 1990
Johnny Letman (Trompete, Gesang) - Freddie Lonzo (Posaune) - Bill Creenow (Klarinette, Tenorsax) - Lars Edegran (Klavier,Bajo, Gitarre) - Richard Payne (Bass) - Ernest Elly (Drums) + Topsy Chapman & Thais Clark (Gesang)
Es ist keine "waschechte" NO-Band, aber Freddie Lonzo, Ernest Elly und Richard Payne sind in New Orelans geboren und dort auch aktiv. Lonzo u.a. in der Preservation Jazz Band, Elly spielte viele Jahre mit Ray Charles, später mit den "Dukes of Dixieland", Placide Adams, Wallace Davenport und der "Storyville Jazz Band" in New Orleans. Payne spielte mit Ray Charles, Harold Battiste, Ed Blackwell, Ellis Marsalis, Earl Bostic und dem "New Orleans Ragtime Orchestra".
Leader Lars Edegran stammt aus Schweden, lebt aber seit 1965 in New Orleans. Dort ist er sehr aktiv, etwa mit vielen eigenen Bands, aber auch oft in der Preservation Hall mit Percy Humphrey, Kid Thomas Valentine und all den alten Recken, die bereits hochbetagt waren. Creenow wurde in England geboren, aber er tourte mit diversen Bands rund um die Welt. So spielte er auch mit Kid Sheik, Alton Purnell, Kid Thomas Valentine, in Frankreich, England und Schweden mit diversen Bands.
Johnny Letman (1917-1992) stammt aus South Carolina. Sein Stil steht zwischen Harry Edisonund Roy Eldridge, also weniger im direkten Umfeld von NO. Er spielte mit Lucky Millinder, Nat King Cole, Red Saunders, John Kirby, Count Basie (1951), Milt Buckner, Lionel Hampton, Panama Francis, u.v.a. Noch 1991 spielte er in der Harlem Blues & Jazz Band mit. Er selbst machte zwei eigene Einspielungen.
Maurice inaktiv (03.07.2020, 10:18):
Lionel Hampton & The Cozy Cole All Stars : A Tribute to Louis Armstrong AD: 1977
Johnny Letman (Trompete) - Big Chief Russell Moore (Posaune) - Joe Muranyi (Klarinette) - Marty Napoleon (Klavier) - Arvell Shaw (Bass) - Cozy Cole (Drums) + Lionel Hampton (Vibraphon)
Bis auf Johnny Letman haben alle Musiker haben teilweise mehrfach mit Louis Armstrong gespielt. Moore und Shaw noch in der letzten Bigband 1946/47, aber auch mit den All Stars, Napoleon als Vorgänger und Nachfolger von Billy Kyle bis zum Ende 1971, Muranyi ab 1966 bis zum Schluss 1971 ebenso. Cole war 1949-Ende 1953 mit den All Stars unterwegs. Letman habe ich beim letzten Posting bereits ausführlich beschrieben.
Philidor (03.07.2020, 13:16): Hier ein Quintett.
Miles Davis: Sorcerer
Miles Davis, trumpet Wayne Shorter, sax Herbie Hancock, piano Ron Carter, bass Tony Williams, drums
(Der letzte Titel in anderer Besetzung. Wikipedia weiß es.)
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (03.07.2020, 13:48): Hier ein Quintett.
Miles Davis: Sorcerer
Miles Davis, trumpet Wayne Shorter, sax Herbie Hancock, piano Ron Carter, bass Tony Williams, drums
(Der letzte Titel in anderer Besetzung. Wikipedia weiß es.) Wikipedia hat nicht immer recht, man muss da schon aufpassen. In DEM Fall ist es richtig, aber das letzte Stück wurde in einem Sextett eingespielt, was es SO nie gegeben hat.
Das Original-Album hatte nur die Titel 1-7 im Programm. Daher hier die Besetzung noch mal separat für die ganze CD, die inzwischen 9 Tracks beinhaltet.
1-6 & 8 : Davis - Shorter - Hancock - Carter - Williams AD: 24.05.1967 (1,2) - 17.05.1967 (3,4,8) - 16.05.1967 (5,6) 9 : wie zuvor, nur Buster Williams (Bass) für Carter. Fragt butte nicht warum, es war wohl so gewesen. AD hier : 09.Mai 1967
7 : Hier wurde folgende Besetzung angegeben: Miles Davis (Trompete) - Frank Rehak (Posaune) - Wayne Shorter (Tenorsax) - Paul Chambers (Bass) . Jimmy Cobb (Drums) - Willie Bobo (Bongos) - Bob Dorough (Gesang) AD: 21.08.1962 Das Arrangement stammt von Gil Evans
Das sind die offiziellen Angaben des CD-Booklets und stammen direkt von der Firma CBS, die das Album damals produziert hatte.
Der Track 7 hat mit einem Miles Davis-Album rien überhaupt nichts zu tun, es war eine Session des Sängers Dorough gewesen. Warum er von dieser völlig ungewöhnlichen Formation begleitet wurde ist nicht bekannt. Vermutlich, weil Gil Evans als Arrangeur tätig war. Davis hatte nur mal mit J.J.Johnson 2954 und 1954 Einspielungen gemacht (ich glaube, das war sogar die erste Einspielung von "Walkin" 1954), sonst seit dem Ende der "Birth of the Cool-Band" nie wieder mit Posaunisten in seiner Band gearbeitet.
PS : Herzlich Willkommen im Forum auch von mir. Ich bin selbst aktiver Jazz-Trompeter, und wenn auch kein beeinflusster Trompeter von Miles, so aber in den letzten Jahren ein Fan von ihm geworden. Das hatte dann auch satte 30 Jahre gedauert. Daher habe ich natürlich genau bis Zum Ende seiner reinen Jazz-Zeit seine Sachen hier. Auch sind hin und wieder Davis-Titel in meinen seltenen Programmen mit der Musik aus der Modern Jazz-Ära zu finden.
Philidor (03.07.2020, 14:02): Wikipedia hat nicht immer recht, man muss da schon aufpassen. Wohl wahr. Das gilt aber auch für andere Quellen ... ;) Das sind die offiziellen Angaben des CD-Booklets und stammen direkt von der Firma CBS, die das Album damals produziert hatte. ... zum Beispiel solche Quellen. Auch in Beiheften stehen bisweilen Dinge, die einer genaueren Überprüfung nicht standhalten. Wenn Du Jazz-Experten fragst, dann können die Dir bestimmt Beispiele nennen. (Ich kann das nicht.) PS : Herzlich Willkommen im Forum auch von mir. Danke! Ich bin selbst aktiver Jazz-Trompeter, Interessant! Ja, ja, es ist eine schwierige Zeit für Künstler jedweder Art ...
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (03.07.2020, 18:07): ... zum Beispiel solche Quellen. Auch in Beiheften stehen bisweilen Dinge, die einer genaueren Überprüfung nicht standhalten. Wenn Du Jazz-Experten fragst, dann können die Dir bestimmt Beispiele nennen. (Ich kann das nicht.) So ist es. Ach, die kenne ich auch nur zu gut. Beim Aufnahme-Datum mit dem Sextett gab es auch zwei verschiedene Jahre. 1962 und 1963 standen zur Auswahl. Da Frank Rehak um 1961/63 oft mit Gil Evans gearbeitet hat, wären beide Jahre denkbar gewesen. Hier habe ich (eben mit der Angabe meiner Quelle) auf CBS berufen. Nach fast 60 Jahren spielt das auch keine wirkliche Rolle mehr.
Cetay (inaktiv) (04.07.2020, 04:28):
Deep Purple; Burn (1974) & Stormbringer (1974)
Von den unzähligen Inkarnationen dieser Band gefällt mir die MkIII-Besetzung, die nur die beiden gerade gehörten Alben herausgebracht hat, am besten und wird auch heute noch mit grosser Befriedigung einverohrt. Dagegen haben sich die grossen Klassiker-Alben (In Rock, Fireball, Machine Head) der legendären MkII-Besetzung im Laufe der Zeit doch arg abgenutzt. Child in Time mag objektiv noch so gut sein, ich kann's einfach nicht mehr hören...
Maurice inaktiv (04.07.2020, 10:04):
Heute hat es unterwegs mit Dizzy Gillespie angefangen :
Auf den Percussionisten hätte man verzichten können, er ist hier völlig fehl am Platze. Selbst beim Stück "Fiesta Mojo" hat er mir nicht gefallen. Manchmal sollte man auf Mode-Erscheinungen verzichten, wenn kein geeigneter Musiker vorhanden verfügbar ist.
Maurice inaktiv (04.07.2020, 10:12):
Miles Davis MD In Europe AD: 27.07.1963 live Juan Les Pins, Antibes Jazzfest
Miles Davis (Trompete) - George Coleman (Tenorsax) - Herbie Hancock (Klavier) - Ron Carter (Bass) - Tony Williams (Drums)
Übrigens auch hier wieder Davis' typischer Effekt mit dem 3.Ventil, um nochmals auf die Frage von Newbie69 zurück zu kommen. Er drückt einfach das Ventil ganz schnell, schon entsteht ein Effekt, der dem eines Trillers (nicht Thrillers ) recht ähnlich kommt. Es nervt auf Dauer, daher sollte man sowas nicht zu oft anwenden.
Hier sticht für mich übrigens Ron Carter heraus, der ein fantastisches Solo auf dem gestrichenen Bass hingelegt hat, bei dem jeder Klassiker in Ehrfurcht erstarrt wäre.
PS: Danke Braccio mit dem Bild bei Lars Edegran. Das hast Du genau richtig erkannt.
Maurice inaktiv (05.07.2020, 14:12):
Miles Davis: The Complete 1960 Holland Concerts AD: 15.10.1960 , Amsterdam, Holland
Miles Davis (Trompete) - Sonny Stitt (Altsax) - Wynton Kelly (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Jimmy Cobb (Drums)
Hier aus der Box die CD-Nr.2 mit Sonny Stitt am ALTsaxophon, der hier für John Coltrane spielt, der auf den beiden anderen CDs dann für Stitt spielt. Wobei die Tournee mit Coltrane auch im April war.
Davis spielt hier nicht sonderlich inspiriert, so mein erster Eindruck. Vor allem kommen immer wieder seine Ansatzprobleme bis zu meinen Ohren durch. Sonny Stitt ist ein reiner Bopper, gerade auf dem Altsax aber wirklich ein ganz hervorragender Musiker, den man zu gerne immer wieder versucht hat, an Parker zu messen, dem er durchaus Paroli hat bieten können, und trotzdem ist Stitt immer Stitt geblieben, kein Parker-Abklatsch. Als Tenorist hatte er einen relativ großen, festen Ton, der mehr in Richtung "Jump" ging. Seine "Tenor Battles" mit etwa Gene Ammons und Dexter Gordon waren legendär gewesen.
Die Rhythmusgruppe gehört meiner Meinung nach zum Besten, was der Hard Bop hervor gebracht hat. Gerade Paul Chambers war ein Ass gewesen, der das Ganze alleine zusammen gehalten hat. Cobb spielt sehr akzentuiert und teilweise frei mit der einen Hand und dem Fuß, während er mit der anderen Hand den Beat auf dem Becken weiterspielt. Kelly spielt recht sparsam in der Begleitung hier.
Ich würde diese CD schon fast als eine "echte" Bop-CD bezeichnen, da ist nix mehr "cool", das ist eine echte "Playing Band", keine Skalen, wie mit Coltrane, das ist für mich keine gekünselte Musik, wie sie mir bei Coltranes nervigem Spiel immer wieder erscheint. Ja, ich gebe zu, nach wie vor kein Coltrane-Fan zu sein. Er war und ist nicht mein Fall, daher bevorzuge ich bei Miles auch Hank Mobley, Sonny Stitt oder dann die Band ab 1963 mit Rivers, Coleman und dann Shorter. Bitte seit mir da nicht irgendwie nachtragend.
Maurice inaktiv (05.07.2020, 16:34):
Jimmy Deuchar : Three Classic Albums.......
"Pal Jimmy" : 1958
Jimmy Deuchar (Trompete) - Ken Wray (Ventil-Posaune) - Derek Humble (Alt&Baritonsax) - Tubby Hayes (Tenorsax) - Harry South (Klavier) - Kenny Napper (Bass) - Phil Seaman (Drums)
und :
"Dig Deuchar, don't Dance" AD: 1955
Jimmy Deuchar (Trompete) - Terry Shannon (Klavier) - Lennie Bush (Bass) - Tony Cromby (Drums)
Jimmy Deuchar (1930 - 1993) war ein schottischer Trompeter des Hardbop. Er spielte mit den besten britischen Musikern zusammen, etwa bei John Dankworth, Jack Parnell, Tony Cromby, Tuby Hayes und Ronnie Scott. Dabei fand er immer wieder Zeit mit amerikanischen Bands zu spielen, etwa Lionel Hampton 1956. Ab 1957 wirkte er viele Jahre in Köln bei der neu zusammen gestellten Bigband von Kurt Edelhagen.
1966 kam er in die Bigband von Francy Boland/Kenny Clarke. Dort blieb er bis 1971.
Stilistisch ist das ein Mix aus Hardbop, wie er auch in den Staaten so gespielt wurde mit einem Schuss des Miles Davis Anfang der 1950-er Jahre. Sicher steht er Kenny Dorham und Conte Candoli näher als Miles, so ist mein Eindruck. Er dürfte mit seinen Kollegen Ed Blair (den nur wenige Leute auf der Liste haben dürften), Rolf Ericson und Dusko Gojkovic zu den besten Trompetern des modernen Jazz in der Zeit um 1955/60 gewesen sein, die in Europa aktiv geboren und gelebt haben. In Deutschland war übrigens Conny Jackel in dieser Zeit voll auf dem Chet Baker-Trip gewesen, den man aus deutscher Sicht vielleicht noch erwähnen sollte. (es geht wirklich nur um diesen so wichtigen Zeitraum im Bereich des modernen Jazz, nicht um alle Trompeter aus Europa, oder die, die in Europa tätig waren).
Philidor (05.07.2020, 19:06): Dagegen haben sich die grossen Klassiker-Alben (In Rock, Fireball, Machine Head) der legendären MkII-Besetzung im Laufe der Zeit doch arg abgenutzt. Child in Time mag objektiv noch so gut sein, ich kann's einfach nicht mehr hören... Deep Purple läuft hier nur alle paar Jahre ... aber dann bei angemessener Lautstärke ... und in dieser Frequenz nutzt sich die Musik für mich nicht ab. Ich habe auch nur das eine Album:
Deep Purple: Made in Japan
Roger Taylor hin oder her - was Ian Paice in "The Mule" macht, ist schon der Wahnsinn. Und Crash-Becken in 22" und 24" einzusetzen und sonst nix, muss man auch erst einmal bringen. Paice konnte das. - Übrigens ein schöner Vergleich, Paice vs. Taylor, Paiste vs. Zildjian. Taylor spielte 17" und 20" Crashs ...
Habe bei der Recherche zur Musik gelernt, dass die "Tenores" bei "Child in Time" mit denen des tonus peregrinus übereinstimmen. Passt gut zu einem Anti-Vietnam-Krieg-Stück ...
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (05.07.2020, 20:40): Farewell to Bohème Cabaret Songs from Paris and Berlin Jody Karin Applebaum, Sopran Marc-André Hamelin, Klavier
Masterpieces of Cabaret - Songs by Britten, Schönberg, Bolcom Jody Karin Applebaum, Sopran Marc-André Hamelin, Klavier
Cetay (inaktiv) (06.07.2020, 08:51): Hui, hier kommt man ja kaum noch hinterher.
Zu Deep Purple MkIV (die mit dem Weinglas) kann ich zustimmen. Gerade die Abwesenheit von Hits verhindert den Verschleiss und Tommy Bolin an der Gitarre ist eine eigene Liga und passt zu dem mehr auf Blues und Funk ausgerichteten Stil besser als sein grosser Vorgänger.
Zu ZZ Top. Witzig. Ich hatte gerade die unten gezeigte Cindarella fertig gehört. Eine meiner Allzeit-Favs aus der Metal-Ecke, nicht zuletzt durch den starken Südstaaten-Einschlag mit den herrlichen Slides. Wenn ich das Album höre, denke ich immer, da hätten sie gern noch mehr davon drauf packen können. Und dann sehe ich den Tip und bekomme das dort im Übermass geboten. Danke dafür @Marcie. Allerdings fehlt mir da im Gegenzug auf Dauer das eine oder andere Metal-Riff.
Made in Japan ist natürlich ein ganz edles Fass von einem Album, aber der Inhalt ist in meinen Ohren nicht besser gealtert als die Studioalben. Spieltechnisch ist das -da gebe ich dir @Philidor vollkommen Recht- ein Hochgenuss, wenn man denn mehr als "bloss Krach und Geschrei" (Zitat mein Vater, so ca. 1975) hören kann oder will.
Die Miles Davis live @ Antibes hatte ich auch auf CD. Und sie gehört auch wegen George Coleman zu meinen Miles-Favoriten.
Cinderella; Long Cold Winter
Maurice inaktiv (06.07.2020, 10:29):
Milt Buckner : "Them Their Eyes" AD: 07.12.1967 aus der "Black & Blue - Reihe
Milt Buckner führte als erster, also VOR George Shearing, das Block-Akkod-Spiel auf dem Klavier ein, als er in der Bigband von Lionel Hamton spielte in den 1940-er Jahren. Kurz danach gilt er mit Wild Bill Davis als die ersten Musiker, die die Hammond-Orgel salonfähig machten. Es waren die Vorgänger des dann übermächtigen Jimmy Smith, der das Ganze noch einmal perfektionierte.
Die "Black & Blue - Reihe" hat bis Ende der 1970-er Jahre eine Reihe hochkarätiger Scheiben produziert. So machten auch Lionel Hampton und Wild Bill Davis dort tolle Einspielungen, aber auch Ray Bryant, Jay McShann, Doc Cheatham, Vic Dickenson, u.v.a. konnten dort tolle Einspielungen vornehmen.
Maurice inaktiv (06.07.2020, 10:43):
Nicholas Payton : Dear Louis 09.-11.09.2000 & 02.10.2000 , New York
Nicholas Payton stammt aus New Orleans, dazu ist er Trompeter und Sohn des großen Walter Payton, der Bass u.a. in der Preservation Hall spielte. Bereits mit neun Jahren spielte er mit seinem Vater in der "Young Tuxedo Brass Band" mit. Mit 12 Jahren tourte er mit der "All Star Jazz Band" auf Festivals bereits in Europa auf den großen Bühnen. Er studierte in New Orleans u.a. bei Ellis Marsalis. Sein großer Förderer wurde aber der alte Clark Terry, der ihn mit 19 Jahren als Gast zu den Newport Jazz Festival All Stars brachte. Ich hatte das Glück, diese Besetzung mit Payton im Jazzclub meiner Nähe erleben zu dürfen.
Hier spielt er eine zeitgenössische Homage an einen seiner Vorbilder Louis Armstrong, den man in New Orleans als Trompeter automatisch mit in die Wiege gelegt bekommen hat. Die Besetzungen sind fast in jedem Stück wechselnd, so dass ich mal einige Namen erwähne: Ray Vega (Trompete), Bob Stewart (Tuba), Bill Easley (Klarinette, Flöte, Altsax), Scott Robinson (Baritonsax, Bass-Klarinette, Flöte), Peter Bernstein (Gitarre), Adonis Rose (Drums), Vince Gardner (Posaune), Dianne Reeves (Gesang), Dr.John (Gesang), Walter Payton (Bass), Tim Warfield (Tenorsax).
Maurice inaktiv (06.07.2020, 14:31):
Miles Davis : Blue Haze AD: 19.05.1953 , 10.03.1954 & 03..04.1954 , Berkeley
Miles Davis (Trompete) - Dave Schildkraut (Altsax) - John Lewis (Klavier,,6-8) - Horace Silver (Klavier) - Charles Mingus (Bass, 4&6-8, Klavier 4) _ Percy Heath (Bass) - Max Roach (Drums, 4&6-8) - Art Blakey (2-3&5) - Kenny Clarke (Drums, 1)
Man muss diese CD als etwas "unausgegoren" bezeichnen. Die frühen Aufnahmen aus dem Jahre 1953 haben noch viel aus der Cool-Ära übrige gelassen. Miles' Intonationsprobleme sind hier deutlich zu hören. "Miles Ahead" erlebt dabei seine Feuertaufe und sollte noch zum Kernrepertoire dazukommen die nächsten Jahre. Die späteren Aufnahmen zeigen dann bereits den Miles, den wir bald erleben durften, es sind die Vorboten des Hard Bop-Trompeters Miles Davis.
Philidor (07.07.2020, 16:36): Die Schöne ist gekommen.
Miles Davis: Nefertiti
Miles Davis, trumpet Wayne Shorter, sax Herbie Hancock, piano Ron Carter, bass Tony Williams, drums
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (08.07.2020, 01:06):
Miles Davis: Workin' with the MD Quintett AD: 11.05.1956 & 26.10.1956
Miles Davis (Trompete) - John Coltrane (Tenorsax) - Red Garland (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Philly Joe Jones (Drums)
Das mag nicht jedem gefallen, ist aber ganz hervorragende Musik, gespielt von Musikern, die Jazz-Geschichte geschrieben haben. Und vor allem konnte man DA John Coltrane noch zuhören, ohne gleich verschreckt zu werden. Ja, da war er noch eher konservativ ausgerichtet. Doch er war auch schon 7-8 Jahre in diversen Bands unterwegs gewesen: in Jimmy Johnsons und Dizzy Gillespies Bigband, bei Earl Bostic und Johnny Hodges etwa.
Auch hier kann der Bassist Paul Chambers (1935-1969) mit einem langen Solo auf dem gestrichenen Bass glänzen. Mit John Coltrane und Paul Chambers sind zwei Musiker viel zu früh gestorben. Auch er war, wie Coltrane, heroinabhängig. Chambers verstarb an Tuberkulose, die eben von seiner Drogensucht her kam.
Die Titel "Four" und "Half Nelson" sollten einige Jahre im Repertoire von diversen Davis-Bands bleiben.
Das Schöne ist bei mir gerade zu Ende gegangen. Es ist nun Zeit zum "meditieren" und "innerem verarbeiten" dieser tollen CD.
Maurice inaktiv (08.07.2020, 07:56):
Clark Terry : CT and his Orchestra featuring Paul Gonsalves AD: Oct.1959 , Paris
Clark Terry (Trompete, Flügelhorn) - Paul Gonsalves (Tenorsax) - Raymond Fol (Klavier) - Jimmy Woode (Bass) - Sam Woodyard (Drums)
Es gibt leider nur die Rückseite als Bild, aber besser als nix.
Das genaue Enstehen dieser CD lässt sich ein wenig eingrenzen. Sie wurde offenbar unmittelbar nach der Europa-Tournee der Ellington-Band gemacht. Am 11.Oktober spielte die Band noch ein Konzert in München, dann gibt es erst wieder im Dezember Aufzeichnungen über ein Konzert, bzw. eine Aufnahme mit der Band. Vermutlich gab der Duke der Band erst einmal Urlaub, so dass die Musiker sich erholen konnten.
Clark Terry verließ die Band direkt nach der Tournee, um sich der neu gegründeten Bigband von Quincy Jones anzuschließen. Mit ihm ging auch Quentin Jackson, der sich ebenfalls Quincy Jones anschloss. Sam Woodyard war von Juli bis Dezember 1959 kein Mitglied der Ellington-Band. Ihn ersetzte der unbekannte Jimmy Johnson in dieser Zeit. Es gibt sogar Konzerte, bei denen beide Schlagzeug spielten. Es stellt sich daher die Frage, ob hier tatsächlich Woodyard mitwirkte. Johnson ist es mit Sicherheit nicht, da er zu den eher harten und weniger einfühlsam spielenden Drummer war. Hier sitzt aber ein recht subtil wirkender Drummer mit - was wiederum für Sam Woodyard sprechen würde.
Raymond Fol ist ein ausgezeichneter Pianist, der immer wieder von den Ellington-Musikern herangezogen wurde, wenn sie in Frankreich Aufnahmen machten. Paul Gonsalves und Jimmy Woode gehörten der Ellington-Band auch nach der Tournee weiterhin an. Woode verieß erst ein Jahr später die Band mit dem Ziel Europa.
Es ist eine grundsolide CD, mit überwiegend neuen Stücken, die Terry oder Fol vermutlich kurz vor der Aufnahme schnell niedergeschrieben haben. Ausnahmen waren Terrys "Serenade to a Bus Seat", Thelonious Monks "Pannonica", Ellingtons "Satin' Doll", "Lonely One" von Babs Gonzales und "Mean to Me". Damit also kein sonst so typisches Ellington-Programm ohne den Duke.
Maurice inaktiv (08.07.2020, 09:01):
Miles Davis : Quintet/Sextet mit Milt Jackson AD: 05.08.1955
Miles Davis (Trompete) - Jackie McLean (Altsax) - Milt Jackson (Vibes) - Ray Bryant (Klavier) - Percy Heath (Bass) - Art Taylor (Drums)
Das Original-Album kam auf Debut Records heraus und hieß "Blue Moods". Es wurde später von Prestige übernommen. Leider wurde das Aufnahmedatum bei Prestige nicht erwähnt , daher musste ich auch nachschauen, damit man es zuordnen kann.
Es war eine weitaus besser gelungene Session als ca. vier Wochen früher jene mit dem Bassisten Charles Mingus. Besonders Jacky McLean und Milt Jackson waren für Davis offenbar eine größere Inspiration als Posaunist Britt Woodman und Drummer Elvin Jones. Es sollte auch die letzte Einspielung mit Davis' sonst so gerne herangezogenen Bassisten Percy Heath. Im November ging er dann schon mit seinem neuen Quintett ins Studio, und da war Paul Chambers eben dabei.
Ein insgesamt sehr schönes Album, was auch schon klar in die Hard Bop-Ecke zielte, die Davis kurze Zeit später die kommenden Jahre beglücken sollte.
Maurice inaktiv (08.07.2020, 11:55):
Sonny Clark : Leapin' and Lopin' AD: 11.11.1963 , New Jersey
Tommy Turrentine (Trompete) - Ike Quebec (Tenorsax, 2) - Charles Rouse (Tenorsax) - Sonny Clark (Klavier) - Butch Warren (Bass) - Billy Higgins (Drums)
Ein sehr schönes Album, vor allem mal mit anderen Musikern, die man sonst nicht ganz so oft hört im Blue Note-Umfeld. Dazu kommen zwei Bonus-Stücke, die nicht auf der Original-LP waren.
Maurice inaktiv (08.07.2020, 13:57):
Freddie Redd : Six Classic Albums
Heute CD-Nr.3 :
"All Star Sessions" - ist eigentlich ein Gene Ammons-Album AD:
Howard McGhee/Freddie Redd : The Music from the Connection AD: 1960 oder 1961
Maurice inaktiv (09.07.2020, 14:08): Miles Davis : MD Quintet live at Philharmonic Hall at Lincoln Center, NYC AD: 12.02.1964
Miles Davis (Trompete) - George Coleman (Tenorsax) - Harbie Hancock (Klavier) - Ron Carter (Bass) - Tony Williams (Drums)
Leider ohne Bild, dafür kann ich sagen, dass die Aufnahme auf dem italienischen Label "Giants of Jazz" veröffentlicht wurde 1990.
01. Four (M.Davis) 02. My Funny Valentine (Rodgers-Hart) 03. All of You (C.Porter) 04. All Blues (M.Davis) 05. So What M.Davis) 06. Walkin' (R.Carpenter) 07. Joshua (V.Feldman) 08. Go-Go ( V.Feldman)
Ich habe das Konzert bis jetzt nur dort gefunden.
Miles Davis : Kind of Blue AD: 01.03.1959 & 22.04.1959
Das Album ist so bekannt, da muss man nichts mehr schreiben. Hier spricht die Musik für sich.
Miles Davis (Trompete) - Cannonball Adderley (Altsax) - John Coltrane (Tenorsax) - Bill Evans (Klavier, nicht in 3) - Wynton Kelly (Klavier, nur 3) - Paul Chambers (Bass) - Jimmy Cobb (Drums)
01. So What 02. Freddie Freeloader 03. Blue in Green 04. All Blues 05. Flamnco Skatches 06. Flamenco Sketches (alternate take)
Maurice inaktiv (09.07.2020, 21:30):
Maynard Ferguson : A Message from Birdland AD: 17.06.1959 , live aus dem "Birdland" NYC
Die Bigband von Maynard Ferguson war eine Ansammlung aus exzellenten, bereits auf hohem Niveau spielenden jungen Leuten, die von Maynard Ferguson bestens gepuscht wurden, aber auch auf der Höhe der Zeit agierten.
Maynard Fergsuon (Trompete, Ventilposaune) +
Clyde Reasinger (Lead-Trompete), Don Ellis, Jerry Tyree - Trompeten Slide Hampton, Don Sebesky (Posaunen) Jimmy Ford (Altsax) Willie Maiden, Carmen Leggio (Tenorsax) John Lanni (Baritonsax) Joe Zawinul (Klavier) Jimmy Rowser (Bass) Frankie Dunlop (Drums)
Sechs der 12 Titel wurden von Slide Hampton, Don Sebesky und Willie Maiden geschrieben (teilweise) und arrangiert. Wer sich etwas mit Namen auskennt, wird Don Ellis, Slide Hampton und Joe Zawinul kennen. Clyde Reasinger (1927-2018) spielte Lead-Trompete für u.a. Stan Kenton, Charlie Barnet, Shorty Rogers, Harry James, Sam Donahue, Gil Evans, Johnny Richards, Oliver Nelson und Quincy Jones. Willie Maiden (1928-1976) spielte mit Perez Prado, Charlie Barnet und ab 1952 viele Jahre mit Ferguson und später 1969-1974 mit Stan Kenton.
Maurice inaktiv (09.07.2020, 22:59):
Miles Davis : MDQ - Round Midnight AD: (08.).12.1957 , live aus Amsterdam
Miles Davis (Trompete) - Barney Wilen (Tenorsax) - René Urtreger (Klavier) - Pierre Michelot (Bass) - Kenny Clarke (Drums)
Ich habe eine CD der Firma "Belvedere Music" vorliegen. Ich kann also nicht sagen, ob diese CD mit jener hier identisch ist. Die Titel stimmen, der Ort auch, das Datum wurde mir aber nur mit "Dez.1957" angegeben. Es gibt gewisse Zeitunterschiede bei den Stücken, aber das kann auch am Schnitt liegen, denn durch den Applaus besteht die Möglichkeit, dass ausgeblendet wurde hier.
Die Aufnahme klingt für das Alter und eine Live-Aufnahme okay, vielleicht ein wenig zu dumpf. Es ist in Mono aufgenommen worden, auch das ist jetzt keine Seltenheit gewesen 1957, noch dazu in Europa.
tapeesa (10.07.2020, 05:06): Odetta - Sometimes I feel like a. motherless child
Maurice inaktiv (10.07.2020, 07:59):
Miles Davis : MD at the Black Hawk AD: 21./22.04.1961 , live at the Black Hawk, San Francisco - es gibt auch Angaben, dass man den Mitschnitt genau eine Woche früher vorgenommen hat.Was nun wirklich richtig ist, kann ich nicht sagen.
Miles Davis (Trompete) - Hank Mobley (Tenorsax) - Wynton Kelly (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Jimmy Cobb (Drums)
Die Meinungen über die Zeit nach Coltrane, aber mit Hank Mobley an dessen Stelle, sind sehr geteilt. Unabhängig davon, wird man hier eine ausgezeichnete Doppel-CD vorfinden, die insgesamt sehr intim und kammermusikalisch wirkt, und Miles war an beiden Abenden sehr gut drauf gewesen. Man kann die knisternde Club-Atmosphäre richtig spüren, die eine völlig andere als die große Festival-Bühne ist.
Maurice inaktiv (10.07.2020, 11:43):
Ich habe mal ein wenig aufgeteilt :
Clifford Brown : Memorial Album AD: 09.06.1953 & 28.08.1953
Clifford Brown (Trompete) - Gigi Gryce (Altsax, Flöte) - Charlie Rouse (Tenorsax) - John Lewis (Klavier) - Percy Heath (Bass) - Art Blakey (Drums) Titel 01 - 06
Clifford Brown (Trompete) - Lou Donaldson (Altsax) - Elmo Hope (Klavier) - Percy Heath (Bass) - Philly Joe Jones (Drums) Titel 07 - 11
Jetzt mal ganz andere Richtung, weg von Miles. Clifford Brown war da eine ganz andere Hausnummer gewesen. Voller Power, technisch perfekt, führte er den Trompetenstil von Fats Navarro weiter. Leider verstarb auch Clifford Brown 1956 viel zu früh, als er zusammen mit Bud Powells Bruder Richie (der ebenfalls ein sehr guter Pianist war) auf dem Weg von einem Auftritt tödlich verungückte.
Nach der CD geht es weiter mit einer Besetzung um den Pianisten Tadd Dameron. Hier konnte ich leider nicht genau feststellen, wer der offizielle Leader gewesen ist, oder wie die Original-LP hieß.
01. Philly JJ 02. Choose Now 03. Theme of N Report 04. Dial "B" for Beauty 05. Fallling in Love with You
AD: 11.06.1953
Clifford Brown, Idrees Sulieman (Trompeten) - Herb Mullins (Posaune) - Gigi Gryce (Altsax) - Benny Golson (Tenorsax) - Oscar Estell (Klavier) - Tadd Dameron (Klavier) - Percy Heath (Bass) - Philly Joe Jones (Drums)
Die Musiker kamen überwiegend aus der Bigband von Lionel Hampton, mit der Brown zu diesem Zeitpunkt tourte. Da Hampton es aber überhaupt nicht gerne sah, dass seine Musiker außerhalb dieses Umfeldes (und damit ohne ihn und seine Kontrolle) Aufnahmen machten, dürfte man Tadd Dameron die Leitung übertragen haben. Brown, Sulieman, Mullins, Gryce, Estell und auch Golson dürften bei Hampton beschäftigt gewesen sein.
Philidor (10.07.2020, 13:18): Hier mal wieder Miles Davis.
Miles Davis: Miles in the Sky (ohne die "alternate tracks")
Miles Davis, trumpet Wayne Shorter, sax Herbie Hancock, piano Ron Carter, bass Tony Williams, drums George Benson, guitar (nur in "Paraphernalia")
Gruß Philidor
Maurice inaktiv (10.07.2020, 13:28):
Dizzy Reece : A New Star Star (Lap3) AD: 16.05.1955 & 14.07.1955
Dizzy Reece (Trompete) - Sammy Walker, Tubby Hayes (Tenorsax) - Harry South (Klavier) - Lennie Bush & Pete Blannin (Bass) - Phil Seman & Bill Eyden (Drums) Coll. Personal
Alphonse Son "Dizzy" Reece wurde 1931 in Kingston, Jamaika geboren. 1948 ging er nach London, spielte dort mit u.a. Vic Feldman und Tubby Hayes, wurde dann aber mehr in Paris tätig, tourte aber auch durch Holland, Spanien und Deutschland. 1959 ging er in die USA, und wurde dort von dem Label Blue Note unter Vertrag genommen. In den USA hatte er eine eigene Band mit u.a. Art Taylor am Schlagzeug. Er spielte auch mit Dexter Gordon, der Paris Reunion Band, der Bigband von Clifford Jordan, mit Ted Curson, Duke Jordan und Philly Joe Jones. 1968 saß er im Trompetensatz der Bigband von Dizzy Gillespie, auf dessen Scheibe er auch als Solist zu hören ist.
Stilistisch spielt er Hard Bop, und steht aber in der Tradtion von Clifford Brown, was man hier auch sehr gut hören kann.
Dizzy Reece (Trompete) - Ronnie Scott (Tenorsax, 3,8) - Johnny Weed (Klavier, 2,6) - Etrry Shannon (Klavier, 3,6) - Vic Feldman (Klavier, 1,4,5,7) - Doc Goldberg (Gitarre,2,6) - Lennie Bush (Bass, 2,3,6,8) & Lloyd Thompson (Bass, 1,4,5,7) - Phil Seman (Drums)
Alphonse Son "Dizzy" Reece wurde 1931 in Kingston, Jamaika geboren. 1948 ging er nach London, spielte dort mit u.a. Vic Feldman und Tubby Hayes, wurde dann aber mehr in Paris tätig, tourte aber auch durch Holland, Spanien und Deutschland. 1959 ging er in die USA, und wurde dort von dem Label Blue Note unter Vertrag genommen. In den USA hatte er eine eigene Band mit u.a. Art Taylor am Schlagzeug. Er spielte auch mit Dexter Gordon, der Paris Reunion Band, der Bigband von Clifford Jordan, mit Ted Curson, Duke Jordan und Philly Joe Jones. 1968 saß er im Trompetensatz der Bigband von Dizzy Gillespie, auf dessen Scheibe er auch als Solist zu hören ist.
Stilistisch spielt er Hard Bop, und steht aber in der Tradtion von Clifford Brown, was man hier auch sehr gut hören kann.
Maurice inaktiv (10.07.2020, 14:35):
Lee Morgan : "Peckin' Time" AD: 1959
Lee Morgan (Trompete) - Hank Mobley (Tenorax) - Wynton Kelly (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Charlie Persip (Drums)
Das ist fast schon eine "verkappte Miles Davis-Gruppe", denn mit Hank Mobley (erst ab 1961), Wynton Kelly und Paul Chambers, die beide aus der aktuellen "Working Group" von Davis waren, sind doch zwei aktuelle Musiker von Davis mit dabei.
Auch hier wieder, alleine durch Morgans und Persips kraftvolleres Spiel, ein völlig anderer Sound als er bei Davis geherrscht hat damals.
Maurice inaktiv (11.07.2020, 22:55):
Miles Davis : Cookin' & Relaxin' AD: 26.10.1956 & 11.05.1956 (Tracks 10-11)
Miles Davis (Trompete) - John Coltrane (Tenorsax) - Red Garland (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Phily Joe Jones (Drums)
Beide Scheiben dokumentieren die frühe Zusammenarbeit mit John Coltrane und Davis' neuem Quintett. Sicher keine langweilige Angelegenheit. "Cookin'" bekam damals bei "Down Beat" mit 5 Sternen die Höchstbewertung, "Relaxin'" mit 4 Sternen auch noch eine seht gute Bewertung. Dem Einen ist das zu modern, dem Anderen zu altbacken, die Geschmäcker sind bekanntermaßen verschieden.
Maurice inaktiv (11.07.2020, 22:56):
Dizzx Gillespie : New Wave AD: Mai & 10.07.1962 , New York & Dizzy on the French Rivera AD: Mai & 24.07.1962 , Live Juan-Les-Pins & Studio New York
Dizzy Gillespie (Trompete, Voc.) - Leo Wright (Altsax, Flöte) - Lalo Schifrin (Klavier) - Chris White (Bass) - Rudy Collins (Drums) + Gäste
Die Platte "New Wave" nahm Dizzy noch VOR Stan Getz auf. Es war also nicht Stan Getz, der quasi den Bossa entdeckt hat, sondern Dizzy. Doch da die Platte von Getz vorher veröffentlicht wurde, steht das heute eben anders herum in den Geschichtsbüchern.
Mir persönlich ist das egal, rein musikalisch gesehen, ist vor allem Charlie Ventura am Tenor und Baritonsax der schwächste Gastmusiker hier. Der Mann passt da rein wie Charlie Parker in eine Dixieland-Session. Manchmal frage ich mich wirklich, WER sic solche Kombinationen überlegt hat. Ich lasse doch auch keine Schäferhunde beim Trabrennen laufen oder Pferde als Drogensuchtiere ausbilden.
Der wirkliche "Hammer" hier ist Dizzys neuer Pianist Lalo Schifrin. Was er damals auf beiden Scheiben (besonders beim Stück "No More Blues") solistisch abgezogen hat, ist echt der Wahnsinn gewesen.
Maurice inaktiv (11.07.2020, 22:57):
Cannonball Adderley : Somethin' Else AD: 09.03.1958 , Hackensack, New Jersey
Miles Davis (Trompete) - Cannonball Adderley (Altsax) - Hank Jones (Klavier) - Sam Jones (Bass) - Art Blakey (Drums)
Cannonball Adderley spielte zum Zeitpunkt der Aufnahme dieses Albums in der Band von Miles Davis. So fragte er bei seinem Chef an, ob dieser ausnahmsweise mal als Sideman für eine Produktion zur Verfügung stehen würde. Er stand, sonst wäre dieses zeitlos schöne Album nie enstanden. Natürlich ist es auch kein "verkapptes Davis-Album", denn die Rhythmusgruppe agierte völlig anders als jene von Davis in seiner eigenen Band.
Besonders bei Hank Jones (1918-2010), dem 1918 geborenen ältesten Bruder des "Jones-Clans" um Hank (der eigentlich Henry hieß), Elvin und Thad Jones. Hank Jones war ein derart wendiger Pianist gewesen, dass er mit Leuten wie Roy Edridge oder Coleman Hawkins genau so gut spielen konnte, wie als Begleiter für Ella Fitzerald, Hot Lips Page, John Kirby, Andy Kirk, Howard McGhee, Benny Goodman, Artie Shaw, Thad Jones/Mel Lewis, Marilyn Monroe "("Happy Birthday, Mr.President", 1962)oder Billy Eckstine.
Sam Jones (1924-1981) arbeitete etwa mit Dizzy Gillespie (1957/58), eben auch Cannonball Adderley (1959-1965), Oscar Peterson (1966-1970) und ab 1971 mit Cedar Walton zusammen.Viele Jahre spielte er mit dem Drummer Louis Hayes zusammen (etwa bei Adderley und Peterson), eines der besten Begleit-Duos des modernen Jazz.
Maurice inaktiv (11.07.2020, 22:58):
Miles Davis : Birth of the Cool AD 1948 - 1950
Wenn man sich heute diese Aufnahmen anhört, entdeckt man keine großen Überraschungen mehr. Ich kann auch nicht mehr so ganz nachvollziehen, was hier wirklich so neu und innovativ gewesen sein soll. Miles Davis schrieb selbst in seiner Biographie, dass man sich die Claude Thornhill-Band zum Vorbild genommen hatte, und deren Sound noch einmal "reduzierte".
Wer je sich diese besagte Band in der Zeit um 1947/50 sich je mal angehört hat, der wird feststellen, dass folgende hier beteiligten Musiker auch der Band von Thornhill zeitweise angehörten: Lee Konitz, Gerry Mulligan, Joe Shulman, Gil Evans, Bill Barber, Sandy Siegelstein und Junior Addison Collins. Ferner hatte die Thornhill-Band weitere ausgezeichnete Solisten in ihren Reihen, die dem "Cool Jazz" nahe standen, etwa Dick Hafer und Brew Moore am Tenorsax, die Drummer Bill Exner und Irv Cottler (der einer der meist beschäftigten Studio-Drummer werden sollte), die Altsaxophonisten Herb Geller und Hal McKusick, die Trompeter Red Rodney und Lee Katzman, den Gitarristen Barry Galbraight und den Klarinettisten Danny Polo.
Ich möchte damit die Leistungen Miles Davis, aber besonders auch den Arrangeuren Gil Evans, John Lewis, Gerry Muligan und John Carisi (der immer unter dem Radar lief, aber typisch für diese Zeit stand). Man muss aber auch im gleichen Atemzug eben die Claude Thornhill-Band erwähnen. Eigentlich wurde der Sound dort bereits zu hundert Prozent kreiert.
Maurice inaktiv (12.07.2020, 09:35):
Thad Jones: After Hours AD: 1957
Thad Jones (Trompete) - Frank Wess (Tenorsax,Flöte) - Mal Waldron (Klavier) - Kenny Burrell (Gitarre) - Paul Chambers (Bass) - Art Taylor (Drums)
3,8,9 : Thad Jones (Trompete) - Frank Foster (Tenorsax) - Jimmy Jones (Klavier) - Doug Watkins (Bass) - Philly Joe Jones (Drums)
4-7 : Thad Jones (Trompete) - Henry Coker (Posaune) - Frank Wess (Tenorsax,Flöte) - Tommy Flanagan & Jimmy Jones (Klavier) - Eddie Jones (Bass) - Elvin Jones (Drums)
Thad Jones, aus der bekannten Musikerfamilie um Hank, Elvin und eben Thad Jones heraus stammend, war sicher ein gerne übersehener Trompeter gewesen, der in den 1950-er/60-er Jahren auf Grund seiner Tätigkeit bei Count Basie nicht so im Fokus stand wie vielleicht seine Kollegen, die regelmäßig bei Blue Note Aufnahmen machten. Dafür galt er als anerkannter Arrangeur und später Bigband-Leiter, der "nebenbei" halt auch Trompete, Flügelhorn und auch Kornett spielte.
Man spürt bei diesen Einspielungen durch diverse Basie-Musiker dann auch ein ganz anderes Feeling als bei den anderen "Modernisten" damals. Dabei waren weder Frank Wess, noch Frank Foster "Hinterwäldler", die mit dem Hard Bop der damaligen Zeit nichts anzufangen wussten. Man höre nur das warme Tenorsax in "Whisper Not", das ist einfach "traumhaft", nicht so hart, wie es sonst von den Blue Note-Kollegen oder bei Davis von John Coltrane gespielt wurde. Auch Thad Jones versprühte viel mehr diese "Wärme" im Ton als die Kollegen Davis, Dorham oder Lee Morgan. Dazu das harmonisch so reiche Siel von Jimmy Jones, das so ganz anders klingt als Red Garland, Wynton Kelly oder Bill Evans.
Maurice inaktiv (12.07.2020, 11:37):
Thad Jones : Detroit-New York-Function AD: 13.03.1956
Thad Jones (Trompete) - Billy Mitchell (Tenorax) - Tommy Flanagan (Klavier) - Kenny Burrell (Gitarre) - Oscar Pettiford (Bass) - Shadow Wilson (Drums)
Auch hier wieder ein ganz eigenes Flair, wieder ohne die eher kühle Atmosphäre der Blue Note-Sessions, wie man sie sonst kennt. Ja, ich weiß. Das klingt jetzt nach einem gewissen Widerspruch, aber so kommt es mir vor, wenn man das ein wenig vergleicht.
"The Magnificent Thad Jones" , Vol.3 AD: 03.02.1957 (Let's, Slipped Again), 02.02.1957 (I'll Wind), Juli 1956 (Thadrack, I've got a Crush on You)),
Thad Jones (Trompete) - Billy Mitchell (Tenorsax) - Barry Hariis (Klavier) - Percy Heath (Bass) - Max Roach (Drums) - Juli 1956-Stücke
Thad Jones (Trompete) - Gigi Gyrce (Altsax) - Tommy Flanagan (Klavier) - George Duvivier (Bass) - Elvin Jones (Drums) - Rest
Thad Jones (1923-1986) verrichtete 1943-1946 seinen Militärdienst in verschiedenen Armee-Bands. 1950-1953 wirkte er mit seinem Bruder Elvin Jones bei Billy Mitchell mit. 1953 nahm er mit Charles Mingus auf, darunter eine eigene Einspielung. Beide Aufnahmen erschienen auf dem eigenen Label von Mingus. 1954-1963 war er Mitglied in der Bigband von Count Basie. Dort begann er auch zu arrangieren. Ende der 1950-er Jahre arrangierte er auch für Harry James.
1965 gründete er mit dem Drummer Mel Lewis eine eigene Bigband, die recht schnell zum Maßstab für neuen, aufgeklärten Bigband-Jazz stand und mehrere Polls gewann. Die Besetzung war recht fest und teilweise spielten die Musiker mehrere Jahre in der Band. In der Band saßen etwa Snooky Young, Richard Williams, Bill Berry, Jon Faddis (Trompeten), Jimmy Knepper, Quentin Jackson, Benny Powell, Bob Brookmeyer, Janice Robinson, Earl McIntyre (Posaunen), Jerry Dodgion, Jerome Richardson, Pepper Adams, Eddie Daniels, Billy Harper (Saxophone), Roland Hanna, Hank Jones (Klavier). George Mraz, Richard Davis (Bass)......
Ende 1978 trennten sie Jones und Mel Lewis. Jones übernahm die "Danis Radio Bigband" und Lewis führte die Bigband alleine weiter. Nach seinem Tode machte die Band unter dem Namen "Vanguard Jazz Orchestra" weiter, nun mit Drummer Dennis Mackrel. Ende 1984/Anfang 1985 übernahm Thad Jones bis kurz vor seinem Tode die verweiste Count Basie-Bigband. Sein Nachfolger dort wurde dann Frank Foster. Damit schließt sich der Kreis.
Maurice inaktiv (12.07.2020, 14:03):
Miles Davis : Four & More und " My Funny Valentine - Miles Davis in Concert" AD: 12.02.1964 , live at the Licoln Center, NYC. - beide CDs
Miles Davis (Trompete) - George Coleman (Drums) - Herbie Hancock (Klavier) - Ron Carter (Bass) - Tony Williams (Drums)
Man muss diese beiden CDs in EINEM sehen, denn es handelt sich dabei um EIN Konzert. Die Band geht hier ab wie die berühmte "Schmidts Katze". Man müsste beide CDs zusammensetzen und in der regulären Reihenfolge abspielen können, denn "Four&More" ist eine absolute "Tour de Force" durch die Stücke. Als ob die Band schneller Feierabend haben wollte. Die zweite CD beinhaltet dann die gemäßigteren Stücke.
Das ist selbst mir teilweise zu heavy, aber auch wiederum "saugeil". Absoluter Wahnsinn, wie ALLE zusammen spielen, dabei aber auch ihre Freiheiten genießen und ausloten. Immer mehr werde ich zu einem Fan von George Coleman, der für mich so eine Art "Zwischending" von Sam Rivers und Wayne Shorter ist, stilistisch freier als Shorter, aber nicht so weit gehend wie Rivers es tat. Schade, dass er nicht so lange in der Band spielte, aber toll, dass es einige Alben MIT ihm zu haben sind.
Ich frage mich auch, wie Ron Carter dieses Tempo aufrecht erhalten konnte. Was muss man für ein auch technisch hervorragender Bassist sein, um hier nimmermüde den Drive aufrecht erhalten konnte? Was für ein Teufelsmusiker !! Er kommt mir immer so schlecht weg, weil man nur Miles, Herbie und Tony erwähnte, selten Coleman, fast nie Carter.
Ron Carter, Du bekommst daher von mir hier ein ganz ganz großes Lob von mir !! Danke, dass Du damals dabei warst, und so einen famosen Bass spielen konntest !!!
tapeesa (12.07.2020, 17:50): Man muss diese beiden CDs in EINEM sehen, denn es handelt sich dabei um EIN Konzert. Hört sich gut an. _____
Steve Winwood - Talking back to the Night There is a river
Maurice inaktiv (13.07.2020, 07:06):
on Eardley : JE Septet AD: 13.01.1956 , Hackensack Prestige LP 6033
Jon Eardley (Trompete) - Milt Gold (Posaune) - Phil Woods (Altsax) - Zoot Sims (Tenorsax) - George Syran (Klavier) - Teddy Kotick (Bass) - Nick Stabulas (Drums)
Der Trompeter Jon Eardley (1928-1991) wurde nie so wirklich bekannt. Die Gründe sind vermutlich weniger in seinem Können zu suchen sondern, dass er sehr lange Zeit in Europa aktiv war. Nach seinem Wehrdienst 1949 spielte er u.a. mit Buddy Rich und Phil Woods, und wurde dann im Quartett und Sextett von Gerry Mulligan bekannt, dem er von 1954-1957 angehörte.
1963 übersiedelte er nach Belgien, 1969 nach Deutschland. Hier spielte er viele Jahre in der WDR-Bigband (bis zu seinem Tode 1991) und in der WDR-Media Band unter Harald Banter. Auch war er viele Jahre Dozent an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Ferner wirkte er in der ARD All Star-Bigband mit. Ich hätte ihn genau mit dieser Bigband 1991 erleben sollen, aber er ist leider vorher verstorben. Er stand noch auf der Besetzungsliste drauf damals, ich erinnere mich noch genau daran.
Stilistisch steht er natürlich Miles Davis sehr nahe, aber man kann hier vor allem bei den schnellen Stücken (etwa "On the Minute") auch Einflüsse von etwa Kenny Dorham und Conte Candoli wahrnehmen.
Maurice inaktiv (13.07.2020, 08:07):
Gene Ammons : Jammin' in Hi Fi with Gene Ammons AD: 12.04.1957 , Hackensack, New York
Idrees Sulieman (Trompete) - Jackie McLean (Altsax) - Gene Ammons (Tenorsax) - Mal Waldron (Klavier) - Kenny Burrell (Gitarre) - Paul Chambers (Bass) - Art Taylor (Drums)
Das ist eine sehr feine Session mit wirklich hochkarätigen Musikern. Es swingt und groovt vom ersten Takt an, und hat ihren Reiz an der Mischung aus mehr "coolen" Musikern wie hier etwa Sulieman agiert und den mehr boppigen Musikern wie Ammons und McLean, sowie dem immer verdammt guten Kenny Burrell. Dazu kommt eine feine Rhythmus-Gruppe um den Miles Davis-Bassisten Paul Chambers und dem kräftig akzentuierenden Art Taylor. Mal Waldron war zu dieser Zeit (1957-1959) der letzte Klavier-Begleiter der großen Billie Holiday. Er agiert hier eher zurückhaltend, was aber dem Gesamtklang gut tut.
Gene Ammons (1925-1974), Sohn des Boogie-Pianisten Albert Ammons, wurde durch seine Sessions mit Dexter Gordon, Wardell Gray und Sonny Stitt bekannt. 1944-1947 spielte er in der Billy Eckstine-Bigband, der ersten "echten" Bop-Bigband. 1949 wurde er Nachfolger von Stan Getz bei Woody Herman, leitete aber ab 1950 vor allem eigene Bands. 1958-1960 und 1962-1969 saß er wegen seiner Drogensucht im Gefängnis. Auch er gehörte zu den vielen Musikern, die durch das Rauschgift nicht alt wurden.
Idrees Sulieman, alias Leonard Graham (1923-2002) gehörte zu den wenigen Musikern der "Bop-Jahrgänge" 1920-1927, die nicht dem Rauschgift verfallen waren. Er studierte am Konservatorium von Boston , und kam dann in die Bands von Mercer Ellington (Dukes Sohn), Cab Calloway, Earl Hines, Benny Carter, Count Basie, Lionel Hampton, Dizzy Gillespie, Erskine Hawkins und Illinois Jacquet. 1956 tourte er mit Friedirch Gulda, als er in den USA als Jazzmusiker aktiv war, anschließend mit Randy Weston. Er nahm Platten mit Th.Monk, Gene Ammons, Teddy Charles, Coleman Hawkins, Mal Waldron und Red Mitchell auf, lebte ab 1963 in Europa undspielte 1965-1972 in der Boland/Clarke-Bigband. Anschießend wirkte er in diversen Radio-Bigbands mit.
Maurice inaktiv (13.07.2020, 09:00):
Lee Morgan : Introducing Lee Morgan AD: 05.11.1956
Lee Morgan (Trompete) - Hank Mobley (Tenorsax) - Hank Jones (Klavier) - Doug Watkins (Bass) - Art Taylor (Drums)
Hier sein bereits zweites Album, was er veröffentlichte. Das Premien-Album hieß "Indeed" aus dem gleichen Jahr.
Lee Morgan (1938-1972) wurde bereits mit 18 Jahren Mitglied der Bigband von Dizzy Gillespie, dessen Stil er zunächst kopierte, aber früh seinen eigenen Weg fand. Vielleicht wurde er zu früh als Nachfolger des kurz zuvor bei einem Autounfall verstorbenen Clifford Brown hochgejubelt, denn er bekam noch während seines Engagements bei Dizzy Gillespie erste eigene Aufnahmen angeboten, so auch diese hier für die Firma Savoy 1956.
Während eines Konzertes mit der Gillespie-Bigband wurde er von Alfred Lions und Francis Wolff, den Eigentümern des Plattenlabels "Blue Note" gehört und verpflichtet. 1958 kam er dann zu Art Blakey, dessen vermutlich besten und wichtigsten Band er bis 1963 und erneut 64/65 angehörte, und bei dem er an vielen bedeutenden Einspielungen er beteiligt war, etwa bei der Einspielung von "Moanin'" von Bobby Timmons.
Seine eigenen Einspielungen wurden vor allem durch "The Sidewinder" geprägt. Mindestens 23 Alben sind unter eigenem Namen aufgelistet. Auch nahm er acht Alben mit Hank Mobley auf, mit Art Blakey sind mindestens 19 überliefert. Inzwischen dürften es durch weitere Live-Veröffentlichungen aus den Archiven bestimmt 25 Alben sein.
Leider verfiel auch Morgan dem Rauschgift. Er starb durch die Schüsse seiner eifersüchtigen Frau Helen, die ihn im New Yorker Jazzclub "Slug's" ermordete. 2016 erschien seine Lebensgeschichte in einem Dokumentarfilm von Kasper Collin, "I called him Morgan".
Maurice inaktiv (13.07.2020, 10:23):
Sonny Clark : Cool Struttin' AD: 05.01.1958 , Hackensack, New Jersey
Art Farmer (Trompete) - Jackie McLean (Altsax) - Sonny Clark (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Philly Joe Jones (Drums)
Jetzt habe ich heute Morgen bereits die vierte Besetzung aus den 1950ern im Player. Erneut mit der Miles Davis-Rhythmusgruppe an Bass und Drums, dafür mit dem leider heute völlig unbekannten Sonny Clark am Klavier. Einer der unterschätzten Pianisten der 1950-er Jahre, als es einen großen Schub an Trompetern, Saxophonisten, Pianisten, Bassisten und Drummern gab. Dagegen blieben die Posaunisten und Gitarristen geradezu in der großen Minderheit.
Einzig der Standard "Lover" ist heute noch bekannt. Selbst der Miles Davis-Titel "Sippin' at Bells" musste ich googlen, da Miles ihn nur 1947(14.08.47, mal spielte, dann offenbar nie wieder. Ist dürfte das Charlie Parker-Quintett gewesen sein, aber Parker spielt hier Tenorsax. Mit dabei waren John Lewis (Klavier), Nelson Boyd (Bass) und Drummer Max Roach. Es wurden wohl 4 Takes aufgenommen.
Immerhin gibt es durch Clifford Brown und Stan Getz noch weitere Interpreten des Werkes.
Maurice inaktiv (13.07.2020, 11:36):
Red Rodney : Fiery AD: 22.11.1957 (1-3) & 24.11.1957 (4-6)
Red Rodney (Trompete) - Ira Sullivan (Tenorsax, Trompete-4) - Tommy Flanagan (Klavier) - Oscar Pettiford (Bass) - Philly Joe Jones (Drums,1-3) - Elvin Jones (Drums,4-6)
Red Rodney, geboren als Robert Roland Chudnick (1927-1994) dürfte der wichtigste weiße Bop-Trompeter gewesen sein. Zunächst von Harry James, dann Dizzy Gillespie beeinflusst, spielte zunächst in den großen Bigbands : Les Brown, Gene Krupa (hier als Solist in einigen Einspielungen zu erleben), Jimmy Dorsey, Benny Goodman, Claude Thornhill und dann 1948-1949, in der Bigband von Woody Herman.
Er wirkte bei Charlie Parker 1949-1950 mit, dann mit Charlie Ventura und Oscar Pettiford. Auch er wurde vom Drogenkonsum jäh gestoppt, und saß 1953-1957 überwiegend Gefängnis. Die hier eingespielte CD ist also eine der großen Ausnahmen jener Zeit gewesen. Dabei kann man hier die Brillanz in seinem Spiel immer noch deutlich hören. Vor allem in "Ubas" legt er los wie in besten Bop-Zeiten.
Nach seinem Gefängnis-Aufenthalt verbrachte er viele Jahre in Las Vegas in dortigen Showbands, doch 1980 gelang ihm ein überraschendes Comeback. Erneut wurde Ira Sullivan sein Partner, und er hatte eine vorzügliche Rhythmusgruppe um Garry Dial (Klavier) und Jay Anderson (Bass) zur Verfügung. Sollte Sullivan nicht zur Verfügung stehen, holte er Leute wie Chris Potter oder Dick Oatts aus der Reserve, bzw. entdeckte sie. So war er bis zu seinem Tode 1994 noch sehr aktiv gewesen.
ira Sullivan (*1933) wurde 1951 Mitglied der Hausband des Jazzclubs "The Bee Hive" in Chacago. 1955 & 1956 spielte er bei Art Blakey, Anfang der 1960-er Jahre ließ er sich in Florida nieder, und spielte dort mit jungen Muskkern wie Jaco Pastorius und Pat Matheny, als sie noch total unbekannt waren. Mitte der 1970-er Jahre machte er erstmals wieder Aufnahmen, 1980 kam es dann zum Quintett mit Red Rodney. Sullivan spielte neben Trompete und Flügelhorn auch Sopran/Alt/Tenorsax und Flöte.
Die Cover sind einmal seine ganzen Einspielungen der 1950-er Jahre, das zweite Cover die gehörte CD alleine. Original bei Savoy aufgenommen und erschienen.
Cetay (inaktiv) (13.07.2020, 13:02): Ich setze mal einen metallischen Kontrapunkt zum Jazz. Eine Scheibe, die hier an 20 Tagen hintereinander täglich gelaufen ist. Ich weiss nicht, wann es das bei mir zum letzten Mal gegeben hat, wenn überhaupt:
Satan; Life Sentence (2013)
Grundbösartiger! Dass ich das noch erleben darf. Ich habe eine weitere voll und ganz befriedigende Metal-Platte aus diesem Jahrtausend entdeckt. Damit sind es jetzt schon Drei! Gut, ich kenne nur einen Bruchteil (das Genre bringt jedes Jahr 300-400 Neuerscheinungen hervor), aber doch mehr als genug, um sagen zu können, dass früher (so grob vor 1995) alles sehr viel besser war.
Satan betraten die Szene, als die New Wave of British Heavy Metal zum Tsunami angeschwollen war - im glorreichen Jahr 1982, das jede Menge Klassiker-Alben, die heute noch in den Allzeit-Polls ganz vorne mit dabei sind, hervorgebracht hat. Satans Debut Court in the Act hat diesen Status unverdienterweise nicht erlangt, weil die Band nach Besetzungs- und Namenswechseln schnell wieder von der Bildfläche verschwand. 25 Jahre später fand man sich wieder in Originalbesetzung zusammen - zunächst nur für Liveauftritte, aber irgendwann musste eine neue Platte her.
Und was für ein akustisches Amphetamin das geworden ist! Hier stimmt wirklich alles. Stilistisch knüpft man da an, wo seinerzeit aufgehört wurde. Traditioneller Metal ohne Extreme, ausser einem Hang zur Hochgeschwindigkeit. Aber wer braucht Extreme, wenn ein solches Übermass an mitreissenden Riffs, einfallsreichen Themen und einprägsamen Hooks (charakteristische Melodiephrase oder Textzeile) geboten wird. Es ist unfassbar! Das packt von der ersten Sekunde an und lässt über die ersten 6 Titel nicht eine Nanosekunde nach. Wo nehmen die nur diese Flut an Einfällen für grandiose Melodien her? Da setzt sich jeder Vers und jeder Chorus im Hirn fest und zwingt regelrecht, das immer und immer wieder zu hören. Ein Sucht-Faktor ist dabei nicht zuletzt der fesselnde Vortrag des Sängers, der meist in angenehmer Mittellage sehr kraftvoll, aber dabei wenig theatralisch zu Werke geht. Die beiden Gitarristen liefern vor der variabel agierenden Rhythmusgruppe ein Feuerwerk ab, das hochgradig Euphorie erzeugend ist. Technisch versiert aber null prätentiös hauen sie mit unbändiger Spielfreude pfeilschnelle Soli raus, verfolgen und duellieren sich, dass kein Auge trocken bleibt, um dann wieder unisono zusammenzufinden. Man denkt unweigerlich an die ersten Alben von Megadeth und überhaupt wirkt Life Sentence wie der 'Missing Link' zwischen traditionellem Britischen Metal der Marke Iron Maiden und dem frühen Speed Metal amerikanerischer Prägung. Nur eben ein paar Jahrzehnte zu spät.
Sehr druckvoll und klar kommt das aus den Boxen, mit warm-organischem Analogklang. Perfekt! An dieser Scheibe gibt es nun wirklich gar nichts auszusetzen, ausser vielleicht, dass sich im hinteren Drittel ein, zwei nicht ganz so geniale Songs eingeschlichen haben - wie soll man das Niveau des ersten Sechserpacks auch durchhalten? Und ich hätte mir gewünscht, dass sie etwas früher mal den Fuss vom Gas nehmen. Erst die erste Hälfte des zehnten und letzten Titles erlaubt eine Verschnaufpause - wenn man bis dahin nicht schon längst in Schnappatmung geraten ist, angesichts der Qualität, Spielfreude und eindringlichen Melodieseligkeit des Gebotenen. Gute Texte, gerne auch mal morbid-sarkastisch, gibt es obendrauf.
tapeesa (13.07.2020, 14:03): KT Tunstall: Black Horse & The Cherry Tree Suddenly I see Other side of the world The river
Smokie: - Living next door to Alice -
Sarah McLachlan - Angel
Maurice inaktiv (13.07.2020, 20:05): Hallo Zusammen
und ???
michael74 (13.07.2020, 21:16): Hallo Zusammen
heute lief die neue von
Bob Dylan und Neil Young
Gruß Michael
Maurice inaktiv (14.07.2020, 10:36):
Joe Newman : JN Quintet At Count Basie's AD: 1961 , Live NYC auf Mercury
Joe Newman (Trompete) - Oliver Nelson (Reeds) - Lloyd Mayers (Klavier) - Art Davis (Bass) - Ed Shaughnessy (Drums)
Eine sehr schöne Live-CD, die endlich auch mal den ausgezeichneten Bassisten Art Davis ausgiebig solistisch präsentiert. "Caravan", "Love is here to Stay", "The Midgets" oder "On Green Dolphin Street" zeugen von einer guten Programmauswahl......
Trompeter Joe Newman (1922-1972) spielte zunächst in den Bigbands von Lionel Hampton und vor allem viele Jahre bei Count Basie. Hier nun beginnt seine Zeit als Bandleader, denn 1961 hatte er seine Bigband-Tätigkeit erst einmal beendet. Seine Band war hervorragend besetzt mit dem damals sehr modernen Oliver Nelson, den viele vor allem als hervorragenden Arrangeur kennen dürften.
Lloyd Mayers (1929*) begleitete u.a. Dinah Washington (1954/55), Josephine Baker (1959/60), Nancy Wilson (1962/63) und Sammy Davis,jr. (1967-1972). Dazu kommen Verpflichtungen bei Joe Newman, Eddie Lockjaw Davis/Johnny Griffin und 1974/75 als Nachfolger für den verstorbenen Duke Ellington in dessen Bigband (LP "Continuum"). Olver Nelson/Art Blakey ("Taste of Honey").
Art Davis (1934-2007) spielte bei Max Roach (1958/59), Dizzy Gillespie (1959/60), Joe Newman, Lena Horne, Judy Garland und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra. Er bewarb sich beim New York Philharmonic Orchestra auf eine freie Stelle, die ihm verwehrt blieb, so wie er meinte, wegen seiner Hautfarbe. Den Prozess verlor er, die Kontakte in der Branche dadurch auch. Ich kenne zufällig einen Teil der Geschichte, weil der Trompeter Joe Wilder sie in seinem Buch schilderte, der ähnliche Probleme hatte. Auch er war ein ausgezeichneter Trompeter, der etwa unter Leopold Stokowski spielte, aber auch keine feste Stelle bekam für eine längere Zeit.
Ed Shaughnessy (1929-2013) gehörte zu den besten Allround-Drummern, der entsprechend in Combos genau so gefragt wie in Bigbands oder im Studio war. Er lernte sein Handwerk bei dem großen Big Sid Catlett, mit dem er auch eine Freundschaft führte. So spielte er mit Jack Teagarden, Benny Goodman (Europa, 1950), George Shearing, Charlie Ventura, Georgie Auld, Roy Eldridge, Tommy Dorsey, Lucky Millinder, Johnny Richards, nahm 5 Alben mit Count Basie auf, in dessen Band er öfter Vertretung machte, und gehörte vor allem bis zur Auflösung 1992 der Bigband der "Tonight-Show" an, die zunächst von Skitch Henderson, dann Doc Severinsen geleitet wurde.
Maurice inaktiv (14.07.2020, 11:49):
Frank Wess : Jazz for Playboys AD: 26.12.1956 & 05.01.1957
Joe Newman (Trompete-1,2,4) - Frank Wess (Tenorsax,Flöte) - Freddie Green (Rhyhtmusgitarre) - Kenny Burrell (Solo-Gitarre) - Eddie Jones (Bass) - Ed Thickpen (Drums-1,2,4) - Gus Johnson (Drums)
Heute mal mehr Mainstream-Swing Am Vormittag, aber mehr den "kammermusikalischen Jazz", den aber mit exzellenten Musikern, wie man auch hier wieder hören kann. Vor allem der Kontrast der beiden Gitarren ist immer wieder hörenswert, wenn die Musiker zusammen passen. Hier wurde das ja mit DEM Rhythmus-Gitarristen überhaupt glänzend gelöst. "Papa Freddie" Green, von 1937-1987 in der Count Basie-Band in dieser Funktion zur Legende geworden, machte aber immer wieder Aufnahmen in einem meist basie-nahen Umfeld, so auch hier. Mit Joe Newman, Frank Wess, Bassist Eddie Jones und Drummer Gus Johnson spielte er einige Jahre zusammen.
Kenny Burrell ist für mich ebenfalls eine Klasse für sich. Ihn konnte man in jedes Umfeld stecken, er kam zurecht und setzte noch Glanzlichter dabei.
Maurice inaktiv (14.07.2020, 12:46):
Paul Gonsalves : Gettin' Together AD: 20.12.1960
Nat Adderley (Konrett) - Paul Gonsalves (Tenorsax) - Wynton Kelly (Klavier) - Sam Jones (Bass) - Jimmy Cobb (Drums)
Paul Gonsalves hätte außerhalb der Ellington-Band sicher auch seine Chance nutzen können. Schade, dass er viel zu wenig aufgenommen hat in dieser Ecke.
Die beiden CDs sind jeweils 2 LP auf einer CD. Unten die Original-CD, die es aber zur Zeit so nicht zu kaufen gibt.
Miles Davis (Trompete) - Baney Wilen (Tenorsax) - Rene Urtreger (Klavier) - Pierre Michelot (Bass) - Kenny Clarke (Drums)
Drei Tage nach der inzwischen berühmten Einspielung zum Film "Fahrstuhl zum Schafott" hier diese Besetzung live aus Amsterdam. Es gibt auch noch eine weitere CD mit gleichem Inhalt, die wohl in Lizenz gefertigt worden ist. Die Stücke sind identisch, nur als AD wird "Dez.1957" angegeben. Die Länge der Stücke kommt mit der hier hin. Man muss also davon ausgehen, dass es sich um das gleiche Konzert handelt. Vergleichen tue ich es nicht.
Maurice inaktiv (14.07.2020, 14:18):
Bill Evans : Interplay AD: 16.07.1962 , NYC
Freddie Hubbard (Trompete) - Bill Evans (Klavier) - Jim Hall (Gitarre) - Percy Heath (Bass) - Philly Joe Jones (Drums)
Freddie Hubbard (1938-2008) machte bereits 1960 eigene Aufnahmen, aber agierte auch sofort als Sideman bei etwa Eric Dolphy und Ornette Coleman. So machte er alleine von 160-1965 als Leader und 28 Alben ais Sideman für Blue Note. Das ist schon eine gewaltige Hausnummer.
Bill Evans (1929-1980) spielte vor allem mit seinem eigenen Trio, dem von 1958-1961 der Bassist Scott la Faro und Drummer Paul Motian angehörten. Was viele vielleicht nicht wissen: Evans hat tatsächlich Querflöte studiert und sogar das Studium abgeschlossen. Schade, dass man ihn darauf nie hat spielen hören.
Jim Hall (1930-2013) studierte bei Vincente Gomez Gitarre, und wurde auch vom mehr coolen Stil Jimmy Raneys angezogen, und ist damit so etwas wie das Gegenstück zu Kenny Burrell. Er spielte mit Chico Hamilton und dann vor allem mit Jimmy Giuffre in dessen hochmodernen Trio. Anschließend war er in der Begleitband Ella Fitzgeralds tätig, dann bei Sonny Rollins. 1962 nahm er zwei Alben mit Bill Evans auf, ehe er ein eigenes Trio (mit Tommy Flanagan und Percy Heath) und dann auch noch Quartett mit Art Farmer gründete. Auch mit Paul Desmond machte er tolle Einspielungen in dieser Zeit. Später wieder mit eigenem Trio, aber auch viel Studioarbeit und als Lehrer aktiv, machte er später Duo-und Solo-Aufnahmen und Konzerte.
Drummer Philly Joe Jones hatte ich bei Miles Davis schon vorgestellt. Hier erscheint er mir zu laut aufgenommen bei manchen Stücken. Es liegt am Toningenieur, das muss er hören, oder er muss die Mikrophone anders stellen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein so viel gefragter, technisch exzellenter Drummer, dem sehr gute Begleitkritiken durch die Karriere begleitet haben, zu laut spielt. Gerade nicht bei Bill Evans mit seinem filigranen Spiel.
Philidor (14.07.2020, 17:12): Hier Urlaubsfeeling.
Brazz Brothers: Ngoma
Klingt afrokubanisch, kommt aber wo ganz anders her ...
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (14.07.2020, 22:39):
Dave Pell : The DP Octet plays Rodgers & Hart AD: 1953
Don Fagerquist (Trompete) - Ray Sims (Posaune) - Ronnie Lang (Alt/Baritonsax, Bass
-Klarinette) - Dave Pell (Tenorsax) - Donn Trenner (Klavier, Celeste) - Tony Rizzi (Gitarre) - Rollie Bundock (Bass) - Bill Richmond (Drums)
Dave Pell (1925-2017) spielte Bis Dezember 1948 bereits in den Bands von Bob Astor, Tony Pastor, Bob Sherwood und Bob Crosby, ehe er im Dezember 1947 Mitglied der Bigband von Les Brown wurde. Dort sollte er bis 1955 bleiben. Anschließend betätigte er sich vor allem als Aufnahmeleiter und Produzent diverse Labels und dann auch von seinem eigenen Label. Erst in den 1980-er Jahren tauchte er wieder mit seinem Projekt "Prez Conference" zur Erinnerung an die Musik Lesters Youngs wieder in der Szene auf.
Pell spielte einen verfeinerten "West Coast Stil" , der auf das Miles Davis Capitol Orchestra und Shorty Rogers basiert, aber noch weiter durcharrangiert war. Die Musiker aus seinem Oktett spielten zur gleuchen Zeit mit ihm in der Les Brown-Band.
Don Fagerquist (1927-1974) gehörte zu den weißen Musikern, die den Stil von Miles Davis der Cool-Ära und des West Coast Jazz auf hohem Niveau spielen konnten. Schon früh spielte er in der Bigband von Gene Krupa 1944-1949, der damals sehr moderne Arrangements spielte (etwa von Gerry Mulligan, Ed Finckle, George Williams), Artie Shaw (1949/50), Woody Herman (1950-1952) und Les Brown ab 1952 mehrere Jahre. Vn 1953-1959 war er Mitglied im Oktett von Dave Pell, ab 1956 Studiomusiker mit etwa Marty Paich, Nelson Riddle und Billy May. So spielte er mit Ella Fitzgerald eine Reihe der "Songbooks" ein.
Ray Sims (1921-2000) hatte vor allem damit zu kämpfen, "nur" der Bruder von Zoot Sims zu sein. Dabei spielte er als Solist in den Bigbands von Les Brown (1947-1957) und Harry James (1957-1968) eine herausragende Rolle. Von 1953-1957 wirkte er auch bei Dave Pells Oktett mit.
Ronnie Lang (*1929) spielte ab Ende der 1940-er Jahre oft bei Les Brown, in dieser Zeit ebenfalls bei Dave Pell. 1958 wurde er Studiomusiker (u.a. mit Henry Mancini und Pete Rugolo), 1976 spielte er im Film "Taxi Driver" das Saxophon-Solo. Er wurde vor allem als exzellenter Lead-Altist eingesetzt, beherrschte aber die ganze Bandbreite seiner Instrumentengattung.
Donn Trenner (1927-2020) verstarb erst am 16.Mai dieses Jahres. Obwohl sein Vorname "Donald" ist, schreibt er sich mit Doppel-N , warum weiß ich nicht. Er war nicht nur Pianist, sondern auch Arrangeur. 1943-1945 arbeitete er mit Ted Fio Rito, 1947 bei Buddy Morrow, 1950-1951 bei Charlie Barnet, dann immer mal wieder bei Les Brown, aber auch mit Jerry Gray, Charlie Parker, Jerry FIelding, Stan Getz, Georgie Auld, Nancy Wilson, Oscar Pettiord, Anita O'Day, Tommy Dorsey, Nelson Riddle, Howard McGhee, u.a. Später wurde er Arrangeur und Musikalischer Leiter diverser TV-Shows, etwa der Steve Allen-Show.
Rollie Bundock (1915-1998) kennen alle, wenn auch nicht mit dem Namen, da er 1939-1940 in der Glenn Miller-Band spielte (so etwa bei "In the Mood" mitwirkte), Er spielte einige Jahre bei Les Brown und eben Dave Pell, aber war vor allem als Studio-Musiker tätig.
Bill Richmond (1921-2016) gehörte bestimmt zu den ungewöhnlichsten Musikern des Jazz überhaupt. So spielte er mit Les Brown, Harry James, Dave Pell und Nelson Riddle. aber eigentlich war er Film/TV-Comedy Writer, so vor allem für Jerry Lewis, in dessen Band er auch spielte. Er wirkte auch in einem Film von ihm als Pianist mit. Später schrieb zusätzlich für unzählige TV-Shows, oder produzierte sie.
Das hier ist sicher nicht mit der Musik von Miles Davis oder gar dem Gerry Mulligan-Quartett zu vergleichen. Es ist unterkühlte Musik, vielen wird sie eher statisch und glatt vorkommen, und es vermag verblüffen, aber in der Les Brown Brand klang das dann weitaus entspannter und auch swingender.
Anschließend geht es gleich weiter mit dem Album "The DP Octet plays Irving Berlin" AD: 1954
Don Fagerquist (Trompete) - Ray Sims (Posaune) - Ronnie Lang (Alt/Baritonsax) - Dave Pell (Tenorsax) - Geoff Clarkson (Klavier) - Tony Rizzi (Gitarre) - Rollie Bundock (Bass) - Jack Sperling (Drums)
Hier nun in leicht veränderter Besetzung, aber genau so "kühl und glatt" agierend, hat sich am Sound der Band nichts verändert. Neu dabei waren Pianist und Drummer.
Jack Sperling (1922-2004) begann seine Karrriere bereits 1941 in der Bigband von Bunny Berigan. 1946-1950 spielte er in der Bigband von Tex Beneke, der quasi eine neue "Glenn Miller-Band" leitete. Mit dabei war auch der junge Henry Mancini am Klavier. Er spielte das erste Mal ab 1950 mit Les Brown, und kam immer wieder für längere Perioden zurück in die Band. Das letzte Mal 1985. 1954-1957 und auch später hin und wieder war er mit Bob Crosby unterwegs. Dazu kamen unzählige Studio-Verpflichtungen, vor allem mit Henry Mancini (etwa auf "Peter Gunn" und "Charade"). 1959-1972 wirkte er zudem für das NBC-Orchestra. Er spielte in der "Tonight Show.-Band, und in TV-Shows von Bob Hope, Dean Martin und Andy Williams. Er nahm mit Ella Fitzgerald, Sammy Davis,jr., Rosemary Clooney, Doris Day, Lena Horne, Frank Sinatra, Elvis Presley, Peggy Lee und Mel Tormé auf.
Geoff Clarkson (1914-2009) spielte mit Les Brown und Dave Pell. Er nahm mit Anita O'Day, Ray Anrhony, Roy Eldridge, Vic Damone, Teresa Brewer, Doris Day, Bob Hope, June Christy, Tony Bennett, Van Alexander, Mel Tormé und Rosemary Clooney auf. Ferner arrangierte er für Jack Teagarden, Paul McCartney und "the Four Freshmen" auf.
Maurice inaktiv (14.07.2020, 23:14):
Art Taylor : A.T.'s Delight AD: 06.08.1960 , New Jersey
Dave Burns (Trompete) - Stanley Turrentine (Tenorsax) - Wynton Kelly (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Art Taylor (Drums) - Potato Valdes (Congas)
Also, auf die Conggas hätte ich getrost verzichten können. Dafür ist das Programm recht spannend. Etwa John Cotranes "Syeeda's Song Flute", "Episthrophy" von Thelonious Monk, "Move" von Denzil Best, "High Seas" und "Blue Interlude" von Kenny Dorham und ein eigenes Stück von Art Taylor.
Vermutlich für den ein oder anderen Hörer zu melodisch, doch bis auf den Conga-Spieler finde ich das Album klasse. Wobei man die Soli, die er sich mit Art Taylor abliefert, richtig gut sind.
Mit Dave Burns (1924-2009) spielt auch endlich mal nicht einer der sonst bei Blue Note so oft zu hörenden Trompeter mit. Burns spielte einige Jahre bis 1950 in der Bop-Bigband von Dizzy Gillespie, dann 1950/51 bei Ellington (nicht bis 1952, wie so oft angegeben), dann bis 1957 bei James Moody (2 Alben), 1961-1964 spielte er in der neuen band von Al Grey/Billy Mitchell, dann mit Willie Bobo Studiomusiker bei der NBC, bis 1968 eigene Band mit dem Drummer Bill English, ab 1968 vor allem als Musik-Pädagoge und Arrangeur (etwa für Gil Fuller, Tadd Dameron und Quincy Jones) tätig.
Maurice inaktiv (15.07.2020, 11:46):
Buck Clayton : Buck & Buddy blow the Blues AD: 15.09.1961 , NY
Buck Clayton (Trompete) - Buddy Tate (Tenorsax, Klarinette) - Sir Charles Thompson (Klavier) - Gene Ramey (Bass) - Gus Johnson (Drums)
Auch wenn beide CDs zusammen hier drauf sind, wurden sie eigentlich einzeln und auch zu verschiedenen Zeiten aufgenommen. Schöne CD mit Mainstream-Swing, das Ganze mit viel Basie-Feeling, da bis auf Thompson alle mit Basie gespielt haben, und Thompson dessen Stil früher schon hervorragend selbst spielen konnte, wenn auch vielleicht eine Idee moderner.
Joe Albany : The right Combination - JA with Warne Marsh AD: Frühjahr 1957
Feiner, kammermusikalischer Jazz mit Bop-Pionier Joe Albany und dem coolen Warne Marsh, einem Anhänger der Tristano-Schule.
Maurice inaktiv (15.07.2020, 13:21):
John Rae : Opus de Jazz AD: 06.12.1960
Bobby Jaspar (Flöte) - Johnny Rae (Vibes) - Steve Kuhn (Klavier) - John Neves (Bass) - Jake Hanna (Drums)
Das ist mal eine ganz andere Instrumenten-Kombination, passt aber sehr gut zusammen.
Johnny Rae (*1934) spielt Drums, Percussion und Vibraphon, und dürfte kaum bekannt sein bei uns. Er spielte 1953/54 mit Herb Pomeroy, 1955/56 bei George Shearing, anschließend mit Johnny Smith, Ralph Sharon, Cozy Cole und wurde 1959 Mitglied in der Band von Herbei Mann. Später war er auf dem Album "Bigband Bossa Nova" von Stan Getz beteiligt. Er begleitete außerdem Anita O'Day, Cal Tjader, Earl Hines, Art van Damme und Barney Kessel.
Bobby Jaspar (1926-1963) lebte ab 1950 in Paris, wo er mit Andrße Hodeir, Bernard Pfeiffer, Dave Amram, Chet Baker und Jimmy Raney zusammen arbeitete. 1956 zog er nach New York (mit seiner Frau, der Sängerin Blossom Dearie). Hier spielte er bei J.J.Johnson 1956/57 und 1957 kurz mit Miles Davis. 1958 machte er mit Donald Byrd eine Europa-Tournee, 1960 als Gast bei Bill Evans, begleitete die Sängerin Chris Connor und wirkte mit eigener Band zusammen mit Attila Zoller im Village Vanguard (und 1961 in Europa), 1962 erneute Europa-Tournee mit Rene Thomas. Er bekam Herzprobleme, und seine Drogenabhängigkeit verursachte wohl bei der nötigen Herzoperation den Tod.
Steve Kuhn (*1938) war Klavierschüler bei Maragret Chaloff, der Mutter des Baritonsaxophonisten Serge Chaloff. In dessen Band gab er mit bereits 13 Jahren sein Debut. Er machte seinen Abschluss in Harvard, spielte dann mit Ornette Coleman und Don Cherry, um 1959/69 bei Kenny Dorham zu spielen. 1960 kurz mit John Coltrane, 1961-1964 mit Stan Getz, 1964-1966 bei Art Farmer. dann eigenes Trio. 1967 bis 1971 in Schweden tätig, 1971 Rückkehr in die USA. Spielte dann viele Jahre mit eigenem Trio.
John Neves (1931-1988) spielte 13 Jahre in der Bigband von Herb Pomeroy, und lehrte am Berklee College of Music, wie Pomeroy auch. Spielte dann mit George Shearing, Lem Winchester, Gerry Mulligan, Jaki Byard, Manard Ferguson, Marian McPartland, Stan Getz, Bob Borrkmeyer, Coleman Hawkins, Gary Burton und Tubby Hayes.
Jake Hanna (1931-2010) studierte ebenfalls in Berklee. Er spielte 1957 mit Toshiko Akiyoshi, dann mit Woody Herman, Maynard Ferguson, Harry James, Mary McPartland und erneut Wood Herman (1962-1964). Anschließend viele Jahre als Studiomusiker aktiv, ab 1973 auch mit Supersax, später viele Dates im Mainstream-Jazz, hier vor allem für die Plattenfirma Concord tätig.
Maurice inaktiv (15.07.2020, 13:47):
Frank Wess : Opus in Swinging AD: 20.06.1956
Frank Wess (Flöte) - Kenny Burrell (Solo-Gitarre) - Freddie Green (Rhythmus-Gitarre) - Eddie Jones (Bass) - Kenny Clarke (Drums)
Erneut herrlich swingender, kammermusikalischer Jazz, dieses Mal spiet Frank Wess ausschließlich Flöte.
Ein weiteres, sehr schönes Album was die Firma Savoy damals aufgenommen hat. Die Firma machte exzellent abgemischte Aufnahmen mit Musikern, die vor allem aus dem Bop und Hard Bop kamen. Gegründet im Jahre 1942 von Hermann Lubinsky, waren Teddy Reig und ab 1954 Ozzie Cadena die wichtigsten Produzenten. 1974 verstarb Lubinsky und das Label kam bei Arista Records unter. Später übernahm es die bekannte japanische Firma Denon, die wieder viele der alten Scheiben neu auflegten. Zur Zeit ist die Firma Columbia Music Entertainment der Besitzer der Firma, die den Namen "Savoy Label Group" verwenden.
Vor allem der Pianist Hank Jones, Bassist Wendell Marshall (der zuvor viele Jahre bei Duke Ellington spielte) und Drummer Kenny Clarke bildeten oftmals eine Art "House Rhythm Section" für viele Einspielungen. Man kann die Firma durchaus als Gegenbeispiel zur Firma Blue Note betrachten, die sich zwar viele Musiker holte, aber eben noch genug ebenfalls hervorragende Künstler nicht unter Vertrag hatte. Auch war Blue Note sicher zahlungskräftiger als Savoy. Trotzdem machte man auch Einspielungen mit etwa Lee Morgan, Joe Gordon und Kenny Dorham, aber vor ihrer Zeit bei Blue Note. Dazu kamen Joe Wilder, Frank Wess, Milt Jackson, Lucky Thompson, Wade Legge (der ein sehr aufstrebender Pianist war, aber durch Krankheit bereits 1963 früh verstorben ist), Herbie Mann machten hier Einspielungen, um mal ein paar Namen zu nennen.
Maurice inaktiv (15.07.2020, 14:13):
Johnny Griffin : A Blowing Session AD: 06.04.1957 , Hackensack, New Jersey
Lee Morgan (Trompete) - Johnny Griffin, John Coltrane, Hank Mobley (Tenorsax) - Wynton Kelly (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Art Blakey (Drums)
Hier geht noch mal richtig der Punk ab. Was für ein Start in die Session mit dem Titel "The Way You Look Tonight". Was Drummer Art Blakey hier für ein Feuerwerk ablässt ist der Hammer.
Die Zusammenstellung der Band ist ein wenig eine Mischung aus Mitgliedern der Dizzy Gillespie-Bigband, des Miles Davis-Quinetts und der Jazz Messenger Art Blakeys.
Johnny Griffin (1928-2008) hatte in der Szene den Ruf als "Schnellster Saxophonist der Welt". 1946/47 war er in der Bigband von Lionel Hampton, anschließend mit Joe Morris drei Jahre, der ebenfalls zuvor für Hampton spielte (mit in der Band waren Elmo Hope am Klavier, Percy Heat am Bass und Philly Joe Jones am Schlagzeug !!). Er spielte mit Thelonious Monk, Bud Powell, Jo Jones, Arnett Cobb und ging 1956 nach New York. 1957 (zur Zeit der hier vorliegenden Einspielung) war er bei Art Blakey, dann erneut mit Monk. 1960-1962 spielte er zusammen mit Eddie "Lockjaw" Davis im Quintett, 1963 siedelte er nach Europa über. Dort u.a. mit der Francy Boland/Kenny Clarke-Bigband.
Ich habe mal die sehr attraktiven Boxen mit eingestellt, da sie recht günstig zu erwerben sind.
tapeesa (15.07.2020, 15:36): Acid Death -. Reality and fear Rat Death - 1 - Fear of the Sea
Amy Winehouse: Stronger Than me und Love is a losing Game
Janis Joplin: Me and Bobby McGee
Philidor (15.07.2020, 17:25): Hier nochmal die Norweger:
Lee Morgan (Trompete) - Gigi Gryce (Altsax, Flöte) - Benny Golson (Tenorsax) - Wynton Kelly (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Charlie Persip (Drums)
In meinem "Aquarium" schwimmen ziemlich bunte, aber auch jazzige Fische am Ende des Tages. :D
Lee Morgan spielt schon 1957 in der Oberklasse. Am 10.07.1938 geboren, war er hier gerade mal 19 Jahre (!!!) jung. Ein Teenager noch, unglaublich. Kein Wunder, dass Dizzy ihn förderte in seiner Bigband. Gegen ihn wirkt Gigi Gryce fast schon hilflos. Benny Golson macht das viel besser am Tenorsax. Dazu diese exzellente Rhythmusgruppe mit dem viel zu selten gewürdigten Charlie Persip am Drum Set. Das hätte Art Blakey auch nicht besser gekonnt.
Maurice inaktiv (16.07.2020, 10:40):
Frank Wess : The FW Quartet AD: 09.05.1960 NYC
Frank Wess (Flöte, Tenorsax) - Tommy Flanagan (Klavier) - Eddie Jones (Bass) - Bobby Donaldson (Drums)
Heute mal zunächst eine sehr schöne Einspielung mit Frank Wess, den ich immer wieder gerne höre, gerade auf der Flöte als Alternative zu seinem Tenorsax. Auch die Programmauswahl finde ich sehr gelungen.
Maurice inaktiv (16.07.2020, 10:52):
Ruby Braff : Duets, Vol.1 AD: 1956
Ruby Braff (Kornett) - Ellis Larkins (Klavier)
Ruby Braff war der vermutlich kammermusikalischste Kornettist, den es im Jazz ab ca. 1950 gab. Er hatte Buck Clayton als Vorbild, einem Basie-Trompeter, der ebenfalls eine eher sanfte Trompete spielte. Dazu mit Ellis Larkins einen idealen Begleiter, der aber auch ein ebenbürtiger Partner war. Larkins machte auch mit Ella Fitzerald eine hervorragende Platte, aber er ist leider nie so richtig bekannt geworden.
Maurice inaktiv (16.07.2020, 11:03):
Illinois Jacquet : IJ and his Orchestra AD: 16.09.1955 auf Membran
Harry Edison (Trompete) - Illinois Jacquet (Tenorsax) - Carl Perkins (Klavier) - Gerald Wiggins (Hammond-Orgel) - Irving Ashby (Gitarre) - Curtis Counce (Bass) - Art Bartee (Drums)
Hier nun eine sehr ungewöhnliche Besetzung mit dem "heißen" Illinois Jacquet, der sich hier aber nicht zu seinen sonst so oft gehörten Flageolett-Tönen hinreißen lässt, sondern wunderbar relaxt groovt. Er holte sic dafür den vielleicht "sparsamsten" Trompeter ins Haus, der mit wenig Tönen viel aussagen und vor allem auch swingen konnte - Harry Edison, der Lieblings-Trompeter von Frank Sinatra übrigens.
Mit der dreifachen Besetzung Klavier-Hammond-Orgel und Gitarre eigentlich eine sehr massive Rhythmusgruppe, die aber exzellent zusammen spielt.
Maurice inaktiv (16.07.2020, 14:10):
Duke Jordan : Flight to Jordan AD: 04.08.1960 , New Jersey
Dizzy Reece (Trompete) - Stanley Turrentine (Tenorsax) - Duke Jordan (Klavier) - Reggie Workman (Bass) - Art Taylor (Drums)
Wer einmal nicht die "üblichen Verdächtigen" bei Blue Note hören will, dazu die gleichen Stücke (oder doch recht ähnlichen Stücke) leid ist, kommt hier voll auf seine Kosten. Duke Jordan, der schon 1945 auf der berühmten 52nd Street mit Leuten wie Mies Davis, Charlie Parker und Dizzy Gillespie gespielt hat, nahm hier seine erste eigene Platte auf, dazu stammen sieben der acht Stücke von ihm selbst.
Vor allem die Ballade "Star Brite" für den Trompeter Dizzy Reece (der seinen sehr schönen, vollen Ton besonders gut zur Geltung bringen durfte), aber auch den sehr an Ben Webster erinnerten Ton Stanley Turrentines machen das Stück sehr hörenswert.
In "Squawkin'" klingt Dizzy Reece mit dem Straight Mute teilweise ein wenig als eine moderne Ausgabe von Harry "Sweets" Edison. Turrentine ist bei dem schnellen Blues voll in seinem Element, bevor der Chef am Klavier sein wunderbar swingendes "Single-Note-Spiel" mit der rechten Hand zur Geltung bringen kann. Das am Anfang und Ende perfekte Zusammenspiel von Trompete und Tenorsax sollte man an dieser Stelle auch mal erwähnen.
"Deacon Joe" ist ein langsamer Blues. Auch hier wieder das einfache, aber wirkungsvolle Spiel Duke Jordans (er konnte auch anders, wenn er denn wollte). Erst nach Jordans Solo wird das Thema vorgestellt. Erneut glänzen Turrentine und Reece mit ihrem lyrischen Spiel. Der Abschluss-Akkord ist ein C13-5, auch nicht schlecht. (Leider kann ich das hier nicht besser schreiben mit dem Akkord, sorry).
"Si-Joya" ist ein verkapptes "No Problem". Warum der Titel hier geändert wurde, konnte auch das an sich gute Booklet nicht aufklären.
Das mal zu vier Stücken hier auf der CD. Der letzte Titel stammt von Axel Stordahl und Sammy Cahn. Es ist das einzige Stück, was nicht von Duke Jordan stammt. Auch kein häufig gespielter Titel.
Maurice inaktiv (16.07.2020, 15:01):
Booker Little & Teddy Charles Grooup : Live - The Complete Concert AD: 25.08.1960 (und nicht 1962, das ist falsch !!), House of Modern Art, New York
Booker Little (Trompete) - Booker Erwin (Tenorsax) - Teddy Charles (Vibes) - Mal Waldron (Klavier) - Addison Farmer (Bass) - Ed Shaughnessy (Drums)
Der Bandname ist der erste Fehler hier im System. Es ist das reguläre "Teddy Charles New Directions Quartett" mit Booker Little und Booker Ervin als Gastmusikern.
Das Aufnahmedatum ist schlicht falsch !! Schaut man mal in Youtube rein, wird man feststellen, dass es genau zwei Jahre früher war: 25.08.1960 !! Booker Little verstarb bereits 1961, daher konnte hier nur ein Fehler unterlaufen sein.
Aufnahmetechnisch ist die Scheibe eine schwache Nummer. Man konnte 1962 schon weitaus mehr machen, auch bei den Live-Konzerten. Das klingt und knistert, als ob man eine Schellack-Platte aus dem Jahre 1948 hören würde. Alles zu dumpf, das Vibraphon kann man maximal erahnen, schade.
Maurice inaktiv (16.07.2020, 21:27):
Miles Davis : Filles de Kilimanjaro AD: 19. , 20. & 21.06.1968, 24.09.1968
Miles Davis (Trompete) - Wayne Shorter (Tenorsax) - Herbie Hancock (E-Piano, 2-4, 6) - Chick Corea (E-Piano, 1 & 5) - Ron Carter (E-Bass, 2-4, 6) - Dave Holland (Bass, 1 & 5) - Tony Williams (Drums)
Das wird definitiv mein modernstes Mies Davis-Album bleiben. Bereits beim ersten Titel war ich am Überlegen, ob ich das wirklich komplett durchhalte. Ich bin kein Freund von elektronischen Instrumenten, nur die elektrische, alte Jazzgitarre finde ich noch wirklich brauchbar (jene, die Leute wie Charlie Christian, Barney Kessel oder Jim Hall spielten). Das ist bereits eine völlig andere Musik, als das, was er bis kurz zuvor noch gespielt hat. Auch seine Phrasen sind frei in den Raum gespielt nur noch Fetzen, aber nichts Zusammenhängendes mehr. Damit tue ich mir noch weh. Nein, das will ich mir nicht länger anhören.
Sorry, Miles !! Ab hier kann ich Dich nicht mehr verstehen.
Allerdings war es auch interessant zu hören, wie sehr sich die beiden Fassungen von "Tout de Suite" unterscheiden. Ist der Anfang noch recht ähnlich, wird es spätestens beim Einstieg von Miles Davis im Aternate Take ein anderes Stück. Hier spielte er mit seinem Harmon Mute, während er im Mater Take offen spielte. Mir kommt es fast so vor, als wolle er auch den Harmon Mute aus seinem Spielen verschwinden lassen. Unter dem Motto "Auch das war mal toll gewesen, aber jetzt suche ich einen anderen Klang".
Maurice inaktiv (16.07.2020, 21:34):
Dave Pell : The Old South Wails AD: 1961
Jacky Sheldon (Trompete) - Harry Betts (Posaune) - Dave Pell (Tenorsax) - Med Flory (Baritonsax) - Marty Paich (Klavier) - Tommy Tedesco (Gitarre) - Lyle Ritz (Bass) - Frank Capp (Drums)
Hier werden alte Dixie-Stücke völlig neu im West Coast-Stil gespielt. 12 Stücke, die hier überhaupt nicht mehr nach 1910 oder 1920 klingen. Ich vermute mal, dass die Arrangements auch von Pianist Marty Paich stammen, einem der besten Arrangeure damals.
anschließend :
Dave Pell : I Remember John Kirby AD: 1961
Ray Linn (Trompete) - Benny Carter (Altsax) - Dave Pell (Altsax, Klarinette) - John Williams (Klavier) - Lyle Ritz (Bass) - Frank Capp (Drums)
John Kirby leitete von 1937 ab ein sehr erfolgreiches Sextett, das als "The Biggest Little Band in the Land" bekannt wurde. Geprägt von Trompeter Charlie Shavers, der auch die meisten Stücke arrangierte, darunter mit "Undecided" auch ein seit vielen Jahren bekannter "Standard" 1938. Außerdem wirkten noch Russell Procope (Altsax, später ca 25 Jahre bei Duke Ellington), Buster Bailey (Klarinette, 1965/67 bei Louis Armstrongs All Stars), Billy Kyle (Klavier, Arr.; 1953-1966 Pianist bei den Armstrong All Stars) und Drummer O'Neill Spencer mit, dessen Spiel extrem wichtig für die Band war. Er musste 1941 und dann 1943 wegen Krankheit die Band verlassen. Anschließend klang die Band nicht mehr so gut. 1946 musste Kirby die Band auflösen.
Dave Pell hat sich hier auf Altsax und Klarinette beschränkt, dazu mit Benny Carter einer der besten Swinger auf dem Altsax dazu geholt. Ray Linn, der bei Tommy Dorsey, Woody Herman und Artie Shaw spielte, ersetzt Charlie Shavers. John Williams (1929-2018) ist NICHT der Filmkomponist gleichen Namens, sondern ein damals recht angesehener Pianist der Westküste gewesen. Er spielte mit Charlie Barnet, Stan Getz, Zoot Sims, Charlie Mariano, Bob Brookmeyer/Stan Getz (1954), Phil Woods, Cannonball Adderley u.a. Später war er nicht mehr als Berufsmusiker aktiv gewesen.
Maurice inaktiv (16.07.2020, 22:45):
Herbie Hancock : Empyrean Isles AD: 17.06.1964
Na, dann mach ich bei Blue Note mal weiter. Wir wollen doch nicht, dass die Reihe abreißt auf einmal. Es ist die Rhythmusgruppe von Miles Davis, aber mit dem exzellenten Freddie Hubbard an der Trompete. Dazu findet man hier mit "Cantaloupe Island" einen weiteren frühen Hit von Hancock. Den "One Finger Snap" kenne ich auch aus dem Real Book.
tapeesa (17.07.2020, 04:06): Sting - The living sea - How fragile we are Sophie Zelmani - The ocean and me
Cetay (inaktiv) (17.07.2020, 05:04): Ich bin kein Freund von elektronischen Instrumenten, nur die elektrische, alte Jazzgitarre finde ich noch wirklich brauchbar (jene, die Leute wie Charlie Christian, Barney Kessel oder Jim Hall spielten). Das ist bereits eine völlig andere Musik, als das, was er bis kurz zuvor noch gespielt hat. Das schätze ich an Miles Davis sehr. Er ist nie stehengeblieben und war immer als treibende Kraft mit dabei, wenn sich der Jazz weiterentwickelt hat. Sicher ist es nicht richtig, dass er diverse Stile "erfunden" hat, wie du am Beispiel des Cool Jazz schon aufgezeigt hat. Die "Durchsetzung" von Cool, Bebop, Hard Bop, Modal, Fusion und Nu/Crossover war immer auch mit dem Namen Miles Davis verbunden. Wenn man keine elektrischen Instrumente mag, kann einem die Entwicklung des Fusion Jazz egal sein. Aber auch hier gilt: es waren die beiden Miles-Platten In a Silent Way und Bitches Brew, die das zu einer breiten Bewegung gemacht haben. Ob Mahavishnu Orchestra, Weather Report, Return to Forever, Lifetime, Headhunters - all diese grossen Bands wurden von Musikern geleitet, die auf den genannten Alben mitgespielt haben.
Jetzt hab ich richtig Lust bekommen, das mal wieder zu hören:
Weather Report; Live in Berlin 1975 Wayne Shorter (Sopran- & Tenorsaxophon, Klavier), Joe Zawinul (Tasteninstrumente), Alphonso Johnson (Bassgitarre), Chester Thompson (Schlagzeug), Alex Acuna (Perkussion)
Maurice inaktiv (17.07.2020, 07:18):
Frank Wess : No Count AD: 05. & 07.03.1956
Henry Coker, Benny Powell (Posaunen) - Frank Wess (Tenorsax, Flöte) - Frank Foster (Tenorsax) - Kenny Burrell (Gitarre) - Eddie Jones (Bass) - Kenny Clarke (Drums)
Zum Start gibt es zwei ungewöhnliche Besetzungen. Zunächst ein wenig Basie-Feeling mit gleich fünf Musikern der damals aktuellen Count Basie-Band. Drei Stücke stammen von Frank Foster hier übrigens.
Jimmy Raney/Bob Brookmeyer JR featuring BB AD: 23.07.1956, NYC (1-4) & 01.08.1956 , NYC (5-8)
Tracks 01-04 : Bob Brookmeyer (Ventil-Posaune) - Jimmy Raney (Gitarre) - Dick Katz (Klavier) - Teddy Kotick (Bass) - Osie Johnson (Drums)
Tracks 05-08 : Wie zuvor, nur Hank Jones (Klavier) für Dick Katz
Musiker - und Besetzungswechsel, aber ebenfalls eine nicht alltägliche Kombination mit Gitarre und Ventil-Posaune, doch beide Musiker harmonisieren sehr gut zusammen Sie haben so auch viele Male zusammen gespielt.
Maurice inaktiv (17.07.2020, 07:38): Das schätze ich an Miles Davis sehr. Er ist nie stehengeblieben und war immer als treibende Kraft mit dabei, wenn sich der Jazz weiterentwickelt hat. Sicher ist es nicht richtig, dass er diverse Stile "erfunden" hat, wie du am Beispiel des Cool Jazz schon aufgezeigt hat. Die "Durchsetzung" von Cool, Bebop, Hard Bop, Modal, Fusion und Nu/Crossover war immer auch mit dem Namen Miles Davis verbunden. Wenn man keine elektrischen Instrumente mag, kann einem die Entwicklung des Fusion Jazz egal sein. Aber auch hier gilt: es waren die beiden Miles-Platten In a Silent Way und Bitches Brew, die das zu einer breiten Bewegung gemacht haben. Ob Mahavishnu Orchestra, Weather Report, Return to Forever, Lifetime, Headhunters - all diese grossen Bands wurden von Musikern geleitet, die auf den genannten Alben mitgespielt haben. Ich würde den Bebop bei Miles ausschließen. Hier war er zwar dabei, aber nicht federführend. Dazu war er dann doch noch nicht so weit gewesen. Auch für den Hard Bop würde ich ihn nur als einen unter vielen Musikern bezeichnen, denn bis Miles Hard Bop spielte, war Clifford Brown schon tödlich verunglückt. Hier würde ich doch Clifford Brown in Verbindung mit Art Blakey und natürlich das Clifford Brown/Max Roach-Quintett noch vor Miles Davis ansiedeln. Seine Hard Bop-Zeit begann nahezu zeitgleich mit seinem berühmten Quartett um John Coltrane, Red Garland, Paul Chambers und Philly Joe Jones.
Den Weg zu Rock-Jazz (oder Jazz-Rock) hat er sicher als echter Wegbereiter fast alleine bestritten, doch möchte ich hier auch einen Beitrag an Cannonball Adderley (und zwar mit Joe Zawinul, etwa mit "Mercy,Mercy,Mercy") und Herbie Hancock (mit "Watermelon Man") weitergeben. DIe beiden Stücke gingen ja auch bereits in die Richtung, wenn auch mehr aus der "Funky" Gospel-Ecke heraus.
Ich hatte nicht mal ein Problem mit dem E-Piano und dem E-Bass als solches, das klang ja bei "Filles de Kilimanjaro" noch harmlos, ich kann aber mit dem Gesamtkonzept und dem Rock-Beat nichts anfangen. Auch fand ich Miles Trompetenspiel einfach zusammenhanglos (belanglos würde ich ja fast schon sagen). Hier wurde aus einem hervorragenden Improvisator ein reiner Phrasenspieler, und das finde ich fast schon erschreckend. Hier hat er für mich als Jazzmusiker abgeschlossen.
Die einen nennen das Entwicklung, vom reinen Jazzstandpunkt her war es ein Rückschritt gewesen. Ich nenne auch gleich zwei Trompeter, die hier immer noch weitaus mehr zu sagen hatten als Miles: Randy Brecker und Lew Soloff. Beide waren trotzdem in jeder Phrase Jazzmusiker geblieben, die jederzeit in der Lage waren, auch modernen Jazz zu spielen und solistisch was zu sagen hatten. Das vermisse ich bei Miles Davis ab 1969/70 völlig. Auch immer noch Jazzmusiker war Bill Chase geblieben, der um 1972/73 herum mit seiner Gruppe "Chase" viel Erfolg hatte, aber 1973 durch einen Flugzeug-Absturz ums Leben kam.
Maurice inaktiv (17.07.2020, 12:51):
Frank Wess : Opus de Blues AD: 08.12.1959
Thad Jones (Trompete) - Curtis Fuller (Posaune) - Frank Wess (Alt/Tenorsax, Flöte) - Charlie Fowkles (Baritonsax) - Hank Jones (Klavier) - Eddie Jones (Bass) - Gus Johnson (Drums)
Offenbar findet man diese Einspielung nur separat, denn sie ist in keiner Box mit dabei. Sie gehört aber durchaus in die Wess-Reihe dazu, und es gibt auch keinen Grund, dass man sie nicht anhören könnte. Hier wird relaxt geswingt, kein Wunder, bei der Rhythmus-Gruppe um Hank Jones am Klavier. Wess spielt hier auch Altsax, ein Instrument, dass er seit etwa Mitte 1957 in der Basie-Band spielte.
Maurice inaktiv (17.07.2020, 13:10):
Hal "Cornbread" Singer : Blue Stompin' AD: 20.02.1959 , Hackensack, NJ auf Prestige
Charlie Shavers (Trompete) - Hal Singer (Tenorsax) - Ray Bryant (Klavier) - Wendell Marshall (Bass) - Osie Johnson (Drums)
ich bin ein großer Fan von Charlie Shavers, aber auch Ray Bryant, daher hatte ich mir mal die Scheibe gekauft. Und da Hal Singer auch eher unterrepräsentiert ist auf den Tonträgern, passt das gut zusammen, dass hier eigentlich sein Date stattfindet.
Entsprechend geht es schon im ersten Stück gleich richtig zur Sache. Ja, das ist eine ganz andere Art Jazz, als er etwa Miles oder das Umfeld im Hard Bop so spielten. Hier ist alles sehr geerdet, man kann den Blues und das "Hop Playing" direkt wahrnehmen, nicht erst versteckt hinter dem Geiste der Moderne.
Drei Stücke stammen von Hal Singer, zwei von Charlie Shavers, eines ist ein Standard von Rodgers/Hart. Leider gehen die Scheiben nicht sehr lange, hier sind es knappe 40 Minuten. Damals eine normale Länge, mehr ging nicht auf die Platte drauf.
Maurice inaktiv (17.07.2020, 13:52):
Milt Jackson : Jackson's Ville AD 23.01.1956
Lucky Thompson (Tenorsax) - Milt Jackson (Vibes) - Hank Jones (Klavier) - Wendell Marshall (Bass) - Kenny Clarke (Drums)
Milt Jackson hatte zwei Aufnahmesitzungen mit Lucky Thompson. Einmal mit Wade Legge am Klavier, und eben jene mit Hank Jones. Es sind sehr schöne, kammermusikalische Einspielungen, dazu eine exzellente Repoertoire-Auswahl, etwa "Now's the Time" (hier mal im recht langsamen Tempo), dann ein Ellington-Medley ("In a Sentimental Mood", "Mood Indigo" und "Azure"), sowie zwei eigene Stücke von Milt Jackson.
Maurice inaktiv (17.07.2020, 23:33):
Harry "Sweets" Edison : Edison's Lights AD: 05.05.1976 , Los Angeles
Harry Edison (Trompete) - Eddie Lockjaw Davis (Tenorsax) - Dolo Coker (Klavier, 5-8) & Count Basie (Klavier, 1-4) - John Heard (Bass) - Jimmie Smith (Drums)
Eine feine Studio-Session muss das gewesen sein. Harry trifft seinen Ex-Chef Count Basie, und der bringt Bassist John Heard mt. Auch Eddie Lockjaw Davis spielte zwei Mal in der Basie-Band, daher war das ein Wiedersehen mit alten Freunden.
Charlie Shavers (Trompete) - Coleman Hawkins (Tenorsax) - Ray Bryant (Klavier) - Tiny Grimes (Git.) - George Duvivier (Bass) - Osie Johnson (Drums)
Zum Start gibt es Mainstream-Swing mit einer exzellenten CD, und einem Pianisten, der gestern hier mit Miles Davis und Milt Jackson zu hören war: Ray Bryant. Hier ist er weitaus besser aufgehoben als bei Miles Davis. Es kocht ab dem ersten Ton, dazu nicht die üblichen Standards, sondern auch mal was exotisches, etwa "La Rosita", was man eigentlich im sonst im Latin-Bereich eher findet, wenn es überhaupt mal jemand spielt. Übrigens ein wirklich schönes Stück in f-moll. Nur "I never Knew" gehört in de Standard-Ecke. "Through for the Night" stammt von dem langjährigen Armstrong-Posaunisten Trummy Young.
Maurice inaktiv (18.07.2020, 10:37):
Dave Bailey : One Foot in the Gutter AD: 19./20.07.1960 , NYC Live
Clark Terry (Trompete, Flügelhorn) - Curtis Fuller (Posaune) - Junior Cook (Tenorsax) - Horace Parlan (Klavier) - Peck Morrison (Bass) - Dave Bailey (Drums)
"One Foot in the Gutter" ist eine Komposition von Clark Terry, die ich auch schon gespielt habe. Eine schöne, ins Ohr gehende Nummer, die hin und wieder im Mittelteil (auch Bridge genannt) hin und wieder im 3/4-Takt gespielt wird. Hier allerdings nicht. EIne schöne Scheibe, mit auch langen Soli, daher nur so wenig Titel insgesamt.
Maurice inaktiv (18.07.2020, 10:59):
Clark Terry/Bob Brookmeyer : The Power of Positive Swinging AD: 1964 oder 1965
Clark Terry (Trompete, Flügelhorn) - Bob Brookmeyer (Ventil-Posaune) - Roger Kellaway (Klavier) - Bill Crow (Bass) - Dave Bailey (Drums)
Sehr schönes Album der beiden Super-Musiker. Man kann jedes Album mit den beiden Weltklasse-Musikern ruhigen Gewissens empfehen. Auch hier wieder tolles Zusammenspiel aller Musiker.
Maurice inaktiv (18.07.2020, 15:53):
Ben Webster : BW and Associates AD: 09.04.1959 , NYC
Ro Eldridge (Trompete) - Ben Webster, Coleman Hawkins, Budd Johnson (Tenorsax) - Jimmy Jones (Klavier) - Les Spann (Gitarre) - Ray Brown (Bass) - Jo Jones (Drums)
Hier hat Norman Granz die "ganz große Kapelle" antreten lassen. Die Aufnahme fand übrigens rund drei Wochen nach den Tode eines von Norman Granz' größten Zugpferden in seinen besseren Tagen - Lester Young.
Coleman Hawkins (1904-1969), Ben Webster (1909-1973) und Budd Johnson (1910-1984) waren 1949 bereits "Senioren" auf ihrem Instrument. Johnson war sicher der modernste und auch vielseitigere Musiker der drei Giganten, da er auch Klarinette und hin und wieder früher Baritonsax gespielt, aber auch ein sehr guter Arrangeur war, der viel für die Entstehung des 1943 langsam populär werdenden Bop getan hat. Er spielte in all den wichtigen Orchestern, die für die Entwicklung des modernen Bigband-Jazz wichtig waren: Earl Hines, Billy Eckstine, Dizzy Gillespie, Woody Herman und - wenn auch nur als Arrangeur - Boyd Raeburn. Später auch noch bei Buddy Rich, Si Oliver, Benny Goodman, Gil Evans, Count Basie, Quincy Jones, Lionel Hampton.....
Ich möchte aber hier mal eine Lanze für den Pianisten (und exzellenten Arrangeur) Jimmy Jones (1918-1982) brechen. Er gehörte ohne Zweifel zu den exquisitesten Begleit-Pianisten des Jazz, der aber auch durch seine immer wieder an Duke Ellington erinnernde Harmonik als Solist Aufmerksamkeit erregen konnte. So begleitete er Sarah Vaughan 1947-1952 und 1954-1957 , aber auch Etta Jones, Helen Merrill, Anita O'Day, Chris Connor, Harry Belafonte.......Auch wirkte als für den Duke auf der Europa-Tournee mit Ella Fitzgerald als deren Begleiter. Dazu mit Musikern wie Gil Evans, Clark Terry, Johnny Hodges, Budd Johnson, Cannonball Adderley (in dessen letzter Band als Pianist; Album "Pyramid" 1974). Dazu unzählige Einspielungen mit Musikern wie Harry Edison bis hin zu Sonny Rollins.
Maurice inaktiv (18.07.2020, 16:25):
Miles Davis : The Complete 1960 Holland Concerts
Hier die erste CD AD: 09.04.1960 & 15.10.1960* , jeweils Concertgebouw Amsterdam, Holland live
Miles Davis (Trompete) - John Coltrane (Tenorsax) - Sonny Stitt (Altsax*) - Wynton Kelly Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Jimmy Cobb (Drums)
Zwei der drei CDs haben Coltrane mit dabei, Nur bei dem Konzert am 15.10.1960 wirkt Sonny Stitt am Altsax für Coltrane mit. Mir kommen die beiden Stücke mit Sonny Stitt irgendwie "lockerer"und weniger "verbissen" rüber. ^
Damit niemand meint, ich hätte Miles rausgeworfen aus meinem Programm
Maurice inaktiv (18.07.2020, 16:45):
Dizzy Gillespie : For Musicians Only AD: 16.10.1956 , Los Angeles
Dizz Gillespie (Trompete) - Sonny Stitt (Altsax) - Stan Getz (Tenorsax) - John Lewis (Klavier) - Herb Ellis (Gitarre) - Ray Brown (Bass) - Stan Levey (Drums)
Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster, aber DAS ist für MICH eine der besten Studio-Einspielungen aller Zeiten im Jazz !! In welchem aberwitzigen Tempo hier die Musiker "Bebop" spielen, ist alleine das Geld wert. Man höre alleine auf Gitarre und Bass, wie die beiden , natürlich topp eingespielten Herb Ellis und Ray Brown das Ganze im Grunde mit Stan Levey (er war der erste weiße Bop-Drummer gewesen) an den Drums das Stück zusammenhalten, ist absolutes Spitzen-Niveau.
Ab dem ersten Takt geht hier die Post ab, da gibts keinerlei Abtasten, nichts. Und wie man mit drei Bläsern in DEM Tempo auch noch das Thema an Anfang und Ende unisono spielen kann, ist schon krass. Ich ziehe meinen gerade nicht aufgesetzten Hut vor diesen Musikern !!
Maurice inaktiv (18.07.2020, 21:30):
Dizzy Gillespie and Stan Getz AD: 09.12.1953 , Hollywood (1-5,7-8) & 25.05.1954 (6)
Besetzung 01-05 & 07-08 :
Dizzy Gillespie (Trompete) - Stan Getz (Tenorsax) - Oscar Peterson (Klavier) - Herb Ellis (Gitarre) - Ray Brown (Bass) - Max Roach (Drums)
Besetzung 7 :
Dizzy Gillespie (Trompete)- Hank Mobley (Tenorsax) - Wade Legge (Klavier) - Lou Hackney (Bass) - Charlie Persip (Drums)
Das ist also das "andere Gillespie/Getz-Album", eben das frühere, nicht "For Musicians Only", am besten an der anderen Rhthmusgruppe erkennbar. Während Oscar Peterson so viele Noten spielt, dass man meint, er müsse schneller spielen als man Morsezeichen geben kann (aber er spielt einfach brillant !!) , verhält sich John Lewis genau umgekehrt - er ist sparsamer mit den Noten als der Schwabe je sein könnte
Für mich ist es allerdings ein wenig verblüffend, dass man sich solcher "altbackenen" Standards wie "Exactly Like You" oder "It don't mean a Thing! bedient, und nicht solcher Stücke, die um 1945-1950 herum geschrieben wurden. Wenn das jemand als leichte Kritik sehen würde - stimmt !! Es ist eine leichte Kritik, aber ein "Jammern auf höchstem Niveau", wenn man sonst nix zu meckern findet, muss es hat sowas sein.
Maurice inaktiv (18.07.2020, 22:22):
Clora Bryant : Galwith a Horn AD: Juni 1957 , Hollywood
Clora Bryant (Trompete, Gesang) - Norman Faye (Trompete) - Walter Benton (Tenorsax) - Roger Fleming (Klavier) - Ben Tucker (Bass) - Bruz Freeman (Drums)
Clora Bryant (1927-2919) gilt als die wichtigste Frau auf der Trompete, wobei man Billie Rogers , Joy Cayler (1923-2014), Laurie Frink (1951-2013) , Valaida Snow (1904-1956) nichr vergessen sollte. Heute gibt es eine Menge mehr Trompeterinnen, etwa Andrea Motis und Alba Armengou alleine in Spanien, die beide unter 30 Jahre jung sind, aber auch noch als Sängerinnen und etwa Saxophonistinnen auftreten.
Clora Bryant soll mit Duke Ellington und Count Basie gearbeitet haben, so Wikipedia, aber das würde ich stark bezweifeln, da davon nicht ein Wort bei beiden Musikern je in einem mir bekannten Buch geschrieben wurde. Auch fehlt sie bis zum Tode beider Musiker in allen Besetzungsangaben, daher wäre ich damit vorsichtig. Auch in den Bigbands von Bill Berry und Lionel Hampton soll sie gespielt haben, doch auch HIER fehlen mir konkrete Anhaltspunkte.
Stilistisch wird ihr eine Nähe zu Dizz Gillespie nachgesagt, wenn ich mir aber die CD anhöre (und das nicht zum ersten Male) , finde ich dazu keinerlei hörbare Hinweise hier.Dafür spielt sie mit viel zu viel Vibrato. Das klingt mir eher nach Harr Edison, aber mit mehr Vibrato als dieser. Auch keine schlechte Herkunft, aber Dizzy? Sorry, nie und nimmer.
Hier präsentiert sie sich in einer Mischung aus Sängerin/Entertainerin und Trompeterin. Das ist sicher nicht schlecht, aber auch nicht so, dass man vor Verzückung hochspringen müsste.
Maurice inaktiv (18.07.2020, 23:05):
Louis Smith : Smithville AD: 30.03.1958 , Hackensack - Rudy vann Gelder war wieder aktiv gewesen. Hat der Mann überhaupt auch mal geschlafen?
Da es beide LPs zum Sparpreis inzwischen als Doppel-CD gibt, empfehle ich diese mal gleich von Anfang an. Louis Smith (1931-2016) spielt mit richtig Schmackes, also Hard Bop direkt von Fats Navarro und Clifford Brown aus weiterführend. Schade, dass er nie wirklich bekannt wurde. 1956 spielte er auf dem Album "Swingin'" und 1958 auf dem Album "Blue Lights 1 & 2" von Kenny Burrell mit. Er selbst machte zwei eigene Einspielungen.
tapeesa (19.07.2020, 03:28): Sophie Zelmani - Yes, I am Melissa Etheridge - Yes, I am und Come to my window (und Testify)
tapeesa (19.07.2020, 06:37): Manfred Mann's Earth Band - I'm up and I'm leaving
und endlich Zugang zu Billie Holiday gefunden: Billie Holiday with Ray Ellis and Orchestra
tapeesa (19.07.2020, 07:50): Melanie C. - Northern Star ("trust the ocean you'll never drown" - Melanie Chisholm - Rick Nowels // co-writing)
Maurice inaktiv (19.07.2020, 09:21): Pete Minger : Look to the Sky AD: 24./25.08.1992 , New York auf Concord
Pete Minger (Flügelhorn, Trompete-6) - John Campbell (Klavier) - Kiyoshi Kitagawa (Bass) - Ben Riley (Drums)
Pete Minger (1943-2000) wurde vor allem als etwas modernere Ausgabe von Cark Terry bei Count Basie bekannt, wo er im August 1970 anfing zu spielen. Er verließ die Band am 07.03.1977 (so sagt es Sheridan) zusammen mit dem Posaunisten Curtis Fuller. Er kehrte aber bereits Januar 1978 zu Basie zurück. Er verließ die Band endgültig Mitte September 1980. Für ihn kam Bob Summers in die Band. Das nur mal zum Thema "Wikipedia". Dort ist man da nicht so genau. 1990 wirkte er in der Frank Wess-Bigband mit (Davon gibt es auch eine tolle CD). Er spielte auch mit Mel Tormé.
Minger machte ebenso das Flügelhorn zu seinem Hauptinstrument wie es Clark Terry tat. Auch kann man bei ihm bestimmte Phrasen Terrys in etwas moderner gespielter Art heraushören, daher auch mein direkter Vergleich zu Clark Terry.
John Campbell (*1955) spielte u.a. mit Terr Gibbs, Budde de Franco, Clark Terry, James Moody, Eddie Harris, Charles McPhearson, Ende der 1980-er Jahre agierte er als Begleiter von Mel Tormé, 1992 mit Greg Gisbert. 1993 nahm er für Concord ein Solo-Album auf.
Kiyoshi Kitagawa (*1958) wurde in der Region Osaka geboren, siedelte aber etwa Mitte der 1980-er Jahre nach New York über. Dort spielte er mit den Harper-Brüdern, Kenny Garrett, Jimmy Heath, Andy Bey, Ben Riley, Jon Faddis, Regina Carter, Charles McPhearson, Kenny Barron, Steve Nelson.
Ben Riley (1933-2017) dürften viele als Drummer von Thelonious Monk noch kennen, mit dem er von Ende 1963 bis Anfang 1968 spielte. Er spielte aber auch mit Rand Weston, Woody Herman, Mary Lou Williams, Sonny Rollins, Stan Getz, Johnny Griffin, Earl Hines, Barry Harris, Clark Terry, Hank Jones und Mitte der 1970-er Jahre mit Alice Coltrane und Ron Carter. Auch eine eigene Band mit Charlie Rouse, Chet Baker, Barney Kessel.
Pete Minger ist stilistisch mehr im Hard Bop Zuhause, daher auch mehr der Nachfolger von Clark Terry, der hier etwas flexibler, aber auch 23 Jahre älter war, Minger aber nochmal um 15 Jahre überlebte.
Maurice inaktiv (19.07.2020, 10:51):
Dizzy Gillespie : Strangers in Paradise AD: Oktober 1990, Live in Belgrad
Dizzy Gillespie & His United Nations Orchestra
Dizzy Gillespie, Arturo Sandoval, Claudio Roditi (Trompeten) Papo Vasquez (Posaune) Paquito D'Rivera (Altsax, Klarinette) James Moody (Tenorsax) Danilo Perez (Klavier) Ed Cherry (Gitarre) John Lee (E-Bass) Ignacio Berroa (Drums) Airto Moreira & Giovanni Hidalgo (Percussion) Flora Purim (Vocals)
Wer Latin-Jazz im Bigband-Format hören mag, noch dazu so hochklassig wie hier praktiziert wird, sollte sich diese günstige Gelegenheit nicht entgehen lassen. Die Besetzung ist wirklich absolut hervorragend, die Klangqualität ist auch sehr gut. Das ist keinesfalls eine Billig-Produktion !! Die Solisten werden meist vorgestellt, aber man kann sie gut auseinander halten, da nur die Trompeten dreifach besetzt sind hier.
Gillespie hat den dünnsten Ton, Sandoval den fettesten Sound, er ist auch der High Note-Trompeter, Roditi liegt in der Mitte.
Maurice inaktiv (19.07.2020, 13:51):
Miles Davis : Dig A: 05.10.1951 , NYC
Miles Davis (Trompete) - Jackie McLean (Altsax) - Sonny Rollins (Tenorsax) - Walter Bishop (Klavier) - Tommy Potter (Bass) - Art Blakey (Drums)
Hier auch eine frühe Einspielung von Miles mit dem erst 19-jährigen Jackie McLean. Auch nicht ausgreift, dafür aber ein kraftvoll die Band vor sich her treibender Art Blakey am Schlagzeug, Es ist auch eine damals noch neue LP. Davis hatte vier neue Stücke dabei : "Dig", "Denial", "Bluin" und "Out of the Blue". Davon sind wohl"Dig" und "Denial" recht gut gelungen. Doch man kann auch hier bei diesen Aufnahmen seine Ansatzschwächen hören. Und er spielt nicht mal in Lagen, die man als "hoch" bezeichnen könnte.
Rollins wirkt teilweise sehr blass, mit schönem Ton, der auch nicht in die "Four Brothers-Schule" passt, luftig, aber dafür in den Improvisationen noch nicht wirklich überzeugend. McLean macht dagegen einen recht guten Eindruck.
Maurice inaktiv (19.07.2020, 15:21):
Joe Henderson : Page One AD: 03.06.1963, New Jersey
Kenny Dorham (Trompete) - Joe Henderson (Tenorsax) - McCoy Tyner (Klavier) - Butch Warren (Bass) - Pete LaRoca (Drums)
Nach Miles wieder Richtungswechsel. Hier findet man die "Urfassung" des späteren Standards "Blue Bossa" drauf. Noch etwas zickig-steif, wie ich finde. Es war das Debut-Album von Henderson, der seit etwa September 1962 Mitglied in der Band von Kenny Dorham war.
Dieses Album wurde zu einem der erfolgreichsten Alben bei Blue Note überhaupt, auch wegen "Blue Bossa".
Kenny Dorham war ein exzellenter Komponist gewesen, dessen Titel man heute als "Standards" bezeichnen würde. Etwa "Una Mas", "Blue Friday", "Blue Bossa", "Trumpet Toccata".
Jay Jay Johnson (Posaune) - Sonny Rollins (Tenorsax) - Horace Silver (Klavier, 6,7,10.11) - Thelonious Monk (Klavier, 8,9) - Paul Chambers (Bass) - Art Blakey (Drums)
Maurice inaktiv (20.07.2020, 08:12):
Miles Davis : Bag's Groove AD: 24.12.1954 (Tracks 1-2) & 29.06.1954 (Tracks 3-7) , alle Hackensack, New Jersey
Miles Davis (Trompete) - Milt Jackson (Vibes, 1-2) - Sonny Rollins (Tenorsax, 3-7) - Thelonious Monk (Klavier, 1-2) - Horace Silver (Klavier,3-7) - Percy Heath (Bass) - Kenny Clarke (Drums)
Die beiden ersten Stücke sind von der "Weihnachts-Session" mit Jackson/Monk und sind die beiden Takes von "Bag's Groove". Die anderen Stücke stammen aus der Juni-Session mit Sonny Rollins. Mit "Bag's Groove", "Airegin" (Nigeria rückwärts geschrieben), "Oleo" und "Doxy" wurden spätere Jazz-Standards aufgenommen. Heute sind sie froh, wenn nach zwei Jahren Vorbereitungszeit mal eine CD fertig wird, und vielleicht mal ein Stück in den Charts landet. Manchmal war früher hat doch was besser.....
Mir hat das Album sehr gut gefallen. Mit "But not for Me" wurde ein Gershwin-Stück dazu genommen, was gut mit reingepasst hat.
Maurice inaktiv (20.07.2020, 09:17): Rolf Ericson : The Legendary Years, Vol.8 Wea-Records
Eine etwas seltsame Zusammenstellung , die auch trotz der wichtigen Angaben wie Titel, Aufnahmedatum und Besetzungen mir so ihre Rätsel aufgibt.
Ich höre daraus die Stücke mit dem Trompeter und Flügelhornisten Rolf Ericson aus Schweden.
Offenbar sind zwei Sessions unter dem "Obertitel" "RE and his American All Stars" gelaufen. Einmal mit der Sängerin Ernestine Anderson, dann einmal ohne Sängerin. Googelt man danach, bekommt man immer nur die Session mit Anderson angezeigt. Die ist aber bei DEN Stücken HIER überhaupt nicht zu hören. Doch schaut man in die Titel-Liste, findet man wiederum "Vacker Flicka" darin, nicht aber "Visby Groove Alley", "Jordu", "Flight to Jordan" und "This Timme the Dream's on Me".
Die Besetzung hier lautet : Rolf Ericson (Trompete) - Cecil Payne (Baritonsax) - Duke Jordan (Klavier) - John Simmons (Bass) - Art Taylor (Drums) AD: 30.05. & 01.06.1956 Als Aufnahmeort wird Stockholm/Schweden angegeben
Diese Session ist nicht etwa unter Duke Jordans, Cecil Paynes oder Art Taylors Namen gelaufen,
Um es noch komplizierter zu machen, gibt es eine ähnliche Besetzung mit dem gleichen Namen (RE and His American All Stars, hier mit Ernstine Anderson, AD: 1956) , aber mit Lars Gulln (Baritonsax) für Payne und Freddie Redd (Klavier) für Duke Jordan ebenfalls. Diese Setliste unterscheidet sich total von der anderen EInspielung. Es müssen also ZWEI Aufnahmetermine stattgefunden haben. Denn diese zweite CD findet man problemlos im Netz. Diese CD habe ich in einer 4-CD-Box unter Freddie Redds Namen hier stehen.
weiter war auf der gehörten CD drauf :
RE Sextet : 13.09.1956
"Russ and Arlene" und "Spontaneous"
Besetzung : Rolf Ericson (Trompete) - Ake Persson (Posaune) - Erik Nordström (Tenorsax) - Freddie Redd (Klavier) - Tommy Potter (Bass) - Joe Harris (Drums)
Benny Bailey - Rolf Ericson : 16.09.1956
"Tunnelbanan", "Star Eyes" und "Guessin'"
Besetzung : Benny Bailey & Rolf Ericson (Trompeten) - Freddie Redd (Klavier) - Tommy Potter (Bass) - Joe Harris (Drums)
Maurice inaktiv (20.07.2020, 10:27):
Joe Wilder : Wilder' N' Wilder AD: 19.01.1956
Joe Wilder (Trompete) - Hank Jones (Klavier) - Wendell Marshall (Bass) - Kenny Clarke (Drums)
Ich habe nur die Savoy-Einspielung vorliegen,
Joe Wilder (1922-2004) spielte Trompete und Flügelhorn, hatte einen wunderbaren, warmen und vollen Ton, der noch schöner war als etwa jener von Clark Terry. Beide Musiker verband die Liebe zum Flügelhorn, die stilistische Nähe in einer Verbindung von Swing, Bop und Hardbop, die Zusammenarbeit mit Lionel Hampton und Count Basie, das lange Leben und die Studio-Arbeit. Wilder spielte in der Basie-Band das Solo über "Softly with Feeling" 1953, in der Basie Hammondorgel spielte.
Maurice inaktiv (20.07.2020, 10:42):
Sonny Stitt/Paul Gonsalves : Salt and Pepper AD: 05.09.1963 (1-5) & 10.06.1963 (6-13), New Jersey auch hier wieder mit Rudy van Gelder als Toningenieur
Sonn Stitt (TAlt/Tenorsax) - Paul Gonsalves (Tenorsax) - Hank Jones (Klavier) - Milt Hinton (Bass, 1-5) - Al Lucas (Bass, 6-13) - Osie Johnson (Drums)
Die Titel 1-5 wurden unter dem Namen "Salt and Pepper" veröffentlicht, die Titel 6-13 ala "Now".Beide Einspielungen wurden unter Sonny Stitts Namen veröffentlicht.
Hier spielen beide Saxophonisten mit einer exzellenten Rhythmusgruppe zusammen, Entsprechend wurde es eine sehr schöne Session. Ich finde es immer wieder bedauerlich, dass Paul Gonsalves (1920-1974) sich viel zu wenig mit solchen Aufnahmen hat schmücken können. Er hätte sicher seinen Weg gehen können, auch außerhalb der Ellington-Band.
Sonny Stitt (1924-1982) hat man immer wieder nur im Schatten Charlie Parkers stehen lassen. Dabei hatte auch er so viel mehr zu bieten. Entsprechend nahm er dann das Tenorsax dazu, was er ebenfalls hervorragend spielen konnte. Eine kurze Zeit war er auch manchmal auf dem Baritonsax zu hören.
Sowohl Stitt, als auch Gonsaves gehörten zur Generation der "bösen Jungs". Beide waren drogenabhängig, entsprechend wurden sie nicht sehr alt. 54 und 58 Jahre sind kein Alter, aber darüber habe ich mich bereits oft genug ausgelassen hier.
Maurice inaktiv (20.07.2020, 11:19):
Kenny Burrell : "Kenny Burrell" AD: 01.02.1957
Cecil Payne (Baritonsax) - Tommy Flanagan (Klavier) - Kenny Burrell (Gitarre) - Doug Watkins (Bass) - Elvin Jones (Drums)
weiter mit "K.B. Blues" AD: 10.02.1957
Hank Mobley (Tenorsax) - Horace Silver (Klavier) - Kenny Burrell (Gitarre) - Doug Watkins (Bass) - Louis Hayes (Drums)
Kenny Burrell konnte Stan Getz, Hank Mobley, Sonny Rollins, Johnny Hodges, John Coltrane oder Cecil Payne begleiten, er fand immer den richtigen Sound dafür und spielte großartig. So wurde ich zum Fan dieses exzellenten Musikers. Hier nun zwei seiner LPs hintereinander.
Maurice inaktiv (21.07.2020, 00:03):
Kenny Burrell : 2 Guitars AD: 05.03.1957
Donald Byrd (Trompete) - Jackie McLean (Altsax) - Mal Waldron (Klavier) - Kenny Burrell (Gitarre) - Jimmy Raney (Gitarre) - Doug Watkins (Bass) - Art Taylor (Drums)
und "Earthy" AD : 25.01.1957 , Hackensack
Art Farmer (Trompete) - Hal McKusick (Altsax) - Al Cohn (Tenorsax) - Mal Waldron (Klavier) - Teddy Kotick (Bass) - Ed Thickpen (Drums)
"Earthy" scheint es gerade nicht auf dem Markt als Einzel-CD zu geben.
Zwei völlig verschiedene Alben, jeweils super Musiker, was will man mehr?
Maurice inaktiv (21.07.2020, 01:16):
Dizzy Gillespie : "A Portrait of Duke Ellington" AD: 27./28.04.1960 NY
Das dürfte die bis dahin sicher ungewöhnlichste Aufnahme von Dizzy Gillespie gewesen sein. der damals erst 32-jährige Arrangeur Clare Fischer schrieb ihm 11 Stücke aus der Feder von Duke oder Mercer Ellington, Billy Strayhorn oder Juan Tizol quasi auf den Leib, doch er schrieb sie nicht für eine "reguläre" Bigband, sondern für Dizzys Trompete, Bennie Green auf der Posaune (der aber nur mit einigen kurzen Soli zu hören ist) und eben die Band so um, dass sie ein völlig anderes Klangbild erzeugten. Sehr impressionistisch, wenn da drei Hörner, eine Flöte, vier Holzbläser, eine Tuba, Vibraphon, Klavier, Bass und Drums.
Klavier spielte Hank Jones, am Bass war George Duvivier und Drums spielte Charlie Persip, der offenbar Gillespies Bigband-Drummer war, und bereits von 1953-1958 mit ihm spielte.
Cetay (inaktiv) (21.07.2020, 02:05):
Montrose; s/t (1973) Sammy Hagar (Gesang), Ronnie Montrose (Gitarre), Bill Church (Bassgitarre), Denny Carmassini (Schlagzeug)
Gemessen am Veröffentlichungsdatum ist das ein verdammt schweres Brett. Fette Gitarrenwände, hochmemorable Nackenbrecher-Riffs, muskulös-kraftvoller Gesang und eine druckvolle Produktion geben dem rockigen Blues 'n' Roll einen proto-metallischen Anstrich. Das klingt mal wie eine ungeschliffene Vorform von Van Halen (Sammy Hagar landete in den 80ern in dieser Band), mal wie Led Zeppelin mit Gogerln, mal wie Black Sabbath auf Speed. Ronnie Montrose unternahm später Ausflüge in den Jazz/Fusion-Bereich, unter anderem ist ein Live-Konzert aus Japan mit Tony Williams und Billy Cobham auf LP dokumentiert. 2012 jagte er sich -gerade vollständig von einer Krebserkrankung genesen- eine Kugel in den Kopf.
Maurice inaktiv (21.07.2020, 09:16):
Dave Brubeck : Bravo ! Brubeck ! AD: Mai 1967, Mexiko
Paul Desmond (Altsax) - Dave Brubeck (Klavier) - Gene Wright (Bass) - Joe Morello (Drums) + Benjamin "Chamin" Correa (Gitarre) & Salvador "Rabito" Agueros (Bongos, Conga)
Heute habe ich mal wieder ganz tief in die Kiste gegriffen und eine jener CDs ausgepackt, die eigentlich verdient hätten öfter gehört zu werden. Dabei passt sie zum sommerlichen Wetter wie die berühme Faust aufs Auge. Man muss Dave Brubeck nicht immer mögen, aber eines muss man ihm lassen, er versteht es glänzend, seine Stücke aufzubauen und auch solistisch zu glänzen ohne technisch alles auspacken zu müssen. Dazu der wuderbare Sound von Paul Desmond, die dezente, aber immer passende Begleitung von Bass und Drums. Hier kommen noch zwei Gäste aus Mexiko dazu, was man bei Brubeck auch nur sehr selten erlebt. Auch sie verstehen ihr Handwerk, spielen dezent mit, sind aber jederzeit voll da.
Es gibt diese Einspielung in verschiedenen Ausführungen.
Maurice inaktiv (21.07.2020, 10:47):
Oscar Peterson/Clark Terry AD: 18.05.1975 , Los Angeles , Cherokee Studios Pablo
Duo-Einspielungen von Oscar Peterson (Klavier) + Clark Terry (Trompete & Flügelhorn)
Oscar Peterson/Jon Faddis : AD: 05.06.1975 , NYC, RCA-Studios Pablo
Oscar Peterson (Klavier) + Jon Faddis (Trompete)
Diese beiden Duo-Einspielungen, die jeweils auf Pablo, dem letzten Label von Norman Granz, veröffentlicht wurden, sind sich erstaunlich ähnlich, und doch liegen Welten zwischen den beiden exzellenten Vertretern ihrer Zunft. Terry, Jahrgang 1920, war hier absolut auf der Höhe seines Könnens gewesen, und ich mag sein Spiel auf beiden Instrumenten, weil er immer geschmackvoll spielt, trotz aller technischer Feinheiten.
Jon Faddis, war bei den Aufnahmen gerade mal 21 Jahre jung, stand noch am Anfang seiner Karriere, die er als Protegé Dizzy Gillespies begann, dazu aber auch ein fantastischer Lead-Trompeter für Bigbands war. Seine Stückauswahl ist erstaunlich konservativ, aber sein Spiel hat das Feuer und den Power des jungen Gillespie. Man höre alleine, wie er das sonst so beschauliche "Autumn Leaves" angeht. Das ist brillant gespielt, aber es entspricht so überhaupt nicht mehr dem Stück. Hier hätte Terry einen völlig anderen Ansatz gewählt.
Doch beide Scheiben sind jeden Ton wert, der darauf gespielt wurde.
Oscar Peterson machte Duo-Aufnahmen mit den Trompetern Harry Edison, Roy Eldridgte, Dizzy Gillespie, Jon Faddis und Clark Terry. Ich selbst habe nur Terry, Faddis ,Eldridge und bald auch Edison. Dizzy ist zur Zeit nicht erschwinglich. Ich dachte, dass ich alle hätte, aber leider nicht.
Cetay (inaktiv) (21.07.2020, 12:28):
Primal Fear - s/t (1998)
Es war einmal ein schwaebischer Junge. Der verehrte die Band Judas Priest und wollte so singen koennen wie deren Chef Rob Halford. Also uebte und uebte er, bis er es nicht nur so gut konnte, sondern auch fast wie sein Idol klang. Und so kam er ins Gespraech, als Halfords Posten frei wurde. Aber der Traum platzte in der letzten Minute - ein unbekannter Ami wurde ihm vorgezogen. Beleidigt gruendete er eine eigene Band, um der Welt zu zeigen, dass er der Bessere ist. Dem fairen Vergleich zuliebe klang seine Band wie eine Kopie derjenigen, die ihn verschmaehten. Kritiker waren erzuernt ueber solcherlei Plagiarismus. Aber zum Glueck bin ich bloss Fan und geniesse vorbehaltlos des zweitbeste Judas Priest-Album. Von den Originalen ist nur Painkiller besser.
Maurice inaktiv (21.07.2020, 12:46):
Herbie Hancock : HH Quartet AD: 28.07.1981 in den CBS-Studios Tokyo/Japan
Wynton Marsalis (Trompete) - Herbie Hancock (Klavier) - Ron Carter (Bass) - Tony Williams (Drums)
Hier spielt der erst 19-jährige Wynton Marsalis mit Hancocks Band VSPO , die hier aber ohne Wayne Shorter und Freddie Hubbard agierte. So fand auch die Japan-Tournee statt, eben mit dem blutjungen "Über-Trompeter" Marsalis. Ja, er ist noch "stillos", aber das kann man einem Teenager wohl kaum verübeln.
Es wurde viel geschrieben über WM, er würde zu "akademisch" und "klassisch" spielen, er würde nicht swingen, geschweige denn, Jazz überhaupt spielen können. Alles einfach nur Blödsinn, wenn auch durchaus berechtigt und begründet. Ich bringe gerne Beispiele von Trompetern, die mit 19 Jahren auch noch nicht wie ein Musiker mit 20 Jahren Erfahrung auf dem Buckel geklungen haben, und das ist auch völlig richtig so.
Maurice inaktiv (21.07.2020, 13:25):
Art Blakey : AB and the Jazz Messengers Live at Bubba's AD: 11.10.1980 , Bubba's Jazz restaurant, Forida/USA
Wynton Marsalis (Trompete) - Bobby Watson (Altsax) - Billie Pierce (Tenorsax) - James Williams (Klavier) - Charles Fambrough (Bass) - Art Blakey (Drums)
Dieses Konzert gibt es in divesen Aufmachungen, mal nur ein Tel (wie auf meiner CD), oder komplett, wie eben hier bei der teuren, japanischen Pressung. Es zeigt den blutjungen Wynton Marsalis mit Musikern zusammen, die man in den einschlägigen Lexika oder eben im Netz finden wird.
Pianist James Williams (1951-2004) ist nun bereits schon 16 Jahre tot, er verstarb nach einer recht langen Leidenszeit an Leberkrebs gestern vor 16 Jahren. Ein Grund, ihm hier einige Zeilen zu widmen. Williams spielte von 1977-1981 bei Art Blakey, 1984 zog er nach Brooklyn, hatte eine eigene Band und wurde auch als Produzent tätig.
Bereits von 1972-1977 war er Dozent am berühmten Berklee College of Music, ab 1999 leitete er die Jazz-Abteilung der William Paterson University in Wayne, New Jersey.
Williams fühlte sich der Musik von Bobby Timmons, einem seiner berühmten Vorgänger bei Art Blakey, verpflichtet. Der Titel "Soulful Mister Timmons" auf der CD ist von ihm.
tapeesa (21.07.2020, 13:40): Besser sein - war nie ihr Ding. Augenhöhe - das Ziel.
Den Schmerz zu töten - auch nicht mein Ziel - eher "feel it all" - _________
Deeply Peaceful Rain Sounds for Sleep and Relaxation
Maurice inaktiv (21.07.2020, 14:10):
Bruce Adams : One Foot in the Gutter AD: Nov.1991 - Januar 1992 , Jacobs Studios GB
Bruce Adams (Trompete, Flügelhorn) - John Clarke (Klavier) - Len Skeat (Bass) - Bobby Orr (Drums)
Bruce Adams (*1951, Birkenhead, GB) dürfte hier kaum jemand je gehört haben. Tröstet euch, ich auch nicht. Doch er war in Frankfurt in der Alten Oper mal zu Gast, und so habe ich ihn das erste Mal live gehört und gesehen. Ich war sehr überrascht, was er so drauf hatte, denn das ging ganz schön ab bei ihm. Allerdings immer ein wenig "to much", weil er in jedem Stück die ganze Bandbreite seines auch technisch unglaublich hohem Könnens er anzubieten hatte.
Musikalisch ist er mir vor allem in modernen Jazz Zuhause, und wieder einer jenen Musiker, die sich auch Clark Terry als Vorbild nahmen. So nutzt er sowohl Trompete als auch Flügelhorn, hin und wieder a la Terry zusammen ein, spielt die Dämpfer ähnlich wie dieser, beherrscht auch das Spiel im High Note-Bereich problemlos, kann aber auch sehr stilvoll spielen. Hin und wieder singt er auch. 2008 und 2013 gewann er den "British Jazz Awards" als bester Trompeter der Insel.
Seine Mitmusiker gehören zum Besten was man in England zu bieten hatte. Len Skeat (*1937) gilt als einer der besten Bassisten Europas, spielte mit so ziemlich allen Stars der Branche, die mal in GB tourten (Lionel Hampton, Milt Jackson, Ruby Braff, Ben Webster, Scott Hamilton, Harry Edison), Bobby Orr (1928-2020) kann eine ähnliche Vita vorweisen (Benny Goodan, Sammy Davis,jr., Bing Crosby, Milt Jacson, Dizzy Gillespie, Zoot Sims, Al Cohn...). Er verstarb erst dieses Jahr im März.
Maurice inaktiv (21.07.2020, 22:58):
Miles Davis : Walkin' AD: 03.04.1954 & 29.04.1954 , Hackensack, New Jersey
Miles Davis (Trompete) - J.J.Johnson (Posaune) - Dave Schildkraut (Altsax) - Lucky Thompson (Tenorsax) - Horace Silver (Klavier) - Percy Heath (Bass) - Kenny Clarke (Drums)
Es gibt nur sehr wenige Einspielungen, bei denen Miles eine Posaune verwendet hat. Warum das so wahr, konnte ich bis jetzt nicht irgendwo nachlesen. Mir sind nur die Aufnahmen zur "Birth of Cool-Platte" , "MD and Horns" von 1951 &1953 (mit Bennie Green und dann Sonny Truitt), "MD - Blue Note" von 1955 und Einspielungen mit J.J.Johnson (so wie hier) bekannt. Eine Posaune fest in der Band hatte er im Grunde nie wieder seit eben "Birh of the Cool".
Vor allem das Duo Heath/Clarke ist war damals ein bärenstarkes Gespann gewesen, da sie fest im MJQ gemeinsam spielten. Dave Schildkraut spielt hier ein boppiges, sehr an Charlie Parker gelehntes Horn,
Hier kamen die "Urfassungen von "Walkin'" und "Solar" auf die Platte. Das erste Stück noch in dem Titel entsprechenden Tempo, nicht wie in den 1960-er Jahren, als Wettrennen. "Solar" basiert harmonisch auf "How High the Moon", eines der Bop-Stücke überhaupt (obwohl es 1940 als Ballade geschrieben wurde). Entsprechend war das Schema den Musikern bestens bekannt und geläufig.
Maurice inaktiv (22.07.2020, 00:10):
Joe Gordon : "Lookin' Good" AD: 11.,12. & 18.07.1961 , Los Angeles
Joe Gordon (Trompete) - Jimmy Woods (Altsax) - Dick Whittington (Klavier) - Jimmy Bond (Bass) - Milt Turner (Drums)
Das Album hat jetzt keinen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen. Je mehr ich aus der Zeit 1953-1963 so höre, desto "formelhafter" kommen mir viele Sessions vor.
Joe Gordon (1928-1963) spielte zunächst in der Gegend seiner Heimatstadt Boston mit Georgie Auld und dem jungen Charlie Mariano, später mit Herb Pomeroy. Bekannt wurde er Mitte der 1950-er Jahre, als er in der Bigband von Dizzy Gillespie spielte. Anschließend war er kurz bei Art Blakey, bevor er 1958 bis 1960 bei Shelly Manne spielte. Auch Gordon gehörte zur "Drogen-Generation", und er verstarb bei einem Zimmerbrand, den er vermutlich selbst ausgelöst hat, weil er beim Rauchen eingeschlafen war. Er machte nur zwei eigene Einspielungen.
Die Musiker hier gehörten sich nicht zu ersten Garde in Los Angeles. Jimmy Woods (1934-2018) wurde in der gleichen Stadt wie Miles Davis geboren, St.Louis. Er spielte mit Teddy Edwards, Horace Tapscott, in der Bigband von Gerald Wilson und war ab Ende der 1960-er Jahre nicht mehr in Erscheinung getreten. Er spielt hier recht wild und fast schon enthemmt. Da er ein gesundes Alter erreicht hat, dürfte er weitgehend drogenfrei geblieben sein, vermute ich mal. Damit sollte das als Grund für sein Spiel nicht herhalten.
Jimmy Bond (1933-2012) hatte eine recht erfolgreiche Karriere. So spielte er mit Gene Ammons, Louis Bellson, Charlie Parker, Chet Baker (1954/55), Nina Simone, George Shearing, Ella Fitzgerald, Buddy de Franco, Paul Horn (1959-1961), Elmo Hope, Art Pepper, Gerald Wilson, Jimmy Witherspoon, später auch E-Bass für etwa Frank Zappa.
Dirk Whittington (*1936) sagt mir überhaupt nichts. Er spielte 1960-1961 bei Dexter Gordon, dann bei Si Zentner Ab 1969 war er für die Berkee School of Music tätig. Er arbeitete auch mit Barney Kessel, Bobby Hutcherson, Anita O'Day, Dinah Washington, Ernestine Anderson und Mel Tormé.
Milt Turner (1930-1993) kam Ende der 1950-er Jahre zur Band von Ray Charles. Anschließend im Trio mit Phineas Newborn (zusammen mit Leroy Vinegar). Er machte Einspielungen mit Hank Crawford, Tedddy Edwards, Sarah Vaughan, Dave Newman und Paul Horn zu den bereits genannten Musikern.
Cetay (inaktiv) (22.07.2020, 09:17):
Mötley Crüe; Shout at the Devil (1983)
Das bleibt für mich eines der verwirrendsten Alben der Metal-Geschichte. Ein absoluter Alptraum, bei dem nichts stimmt und passt. Und doch ... ein Platz in meiner Allzeit-Top 10 ist sicher.
Ich habe das Album erst sehr spät entdeckt. Die bekannten, wirklich blöden Mitgröhl-Party-Metal-Alben ab '87 und das lächerliche Image der Gruppe (das Cover spricht Bande) haben mich nicht wirklich motiviert, die Diskographie systematisch zu erkunden. Aber Shout at the Devil kann man mit den späteren Auswürfen nicht vergleichen. Sicher, auch hier ist schon der Hang zu allzu eingängigen Melodien und allzu simplen (aber sehr wirksamen) Riffs da. Aber es herrscht eine unerklärliche, beklemmende Atmosphäre, die das einzigartig macht. Das grau-in-grau produzierte Klangbild kann das nur zum Teil erklären, die etwas verstimmt und indifferent dargebotenen Lieder sind es auch nicht. Es ist einfach da. Das ist Partymusik zu einer Party, die völlig aus dem Ruder gelaufen ist, gehört wie durch eine Nebelwand -verursacht von zu viel von allem- und fürchtend, dass diese trügerisch fröhliche Musik der letzte Soundtrack des Lebens sein könnte.
Maurice inaktiv (22.07.2020, 11:01):
Ben Webster & Harry Edison : Complete Sextet Studio Recordings
daraus : "Sweets" AD: 04.09.1956, Los Angeles
Harry Edison (Trompete) - Ben Webster (Tenorsax)- Jimmy Rowles (Klavier) - Joe Montragon (Bass) - Barney Kessel (Gitarre) - Alvin Stoller (Drums)
und "Some of my Favorites" AD: 18.01.1957, Los Angeles
Harry Edison (Trompete) - Ben Webster (Tenorsax) - Red Norvo (Vibes) - Jimm Rowles (Klavier) - Bob Carter (Bass) - Bill Douglas (Drums)
Das ist die erste CD der Doppel-CD-Box gewesen. Sehr entspannte und swingende Musik, auch klanglich hervorragend. Ein guter Auftakt zum Tage.
Maurice inaktiv (22.07.2020, 12:20):
Nat Pierce : Nat Pierce, Dick Collins, Ralph Burns & The Herdsmen play Paris AD: Paris 1954
Dick Collins, John Howell (Trompeten) - Cy Touff (Bass-Trompete) - Jerry Coker & Bill Perkins (Tenorsax) - Jack Nimitz (Baritonsax) - Ralph Burns/Henri Renauld/Nat Pierce (Klavier) - Jimmy Gourley (Gitarre) - Jean-Marie Ingrand/Red Kelly (Bass) - Jean-Louis Viale/Gus Gustafson (Drums) compl.Pers.
Die Woody Herman-Band machte in kleinen Besetzungen auf ihrer Europa-Tournee 1954 ebenfalls Einspielungen in Paris. Das ist West Coast Jazz in hübschen Arrangements verpackt, leicht swingend. Kann man sich anhören.
Maurice inaktiv (22.07.2020, 17:22):
"Interplay for 2 Trumpets and 2 Tenors" AD: 22.03.1957 , Hackensack , New Jersey mal wieder Rudy van Gelders Studio
Idrees Sulieman & Webster Young (Trompeten) - John Coltrane (Tenorsax) - Bobby Jaspar (Tenorsax, 1-4) - Mal Waldron (Klavier, 1-4) - Red Garland (Kavier, 5 nur) - Kenny Burrell (Gitarre) - Paul Chambers (Bass) - Art Taylor (Drums)
Eine sehr schöne CD, da sie mal etwas ganz Anderes ist, wie das, was man um diese Zeit bei van Gelder oder auf Blue Note so nicht zu hören bekommen hat. Hier werden nämlich paarweise die Trompeten oder die Tenorsax gegenüber gestellt, fast in der Art der klassischen Symphonien Concertante. Dazu stehen sich zwei stilistisch vollkommen unterschiedliche Musiker gegenüber: Idrees Sulieman kommt aus der Bigband-Schule und von Dizzy Gillespie und Cifford Brown her, Webster Young mehr über Miles Davis und der Cool-Seite. John Coltrane mehr aus der Bop-Ecke von etwa Dexter Gordon, Jaspar aus der Cool-Ecke von Stan Getz und Zoot Sims.
Die Suite geht über vier Tracks: 01. Interplay 09,27 02. Anatomy 11,53 03. Light Blue 07.47 04. Soul Eyes 17,29
Der fünfte Titel der CD wird dann ohne Jaspar und Mal Waldron gespielt, aber mit Red Garland am Klavier. 05. C.T.A. 04,40
Ein wirklich sehr erfreulicher Einkauf damals (ich habe den Artikel im November 2017 gekauft, und auch schon mal gehört. Heute aber mal etwas ausführlicher, und mit großem Vergnügen)
Maurice inaktiv (22.07.2020, 22:32):
"Bird's Night" - The Music of Charlie Parker AD: 12.08.1957 live , NY, Five Spot Café Savoy Rudy van Gelder ist auch hier wieder anwesend gewesen.
Phil Woods (Altsax) - Frank Socolow (Alt/Tenorsax) - Cecil Payne (Baritonsax) - Duke Jordan (Klavier) - Wendell Marshall (Bass) - Art Taylor (Drums)
Nicht mehr ganz so feurig wie man das vermutlich 1947 gespielt hätte, aber doch nicht weniger gut sind hier die drei Saxophonisten am Werk. Warum man auf Frank Socolow hier gesetzt hat, weiß ich nicht, denn da hätte ich mir schon ein anderes Kaliber erwartet, vielleicht Billy Mitchell oder Sonny Stitt. Sonst aber kann man die Besetzung so lassen.
Maurice inaktiv (23.07.2020, 09:15):
Ben Webster/Harry Edison : Complete Sextet Studio Sessions
"Gee,Baby ain't I good to You" AD: 05.03. & 29.03.1957 , Los Angeles
Harry Edison (Trompete) - Ben Webster (Tenorsax) - Oscar Peterson (Klavier) - Barney Kessel (Git.,1,2,5,7-8) - Herb Ellsin (Git.,3,4,6) - Ray Brown (Bass) - Alvin Stoller (Drums)
"Songs for Hip Lovers" AD: 11./12.01.1957, Los Angeles
Harry Edison (Trompete) - Ben Webster (Tenorsax) - Jimmy Rowles (Klavier) - Barney Kessel (Gitarre) - Joe Montragon (Bass) - Larry Bunker (Drums) + Woody Herman Vocal)
Das ist der zweite und letzte Teil der Doppel-CD. Das ist zeitlos-schöne Musik, mit einer fantastischen Rhythmusgruppe, die von Drummer Alvin Stoller großartig angetrieben wurde. Das hätte ein Buddy Rich oder Louis Bellson auch nicht besser gekonnt. Stoller gehörte zu den unzähligen perfekten Studio-Drummern, die damals in Los Angeles tätig waren.Er machte Aufnahmen mit Frank Sinatra, Billie Holiday, Mel Tormé, Ella Fitzgerald (etwa auf "EF sings the Duke Ellington Song Book" mit der Ellington-Band), Art Tatum, Coleman Hawkins. Vor seiner Studio-Zeit spielte er in den Bigbands von Benny Goodman, Tommy Doresey, Harry James Charlie Barnet und Van Alexander. Also beste Adressen.
Maurice inaktiv (23.07.2020, 13:18):
Lester Young : Sextet & Septet -Complete Studio Master Takes
CD 1 :
01-06 : Harry Edison (Trompete) - Lester Young (Tenorsax) - Oscar Peterson (Klavier) - Herb Ellis (Git.) - Ray Brown (Bass) - Buddy Rich (Drums) AD: 01.11.1955 , Los Angeles
07-11 : Roy Eldridge (Trompete) - Vic Dickenson (Posaune) - Lester Young (Tenorsax) - Teddy Wilson (Klavier) -Gene Ramey (Bass) - Jo Jones (Drums) AD: 12.01.1956, New York
CD2 :
01-03 : Harry Edison (Trompete) - Lester Young (Tenorsax, Klarinette) - Oscar Peterson (Klavier) - Ray Brown (Bass) - Louies Bellson (Drums) AD: 31.07.1957 , Los Angeles
04-06 : Harry Edison (Trompete) - Lester Young (Tenorsax) - Lou Stein (Kavier) - Herb Ellis (Git.) - Ray Brown (Bass) - Mickey Sheen (Drums) AD: 07.02.1958 , New York
07-11 : Harry Edison, Roy Edridge (Trompeten) - Lester Young (Tenorsax,Klarinette) - Hank Jones (Klavier) - Herb Ellis (Git.) - George Duvivier (Bass) - Mickey Sheen (Drums) AD: 08.02.1958 , New York Complete
Maurice inaktiv (24.07.2020, 09:51):
Clark Terry/Dave Glasser/Barry Harris : Uh! Oh! AD: 15.&18.06.1999, NYC auf Nagel-Heyer
Clark Terry (Trompete, Flügelhorn, 01,04,09,10,13) - Benny Powell (Posaune) - Dave Glasser (Altsax) - Frank Wess (Tenorsax,Flöte) - Barry Harris (Klavier) - Peter Washington (Bass) - Curtis Boyd (Drums) + Gastmusiker Roy Hargrove (Trompete, Flügelhorn, 02,06)
Acht der 13 Stücke hat der Altsaxophonist Dave Glasser (er spielt zur Zeit wieder in der Count Basie-Bigband als Lead-Altist) geschrieben. Neben ihm selbst haben Terry, Powell und Wess langjährige Basie-Erfahrung vorzuweisen.
Barry Harris (*1929) stammt aus Detroit, die Stadt, die so viele tolle Musiker hervor gebracht hat bisher. Etwa die Jones-Brüder Thad, Hank und Elvin, Tommy Flanagan, Billy Mitchell, Blue Mitchell......Er spielte mit Don Byrd dessen ester Album ein, wirkte bei Frank Foster, Charlie Parker, Cannonball Adderley, Coleman Hawkins (1965-1969), Dexter Gordon, Hank Mobley, Illinois Jacquet, hatte eigene Trios und Bands.
Curtis Boyd (*1940) kenne ich nicht. Er spielte wohl in den 1980-er Jahren mit Billy Taylor, später mit Freddie Cole.
Maurice inaktiv (24.07.2020, 09:52):
Roy Eldridge : The Nifty Cat AD: 24.11.1970 NYC
Roy Eldridge (Trompete, Gesang) - Benny Morton (Posaune) - Budd Johnson (Tenor/Sopransax) - Nat Pierce (Klavier) - Tommy Bryant (Bass) - Oliver Jackson (Drums)
In den Tag mit einer sehr schönen damals Platte, inzwischen aber auch CD mit dem großartigen Roy Eldridge, dem Vorbild von Dizzy Gillespie und Joe Newman. Beide haben laut eigener Aussagen mit einem Bild von hm auf dem Podium gesessen am Anfang ihrer Karriere.
Mit dabei sind hier Benny Morton (1907-1985) an der Posaune, der mit Fletcher Henderson, Count Basie und Don Redman , aber auch Billie Holiday spielte. Später tourte er mit Bobby Hackett, der "World's Greatest Jazz Band" und der All Star-Band "The Top Brass" (u.a. mit Bob Brookmeyer, Maynard Ferguson und Clark Terry).
Nat Pierce (1925-1992) galt als "der weiße Count Basie", und da ich das große Vergnügen hatte, ihn noch zwei Mal live zu sehen, kann ich aber sagen, dass er noch viel mehr drauf hatte. Er war Leiter einer eigenen Bigband (ab 1948, in den 1950-er Jahren, und erneut ab 1977 zusammen mit dem Drummer Frank Capp), die mit einer Topp-Besetzung aufwarten konnte, spielte mit Woody Herman (1951-1955 und 1961-1966) und galt als hervorragender Arrangeur. Später vertrat er tatsächlich auch Count Basie in dessen eigenen Band (etwa 1976/77), wenn dieser gesundheitliche Probleme hatte. Er tourte auch mit All Star-Bands, Pierce leitete die letzte Bigband, die im legendären Savoy Ballroom spielte.
Oliver Jackson (1933-1994) spielte mit so unterschiedlichen Musikern wie Thad Jones, Tommy Flanagan, Wardell Gray, Usef Lateef, Teddy Wilson, Charlie Shavers, Buck Clayton (1959-1961), Joe Newman, Benny Goodman, Oliver Nelson, Gene Ammons, Lionel Hampton, Kenny Burrell, Lucky Thompson, Earl Hines (1964-1970), Illinois Jacquet, Budd Johnson, Dexter Gordon, Si Oliver (1975-1980) und George Weins Newport Jazz Festival All Stars. Ich hatte das große Glück ihn mit dieser Formation und noch einmal live zu erleben. Ein toller Musiker und Show-Man.
Maurice inaktiv (24.07.2020, 11:14):
Woody Herman : The Woody Herman Band #8 AD: 07./08.09.1954, Los Angeles
Die Bigband von Woody Herman (1916-1987) hat auch ihren Leader um viele Jahre überlebt. Herman begann 1936, als er die Band von Isham Jones übernahm als Leader einer Bigband. Er schrieb Bigband-und Jazz-Geschichte mit der "First and Second Herd 1944-1950, als er den modernen Bigband-Jazz mit atemberaubender Musik eroberte, die auf der Höhe der Zeit war. Legendär der "Four-Brothers-Sound", den Jimmy Giuffre mit dem Stück gleichen Namens ("Four Brothers", 1947) kreierte. Er war auch noch 1954 das Markenzeichen der Band (drei Tenoristen plus Baritonsax).
Die Band wurde immer wieder von exzellenten, jungen Musikern ergänzt, doch Herman hatte auch immer den ein oder anderen etwas erfahreneren Musiker dabei. Hier war es Nat Pierce, der am Klavier saß und Arrangements schrieb. Weiter war Ralph Burns als Arrangeur für die Band tätig, der bereits seit 1944 mit Herman zusammenarbeitete.
Al Porcino & John Howell (Lead), Dick Collins, Bil Castagnino, Charlie Walp - Trompeten Dick Kenny & Keith Moon - Posaunen Cy Touff (Bass-Trompete) Bill Perkins, Dick Hafer, Dave Madden (Tenorsax) Jack Nimitz (Baritonsax) Nat Pierce (Klavier) Red Kelly (Bass) Chuck Flores (Drums) Woody Herman (Klarinette, Altsax)
Die Tenoristen sind nur sehr schwer zu unterscheiden. Alle drei stehen tonlich dem typischen "Four-Brothers-Sound" sehr nahe. Dave Madden dürfte kaum als Solist auftauchen, da das Bill Perkins und Dick Hafer im Normalfall übernahmen. Beide sind ganz klar von Lester Young beeinflusst (ich hatte darüber bereits geschrieben, dass Young einen sehr großen Einfluss auf die Saxophonisten hatte).
Maurice inaktiv (24.07.2020, 11:39):
Stan Kenton : The Jazz Compositions of Dee Barton AD: 19./20.12.1967, Capitol Studios Hollywood
Dee Barton (1937-2001) hatte einen etwas ungewöhnlichen Werdegang. Er studierte Musik an der berühmten North Texas State University. Er begann 1961 bei Stan Kenton als Posaunist, wechselte aber ein Jahr später in die Position des Drummers. er blieb bis 1963 bei Kenton, und tourte erneut als Drummer von 1967-1969 mit der Band. Bereits früh arrangierte und komponierte er auch, so dann halt dieses Album mit der Kenton-Band. Er schrieb viel Musik für TV-Shows und Werbung, aber auch die Filmmusik für mehrere Filme von Clint Eatswood. Später war er auch als Dozent tätig.
Diese Einspielung ist richti tolle, moderne Bigband-Musik, die man nicht mit dem vergleichen kann, was man vielleicht erwarten würde. Teilweise ist es schon fast im Free Jazz-Bereich. Barton lässt auch ungewöhnliche Metren spielen, etwa 3/4 -oder 5/4-Takt. Das war damals noch nicht so sehr verbreitet gewesen.
Die Hauptsolisten sind Jay Daversa (Trompete), Ray Redd (Altsax), Bassist Don Bagley und natürlich Barton an den Drums. Eine Info noch zu Jay Daversa. Er ist der Vater eines ebenfalls Trompete spielenden Musiker gleichen Namens. Daversas Sohn wurde 1972 geboren und spielte mit Herbie Hancock, Bob Mintzer, Joe Cocker und Burt Bacharach. Also eine recht erfolgreicher Kollege.
Ray Reed spielte später mit Supersax, jener Band, die ich weiter Oben, im Woody Herman-Posting bereits erwähnt hatte. Auch schrieb er mehrere Werke über Saxophon und diverse Lern-Hefte für Anfänger und Fortgeschrittene Schüler.
Cetay (inaktiv) (24.07.2020, 12:19):
Alice Cooper; Killer (1971)
Die Kunstfigur Alice Cooper gab zunächst einer Gruppe den Namen. Nach 6 Platten hatten die restlichen Mitglieder genug davon, dass Sänger und Gruppenkopf Vincent Furnier das wenige mit Verkäufen verdiente Geld in immer aufwendigere Bühnenshows steckte. Das Spektakel machte die Tourneen so teuer, dass auch davon kaum Gewinn abfiel. Sie stellten Furnier vor die Wahl: Die nächste Tournee ohne Show oder ohne uns. Furnier beendete die Zusammenarbeit und übernahm den Namen Cooper für sich als Solokünstler. Der Rest der Gruppe spielte Konzerte mit Lou Reed und hauchte dessen ansonsten recht dröger Musik ungeahntes Leben ein (nachzuhören auf dem grandiosen Live-Album Rock n Roll Animal).
Killer (noch mit der Band) ist ein komplett befriedigendes Album. Erdiger Blues n Roll, Proto-Metal, Streicher- und Bläsereinlagen, Mundharmonikaeinsätze, Mellotron-geschwängerte Ausflüge in progressive Gefilde, Collagenhaftes - das alles kohärent zusammengehalten von der Hand des Meister-Produzenten Bob Ezrin.
Maurice inaktiv (24.07.2020, 13:24):
Miles Davis : Seven Steps to Heaven AD: 16./17.04.1963 (Tracks 1,3,5,7,8) , Los Angeles & 14.05.1963 , NYC
Besetzung Tracks 1,3,5 :
Miles Davis (Trompete) - George Coleman (Tenorsax) - Victor Feldman (Klavier) - Ron Carter (Bass) - Frank Butler (Drums)
Besetzung Tracks 2,4,6,8 :
Miles Davis (Trompete) - George Coleman (Tenorsax) - Herbie Hancock (Klavier) - Ron Carter (Bass) - Tony Wlliams (Drums)
Nun, diese beiden Besetzungen zeigen den Weg des Übergangs vom Miles der frühen 1960-er Jahre zu seinem hervorragenden Quintett, das so bis 1969 bestand haben sollte. Zunächst 1963/64 mit George Coleman, dann mit Sam Rivers (1964) und Wayne Shorter am Tenorsaxophon.
Diese CD (damals LP) ging als die "West Coast-Einspielungen" auch in die Geschichte ein, aber eben nur aus dem Grund, dass Davis noch Verpflichtungen zu leisten, aber im Grunde keine eigene Band mehr hatte. Also wurden an der Westküste eiligst die erfahrenen Feldman und Butler dazu geholt. Die Stücke mit Feldman/Butler sind vor allem im Balladen-Tempo eingespielt worden. Dazu waren es Stücke, die eigentlich narrensicher, doch überhaupt nicht zu den Musikern gepasst haben. Der "Basin'Street Blues" oder "Baby, won't ou please come Home?" gehören eigentlich in den Bereich des traditionellen Jazz. Warum man nicht "Walkin'" oder sowas aus der Ecke ausgewählt hatte, bleibt das Geheimnis von Miles Davis. Gekonnt hätten es die beiden Kollegen der Westküste mit Sicherheit problemlos.
"So near" wurde von beiden Besetzungen eingespielt. Der Unterschied ist in der Tat verblüffend. Die Fassung von der Westküste ist weitaus glatter und ohne den Spirit, den dann das Duo Hancock/Williams in die Band reinbrachten.
Der Brite Victor Feldman (1934-1987) war ein hervorragender Drummer, Pianist und Vibraphonist gewesen, der bereits mit sieben Jahren aufgetreten ist. Mit 10 Jahren durfte er in England ein Konzert mit Glenn Millers Army Air Force Band spielen (es gibt ein Bild mit ihm und Miller zusammen drauf). Nach einer Tournee mit Woody Herman, mit dem er 56/57 spielte, siedelte er 1957 in die USA über. So wirkte er zunächst bei Shelly Manne ab 1959 mit, 1960/61 bei Cannonball Adderley , dann mit Stan Getz. Vor allem war er als Studiomusiker tätig. Er war als Vibraphonist 1962 auch auf der legendären UDDSR-Tournee von Benny Goodman dabei.
Maurice inaktiv (24.07.2020, 14:39):
Duke Ellington : Bigbands Live- Duke Ellington Orchestra AD: Live aus der Suttgarter Liederhalle vom 06.März 1967
Ein Stück deutsche Jazzgeschichte wurde regelmäßig in Stuttgart geschrieben, wenn die Großen der USA in der dortigen Liederhalle zum Konzert antraten. Oftmals ging das über den damaligen Sender SWF, der sich inzwischen SWR heißt. Dort war nicht nur die ausgezeichnete Bigband tätig, die viele Jahre von Erwin Lehn geleitet wurde, sondern eben auch Musiker wie Oscar Pettiford.
Duke Ellington erlebte 1967 sein vielleicht letztes, wirklich noch musikalisch gute Jahr, auch wenn kurz nach dem Konzert Billy Strayhorn verstarb an Krebs. Er lag zu dieser Zeit, als die Band in Europa weilte, bereits im Krankenhaus, das Ende war leider absehbar.
Elington wählte ein ausgesprochen ansprechendes Repertoire aus, so einige Stücke aus der im Dezember 1966 eingespielten "Far East Suite", darunter das wunderbare "Mount Harissa", hier als "Knob Hill" abgezeigte Werk. Alle Solisten werden vom Duke vorgestellt.Etwa Cootie Willams, Cat Anderson, Harry Carney, Drummer Rufus Jones, John Lamb am Bass, Buster Cooper (Posaune), Johnny Hodges, Paul Gonsalves.
Auch klangtechnisch ist das ein gelungenes Album.
Maurice inaktiv (25.07.2020, 10:59):
Milt Jackson : High Fly AD: 04.07.1980 , Live at e.j.'s, Atlanta, Georgia
Milt Jackson (Vibes) - Johnny O'Neal (Klavier) - Steve Novosel (Bass) -Vinnie Johnson (Drums)
Es gibt aus dem e.j,'s einige sehr schöne Doppel-CDs mit dem Johnny O'Neil-Trio und durchreisenden Gastsolisten. An diesem Abend war es der großatige Milt Jackson gewesen. Wenn die Doppel-CD auch die Reihenfolge des regulären Sets gewesen war, wären die beiden ersten Stücke auf der zweiten CD recht ungewöhnlich gewesen. Denn wer fängt schon mit zwei Stücken an, die man eigentlich am Ende eines Konzertes erwarten würde? ("Goodbye" und "Bye Bye Blackbird").
Johnny O'Neal (*1956) wurde vom großen Ray Brown entdeckt und spielte mit Milt Jackson, Sonny Sitt, Eddie Lockjaw Davis, Buddy de Franco, Clark Terry, 82/83 war er bei Art Blakeys Jazz Messengers, Dann mit Dizzy Gillespie, Anita O'Dy, Nancy Wilson, Kenny Burrell, Lionel Hampton, Sonny Stitt, Benny Golson, 2005 auch bei Ray Charles. Er wirkte auch im Film "Ray" über eben Ray Charles mit.
Steve Novosel (*1940) spielte und studierte ursprünglich Trompete. Während seiner Militärzeit (in der er Trompete splelte) begann er Bass zu spielen, und ab den 1960-er Jahren spielte er eben Bass mit u.a. Dill Jones, Rland Kirk, Charles Tolliver, Stanley Cowell, David Fathead Newman, Bob Wilber, Milt Jackson, Eddie Harris, Al Grey, Larry Willis, Shirley Horn, Billy Eckstine, Joe Williams, Betty Carter, Anita O'Day, Clark Terry, McCoy Tyner, Dizzy Gillespie, Sonny Rollins, Hank Jones, Harry Edison, James Moody, Archie Shepp, Blue Mitchell. Er war mehrere Jahre mit der Sängerin Roberta Flack verheiratet.
Vinnie Johnson (1937-2012) dürfte vielleicht durch sein Mitwirken in Lester Bowie's Brass Fantasy und Art Ensemble of Chicago bekannt sein. Sonst ist wenig bekannt über ihn geworden. Er spielte mit John Abercrombie, Bill Frisell, Tal Farlow Stanon Davis und Hank Roberts.
Maurice inaktiv (25.07.2020, 11:00):
Clark Terry : Ow AD: 18.12.1981 , live at e.j.'s , Atlanta , Georgia
Clark Terry (Trompete, Flügelhorn) - Johnny O'Neal (Klavier) - Davey Simpson (Bass) - James Martin (Drums)
Weiter geht es mit Johnny O'Neal und einer weiteren Live-Session aus Atlanta, dieses Mal mit dem großartigen Clark Terry. Er spielt ein typisches Programm für ihn, das gemischt ist mit Stücken aus der Ellington-Band, Standards der gehobenen Sorte (etwa "My Secret Love", "Georgia on my Mind", "Mack the Knife", "On Green Dolphin Street") , aber auch einem Repertoire des modernen Jazz, etwa "All Blues" von Miles Davis, "Ow" und "Shaw Nuff"von Dizzy Gillespie, "Straight No Chaser" von Thelonious Monk, "God Bless The Child" und sein eigenes Stück "Rebecca".
Auch hier wieder ein gelungener Abend aus dem Club. Vor allem "All Bues" hat mir ausgesprochen gut gefallen. Hier spielt Terry auch mit dem Harmon Mute a la Davis, bleibt aber trotzdem er selbst. Man kann aber gut hören, warum Miles Davis ihn mal als eines der Vorbilder von ihm selbst genannt hat. Später hat er ihn aber auch mit seinen bekannt provozierenden Aussagen beleidigt. Terry steht über solche Mätzchen, er galt als einer der besten Flügelhornisten des Jazz, dazu als einer der besten Dozenten und Lehrmeister für Clinics und Workshops wenn es um Trompete/Flügelhorn, Improvisation oder Bigband ging.
Maurice inaktiv (25.07.2020, 13:33):
Art Blakey : AB And the Giants of Jazz AD: 16.09.1972, live at the Monterey Jazz Festival
Clark Terry (Trompete, Flügelhorn) - Roy Eldridge (Trompete) - Kai Winding (Posaune) - Sonny Stitt (Alt/Tenorsax) - Thelonious Monk (Klavier) - Al McKibbon (Bass) - Art Blakey (Drums)
Die Band "The Giants of Jazz" gab es tatsächlich von 1970-1972. Eigentlich wäre auch Dizzy Gillespie in der Band gewesen, doch er ging mit seiner eigenen Band wieder auf Tournee (er war zur gleichen Zeit in Süd-Amerika). Für ihn holte man gleich zwei Trompeter, warum auch immer. Dabei wäre Clark Terry alleine die stilistisch auch passendere Antwort gewesen.
Ein vermutlich fulminanter Abschluss einer Band, die anschließend, wo weit ich es weiß, nicht mehr existierte.
Maurice inaktiv (26.07.2020, 11:08):
Benny Goodman : The Benny Goodman Story AD: Dez. 1955
Zum Start in den Tag gehe ich es mal eine Stufe ruhiger und langsamer an. Da gibts mal wieder was Traditionelles. Die vier Stunden gestern Abend "On Stage" lassen nichts Anderes zu heute.
Der Film "The Benny Goodman Story" kam im Februar 1956 in die Kinos. Die dort erzählte Geschichte hätten auch die Gebrüder Grimm nicht besser schreiben können, denn die Realität sah doch total anders aus. Immerhin hatte man sich dazu entschlossen, die Musik nicht von irgend einer Studio-Band einspielen zu lassen, sondern hat dafür Benny Goodman selbst, sowie aus der Original Bigband und den kleinen Formationen die Musiker von damals.
Teddy Wilson, Lionel Hampton, Gene Krupa, Harry James (für einige Soli nur), Hymie Shertzer, Babe Russin, Alan Reuss, Johnny Best, Murray McEachern und Chris Griffin etwa. Auch Mannie Klein, der das Trompetensolo von Ziggy Elman in "And the Angels Sing" nachgespielt hat (im Film ist aber tatsächlich Elman zu sehen), Conrad Gozzo, Irving Goodman, Stan Getz und Urbie Green haben mit Goodman gespielt. Harry James spielt in "Shine" und "Sing,Sing,Sing" das Trompetensolo, Buck Clayton bei allen Stücken, die ich nicht extra benannt habe.
Alle Tenorsoli spielt Stan Getz (der nur 1945/46 kurz bei Goodman spielte), alle Posaunensoli Urbie Green (der zur Entstehungszeit mit Goodman spielte), alle Klaviersoli Teddy Wilson (der eigentlich nicht damals in der Bigband spielte, sondern nur im Trio und Quartett).
Steve Allen, der im Film recht gut Benny Goodman spielen durfte, war damals ein recht bekannter Showstar in den USA. Er selbst spielte recht passabel Klavier und war ein großer Jazzfan gewesen. Damit er überhaupt das Klarinettenspiel Goodmans optisch auch "spielen" konnte, hat man ihm den Klarinettisten Sol Yageed zur Seite gestellt, der ihm tatsächlich die Griffe, usw. zeigte.
Maurice inaktiv (26.07.2020, 15:52):
Joe Newman : Soft Swingin' Jazz AD: 13.,15. & 17.01.1958 New York
Joe Newman (Trompete, Gesang) - Shirley Scott Hammond-Orgel) - Ernie Wilkins (Klavier,11) - Eddie Jones (Bass) - Charlie Persip (Drums)
Joe Newman : "The Happy Cats" AD: 07./08.01.1957 , New York
Joe Newman (Trompete) - Frank Rehak (Posaune) - Frank Wess (Tenorsax,Flöte) - Adriano "John" Acea (Klavier) - Eddie Jones (Bass) - Conny Kay (Drums)
Ich habe beide LPs als Einzel-CD, so ist sie aber derzeit nicht erhältlich, aber auch nicht einstellbar. Daher diese Variante, was die Bilderauswahl angeht. Das ist Mainstream-Swing mit einer gewissen Basie-Verbundenheit, aber keine typischen Basie-Stücke. Daher wird hier nichts geklont.
Maurice inaktiv (26.07.2020, 16:08):
Michel Camilo : One More Once AD: 1994 veröffentlicht
Tolle All Star-Bigband um den Pianisten, Komponisten und Arrangeur Michel Camilo. Mit Paquito D'Rivera, CHris Hunnter, Gar Smulyan, Jon Faddis, Michael Philip Mossman, Ryan Kysor, Giovanni Hidalgo, Bryan Lynch, Conrad Herwig, Douglas Purviance, Dave Taylor, David Bargeron, Marivn Smitty Smith......"Caribe" ist das Wahnsinns-Stück auf der CD !!
Maurice inaktiv (26.07.2020, 17:12):
Jon Faddis : The Dizzy Gillespie Alumni All-Stars : Dizzy's 80th Birthday AD : 19./20.06.1997
Jon Faddis, der sehr früh von Dizzy Gillespie gefördert wurde, leitet hier eine tolle Besetzung.
Jon Faddis (Trompete, Lead-Vocals) - Antonio Hart (Altsax) - Andres Bojarsky (Tenorsax, Vocals) - Cyrus Chestnut (Klavier, Vocals) - John Lee (E-Bass, Vocals) - Iganacio Berroa (Drums) - Duduka Fonseca (Perc.) - Gabriel Machado (Congas)
Jon Faddis ist ein absoluter High Note-Virtuose. Das kann mich an manchen Tagen sehr nerven, aber manchmal ist das einfach saugeil.
Maurice inaktiv (27.07.2020, 00:53):
Dave Pell : "I had the Craziest Dream" 15.06. & 17.06. & 21.06.1957 + Sept.1957 , Los Angeles
Don Fagerquist (Trompete) - Ray Sims (Posaune) - Dave Pell (Tenorsax) - Bob Gordon (Baritonsax,1,5-8) - Ronnie Lang (Baritonsax, 2-4 + 9-10) - Paul Smith (Klavier) - Tony Rizzi (Gitarre) - Rolly Bundock (Bass) - Jack Sperling (Drums) - Roy Hart (Bongos,5,7)
Zu später Stunde noch mal etwas West Coast-Jazz mit dem Dave Pell-Octet.
Cetay (inaktiv) (27.07.2020, 04:56): Alice Cooper; Killer (1971) (...) alles kohärent zusammengehalten von der Hand des Meister-Produzenten Bob Ezrin. Nachdem Ezrin bei Alice Cooper Großtaten vollbracht hat, wirkte er im folgenden Fall Wunder. Kiss waren zu dem Zeitpunkt eine mässig talentierte Gruppe mit drei mässig erfolgreichen Studio-Alben im Gepäck. Aber die Konzerte waren voll und die Live-Platte verkaufte sich gut. Also galt es den Live-Sound ins Studio zu bringen. Daneben nahm Ezrin die von der Gruppe mitgebrachten Songs auseinander, montierte die besten Ideen neu zusammen, unterrichtete die Band, wie sie es spielen sollen, entschied um, wer bei welchem Stück den Lead-Gesang übernimmt, überredete die Gruppe, einen Kinderchor einzusetzen, verwendete Samples und drehte an Knöpfen und Reglern, um eine düstere Atmosphäre zu schaffen. Obendrein komponierte er die kitischige Ballade Beth. Das war der Band dann zuviel an Einmischung. Nachdem die Stimmen-Spur eingesungen war, weigerte sich der Rest, die instrumentalen Teile zu spielen. Ezrin blieb unbeirrt, instrumentierte das Stück kurzerhand um, ließ es von einem Orchester einspielen, legte die Stimme obendrauf und brachte das Ergebnis gegen den Widerstand der Protagonisten auf die Platte. Es wurde als Single-Auskopplung ein Mega-Erfolg und verschaffte Kiss den erhofften kommerziellen Durchbruch. Qualitativ ist Destroyer ein Quantensprung zu den drei Vorgängeralben und wirkt durch die clevere Liedfolge und die raffinierten atmosphärischen Verbindungen zwischen den Stücken (etwa die unheimlichen Fetzen von Kinderstimmen in dem düsteren God of Thunder und dann der verstörend himmlische Kinderchor in der nachfolgenden Ballade Great Expectations) als Album weit mehr als die Summe der einzelnen Lieder, so dass auch etwas anspruchsvollere Rockmusiker ein beiläufiges Kopfnicken nicht zurückhalten konnten. Ein ikonisches Album der 70er und heute von mir noch regelmässig gehört (auch wenn mir das ungeschliffene selbstbetitelte Debut-Album noch besser gefällt).
Kiss; Destroyer (1976)
Maurice inaktiv (27.07.2020, 09:16):
Dave Pell : A Pell of a Time AD: 17.& 23.01.1957 & 20.03.1957
Jackie Sheldon (Trompete) - Ray Sims (Posaune,12,15,17) - Bob Burgess (Posaune, Rest) -Dave Pell (Tenorsax) - Pepper Adams (Baritonsax) - Paul Moer (Klavier, 12,15,17) - Marty Paich (Klavier, Rest) - Tommy Tedesco (Gitarre) - Tom Kelly (Bass) - Mel Lewis (Drums)
Cooler West Coast Jazz , alles eben recht glatt gebügelt, aber passend für den frühen Morgen.
Maurice inaktiv (27.07.2020, 09:48):
Jimmy Deuchar : Diverses aus der Box. Alles von der CD-Nr.4 AD: 1952-1957
Jimmy Deuchar (Trompete) - Derek Humble (Altsax) - Tubby Hayes (Tenorsax) - Eddie Harvey (Klavier, 01-10) - Arnold Ross (Klavier, 07-11) - Kenny Napper (Bass, 1-6) - Sammy Stokes (Bass,07-11) Phil Seaman (Drums, 1-6) - Jack Parnell (Drums, 07-11)
Britischer Jazz mit einigen der besten Musiker der Insel im Bereich Cool Jazz, West Coast, Hard Bop. Die Titelflge von 7-11 ist etwas durcheinander geraten, aber das soll jetzt kein Thema sein.
Maurice inaktiv (27.07.2020, 11:56):
Dizzy Reece : "Nowhere to Go" AD: 02.10.1958
Dizzy Reece (Trompete) - Tubby Hayes (Tenor/Baritonsax) - Lloyd Thomson (Bass) - Phil Seaman (Drums)
Dizzy Reece : "Top Trumpets" AD: 23.07.1956
Dizzy Reece (Trompete) - Terry Shannon (Klavier) - Lennie Bush (Bass) - Phil Seaman (Drums)
Dizzy Reece (Trompete) - Victor Feldman (Klavier) - Lloyd Thompson (Bass) - Phil Seaman (Drums)
Dizzy Reece : "On the Scene" AD: 29.11.1957
Dizzy Reece (Trompete) - Sammy Walker (Tenorsax) - Norman Stenfalt (Klavier) - Lennie Bush (Bass) - Phil Seaman (Drums)
Dizzy Reece : "A Variation on Monk" AD: 29.11.1957
Dizzy Reece (Trompete) - Sammy Walker (Tenorsax) - Norman Sternfalt (Klavier) - Lennie Bush (Bass) - Phil Seman (Drums)
Dizzy Reece war offenbar am 29.November 1957 schwer beschäftigt.
Maurice inaktiv (27.07.2020, 13:45):
Clifford Brown/Max Roach : "Three Giants!" AD: 22.03.1956, Hackensack (01-05) "Clifford Brown and Max Roach at Basin' Street" AD : 04.01.1956 , New York (06-08) & 16.02.1956 , New York (09-14)
Cifford Brown (Trompete) - Sonny Rollins (Tenorsax) - Richie Powell (Klavier) - Max Roach (Drums)
Die CD links ist die "Klassische Ausführung" mit den kompletten Master Takes der beiden Alben, die Box rechts sind 4 CDs mit ALLEN Takes der Studio-Aufnahmen in dieser Besetzung
Clifford Brown war der Gegenpol zu Miles Davis gewesen. Er hatte einen fetten, vollen Ton, seine Technik war perfekt und er hatte brillante Ideen beim Spielen, die er auch ausführen konnte. Er hat eine Menge Trompeter beeinflusst, vor allem die Linie, die über Joe Gordon, Lee Morgan und Feddie Hubbard führt, basiert auf seinem Ansatz, den er quasi von Fats Navarro übernommen und weitergeführt hatte. Leider führte sein früher Unfall-Tod dazu, dass er noch nicht einmal auf dem Höhepunkt seiner Kunst wieder gehen musste.
Sonny Rollins hatte sich in dieser Band sowas wie den "letzten Schliff" geholt. Richie Powell kam mit Brown bei dem Unfall ums Leben, George Morrow (1925-1992) spielte nachdem er die Band 1956 verlassen hatte, weitgehend kaum noch eine wichtige Rolle. Er war bei David Amram, Curtis Amy und mit Anita O'Day unterwegs. Er soll von 1954 bis 1989 im Jazzbereich an 68 Aufnahme-Sessions beteiligt gewesen sein, so Tom Lord. Die meisten dürften bei Max Roach und dessen Umfeld gewesen sein.
Maurice inaktiv (27.07.2020, 14:39):
Miles Davis : CD-Nr.1 AD : 09.04.1960 , Amsterdam, Holland Live
Miles Davis (Trompete) - John Coltrane (Tenorsax) - Wynton Kelly (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Jimmy Cobb (Drums)
Es ist die "Abschieds-Tournee" dieser Besetzung. Die 3-CD-Box bringt die drei Konzerte aus Holland, davon zwei mit Coltrane und eines (15.10.60) mit Sonny Stitt.
Man kann eine Reihe von Live-Konzerten dieser beiden Tourneen auf CD oder teilweise sogar noch LP erwerben. Man hat aus diversen Städten die Konzerte inzwischen veröffentlicht. Teilweise mehr oder weniger legal offenbar. Man kann da schwer durchblicken.
Maurice inaktiv (27.07.2020, 16:57):
Blue Mitchell : BM Big 6 AD: 02./03.Juli 1958 , NYC
Blue Mitchell (Trompete) - Curtis Fuller (Posaune) - Johnny Griffin (Tenorsax) - Wynton Kelly (Klavier) - Wilbur Ware (Bass) - Philly Joe Jones (Drums)
Das Debut-Album im doppelten Sinne wurde ein echter Kracher damals. Scott Yanow gab dem Album in "Allmusic" 5 Sterne, also die Höchstbewertung. Es war Mitchells erstes Album als Leader, gleichzeitig hatte hier der "Blues March" von Benny Golson seine Uraufführung bei einer Einspielung. Noch etwas verhalten, aber das Potential war erkennbar.
Die Auswahl von drei Alben solll einen Anreiz geben, vielleicht mal eine der beiden Boxen zu erwerben. Blue Mitchell und die Mitmusiker sind es wert.
Maurice inaktiv (28.07.2020, 09:57):
Stan Getz/Laurindo Almeida : StG with Guest Artist LA AD: März 1963 , Webster Hall
Stan Getz (Tenorsax) - Laurindo Almeida (Gitarre) - George Duvivier (Bass) - Edison Machado, Dave Bailey & José Sorez (Drums) - Luiz Parga, José Paulo (Percussion)
In den Tag mit dem Wetter entsprechende Musik aus Latein-Amerika. Und das war natürlich eine Spezialität von Leuten wie Stan Getz und dem exzellenten Laurindo Almeida (1917-1995).
Almeida, geboren in einer Stadt in der nähe von Sao Paulo, wurde bereits mit 19 Jahren von seiner Mutter, einer Konzertpianistin, nach Europa geschickt. Dort lernte er die Musik Django Rheinhardts kennen. Bekannt in der Jazzwelt wurde er , als er von 1947-1950 in der Band von Stan Kenton spielte und dort im blechüberladenen Sound irgendwie seine Nische fand und auch gefördert wurde. Anschließend lebte er bis zu seinem Tode in Los Angeles, wurde Studiomusiker, schrieb zu ca. 800 Filmen die Musik, aber tourte auch immer wieder viele Jahre als Gast mit dem Modern Jazz Quartett.
1953/54 leitete er die Band "Braziliance", einem frühen Vorläufer der Band "L.A. Four". 1954 nahm er das Album "Guitar from Ipanema" mit Irene Kral auf, was einen Grammy gewann. Er machte lange vor etwa Antonio Carlos Jobin Bossa Nova-Bekanntschaft und spielte ihn auch vor diesem in den USA. Ab 1974 dann mit der Band "L.A. Four" um Bud Shank, Ray Brown und Jeff Hamilton tätig. Weiterhin aber in LA als Komponist und Studiomusiker aktiv.
Maurice inaktiv (28.07.2020, 10:31):
Stan Kenton : Cuban Fire AD: 22.-24.05.1956 , Capitol Studios , Los Angeles & als Bonus vier Einspielungen vom 19.-21.09.1960 , ebenfalls aus Los Angeles
Das ist das genaue Gegenteil von der Getz/Almeida-CD. Hier geht es nicht annähernd so entspannt zu wie auf der vorherigen CD. Kenton fährt mal wieder gigantische "Blech-Geschütze" auf. Doch das Album wurde ein großer Erfolg für die Band und dem Komponisten und Arrangeur Johnny Richards. Und ich muss zugeben, es gibt verdammt geile Stellen darin. Doch es ist halt doch immer wieder das "To Much"-Gefühl bei mir wenn ich es mir mal wieder anhöre.
Kenton hatte 5 Trompeten, 4 Posaunen, Tuba, 2 Waldhörner, 4 Saxophone, 4 Leute in der Rhythm Section, dazu 6 (!!!) Percussionisten um sich versammelt. Wahnsinn !!
Ed Leddy, Sam Noto, Lee Katzman, Phil Gilbert, Al Mattalanio, Vinnie Tanno (auch Flügelhorn) - Trompeten Bob Fitzpatrick, Carl Fontana, Kent Larsen - Posaunen - Don Kelly (Bass-Posaune) Julius Watkins, Irving Rosenthal - Waldhorn Jay McAllister - Tuba Lennie Niehaus - Altsax Bill Perkins, Lucky Thompson - Tenorsax Billy Root - Baritonsax Stan kenton - Klavier Ralph Blaze - Gitarre Curtis Counce - Bass Mel Lewis - Drums Sol Gubin/George Gaber - Pauken Williw Rudriguez - Bongo Tommy Lopez - Conga George Laguna - Timbales Roger Mozian - Claves Mario Alvarez - Maracas
Das war die Besetzung für das reine Cuban Fire-Album von 1956. Eine extrem gute Besetzung. 1960 waren bereits die Mellophone mit eingebaut in der Band. Sonst war nur noch Sam Noto aus der früheren Band mit dabei. Ein exzellenter Lead - und Solo-Trompeter, der später noch bei Basie spielte, sonst aber wenig bekannt wurde. Er machte später eigene Aufnahmen auf Xanadu und spielte oft mit Don Menza zusammen (auch eine Einspielung).
Maurice inaktiv (28.07.2020, 11:25):
Cannonball Adderley : Cannonball's Bossa Nova AD: 07.12 & 10.12.& 11.12.1962 , NYC auf Riverside
Cannonball Adderley (Altsax) - Sergio Mendez (Klavier) - Durval Ferreira (Gitarre) - Octavio Bailly,jr. (Bass) - Dom Um Romano (Drums) + Pedro Paulo (Trompete, 2,4,5,7,8) & Paulo Moura (Altsax, 2,4,5,7,8)
Man dürfte nicht unbedingt mit Cannonball rechnen, wenn man ans Aufzählen von Latin-Alben aus der Zeit um 1962-1965 herum kommen würde. Doch er macht das ganz gut, wenn auch vom Sound her mi weitaus mehr Vibrato, als es z.B. Stan Getz oder gar Paul Desmond gespielt haben. Man kann das so machen, aber mir persönlich gefällt immer noch Paul Desmond auf dem Altsax da weitaus besser.
Ein Amazon-Rezensent schreibt, die Band würde "stocksteif und fade" begleiten, weil sie "in Ehrfurcht erstarrt" seien. Was für ein Blödsinn. Sie sind halt reine Begleitmusiker, das muss man eben berücksichtigen. Man hätte das sicher anders lösen können, aber vielleicht war das genau der Ansatz gewesen, anders zu agieren, weil es bereits andere Varianten gab. Darüber nach fast 60 Jahren zu diskutieren, führt zu nichts.
Maurice inaktiv (28.07.2020, 13:55): Tony Scott & Bill Evans : A Dax in New York AD: 16.11.1957 , New York City Doppel-CD
Tony Scott (Klarinette, Baritonsax) - Bill Evans (Klavier) - Milt Hinton/Henry Grimes (Bass) - Paul Motian (Drums) & Clark Terry (Trompete, Flügelhorn, 4,12) - Jimmy Knepper (Posaune, 3,5,6,7,9) - Sahib Shihab (Baritonsax, 3,5,11)
Zunächst mal die CD-Nr.1
Das ist mal eine völlig andere Klangfarbe, die ich hier auch nur selten bei den Modernisten so lese. Dabei ist gerade Tony Scott auf seine Art ein Vorgänger von Eric Dolphy gewesen
Scott (1921 - 2007) wurde in New Jersey geboren, aber seine Vorfahren waren waschechte Sizialner gewesen. Er hieß offiziell auch Anthony Joseph Sciatta. 1939-1942 studierte er an der berühmten Juilliard School of Music, anschließend bei dem Komponisten Stefan Wolpe. 1941 spielte er blutjung bei den Sessions im Minton's Playhouse mit, verrichtete seinen Militärdienst in einer Bigband, fand mit Ben Webster, Dizzy und Charlie Parker früh seine Idole, wirkte aber auch in Dixie-Bands mit. Dann spielte er bei Charlie Barnet, Buddy Rich, Sid Catlett, Trummy Young, Ben Webster, Earl Bostic, Charlie Ventura, Claude Thornhill und 1953 oder 1954 für drei Wochen bei Duke Ellington mit.
Scott, der neben Klarinette auch Ten/Baritonsax und Klavier spielte, wirkte an Aufnahmen mit Harry Belafonte, Billie Holiday und Sarah Vaughn mit. Er gewann vier Mal den Down Beat-Poll auf der Klarinette, war sehr spielfreudig, wirkte viel und oft auf Jam Sessions mit, und galt als der Klarinettist mit dem lautesten Sound in der Branche. 1957 war er in Europa und Afrika unterwegs, 1959 verließ er die USA, und ging nach Fernost. Dort verbrachte er sechs Jahre, unterrichtete dort, vertiefte sich in die Kultur und Musik der jeweiligen Länder, und wurde damit quasi zu einen der allerersten Weltmusiker überhaupt.
1965 kam Scott nach New York zurück, leitete ein eigenes Quartett, aber bereits 1972 ließ er sich in Rom nieder. Dort arbeitete er mit Romano Mussolini bis zu seinem Tode 2007 zusammen.
Tony Scott dürfte also vielleicht hier doch bei dem ein oder anderen User ein gewisses Interesse geweckt haben. Ich selbst habe neben der Oben geposteten Doppel-CD noch eine CD aus dem Jahre 1957, als er in Deutschland und auch in Ljubiliana , im damaligen Jugoslawien, heute Slowenien, gastierte. Das Konzert vom 10.Mai 1957 in Ljubiliana wurde aufgzeichnet, es gibt es auch auf CD. Hier wurde er von einem deutschen Trio begleitet, was damals mit das Beste war, was Deutschland zu bieten hatte: Horst Jankowski (Klavier), Peter Witte (Bass) und Herman Mutschler (Drums).
Die Doppel-CD enthält 10 Kompositionen von Tony Scott, eine von Bill Evans, der Rest sind Standards der gehobenen Klasse. Scott spielt wirklich superb, gerade bei den schnellen Stücken kommt der Bop voll durch. Hier habe ich das Gefühl, dass er noch virtuoser spielt als dies Benny Goodman und Buddy de Franco bereits gekonnt haben. Die Gastmusiker leisten auch ihre Beiträge zum Erfolg der beiden CDs, auch wenn sie nur hin und wieder mitwirken Doch gerade diese neuen Klangbilder sind es, die diese Einspielungen zu erstklassigen Vertretern der Musik der 1950-er Jahre machen.
Wer irgendwo mal diese Aufnahmen günstig erwerben kann, sollte zugreifen. Ein Bild dazu gibt es leider nicht.
Maurice inaktiv (28.07.2020, 14:13):
Kenny Burrell : "On View in the Five Spot Café" AD: 25.08.1959 live at Five Spot Café NYC Nur Titel 01-03
Tina Brooks (Tenorsax) - Bobby Timmons (Klavier, 1,2) - Roland Hanna (Klavier,3) - Kenny Burrell (Gitarre) - Ben Tucker (Bass) - Art Blakey (Drums)
Kenny Burrell : A Night at the Vanguard AD: 16.09.1959 , NYC , Village Vanguard Live
Kenny Burrell (Gitarre) - Richard Davis (Bass) - Roy Haynes (Drums)
So, Richtungswechsel. Zurück zur Jazzkeller-Atmosphäre. Dieses Mal in New York City. Selbst Art Blakey kann sich zurückhalten, was für ein Glücksfall.
Maurice inaktiv (28.07.2020, 22:35):
Miles Davis : MD Quintet : The Complete 1960 Holland Concerts AD: 09.04.1960, Kurhaus Schweveningen , Holland (Tracks 1-5) & 28.03.1960, Düsseldorf, Deutschland (Tracks 7-9)
Miles Davis (Trompete) - John Coltrane (Tenorsax) - Wynton Kelly (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Jimmy Cobb (Drums)
Die letzten drei Stücke sind Bonus-Tracks aus einem Konzert in Deutschland (Düsseldorf). Hier kam nur bei "Moonlight in Vermont" (das ist das "Ballad-Medley") Stan Getz (Tenorsax) als Gast mit auf die Bühne.
Schon im ersten Stück spielt sich John Coltrane in einen Rausch. Er ist klar erkennbar, dass er sich dem Korsett der Band schon entwachsen fühlte. Was er hier spielte, war teilweise schon sowas von wild, hemmungslos und frei, dass man spüren konnte, was da bald kommen würde. Unglaublich !! Das ist wirklich der helle Wahnsinn !! Ebenso beeindruckend fand ich die Begleitung Jimmy Cobbs hier, der offenbar intuitiv zu verstehen schien, was da gerade passierte. Wynton Kelly begleitete sehr sparsam, nur Paul Chambers hielt noch die Band mit sicherer Hand zusammen.
Maurice inaktiv (29.07.2020, 00:10):
Oscar Peterson/Lester Young : Complete 1952 Verve Studio Recordings AD: 28.11.1952 , NYC
Lester Young (Tenorsax, Vocal) - Oscar Peterson (Klavier) - Barney Kessel (Gitarre) - Ray Brown (Bass) - J.C. Heard (Drums)
Ein Klassiker unter den Platten die Norman Grenz je einspielen hat lassen. Ich kann sie jetzt in der Ruhe wunderbar genießen.
Maurice inaktiv (29.07.2020, 08:46):
Elliot Lawrence : The EL-Bigband : Swings Cohn and Kahn AD: 30.01.1956 & 16.-21.06.1956 & 11.01.1957 & 19.12.1957
Ernie Royal (01-05), Don Stratton (18-24), Bernie Glow, Stan Fishelson, Nich Travis, Al DeRisi - Trompeten Eddie Bert, Urbie Green (01-05, 18, 22-24), Paul Selden (01-16) , Fred Zito (06-17, 19-21), Chauncey Welch (18-21), Billy Byers (22-24), Jim Dahl (22-24) - Posaunen Tony Miranda (22-24) - Waldhorn Sam Marowitz, Hal McKusick (Altsax), Walt Levinsky (Altsax, Klarinette) Al Cohn, Ed Wasserman (01-21), Zoot Sims (01-05), Frank Sokolow (Tenorsax, 18, 22-24) Charles O'Kane (Baritonsax) Fred Pfeiffer (Reeds, 22-24) Elliot Lawrence (Klavier) Buddy Jones (Bass, 01-05, 19-21) & Russ Saunders (06-18, 22-24) Sol Gubin (Drums)
Eine meiner besten Bigband-CDs überhaupt. Das ist cooler West Coast-Jazz, aber die Arrangements von Al Cohn und Tiny Kahn (1924-1953,ein toller Drummer und Arrangeur, der leider viel zu früh verstorben ist) sind exzellent. Die Besetzung ist hervorragend. Auch das Booklet ist sehr gut.
Maurice inaktiv (29.07.2020, 10:17):
Maynard Ferguson : Hollywood Party & Jam Session AD: 22.02.1954, Los Angeles (Tracks 1-2) & 23.02.1954, Los Angeles (Tracks 3-4)
Besetzung Hollywood Party :
Maynard Ferguson (Trompete, Ventil-Posaune) - Bud Shank (Altsax,Flöte) - Bob Cooper (Tenorsax) - Bob Gordon (Baritonsax) - Russ Freeman (Klavier) - Curtis Counce (Bass) - Shelly Manne (Drums)
Besetzung Jam Session :
Maynard Fergsuon (Trompete, Ventil-Posaune) - Mit Bernhart (Posaune) - Herb Geller (Altsax) - Bob Cooper (Tenorsax) - Bob Gordon (Baritonsax) - Claude Williamson (Klavier) - John Simmons (Bass) - Max Roach (Drums)
Das sind zwei wirklich heftig swingende Beispiele, wie man auch an der Westküste spielen konnte. Hier ist nicht mehr viel vom "coolen West Coast-Sound" zu spüren, hier wird heftig gejammt, und diese Leute konnten wirklich spielen. Ferguson mal völlig ohne seine High Notes (er konnte auch anders, man mag es kaum glauben, ist aber so), Baritonsaxophonist Bob Gordon, der leider 1955 bei einem Autounfall sehr früh ums Leben kam, war DER Baritonsax-Man an der Westküste gewesen. Und warum, das kann man hier hören.
Die zweite Rhythmusgruppe um den Bassisten John Simmons und Drummer Max Roach zeigt sich von ihrer allerbesten Seite. Die beiden Musiker machten mächtig Dampf von Hinten heraus. Simmons bis in die höchsten Lagen seines Basses emporsteigend. Richtig klasse ist das !! Ich bin hellauf begeistert.
tapeesa (29.07.2020, 10:54): Charles "Wigg" Walker - Can't let go
Maurice inaktiv (29.07.2020, 11:01): Tony Scott/Bill Evan : A Day in New York AD: 16.11.1957 , NYC
Tony Scott (Klarinette,Baritonsax) - Bill Evas (Klavier) - Milt Hinton (Bass,1, 3-7,9,12) - Henry Grimes (Bass, 2,8,10,11) - Paul Motian (Drums) & Clark Terry (Trompete/Flügelhorn,9) - Jimmy Knepper (Posaune, 1,3,6-10) - Sahib Shihab (Baritonsax, 2,5,8,11)
Heute nun die zweite CD der Session aus New York mit dem hervorragenden Tony Scott und dem nicht minder hervorragenden Bill Evans. Schon das Eröffnungsstück lässt erahnen, was bald im Jazz passieren wird, nämlich die Freiheit in der Musik. Weite Teile des Stücks "I can't get Started" wird unbegleitet gespielt, aber noch sind wir im tonalen Bereich. Jimmy Knepper, der immer wieder gerne unterschätzt wurde, gehörte damals zu jenen Musikern, die aus der Tradition der Bigbands heraus sich zu einem sehr modernen Musiker weiterentwickelt hat, der vor allem eine wichtige Rolle bei Charles Mingus einnehmen wird.
Die zwete Seite wird vor allem von den Stücken Tony Scotts dominiert. Acht Stücke sind hier davon zu finden.
Leider ohne Bild.
Maurice inaktiv (29.07.2020, 20:58):
Sonny Rollins : Our Man in Jazz AD: 27.-30.07.1962 , NYC
Don Cherry (Kornett) - Sonny Rollins (Tenorsax) - Bob Cranshaw (Bass) - Billy Higgins (Drums)
Das dürfte das Modernste sein, was ich mir gerade noch so zumuten konnte. Es ist schon irgendwie witzig, wenn man Stücke wie "Oleo" oder "Doxy" hier hört, so völlig abstrakt gespielt, aber so, dass man sie noch erkennen kann. Unter "schön" verstehe ich etwas Anderes, es entspricht nicht mehr meiner Vorstellung von Melodien spielen, das möchte ich nicht dementieren. Auch Sonny Rollins ist her völlig losgelöst von dem, was ich vorher von ihm kannte.
Sorry, ich kann darin leider immer nur Fetzen hören, das hat mit "gut" oder "schlecht" nichts zu tun, einfach nur mit einer völlig anderen musikalischen Auffassung. Es ist nicht meine Welt, nicht meine Musik, und wird auch nicht meine Musik werden, nicht heute, nicht morgen und nicht in fünf Jahren. Das ist mal sicher.
Beeindruckend ist für mich immer wieder der "Anker am Bass", Bob Cranshaw. Er spielt seit dieser Zeit mit Sonny Rollins, und gehört zu den Musikern, die sicher kein großer Solist sind, die aber das, was sie zu spielen haben, exakt so machen, dass die Band zusammenbleibt. Billy Higgins spielt auch recht frei, aber immer noch im Metrum. Die beiden Musiker sind wirklich hervorragend, dass sie hier absolut souverän begleiten, direkt auch agieren, jeder Schlag, jeder Ton, es passt perfekt zusammen.
Das ist, ob es mir gefällt oder nicht, hervorragend gespielt, auch wenn ich in diesem Leben kein Don Cherry-Fan mehr werde. Wobei ich nicht vergessen möchte zu erwähnen, dass bei so einem risikoreichen Spiel doch immer mal der ein oder andere Kiekser zu hören ist. Ich habe das bei Mlies Davis immer wieder geschrieben, und ich schreibe es auch hier wieder. Trompete spielen ist echt eines der schwersten Instrumente, dafür ist man schnell mit dem Auf-und Abbau fertig.
Maurice inaktiv (29.07.2020, 20:59):
Dizzy Gillespie All Star Big Band , Dire. Slide Hampton AD: 04./05.09.2008, Denver
Eine absolut topp besetzte Bigband, die hier zu Ehren von Dizzy Gillespie spielt. Viele Musiker haben lange mit ihm gespielt, etwa Jimmy Heath James Moody, Slide Hampton, Caudio Roditi, John Lee.....
Cetay (inaktiv) (04.08.2020, 06:33):
Weather Report; Live in Tokyo (Shibuya Philharmonic Hall, 13 Jan. 1972) Wayne Shorter (Sopran- und Tenorsaxophon), Joe Zawinul (Klavier, E-Piano), Miroslav Vitous (Kontrabass, E-Bass), Eric Gravatt (Schlagzeug), Dom Um Romano (Perkussion)
Grossartige Scheibe aus der noch abenteuerlustigen Frühzeit der Jazz-Rock-Fusion. Das ist teilweise sehr ausufernd mit gerade mal 5 Titeln bzw. Medleys in knapp eineinhalb Stunden. Fur Eilige gibt es einen Zusammenschnitt auf der zweiten Seite der LP I Sing the Body Electric.
Cetay (inaktiv) (04.08.2020, 10:04):
Weather Report; Live in Tokyo (1984) Wayne Shorter (Sopran- und Tenorsaxophon), Joe Zawinul (Tasteninstrumente), Victor Baily (Bassgitarre), Omar Hakim (Schlagzeug), Mino Cinelu (Congas, Perkussion)
Gleiche Stelle, auf 3 Positionen umbesetztes Team und 12 Jahre später ein stark veränderter Klang - bei den Tasten dominieren die Synthesizer. Zawinul stapelte zu der Zeit 7 Instrumente auf der Bühne. Das Album gehört nicht zur offiziellen Diskographie, ist aber m. E. das Beste das von dieser WR-Besetzung zu bekommen ist. Die Studioalben dieser Zeit gefallen mir weniger, die sind mir zu überproduziert. Mit zig Perkussions-Spuren, unzähligen Schichten von Keyboards und dazu noch Hintergrundgesang ist das regelrecht anstrengend. Live -erzwungenermaßen abgespeckt- ist das einfach nur klasse!
Cetay (inaktiv) (07.08.2020, 04:26): Die Wetterlage aus Japans Hauptstadt zum Dritten:
Weather Report; Japan Live 78 (Shinjuku Kouseinenkin Hall, Tokyo, 28 Jun. 1978) Wayne Shorter (Sopran- und Tenorsaxophon), Joe Zawinul (E-Piano, Synthesizer), Jaco Pastorius (Bassgitarre), Peter Erskine (Schlagzeug)
Die langelebigste, erfolgreichste und nach Mehrheitsmeinung beste Besetzung, die Zawinul zusammengestellt hat. Dieselbe Besetzung spielte auch das offizielle Live-Album 8:30 ein, das bei mir aber nie so recht zünden wollte. Und auch hier bleibe ich angesichts des Gebotenen relativ gleichmütig. Sicher, Pastorius hat nicht übertrieben, als er sich bei Zawinul mit den Worten "I'm the best electric bass player in the world" zum Vorspielen vorgestellt hat und es ist durchaus beeindruckend, wie er das Instrument regelrecht neu erfindet. Und Erskine am Drumkit ist eine Krake. Diese Rhythmus-Gruppe ist wirklich spektakulär, aber dass die Band besonders tight zusammenspielt, vermag ich nicht zu vernehmen, ebensowenig wie die unbändige Energie, die man ihren Konzerten nachsagte. Die mäßige Klangqualität hilft da nicht weiter.
Will man außer den drei LP-Seiten (die vierte waren neue Studioaufnahmen) von 8:30 weiteres von Zawinul und Shorter abgesegnetes Livematerial dieses legendären Vierers hören, dann muss man auf den offiziellen Sampler Live and Unreleased ausweichen. Dort ist die Formation mit fünf Titeln vertreten. Diese Doppel-CD nehme ich mir jetzt als nächstes vor. Vielleicht offenbart sich darauf, was Zawinul zu der Aussage bewog: "Weather report is the leader in a field of one."
Weather Report; Live & Unreleased Diverse Besetzungen, Mitschnitte von 1975 - 1983
So unvorstellbar wie diese Besetzung erscheint, so unglaublich gelungen ist das klingende Ergebnis. Da weiß ich gar nicht, wo anfangen mit den Lobeshymnen ... und lasse es deshalb einfach sein. Wer dem Jazz zugeneigt ist und etwas freieres Spiel ertragen kann, muss das gehört haben.
tapeesa (09.08.2020, 08:02): Alanis Morissette - Flavors of Entanglement
tapeesa (09.08.2020, 13:16): Alanis Morissette - Feast on Scraps
Cetay (inaktiv) (10.08.2020, 04:55):
Jukka Tolonen; Hysterica (1975) Pekka Pöyry (Alt- & Sopransaxophon, Flöte), Sakari Kukko (Sopransaxophon, Flöte), Jukka Tolonen (Gitarre), Esa Kotileinen (Hammond Orgel, Clavinet, Mini-Moog), Heiki Virtanen (Bassgitarre), Esko Rosnell (Schlagzeug, Perkussion) & Pekka Pohjola (Bassgitarre (Track 4))
In erster Linie ist das ein Fest für Gitarrenfreunde. Tolonen ist ein begnadeter Virtuose, aber Songtitlel wie Jimi und Django geben einen Hinweis darauf, dass es hier nicht nur um Griffbrettakrobatik geht, wie man angesichts des Aufnahmedatums und des Genres Jazz-Rock-Fusion befürchten konnte. Sicher gibt es das auch, aber das ist immer in einfallsreiche, abwechslungsreiche Kompostionen und ausgefeilte Arrangements mit hohem Hörwiederholbarkeitsfaktor verpackt. Für mich ist das eines der besten Alben des Genres und eines der wenigen, dem der Zahn der Zeit nichts anhaben konnte.
Cetay (inaktiv) (17.08.2020, 03:47):
Tasavallan Presidentti; Pop-Liisa 1 (Live, Liisankatu Studios, Helsinki, 12. Sep. 1973) Eero Raittinen (Gesang), Pekka Pöyry (Sopran- & Altsaxophon, Flöte, Klavier, E-Piano), Jukka Tolonen (Gitarre), Heikki “Häkä” Virtanen (Bassgitarre), Vesa Aaltonen (Schlagzeug)
KOM Quartet; Jazz-Liisa 4 (Live, Liisankatu Studios, Helsinki, 21. Nov. 1975) Eija Orpana (Gesang, Violine), Pertti Melasniemi (Gesang, Perkussion), Eero Ojanen (Klavier, E-Piano), Jukka Hauru (Gitarre), Tapani Tamminen (Kontrabass, Bassgitarre), Ari Valtonen (Schlagzeug)
Immer wieder spannend, was einen so findet. Wem es nie underground und obskur genug sein kann, findet hier ein Feld zum Austoben. Die Liisa-Platten sind Mitschnitte aus den 70ern von Auftritten finnischer Rock-, Prog-, Fusion- und Jazz-Gruppen - live im Studio vor Publikum gespielt und direkt im Rundfunk übertragen. 32 gibt es davon, wovon 16 mit "Pop-Liisa" und 16 mit "Jazz-Liisa" gelabelt sind. Pop ist eine grobe Untertreibung für diese abenteuerlichen Sessions, wie auch die Trennline zum Jazz zu der Zeit sehr verwischt und durchlässig war, so dass man beispielsweise Tasavallan Presidentti auch locker auch dort verorten könnte. Ein Rezensent vermutete, es sei ein gemeinsames Element aller an diesen Sitzungen beteiligten Gruppen gesesen, dass jedes Mitglied mindestens eine Platte von Franz Zappa zu Hause hatte. Das gibt einen groben Fingerzeig darauf, was zu erwarten ist und macht sehr neugierig.
Gleich die erste Pop-Liisa überzeugt voll und ganz mit zwei wild kochenden, langen Stücken, experimentierfreudig mit viel Improvisation und Vokalakrobatik. Namen, die mir in den Sinn kommen, wenn ich Bezugspunkte angeben soll: Daevid Allen's Gong, Weather Report, Jethro Tull, Jimi Hendrix. Die vierte Jazz-Liisa ist vergleichweise konventionell und etwas weiter auf der 'reinen' Jazz-Seite, aber durchaus mit gelegentlichem Funk-Einschlag. Eine Besonderheit ist die opernhafte Frauen-Stimme, die in Momenten, in denen sie nur vom Klavier und gestrichenem Kontrabass begleitet wird, ein schönes Kunstlied-Flair dazugibt. Eine tolle Scheibe, die überdies eines der besten Gitarrensolos enthält, das den Weg in meine Ohren gefunden hat.
Philidor (29.08.2020, 13:19): .
Cetay (inaktiv) (22.09.2020, 12:51):
Buckethead; Pike 51: Claymation Courtyard
Eine der bizzarsten und obskursten Figuren der Alternativ-Rock Szene tritt in der Öffentlichkeit stets mit einem Eimer auf dem Kopf und einer Theatermaske vor dem Gesicht auf. Diese Gimmickerei dient allerdings nicht dazu, mangelndes Talent zu verbergen. Buckethead ist einer der technisch versiertesten Gitarristen auf dem Planeten. Es mag eine Hand voll geben, die noch schneller sind, aber nicht mit dieser unmenschlichen Präzision. Ein Workaholic ist er obendrauf. Die unter seinem Namen veröffentliche Diskographie umfasst 314 Einträge, davon entstanden allein 118 Alben im Jahr 2015 und davon wiederum 32 an den 32 Tagen vor Halloween. Der größte Teil seiner Platten ist rein instrumental und stilistisch deckt er die Bandfläche zwischen Ambient, Folk, Avantgarde und Metal ab. Dass bei diesem Ausstoß nicht alles Qualität sein kann, ist zu befürchten.
Die erste von mir gehörte Platte mit dem Titel Pike 178: 29 Days to Halloween - Blurmworld hat mich allerdings gleich vom Stuhl geweht. Basis sind Synth-Bass und Drumcomputer. Diese sind freilich so organisch programmiert und klingend, dass ich erst glaubte, hier begleiten Musiker aus Fleisch und Blut. Und darüber brilliert die E-Gitarre des Meisters. Das anzuhören, ist die Höchststrafe für alle Praktizierenden. Möchtegern-Profis, die glaubten, sie könnten etwas, geben danach auf. Echte Profis sind geneigt -in Anlehnung an eine Forensignatur- ihre Gitarren auf den Knien zu zerbrechen. Oder sie wenden den alten Trick an, der sich immer bewährt, wenn jemand spieltechnisch besser als genehm ist. 'Beeindruckende Technik, aber ihm fehlt das Feeling'. 'Das ist prätentiös und macht musikalisch nur wenig Sinn'. Hier wie bei Heifetz (oder Tatum) dieselbe Leier.... Sei's drum, ich musste mehr wissen und habe im Sinne einer repräsentativen Stichprobe 30 Alben gehört. Davon sind 14 dauerhaft in meiner Offline-Bibliothek gelandet und werden regelmäßig gespielt. Keine schlechte Ausbeute. Die gerade gezeigte Pike 51 hat es nicht ganz geschafft. Das ist zwar auf der hartmetallischen Seite angesiedelt und damit prinzipiell mein Beuteschema, aber ich meine, hier übertreibt er es maßlos mit dem virtuosen Schaulaufen und man möchte ihm angesichts von fast 15 Minuten langen Titeln im ununterbrochenen Fingerflitze-Modus zurufen: Ja, ja, ich hab's kapiert, du kannst es, aber jetzt spiel bitte mal was anderes...
Philidor (25.09.2020, 09:46): In aller Ohren.
Michael Wollny: Mondenkind
Stimmt ... ich wollte sowieso nochmal nach den Zauberpilzen schauen ...
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (25.09.2020, 22:09):
Lorenz Kellhuber Trio - State of mind (CD, Blackbird, 2015)
Lorenz Kellhuber, Klavier Arne Huber, Bass Gabriel Hahn, Schlagzeug
Ein Zufallsfund, der mich glücklich macht! Vieles erinnert an Esbjörn Svensson (selig), hat aber allenthalben mehr Erdung, mehr Alltag, mehr Diesseitiges. Meine Lieblings-Gattung im Jazz - hier in idealer Balance aus Melancholie & Coolness.
Cetay (inaktiv) (28.09.2020, 09:49):
James Cotton Cotton Crop Blues / Hold me in your Arms Straighten Up Baby / My Baby Die SUN-Sessions des Blues-Sängers James Cotton aus dem Jahre 1953 sind insofern geschichtsträchtig, als dass hier durch den Session-Musiker Pat Hare wahrscheinlich erstmalig absichtlich ein stark verzerrter Gitarrenklang eingesetzt wurde. Ob Spieler wie Chuck Berry sich das hier abgeschaut haben oder später selbst drauf kamen, weiss man nicht so genau (soll heissen, ich hab dazu nicht weiter nachgeforscht).
Philidor (01.10.2020, 10:38): Immer wieder gerne ...
Art Blakey : Mosaic AD: 02.10.1960 , Englewood Cliffs , New Jersey Van Gelder-Studio Blue Note
Freddie Hubbard (Trompete) - Curtis Fuller (Posaune) - Wayne Shorter (Tenorsax) - Cedar Walton (Klavier) - Jymie Merritt (Bass) - Art Blakey (Drums)
Als Einzel-CD wäre die Scheibe zur Zeit teurer als das gute Paket hier. Und Blakey haut hier auch überhaupt nicht so heavy drauf, wie man es sonst von ihm kennt. Oder Van Gelder hat das entsprechend berücksichtigt und ihn anders abgemischt. Dass Blakey kein Leisetreter ist, ist ja bekannt, aber mich nervt es auch hin und wieder, wenn er den Musikern in die Parade fährt. Man sollte dabei nie vergessen, dass er damit sehr erfolgreich war, und das bis zum Ende seines Lebens. Davon können andere Musiker nur träumen. Von der Entdeckung von Talenten und deren Förderung ganz zu schweigen.
Maurice inaktiv (05.10.2020, 10:13):
Kenny Dorham : Quiet Kenny AD: 13.11.1959 , Englewood Cliffs, New Jersey Van Gelder-Studio New Jazz Label Kenny Dorham (Trompete) - Tommy Flanagan (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Art Taylor (Drums)
Sicher eines der schönsten Jazzalben überhaupt ist für mich "Quiet Kenny" mit dem Kenny Dorham Quartett. Zwei Stücke stammen von Kenny selbst : "Blue Friday", ein Blues in Moll (übrigens in der selten gebräuchlichen Tonart Bb-Moll stehend), ein sehr schönes Stück, was ich selbst schon gespielt habe, natürlich an einem Freitag Abend, wie es sich gehört. Das zweite Stücke ist "Blue Spring Shuffle". Dazu kommen Standards wie "Mack the Knife", was damals bei den Jazzer sehr populär war, da Louis Armstrong und Ella Fitzgerald es im Grunde in den Jazz "übernommen" haben.
Weitere, sehr schöne ältere Standards sind "Old Folks" und "Alone Together" übrigens.
Ich kann Kenny Dorham all denen empfehlen, denen Dizzy zu wild, Miles zu ruhig und Clifford Brown zu "umwerfend" ist. Kenny vereint genau diese drei Spielweisen auf seine völlig eigene Art und Weise. Er kommt direkt au der großen Bebop-Ära, hat mit Charlie Parker, aber auch der damals sehr modernen Bigband von Lionel Hampton gespielt (etwa auf der Charlies Mingus-Komposition ein hammergeiles Bop-Solo gespielt) und war in den Bands von Ma Roach und Art Blakey gewesen.
Außerdem gehörte er zu jenen Musikern, die auch als Komponist von exzellenten Stücken bis heute in den Programmen der Musiker auftaucht, etwa dem legendären "Blue Bossa". Auf dieser Scheibe spielt auch Joe Henderson mit, den er entdeckt und in seine Band geholt hatte.
Cetay (inaktiv) (09.10.2020, 11:51): Ich höre mich gerade chronologisch durch die Diskographie von Judas Priest. Anlass war, dass mir die brandneue Autobiographie von Sänger Rob Halford auf dem Kindle empfohlen wurde, ich mir -obwohl ich kein allzugrosser Fan bin- die Leseprobe heruntergeladen habe, dann weiterlesen wollte und das Buch gekauft habe und dann nicht mehr aufhören konnte. Ich hab das Ding in einem Rutsch gelesen und mächtig Lust bekommen, all die erwähnte Musik mal wieder -oder teilweise erstmalig- zu hören. Das Buch hätte eine Besprechung verdient, aber ich bin zu faul. Vielleicht wenn ich die 15 Priest-Alben mit Halford und die 4 Halford-Alben ohne Priest durch habe... Inzwischen bin ich bei Album Nr. 6 angelangt. Das gefiel mir wegen der allzu banalen Mitgröhl-Melodien noch nie sonderlich und das hat sich auch mit der neuen Hörmotivation wenig geändert:
Judas Priest; British Steel (1980)
Philidor (09.10.2020, 15:16): Frisch vom "Preis der deutschen Schallplattenkritik" mit dem Jahrespreis 2020 ausgezeichnet:
Carla Bley: Life goes on
Carla Bley, piano Andy Sheppard, sax Steve Swallow, bass
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (11.10.2020, 15:52):
Aus der Box : "Tubbs" AD: 1961
Tubby Hayes (Tenorsax) - Terry Shannon (Klavier) - Jeff Clyne (Bass) - Bill Eyden (Drums)
Das ist aufgeklärter Jazz, den ich stilistisch etwa mit Moderner Swing/Hard Bop vergleichen würde. Hayes war der ZWEITE britische Jazzmusiker, der (ab 1961) regelmäßig in den USA spielte. Damit war er noch VOR Victor Feldman etwa. Wikipedia hat da übrigens Mist geschrieben, denn er war NICHT der Erste gewesen, das war George Shearing. Er ging bereits 1946 in die USA, und wurde 1955 sogar Amerikanischer Staatsbürger.
Anschließend : "Tubbs in NY" SD: 1961
Clark Terry (Trompete) - Tubby Hayes (Tenorsax) - Eddie Costa (Vibes) - Horace Parlan (Klavier) - George Duvivier (Bass) - Dave Bailey (Drums)
Hier nun eine der Scheiben, die Hayes in den USA eingespielt hat. Hier mit Clark Terry und Horace Parlan etwa. Beide passten hervorragend zu Hayes, wie ich finde. Dazu das erstklassige Begleit-Team Duvivier/Bailey. Eine sehr schöne Scheibe, wie ich finde.
Cetay (inaktiv) (13.10.2020, 10:44):
Jens Johansson; Fission (1997) Mike Stern (Gitarre), Shawn Lane (Gitarre), Jens Johansson (Synthesizer, Synth-Bass, Orgel, Klavier, Saxophon), Anders Johansson (Schlagzeug)
Bei der Besetzung muss man sich zweimal die Augen reiben. Mike Stern wurde einem größeren Publikum bekannt, als er Anfang der 80er in die Band von Miles Davis -bei dessen Comeback nach mehrjähriger Pause- berufen wurde. Allerdings war die Kritik seinerzeit nicht begeistert und der Maestro auch nicht immer. Ich habe damals im TV einen Auftritt gesehen, bei dem Miles den Gitarristen mitten im Solo mit einer unwirschen Handbewegung zum Abbruch bewegte. Geschadet hat es ihm nicht. Wie fast jeder Miles-Alumni verkaufte Stern anschliessend Platten wie geschnittenes Brot. Shawn Lane brachte sich das Gitarrespielen im Alter von 10 Jahren selbst bei und begann als 12-13jähriger zu üben wie ein Besessener. Er entwicklete sich rasant und war bald als Wunderkind bekannt. Mit 15 wurde er Gitarrist der berühmten, wenn auch schon jenseits Zenits angelangten Südstaaten-Band Black Oak Arkansas. Leider kam es zu keinen Plattenaufnahmen, weil die Gruppe in den 4 Jahren seiner Mitgliedschaft ständig auf Tournee war. Lane verfügte über technische Fahigkeiten, die an Hexerei grenzten. Nach chronischer Krankheit mit schweren Medikamenten-Nebenwirkungen starb er im Alter von 40 Jahren. Jens Johansson hat in veschiedenen Metal-Gruppen gespielt und gilt in der Szene als einer der besten Keyboarder. Ich bin begeistert von seinem Synthi-Sound, der einen sehr hohen Wiedererkennungswert besitzt. Er holt aus seinem digitalen Equipment einen wunderbar warmen Analogklang heraus, der irgendwo zwischen E-Gitarre und Holzblasinstrument liegt. Die Single Notes haben eine Art Ansatzgeräusch, das entfernt an Klappen erinnert. Eine gewisse Verwandtschaft zum guten alten vordigitalen Minimoog-Sound, wie er von Jan Hammer oder Chick Corea in den frühen 70ern kreiert wurde, ist nicht von der Hand zu weisen. Neben seinen Soli wartet Jens mit innovativen Klanglandschaften -mal an der Grenze zum spaceigen Ambient, mal dezent technoid- auf, die diese Musik weit über Fusion-Massenware hinausheben. Bemerkenswert sind auch die rasanten, verwinkelten Bassläufe, die er programmiert. Das ist von einem echten E-Bassisten kaum noch zu unterscheiden. Anders Johansson ist Jens' Bruder und ebenfalls hauptamtlich im Metal tätig. Beide sind Söhne von Jan Johansson, einem der bekanntesten skandinavischen Jazzpianisten. Mit diesen Genen haben sie immer wieder Ausflüge in den Jazz/Fusion-Bereich unternommen. Sechs Platten haben sie gemeinsam gemacht und Fisson ist eine davon. Die anderen habe ich mittlerweile auch gehört und bin höchst entzückt. Wahrend ich die Art von Metal, die Johanssons Bands (u.a. Hammerfall, Stratovarius, Sonata Arctica) machen, einfach nur blöd finde, ist die Heavy Fusion, die sie in den Bruderprojekten machen, ganz meine Kragenweite.
Webster Young (Kornett) - Ray Draper (Tuba) - Jackie McLean (Altsax) - Gil Coggins (Klavier) - George Tucker (Bass) - Larry Ritchie (Drums)
So, hier mal sehr eigenwilliger Hard Bop mit ungewöhlnicher Besetzung, aber auch Musikern, die nur selten auf Blue Note (außer McLean natürlich) oder Prestige aufgetaucht sind. Webster Young war neben Nat Adderley der einzige moderne Blechbläser, der nicht (oder nur sehr selten) zwischen Trompete, Flügelhorn oder Kornett gewechselt ist. Ebenfalls ungewöhnlich noch damals, dass man die Tuba als Solo-Instrument verwendete -und ich muss sagen, dass sie mir nicht wirklich dahin gehört, auch wenn es später wirklich ausgezeichnete Tubisten gegeben hat (und noch immer gibt), die auch solistisch hervorragend waren, bzw. noch sind. Vor allem wurde sie damals oftmals noch nicht überzeugend eingefangen von den Tontechnikern. Die tiefe Lage ist einfach zu massiv abgemischt worden.
Gil Coggins spielte bis 1957 mit Miles Davis (er war auf der ersten und zweiten Einspielung von Miles Davis für das Laben "Blue Note" mit dabei 1952 und 1953), Sonny Rollins (ab 1957), Lester Young und John Coltrane. Er galt als exzellenter Hard Bop-Pianist, der aber nur selten zu Aufnahmen Gelegenheit bekam. Entsprechend lief er unter dem Radar oftmals durch.
Ray Draper (1940-1982) studierte an der berühmten "Manhattan School of Music" und in New York. Als "musikalisches Wunderkind" wirkte er 1957/58 bei Jackie McLean, Max Roach (58/59) und Don Cherry mit. In dieser Zeit machte er einige Aufnahmen, bei denen er als Solist quasi erstmals die Tuba auch im modernen Jazz einsetzte. Vor ihm tat das nur Bill Barber, aber er wirkte nicht als Solist mit. Die Tuba wurde aber bereits Mitte der 1940-er Jahre in einigen Bigbands eingesetzt, etwa bei Tommy Dorsey (Joe Parks), Claude Thornhill (Bill Barber) oder der berühmten "Bird of the Cool"-Scheibe von Miles Davis (Bill Barber).
Draper konnte diesen Anfangserfolg nie wieder erreichen, da auch ihn die Drogensucht jahrelang niederstreckte. Einige Comeback-Versuche sind oftmals wieder gescheitert. 1982 wurde er bei einem Raubüberfall ermordet. Fast schon typisch, dass er auch hier an einige Kollegen wie Wardell Gray, Lee Morgan oder Abert Ayler anschloss. In diversen Lexika wird er immerhin erwähnt. Selbst Joachim Ernst Berendt erwähnte ihn nicht ein einziges Mal in seinem "Das Jazzbuch", das übernahm erst Günter Huesemann, als er 1990 Berendts Werk fortsetzte erstmals.
Anschließend dann "Jackie's Bag" AD : 18.01.1959 (Titel 1-3), Hackensack, New Jersey, und 01.09.1960 (Titel 4-6) , Englewood Cliffs, New Jersey Van Gelder-Studio "Blue Note"
Besetzung 1-3 : Donald Byrd (Trompete) - Jackie McLean (Altsax) - Sonny Clark (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Philly Joe Jones (Drums)
Besetzung 4-6 : Blue Mitchell (Trompete) - Jackie McLean (Altsax) - Tina Brooks (Tenorsax) - Kenny Drew (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Art Taylor (Drums)
Nun wieder im berühmten Tonstudio Rudy Van Gelders quasi "Zuhause" angekommen, sind auch prompt wieder die üblichen Verdächtigen vertreten. Allerdings finde ich das Album auch Dank der zwei verschiedenen Besetzungen abwechslungsreicher als das vorherige Album mit der unkonventionellen Besetzung (die ich sonst immer sehr gerne habe).
Maurice inaktiv (14.10.2020, 11:32):
Jackie McLean : "New Soil" AD; 02.05.1959, Hackensack, New Jersey Van Gelder-Studio "Blue Note"
Donald Byrd (Trompete) - Jackie McLean (Altsax) - Walter Davis,jr. (Klavier) - Paul Chambers (Bass) - Pete LaRoca (Drums)
Das Original-Album hatte fünf Stücke zu bieten, von denen vier von McLean und eines von Pianist Davis stammen. Die Wiederveröffentlichung der CD brachte noch ein sechstes Stück dazu: "Formidable". Seine Erfahrungen auch mit dem Rhythm & Blues kann man im Stück "Greasy" deutlich hören.
Pianist Walter Davis,jr. gehört zu den vielen Pianisten, die zwar eine erstklassige Vita, aber trotzdem nie den ganz großen Erfolg vorweisen konnten. So spielte er in seiner Karriere mit Charlie Parker, Max Roach, Dizzy Gillespie, Donald Byrd, Art Blakey (mehrfach), Sonny Rollins, Archie Shepp und Sonny Criss. Er wirkte noch 1989 mit Blakeys "Jazz Messengers" auf den Leverkusener Jazztagen mit. Er soll von 1953 bis 1989 an 90 Aufnahme-Sessions teilgenommen haben. Das nenne ich eine deutliche Hausnummer. Dass so jemand zwischendurch als Schneider (!!!) sein Geld verdienen musste, ist schon erstaunlich. Er war auch an Cint Eastwoods Film "Bird" beteiligt.
Jackie McLean spielte von 1959 bis 1967 21 Alben für das Label "Blue Note" ein, um mal eine Hausmarke zu nennen. Sein Sohn René wurde auch Altsaxophonist und dürfte dem ein oder anderen User bekannt sein. hier nun eines seiner vielleicht besten Alben, die er für "Blue Note" machte.
Anschließend :
"Swing, Swang, Swingin' AD: 02.101959 , Englewood Cliffs, New Jersey Van Gelder-Studio "Blue Note!
Jackie McLean (Altsax) - Walter Bishop (Klavier) - Jimmy Garrison (Bass) - Art Taylor (Drums)
Hier nun ein Album ohne zweiten Bläser, und auch ein Album, was nur in Japan auch als CD veröffentlicht worden ist. Einen Grund dazu konnte ich nicht herausfinden. Inzwischen ist es zum Glück auch bei uns erhältlich, und das ist auch gut so. Der einzige Unterschied bestand daraus, dass Van Gelder zwischen den beiden Alben "New Soil" und "Swing, Swang, Swingin' " mit seinem Studio umgezogen ist.
Eine insgesamt gelungene Doppel-CD, die ich jedem ans Herz legen kann, der bisher nur wenig mit Jackie McLean zu tun hatte. Er ist recht bluesig bei aller modern geprägter Stilistik. Später hatte er auch Tendenzen zum freien Spiel, ohne aber die Basis des Hard Bop zu verlassen.
Maurice inaktiv (14.10.2020, 13:58):
Coleman Hawkins : "The High and Mighty Hawk" AD: 18./19.02.1958, New York Felsted
Buck Clayton (Trmpete) - Coleman Hawkins (Tenorsax) - Hank Jones (Klavier) - Ray Brown (Bass) - Mickey Sheen (Drums)
Hier liegt ein Album vor, was durch exzellentes Spielen aller Musiker, aber auch dem tiefenentspannten Spiel von allen Beteiligten irgendwie sofort ins Ohr sticht, wenn man zuvor sich im "reinen" Hard Bop aufgehalten hat. Ja, das hier ist auf der einen Seite "Old School", aber es entspricht dem Leitsatz von Duke Ellington "it don't mean a Thing, if it ain't got that Swing" in wirklich völliger Art und Weise. Im Hard Bop klingt das oftmals härter, aber auch kälter, was natürlich auf den Bebop und das fast völlig vibratolose Spiel der Bläser zurück zu führen ist.
Dabei ist auch fast das ganze Album "Coleman Hawkins and Conféres AD: 07.02.1958 , New York Verve
Roy Eldridge (Trompete) - Coleman Hawkins (Tenorsax) - Hank Jones (Klavier) - George Duvivier (Bass) - Mickey Sheen (Drums)
Es fehlen die beiden ersten Stücke des Albums, die am 16.10.1957 aufgenommen wurden.
"Sunday" ist ein Klassiker, den Coleman und Roy immer wieder gerne gespielt haben.
Maurice inaktiv (16.10.2020, 13:45):
Chubby Jackson : Chubby Takes Over AD: 25.-28.07.1958 & 01.08.1958 , New York
Es gibt weder im Booklet, was den Namen nicht verdient hat, noch sonst im Netz irgendwelche Angaben zu dieser CD, denn sie war niemals für den freien Verkauf bestimmt, also eine sog. "Promo-CD". Doch wer mein Archiv unterschätzt, der macht da einen großen Fehler. Daher kann ich zumindest Besetzung und Aufnahmedaten präsentieren.
Es ist außerdem eine exzellent aufgenommene Bigband-CD, die in der Tradition der Bigbands von Woody Herman und auch ein wenig Count Basie steht.
Ernie Royal, Bernie Glow, Irving Markowitz, Al Stewart, Nick Travis - Trompeten bei manchen Titeln ersetzt Joe Ferrante Bernie Glow Lead dürften Glow und Royal gespielt haben Bob Brookmeyer (Ventl-Posaune), Jim Dahl, Bill Elton, Tom Mitchell - Posaunen bei einigen Stücken hat Dick Hixon (Posaune) für Mitchell den Bass-Posaunen-Part übernommen Sam Marowitz (Lead-Alto), San Most (Alt, Klarinette, Flöte) Al Cohn, Pete Mondello (Tenorsax) Danny Bank (Baritonsax) Marty Napoleon (Klavier) Chubby Jackson (Bass) Don Lamond (Drums)
Solistisch kann man Bob Brookmeyer, Al Cohn, Marty Napoleon, Don Lamond und wohl die Trompeter Ernie Royal und Nick Travis hören
Maurice inaktiv (16.10.2020, 14:12):
Johnny Griffin : The Riverside Collection
"J.G.'s Studio Jazz Party AD: 07.09.1960 , NYC "Riverside"
Dave Burns (Trompete) - Johnn Griffin (Tenorsax) - Norman Simmons (Klavier) - Victor Sproles (Bass) - Ben Riley (Drums)
Das hier ist einfach ganz hervorragender Live-Jazz, bei dem die Post abgeht (etwa bei "Toe-Tappin'" von Dave Burns, dem einzigen Stück, was kein Standard ist), oder es auch mal ruhig zugeht ("You've Changed"). Es ist auch toll, dass hier mal nicht die üblichen Verdächtigen spielen, sondern Musiker, deren Namen einem nicht unbedingt sofort was sagen.
Dave Burns (1924-2009) habe ich hier schon einige Male erwähnt. Nur kurz: Er spielte in den Bigbands von Dizzy Gillespie und kurz bei Duke Ellington, dann bei James Moody und ab 1961 mit Al Grey/Billy Mitchell. Zwei Alben bei "Vanguard Records" machte er ebenso.
Norman Simmons (*1929) galt als Begleiter für etwa Dinah Washington, Dakota Staton, Ernestine Anderson, Carmen McRae, Betty Carter, Anita O' Day, Helen Humes und ab 1979 viele Jahre für Joe Williams als wichtiger Musiker. Ab 1959 war er Arrangeur für die Plattenfirma "Riverside", und eben dort auch oft als Pianist tätig, so auch hier.
Victor Sproles (1927-2005) arbeitete für Red Rodney, Chet Baker, Stan Getz, dem frühen Sun Ra, Art Blakey (kurz), Lee Morgan, Andre Hill, Clark Terry, Buddy de Franco und Carmen McRae.
Ben Riley (1933-2017) dürfte vor allem als Drummer von Thelonious Monk und später Charlie Rouse (mit dem er bei Monk zusammen spielte) bekannt sein. Doch er spielte auch mit Sonny Rollins, Woody Herman, Johnny Griffin, Stan Getz, Billy Taylor, Earl Hines, Hank Jones, Clark Terry, Barry Harris, Alice Coltrane und Ron Carter. Er war nach John Lord von 1958 bis 2013 an 32 Aufnahmesessions teil. Viele Grüße sendet Maurice
Maurice inaktiv (16.10.2020, 15:26):
Johnny Griffin : The Riverside Collection
"J.G.'s Studio Jazz Party AD: 07.09.1960 , NYC "Riverside"
Dave Burns (Trompete) - Johnn Griffin (Tenorsax) - Norman Simmons (Klavier) - Victor Sproles (Bass) - Ben Riley (Drums)
Das hier ist einfach ganz hervorragender Live-Jazz, bei dem die Post abgeht (etwa bei "Toe-Tappin'" von Dave Burns, dem einzigen Stück, was kein Standard ist), oder es auch mal ruhig zugeht ("You've Changed"). Es ist auch toll, dass hier mal nicht die üblichen Verdächtigen spielen, sondern Musiker, deren Namen einem nicht unbedingt sofort was sagen.
Dave Burns (1924-2009) habe ich hier schon einige Male erwähnt. Nur kurz: Er spielte in den Bigbands von Dizzy Gillespie und kurz bei Duke Ellington, dann bei James Moody und ab 1961 mit Al Grey/Billy Mitchell. Zwei Alben bei "Vanguard Records" machte er ebenso.
Norman Simmons (*1929) galt als Begleiter für etwa Dinah Washington, Dakota Staton, Ernestine Anderson, Carmen McRae, Betty Carter, Anita O' Day, Helen Humes und ab 1979 viele Jahre für Joe Williams als wichtiger Musiker. Ab 1959 war er Arrangeur für die Plattenfirma "Riverside", und eben dort auch oft als Pianist tätig, so auch hier.
Victor Sproles (1927-2005) arbeitete für Red Rodney, Chet Baker, Stan Getz, dem frühen Sun Ra, Art Blakey (kurz), Lee Morgan, Andre Hill, Clark Terry, Buddy de Franco und Carmen McRae.
Ben Riley (1933-2017) dürfte vor allem als Drummer von Thelonious Monk und später Charlie Rouse (mit dem er bei Monk zusammen spielte) bekannt sein. Doch er spielte auch mit Sonny Rollins, Woody Herman, Johnny Griffin, Stan Getz, Billy Taylor, Earl Hines, Hank Jones, Clark Terry, Barry Harris, Alice Coltrane und Ron Carter. Er war nach John Lord von 1958 bis 2013 an 32 Aufnahmesessions teil.
tapeesa (16.10.2020, 16:08): Irish Folk Songs - Irish Jigs and Reels
Philidor (16.10.2020, 16:17): Angeregt durch Xarddams Frage:
Antonio Vivaldi: The 4 Seasons A colourful reinvention of a baroque masterpiece
Red Priest - Piers Adams - Blötflocke - Julia Bishop - Violine - Angela East - Violoncello - Howard Beach - Cembalo
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (17.10.2020, 13:01):
Herbie Hancock : My Point of View AD: 19.03.1963 , Englewood Cliffs , New Jersey Van Gelder-Studio
Donald Byrd (Trompete) - Grachan Moncur III (Posaune) - Hank Mobley (Tenorsax) - Grant Green (Gitarre) - Herbie Hancock (Klavier) - Chuck Israels (Bass) - Tony Williams (Drums)
Das Album ist seine zweite Einspielung für "Blue Note". Hier hört man eine Mischung aus Hard Bop und Soul Jazz. So ist das Eröffnungsstück der Versuch, den Erfolg von "Watermelon Man" zu wiederholen ("Blind Man, Blind Man"). Hancock hat immerhin am Sound der Musik durch die Hinzunahme von Posaune und Gitarre (bei zwei Stücken nur die Gitarre) verändert.
Insgesamt lässt sich das Album gut anhören, eine Art "Tiefenwirkung" hat es aber nicht. Ob man es schon unter dem Begriff "Kaufhaus-Musik" einstufen sollte ? Nein, denn dafür ist es dann doch noch besser als das Gedudel im Kaufhaus.
Kleine Geschichte zu Posaunist Grachan Moncur II (*1937) : Sein Vater, der die "Nummer II" war, spielte Kontrabass in der Band "Savoy Sultan's", die in den späten 1930-er, frühen 1940-er Jahren eine sehr erfolgreiche Combo im berühmten Savoy Ballroom waren. Diese Band hatte einen außergewöhnlichen Drive und Ensembleklang, der so mancher bekannten Band im Savoy sehr zusetzte und einheizte. Moncur III spielte von 1961-1963 in der Begleitband von Ray Charles, also auch während der Einspielungen dieser Platte.
Dann weiter mit :
Clifford Brown/Max Roach : At Basin' Street East AD: 16.02.1956 & 04.01.1956 , NY
Clifford Brown (Trompete) - Sonny Rolins (Tenorsax) - Richie Powell (Klavier) - George Morrow (Bass) - Max Roach (Drums)
Bei meiner CD sind 13 der 15 Stücke drauf, die damals aufgenommen wurden. Die beiden Stücke sind eigentlich nur ein Stück was fehlt, da ein Take nach wenigen Sekunden wieder abgebrochen wurde ("Love is a Many-Spendored Thing"), daher für mich nicht wirklich wichtig.
Das Album an sich wurde zu den " 17 Essential Hard Bop Recordings" gezählt, also ein musikhistorischer Meilenstein. Rund sechs Monate später waren Brown und Powell tot.......
Maurice inaktiv (19.10.2020, 11:51):
Stan Getz & Chet Baker : Line for Lions AD: 18.02.1983 , Stockholm, Schweden Live
Chet Baker (Trompete, Gesang) - Stan Getz (Tenorsax) - Jim McNeely (Klavier) - Jirvi George Mraz (Bass) - Victor Lewis (Drums)
Ein schönes Konzert der beiden "coolen" Giganten. So langsam werde ich auch mit Baker warm. Es hat ja auch lange genug gedauert. Mit Jim McNeely sitzt der heutige Chef der HR_Bigband am Klavier.
Cetay (inaktiv) (20.10.2020, 11:24):
Status Quo; Blue for you (1976)
Es gibt wohl keinen Zweifel mehr, dass sich meine Musikkonsum-Ambitionen mit zunehmendem Alter rasant zurückentwickeln. Quo habe ich mit 14 noch als primitiv verworfen. Heute machen mir diese hart rockenden, immergleichen Boogie-Riffs einfach Spass. Ein paar Feinheiten gibt es durchaus. Wurde bei der ungewöhnlich schnellen Auftaktnummer vorausgeahnt, dass der Punk-Rock in der Luft lag? Sind manche zum Rest des Songs völlig beziehungslosen Intros nicht feiner Humor, gerade weil dann doch wieder ein Allerweltsriff kommt? Ist die längere Schlussnummer mit Tempowechsel eine leichte Verneigung vor dem blühenden Prog-Rock? Egal! Entscheidend ist, dass diese Musik heute in mein Schwarzes tifft und eine erhebende Qualität hat.
Maurice inaktiv (21.10.2020, 00:28):
Charlie Christian : Minton's Playhouse 1941 (diese Aufnahmen wurden unter diversen Namen und Labels veröffentlicht)
DAS sind jene legendären Aufnahmen, die der Amateur und Musikfreund Jerry Newman im Mai 1941 aus dem legendären "Minton's Playhouse" mit einem portablen Aufnahmegerät aufgenommen hat. Ihm ist es zu verdanken, dass man quasi direkt und live an der Entstehung des modernen Jazz beteiligt war. Es gibt über die Musiker-Besetzungen diverse Variationen, auch sind nicht alle Takes vollständig.
Was man aber heraushören kann ist der großartige Gitarrist Charlie Christian, der immer Montags Abends die ganze Nacht durchspielte. Und WIE er spielte !! Er ist hier der absolute Meister, da kommen weder der junge Dizzy Gillespie, noch Thelonious Monk mit. Drummer ist in der Regel Kenny Clarke, der hier bereits seine Breaks auf der Snare Drum und seine "Bombs" auf der Bass Drum spielt. Tenorsax spielen Chu Berry, Don Byas und Kermitt Scott.
Neben Monk und Bud Powell spielte öfter auch der Pianist Kenny Kersey im Kreise der Musiker mit. Kersey, der kein völlig unbekannter Pianist war, konnte man auch im Laufe der nächsten Jahre immer mal wieder im Bop-Kreis hören. Das galt auch für den Trompeter Joe Guy. der mit Dizzy damals sehr a la Roy Eldridge spielte.
Bass spielte in der Hausband Nick Fenton. Über ihn ist nur sehr wenig bekannt geworden. Weder Geburtsjahr noch Todesjahr sind wirklich bekannt.
Natürlich kamen eine Menge erstklassiger Musiker dazu, etwa Ben Webster Coleman Hawkins, Lester Young, Drummer Harold "Doc" West, aber auch Charlie Parker später, der Trompeter Hot Lips Page.....
Man kann nicht alle Musiker wirklich noch nachverfolgen. Es ist auch unklar, wie viele Abende Jerry Newman noch mitgeschnitten hat, und wenn, ob irgendwo diese Aufnahmen vor sich hin schlummern. Denn wer so ein modernes, teures Gerät kauft, will es auch einsetzen.
Bei einem Stück scheint mir nicht Kenny Clarke zu spielen, auch wenn der Drummer in einem ähnlichen Stil wie Clarke spielte. Auch kommt der Bass kaum zur Geltung. Daher vermute ich hier einen anderen Abend. Es scheint mir auch ein Altsaxophonist mitzuspielen ("Lips Flips"). Hier ist der Trompeter auch Hot Lips Page, was schon der Titel-Name alleine aussagt.
Die Stücke basieren auf Standards, wurden aber harmonisch moderner gespielt, etwa mit Durchgangsakkorden. "Swing to Bop" ist eigentlich "Topsy" aus der Basie-Band, was auch mit dem Sound des Tenoristen (es müsste Don Byas sein) hinkommen müsste.
Bei mir sind nur vier Stücke aus dem "Playhouse" dabei. Ab Titel Nr.6 sind wir im Jahre 1945 bereits angekommen. "Blue'n Boogie", "Hot House", "Groovin' High", "Dizzy Atmosphere" und "All the Things you're" fanden mit Dizzy Gillespie statt.
Cetay (inaktiv) (21.10.2020, 03:10): @Cetay
Jo, ich als immer selbst rumrockender Gitarrist, hatte Quo auch primitiv gefunden und sie als ACDC für arme bezeichnet. Mittlerweile macht mir der Rockboogie einfach hin und wieder Spass. Sehr empfehlen kann ich neben dem von Dir gehörten auch noch die Alben: Hello!, On The Level und Quo.
Ich habe mich diese Nacht mit einer halben Flasche Cognac und zahllosen Dosen Bier (ich Umweltsau!) im Kopf bis zu Piledriver von 1971 zurückgehört und fand Ouo herausragend. Die liegt nochmal zwei Lagen oberhalb des blauen Albums. Ungeschliffener, leidenschaftlicher, sowohl liedschreiberisch als auch klanglich variabler, insgesamt ambitionieter mit längeren Gitarrensoli, mit Perkussionseinlagen, Solopunkten von Honky-Tonk Piano und Mundharmonika, Einsatz von akustischen Gitarren ... das ist gut gemacht, aber bleibt 100% unverwässerte alte Quo. Die Scheibe strömt gerade wieder und ist auch ausgenüchtert eine Ohrenweide. :thumbsup:
Status Quo, Quo (1974)
Maurice inaktiv (21.10.2020, 18:34):
Heute wäre Dizzy Gillespie 103 Jahre alt geworden. Am 21.10.1917 geboren, ging er den harten Weg durch die kleinen und größeren Bigbands in der Zeit von 1935 bis 1945, ehe er selbst zum Bigband-Leader wurde. Nach Louis Armstrong und vor Miles Davis und Wynton Marsalis, war er vermutlich der größte Botschaft des Jazz, eben mit Louis Armstrong und Duke Ellington zusammen.
Diese tolle Platte war eine der besten Studio-Einspielungen damals gewesen. Die Bonus Tracks hier haben nichts mit den Aufnahmen zu "For Musicians Only" zu tun.
Happy Birthday, Dizzy !! Du fehlst uns sehr !!
tapeesa (23.10.2020, 10:29): Anat Fort Trio - And If
Maurice inaktiv (24.10.2020, 22:44): Ja, Du hast recht. Wow! Merci, Marcie !! ;)
Sonny Berman : "Woodchopper's Holiday AD: 25.01.1946 & Jan.-Juni 1946 teilweise live
Besetzung Titel 01-04 :
Sonny Berman, Irving "Marky" Markowitz (Trompeten) - Earl Swope (Posaune) - Al Cohn (Tenorsax) - Serge Chaloff (Bariton Sax) - Ralph Burns (Klavier) - Eddie Safranski (Bass) - Don Lamond (Drums)
Auch wenn sie spielen und klingen, als wäre es eine "Band within tihe Band" der Woody Herman First Herd ist es eine reine Session-Besetzung. Während Earl Swope, Al Cohn und Serge Chaloff erst später zu Woody Herman kamen (alle in die berühmte 2nd Herd mit Stan Getz und Zooz Sims), haben sie sich hier bereits bestens präsentiert. Beide Trompeten waren in der First Herd dabei, Ralph Burns war für beide Herman-Bands verantwortlich, in der ersten als Pianist und Arrangeur, dann nur noch als Arrangeur. Don Lamond spielte in beiden "Herden" mit. Nur Eddie Safranski borgte man sich aus der Stan Kenton Band aus.
Besetzung Titel 05-14 :
Sonny Berman (Trompete) - Bill Harris (Posaune) - Woody Herman (Karinette, Gesang) - Flip Phillips )Tenorsax) - Red Norvo (Vibes) - Tony Aless & Jimmy Rowles (Klavier) - Billy Bauer (Gitarre) - Chubby Jackson (Bass) - Don Lamond (Drums)
Hier nun eine reguläre "Band within the Band" der First Herd im letzten Jahr ihrer Existenz (1946). Jimmy Rowles übernahm im Laufe des Jahres den Platz von Tony Aless am Klavier, Chubby Jackson wurde dann von Joe Montragon abgelöst.
Beide Besetzungen lassen schon deutlich den Bop erklingen. Leider war Sonny Berman ein absoluter Junkie gewesen und setzte sich bereits im Januar 1947 eine tötliche Dosis. Damit starb ein damals großes Talent bereits mit 23 Jahren. Und er spielte bereits mit einigen bekannten Bigbands bis dahin. Leider kennt ihn heute kein Mensch mehr. Er ging unter, unter den vielen großartigen Musikern, die sich damit selbst zugrunde richteten.
Maurice inaktiv (24.10.2020, 23:23):
Paul Quinichette : For Basie AD: 18.10.1957, Hackensack, New Jersey Van Gelder-Studio
Shad Collins (Trompete) - Paul Quinichette (Tenorsax) - Nat Pierce (Klavier) - Freddie Green (Gitarre) - Walter Page (Bass) - Jo Jones (Drums)
Ja, auch Swing nahm der gute Rudy Van Gelder in seinem Studio auf. Und hier geht auch richtig die Post ab. Alle Musiker haben so etwas wie eine Basie-Vergangenheit, wobei Nat Pierce den Namen "Der weiße Count Basie" bekam. Er konnte auch anders spielen (wenn auch immer mit dem gewissen Basie-Touch; etwa bei Woody Herman 1951-1955 & 1961-1966), doch selbst für Basie sprang er immer mal wieder ein, etwa 1976/77, als dieser einen Herzinfarkt hatte.
Shad Collins war sicher kein bekannter oder stilbildender Solist gewesen, aber er konnte verdammt gut spielen. Er saß etwa 1935 in der Band von Teddy Hill, zu der gerade ein gewisser John Birks Gillespie kam. 1939/40 saß er dann neben Ed Lewis, Harry Edison und Buck Clayton im Trompetensatz von Count Basie. Er hatte etwa einen Misch-Stil, indem er Harry Edison und Buck Cayton zusammenwarf und mixte.
Paul Qunichette spielte vor seiner Zeit mit Basie einige Jahre in der anderen Band aus Kansas City, bei Jay McShann Also jenen Band, in der auch Charlie Parker spielte. Allerdinsg war dieser bereits weg als der gute Paul in die Band kam. Doch mit ihm spielten der Bassist Gene Ramey und Drummer Gus Johnson bei McShann, die beide auch bei Basie spielen sollten - mit Paul Quinichette zeitweise zusammen.
Mit Freddie Green, Walter Page und Jo Jones war dann auch noch die original Ryhthm Section der ersten Basie-Band mit dabei. Das konnte nur verdammt heiß und swingend werden.
Alle Titel stammen aus der Basie-Band. Alle Musiker kommen ausführlich zu Wort, wobei Walter Page sich solistisch weitgehend im Hintergrund bewegt, dafür aber seine prägnante Bass-Linie wunderbar erklingen lässt. Seinen voluminösen Ton richtig abzumischen dürfte nicht einfach gewesen sein, aber für den Rudy natürlich kein Problem.
Cetay (inaktiv) (25.10.2020, 02:52):
Charlie Christian : Minton's Playhouse 1941 (diese Aufnahmen wurden unter diversen Namen und Labels veröffentlicht)
DAS sind jene legendären Aufnahmen, die der Amateur und Musikfreund Jerry Newman im Mai 1941 aus dem legendären "Minton's Playhouse" mit einem portablen Aufnahmegerät aufgenommen hat. DIESE Aufnahmen kannte ich bislang nicht. Das wird gerade geändert und ich könnte im Viereck rumspringen. Was für eine lustvolle, mitreißende Spielfreude. Es herrscht Aufbruchstimmung. Großartig! 11 von 10 Punkten.
Maurice inaktiv (25.10.2020, 13:05): DIESE Aufnahmen kannte ich bislang nicht. Das wird gerade geändert und ich könnte im Viereck rumspringen. Was für eine lustvolle, mitreißende Spielfreude. Es herrscht Aufbruchstimmung. Großartig! 11 von 10 Punkten. Es ist halt eine Jam Session, dort wollen die Musiker sich ja anstacheln, ausspielen und die Zuhörer auf ihre Seite bringen. Dass dabei manchmal historisch wertvolles "Material" zustande gekommen ist, ist reiner Zufall, so wie in diesem Fall auch.
Der Kreis dieser Musiker war auch weitaus größer, als man das heute denken würde. Auch ging das durch verschiedene Städte hindurch, es wae nicht nur New Yorrk gewesen. Die ganze Gegend um Kansas City herum war aich ein sehr sehr wichtiger Einfluss gewesen. UND : die sogenannten "Territory Bands", also jene Bands, die niemals Platten aufgenommen haben, in denen aber fantastische Musiker gespielt haben.
Alleine in Kansas City gab es Bennie Moten, Walter Page's "Blue Devils", die dann fast alle zu Moten gingen. Moten war die direkte Vorgängerband des späteren Count Basie Orchesters gewesen. Harland Leonhard, in der Charlie Parker spielte, Jay McShann, in der die späteren Basie-Musiker Gus Johnson, Gene Ramey und Paul Quinichette spielten, in der Charlie Parker erstmals durch Soli auf Platten bekannt wurde, in der Benny Bailey (später bei Dizzy, Lionel Hampton, Quincy Jones, Max Greger), Willie Cook (später mit Dizzys Bigband, Duke Ellington, Count Basie), die Sänger Al Hibbler (auch mit Ellington unterwegs dann), Walter Brown, Jimmy Witherspoon etwa.....
Man könnte noch sehr viele Namen dazu geben.....
Maurice inaktiv (26.10.2020, 09:59): Ohne Bild :
Coleman Hawkins : From Swing to Bop : Bean Stalking AD: 1944-1945 aus der "History"-Serie
Titel 01-04 : Charlie Shavers (Trompete) - Edmond Hall (Klarinette) - Coleman Hawkins (Tenorsax) - Clyde Hart (Klavier) - Tiny Grimes (Git.) - Oscar Pettiford (Bass) - Denzil Best (Drums) AD: 27.07.1944, New York
Titel 05-07 : Jonah Jones (Trompete) - Eddie Barefield (Klarinette, Altsax) - Hilton Jefferson (Altsax) - Walter "Foots" Thomas, Coleman Hawkins (Tenorsax) - Clyde Hart (Klavier) - Bass ?? - Cozy Cole (Drums) AD : 11.10.1944, New York
Titel 08-11 : Buck Clayton (Trompete) - Coleman Hawkins (Teborsax) - Teddy Wilson (Klavier) - Slam Stewart (Bass) - Denzil Best (Drums) AD: 12.10.1944, New York
Titel 12-15 : Charlie Shavers (Trompete) - Coleman Hawkins (Tenorsax) - Teddy Wilson (Klavier) - Billy Taylor (Bass) - Denzil Best (Drums) 18.10.1944, New York
Titel 16-19 : Coleman Hawkins (Tenorsax) - Thelonious Monk (Klavier) - Edward "Bass" Robinson (Bass) - Denzil Best (Drums) AD: 19.10.1944, New York
Titel 20-22 : Howard McGhee (Trompete) - Coleman Hawkins (Tenorsax) - Sir Charles Thompson (Klavier) - Edward "Bass§ Robinson (Bass) - Denzil Best (Drums) AD: 11.01.1945, New York
Vielleicht mal eine Empfehlung zu der Zeit um 1940-1945, das durch viele Aussagen der Musiker von Ira Gitler zum Buch zusammengefasst wurde:
Auch Scott Yanow hat sich dieser spannenden Zeit gewidmet.
Auch sehr gut geworden ist das Buch von Scott Deveaux dazu.
Alle Bücher sind in ENLISCH geschrieben.
Maurice inaktiv (26.10.2020, 11:16):
"An Unforgettable Session" AD: 29.04.1947, Civic Auditorium Pasadena , Live
Howard McGhee (Trompete) - Willie Smith (Altsax) - Stan Getz (Tenorsax) - Red Norvo (Vibes) - Nat King Cole (Klavier) - Oscar Moore (Git.) - Johnny Miller (Bass) - Jackie Mills (Drums)
Besetzung 07-08 :
Charlie Shavers (Trompete) - Willei Smith (Altsax) - Stan Getz (Tenorsax) - Red Norvo (Vibes) - Nat King Cole (Klavier) - Oscar Moore (Git.) - Johnny Miller (Bass) - Louis Bellson (Drums)
Das Konzert ist aus der Reihe "Gene Morman Presents", die an der amerikanischen Westküste veranstaltete. Sie waren das Gegenstüc zu "Jazz at the Philharmonic" von Norman Granz gewesen und auch sehr erfolgreich. Norman (1922-2015) war im Raum Los Angeles herum als Disc Jockey und Jazz Promoter sehr bekannt gewesen. Auch leitete er einen eigenen Jazzclub, den "Crescendo", aus dem auch Live-Musik in den Radios lief, aber auch hin und wieder von den Konzerten Mitschnitte gemacht wurden.
Das auf Platten und CDs neben jenem hier bekannteste Konzert war wohl mit Lionel Hampton gewesen 1947. Er hatte eine All Star-Combo dabei mit Charlie Shavers,Willie Smith, Slam Stewwart und Corcy Corcoran. "Stardust" war eine der Nummern gewesen, aber natürlich auch "Flyin' Home".
Maurice inaktiv (27.10.2020, 13:37):
Charlie Kennedy & Charlie Ventura : Crazy Rhythms Savoy Records
Besetzung 01-05 : AD: 12.05.1945
Charlie Kennedy (Tenorsax) - Johnny Guarnieri (Klavier) - Bill de Arrango (Gitarre) - Al McKibbon (Bass) - Buddy De Rocco (Drums)
Besetzung 06-10 : AD: 28.08.1945
Charlie Ventura (Tenorsax) - Arnold Ross (Klavier) - John Levy (Bass) - Specs Powell (Drums)
Auch hier wieder zwei Besetzungen, wie man sie um 1945 herum oft in den Studios vorfinden konnte. Charlie Kennedy (1927-2009) gehörte zur Fülle von Saxophonisten, die um 1945 herum die Szene betraten. 1945 begann er seine Karriere bei Louis Prima, von 1945-1948 wurde er in der Bigband von Gene Krupa bekannt. Er spielte ein modernes Altsax, ganz im Bop-Stil a la Parker, mit bereits erhörbaren Tendenzen zum kühleren Jazz. In Stücken wie "How High the Moon" oder "Disc Jockey Jump" konnte man ihn hören. Tenorsax war eigentlich sein Zweitinstrument, und man kann auch deutlich Spuren erhören, dass er ein Mann des Altsax war. Stilistisch ist das eine Mischung aus Lester Young und Flip Phillips, also etwa Georgie Auld.
Am Klavier hatte er mit Johnny Guarnieri (1917-1985) einen damals durchaus bekannten Jazzer dabei, der in den kleinen Besetzungen von Benny Goodman (1939/40 & 1941) und Artie Shaw (1940/41) bekannt geworden ist. Bei Shaw auf dem Cembalo gar historische Pionierarbeit leistete. Vom Solo-Klavier bis zu Musikern wie Louis Armstrong, Ben Webster, Lester Young, Vic Dickenson, Cozy Cole, Ike Quebec oder der Sängerin June Christy war er auf sehr vieen Combo-Aufnahmen zu hören von 1943-1947 vor allem. Er verstarb während eines Live-Konzertes quasi auf der Bühne.
Bill de Arrango (1921-2005) gehörte zuer ersten Generation der Elektro-Gitarristen, die sich Charlie Christiian als Vorbild nahmen. Er war Mitte der 1940-er Jahre an vielen Enspielungen beteiligt, etwa mit Red Norvo, Charlie Parker, Ike Quebec, Sarah Vaughn, Johnny Guarnieri und natürlich Dizzy Gillespie. Später übernahm er ein Musikgeschäft, war Lehrer unzähliger Schüler, wurde Ende der 1960-er Jahre Mitglied einer Rockband und feierte 1993 ein Comeback, als er mit Joe Lovano, Ed und George Schuller ein Album veröffentlichte. 1999 zog er sich von der Szene zurück.
Charlie Ventura (1916-1992) wurde vor allem durch seine heißen Tenorsax-Soli bei Gene Krupa 1942/43 und 1946/47 bekannt. Er spielte aber auch Sopran, Alt, Bariton und Bass-Saxophon. 1947-1949 leitete er eine eigene Band und dann Septett, was unter dem Motto "Bop for the People" viel Erfolg und Aufmerksamkeit erregte und den Bebop den Menschen quasi erhörbar machen sollte. Dabei hatte er exzellente Musiker dabei, etwa den Trompeter Conte Candoli, Bennie Green (Posaune), Boots Mussulli (Altsax), Ed Shaughnessy und Sonny Igoe (Drums), das Gesangs-Duo Roy Kral (der auch Klavier spielte) und der Sängerin Jackie Cain. Es gibt einen sehr guten Konzertmitschnitt aus dem Civic Auditorium von Pasadena aus dem Jahre 1949 aus der Just Jazz-Reihe von Gene Norman, hier mit dem Septett, dort kann man mal reinhören.
Hier hat Ventura den Harry James-Pianisten Arnold Ross (1921-2000) mit dabei, einem exzellenten Pianisten, der auch in Glenn Millers Army Air Force Band spielte, aber leider nicht in den direkten Besetzungen. Da er aber diverse Blasinstrumente beherrschte, gehörte er dem großen Tross dennoch an. Er wurde aber bereits 1944 wieder entlassen und kam direkt in die Band von Harry James, wo er auf vielen Live-Mitschnitten zu hören ist. Er spielte 1946 in einem Konzert von "Jazz at the Philharmonic" mit, in dem auch Lester Young, Charlie Parker und Howard McGhee spielten. Später war er bei Charlie Ventura, begleitete Lena Horne, machte in Paris Einspielungen mit Dizzy Gillespie und Don Byas, später wirkte er bei Nelson Riddle sehr oft mit, auch oftmals bei Aufnahmen mit Frank Sinatra.
Drummer Gordon "Specs" Powell (1922-2007) spielte mit Edgar Hayes, Eddie South, 1941/42 bei John Kirby, Benny Carter, Ben Webster, 1943 & 1944 bei Benny Goodman, 1944/45 bei Red Norvo (tolles Live-Konzert im Juni 1945 in der Town Hall von New York), Mildred Baiely, Billie Holiday, Teddy Wilson, Erroll Garner, Clyde Hart. Er wurde der erste schwarze Drummer und Studiomusiker überhaupt bei der damals vermutlich besten Plattenfirma CBS (1947-1972). Powell spielte einen modernen Stil, der auf Sid Catlett und Gene Krupa aufbaute, aber auch den Bop mit einbezog. Er war ein exzellenter Drummer, der aber der Außenwelt wenig bekannt wurde.
Maurice inaktiv (27.10.2020, 18:36): Guti, die Profijazzer hier können die sicher kaum noch hören... Stimmt natürlich nicht. Doch es ist nicht meine Lieblings-CD von Davis. Ich überlege gerade, ob es die überhaupt gibt. Nein, ich denke nicht.
Maurice inaktiv (27.10.2020, 22:27): Mach doch mal, wenn Gelegenheit und Zeit vorhanden, so eine Top10 Deiner Miles Davis.Platten. Sicher nicht nur für mich hochinteressant! Es tut mir leid, das kann und werde ich nicht machen. Mit keinem Musiker. Meine Begründung dazu ist einfach: Jeder bekannte Musiker legt im Laufe seiner Karriere eine Anzahl an Alben vor, bzw. es werden immer mal wieder Konzerte nach dem Tod der Künstler neu herausgebracht. Etwa durch die Rundfunkstationen, oder auch Live-Konzerte, wie das vor kurzer Zeit etwa bei Art Blakey geschehen ist.
Bei Miles kommt erschwerend hinzu, dass ich seine Zeit ab 1969/70 nicht mehr hören möchte, also auch ab "Bitches Brew" einfach keine Ahnung mehr habe von seiner Musik. Sie sagt mir nicht zu, das werden aber viele User anders sehen.
Wenn ich nun also Louis Armstrong, Duke Ellington, Count Basie, Dave Brubeck, Horace Silver, Miles Davis, Art Blakey, Lee Morgan oder Benny Goodman nehmen würde, bekäme ich echt große Probleme.
Bitte sei mir da nicht gram, aber das möchte ich nicht entscheiden müssen.
Cetay (inaktiv) (29.10.2020, 09:47):
Larry Young; Unity (1965) Woody Shaw (Trompete), Joe Henderson (Tenorsaxophon), Larry Young (Orgel), Elvin Jones (Schlagzeug)
Diversohdivers! Das swingt und groovt wie die Sau. Der Achtgliedler Jones ist in der Form seines Lebens - im gleichen Jahr nahm er A Love Supreme mit Coltrane auf, aber das hier ist für Schrägtonphobiker anhörbarer.
Maurice inaktiv (29.10.2020, 21:43): Heute Abend ist Live-Jazz an der Reihe :
Aus der 8-CD-Box "Jazz at the Philharmonic" mit Live-Aufnahmen aus Konzerten vom Anfang (02.Juli 1944) bis zum Carnegie Hall-Konzert vom 13.Sept.1952
Tracks 03-06 : 25.03.1946, Philharmonic Auditorium Los Angeles
Al Killian, Howard McGhee (Trompeten) - Willie Smith & Charlie Parker (Altsax) - Lester Young (Tenorsax) - Arnold Ross (Klavier) - Bill Hadnott (Bass) - Lee Young (Drums)
Vielleicht überrascht doch der ein oder andere Name. So dürften nur wenige wissen, dass der spätere Star der Armstrong All Stars, Trummy Young, einer der wichtigsten Swing-Posaunisten war, der zumindest mal ein wenig an der Moderne gekratzt hat. Er galt als Vorbereiter hin zum Bop, dessen Nachfolger Bennie Green, Bill Harris und eben in J.J.Johnson aus dem führenden Swing-Bigbands heraus den Bop mit auf die Posaune übertragen haben.
Willie Smith war damals neben Johnny Hodges, Benny Carter und eben Charlie Parker DER Altsaxophonist gewesen. Zunächst viele Jahr mit Trummy Young zusammen bei Jimmie Lunceford beschäftigt, ging Smith 1944 zu Harry James, mit dem er bis 1963 eng verbunden war (1944-1951, 1954-1963). Er war einer der besten Lead-Altisten gewesen.
Kenny Kersey gehörte zu den Pianisten, die bereits im "Minton's Playhouse" spielten, und damit zu einer der Wegbereiter des modernen Jazz wurden. Über Arnold Ross habe ich mich erst ausgelassen. Bill Hadnott (1914-1999) gehört zu den wenig bekannten Bassisten. Er spielte in Kansas City mit Harlan Leonard, in den ersten Jahren viel mit JATP, leitete eine eigene Band und wirkte bei Louis Jordan & His Timpany Five mit, eine der ersten Bands, die den Rhythm & Blues mit anbahnten. In diesem Umfeld war er dann häufig zu finden. Um 1990 herum spielte er mit Johnny Otis eine tolle Bigband-CD ein, die an die "Territory Bands" der 1930-er/40-er gerichtet war, die damals sehr oft die Basis bildeten für später bekannte Musiker, etwa Cat Anderson, Arnett Cobb oder auch Oscar Pettiford.
Maurice inaktiv (30.10.2020, 14:08):
Harry James : HJ And His Orchestra : There They Go 1948/49 Alles Live-Mitscnitte, teilweise mit den Ansagen der damaligen "Hosts"
Solisten sind: Harry James (Trompete), Willie Smith (Altsax), Corcy Corcoran (Tenorsax), Carl "Ziggy" Elmer (Posaune), Bob Poland (Baritonsax), Eddie Rosa (Klarinette), Bruce McDonald (Klavier). Bass spielte Joe Montragon, Drums Louis Bellson, Don Lamond und der Schwede Frank Bode. Es ist möglich, dass auch Dave Robbins an der Posaune einige Soli gespielt hat (etwa in "Lover"), aber leider gibt es dazu keine Angaben.
Harry James konnte viel mehr als nur Schmusesongs und Schmalz. Immer wieder machte er auch fantastische Bigband-Aufnahmen, so auch in der Zeit um 1948/49 herum, als er eine moderne Bigband leitete, die auch gewisse Bop-Einflüsse hatte. Arrangeure dieser Zeit waren Neal Hefti (der auch bei ihm Trompete spielte), Jimmy Mundy (der für Benny Goodman, Count Basie oder auch Glenn Miller arbeitete), Johnny Richards, Jack Mathias und Frank Davenport.
Man höre mal das recht bedächtige "Things, ain't whaht they used to be" an, mit herrlichen Soli von Corcy Corcoran, Ziggy Elmer mit seiner Posaune im Stile von Bill Harris, dem er erstaunlich nahe kommt, und Harry James selbst. Oder die teilweise recht boppigen Stücke von Neal Hefti, etwa "There they Go", "Block Party" oder "Proclamation". Auch "Lover", was Johnny Richards arrangierte, ist auf der höhe der Zeit.
Cetay (inaktiv) (02.11.2020, 03:36):
Rahsaan Roland Kirk; Rip, Rig and Panic (1965) RRK (Tenorsaxophon, Manzello, Stritch, Flöte, Perkusssion, Stimme, Samples, Klangobjekte), Jaki Byard (Klavier), Richard Davis (Kontrabass), Elvin Jones (Schlagzeug)
Beim Jazz habe ich mir noch keine konkreten Gedanken zu den unverzichtbaren Platten für die Insel gemacht. Diese hier würde auf jeden Fall in die Überlegungen mit einfließen. Der als Kleinkind erblindete Saxophonist Kirk ist eine der schillerndsten Figuren des Jazz. Sein Markenzeichen sind drei umgehängte Instrumente, die er auch mal gleichzeitg spielt. Er beherrscht alle Stile und kann Vorbilder täuschend nachahmen. Entsprechend springt das Album munter durch die Zeiten vom Harlem-Sound der 20er bis zum Free Jazz, zitierend, integrierend und bisweilen futuristisch - sogar Spuren der klassischen Avantgarde sind auszumachen. Jaki Byard am Klavier folgt ihm dabei auf kongeniale Weise. Fünf der sieben Stücke sind Eigenkompositionen und da hat es echt tolle Einfälle gehagelt. Auch hier ist Elvin Jones dabei und wieder ist es 1965. Der hatte echt ein gutes Jahr.
Maurice inaktiv (02.11.2020, 10:26): Red Norvo: The Chronogical Red Norvo 1944-1945 & 1945-1946
Diese beiden CDs vereinen einen Teil des legendären "Town Hall-Konzertes" vom 09.Juni 1945 aus New York, welches von Timme Rosenkrantz veranstaltet wurde. Dieses Konzert hatte mehrere Bands im Programm, darunter Gene Krupas Trio, Bill Coleman, Don Byas und Stuff Smith. Doch der Höhepunkt dürfte die fantastische Band um Vibraphonist Red Norvo gewesen sein, der das völlig begeisterte Publikum von den Sitzen warf.
Es lag vor allem an einer Rhythmusgruppe, die man nicht hätte besser zusammenstellen können, dazu vier Bläsersolisten, die damals gerade erst bekannt geworden sind, so etwa die begehrten " Esquire New Star-Awards" verliehen bekamen.
Hier die Besetzung:
Shorty Rogers (Trompete, aus der Woody Herman First Herd) - Eddie Bert (Posaune) - Aaron Sachs (Klarinette; der vermutlich allererste moderne Bop-Klarinettist, noch VOR oder doch zumindest gleichzeitig mit Buddy de Franco zusammen) - Flip Phillips (Tenorsax, Woody Herman First Herd) - Teddy Wilson (Klavier) - Remo Palmieri (Gitarre) - Slam Stewart (Bass) - Gordon "Sepcs" Powell (Drums) und natürlich Red Norvo (Vibes & Xylophon)
Die Awards bekamen übrigens 1946 Flip Phillips, 1945 Herbie Fields (Altsax), Aaron Sachs 1945 (Klarinette), Remo Palmieri 1945 (Gitarre) und Shorty Rogers bin ich mir nicht sicher, ob er ihn bekommen hat. Als Trompeter kann man hier seine noch nicht ausgereifte Technik vernehmen, kam er doch erst kurze Zeit zuvor von der Army wieder zurück. Er sollte vor allem als Arrangeur für die 2nd Herd Woody Hermans und dann an der Westküste von sich reden machen.
Auch die weiteren Titel beider CDs haben es sin sich. So auf der Folge "1944-1945) jene Besetzung, die auch in der Town Hall spielte, nur mit Eddie Dell am Schlagzeug. Der Unterschied zu Specs Powells exzellentem Spiel könnte nicht deutlicher ausfallen. Dell rein auf die Begleitung und Besen ausgelegt, Powell immer wieder boppig akzentuierend, auch kraftvoller und elanvoller agierend.
Ebenfalls auf der CD von 1944-1945 sind die vier Stücke, die Norvo mit Dizzy Gillespie, Charlie Parker, Flip Phillips, Teddy Wilson, Slam Stewart, Remo Palmieri und vermutlich J.C.Heard aufgenommen hat: "Congo Blues", "Halleluiah", "Get Happy", "Slam Slam Blues".
Die Reihe von 1945-1947 ist nicht mehr ganz so interessant. Die beiden ersten Titel stammen noch aus dem Town Hall-Konzert und sind Standards: "Seven Come Eleven" und "In a Mellow Tone", die aber mit einer Spielzeit von rund 27 Minuten den Hauptteil ausmachen der CD.
Das Konzert gab es auch als Einzel-LP auf Commodore. Als CD habe ich es noch nicht gefunden, dafür aber den Rest des Konzertes zusammengefasst.
Leider sind die CDs kaum noch zu finden. Immerhin konnte ich ein Bild finden, damit man erkennen kann, um welche Serie es sich handelt.
Maurice inaktiv (02.11.2020, 14:18): Woody Herman : "The Woody Herman Story" 4-CD-Box von Proper 1939-1949
Hier die CD-Nr.2 : The Good Earth 1944-1945
Hier kann man an Hand der Box wunderbar den Übergang von seiner allerersten Band - "The Band that Plays the Blues" zur "First Herd" 1944 mitverfolgen. Dabei gab es einen Übergang, der von ca. Mitte 1943 bis Mitte 1944 geht, und in der auch kurzzeitig eine Ausrichtung an Duke Ellington mit einbezieht. Solisten wie Ray Wetzel und Neal Hefti (Trompeten), Ed Kiefer (Posaune), Budd Johnson, Georgie Auld, Herbie Fields und Pete Mondello (Tenorsax), Skippy de Sair und Ernie Caceres (Baritonsax), Hy White (Gitarre), Pianist Ralph Burns, Bassist Chubby Jackson und Drummer Cliff Leeman waren in der Band. Teile der Musiker sollten auch in der "First Herd" dann weiter dabei sein. Francis Wayne kam als Sängerin auch bereits im Frühjahr 1944 in die Band.
Gastmusiker wie die Ellington-Kollegen Ray Nance, Johnny Hodgtes, Juan Tizol und Ben Webster brachten zusätzlich viel Power, bzw. Gefühl für den gewissen Ellington-Touch mit.
Woody Herman war damals absolut auf der Höhe der Zeit gewesen. Weitaus zeitgenössischer als Harry James, Benny Goodman oder auch Jimmy Dorsey. Ebenfalls recht modern agierten Stan Kenton, Earle Spencer, Boyd Raeburn, Billy Eckstine, teilweise auch Tommy Dorsey (aber nur in den wirklich jazzigen Stücken) und vor allem Gene Krupa. Seine Bigbands von 1944-1949 waren wirklich ausgezeichnet gewesen (mit modernen Arrangeuren wie Ed Finckle, Gerry Mulligan, George Williams und auch John Carisi). Harry James sollte 1948/49 ebenfalls sehr moderne Arrangeure beschäftigen. Auch Artie Sha bemühte sich 1944/45 und 1949/50 um Modernität. Charlie Barnet vereinte seine große Verehrung zu Duke Ellington mit modernen Solisten (etwa Clark Terry).
Philidor (02.11.2020, 19:28): Hier Bearbeitungen.
John Lennon/Paul McCartney (bearbeitet von Luciano Berio)
Michelle I Ticket to Ride Yesterday Michelle II
Sophia Burgos, Sopran Daniel Ottensamer, Klarinette Sinfonieorchester Basel Ivor Bolton
Captain Beefheart (Gesang, Rezitation, Mundharmonika, Sopransaxophon), Frank Zappa (Gesang, Rezitation, Gitarre), Napoleon Murphy Brock (Gesang, Tenorsaxophon), Bruce Fowler (Posaune), George Duke (Tasteninstrumente), Denny Walley (Slide-Gitarre), Tom Fowler (Bassgitarre), Terry Bozzio (Schlagzeug)
Opaque melodies that would bug most people Music from the other side of the fence
Das dürfte zu meinen meistgespielten Alben überhaupt gehören und immer wieder höre ich jede Sekunde wie beim ersten Mal mit grosser Freude. Das Zusammentreffen von Bürgerschreck Frank Zappa und dem Poeten Captain Beefheart aka Don Van Vliet ist ein perfekt gelungenes kreatives Feuerwerk aus surrealer Dichtung und kohärentem Musik-Flickwerk, bei dem die Kunst sich selbst feiert.
:times10
Das ist einmalig und blieb es auch, denn die Tour wurde wegen Vilets Alkoholprobemen nach nur zwei Auftritten abgebrochen. Klar, man höre nur die Auftaktnummer, bei der er herumbrüllt, wie einer dieser durchgeknallten, wild vor sich hin gestikulierenden Penner, denen man in Innenstadten begegnet. Das geht so authentisch nicht ohne Erfahrung...
Cetay (inaktiv) (03.11.2020, 11:24):
Tony Williams Lifetime; The Collection (Believe it (1975) & Million Dollar Legs (1976)) Alan Holdsworth (Gitarre), Alan Pasqua (Tasteninstrumente), Tony Newton (Bassgitarre), Tony Williams (Schlagzeug)
Das ist eine Mogelpackung. Bei dieser Kollektion handelt es sich um die beiden Platten der New Tony Williams Lifetime auf einer CD. Williams gründete 1969 seine erste Lifetime mit John McLaughlin (Gitarre) und Larry Young (Orgel). Mit Emergency! entstand ein einflussreicher Jazz-Rock/Fusion-Klassiker, der allerdings wegen den wilden psychedelischen Exkursionen und der erbärmlichen Klangqualität nicht ganz den Legenden-Status wie später etwa Chick Coreas Return to Forever, Mahavishnu Orchestras Inner Mounting Flame oder Herbie Hancocks Headhunters erreicht hat.
Die beiden Albem der New Lifetime sind recht unterschiedlich. Believe it ist ganz typische kantig-verwinkelte, technisch-virtuose 70er-Fusion mit Holdsworth als Alleinstellungsmerkmal. Seine originelle Phrasierung, die eher an einen Saxophonisten oder einen Geiger erinnert, ist in der Szene einzigartig. Das zweite Album ist deutlich glatter, geradliniger, manche sagen 'kommerzieller' - mit Gesang, sowie Bläser- und Streichersätzen und weniger Raum für Soloexkursionen. Ich habe da keine Berührungsängste und finde die beiden Alben ergeben zusammen eine Runde Sache, die ich mehr als einmal hören will.
Cetay (inaktiv) (04.11.2020, 10:01):
Gong; The Radio Gnome Invisible Trilogy (1973 - '75) Daraus: You (1975) Gilli Smyth (Gesang), Daevid Allen (Gesang, Gitarre), Didier Malherbe (Tenor- & Sporansaxophon, Flöte), Steve Hillage (Gitarre), Tim Blake (Synthesizer, Mellotron), Mike Howlett (Bassgitarre), Pierre Moerlin (Schlagzeug, Vibraphon, Marimba, Gong)
GONG! Als Jungendlicher habe ich diese Band kultisch verehrt und sie waren zusammen mit Hawkwind eine Art Soundtrack des Lebens. Endeckt habe ich sie, als das Album Downwind als Neuerscheinung (also 1979) im Radio vorgestellt wurde. Ich war schwer begeistert und habe mir die Platte gekauft. Im Anschluss wurde mit dem Geld, das nicht in Flipperautomaten oder die obligatorischen Runden "kleines Bier und Apfelkorn" gesteckt wurde, nach und nach der gesamte Katalog zusammengekauft -es gab damals incl. Livealben 10 Platten- und dazu alle 7 Soloalben des Gitarristen Steve Hillage. Nachdem ich herausgefunden hatte, dass Tim Blake, über den gleich noch zu reden sein wird, bei Hawkwind gespielt hat und eine Geistesverwandtschaft mit Gong für mich feststand, kamen alle 10 Platten der Hawks dazu. Ich frage mich, wo ich als Schüler soviel Geld her hatte, aber egal...
Gong spielten in den Anfangszeiten einen kruden Mix aus Psychedelic, Jazz, Rock und 60er-Beat mit unsinnigen Texten über surrale Welten. Markenzeichen waren der verhallte 'Space Whisper"-Gesang von Gilli Smyth und das Gitarrenspiel von Allen, der mit einem Metallstab über die Saiten gleitete und mit nachgeschalteten Hall- und Verzögerungsgeräten einen schwebenden Klang erzeugte. Zusammen ergab das eine Atmosphäre, die man nur noch mit ausserweltlich bezeichnen konnte. Diese Musik konnte einen (lies: mich) streckenweise ganz einsaugen und in fremde Welten entschweben lassen. Das wurde noch verstärkt, nachdem Tim Blake dazugestossen war. Solch warme, 'menschliche' Klänge hatte ich von einem Synthesizer noch nicht gehört. Die gleitenden Drones, das sanfte Blubbern, Pfeifen, Rauschen und Zwitschern verweben sich komplett mit den Allen/Smyth'schen Klangteppichen und wenn dann noch die verhallten Multi-Echo-Arpeggios von Hillage und die stehenden Bass-Ostinati von Howelett dazu kommen und Moerlin dazu treibend-rituell und doch absolut tiefenentspannt trommelt, dann ist man einfach nur weg.
Auf der einen Seite neigte die Gruppe vor allem seitens Allen zum albernen Klamauk, zum anderen hatte man feine Techniker an Bord, die auf die auf hohem Niveau Jazz-Rock/Fusion spielen konnten und ernstere Musik mit ausgedehnteren Soli machen wollten. In diesem Spannungsfeld ist das Album You (1975) dasjenige, bei dem die Balance erstmalig in Richtung 'Ernsthaftigkeit' kippte, aber bei dem Allen und Smyth noch einflussreich waren. Danach stiegen die beiden aus und Gong wurden zu einer konventionellen Fusion-Band. Damit ist You die Start-Empfehlung, um das Geheimnis der frühen Inkarnation dieser Band zu ergründen ohne gleich von allzuviel Verücktheiten abgeschreckt zu werden.
Ich habe You als Teil der gezeigten 4-CD Box nochmals gekauft. Das 60-Seiten Booklet im LP-Format und die superb verbesserte, fast livehaftige Klangqualität sind Argumente genug. Kein Argument, es zu lassen ist das unsägliche Don't but it Geheul der beiden letzten Überlebenden; dieses Label hätte keine Rechte, sie wurden damals über den Tisch gezogen, sie würden keine Tantiemen sehen, usw... So what? Nach 45 Jahren kriegt ein Ingenieur auch für die allertollste Erfindung längst nichts mehr, obwohl seine Patente weiterhin von anderen verkauft werden. Irgendwann muss mal gut sein und dass gerade jemand wie Steve Hillage, der zeitlebens New-Age-Zeugs von Mind-Body-Spirit, Love-Piece-Light und We-are-all-One getextet und gepredigt hat, nach so langer Zeit immer noch nicht vergeben kann, ist irgendwie schon wieder saukomisch.
Maurice inaktiv (05.11.2020, 11:35):
Woody Herman : WH '58 AD: 02.&03.Juli 1957, New York
John Coppola (Lead), Dann Stiles, Bill Berry, Bill Castagnino, Andy Peele - Trompeten Bill Harris, Wliie Dennis, Bob Lamb - Posaunen Jay Migliori, Jimmy Cook, Bob Newman - Tenorsax Roger Pemberton - Baritonsax John Bunch - Klavier Jimmy Gannon - Bass Don Michals - Drums
Woody Herman (Klarinette, Altsax)
Nat Pierce, Gene Roland, Tadd Dameron, Bill Holman, John Bunch, John Coppola - Arrangeure
Woody Herman leitete von 1936 bis zu seinem Tode 1987 immer wieder Bigbands, die er vor allem mit jungen Musikern besetzte. Nach dem großen Erfolg der inzwischen berühmten "Second Herd", die durh das Stück "Four Brothers" auch den Namen "Four-Brothers-Band" verpasst bekam, sollte dieser spezielle Sound mit drei Tenorsaxophonen und Baritonsax bis zum Ende der Band bestehen bleiben. Herman verzichtete auf das Altsax, und wenn es benötigt wurde, spielte er es einfach selbst.
Anfang 1957 wurde Gene Roland neuer Hauptarrangeur der Band, da Nat Pierce Ende 1956 aus der Band ausgestiegen war. Dazu kamen die hier erwähnten Arrangeure, und wie immer, waren auch Musiker aus der aktuellen Band dabei. Hier John Coppola und John Bunch.
Diese Band hier besticht weniger durch herausragende Solisten, als viel mehr vom kompakten Klang und dem typischen Saxoponsatz-Sound, den Herman vor allem von 1947-1958 in dieser eher coolen Art bevorzugte. Später wich der coole Sound einer mehr zupackenden Band, die auch wieder auf fantastische junge Musiker zurückgreifen konnte. Das war ab 1962-1969 gewesen, dann verflachte das Ganze wieder ein wenig. Erst in den 1980-er Jahren hatte er erneut eine exzellente Band zusammen, die am Ende aber von seinem Manager um all ihre Gelder betrogen wurde. Herman verstarb dadurch völlig verarmt und pleite. Die Band blieb aber unter Frank Tiberi am Leben. Tiberi kam 1969 in die Band und übernahm sie dann 1987 nach Hermans Tod.
Maurice inaktiv (05.11.2020, 13:52):
Woody Herman : EIne CD = zwei damalige LPs
"The Fourth Herd" AD: 31.07. & 01.08.1959, New York, Capitol Records
Ein fantastisches Studio-Album einer Band, die es SO nie gab !!!! Er arbeitete zu dieser Zeit mit einer kleineren Besetzung, zu der Kornettist Nat Adderley und Pianist/Vibraphonist Eddie Costa gehörten, die auch hier zu hören sind.
Die Bigband besteht vor allem aus ehemaligen Band-Mitgliedern, darunter so wichtigen Säulen wie Ernie Royal, Bernie Glow und Red Rodney aus der "Second Herd" , Irv "Marky" Markowitz (Trompete, "First Herd), den Posauisten Frank Rehak, Bob Brookmeyer (beide Anfang der 1950-er fest bei Herman), Jimmy Cleveland (Posaune, der nie mit Herman reguär spielte), Lead Alto Sam Marowitz (Second Herd), Al Cohn, Zoot Sims, Don Lanphere (Second Herd), Dick Hafer (Tenorr, Anfang der 1950-er Jahre in der "Third Herd"), Nat Pierce (1951-1955) und Drummer Don Lamond (1945/46 & 1947-1949).
Dazu kommen Musiker wie Reunald Jones (Ex-Lead Count Basie), Gene Allen (Baritonsax, 1959-1962 bei Herman), Barry Galbraight (Gitarre), Milt Hinton (Bass).
Alle Stück wurden wohl nur dieses eine Mal gespielt und aufgenommen, also absolute Raritäten für Bigband-Freunde, die sich an den ganzen Standards satt gehört haben.
Die Band spielt mit zupackender Kraft und Power, wie man es schon einige Jahre von einer Herman-Band nicht mehr gehört hat. Auch haben die Arrangeure der Band ein hörbar anderen Sound verschafft. Angepeitscht vom Traum eines Bigband-Drummers, Don Lamond, der das Ganze perfekt zusammenhält, und immer wieder Akzente setzt. Die Spielfreude der Musiker ist unüberhörbar.
Solistisch kommen nur Reunald Jones, Berne Glow (Lead-Trompete), Burt Collins, Dick Hafer und Bob Brookmeyer nicht zum Einsatz, warum auch immer.
Das Booklet ist sehr gut, da es die Solisten, Besetzung, Aufnahedatum und weitere Informationen parat hält.
anschließend:
"The New World of Woody Herman AD: 26./27.Dezember 1962, New York Plaza-Studios
Das war der Anfang jener Bigband, die dann bis ca. 1968/69 für frischen Wind und Furore sorgte. Noch mit einigen Gästen, etwa Ellington-Tenorist Paul Gonsalves in der Rolle, die später Sal Nistico einnehmen sollte und Basie-Gitarrist Freddie Green, der mit Nat Pierce am Klavier, der erneut 1961-1966 für Herman als Pianist/Arrengeur/Musiklaischer Leiter agierte.
Bill Chase (Lead), Gerry Lamy, Billy Hunt, Paul Fontaine, Dave Gale - Trompeten Phil Wilson, Henry Southall, Bob Rudolph - Posaunen Paul Gonsalves, Dick Hafer, John Stevens - Tenorsax Gene Allen, Sol Schlinger Baritonsax Nat Pierce - Klavier Freddie Green - Gitarre Chuck Andrus - Bass Jake Hanna - Drums
Mit Jake Hanna konnte Herman auf einen Drummer bauen, der bereits 1957/58 bei ihm spielte. Er sammelte inzwischen Erfahrungen bei den Bigbands von Maynard Ferguson und Harry James und wurde einer der Stützen der Band.
Gene Allen war ebenfalls bereits einer der erfahren Musiker, die zuvor im Concert Orchestra von Gerry Mulligan und auf der berühmten UDSSR-Tournee von Benny Goodmans Bigband waren. Solistisch war er nur höchst selten zu hören, aber als Section Musiker enorm wichtig für den Sound der Band.
Phil Willson (*1937) von 1962-1965 und Henry Southall (*1931) 1962-1966 waren zwei außergewöhnlich brillante Posaunisten, die auch beide einen gehörigen Schuss Humor besaßen, was man vor allem in ihren Live-Soli damals hören konnte.
tapeesa (05.11.2020, 15:00): aus Yo-Yo Ma - Impressions Ecstasy of Gold von Ennio Morricone
The good, the bad and the ugly - Originalmusik von Ennio Morricone zum gleichnamigen Film von Sergio Leone
America - A Horse with no name
Cetay (inaktiv) (06.11.2020, 05:08):
The Marshall Tucker Band; s/t (1973) Doug Graylead (Gesang, Perkussion) Jerry Eubanks (Flöte, Altsaxophon), Toy Caldwell (Elektrische & Akustische Gitarre, Steel-Gitarre), George McCorkle (Rhythmusgitarre, Akustische Gitarre), Paul Hornsby (Klavier, E-Piano, Orgel, Moog-Synthesizer), Tom Caldwell (Bassgitarre), Paul Riddle (Schlagzeug) & div. Gastmusiker (Congas, Geige, Tenorsaxophon, Trompete, Gospel-Chor)
Ich habe gerade eine kleine Southern Rock Phase. Diese Stilrichtung entstand Anfang der 70er in den US-Südstaaten. Die Protagonisten reicherten die Rockmusik mit mal mehr, mal weniger Elementen aus Blues, Country, Jazz und Gospel an und erweiterten ihre Lieder um Jamsessions, bei denen sich vornehmlich die Gitarren duellieren. Die Marshall Tucker Band (benannt nach einem blinden Klavierstimmer) zeichnet sich durch ihre weniger rockige, dafür vergleichsweise stark von Country & Folk geprägte Ausrichtung aus. Nur mit einer Leadgitarre ausgestattet, mit einer dominierenden Flöte und reichlich Tastenarsenal pendeln sie zwischen Cowboy-Stimmung und leichten Prog-Rock Einschlägen. Das wirkt ungemein frisch und originell, wobei die Klangfarbenvielfalt einen weiteren Reiz bietet. Die Platte ist ein Volltrefer, jedes Lied zündet und die sauber in die Liedstrukturen eingebetteten solistischen Einlagen können sich hören lassen. Die Spielfreude ist ansteckend, vor allem der Lead-Gitarrist scheint bisweilen regelrecht lustvoll zur Sache zu gehen. Neben dem Debut von Black Oak Arkansas und den ersten drei Platten der Outlaws ist das meine Lieblingsscheibe des Southern Rock. Und mehr brauche ich kaum, denn es gibt einen seltsamen Abnutzungseffekt. So sehr ich die gerade Gehörte liebe und immer wieder mit Freude auflege, so wenig sagen mir die beiden Nachfolgealben der Marshalls zu - die weiteren habe ich dann erst gar nicht mehr gehört. Obwohl stilisitsch und liedschreiberisch nichts verändert wurde, wirkt das auf mich wie ein müder Aufguss. Es fehlt einfach dieser anspringende Funke, den das Debut auszeichnet. Meine Theorie: Auf Debutalben in sich erst bildenden Subgenres und Stilrichtungen probiert eine Band authentisch etwas ganz Eigenes aus und nutzt voller Euphorie ihre Chance. Nach dem unerwartet grossen Erfolg sind bei der zweiten Platte Erwartungen von allen Seiten da und die Produktion wird auch zur Arbeit - und das hört man (lies: meine ich zu hören). Egal: Für das Debut gibt es von mir eine glatte :times10
tapeesa (06.11.2020, 06:41): Jean Michel Jarre - waiting for Cousteau (Am 80. Geburtstag Jacques-Yves Cousteaus veröffentlicht und ihm gewidmet.)
tapeesa (06.11.2020, 08:41): Van Morrison - Avalon Sunset daraus: These are the days, Contacting my angel, Have I told you lately, I'd love to write another song, ...
michael74 (06.11.2020, 17:42): Hallo Zusammen
heute läuft mal wieder
Robert Plant - Digging Deep: Subterranea (2020)
Gruß Michael
Sfantu (08.11.2020, 17:33):
Brad Mehldau Suite: April 2020 (CD, nonesuch, 2020)
Mehldau schreibt: "Suite: April 2020 is a musical snapshot of life the last month in the world in which we've all found ourselves. I've tried to portray on the piano some experiences ans feelings that are both new and common to many of us
Ein Covid-Album, gewissermaßen. In "keeping distance" wird das Abstand-Halten durch thematisch & harmonisch quasi aneinander vorbei spielende Hände dargestellt. Ein seltsam autistisch wirkendes Stück, das aber trotzdem (oder eben darum?) fesselt. Die meiste Zeit ein mehr in sich gekehrtes, fast stilles Album - passend zu diesem Nebelsuppen-Wochenend'. Allein in "family harmony" & "in the kitchen" swingt es ein wenig. Mit gut 40min Spielzeit etwas knapp geraten - dafür hat es mich aber auch nur knapp 17 Franken gekostet. 70 oder 80min nachdenkliche Innenschau würden vielleicht auch irgendwann aufs Gemüt schlagen. So aber erfreut die Scheibe mit wohltuendem Tiefgang, ohne das Sentiment zu streifen.
Nebenbei sehr lobenswert: außer der CD selbst ist alles plastikfrei. Das Cover aus unbeschichteter Pappe, das Booklet aus etwas stärkerem, farbig bedrucktem Papier.
Maurice inaktiv (09.11.2020, 22:14): youtube.com/watch?v=p3QG1qNwKlg
youtube.com/watch?v=hHMYhajNtNg&t=35s
youtube.com/watch?v=w-5_oT6Ibss&t=4912s
Ich habe die letzten Tage kaum Musik gehört, aber auch viel über Youtube. Davon diese drei Konzerte der Count Basie-Band aus den Jahren 1965 (mit u.a. dem Drummer Rufus "Speedy" Jones", wohl Basies lautestem Drummer), 1972 (mit Harold Jones an den Drums, der wieder baddienlicher spielte als Rufus Jones) und 1976 (mit Butch Miles am Schlagzeug).
Die Basie-Band hatte eine relativ konstante Besetzung, aber von 1961-1972 doch immer wieder grundlegende Änderungen vor allem am Schlagzeug, in den Trompeten und bei den Saxophonen, später auch Posaunen. IMMER dabei waren in diesem Zeitraum nur Trompeter Sonny Cohn (ab 1960) und Gitarrist Freddie Green. Sonst wurde jeder Musiker mindestens einmal getauscht
Marcie (11.11.2020, 19:25):
Cetay (inaktiv) (16.11.2020, 09:21):
Frank Zappa; The Mothers 1970 Howard Kaylan (Gesang), Mark Volman (Gesang), Frank Zappa (Gitarre, Gesang), Ian Underwood (Altsaxophon, Klavier, Orgel, Gitarre), George Duke (E-Piano, Orgel, Posaune), Jeff Simmons (Bass, Gesang), Aynsley Dunbar (Schlagzeug)
I werd narrisch! Seit Zappas Tod fördert die Erbengemeinschaft mit einer meist gesunden Mischung aus Geschäftssinn und Qualitätsbewusstsein immer wieder neues Archivmaterial zu Tage. Darunter solche Juwelen wie Little Dots, The Roxy Performances oder Chicago 78. Und nun erschien ein Haufen 'neuer' Stoff mit der kurzlebigen Chunga's Revenge Besetzung mit dem Vokalakrobaten-Duo Kaylan/Volman. Die Tricks und der Harmoniegesang der Beiden liefern erstklassigen Hörgenuss, allerdings übertrieben sie es bald mit allzuviel Dialogen & Klamauk (etwa auf Fillmore East, June 1971). Bei der 1970-Besetzung war das noch ausgewogen, unter anderem zu hören auf der schon in diversen Aufmachungen, aber immer mit grottigem Klang und harten Schnitten auf CD herausgekommenen Rundfunkübertragung aus den Niederlanden (Uddel, VPRO-TV, 18. Juni 1970). Die hat mir schon immer grosse Laune auf mehr von dieser Besetzung gemacht. Jetzt gibt es gleich 4 Scheibchen in einer Box.
Eine CD enthält Studioaufnahmen. Ich bin immer etwas skeptisch, wenn ich "take 4", "alternate solo", "unedited master" oder "base track" lese, aber hier ist die Skepsis unbegründet. Das ist kein lieblos zusammengestückeltes Füllmaterial, sondern eine vollgültige Platte mit durchdachtem Fluss. Sehr erfreulich. Aber dann kommt es richtig dick. CD 2 enthält das Radio-Konzert aus den Niederlanden - endlich in akzeptabler Klangqualität. Ich ticke aus! CD 3 ist ein 'Hybrid-Konzert'. Zappa ließ während der Tournee bei den Auftritten eine Bandmaschine mitlaufen. Wegen der kurzen Laufzeit und den Bandwechseln sind Mitschnitte nicht vollständig, aber der Hybrid aus zwei Auftritten in den USA rekonstruiert die Titelfolge und verpasst uns die Illusion eines kompletten Konzerts. CD 4 bringt schliesslich querbeet weitere Höhepunkte der Tour, wobei der Schwerpunkt auf ausgedehnten Instrumentalpassagen liegt. Natürlich gibt es Überschneidungen. So bekommen wir King Kong gleich drei mal zu hören. Das kratzt den Zappalogen wenig - im Gegenteil. Der Affe ist ein exzellentes Schaustück, das Raum für lange Soloimprovisationen bietet und jedesmal anders klingt. Da kann ich gar nicht genug davon bekommen.
Diese Neuerscheinung ist eine echte Bereicherung für das mittlerweile weit über 100 offizielle Veröffentlichungen starke Zappa-Repertoire und für mich ein Quell der Freude. Allein der Schlagzeuger. Ich galube das war der Beste, den Zappa je hatte - und das trotz eines Terry Bozzio, trotz eines Vinnie Colaiuta...
Cetay (inaktiv) (19.11.2020, 06:39):
Humble Pie; Live at the Whisky A-Go-Go '69 Steve Marriott (Gesang, Gitarre, Mundharmonika), Peter Frampton (Gitarre, Gesang), Greg Ridley (Bass, Gesang), Jerry Shirley (Schlagzeug)
tapeesa (21.11.2020, 09:07): Jean Michel Jarre - Jonques de Pêcheurs au Crépuscule
William Basinski - The Garden of Brokenness
Maurice inaktiv (29.11.2020, 21:11):
DUke Ellington : And his Mother called him Bill AD: 1967
Heute hat/hätte der großartige Komponist, Arrangeur und Pianist Billy Strayhorn (29.11.1915 - 31.05.1967) Geburtstag. Diese Platte wurde damals zu Ehren von ihm eingespielt. Er war kurze Zeit vorher verstorben an Krebs. Es ist vielleicht Ellingtons bestes Album der letzten Jahre überhaupt. Mir persönlich gefallen zumindest die späteren Alben oftmals nicht mehr so gut als Ganzes. Daran schuld dürfte auch die nun öfter wechselnde Besetzung, aber auch die Disziplinlosigkeit der Band gewesen sein. Vor allem waren die Bassisten nicht mehr so wirklich im Ellington-Flair, bzw. technisch toll, aber keine echten "Bandplayer" mehr gewesen. Auch Drummer Rufus Jones, der sich zuvor einen sehr guten Ruf in den Bands von Maynard Ferguson, Lionel Hampton, Woody Herman und Count Basie erarbeitet hatte, konnte niemals an die subtile Spielweise von Sam Woodyard heranreichen.
Hier auf der Platte spielt mit Steve Little ein Drummer, der nur kurz bei Ellington war. Little spielt beute noch, ich habe zufällig die Tage ein Video mit ihm gesehen. Die meisten Stücke werden zum Glück noch von Sam Woodyard begleitet. Er verabschiedete sich dann leider von der Band. Jones saß dann bis 1973 am Schlagzeug, dann kam Quentin White (1952-2008), den kein Mensch mehr kennt heute. Er verstarb 2008 bereits im Alter von 56 Jahren an Krebs. Noch fünf Tage zuvor waren fünf ehemalige Kollegen der Ellington-Band bei ihm zu Gast. White spielte dann weiter im Orchester. Zunächst unter der Leitung von Mercer Ellington, ab 1996 dann von Paul Ellington.
Maurice inaktiv (04.12.2020, 20:55): Hallo Zusammen
folgende CD ist bestellt Schön, aber falscher Thread. :D
Cetay (inaktiv) (07.12.2020, 08:57): @Cetay
Musste Dir unbedingt mal geben!!! Ultraharter Höllen-Prog mit Grunzgesang und trotzdem wunderschönen Melodien, dabei geniale Riffs, Mellotron-Einlagen und Nylongitarren. Abwechslungsreich, toll komponiert und wirklich extremst kraftvoll.
Danke für den Tip. Als langjähriger Quartals-Metalkopf kenne ich Opeth "natürlich" und habe mich mittlerweile ordentlich satt gehört, ausser am Debut-Album. Da waren sie noch tief verwurzelt im rauh-düsteren Black/Death-Metal, wie ihn nur die Nordics hinbekommen, aber es gab schon haufenweise sehr ausgedehnte Prog-, Folk- und Jazz-Einlagen. Kompositorisch war das noch nicht so richtig ausgereift, eher eine Aneinandereihung von Ideen - auf denen bisweilen allzu lange herumgeritten wurde, anstatt sie weiterzuentwickeln. Man braucht schon Sitzfleisch, aber wird belohnt mit jenen ganz Grossen Momenten, derentwegen ich letzendlich Musik höre und die sich auf den Nachfolge-Alben nicht mehr so richtig einstellen wollten. Forengerecht ausgedrückt: Orchid verhalt sich zum Rest der Opeth-Diskographie wie Kullervo zum Rest der Sibelius-Sinfonien.
Nur 2 Tracks mit 28 Minuten restlos fesselnder Klänge! Die extended version von "Interstellar Overdrive" liegt jetzt nicht Welten von der Version auf "The Piper at the Gates of Dawn" entfernt. "Nick's Boogie" aber ist ein Rohdiamant der besonderen Art. Ein Grenzgänger zwischen Artrock, Fusion & Neuer Musik, der nichts mit dem seichten Zeugs zu tun hat, den wir Schulkids Ende der 70er als Pink Floyd kennenlernten. PF ohne Syd Barrett war eben nicht mehr das anarchische Gebräu am Rande des Wahnsinns, das man hier serviert bekommt. Einfach nur grandios! Dieses makellose Mastering gibt mir das Gefühl, mitten zwischen den Musikern zu stehen. Dazu an einer meiner letzten Flaschen des vorzüglichen Alpirsbacher Klosterbräus aus dem württembergischen Schwarzwald zu nippen, ist irgendwas zwischen dekadent & existentiell. Wer weiß, wann die Grenzen wieder öffnen...
Cetay (inaktiv) (10.12.2020, 04:01):
Frank Zappa; In New York (Live @ The Palladium, NYC, 26-29 Dez. 1976) Tom Malone (Posaune, Trompete, Piccolo), Randy Brecker (Trompete), Lou Marini (Altsaxophon, Flöte), Mike Brecker (Tenorsaxophon, Flöte), Ronnie Cuber (Baritonsaxophon, Klarinette), Eddie Jobson (Tasteninstrumente, Violine), Ray White (Gitarre, Gesang), Patrick O'Hearn (Bassgitarre), Terry Bozzio (Schlagzeug), Dave Samuels (Vibraphon, Pauke), Ruth Underwood (Perkussion), Franz Zappa (Arrangement & Leitung, Gitarre, Gesang)
Mehr geht nicht! Die Orignal In New York Doppel-LP ist ja schon eine Klasse für sich, zeigt aber -wie sich jetzt herausstellt- bei weitem nicht, was von dieser Traumbesetzung an diesen Abenden geboten wurde. Es ist ein Verbrechen an der Musikhörerheit, dass die meisten dieser Aufnahmen 40 Jahre in den Archiven schlummerten. In dieser Jubiläums-Ausgabe kommt die Original-LP in der ursprünglichen Titelfolge (die seinerzeit bei der CD-Ausgabe erweitert und umgestellt wurde) und als 1:1 Transfer ohne jegliche Änderungen am Mix und Klang - und das ist schon mal eine feine Sache. Aber dann: Es gibt noch drei weitere CDs mit Auschnitten aus den vier Konzerten plus eine weitere CD mit Bonusmaterial. Bei CDs Nr. 3 & 4, die sich mehr auf die Jazz- & Avantgarde-Stücke fokusieren, bleibt mir schier die Luft weg. Das ist aber so was von genau meine Kragenweite. Perfekt. Inselreif. Mehr geht nicht!
Philidor (15.12.2020, 17:52): Aus aktuellem Anlass:
The Allan Parsons Project: Lucifer
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (21.12.2020, 14:49): Louane - Jour 1 und anderes.
michael74 (21.12.2020, 19:35): Hallo Zusammen
Gruß Michael
Cetay (inaktiv) (25.12.2020, 10:34):
Asia; Resonance Live in Basel, Switzerland (4. Mai 2010) John Wetton (Gesang, Bassgitarre), Steve Howe (Gitarre), Geoff Downes (Tasteninstrumente), Carl Palmer (Schlagzeug)
Hier kommt ein 1.000.000$ Problem. Gesucht ist ein Live-Album der Gruppe Asia, das folgende Randbedingungen erfüllt: Originalbesetzung, ausgewogene Titelliste, ordentliche Darbietung, guter Klang und Mix.
Der Reihe nach. Asia wurden 1982 von John Wetton (King Crimson, Uriah Heep, UK), Steve Howe (Yes), Carl Palmer (ELP) und Geoff Downs (Yes, Buggles) gegründet. Eine Super-Supergroup sozusagen mit drei Musikern, die an vorderster Front dabei waren, als die Rockmusik Anfang der 70er das Strophe-Refrain-Schema hinter sich liess und zur ernsten Kunstform heranreifte. Und ein Musiker, der einen der allerschlimmsten Hits in ebendem Strophe-Refrain-Schema verbrochen hat: Video Killed the Radio Star, die reiferen Jahrgange werden sich mit Schrecken erinnern... "Aua! Aua!". Nach zwei Alben brach die Gruppe krachend auseinander und Downes machte mit neuen Leuten weiter, doch zum 25-jährigen Jubiläum war man altersmilde genug, um es nochmal miteinander zu versuchen. Diesmal dauerte es drei Alben bis es wieder krachte...
Aus der ersten Phase der Band gibt es nur zwei Live-Alben. Bei einem (Live at Budokan) fehlte John Wetton wegen Alkoholproblemem und wurde von Greg Lake (ELP) vertreten. Keine schlechte Wahl, aber halt nicht das Original. Ansonsten gibt es einen Mitschnitt aus Frankfurt auf der 4CD-Box Quadra, aber das ist selbst für ein Bootleg absolut unakzeptabel. Nach der Reunion schienen die Vier zu glauben, man müsse diesmal einem Mangel an Live-CDs vorsorgen und schmissen gleich fünf davon auf den Markt. Den Anfang machte Fantasia - Live in Tokyo 2007, dann folgten Spirit Of The Night - Live In Cambridge 2009, High Voltage LIve 2010, Resonance - Live in Basel Switzerland und schliesslich Axis XXX - Live in San Francisco 2012 (bei Symfonia - Live in Bulgaria 2013 war Howe nicht mehr dabei). Damit haben wir hinsichtlich der ersten Randbedingung eine recht ordentliche Auswahl. Die zweite schränkt das deutlich ein. Anders als das Gros der Kritiker, die den neuen Alben nicht viel abgewinnen konnten, gefallen mir die jüngeren Sachen sehr gut. Und die alten Kamellen gab es in diversen anderen Besetzungen schon zillionen Mal zuvor zu hören. Also muss es eines der späteren Alben mit neueren Titeln drauf sein. Auf der Tour zum XXX Album befinden sich immerhin 5 Stücke von den drei neuen Alben. Aber was die alten Herren da abliefern, ist schon arg grenzwertig. Vor allem Howe spielt mehr neben als mit dem Rest. Dafür ist der Klang fantastisch. Der Omega Tour-Mitschnitt aus Basel bringt sogar 7 Titel aus den seinerzeit zwei neuen Alben und die Performance ist ordentlich. Aber der Klang ist mies und drucklos, vor allem das Schlagzeug ist schlaff und im Mix vergraben - da hat man einen Carl Palmer in der Band und produziert ihn dann fast weg. Klang und Performance stimmen bei Live in Tokyo, aber da dies vor den neuen Studioalben erschien, sind naturgemäss nur die alten Sachen drauf. Was also tun? Ich habe das ganz pragmatisch entschieden und alle drei gekauft. Mit der Zeit habe ich mich dann an den Klang von Resonance gewöhnt und das in der Sammlung behalten, während der Rest der Zweitverwertung zugeführt wurde.
tapeesa (25.12.2020, 17:33): Emilie Levienaise-Farrouch - Like Water Through The Sand
Cetay (inaktiv) (28.12.2020, 08:55):
Dio; Holy Diver (1983)
Vor ein paar Jahren musste ich geschäftlich in eine Kleinstadt nach England reisen. Ich fragte einen englischen Kollegen, der schon öfter dort war, nach einem empfehlenswerten Hotel in der Stadt. Antwort: "They all suck". Er würde immer in eine Pension ausserhalb gehen. Die läge zwar mitten im Nirgendwo und wäre ziemlich "rustikal", aber die Leute dort seien "nett" und vor allem gäbe es einen Pub unten drin. Ich habe mir das im Netz angeschaut, fand es symphatisch -Bikers and dogs welcome!- und habe gebucht. Am Tag des Fluges hatte ich vormittags noch einen Termin bei einem Kunden - einem der wichtigsten und einem der wenigen verbliebenen, wo noch Wert auf Etikette gelegt wurde. Also ging es morgens mit hellem Hemd und dunkem Anzug los, nach dem schwierigen und langwierigen Meeting direkt und mit Zeitknappheit zum Flughafen, verspäteter Abflug, nach Ankunft noch eine lange Taxifahrt und schliesslich erreichte ich gegen 22 Uhr mein Ziel, das als einziges Gebäude weit und breit am Strassenrand stand. "Rezeption" war die Theke im Pub und der Wirt wirkte ziemlich genervt. An der Theke sassen zwei finstere Gestalten, die mich mit geringschätzig bis feindseligen Blicken durchbohrten. Ich setzte mich an einen Tisch und bestellte ein Pint Guiness, worauf sich die Stimmung des Wirts etwas aufhellte. Weil ich den ganzen Tag über kaum etwas getrunken hatte, war ich schier ausgetrocknet, exte das Pint (0,568 l) in einem Zug weg und bestellte ein weiteres noch bevor der Wirt wieder hinter die Theke zurückgekehrt war. Die beiden mit Tatoos übersäten Rocker starrten mich weiter regungslos an, bis es mir klar wurde: Mein Aufzug! Der war hier wirklich nicht nur leicht fehl am Platz. Für das zweite Pint brauchte ich kaum 5 Minuten, dann fiel mit einem mal die ganze Anspannung des Tages von mir ab. Ich war angekommen und nahm erst jetzt richtig wahr, dass Musik lief und zwar Holy Diver. Total entspannt durch den sich einstellenden leichten Rausch gab ich mich ganz der Stimme des 2010 verstorbenen Ronnie James Dio hin. Dio (it. = Gott) ist der sehr selbstbewusste Künstlername des Sängers, der in der Metal-Szene als ebensolcher gefeiert wird, speziell in England. Und auf eimal hörte ich mich selbst in Richtung der beiden Gestalten rufen: "Dio really lived up to his name!" (etwa: Dio machte seinem Namen wirklich alle Ehre). Was dann geschah, war filmreif. Beiden fielen synchron und ganz langsam die bartüberwucherten Kinnladen herunter - sie erkannten, dass ich nur verkleidet war. Dann drehte sich der eine zum Wirt und meinte: "Alles was der Typ heute trinkt, geht auf mich." Nach einer gemeinsam geleerten Flasche MacAllen und viel Fachsimpelei ging ich um 4 Uhr aufs Zimmer. Das ist Heavy Metal.
Sfantu (28.12.2020, 09:27): Nur sehr bedingt meine Musik. Aber eine schöne Story dazu!
Maurice inaktiv (28.12.2020, 14:43): Nur sehr bedingt meine Musik. Aber eine schöne Story dazu! Genau DAS habe ich gerade auch gedacht. Köstlich.
tapeesa (28.12.2020, 16:10): Erich Wolfgang Korngold - The Sea Wolf & The Sea Hawk BBC Philharmonic, Rumon Gamba
aiel (31.12.2020, 23:04):
Holygram - Modern Cults
Auf die mir bis dahin unbekannte deutsche Band "Holygram" bin ich über einen Internet-Radiosender gestoßen, der häufig Musik aus dem "Underground", z.B. Darkwave, Synthiepop, Elektrowave usw. spielt. Leider hat sich die Band mittlerweile aufgelöst.
Philidor (11.01.2021, 19:13): HIer Ruhigeres in kleiner Besetzung
Tore Gustavsen Trio: The Other Side
Tore Gustavsen, Piano Sigurd Hole, Bass Jarle Vespestad, Drums
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (12.01.2021, 03:06): Da ist Widerstand wohl zwecklos:
Rory Gallagher; Irish Tour (Live @ Belfast, Dublin & Cork, Jan. 1974) Rory Gallagher (Gitarre, Gesang, Mundharmonika), Lou Martin (E-Piano, Orgel), Gerry McAvoy (Bassgitarre), Rod de'Ath (Schlagzeug, Perkussion)
Die habe ich schon als Teenager abgefeiert und bis heute ich weiss nicht wie oft gehört mit NULL Abnutzungseffekt. Eine der unverzichtbarsten der Unverzichtbaren.
xarddam (12.01.2021, 08:39): ich hab noch die original Platte aus Mitte der 70ger :) Aber elider schon lange keinen Plattenspieler mehr abgeschlossen... Platte behalt ich trotzdem Ich habe die damles in den 70gern/80gern auch dauenrd gehört Walk on Hot Coals , Tatooed Lady, 100% Alcohol, As The crow Flies .... alles mega songs
Cetay (inaktiv) (12.01.2021, 09:11): Da ist Widerstand wohl zwecklos:
Rory Gallagher; Irish Tour (Live @ Belfast, Dublin & Cork, Jan. 1974) Rory Gallagher (Gitarre, Gesang, Mundharmonika), Lou Martin (E-Piano, Orgel), Gerry McAvoy (Bassgitarre), Rod de'Ath (Schlagzeug, Perkussion)
Die habe ich schon als Teenager abgefeiert und bis heute ich weiss nicht wie oft gehört mit NULL Abnutzungseffekt. Eine der unverzichtbarsten der Unverzichtbaren. Jo, wobei, wenn Du die mit diesem Cover hörst, klingt sie schlecht, da es eine furchtbare Remasterausgabe ist. Am besten klingt (als CD) die Remaster von 2017-18 vom UMC, die im Übrigen dann ALLE sensationell klingen. Das kann ich so nicht unterschreiben. Dieses Cover ziert auch den 1998 Japan-Remaster und da bleiben klanglich keine Wünsche offen. Kein Vergleich zu dem wirklich erbärmlichen Klang der Lp oder der frühen CD-Ausgaben.
xarddam (12.01.2021, 17:15): Hallo Marcie Klar, songs wie Laundromat, Just The Smile, Hands Up, Sinner Boy ... Das sind Klassiker. Die sollte jeder Rockfan mindestens schon mal gehört haben ;-)
Cetay (inaktiv) (14.01.2021, 07:13): Ein weiteres unverzichtbares Debut-Album des Blues Rock:
The Allmann Brothers Band; s/t (1969)
:times10
aiel (14.01.2021, 14:31): New Model Army - Vengeance
aiel (15.01.2021, 12:49): Orchestral Manoevres in the Dark - Organisation
tapeesa (15.01.2021, 14:05): OMD - Sailing on the Seven Seas
Jasmin Tabatabai / OST / Die Bandits
tapeesa (19.01.2021, 19:40): Joni Mitchell - Come in from the cold & Lesson in survival
tapeesa (20.01.2021, 17:16): Ich lege mal diese auf: Ich hoffe, du hattest Freude beim Hören :hello
Meine erste CD von ihr war diese "Hit"-Zusammenstellung (muss mal schauen gehen, ob ich die überhaupt noch habe) und vermutlich bleibt das auch mein "All-time-favourite". Joni Mitchell höre ich in Phasen und wenn passen meist gezielt einzelne Lieder / Liedtexte von ihr sehr gut zu meiner Stimmung.
"The Circle Game" und "Both Sides Now" sind allerdings Konstanten <3
In Hejira sind einige Jazz-Einflüsse, wenn ich mich recht entsinne? Das ist nicht so meins - aber: mit Differenzen an dem Punkt habe ich keinerlei Probleme :)
Cetay (inaktiv) (21.01.2021, 02:55): Auja. Nach dem Mahlerschen Achter-Overkill ist das jetzt das richtige:
Joni Mitchell, Don Juan's Reckless Daughter Joni Mitchell (Gesang, Akkustik-Gitarre, Klavier), Wayne Shorter (Sopransaxophon), Larry Carlton (Gitarre), Jaco Pastorius (Bassgitarre), John Guerin (Schlagzeug), Alex Acuna (Perkussion)
Hier (wie auf einigen anderen Joni-Alben, insb. Shadows and Light) wieder mit einem Superstar-Ensemble der Jazz-Rock-Fusion als Begleitung.
tapeesa (21.01.2021, 11:54): Katharina Franck - Reckless, Reckless On the Verge of an Autobiography Things you must never lose
tapeesa (22.01.2021, 02:04): Frankfurts Exportschlager Nummer 1 besteht nicht aus Schlachtabfällen, sondern aus Blech. Och, wir Frankfurter haben auch Müllpercussion zu bieten :) Von Kleidung, bis zum Trommeln auf unseren Mülltonnen ...
seit über 20 Jahren - Ten on Tons! - (Frankfurter Müll-Groove-Combo)
Den Off-Beat machen wir hier ganz plastisch erfahrbar. (Einfach mitlaufen).
Cetay (inaktiv) (22.01.2021, 03:09): Sachen gibts... Leider kann ich YT hier nicht sehen.
Es spielt:
Joni Mitchell, Shadows and Light (Live 1979) Joni Mitchell (Gesang, Gitarre), Michael Brecker (Tenor- & Sopransaxofon), Pat Metheny (Gitarre), Lyle Mays (Tasteninstrumente), Jaco Pastorius (Bassgitarre), Don Alias (Schlagzeug, Congas), The Persuasions (Gesang)
Mein Stromanbieter hat die ungekürzte LP-Version. :thumbsup:
Cetay (inaktiv) (25.01.2021, 02:14): Nachdem mir gestern Frank Martins Totentanz zu Basel in Jahre 1943 sehr zugesagt hat, folgt heute ein Totentanz zu London im Jahre 2003.
Iron Maiden; Dance of Death (2003)
Das gilt bei Fans und Kritikern als schwächstes Abum nach der Rückkehr von Sänger Bruce Dickinson. Ich bin wohl weder Fan noch Kritker und halte es für das Beste. Dass es das mieseste Albumcover ist, das sie gemacht haben, kann ich dagegen unterschreiben.
Cetay (inaktiv) (26.01.2021, 13:50):
The Boswell Sisters; Shout, Sister, Shout! (1931-1936)
Die vermutlich erste Girl Group hat in innersten Zirkeln der Metal-Szene Kultstatus. Der Titelsong enthält mit Schnellfeuer-Gesang und dem Liedtext über Satan eine Vorahnung dessen, was da knapp 40 Jahre später kommen würde. Die Begleitmusiker auf dieser Hit-Zusammenstellung haben klangvolle Namen: Jimmy & Tommy Dorsey, Benny Goodman, Eddie Lang, Joe Venuti, Glenn Miller, Artie Shaw, to name but a few.
Maurice inaktiv (26.01.2021, 14:27): Die vermutlich erste Girl Group hat in innersten Zirkeln der Metal-Szene Kultstatus. Ja, so in etwa. Allerdings sollte man dazu sagen, dass sie durch ihren Vater früh mit dem Zirkus-Leben und Vaudeville-Shows in Berührung gekommen sind. Der Vater zog mit der ganzen Familie 1914 nach New Orleans, also DER Jazz-Stadt überhaupt. SIe traten u.a. im French Opera House und im Rundfunk auf (das war um 1925 herum). Erste Aufnahmen fanden ebenfalls zu dieser Zeit statt. Connee Boswell nahm als eine der ersten Sänger/innen bereits um diese Zeit mit einem Mikrophon auf, damals noch eine absolute Rarität.
1998 wurden die Boswell Sisters in die Vocal Grpou Hall of Fame aufgenommen.
Die Boswell Sisters wären vielleicht heute weitaus bekannter, aber durch die vielen Erfolge der Andrew-Sisters, die von 1932-1966 aktiv waren, in den Hintergrund gedrängt.
Ich muss aber zugeben, dass ich nicht weiß, welche "Girl Group" die allererste war. Bei den "Boy Groups" ist es ähnlich, weil es hier im kirchlichen Bereich schon sehr früh Spiritual-Gruppen gab.
Cetay (inaktiv) (03.02.2021, 09:00):
Sick of it All; Just Look Around (1992)
Eine der besten Platten des New York Hardcore/Punk der alten Schule. Schnell, hart, aggressiv, kompromisslos... :saint:
Das Album hatte ich mir damals wegen "Joey" aus dem Schimanski-Tatort gekauft und war von der Qualität der restlichen Songs positiv überrascht. Neben "Joey" erzeugt vor allem "Tomorrow, Wendy" Gänsehaut. Eines meiner Lieblingsalben aus den 90ern.
Cetay (inaktiv) (05.02.2021, 02:42):
SBB; Warszawa 1980 (Live @ Kongresshalle Warschau, April '80) Jósef Skrzek (Tasteninstrumente, Bassgitarre, Gesang), Apostolis Antymos (Gitarre), Slawomir Piwowar (Gitarre), Jerzy Piotrowski (Schlagzeug)
Wer mich in eine Diskussion, welches denn das beste Jam-Livealbum der Rockmusik-Geschichte sei, verwickeln will, wird postwendend mit der Frage konfrontiert, ob sie das zweieinhalbstündige Warschau-Konzert von SBB kennt. Die Antwort wird wohl ähnlich ausfallen, wie bei der Frage nach Reznicek...
SBB waren ab Mitte der 70er in Polen eine ganz grosse Nummer und gelten 45 Jahre später immer noch als die beste Rockband, die das Land hervorgebracht hat. Ihr Stil speiste sich aus typischen Ingredienzien der Zeit, die da waren: Symphonischer Progressive Rock, Jazz-Rock-Fusion und die Musik der Bluesrock-Jambands. Sie tourten extensiv, auch durch den Westen und bekamen die Chance, eine Platte bei einem deutschen Label aufzunehmen. Dazu mussten sie einige Stilkorrekturen vornehmen, ein wenig kompakter und poppiger werden, sowie englisch singen. Es wurde ein Erfolg. Allerdings kam der Albumtitel Follow my Dream in Verbindung mit Liedtiteln wie Freedom with us und Going Away bei den Machthabern nicht gut an. Das Album wurde in Polen nicht herausgebracht und die Band sah sich fortan Schikanen und Represalien ausgesetzt.
Die eigentliche Stärke der Band zeigte sich auf der Bühne. Es wurden zahlreiche Konzertmitschnitte veröffentlicht, von denen ich den gerade gehörten besonders beeindruckend finde. Naturgemäss nehmen im Livekonzert die improvisierten Jams einen grösseren Raum ein - und das konnten sie. Nur selten wirkt es richtungslos -und nie sehr lange- doch gerade dann ist es umso packender, wenn sie plötzlich "einrasten" und Soli zelebrieren, die zum Besten gehören, das man aus dieser Ecke in die Ohren bekommen kann. Wer Alben wie At Fillmore East oder Rocking the Fillmore weit oben auf der Liste hat und die Vintage-Keyboard Klänge von Pink Floyd mag, mag ein Ohr riskiren. Es lohnt sich.
Cetay (inaktiv) (07.02.2021, 02:28): @Cetay
Für mich nicht „das beste“, aber sicher unter den Top 20 dabei. In meinen Rockerkreisen verehren wir die schon lange inbrünstig. :beer
Hier gerade:
S.O.D.: Stormtroopers of Death; Speak English or Die (1985)
Hardcore Thrash mit nicht exakt 100% politisch korrekten Texten. Das wäre was selbst fur den aktuellen Guilty Pleasure Faden zuviel des Guten. :P Ich höre die Neuauflage zum 30-jährigen Jubiläum mit einigen LIve-Aufnahmen aus Tokyo als Bonus. Die Atmosphäre ist perfekt eingefangen. Da kocht der Saal innerhalb von 2 Minuten schier über.
tapeesa (07.02.2021, 15:00): Georg Kreisler: Tauben vergiften und das Album: Die alten, bösen Lieder
xarddam (07.02.2021, 17:27): Jethro Tull - Living In the Past (Doppel LP)
schone Stücke aus Anfang der 70ger von Tull
tapeesa (07.02.2021, 19:58): Eurythmics - Thorn in my side Mary Black - Still believing
tapeesa (08.02.2021, 00:15): Sadism - A dwelling of Gods Inkubus Sukkubus - Lilith Rising
xarddam (08.02.2021, 16:40): Queen - Live Killers
Geht gut ab !!
Was danach kam von Queen (1980ger) hat mich nicht mehr interessiert
Philidor (08.02.2021, 16:45): Queen - Live Killers
Geht gut ab !! Ja - klasse Album! Die erste Version von "We Will Rock You" finde ich schon hammerhaft ...
Gruß Philidor
:hello
aiel (09.02.2021, 13:13): Bollock Brothers -The 4 Horsemen Of The Apocalypse
Habe ich mir vor allem wegen "Faith Healer" <3 gekauft und war positiv überrascht, was ansonsten noch darauf zu finden ist.
xarddam (09.02.2021, 13:29): ich höre nicht nur; ich seh mir was an:
Dire Straits - 16.02.1979 - Wdr Studio L, Köln
Die klasse Rockpalast show, als TS file von einem 2021er Re-broadcast.
Klasse Musik, klasse Sound/Bild (kommt hier bei dem screenshot natürlich net so raus)
aiel (10.02.2021, 16:47): Meine neueste CD: Ash Code - Part Times Punk Session
Tolles Dark Wave Album. Werde mir wohl noch mehr Alben von dieser Band zulegen.
xarddam (10.02.2021, 16:54): Echoes von Pink Floyd aus der Meddle CD
Über zwanzig minütiger Monster-song, von rocking bis pyschodelisch bis spacig . Alles drin
michael74 (10.02.2021, 17:30): Hallo Zusammen es läuft gerade
Gruss Michael
xarddam (12.02.2021, 17:23): Manfred Mann's Earth Band - The Good Earth (1974)
Das Album wird manchmal unterschätzt oder übersehen, weil eigentlich kein Lied drauf ist, was zum "Hit" wurde (das kam bei MMEB erst etwas später), aber für mich ist diese Platte ganz klar einer der Besten (die Beste?) der Earth Band
aiel (13.02.2021, 17:59): A-ha - Minor Earth, Major Sky
Für mich neben Hunting High and Low und Scoundrel Days eines der besten drei A-ha-Alben. Hier haben sie ihr Teenie-Image schon lange abgelegt. Das Album ist voller Melancholie <3 .
Anspieltipps: Minor Earth, Major Sky Velvet Summer moved on The sun never shone that day I wish i cared Mary Ellen makes the moment count
Philidor (14.02.2021, 17:12): Endlich komme ich dazu, des jüngst verstorbenen Titanen auch hörend zu gedenken.
Chick Corea: Trilogy
Chick Corea, piano Christian McBride, bass Brian Blade, drums
Wenigstens mal die erste CD.
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (18.02.2021, 10:07): Sinéad O'Connor - The Foggy Dew
The Rebel Songs of Ireland
tapeesa (18.02.2021, 15:26): Dirty old town - The Pogues
Nicolas_Aine (26.02.2021, 16:32): ich fürchte, da musst Du dem unbedarften Leser noch eine Erklärung nachreichen. Oder hast Du uns mit dem Wanderforum verwechselt? :P
Nicolas_Aine (26.02.2021, 18:00): sorry, ich höre tatsächlich ausschließlich "Klassik", war aber bei diesem Cover neugierig geworden :)
michael74 (27.02.2021, 10:16): Guten Morgen zusammen
es läuft gerade
Gruß Michael
xarddam (27.02.2021, 10:54): sorry, ich höre tatsächlich ausschließlich "Klassik", war aber bei diesem Cover neugierig geworden :) Zumindest die erste Seite der Platte (die Suite "Atom Heart Mother") ist auch für den (offenen) Klassikhörer lohnenswert! ja, sehe ich auch so. Ist ja auch ein Blechbläser-Orchester plus Cello und Chor mit dabei :-) Ausserdem könnte auch einem ''nur Klassik Hörer'' das Lied "if" von der zweiten Seite gefallen. Schöne, akustisch angelegte Country-Ballade.
tapeesa (27.02.2021, 12:14): Oh, Susanna (Stephen Foster) (with a banjo on my knee) Syracuse - Henri Salvador Amazing Grace (John Newton) - Interpretation von Judy Collins Who can sail without the wind (trad.) Wind in the Willows - Blackmore's Night
Kathy Mattea - Dark as a dungeon (Merle Travis) & You'll never leave Harlan alive (Darrell Scott) Johnny Cash - Dark as a dungeon (Merle Travis)
aiel (27.02.2021, 16:36): Ash Code - Perspektive
Cetay (inaktiv) (01.03.2021, 08:18): sorry, ich höre tatsächlich ausschließlich "Klassik", war aber bei diesem Cover neugierig geworden :) Zumindest die erste Seite der Platte (die Suite "Atom Heart Mother") ist auch für den (offenen) Klassikhörer lohnenswert! ja, sehe ich auch so. Ist ja auch ein Blechbläser-Orchester plus Cello und Chor mit dabei :-)Ausserdem könnte auch einem ''nur Klassik Hörer'' das Lied "if" von der zweiten Seite gefallen. Schöne, akustisch angelegte Country-Ballade. Atom Heart Mother ist für mich das beste 'Lied' von Pink Floyd. Allein die psychotisch-surreale Collage -vor der Reprise- mit den verfremdeten Fetzen des vorherigen Materials ist zum niederknien. Ich frage mich, wie man auf so etwas kommt und das dann noch stimmig in eine formvollendete Struktur packt. Zum Klassikbezug noch: Die Handhabung des Chors verweist auf Carl Orff. Leider fallt die 2. Seite der LP für mich stark ab.
Cetay (inaktiv) (02.03.2021, 02:26):
Whitesnake; The Purple Tour (2015) David Coverdale (Gesang), Joel Hoekstra (Gitarre), Reb Beach (Gitarre), Michele Luppi (Tasteninstrumente), Michael Devin (Bassgitarre), Tommy Aldrige (Schlagzeug)
Überraschend stark! 40 Jahre nach dem Ausscheiden bei Deep Purple hat David Coverdale mit seiner multiplatingekrönten Broterwerbstruppe Whitesnake ein paar alte Klassiker nochmal neu aufgenommen (The Purple Album) und ist damit auf Tour gegangen. Ein Querschnitt davon ist auf dieser LIve-CD dokumentiert. Der Titel ist etwas irreführend, denn nur 5 der 13 Nummern sind alter Tiefpurpur-Stoff. Der 64-jährige ist nicht mehr gut bei Stimme, aber was solls. Ich liebe diese Haudegen, die noch im Rentenalter die Bühne rocken und der Welt beweisen, dass man für Rock n Roll nur dann zu alt ist, wenn man denkt, dass man dafür zu alt ist. Die nachlassenden handwerklichen Fähigkeiten werden durch Charisma mehr als wettgemacht, den Rest besorgt die exzellente, straff und spielfreudig zu Werk gehende Band. Das rockt wie die Sau und die beiden Gitarristen veredeln mit ihren Soli alles. So machen selbst die unvermeidlichen berüchtigten 80er-Hitnummern Spass.
Cetay (inaktiv) (04.03.2021, 03:13): Vor 16161 Tagen starb der Gitarrist Tommy Bolin an einer Überdosis. Aus diesem Anlass höre ich mich durch ein paar Stationen seines Schaffens.
Zephyr - Zephyr (1971)
Tommy Bolin's Energy (1972, zu Lebzeiten unveröffentlichte Titel)
The James Gang - Bang (1973)
Billy Cobham - Spectrum (1973)
Deep Purple - Come Taste the Band (1975)
Cetay (inaktiv) (05.03.2021, 03:27): Diese geführte Tour durch die erste Hälfte der 70er hat sich grandios gelohnt. Cobham und Purple waren natürlich bekannt, aber auch die bislang ungehörten Sachen haben sofort gezündet. Deshalb habe ich Bolin für eine weitere Tour gebucht. Ein aussergewöhnlich vielseitiger Musiker, der Jazz, Blues und Heavy gleichermassen konnte.
Alphonse Mouzon - Mind Transplant (1974)
Moxy - I (1975)
Tommy Bolin - Teaser (1975)
Cetay (inaktiv) (08.03.2021, 04:38):
Patricia Barber; Café Blue (Vinyl-LP, 45RPM, Impex 1-STEP Pressung)
Pop-Jazz-Diven sind nicht unbedingt meine bevorzugte Musik, aber da dies hier wohl der letzte Schrei in Sachen audiophiler Aufnahmequalität darstellen soll, führte mir ein Freund damit seine bescheidene Anlage* vor. Das war schlichtweg atemberaubend.
* Linn Sondek LP 12 Plattenspieler, Metronome Technologies AQWO SACD/CD Player, Octave HP 700 Röhren-Phono/Line-Vorstufe, Jeff Rowland Model 8 Monoblöcke, Raidho XT2 Lautsprecher und jede Menge Netzfilter, Trenntrafos, dicke Kabel - der CD-Player wurde gar an einem Inverter betrieben. Analog-Freaks mögen mir nachsehen, dass ich vor lauter nach Atem ringen nicht nachgesehen habe, welcher Tonabnehmer im Einsatz war.
tapeesa (08.03.2021, 08:21): "If I only had a brain" (Original Soundtrack from 'The Wizard of Oz') Judy Garland, Ray Bolger, MGM Studio Orchestra
Cetay (inaktiv) (08.03.2021, 12:03):
Camp Meeting Bruce Hornsby (Klavier), Christian McBride (Kontrabass), Jack DeJohnette (Schlagzeug)
Klaviertrios sind für mich die "Streichquartette des Jazz". Ich muss aktiv zu- und mithören, damit das über eine Plattenlänge interessant bleibt - und nicht selten misslingt es. Bei diesem fällt es mir einfach - das entwickelt sogar regelrechtes Suchtpotential. Vor allem DeJohnettes subtiles, "singendes", klangfarbenreiches Spiel ist wie immer eine Ohrenweide und er weitet sein Vokabular noch um vorsichtig eingesetzte Samples aus. Neben Interpretationen eigener Stücke nimmt sich Hornsby die ganz grossen Namen vor: Bud Powell, Thelonious Monk, Keith Jarrett, Miles Davis, Ornette Coleman, John Coltrane...
Cetay (inaktiv) (09.03.2021, 10:22):
Broken Landscapes Gareth Davis (Bassklarinette, Elektronik), Merzbow (Feldaufnahmen, Elektronik)
Ob das als E-Musik und damit "klassisch" durchginge, weiss ich nicht, aber ganz sicher ist das keine U-nterhaltung. Davis stammt aus dem Umfeld der Neuen Improvisationsmusik und Merzbow (Masami Akita) ist ein Extrem-Geräuschkünstler, der auch seine hartgesottensten Fans an die Grenzen treibt. Heraus kommt bei dieser Kollaboration... skulpturierter Krach. Das ist kaum auszuhalten und gerade darin liegt die Herausforderung - durch den Lärm hindurchzuhören und dann die Rest-Schönheit dahinter umso eindringlicher zu ent-decken, beinahe im Wortsinne. Es geht bei dieser 3-teiligen Suite um die Mechanisierung der Umwelt und die Befürchtung, dass das Ringen zwischen Zivilisation und Natur letzlich von beiden verloren wird. Was von den Feldaufnahmen (Naturlaute und Maschinen - u. a. sinnigerweise aus Windparks) die Ohren erreicht, ist zerschreddert, verzerrt und übersattigt bis zur Schmerzgrenze. Darüber liegt ein dichtes digitales Sperrfeuer von Drones, Feedback-Schleifen und Rosa Rauschen, vermischt mit analogem Kreischen und Heulen vom Rohrblatt. Das ist so extrem, dass kaum auszumachen ist, welcher Beitrag von wem stammt. Nicht einfach zu hören, aber mit Biegungspotential für offene Geister.
tapeesa (10.03.2021, 16:16): The best of Siouxsie and the Banshees Dear Prudence, Cities in dust, Spellbound, Hong Kong Garden und anderes
Philidor (14.03.2021, 15:39): Nach all den klassischen Eruptionen nun Reisen durch Raum und Zeit ...
Michael Wollny Trio: weltentraum live - philharmonie berlin
Michael Wollny, Piano Tim Lefèvre, Bass Eric Schaefer, Drums
Das ist Jazz für Colatrinker. :D Gefällt mir.
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (16.03.2021, 11:22): Ich versuche, mir den typischen Colatrinker vorzustellen... Die heute anstehende Grenzerfahrung braucht allerdings etwas mit Umdrehungen:
Nach einer Vorabprobe des ersten Satzes der Geräuschmesse (oder Masse?) wirkt das oben als 'extrem' tiulierte Projekt mit Gareth Davis wie Fahrstuhlmusik. Das hier ist extrem, ein Niedermetzeln des Gehörs, akustische Leukotomie. Die verhasste deutsche Samstagmorgen-Kleinstadt-Kakaophonie aus Rasenmähern, Kreissägen, Hochdruckreinigern und voll aufgedrehten Schlagern aus offenen Autos, die mit 5kW-Monstern ausgesaugt werden, war ein Dreck dagegen. Hier spielt die wahre Musik - ich meine, der wahre Krach.
Maurice inaktiv (16.03.2021, 12:11): Ich versuche, mir den typischen Colatrinker vorzustellen... Ich musste so über diese Aussage von Philidor lachen, dass ich mir die gleiche Frage gestellt hatte. Wer so ein Zeugs schreibt, wird es eventuell wissen. Ich kenne keinen typischen Cola-Trinker, geschweige dann, wie so jemand aussehen könnte. Es ist mir auch wurscht egal.
Ich frage mich auch nicht, ob man einen "typischen Biertrinker" von einem "typischen Weintrinker" auseinander halten kann. Auch DAS spielt am Ende keine Rolle.
tapeesa (16.03.2021, 18:05): Zaz - Qué Vendrá / aus dem Album "Effet Miroir"
Philidor (16.03.2021, 18:25): Das ist Jazz für Colatrinker. :D Ich versuche, mir den typischen Colatrinker vorzustellen... Lieber Cetay, oh, ich weiß gar nicht, ob es den/die typische Colatrinker*in gibt ... aber von einem solchen Exemplar hatte ich ja auch nicht geschrieben.
Ich wollte mit der flapsigen Bemerkung andeuten, dass mMn diese Musik eventuell mit dem Vorsatz der Massentauglichkeit geschaffen wurde. Anders gesagt: Habe schon Jazz-Msuik mit mehr Tiefgang gehört.
Im Hinterkopf hatte ich dabei das prominente Cola-Zitat von Celibidache, welcher, auf Herbert von Karajan angesprochen, antwortete: „Ich weiß, er begeistert die Massen. Coca-Cola auch.“ Ich musste so über diese Aussage von Philidor lachen, dass ich mir die gleiche Frage gestellt hatte. Wer so ein Zeugs schreibt, wird es eventuell wissen. Ich kenne keinen typischen Cola-Trinker, geschweige dann, wie so jemand aussehen könnte. Es ist mir auch wurscht egal. Lieber Maurice, ich freue mich, dass ich Dich zum Lachen bringen konnte. - Deine Worte von "so ein Zeugs" könnte man als herablassend empfinden, wenn man sich die Mühe machte, darüber nachzudenken.
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (17.03.2021, 04:40): Das ist Jazz für Colatrinker. :D Ich versuche, mir den typischen Colatrinker vorzustellen... Lieber Cetay, oh, ich weiß gar nicht, ob es den/die typische Colatrinker*in gibt ... aber von einem solchen Exemplar hatte ich ja auch nicht geschrieben. Ich wollte mit der flapsigen Bemerkung andeuten, dass mMn diese Musik eventuell mit dem Vorsatz der Massentauglichkeit geschaffen wurde. Anders gesagt: Habe schon Jazz-Msuik mit mehr Tiefgang gehört.
Im Hinterkopf hatte ich dabei das prominente Cola-Zitat von Celibidache, welcher, auf Herbert von Karajan angesprochen, antwortete: „Ich weiß, er begeistert die Massen. Coca-Cola auch.“
Gruß Philidor
:hello Ok, verstanden. Das sind schon einige Ecken, um die herumgedacht werden musste. :D Dann kommt hier jetzt hier Rockmusik fur Fürnheimer*-Trinker:
Whitesnake; Forevermore (2011)
*Das war das Billigst-Bier, das wir uns als Teenies für die wochenendlichen Gartenpartys gerade noch leisten konnten. Der Kasten kostete weniger als halb so viel wie Stuttgarter Hofbräu und schmeckte wirklich beschossen und läpprig, aber das hatte irgendwie etwas kultiges und erfüllte seinen Zweck. Verhält sich wie Whitesnake zu Deep Purple.
michael74 (18.03.2021, 21:20):
so das hat Spaß gemacht
Gruß Michael
tapeesa (22.03.2021, 07:13): Sophie Zelmani - A Decade of Dreams
tapeesa (27.03.2021, 11:33): Katja Maria Werker - Carried the cross
aiel (28.03.2021, 11:03): Habe mir letzte Woche die CD von Fishbach wegen "y crois-tu" gekauft:
Französische Popmusik hat mir schon immer gefallen. :)
tapeesa (30.03.2021, 15:12): @aiel - an nicht-Klassik aus Frankreich mochte ich - länger her - Jean-Jacques Goldman (La vie par procuration, je te donne, Là-bas, Il suffira d'un signe) sehr. Patricia Kaas höre ich heute noch gerne. Teenager-unvergessen - Joe le Taxi / Vanessa Paradis X/
Frankreich und klassische Musik, zur "Groupe des Six" könnte ich mal wieder schauen. _____
Don McLean - Vincent und American Pie (The day the music died) Mike Oldfield - The time has come (Gesang Anita Hegerland) und auch Moonlight Shadow, Pictures in the dark Loreena McKennitt - Dante's Prayer, The Mummers' Dance
Mike Oldfield - "Voyager"
aiel (30.03.2021, 15:28): @aiel - an nicht-Klassik aus Frankreich mochte ich - länger her - Jean-Jacques Goldman (La vie par procuration, je te donne, Là-bas, Il suffira d'un signe) sehr. Patricia Kaas höre ich heute noch gerne. Teenager-unvergessen - Joe le Taxi / Vanessa Paradis X/
Frankreich und klassische Musik, zur "Groupe des Six" könnte ich mal wieder schauen.
Jetzt:
Don McLean - Vincent und American Pie (The day the music died) Mike Oldfield - The time has come (Gesang Anita Hegerland) und auch Moonlight Shadow, Pictures in the dark Loreena McKennitt - Dante's Prayer, The Mummers' Dance
Nun hin zu "Voyager" / Mike Oldfield geschliddert. An Patricia Kaas erinnere ich mich. Konnte ich teilweise hören. Ende der 80er gab es eine Art französische Welle in den deutschen Singlecharts. Ein paar Jahre zuvor um 1985/86 war "Jeanne Mas" recht erfolgreich in Frankreich (En Rouge et noir, Johnny Johnny, Toute premiere fois, L'Enfant). Singen konnte sie eigentlich nicht, aber die Melodien waren hübsch. Seit Anfang der 90er ist Mylene Farmer <3 dort sehr angesagt. Loreena McKennitt hatte ich vor einigen Jahren live in Mainz gesehen. Die meisten Alben von ihr dürfte ich haben. Von Mike Oldfield finde ich das Album "Incantations" interessant.
tapeesa (01.04.2021, 20:14): Ende der 80er gab es eine Art französische Welle in den deutschen Singlecharts. Loreena McKennitt hatte ich vor einigen Jahren live in Mainz gesehen. Die meisten Alben von ihr dürfte ich haben. Loreena McKennitt in der Zitadelle? Open Air? Soviel Fan, dass ich mehrere Alben von ihr hätte, bin ich nicht. Sind eher 3 - 5 Lieder, die ich ab und an höre.
Genau, die erwähnten Jean-Jacques Goldman-Lieder dürften alle von 1986, 87 die Ecke sein. Die "französische Welle" habe ich mit dem Film "La Boum - Die Fete" mit Sophie Marceau verbunden. 1980. Premiere Deutschland 1981. Später gab es noch eine Fortsetzung. Die Sängerinnen, die du nennst, kenne ich nicht mal namentlich.
Momentan entdecke ich Zaz ein wenig. Édith Piaf ist mein konstanter Bezug zur französischen Nicht-Klassik.
Viele Grüße, tapeesa
aiel (01.04.2021, 21:18): Ende der 80er gab es eine Art französische Welle in den deutschen Singlecharts. Loreena McKennitt hatte ich vor einigen Jahren live in Mainz gesehen. Die meisten Alben von ihr dürfte ich haben. Loreena McKennitt in der Zitadelle? Open Air? Ja, inklusive Flugzeuglärm. ;)
Soviel Fan, dass ich mehrere Alben von ihr hätte, bin ich nicht. Sind eher 3 - 5 Lieder, die ich ab und an höre. Ich hatte mit zwei Alben angefangen. Im Laufe der Jahre wurden es mehr. :)
Die "französische Welle" habe ich mit dem Film "La Boum - Die Fete" mit Sophie Marceau verbunden. Das könnte hinkommen. Als der Film im TV ausgestrahlt wurde, gab es für "Reality" einen Schub.
Die Sängerinnen, die du nennst, kenne ich nicht mal namentlich. Da gehörst Du vermutlich zur Mehrheit. Ich hatte sie wohl alle auf SWF 3 gehört. Auch verfolgte ich Ende der 80er die Europarade auf SR1. Dabei fällt mir ein, dass es noch die Band Niagara gab, von der ich ebenfalls begeistert war. Sie dürften in Deutschland noch unbekannter sein als Jeanne Mas oder Mylene Farmer.
Momentan entdecke ich Zaz ein wenig. Dafür sagt mir dieser Name nichts. :) Laut Wikipedia waren ihre Alben in Deutschland sehr erfolgreich. 2010 habe ich noch viel Radio gehört. Wieso habe ich davon nichts mitbekommen? ?(
Viele Grüße aiel
aiel (01.04.2021, 21:42):
Die Musik könnte für Freunde von mittelalterlicher Musik interessant sein.
Philidor (05.04.2021, 10:30): Außerforisch inspiriert, mit großem Vergnügen gehört:
Pharoah Sanders: Africa (1988) Pharoah Sanders (ts), John Hicks (p), Curtis Lundy (b), Idris Muhammed (dr)
Gruß Philidor
:hello
xarddam (05.04.2021, 16:57): back to my youth ... ins Jahr 1974. ich begann mich gerade für "echte Musik" zu interessieren ;-) Suzi Quatro war dabei
...was war die damals scharf !!
Suzi Quatro - Quatro (1974) ... ihr zweite LP
Cetay (inaktiv) (06.04.2021, 05:12): Oh, wie war ich verliebt in Suzi. Ich hatte mir vom zusammengesparten Taschengeld ihre erste LP gekauft - die mit dem Biertrinker auf dem Cover. Blankes Entsetzen bei den Eltern. Kommentar zu 48 Crash: Derra g'heert 48 mol uffs Hirn nuff gschlage. :D
tapeesa (06.04.2021, 07:09): Dafür sagt mir dieser Name nichts.
Ist vielleicht nicht deine Musikrichtung / eher dem Nouvelle-Chanson zuzuordnen.
Maurice inaktiv (06.04.2021, 11:07):
Art Farmer : When Farmer met Gryce AD: 19.05.1954 & 26.05.1955 , Hackensack, Van Gelder-Studio , Prestige
Art Farmer (Trompete) - Gigi Gryce (Altsax) - Horace Silver (1-4) und Freddie Redd (5-8) (Klavier) - Percy Heath (1-4) und Addison Farmer (5-8) (Bass) - Kenny Clarke (1-4) und Art Taylor (5-8) (Drums)
Los geht es mit der Art Farmer-Box, die ich letztes Jahr im Oktober gekauft hatte. Das passt genau zu meiner Stimmung heute Morgen. Ich verspüre wieder Lust auf Jazz, ein gutes Zeichen.
Leider hat die Box keine echten Daten parat. Immerhin die Angaben der Tracks mit den originalen Platten-Titeln mit dem Aufnahmejahr. So kann man es immerhin zuordnen und Dank des I-Nets auch entsprechend nachschauen.
michael74 (06.04.2021, 11:45): Hallo Zusammen,
am Osterwochenende lief
und
Gruß MIchael
Maurice inaktiv (06.04.2021, 12:12):
Weiter in der Box mit Aufnahmen von Art Farmer. Nun mit dem Album "Art Farmer Quintet featuring Gigi Gryce" aus dem Jahre 1955 (21.10.,1955) , Hackensack, Van Gelder-Studio, Prestige
Art Farmer (Trompete) - Gigi Gryve (Altsax) - Duke Jordan (Klavier) - Addison Farmer (Bass) - Philly Joe Jones (Drums)
Beide Alben haben einen, wie ich finde, nicht unwichtigen Nachteil: Sie laufen fast komplett gleich gestrickt durch den Player durch. Sie heben sich nur selten von tausenden anderen Alben ab, die zwischen 1953 und 1962 etwa eingespielt worden sind. Gryce fertigt immer mal wieder gute Arrangements an, doch es bleibt kein Stück im Ohr drin, wie das etwa bei Miles, Art Blakey oder in den Bands von Horace Silver war. Das mag der ein oder andere Kritiker damals anders gesehen haben, aber es fällt mir nach den ganzen Jahrzehnten halt auf.
Farmer war keiner der Power-Trompeter a la Lee Morgan, Dizzy Gillespie, Maynard Ferguson oder dann Freddie Hubbard. Er kommt von der lyrischen Seite eines Harold Baker - Miles Davis - Shorty Rogers daher, arbeitet viel mit dem Cup-Mute, was ihm einen anderen Sound als Miles gab (auch wenn er von ihm doch stark beeinflusst war), Gigi Gryce war damals durchaus ein achtbarer Musiker gewesen, der auch Flöte spielte, später noch Sopransax. Doch vor allem kennt man ihn als Arrangeur und Komponisten. Daher fällt es gerade hier auf, dass nur wenige Stücke wirklich herausragen. Vielleicht noch "Nica's Tempo" , was eine Anlehnung an "Nica's Dream" sein soll, "Satellte" oder "Shabazz" etwa. Kein Stück davon wurde aber zum Standard am Ende.
Obwohl die Rhythmusgruppe auf dem Papier sehr gut besetzt ist, macht nur Drummer Philly Joe Jones Dampf. Addison Farmer, der Zwillingsbruder von Art, war immer ein zuverlässiger Begleiter gewesen, Duke Jordan macht mir zu wenig aus seiner Rolle. Als Bopper der frühen Stunde fehlt mir ein wenig die Power der damaligen Zeit. Er spielt sicher und souverän, aber nicht herausragend.
aiel (06.04.2021, 16:03): Dafür sagt mir dieser Name nichts.
Ist vielleicht nicht deine Musikrichtung / eher dem Nouvelle-Chanson zuzuordnen. Möglicherweise liegt es daran.
aiel (06.04.2021, 16:06): Suzi Quatro Suzi in Ilja Richters Disco mit großer Gitarre und Lederkluft fand ich als Grundschüler schon klasse.
Cetay (inaktiv) (07.04.2021, 03:07):
Jam Miami: A Celebration Of Latin Jazz (Live @ Jackie Gleason Theatre, Miami FL, Mai 2020) Arturo Sandoval (Trompete), Chick Corea (E-Piano), Poncho Sanchez (Congas), Pete Escovedo (Kesselpauke), The Latin Allstars Big Band, Origin Quintet
Geez! Hier wird aus allen Rohren scharf gefeuert, da ist Hochdruck im Kessel, da bluten die Ohren, da gerate ich in unkontrollierbare Zuckungen. Scharf wie Sichuan-Pfeffer ... muss man mögen und vertragen.
Maurice inaktiv (07.04.2021, 09:08): Jam Miami: A Celebration Of Latin Jazz (Live @ Jackie Gleason Theatre, Miami FL, Mai 2020) Sind das verschiedene Sessions auf der CD? Ich frage deshalb nach, weil Claudio Roditi im Mai 2020 bereits einige Monate tot war. Er dürfte ab ca. 2018 nicht mehr live aufgetreten sein, da er an Krebs erkrankte. Leider ein tragischer Verlust für die Jazzwelt noch vor Corona.
Cetay (inaktiv) (07.04.2021, 09:14): 2020 ist in weiterer HInsicht unmöglich - da war Florida im harten Lockdown. Es ist ein Typo und muss richtig 2000 lauten. Was meinst du als Kollege zu Sandovals Spitzentönen? Das grenzt bei mir schon an Lobotomie...
Maurice inaktiv (07.04.2021, 11:29): Es ist ein Typo und muss richtig 2000 lauten. Das passt schon weitaus besser.
Was meinst du als Kollege zu Sandovals Spitzentönen? Das grenzt bei mir schon an Lobotomie... Ich habe ihn selbst live erlebt in Frankfurt, als die HR-Bigband ihre berühmte Reihe "Live aus dem Schlachthof" noch gemacht hat. Er beherrscht die komplette Bandbreite in absoluter Perfektion. Er spielt auch wunderbar Flügelhorn, ist dazu ein total sympathischer Mensch. Er saß vor dem Konzert an meinem Nachbartisch und hat seinen Kaffee getrunken und die Instrumente vorbereitet. Völlig ungezwungen und leger. So hat er dann auch gespielt. Das war zu seinen Glanzzeiten gewesen.
Sandoval hat auch eine sehr schöne CD mit klassischen Stücken eingespielt, mit Trompetenkonzerten von Hummel, Haydn, Arutiunian und einem eigenen Konzert:
Andréjo (07.04.2021, 12:19): Mir hat mal, vor wohl über zwanzig Jahren, ein guter Bekannter, seines Zeichens mittlerweile Musiklehrer und halbprofessioneller Trompeter im klassischen und im Jazzbereich, früher ein Schüler von mir am Gymnasium, eine CD geschenkt - oder selber erstellt - ich kann das nicht mehr eindeutig nachvollziehen. Dort improvisiert Arturo Sandoval im Stil verschiedener Jazzgrößen von Miles Davis bis George Shearing auf seinem Instrument - daneben tut er das auch à la Timofej Dokshizer und Maurice André, soweit ich mich jetzt erinnere.
Ansonsten besitze ich zwar nicht die CD, die Maurice oben verlinkt hat, kenne aber - ebenfalls über diesen Bekannten - Sandoval mit zumindest den Konzerten von Arutjunjan und Sandoval. Darüber hinaus müsste ich nachschauen. Ich habe die Sachen zwar schon lange nicht mehr gehört, aber zuvor mehrmals.
:) Wolfgang
Maurice inaktiv (07.04.2021, 13:20): Dort improvisiert Arturo Sandoval im Stil verschiedener Jazzgrößen von Miles Davis bis George Shearing auf seinem Instrument - Ich kenne nur jene CD, auf der die Trompetenkollegen des Jazz im Visir hatte:
Bei Clifford Brown geh er einen Schritt weiter: Hier spielt er teilweise Browns Soli im Trompetensatz nach. Die Stimmen hat er natürlich alle im Overdubbing selbst eingespielt.
Bei aller Freude über seine Auftritte, CDs, etc. muss man zwei Dinge berücksichtigen: Er spielt wirklich aus einem Gefühl heraus so frisch und auch so virtuos. Das ist nicht auf Publikumswirksamkeit ausgelegt, auch wenn hin und wieder die Show nicht zu kurz kommt (etwa, wenn er in "Night in Tunisia" die Solo-Kadenz mit der Piccolo-Trompete spielt). Dagegen sind die Spielereien bei etwa Jon Faddis oder James Morrison gewollt auf Artistik ausgelegt. Man sieht und hört es auch. Bei Morrison weiß ich es auch ganz sicher, denn ihn habe ich im Konzert mit Randy Brecker und einem weiteren Kollegen (der Name ist mir entfallen) erlebt, als er auf Teufel komm raus die Kollegen an die Wand spielen wollte. e Ein teilweise ähnlicher Fall war Cat Anderson in der Ellington-Band gewesen. Er wurde bewusst von Ellington als Virtuose missbraucht, und dabei wurde leider gerne überhört, welch ein exzellenter Trompeter Anderson auch bei Ellington als Dämpfer-Solist (etwa mit dem Plunger = Gummi-Pümpel) spielen konnte, oder wie großartig er auch Louis Armstrong imitieren konnte, um dann wieder ganz er selbst zu sein. Oder wie großartig er Tex Stewarts Klassiker "Boy Meets Horn" spielen konnte mit den ganzen Tricks des "Half-Valve-Playings". Er spielte das Solo etwa um 1974 herum in der Bigband seines Ex-Ellington-Kollegen Bill Berry auch auf Platte/CD ein.
Das ganze "High Note-Spiel" hat leider nicht unbedingt zum guten Geschmack beigetragen. Heute können unglaublich viele Trompeter zwar sehr hoch spielen, aber dafür keine Ballade mehr vernünftig gestalten. Ich könnte das weiter ausführen, aber das würde wirklich den Rahmen sprengen.
Ein Beispiel vielleicht für jene User, die Noten lesen können. Eine B-Trompete, wie sie auch auf dem Bild von Arturo Sandoval zu sehen ist, hat einen Tonumfang vom kleinen f (also bereits im Bass-Schlüssel-Bereich stehend) bis hin zum Bb2. Das gilt als die "Standard-Lage" für B-Trompeten. Man könnte noch einen halben Ton nach Unten gehen, aber auch noch drei bis vier Töne nach Oben. Sonst würde man das Instrument wechseln, etwa die C-Trompete nutzen, etc.
Ich selbst habe früher live bis zum F3 regelmäßig gespielt, an sehr guten Tagen auch mal das As3 erreicht, was aber selten geschehen ist. Nach Unten kann ich mit Pedalspiel bis zum Großen b spielen, aber das ist eigentlich nie gefordert in meinem Bereich. Wie gesagt, dafür gibt es andere Trompeten, etwa die tiefe Es-Trompete, die das viel besser kann. Wenn man Bigband-Lead spielen will im Profi-Bereich wird schon erwartet, dass man bis zum As3 kommt. High Note-Spezialisten wie Cat Anderson, Al Killian, Ernie Royal, Doc Severinsen, Dizzy Gillespie, Maynard Ferguson, Horst Fischer, Arturo Sandoval, Derek Watkins, Bill Chase, Mike Vax, Carl Saunders, byron Stripling, James Morrison, Jon Faddis spielen bis zum C5 und höher - mit einer herkömmlichen B-Trompete, wohlgemerkt.
Dazu der Vergleich mit den Trompetern aus der Klassik. Gleiche Trompete, gleiche Voraussetzungen. Hier sind Leute wie Adolf Scherbaum beim Es3 oder G3 am Ende ihrer Kunst angelangt. Bei den jungen Leuten aus den USA oder England würde ich sagen, dass die inzwischen auch durchaus höher als die Kollegen der älteren Generation kommen werden. Die Ausbildung wurde da ja auch ziemlich umgestellt inzwischen, da die Anforderungen auch für den Orchestermusiker bei den modernen Werken anders angesiedelt sind wie noch vor Jahrzehnten.
Andréjo (07.04.2021, 17:14): Ja - es ist wohl die obere CD, die Du verlinkt hast, denn an das Cover mit den vielen Trompeten erinnere ich mich in Kopie.
Adolf Scherbaum - vermutlich hat Sandoval auch ihn parodiert, was ich nicht genau weiß - war ja der große Entdecker in den Fünfzigern, auch wenn man seinen Barockstil heute nicht mehr recht hören mag. Was er tatsächlich drauf hatte, zeigt er für mich vor allem im Konzert von Bernd Alois Zimmermann. Alle moderneren Einspielungen dieses Werks, die ich kenne - es sind eine knappe Handvoll, - haben mir für mich - was keineswegs gegen sie spricht - nicht diesen Straßendreck im Sound - wenn ich mir mal erlauben darf, das so zu formulieren. :D
edit: meint - ich habe mich im Thread und mit dem Post verirrt!!!!!!!!
Maurice inaktiv (07.04.2021, 17:56): Falscher Thread, falsches Cover. ??? Sorry, was soll falsch sein?
Maurice inaktiv (07.04.2021, 19:36): dit: meint - ich habe mich im Thread und mit dem Post verirrt!!!!!!!! Ah,ok. Das kann vorkommen. Einfach löschen, das geht eigentlich immer noch am gleichen Tag. Ich schreibe dann auch "gelöscht" oder sowas. Das ist bestimmt allen Usern in einem Forum schon mal passiert.
Philidor (10.04.2021, 16:17): Hier summer music für gute Laune trotz schlechten Wetters.
Parallel Realities live
Pat Metheny - guitars Herbie Hancock - keyboards Dave Holland - bass Jack DeJohnette - drums
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (12.04.2021, 21:19): Johnny Cash - Hurt Elvis Presley - In the Ghetto Peter Gabriel - Biko
Cetay (inaktiv) (13.04.2021, 05:04):
Asphyx - The Rack (1990)
Ein alles vernichtender Klassiker des Doomdeath. Ich habe dieses Zitat vor acht Jahren schon mal gebracht und das gilt heute noch genau so und ist einfach eine der allertreffensten Beschreibungen eines Stils und einer Band: Geht es beim Doom um die verzweifelte Suche nach dem Licht, ist Doomdeath der Horror des Augenblicks und die komplette Dominanz der Dunkelheit. Ist Doom eine Klage über Deine Verlassenheit von Gott und Mensch, so beklagen Asphyx das gleiche, während sie verotten, die faulenden Gliedmaßen von Stacheldraht umhüllt.
Cetay (inaktiv) (16.04.2021, 05:39): Das muss jetzt sein... :saint:
Entombed - Left Hand Path
Cetay (inaktiv) (19.04.2021, 04:24):
Mostly Other People do the Killing - Hannover (Live @ Jazz Club H, 17. Feb. 2014) Peter Evans (Trompete, Piccolo-Trompete), Jon Irabagon (Tenor- & Sopranino-Saxophon), Moppa Elliott (Kontrabass), Keven Shea (Schlagzeug, Elektronik)
Dass ich von dieser Gruppe, die seit 15 Jahren im Geschäft ist und 10 Studioalben vorgelegt hat, noch nie etwas gehört habe, beweist, dass ich von der Entwicklung des Jazz seit langem hoffnungslos abgehängt bin. Denn wo man auch hinliest, wird das -mittlerweile zum Septett angewachsene- Quartett als das grosse Ding des 21. Jahrhunderts abgefeiert. Das kann ich verstehen. Diese umtriebige Melange von allen Stilrichtungen des traditionellen und modernen Jazz mit einem hohen Anteil an freier Improvisation wird spielfreudig, hochvirtuos, kommunikativ und witzig dargeboten - da bleiben keine Wünsche offen.
tapeesa (20.04.2021, 01:05): La pulce d'acqua (Der Wasserfloh) - Angelo Branduardi Angelo Branduardi - Filmmusik zu Momo (Michael Ende)
Cetay (inaktiv) (22.04.2021, 12:58): Aus gegebenem Anlass:
Dead Kennedys; Bedtime for Democracy
Cetay (inaktiv) (23.04.2021, 00:48):
The Guidlines Quartet feat. Kaz Lux - Golden Bluessongs (1988) Kaz Lux (Gesang), Peter Guidi (Altsaxophon, Flöte), Rob van Bavel (Klavier), Hans Mantel (Kontrabass), Hans van Oosterhout (Schlagzeug)
Das ist sehr einnehmend gespielt - die Art und Weise, wie Lux' Stimme und das Sax harmonieren, lässt Gedanken an Hartman/Coltrane aufblitzen.
michael74 (23.04.2021, 12:17): Hallo Zusammen,
fürs Wochenende heute eingetroffen :
Gruß Michael
Maurice inaktiv (24.04.2021, 10:41): Vic Dickenson : Swing that Music AD: 27.07.1976 , Barcelona, Spanien
Doc Cheatham (Trompete) - Vic Dickenson (Posaune) - Eddie Barefield (Klarinette, Tenorsax) - Sir Charles Thompson (Klavier) - George Duvivier (Bass) - Panama Francis (Drums)
Leider ohne Bild. Schöner Swing-Mainstream mit einer hervorragenden Besetzung.
Anschließend:
David "Panama" Francis & His Savoy Sultans AD: 31.01. & 11.02. 1979 , Paris
Irvin Stokes, Francis Williams (Trompeten) - Norris Turney (Klarinette, Altsax) - Howard Johnson (Altsax) - George Kelly (Tenorsax) - Red Richards (Klavier) - John Smith (Git.) - Bill Pemberton (Bass) - David "Panama" Francis (Drums)
Tolle Band !! Hervorragende Arrangements !! Heftig swingend !! Da geht echt die Post ab !! Die Band wurde von Drummer Panama Francis als Hommage an die originalen "Savoy Sultans" gegründet, die um 1941-1945 herum den berühmten Savoy Ballroom zum Kochen brachten. Mit George Kelly war auch einer der Musiker mit dabei, die damals schon in der Band spielten. Sieben Stücke stammen auch dann von dem damaligen Chef der Band, dem Saxophonisten Al Cooper.
Cetay (inaktiv) (25.04.2021, 04:39):
Soft Machine - Six (CD 1: Live, 1973) Karl Jenkins (Bariton- & Sopransaxophon, Oboe, E-Piano, Klavier, Celsta), MIke Ratledge (E-Piano, Orgel), Hugh Hopper (Bassgitarre), John Marshall (Schlagzeug)
Eigentlich wollte ich mir ein weiteres Album der o. g. Killer-Jazzband anhören, aber gleich beim ersten Stück brachten sie ein Zitat aus Soft Machines Sechster, worauf ich sofort das Original strömen musste. Diese Jazzrock-Fusion mit Spuren des Psych/Prog aus der Anfangsphase der Band ist so gut, da weiss ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Die Klangfarbenvielfalt, die durch den neu hinzugestossenen Multi-Instrumentalisten Jenkins (vor allem mit der Oboe) ins Spiel gebracht wird oder Hoppers hypnotisch-vertrackte Bass-Ostinati und die darüber gesponnenen Improvisationen von Ratledges unverkennbarer Blase-Orgel oder das Spiel des zweiten Neuzugangs, John Marshall am Schlagzeug, der sich von Anfang bis Ende den Allerwertesten abrackert, immer variabel, sehr hart schlagend, aber doch mit einer mühelosen Leichtigkeit füllend und rollend und dabei unmenschlich präzise - wir haben den früher in meinem Freundeskreis immer Die Maschine genannt. Ein grosses Album (zumindest der Live-Teil, das Studiomaterial auf CD 2 ist durchwachsen) und Anlass, mich mal wieder um den Arbeitskorpus dieser Band zu kümmern.
tapeesa (25.04.2021, 06:02): Norah Jones - Sunrise
Maurice inaktiv (29.04.2021, 14:38):
Duke Ellington: Piano in the Background AD: 31.05.-30.06.1960 , Los Angeles
Zum Geburtstag von Duke Ellington (1899-1974) heute eine seiner besten Studio-Produktionen mit der Bigband "Piano at the Background". Das Album hat mehrere Besonderheiten. Zum Einen wurden alte Stücke durch die Arrangeure Gerald Wilson und Bill Mathieu neu arrangiert, zum Anderen spielt der Duke auf einem Klavier mit 91 (!!!) Tasten. Auch ist die Besetzung durch das Fehlen von Cat Anderson an der Lead-Trompete etwas umbesetzt worden seitdem er die Band von Ende 1959 bis Anfang 1961 verlassen hat.
Andersons Part hat (wie immer mal wieder) Andre "Fats" Ford übernommen (der wiederum auch den Namen Andres Merenghito trägt). Die Plunger-Soli auf der Posaune spielt Booty Wood, Aaron Bell und Sam Woodyard sind das wahnsinnig swingende Rhythmus-Team an Bass und Drums. Billy strayhorn spielt auf drei Stücken für den Duke Klavier (5,7,12).
"Lullaby of Birdland", "Main Stem" umd "Midriff" spielte der Duke auch nur selten. "Lullaby of Birdland" ist die einzige, mir bekannte Studio-Einspielung von ihm (gleich mit Alternate Take hier zu hören). Ich kenne noch eine Live-Fassung aus der Zeit mit Louie Bellson am Schlagzeug um 1952, als die Band im Birdland auftrat. "Main Stem" hatte er nach 1945 nur noch selten aufgelegt. Erneut 1948/49, als Ben Webster kurze Zeit erneut in der Band war und dann erst wieder ab ca. 1957 herum einige Zeit. "Midriff" spielte er um 1946 herum , dann einige Jahre nahezu überhaupt nicht mehr. 1956 nahm er es wieder in Stereo auf, als er viele seiner alten Hits neu einspielte. Dann war es wieder verschwunden im Notenschrank. 1967 findet man es dann wieder auf dem Album "And his Mother called him Bill". Das Stück wurde nämlich von Billy Strayhorn geschrieben.
Wenn man einmal alle die Titel einspielen würde, die es welchen Gründen auch immer nicht ständig in seinem Repertoire gewesen waren, dürfte man auch locker 3-4 Alben zusammen bekommen und hätte noch Reserven für erneut 3-4 Alben.
Cetay (inaktiv) (30.04.2021, 10:11): Eine der bizzarsten und obskursten Figuren der Alternativ-Rock Szene tritt in der Öffentlichkeit stets mit einem Eimer auf dem Kopf und einer Theatermaske vor dem Gesicht auf. Diese Gimmickerei dient allerdings nicht dazu, mangelndes Talent zu verbergen. Buckethead ist einer der technisch versiertesten Gitarristen auf dem Planeten. Es mag eine Hand voll geben, die noch schneller sind, aber nicht mit dieser unmenschlichen Präzision. Ein Workaholic ist er obendrauf. Die unter seinem Namen veröffentliche Diskographie umfasst 314 Einträge, davon entstanden allein 118 Alben im Jahr 2015 und davon wiederum 32 an den 32 Tagen vor Halloween. Der größte Teil seiner Platten ist rein instrumental und stilistisch deckt er die Bandfläche zwischen Ambient, Folk, Avantgarde und Metal ab. Nachdem sich der Eimerkopf in der ersten Hälfte des letzten Jahres mit nur einer Veröffentichung rar gemacht hat, gab er ab Juli wieder Gas und hat seither 13 neue Pikes vorgelegt. Was ein Pike ist, weiss ich auch nicht, aber sie haben alle gemeinsam, dass sie um die 30 Minuten lang sind. Ideal für den Quicky zwischendurch. Auf dem gerade Gehörten befindet sich nur ein Titel - und das ist ein Problem. Das Material hätte vielleicht für 20 Minuten gereicht, aber so zieht es sich im Mittelteil doch arg hin und die immer gleichen Mitteltempo-Riffs finde ich ziemlich ermüdend. Zum Glück habe ich durchgehalten, denn kurz vor Erreichen der 23-Minuten-Marke setzt er zu einem emotionalen Gitarrensolo an, welches sich in einen spieltechnischen Wahnwitz steigert. Das ist schlichtweg nicht von dieser Welt und zeigt einmal mehr, dass sich technisch prefekte Höchstleistungen und Gefühl bei Rockgitarristen (und allen anderen Musikern) nicht zwingend ausschliessen:
Buckethead - Pike 284: Through the Looking Garden Brain Carroll (Gitarre, Bassgitarre, Synthesizer, Schlagzeug, Programmierung)
Maurice inaktiv (03.05.2021, 09:15): Hier alles ohne Elektrik, das liegt mir weitaus besser:
Duke Ellington: "Will Big Bands ever come back? & Recollections of the Bigband Era" AD: Ende 1962-1963
Die Ausgaben sind unterschiedlich, manchmal der Inhalt auch. Hier sind nun beide Original-LPs auf einer CD drauf, noch dazu komplett, wenn ich das richtig gesehen habe. Auf meiner CD fehlen z.B. einige Titel der LP "Will Big Bands ever come Back?", aber auch so sind beide LPs toll eingespielte Erinnerungen an die alten Zeiten von 1930 bis ca. 1945. Manchmal sehr Nahe am Original, manchmal aber ganz nach Dukes Art eben auf Ellington-Art verpackt. Etwa in "Ciribiribin", hier ohne direkt an Harry James erinnerten Trompetenstil, dafür mit Soli aller Trompeten. Das Thema stellt Cootie Williams auf seine ganz persönliche Art und Weise vor.
"Minnie the Moocher" ist so ein grandioses Stück, was man auf der einen Seite sehr nahe am Original gehalten hat, aber der Gesang Cab Calloways wurde hier auf die Posaune von Lawrence Brown übertragen, der auf exzellente Weise mit dem Plunger den Gesang Calloways nachmachte, aber eben auf seine und Ellingtons Art. Das ist aber so hammergeil gespielt, niemand könnte das SO spielen. Klasse !!
Die "Rhapsodie in Blue" ist auch so eine typisch Ellintonia geprägte Variante. Das Einleitende Klarinetten-Glissando wurde nicht etwa von Jimmy Hamilton auf der Klarinette gespielt, sondern von Harry Carney auf dem tiefen Bariton-Sax. "For Dancer's Only" ist wiederum sehr nahe am Original der Jimmie Lunceford-Band um 1939 herum gehalten. Natürlich spielt Cat Anderson das High Note-Solo am Ende, doch sein Schlusston ist mal locker eine Oktave über dem Original-Schluss von dem damaligen Solisten Paul Webster.
Maurice inaktiv (03.05.2021, 09:16):
Blue Roseland Orchestra : Six or Seven Times AD: vermutlich um 2003 herum
Selbst im Netz ist nur recht wenig bekannt, was das Orchester angeht. Daher versuche ich mal zusammenzufassen, was ich meine herausgelesen zu haben.Es existierte ab Februar 1958 und wurde in Göttingen gegründet. Sie widmete sich vor allem der Zeit um 1925-1930, mit Fletcher Henderson, den McKinney's Cotton Pickers und Duke Ellington als Vorbildern.
1978 tauchte die Band auf dem Jazzfestival Göttingen auf (alle Bands ab 1978 kann man als Auflistung im Netz finden).
Die LP "SJubilee" kam 1978 (AD: 25.&26.02.1978) heraus. Dort gibt es auch ein Personalverzeichnis. Es scheint wohl eine deutsch-britische Band gewesen zu sein. Claus Jacobi spielte Altsax, manchmal auch Baritonsax oder Klavier und schrieb die Arrangements (ob alle, weiß ich nicht). Allan Praskin (Klarinette, Altsax), Engelbert Schatz (Klarinette), Rainer Knobloch (Banjo, Gitarre), Andreas Gleim und Glenn Walbaum spielten Kornett, Matthias Knobloch und Wolfgang Moelle Trompete. Hans Lecke Kontrabass, Martin Bubenzer Tuba, Folker Siegert und Hans Lecke Posaune, Glenn Walbaum auch Posaune neben Kornett, Engelhard Schatz Tenorsax. Von 1967-1982 spielte Wolfgang Jordan Schlagzeug und Waschbrett.
Das sind die Namen, die ich für "Jubilee" finden konnte. Mir sind diese Namen nicht bekannt.
Maurice inaktiv (03.05.2021, 09:16):
Duke Ellintton : The Duke's D.J. Special AD: 27.03.1959 , NYC.
Diese CD gab es nur sehr selten hier im Lande als damals als LP zu erwerben. Es war seine bis dahin modernste LP, die der Duke gemacht hatte. Viele Passagen sind recht boppig gehalten, und doch kommen immer wieder die typischen Ellington-Klänge hervor, etwa bei "Frou-Frou", "Moonstone" (Harold Baker) oder "Lullaby for Dreamers" (Johnny Hodges, Britt Woodman).
Keines der Stücke wurden von ihm zuvor oder anschließend je wieder gespielt, was wirklich sehr bedauerlich war. Seine Band klingt teilweise auch recht hart, was aber eindeutig am Drummer Jimmy Johnson liegt, der 1959 einige Monate Sam Woodyard vertrat, aber auf dem Newport Jazz Festival gemeinsam mit ihm in der Band spielte.
Seine Solisten bekommen ausreichend Platz, egal ob Clark Terry, Harold Baker, Jimmy Hamilton mal an der Klarinette, aber auch seinem eigenen Stück "Dankworth Castle" am Tenorsax, was er viel rauer und zupackender als die Klarinette spielte.
Die fetzigen Swing-Stücke hier sind "Fat Mouth", Night Stick" -beide herrlich boppig arrangiert und mit dem brillanten Clark Terry an der Trompete und Paul Gonsalves am Tenorsax, und immer wieder exzellentes Satzspiel von den Trompeten, Posaunen oder Saxophonisten und "Little John's Tune", ebenfalls sehr boppig.
Wäre jetzt noch Louie Bellson am Schlagzeug gewesen, dürfte das Ergebnis noch eine Spur hochwertiger ausgefallen sein. Johnson spielt mir einfach zu hart auf Dauer. Es ist aber der wirklich einzige Negativpunkt der Prodution. Auch die Spielzeit ist mit rund 30 Minuten recht knapp gehalten.
Die Arrangements stammen von Jimmy Hamilton (4 Stücke) aus der Band heraus, vom Trompeter Dick Vance (3 Stücke), der 1950/51 schon einmal kurz mit der Band arbeitete, und der viele Jahre für Chick Webb und dann Ella Fitzgerald spielte, Richard Maltby (1 Stück) und drei weiteren Komponisten, deren Namen mir nichts sagen durch den nicht ausgeschriebenen Vornamen. "Frou-Frou" ist nicht von Lester Young (im Booklet steht nur L.Young), das als Info.
Wer also den Duke mit einer seiner besten Bands mal völlig anders erleben möchte, aber doch puren Ellington zu hören bekommen möchte, sollte hier zugreifen.
tapeesa (05.05.2021, 00:26): Amy Winehouse - Love is a losing game, u. a.
tapeesa (06.05.2021, 08:56): The Beggar's Opera - Original songs & airs Johan Christoph Pepusch, Text: John Gay Patrizia Kwella, Paul Elliott The Broadside Band, Jeremy Barlow
Philidor (08.05.2021, 12:58): Back to the 70s ...
Pink Floyd: Atom Heart Mother
Gruß Philidor
:hello
Philidor (08.05.2021, 14:11): Wo ich schon mal dabei war ...
Pink Floyd: Meddle
Gruß Philidor
:hello
Philidor (08.05.2021, 15:13): ... eins geht noch:
Led Zeppelin: Led Zeppelin IV
Gruß Philidor
:hello
Philidor (09.05.2021, 17:50): Ich bleibe in den frühen 70ern.
Jethro Tull: Aqualung
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (10.05.2021, 07:20): Imogen Heap - Hide and Seek
aiel (10.05.2021, 13:05): Girls Under Glass - Exitus
Philidor (10.05.2021, 19:39): Ja.
Yes: The Yes Album
Gruß Philidor
:hello
michael74 (11.05.2021, 09:54): Hallo Zusammen
neben dem Homeoffice läuft
BB King & Friends 2005
Gruß Michael
Philidor (11.05.2021, 19:52): Also, das ist nicht so mein Ding:
Pink Floyd: The Piper at the Gates of Dawn
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (12.05.2021, 06:44): Alison Krauss & The Cox Family - In the Palm of your Hand Alison Krauss & Union Station - Gravity Alison Krauss - Steel Rails
Philidor (12.05.2021, 19:21): Hier Musik für bewusstseinserweiternde Substanzen:
Pink Floyd: A Saucerful of Secrets
Fand ich besser als den Pfeifer an den Toren der Morgenröte.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (14.05.2021, 19:11): Next one. Zeitgenössische Musik.
Pink Floyd: Ummagumma
Gruß Philidor
:hello
Philidor (15.05.2021, 13:16): Ich will Kühe.
Pink Floyd: Atom Heart Mother
Gruß Philidor
:hello
Philidor (15.05.2021, 15:36): Und weiter.
Pink Floyd: Meddle
Gruß Philidor
:hello
Philidor (15.05.2021, 17:46): Ein Album wie ein Rausch.
Pink Floyd: The Dark Side of the Moon
Gruß Philidor
:hello
michael74 (15.05.2021, 18:18): Ein Album wie ein Rausch.
Pink Floyd: The Dark Side of the Moon
Hallo Philidor,
Pink Floyd scheint üppig vorhanden zu sein in Deiner Sammlung
Philidor (15.05.2021, 18:59): Dieses Album steht tatsächlich physisch hier, neben Atom Heart Mother, Meddle, Dark Side of the Moon, Wish You Were Here, Animals und The Wall. Die anderen sind gestreamt.
Hören tue ich das alles nur via Streaming (Qobuz), da bekomme ich das neueste Remastering. :D
Gruß Philidor
:hello
Philidor (15.05.2021, 19:40): Na, was schon ...
Pink Floyd: Wish You Were Here
Gruß Philidor
:hello
Philidor (16.05.2021, 13:59): Schweine auf dem Flügel.
Pink Floyd: Animals
Gruß Philidor
:hello
Philidor (16.05.2021, 16:56): Pigs on the Wing von meinem Lieblingsalbum von PF hat aber nichts mit einem Konzertflügel zu tun Hat ja auch niemand behauptet.
Welcome back.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (17.05.2021, 18:56): Das meistüberschätzte Album der Musikgeschichte? ;)
Pink Floyd: The Wall
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (18.05.2021, 07:40): Schweine auf dem Flügel. meinem Lieblingsalbum von PF :beer
Cetay (inaktiv) (18.05.2021, 08:29):
Living Death; Worlds Neurosis (1988)
Der German Thrash Metal (bitte mit zwei h = prügeln, nicht trash = Schund - auch wenn das für manche Metalkostverächterin aufs Gleiche hinauskommt) hatte in in der zweiten Hälfte der 80er seine Hochzeit. Ein paar Bands schafften den internationalen Durchbruch -allen voran Kreator, Sodom und Destruction- aber die meisten blieben im lokalen Untergrund. Bei Living Death wundert mich das nicht. Die Formel Geschwindigkeit vor Finesse wurde auf den ersten Alben arg überstrapaziert und der hysterische Kreischgesang ist gewiss nicht jedesmenschs Sache - meine auch nicht. Aber auf dem gerade gehörten Viertling nahm man den Fuss ein wenig von Gas, wurde technisch etwas beschlagener und der Sänger kam auf die Erde zurück. So macht das ordentlich Spass, auch wenn -oder weil- die Texte so unglaublich albern sind, dass es nicht mal mehr als Parodie oder Satire akzeptabel ist.
Philidor (18.05.2021, 20:03): Oha ...
Pink Floyd: The Final Cut
Das Geringste, das mir dazu einfällt, ist, dass der visionäre Entwurf früherer Alben völlig fehlt ... imho.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (24.05.2021, 15:42): Hier etwas Feines.
Jack DeJohnette: Special Edition
Jack DeJohnette, Drums, Piano, Melodica David Murray, Tenor Sax, Bass Clarinet Arthur Blythe, Alto Sax Peter Warren, Bass, Cello
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (24.05.2021, 17:09): Duke Ellington gehört klar zum Jazz, daher hier mein Beitrag zum Todestag des einzigartigen Musikers.
Genau am 24.05.1974 ist der einzigartige Duke Ellington verstorben. Nur wenige vor ihm (14.05.1974) Paul Gonsalves , sein langjähriger Tenorsaxophonist. Man hatte den Duke dessen Tod nicht mehr berichtet, mit Rücksicht auf dessen bereits merklich schlechten Gesundheitszustand.
Beiden zu Ehren daher diese CD heute im Player:
Duke Ellington & His Orchestra featuring Paul Gonsalves AD: 01.05.1962 , New York
Die Aufnahme entstand, wie so oft beim Duke, aus dem Bauch heraus zufällig. Ellington hatte für diesen Tag nichts vorbereitet und der Termin hat ihn ziemlich überrascht. So bestimmte der Duke für die Session einfach Paul Gonsalves zu alleinigen Solisten an diesem Tag. Auf der einen Seite sehr schade, denn Seine Band hatte immer noch exzellente Solisten aufzuweisen (Cat Anderson, Ray Nance, Bill Berry, Lawrence Brown, Johnny Hodges, Jimmy Hamilton, Harry Carney, Sam Woodyard, etc.).
Die knapp 40 Minuten gegen trotzdem ruck-zuck vorbei. Natürlich kamen dabei Standards aus dem Dauerprogramm aufs Programm, aber halt ohne die sonstigen Solisten. Das ist bei "Take the A-Train" oder "Caravan" durchaus mal was Neues.
michael74 (26.05.2021, 21:46): Hallo Zusammen,
ich mache es heute Philidor gleich:
aiel (27.05.2021, 06:48): Das meistüberschätzte Album der Musikgeschichte? mit dem Album kann ich bis heute nicht viel anfangen. Ist halt Geschmackssache. Gruß aiel
Cetay (inaktiv) (28.05.2021, 08:45): Inspiriert durch tapeesas neuen Avatar:
Primal Fear - Primal Fear (1998)
Philidor (28.05.2021, 17:18): Hm.
Pink Floyd: A Momentary Lapse of Reason
Den Titelsong fand ich ganz ok, der Rest ... na ja.
In "One Slip" kommt die Textzeile "A Momentary Lapse of Reason" vor, das hielt ich irrtümlich für den Titelsong
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (29.05.2021, 09:38): The Eagles - Hotel California
Filmmusik von Contact (Alan Silvestri)
Philidor (29.05.2021, 11:42): Hier wieder Jack DeJohnette.
Jack DeJohnette: Tin Can Alley
Chico Freeman, sax, flute, bass clarinet John Purcell, sax, flute Peter Warren, bass, cello Jack DeJohnette, drums, vocals
Gruß Philidor
:hello
Philidor (29.05.2021, 12:59): Überraschung ...
Pink Floyd: The Division Bell
Na, da gab es doch mehr als nur Anklänge an frühere Größe ... allerdings auch Durchhänger.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (29.05.2021, 16:08): Erstbegegnung.
Dream Theater: Images and Words
Nicht schlecht, erinnert mich vor allem an das erste Album von Asia (horribile dictu), aber das ist dann doch besser ...
Gruß Philidor
:hello
Philidor (29.05.2021, 19:22): Schade um die Lebenszeit.
Amon Düül II: Phallus Dei (2006 Remastering)
Üben hilft.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (30.05.2021, 12:18): Weiter mit legendären Alben.
The Beatles' 50th Anniversary of Sgt Pepper's Lonely Hearts Club Band (nur die erste CD)
Da müssen wohl noch die Pet Sounds hinterher ...
Gruß Philidor
:hello
Philidor (30.05.2021, 15:01): Weiter mit Jack DeJohnette.
Jack DeJohnette: Inflation Blues
Chico Freeman, sax, bass clarinet John Purcell, sax, flutes, alto clarinet Baikida Carroll, trp Peter Warren, basses Jack DeJohnette, drums
Gruß Philidor
:hello
Philidor (31.05.2021, 19:06): Noch so'n Klassiker.
The Beach Boys: Pet Sounds
Na, das tut doch niemandem weh ... da war "Sgt. Pepper's ..." aber ambitionierter. Oder?
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (01.06.2021, 00:39): Noch so'n Klassiker.
The Beach Boys: Pet Sounds
Na, das tut doch niemandem weh ... da war "Sgt. Pepper's ..." aber ambitionierter. Oder? Also ich kriege immer schier Zustaende, wenn diese Platte auf Listen der groessten, besten, tollsten Pop/Rock-Scheiben aller Zeiten auf den vordersten Plaetzen auftaucht. Ich kapiers einfach nicht. Die Beatles haben da m. E. auch nichts verloren, aber darueber kann man wenigstens debattieren: Innovation/Originalitaet (im historischen Kontext), Einfluss, Handwerk, Wirkung/Unterhaltungswert. Bei Sgt. Pepper ist das recihlich da. Aber Pet Sounds?
Hier laueft eine Band, deren LP-Debut sich dem 50. Jahrestag naehert und die noch aktiv ist.
Blue Oyster Cult - The Symbol Remains (2020)
Philidor (01.06.2021, 08:29): Also ich kriege immer schier Zustaende, wenn diese Platte auf Listen der groessten, besten, tollsten Pop/Rock-Scheiben aller Zeiten auf den vordersten Plaetzen auftaucht. Ich kapiers einfach nicht. Vermutlich ist das ein Kompromiss aus künstlerischem Wert und kommerziellem Erfolg.
Mit derselben Ranking-Methode würden wohl BILD irgendwo auf der Liste der besten Tageszeitungen und McDoof auf der Liste der besten Restaurants landen.
Hören kann ich das schon ... im Hintergrund zur Erledigung von Aufgaben, bei denen ich denken muss. (Was ich ungern tue.)
Immerhin hat Paul McCartney behauptet, dass Sgt. Pepper's von Pet Sounds inspiriert worden sei. Das ist doch was. (Was keine Aussage über die Qualität von Pet Sounds sein soll. Napoleon hat schließlich auch Beethoven zur "Eroica" inspiriert. ;) )
Gruß Philidor
:hello
Philidor (01.06.2021, 19:41): Von "Pet Sounds" über "Sgt. Pepper's" zu "Tangerine Dream" ist es rein äußerlich freilich nur ein Katzensprung ...
Tangerine Dream: Phaedra
... auf der Innenseite frage ich mich: Was soll das sein? Klingt über weite Strecken wie "pubertierende Jungs haben keine Ahnung von ihrem neuen Synthi und probieren darum alle Knöpfe aus".
Lohnt es sich, in anderen mandarinenträumende Alben reinzuhören?
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (02.06.2021, 03:38): Lohnt es sich, in anderen mandarinenträumende Alben reinzuhören? Ich meine, nach deiner Charakterisierung des Gehoerten eher nein. Ich teile die Einschaetzung pupertierend ohne Ahnung nicht: Chris Franke war noch ziemlich jung, aber Kompositionsstudent am Konservatorium. Das koennte gegen die These sprechen, dass ohne Konzept herumprobiert wurde. Andererseits muss herumprobiert werden, wenn man neuartige Klanglandschaften (er-)finden will. Die Frage, was das (sein) soll, haengt davon ab, was erwartet wird, damit etwas "etwas ist" und ist daher m.E. unvollstaendig gestellt. Das heisst nun nicht, dass ich Phaedra gut finde. Das ist eine der Platten, die kurz in den Bann ziehen, aber nach einigen Minuten ist die Luft raus und ich will nicht mehr wissen, wie es weitergeht. Und das heisst: konsequent abschalten. Dann muss ich mich am Ende nicht ueber beschadete Lebenszeit graemen. ;) Das TD Album ist fuer mich Alpha Centauri. Noch mit richtigen Instumenten, dafuer noch voellig amorph, aber mit dem Potental den (lies: meinen) Geist zu biegen. Das werde ich gleich mal wieder hoeren: .
Philidor (02.06.2021, 07:25): Das ist eine der Platten, die kurz in den Bann ziehen, aber nach einigen Minuten ist die Luft raus und ich will nicht mehr wissen, wie es weitergeht. Sehr schöne Formulierung ... da gehe ich mit. aber mit dem Potental den (lies: meinen) Geist zu biegen. ;) Will ich das ...? Mein Tonsatzlehrer beschrieb ein mögliches Ziel seines Komponierens mit "Eine Saite zum Schwingen zu bringen, die ansonsten stumm geblieben wäre". - Also ein Resonanzphänomen: etwas ist schon da und lässt sich anregen. Da kann ich zustimmen.
Musik, die "biegt", spricht: verändert, ist wohl selten. Welche Musiken haben mich verändert? Vielleicht keine. Hochgradig angeregt und Interesse nach mehr haben geweckt: Tschaikowsky 4 und KK1 (mit 8 Jahren), Bach Toccata d-Moll BWV 565 (mit 10 Jahren), Bach Brandenburgisches Konzert Nr. 5 mit vielleicht 16 Jahren, ein paar Orgelsachen wie Liszt B-A-C-H und Mendelssohn "Vater-unser-Sonate", Bach Matthäus-Passion mit 22 Jahren, ... Beethoven op. 59, Schuberts letztes Streichquartett und das Streichquintett, das erste konzentrierte Durchhören einer Bruckner-Sinfonie, Mahler 6, Mahler 9, Messiaen "Dieu parmi nous",Reichs "Music for 18 Musicians", Norgard Sinfonie 3, ... und der Effekt nutzt sich ab. Leider. Würde ja gerne nochmal Schuberts Quintett zum ersten Mal hören ...
Gruß Philidor
:hello
Philidor (03.06.2021, 11:47): Nun das hier:
Can: Ege Bamyasi
Nicht so mein Ding ...
Gruß Philidor
:hello
Philidor (03.06.2021, 12:54): Weiter mit Jack DeJohnette.
Jack DeJohnette: Album Album
John Purcell, sax David Murray, sax Howard Johnson, tuba, sax Rufus Raid, bass Jack DeJohnette, drums
Gruß Philidor
:hello
Philidor (03.06.2021, 14:34): Nochmal 1970er.
Yes: The Yes Album
Ganz ok. Blieb aber nicht viel hängen.
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (04.06.2021, 08:47): aber mit dem Potental den (lies: meinen) Geist zu biegen. ;) Will ich das ...? Mein Tonsatzlehrer beschrieb ein mögliches Ziel seines Komponierens mit "Eine Saite zum Schwingen zu bringen, die ansonsten stumm geblieben wäre". - Also ein Resonanzphänomen: etwas ist schon da und lässt sich anregen. Da kann ich zustimmen. Musik, die "biegt", spricht: verändert, ist wohl selten. (...) Geist biegen ist ein sprachlicher Trick, der den Begriff Bewusstseinsveraendernd (engl. mind-bending, dt. w. Geist biegend) vermeidet, weil dieser gerne so (miss-)verstanden wird, als ob Musik als Droge benutzt wird oder dienen soll.
Nach soviel Werbung fuer den grossen JdJ, kam ich nicht daran vorbei, ihm einige Hoerzeit zu widmen. Ganz oben auf der Trefferliste meines Stromanbieters erschien diese:
Ralph Towner - Batik (1978) Ralph Towner (6 & 12-saitige akustische Gitarre, Klavier), Eddie Gomez (Kontrabass), Jack DeJohnette (Schlagzeug, Perkussion)
Das ist kurios, denn laut Towner ist das sein am wenigsten verkauftes Album. Zu Schuelerzeiten liebte ich es es, jetzt, naja... Ein weiterer Favorit von damals:
John Surman - The Amazing Adventures of Simon Simon (1981) John Surman (Sopransaxofon, Baritonsaxofon, Bassklarinette, Synthesizer), Jack DeJohnette (Schlagzeug, Congas, E-Piano)
Nach drei Jahrzehnten war das eine recht erfreuliche Wiederbegegnung. Und schliesslich:
Jack DeJohnette - Dancing with Nature Spirits (1995) Steve Gorn (Sopransaxofon, Klarinette, Floete, Bansuri), Michael Cain (Klavier), Jack DeJohnette (Schlagzeug)
Auch nach einem Vierteljahrhundert wieder erbauend. Die ueberlangen, sich sehr langsam aufbauenden Stuecke erfordern Sitzfleisch und Konzentration (fuer an der Achten Gesteahlte duerfte das ein Klacks sein), der Gewinn ist enorm.
Philidor (04.06.2021, 14:33):
Jack DeJohnette - Dancing with Nature Spirits (1995) Steve Gorn (Sopransaxofon, Klarinette, Floete, Bansuri), Michael Cain (Klavier), Jack DeJohnette (Schlagzeug)
Auch nach einem Vierteljahrhundert wieder erbauend. Die ueberlangen, sich sehr langsam aufbauenden Stuecke erfordern Sitzfleisch und Konzentration (fuer an der Achten Gesteahlte duerfte das ein Klacks sein), der Gewinn ist enorm. Die ließ ich gerade einströmen. Großartige Musik, ziemlich komplex, dennoch ganz aus der Ruhe heraus, nie nervig. Toll.
Vielen Dank für den Tipp!
Gruß Philidor
:hello
Philidor (05.06.2021, 10:26): Weiter in den 1970ern.
Genesis: Nursery Cryme
Gar nicht schlecht ...
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (05.06.2021, 10:50): Heute stelle ich mal eine auch mir bis dato völlig unbekannte Musikerin des Bop und der berühmten 52nd Street vor: Die Bassistin Vivian Garry.
Garry (um 1920-2008) ist in meinen ganzen Büchern und Biographien nicht aufgetaucht, aber sie soll die einzige Bassistin gewesen sein, die Bop in der berühmten 52nd Street gespielt hat. Ob das wirklich stimmt, wird man heute kaum noch belegen können, aber es gab auch die Bassistin Bonnie Wetzel (die eigentlich Jean Addleman hieß, und 1949 den damals sehr bekannten Trompeter Ray Wetzel heiratete. Ray Wetzel spielte u.a. Lead-Trompete bei Woody Herman, Charlie Barnet und Stan Kenton, bis er 1951 einem Verkehrsunfall zum Opfer fiel).
Zurück zu Vivian Garry. Sie hatte um 1946 herum sowohl ein eigenes Trio (mit ihrem Ehemann Arvin Garrison, der Gitarre spielte) und ein Quintett, mit der exotischen Besetzung Trompete-Geige-Klavier-Bass und Drums. Das ist aber trotzdem nicht so unwichtig, denn es ist uns kein wirklicher Bop-Violinist bekannt. Es gab allerdings bei Lionel Hampton noch einen Violinisten - Ray Perry (der aber vor allem 2.Altsax in der Band spielte) - der von Hampton hin und wieder herausgestellt wurde.
Garrys Musiker/innen waren: Edna Williams (Trompete) - Ginger Smock (Violine) - Wini Beatty (Klavier) und Dody Jeshke (Drums). Garry nahm für dieverse Plattenfirmen auf, ab 1947 auch für RCA. Garry soll von 1946-1952 an 18 Aufnahme-Esseions beteiligt gewesen sein. Über ihr Leben nach 1952 scheint nichts bekannt geworden zu sein.
youtube.com/watch?v=qJXYokRkJ3w
"A Woman's Place is in the Groove" swingt und boppt besonders gut. Schade, dass man nicht mal eine Fassung von Dizzy oder anderen Boppern mal gehört hat davon.
youtube.com/watch?v=4IbinThXFps
"Operation Mop" - so oder ähnlich hießen die Stücke um 1945 herum eben.
Wenn man genauer lauscht, wird man stilistische Nähen zu bekannten Jazzmusikern finden. Trompeterin Edna Williams spielt keinen "reinen Bop", sondern steht cem großartigen Charlie Shavers sehr nahe. der sowohl Swing als auch Bop mit seiner sehr persönlichen Art zu verbinden wusste. Ginger Smock erinnert mich ein wenig an Stuff Smith, der die Jazzgeige wirklich auch als solche spielte, und nicht vom Sinti-Jazz her kam. Er verband die Art Eddie Langs mit der Zeit des Bop, sie macht es ihm nicht schlechter nach. Pianistin Wini Beatty spielt einen stark von Milt Buckner geprägten Stil. Buckner führte das mit beiden Händen gespielte "Oktavspiel" ein, was George Shearing dann zu einer Erfolgsformel für sich perfektioniert hat. Drummeirn Dody Jeshke spielt das Schlagzeug oftmals mit dem Besen nur, was vor allem Denzil Best (etwa bei Erroll Garner) so prägte, dass es den ganzen Drummern in den Bars zum Vorbild wurde.
youtube.com/watch?v=jlXGsjeH5bk
Hier Vivian als Sängerin zusammen mit Benny Carter (Altsax), Sonny White (Klavier), Thomas Moultree (Bass) und Drummer Percy Brice. Es ist ein Live-Mitschnitt der Sendung AFRS-Jubilee, einer Sendung, die während des 2.Weltkrieges zur Truppenbetreuung ausgestrahlt wurde.
youtube.com/watch?v=yasVgXY0aaM
Hier noch ein Titel im Quartett mit ihrem Ehemann. Der Pianist George Handy wurde übrigens ein recht guter Arrangeur des Bop und modernen Jazz, etwa für Gene Krupa, Les Brown, Boyd Raeburn und spielte auch bei einer Session mit Dizzy Gillespie und Charlie Parker Klavier.
Philidor (05.06.2021, 13:58): Ich blieb nochmal bei JDJ, hier mit prominenter Begleitung.
Tokyo '96
Keith Jarrett, piano Gary Peacock, bass Jack DeJohnette, drums
Gruß Philidor
:hello
Philidor (05.06.2021, 15:21): Nun also Paul Motian.
Bill Evans Trio: The Complete Village Vanguard Recordings (25. Juni 1961)
CD 1 - Afternoon Set No. 1, Afternoon Set No. 2
BIll Evans, piano Scott LaFaro, bass Paul Motian, drums
Gruß Philidor
:hello
Philidor (06.06.2021, 17:48): Nochmal derselbe.
Paul Motian: Conception Vessel
Leroy Jenkins, violin Becky Friend, flute Keith Jarrett, piano, flute Sam Brown, guitar Charlie Haden, bass Paul Motian, drums & perc
Hmmm ... nicht so ganz mein Ding.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (06.06.2021, 18:52): Noch eine enttäuschende Scheibe.
Van der Graaf Generator: Pawn Hearts
Gruß Philidor
:hello
Philidor (06.06.2021, 23:46): Ja, ja, wat den een sien Uhl is den annern sien Nachtigall ...
Aber Du hast natürlich Recht: Ich habe selbst gelegentlich eingefordert, dass Geschmacksurteile, gerade negative, sprachlich klar als subjektive Urteile gekennzeichnet werden; obwohl dies freilich in den meisten Fällen klar ist.
Dafür, dass ich nun selbst diesem Anspruch im Einzelfall nicht genügte, bitte ich um Vergebung.
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (07.06.2021, 13:21):
The Kinks - Phobia (1993)
Das letzte vollstaendige Studioalbum der praehistorischen Schwermetaller. (Das markante Gitarren-Riff von You really got me aus dem Jahr 1964 wird vielerorts als Keimzelle des Metal gehandelt). Die Gruppe hat sich nie offiziell aufgeloest. Mal sehen, ob sie uns vorm 60-jaehrigen Jublilaeum nochmal mit einem neuen Scheibchen begluecken (Geburtsjahre der Gruendungmitglieder: 1944 & 1947). Neulich sind auch Blue Oyster Cult (Geburtsjahre der Gruendungsmitglieder: 1944 & 1947) nach 19 Jahren Pause mit einem neuen Langeisen um die Ecke gekommen und das war weit besser als nur "nicht schlecht". Natuerlich IMHO...
tapeesa (07.06.2021, 15:26): Annie Lennox (verschiedene Alben): No more I love you's (language is leaving me (in silence)) Love Song for a vampire Little Bird Into the West Walking on broken glass
Laura Marling - Alas I cannot swim & Crawled out of the Sea & You're no god
Sophie Hunger - aus The Danger of light: Das Neue Monday's Ghost: Walzer für Niemand Halluzinationen: Liquid Air & Security Check & Stranger
Philidor (07.06.2021, 16:34): Nun wieder Motian.
Paul Motian Band: Psalm
Paul Motian – drums Bill Frisell – electric guitar Joe Lovano – tenor saxophone Billy Drewes – tenor and alto saxophones Ed Schuller – bass
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (08.06.2021, 02:04): Paul Motians On Broadway Vol. 4 mit seinem Trio 2000 + One hatte in meiner Sammlung einen exponierten Ehrenplatz, zuoberst wegen der Musik, aber auch weil die Winter & Winter Hartumschlag-Digibuecher ein optischer und haptischer Leckerbissen sind. Da fehlt mir im Streaming-Zeitalter doch ein bisschen was. On Broadway mal wieder zu hoeren, ist fuer spaeter vorgemerkt. Jetzt wahrnehme ich die seltene Gelegenheit, eine Bratsche im Jazz-Umfeld zu hoeren.
Paul Motian Trio 2000 + Two - Live at the Village Vanguard, Volume III Chris Potter (Tenorsaxophon), Matt Maneri (Viola), Masabumi Kikuchi (Klavier), Larry Grenadier (Kontrabass), Paul Motian (Schlagzeug)
Philidor (08.06.2021, 18:45): Noch'n Klassiker.
The Rolling Stones: Sticky Fingers
Gruß Philidor
:hello
Leonardo (09.06.2021, 12:10): Keith Jarrett - Eyes of the Heart
Mit Dewey Redman, Charlie Haden, Paul Motian
(ECM, 5/1976, Theater am Kornmarkt, Bregenz, AT)
Grüße,
L.
Philidor (09.06.2021, 19:57): Hier wieder Paul Motian.
Paul Motian - Bill Frisell - Joe Lovano: I Have the Room above her
Joe Lovano, sax Bill Frisell, guitar Paul Motian, drums
Gruß Philidor
:hello
Philidor (10.06.2021, 19:56): Nun Manu Katché. Könnte bei diesem Wetter glatt in Dauerschleife laufen.
Manu Katché: Neighbourhood
Tomasz Stanko, trumpet Jan Garbarek, sax Marcin Wasilewski, piano Slawomir Kurkiewicz, bass Manu Katché, drums
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (11.06.2021, 04:49): Wir sahen hier einige Rockmusik-Scheiben, die Klassiker-Status haben und waren uns nicht immer einig, ob zurecht, wobei das voellig unmassgeblich ist, weil sie diesen Status schon erlangt haben und das geht nicht zu unrecht. Ich drehe jetzt mal den Spiess um und bringe ein Album, das ausserhalb der Kreise von Psych-/Proto-Prog-Enthusiasten oder geschichtsbewussten Metalheads wenig bekannt sein duerfte, aber meiner unmassgeblichen Meinung nach ein Klassiker sein muesste - schon alleine wegen Innovation & Originalitet. Das kam raus, noch bevor Deep Purple und Black Sabbath mit den Aufnahmen zu In Rock bzw. Black Sabbath begonnen haben. Solch harte Riffs hatte bis dato noch niemand gespielt, die rohe Wildheit gerade noch dieseits der Grenze zur Kakophonie finden wir spaeter aehnlich bei VdGG und die Geige als solch prominentes Soloinstrument im Heavy-Umfeld gab es erst wieder bei King Crimson.
High Tides - Sea Shanties (1969)
Cetay (inaktiv) (11.06.2021, 12:07): Hier jetzt ganz eine ganz schwer zu schluckende Medizin. Wenn's denn hilft wie versprochen...
Albert Ayler - Music is the Healing Force of the Universe (1969) Mary Parks (Gesang), Albert Ayler (Tenor- & Altsaxophon, Dudelsack, Okarina, Gesang), Bobby Few (Klavier), Stafford James (Kontrabass), James Fowell (E-Bass), Muhammad Ali (Schlagzeug)
Philidor (12.06.2021, 10:33): Hier nochmal Paul Motian.
Bill Evans Trio: The Complete Village Vanguard Recordings (25. Juni 1961)
CD 2 - Evening Set No. 1, Evening Set No. 2
BIll Evans, piano Scott LaFaro, bass Paul Motian, drums
Gruß Philidor
:hello
Philidor (12.06.2021, 12:24): Nicht ganz so alt ...
The Doors: L. A. Woman
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (12.06.2021, 14:01): Chris de Burgh: Lady in Red A Spaceman came travelling Don't pay the ferryman High on Emotion
The Beatles - "Yellow Submarine"
Philidor (12.06.2021, 15:18): Hier wieder Getrommel vom Feinsten.
Manu Katché: Live in Concert
Luca Aquino, trp Tore Brunborg, sax & synth bass Jim "James" Watson, piano & Hammond B3 Manu Katché, drums
Gruß Philidor
:hello
Philidor (12.06.2021, 16:08): Weiter im Jahre 1971.
Uriah Heep: Look at Yourself
Irgendwie "remastered" und "extended", was weiß ich. Kenne ja nicht das Original ...
ich weiss nicht, wer dich bei deiner Exploaration beraet oder leitet (ich verstehe es zumindest so, dass einiges Neuland fuer dich ist), aber die pro Band probierten Alben sind IMHO selten gluecklich gewahlt: Yes - Yes Album statt Close to the Edge / Genesis - Nursery Cryme statt Selling England / Uriah Heep - Look at Yourself statt Salisbury...
Hier Gewaltiges:
Albert Ayler - Live in Greenwich Village (komplett, 1965 - 1967) Albert Ayler (Tenor- & Altsaxophon), Donald Ayler (Trompete), Michel Sampson (Violine) & wechselnde Begleitmusiker an Kontrabass und Schlagzeug plus weiteren Instrumenten. Im Konzert von 1967 schwillt das zu einem Okett an mit Posaune, Cello, 2 Kontrabaessen & Schlagzeug.
Intensiv, intensiv! Ich weiss nicht, was Menschen meinen, wenn sie Musik als "spirituell" bezeichnen. Aber bei dieser hier habe ich das Gefuehl einem religioesen Ritual beizuwohnen. Allerdings nicht mit Ruecherstaebchen und meditativer Versenkung, sondern mit Feuerlaufen und Geiselungen.
Philidor (13.06.2021, 08:34): ich weiss nicht, wer dich bei deiner Exploaration beraet oder leitet Lieber Cetay, der gemeinsame Nenner ist das 50jährige Jubiläum des Erscheinens dieser Alben. (ich verstehe es zumindest so, dass einiges Neuland fuer dich ist) Ja, das ist so. aber die pro Band probierten Alben sind IMHO selten gluecklich gewahlt: Yes - Yes Album statt Close to the Edge / Genesis - Nursery Cryme statt Selling England / Uriah Heep - Look at Yourself statt Salisbury... Danke für die Tipps!
Für einen ersten Eindruck scheint es zu reichen. Die totale handwerkliche Unfähigkeit bei Amon Düül, die Lichtjahre entfernten Konstruktionen von Genesis (für mich Yes klar überlegen), und ein ziemlich gutes Gefühl für die Form gemixt mit einer Menge von non-Standard-Abwicklungen in Strophen, Bridges und Refrains bei Uriah Heep - muss ich nicht mögen, aber die Jungs konnten was und gaben sich Mühe und gaben einen Titel offenbar erst dann raus, wenn er interessant genug und "rund" genug war. Hat mir imponiert.
Bei Tangerine Dream bin ich unschlüssig. Phaedra war aus meiner Sicht ein wohl unschuldiger und gescheiterter Versuch, das Chaos der eigenen Gedanken zu ordnen, das Live-Album fand ich formal schon mal stringenter.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (13.06.2021, 10:42): Nun wieder Jazziges.
Ornette Coleman: The Shape of Jazz to Come
Ornette Coleman, alto sax Don Cherry, pocket trumpet Charlie Haden, bass Billy Higgins, drums
Gruß Philidor
:hello
Leonardo (13.06.2021, 11:57): Procol Harum:
A Whiter Shade of Pale (1967)
Befindet sich auf Platz 57 der 500 besten Songs aller Zeiten (Rolling Stone).
Interessant ist dieser Satz auf Wikipedia:
"Allgemein wird A Whiter Shade of Pale (deutschː Eine Spur bleicher) in den Medien als der Song bezeichnet, den niemand versteht."
Der Punkt ist aber eben, dass man ihn auch gar nicht verstehen muss, weil er einfach wie eine innere Seelenreise wirkt, wozu sicher auch die Beeinflussung durch Bach beiträgt.
L.
Philidor (13.06.2021, 14:17): Hier wieder so'n 1971er Zeugs.
Crosby, Stills, Nash & Young: 4 Way Street - Live
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (14.06.2021, 07:13): Ólafur Arnalds ~ Living Room Songs ~ Fyrsta, Near light, Film credits, Tomorrow's song, Ágúst, Lag fyrir ömmu, This place is a shelter
Philidor (14.06.2021, 19:03): Hier wieder Katché.
Manu Katché: Playground
Mathias Eick, trp Trygve Seim, sax Marcin Wasilewski, piano Slawomir Kurkiewicz, bass Manu Katché, drums
Gruß Philidor
:hello
Philidor (14.06.2021, 19:52): Back to 1971.
Deep Purple: Fireball
Was Ian Paice im Titelsong mit der Bass Drum veranstaltete, ist der Wahnsinn.
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (15.06.2021, 02:54): ich weiss nicht, wer dich bei deiner Exploaration beraet oder leitet Lieber Cetay, der gemeinsame Nenner ist das 50jährige Jubiläum des Erscheinens dieser Alben.(ich verstehe es zumindest so, dass einiges Neuland fuer dich ist) Ja, das ist so.aber die pro Band probierten Alben sind IMHO selten gluecklich gewahlt: Yes - Yes Album statt Close to the Edge / Genesis - Nursery Cryme statt Selling England / Uriah Heep - Look at Yourself statt Salisbury... Danke für die Tipps! Für einen ersten Eindruck scheint es zu reichen. Die totale handwerkliche Unfähigkeit bei Amon Düül, die Lichtjahre entfernten Konstruktionen von Genesis (für mich Yes klar überlegen), und ein ziemlich gutes Gefühl für die Form gemixt mit einer Menge von non-Standard-Abwicklungen in Strophen, Bridges und Refrains bei Uriah Heep - muss ich nicht mögen, aber die Jungs konnten was und gaben sich Mühe und gaben einen Titel offenbar erst dann raus, wenn er interessant genug und "rund" genug war. Hat mir imponiert.
Bei Tangerine Dream bin ich unschlüssig. Phaedra war aus meiner Sicht ein wohl unschuldiger und gescheiterter Versuch, das Chaos der eigenen Gedanken zu ordnen, das Live-Album fand ich formal schon mal stringenter.
Gruß Philidor
:hello Danke fuer diese Erlaeurterungen. Dass Struktur und Form beim Klassik-Schwerpunktler eine wichtige Rolle spielen, liegt wohl in der Natur der Sache. Mir wird aus der Formulierung nicht ganz klar, ob fuer dich nun Genesis Yes ueberlegen sind - oder doch umgekehrt? Macht aber nichts, denn beide haben in dieser Beziehung mit den von mir genannten Alben nochmal einen grossen Sprung gemacht - mit leichten Vorteilen fuer Yes, imho.
Hier ein weiterer Knacker, der mit 70 und 50 Jahre nach dem Album-Debut immer noch nicht in Rente gehen will. Sehr durchwachsen ist das geraten, da wechseln sich ueberwiegend vergessbare Liedpassagen mit ganz exquisiten Instumentalteilen samt wunderbaren Twin-Leads und schoenen Gitarren-Soli ab. Da die Scheibe recht abwechslungsreich zwischen Pop, Hardrock und Blues pendelt und zwei, drei der Lieder dann doch zuenden, bin ich trotz der erheblichen Mankos bis zum Schluss drangeblieben. Von den Prog-, Folk- und Jazz-Elementen der Fruehzeit ist mir allerdings zu wenig da, daher kam hinterher gleich ein Alt-Werk, das mir -vor allem wegen dem Titelsong- noch einen Ticken besser gefaellt als das als das Ash-Album geltende Argus.
Wishbone Ash - Coat of Arms (2020)
Wishbone Ash - Pilgrimage (1971)
Philidor (16.06.2021, 13:18): Mir wird aus der Formulierung nicht ganz klar, ob fuer dich nun Genesis Yes ueberlegen sind - oder doch umgekehrt? M Stimmt, war nicht gut formuliert. Also: Genesis > Yes.
Hier weiter anno 1971.
Black Sabbath: Master of Reality
Vielleicht nicht ganz das RIchtige für diese Temperaturen.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (16.06.2021, 14:54): Sprung nach vorne - 1978.
The Police: Outlandos d'amour
Noch einer, der gut trommeln kann.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (16.06.2021, 19:01): Stewart Copeland und Manu Katché auf einer Scheibe ...
Peter Gabriel: So (Remastered 2002)
Gruß Philidor
:hello
Philidor (17.06.2021, 09:11): Ich blieb erst mal bei diesen ordnungshütenden Herren.
The Police: Reggatta de Blanc (Remastered)
DIe HiHat-Arbeit von Stewart Copeland in "Message in a Bottle" und "Walking on a Moon" habe ich seinerzeit schon bewundert.
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (17.06.2021, 23:49): Pink Floyd - The Dark Side of the Moon
Philidor (18.06.2021, 14:14): Nun Sting & Manu Katché.
Sting: Nothing like the Sun
Da hat Gordon Matthew Thomas Sumner offebar etwas Gescheites bei den Jesuiten gelernt.
Gruß
Philidor
:hello
Philidor (18.06.2021, 15:23): Und nochmal im anderen Kontext.
The Police: Zenyattà Mondatta
Hm. Das kommt für mich nicht an die ersten beiden Alben ran.
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (19.06.2021, 03:13):
Concerto Moon - Angel of Chaos (2010)
Neoklassischer Metal aus Japan mit einem -bei diesem Stil fast ein Muss- ultravirtuosen Gitarristen. Auf den ersten Eindruck ist das recht generisches Zeugs mit Riffs, Skalenlaeufen und Melodien, die schon tausendmal so oder so aehnlich gehoert wurden, Ich werde den Eindruck nicht los, dass die Lieder drumherum lediglich hingeschludert wurden, um dem Soloinstrument eine Plattform zu bieten - und die wird weidlich genutzt. Es gibt vertrackteste Linien, die mit irrer Geschwindigkeit locker aus den Gelenken geschuettelt werden. Das ist hoechst beeindruckend und macht Spass. Da die Truppe selten vom Gas geht und der Saenger bisweilen an der Grenzlinie zur Hysterie agiert, stellt sich bei mir ein Gefuehl der manischen Getriebenheit ein, was sehr gut zur Huellen-Grafik passt. Da gab es Wiederholungs-Hoerpflicht und auf den zweiten Eindruck wirkt das schon origineller. Muss reifen.
Erwartungsgemaess gibt es Rezensinoen auf Japanisch. Die zu uebersetzen, macht immer wieder Freude:
Und vor allem ist es bis jetzt schwerer als jedes Album, weil es keine Tastatur gibt. Aber es gibt all die sanften Orte, an denen Concerto Moon durchdrungen ist, aber nie zu einem Felsen geworden, der nayo, schwer war. Ein Kern zittert überhaupt nicht!
Philidor (19.06.2021, 09:01): Macht Laune!
The Police: Ghost in the Machine
Na, jetzt sogar mit Gebläse und Synthi ... von einer "gedrückten Gesamtstimmung", wie Tante Wiki behauptet, höre ich nicht viel, das ist überwiegend gute-Laune-Sommermusik. - Wo ist mein Hugo?
Gruß Philidor
:hello
Philidor (19.06.2021, 12:01): Paul Motian zum Dritten.
Bill Evans Trio: The Complete Village Vanguard Recordings (25. Juni 1961)
CD 3 - Evening Set No. 3
BIll Evans, piano Scott LaFaro, bass Paul Motian, drums
Gruß Philidor
:hello
Philidor (19.06.2021, 14:22): Weiter anno 1971.
Rod Stewart: Every Picture Tells a Story
Gruß Philidor
:hello
Philidor (20.06.2021, 12:41): Spread your wings and fly away ...
Jefferson Airplane - Jefferson Starship: The Essential
Keine besonderen Vorkommnisse.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (20.06.2021, 17:04): Da stand ja noch eine mit JDJ im Regal ... und was für eine:
Michael Brecker: Pilgrimage
Michael Brecker, Sax & EWI Pat Metheny, Guitars Herbie Hancock/Brad Mehldau, Piano John Patitucci, Bass Jack DeJohnette, Drums
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (21.06.2021, 19:34): Weiter anno 1971. Spannend mitzubekommen, was in meinem Geburtsjahr so veröffentlicht wurde. ;)
Philidor (21.06.2021, 20:58): in meinem Geburtsjahr So, so, ... ;) ... na, dann - hier ist noch eine:
John Lennon: Imagine
Gruß Philidor
:hello
Philidor (22.06.2021, 20:14): Der Kollege im selben Jahr.
George Harrison: All Things Must Pass
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (23.06.2021, 10:35):
Cacophony - Speed Metal Symphony (1987) Peter Marrino (Gesang), Marty Friedmann (Gitarre, Bassgitarre), Jason Becker (Gitarre), Atma Anur (Schlagzeug)
Fāfēng. Das ist einfach nur noch gestoert. Klar, die Jungs koennen an ihren Klampfen schon was, aber muss man so hemmungslos damit angeben? Hier werden nicht die ueberfluessigen Noten unter den Tisch fallen gelassen, sondern ueberfluessige Noten auf den Tisch geschmissen bis der zusammenkracht und den Hoerer erschlaegt. Ich habe abgeschaltet, als sich Kopfschmerzen angekuendigt haben. Zuviele Noten, meine Herren!
Friedmann wechselte zu Megadeth und lernte dort, dass man auch mit Song- und Gruppen-dienlichem Spiel immer noch genug glaenzen kann. Das Resultat war eines der besten Metal-Alben aller Zeiten. Becker erging es schlechter - nach Fertigstellung eines Albums mit David Lee Roth erkrankte er so schwer, dass er das Spielen aufgeben und sich aufs Komponieren verlegen musste. Heute ist er vollstandig gelaehmt und komponiert durch Augenbewegungen.
Megadeth - Rust in Peace (1990)
David Lee Roth - A Little Ain't Enough (1991)
Philidor (23.06.2021, 17:34): Passt gut zum sich nähernden Sommerurlaub.
Santana: Santana III
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (24.06.2021, 00:07):
Chick Corea - Friends (1978) Joe Farell (Floete, Tenor- & Sopransaxophon), Chick Corea (E-Piano, Klavier), Eddie Gomez (Kontrabass), Steve Gadd (Schlagzeug)
Eine herrlich tiefenentspannte Geradeaus-Sitzung, die auch in den etwas heftiger swingenden Passagen Gelassenheit ausstrahlt. Herrlich subtiles, harmonisch wendungsreiches Spiel aller Beteiligten. Eine Scheibe, die sich nicht aufdraengt, aber viel bietet, wenn man eindringt. Ich will mehr vom Kuecken-Maestro:
Chick Corea & Bela Fleck - The Enchantment (2007) Bela Fleck (Banjo), Chick Corea (Klavier)
Cetay (inaktiv) (24.06.2021, 03:15): Jack Bruce am Kontrabass hoerte ich bisher noch nicht:
Jack Bruce - Things we Like (AD: 1968) Dick Heckstall-Smith (Saxophon), John McLaughlin (Gitarre), Jack Bruce (Kontrabass), Jon Hisemann (Schlagzeug)
tapeesa (24.06.2021, 10:28): Violeta Parra - Gracias a la Vida, u. a.
Philidor (24.06.2021, 19:21): Hier noch so'n Klassiker ...
Simon & Garfunkel: Bridge over Troubled Water
Gruß Philidor
:hello
Philidor (25.06.2021, 16:56): Das letzte Album.
The Police: Synchronicity
Na, meine Favoriten sind die ersten beiden Alben nebst dem vierten.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (25.06.2021, 19:52): Nochmal anno 1971.
Leonard Cohen: Songs of Love and Hate
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (25.06.2021, 21:28): Leonard Cohen habe ich früher - lange her - sehr viel gehört.Hier muss er nicht mal mehr singen :
Leonard Cohen - So long, Marianne, live, Dublin 11-09-2013 Leonard Cohen - Save the last dance for me, live, Dublin 12-09-2013
Leonard Cohen - You know who I am, Bird on the Wire, Suzanne, Hey, that's no way to say good-bye, u. a. Live From Paris Theatre, London, March 20, 1968, BBC Broadcast
Nicolas_Aine (25.06.2021, 22:47):
aus dieser Box:
G. Mahler: Symphonie Nr. 4 G - Dur
Desi Halban, Sopran Bruno Walter New York Philharmonic
Philidor (26.06.2021, 13:27): Klassiker.
Cannonball Adderley: Somethin' else
Julian "Cannonball" Adderley, sax Miles Davis, trp Hank Jones, piano Sam Jones, bass Art Blakey, drums
Gruß Philidor
:hello
Philidor (27.06.2021, 09:37): Gute-Laune-Musik mit Gebläse und Getrommel am Morgen:
The Brazz Brothers: Ngoma
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (28.06.2021, 11:21):
Bolt Thrower - Those Once Loyal (2005)
Das 8. und letzte Album der Bolzenwerfer weicht keinen Millimeter von der Linie der Vorgaenger ab. Keinen? Doch! Die Abweichung betraegt vielleicht ein halbes Grad, aber sie ist entscheidend. Ein Spassvogel meinte mal, eine neue CD von Bolt Thrower einzulegen, ist wie den Deckel seiner Lieblingspizza vom neuen Italiener zu oeffnen. Die Schachtel sieht zwar anders aus, aber man weiss genau, was man bekommt. Vielleicht zwei, drei Oliven weniger, dafuer etwas mehr Kaese als beim letzten Mal, aber am Ende bleibt es eine Capricciosa und die schmeckt halt immer - immer gut und immer gleich. Dann eroffnet eines Tages Da Roberto und dessen Lieferung ist einfach ein klitzekleines bisschen frischer, wuerziger, knuspriger, saftiger. Sie schmeckt immer noch 'gleich', doch eben um ein Jota besser als die anderen. Genug der Metaphorik. Bei den einst treu Ergebenen gibt es einen Hauch mehr Transparenz bei der Produktion, eine Spur mehr Groove im Dampfwalzenrhythmus und einen Tick mehr Melodik bei den Gitarrensoli. Das ist eigentlich alles pures Gift fuer den reinen Todesmetal der alten Schule, wofuer die Briten wie keine zweite Truppe stehen - aber Gift in homoeopathischen Dosen wirkt heilsam und mit diesem Trick servierten (mir) die Krieger ihre beste Pizza zum Abschied.
Philidor (29.06.2021, 16:24): Auf freundliche Empfehlung von Cetay:
Yes: Close to the Edge
Vielen Dank für den Tipp! Hat mir wesentlich besser gefallen als "The Yes Album".
Gruß Philidor
:hello
Philidor (30.06.2021, 09:13): Die verlorenen Vögel.
Los Pájaros Perdidos
Philippe Jaroussky, Luciana Mancini, Raquel Andueza, Lucilla Galeazzi, Vincenzo Capezzuto - Gesang L'Arpeggiata Christina Pluhar
Pluhar und ihr Zupfensemble, die ja auch Aufnahmen der sog. ernsten Musik vorgelegt haben, darunter eine ziemlich flotte Marienvesper (Monteverdi), musizieren auch hier hinreißend, abermals mit großartigen Sänger*innen.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (30.06.2021, 13:49): Das fetzt ganz schön ...
Count Basie's Finest Hour
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (01.07.2021, 13:20):
Eddie Condon : The EC-All Stars : Dixieland Jam AD: *19.08.1957 , 24./25.09.1957
*Wild Bill Davison (Kornett) - Vic Dickenson (Posaune) - Bob Wilber (Klarinette) - Gene Schroeder (Klavier) - Eddie Condon (Gitarre) - Leonard Gaskin (Bass) - George Wettling (Drums)
Billy Butterfield (Trompete) - Cutty Cuttshall (Posaune) - Bob Wilber (Klarinette) - Gene Schroeder (Klavier) - Eddie Condon (Gitarre) - Leonard Gaskin (Bass) - George Wettling (Drums)
Wenn man "Dixieland-Musik" allgemein hört oder liest, kommt man so schnell aufs Bierzelt wie bei Blaskapellen in Bayern. Dass diese Musik viel mehr war, kann man nur dann erahnen oder auch erhören, wenn man sich mal die Musiker anhört, die das WIRKLICH konnten. Ganz vorne dabei waren da die Musiker um Eddie Condon, die allerdings eines mit dem Bierzelt gemeinsam hatten: es waren fast alle harte Drinker und auch teilweise Alkoholiker gewesen. Auf Wild Bill Davison (der zwar viel trinken konnte und auch viel geraucht hat) traf das nur wenig zu, er wurde recht alt und war auch bis ans Ende seiner Tage aktiv gewesen. Ähnlich verhielt es soch bei Vic Dickenson und Bob Wilber.
Dukes of Dixieland : Hearing is Believing! AD: 1991 live aus dem "Bourbon Street Night Club"
J.B. Scott (Trompete,Voc.) - Al Barthlow (Posaune) - Tim Laughlin (Klarinette) - Tom McDermott (Klavier) - Bernie Attridge (Bass) - Richard Taylor (Drums) Hier noch unter der Leitung von Drummer Taylor
Die Band "Dukes of Dixieland", wurde 1948 von der Familie Assunto gegründet. Sie bestand bis 1974, als der Fred und Frank Assunto verstorben waren. Im gleichen Jahr noch wurde sie aber quasi re-organisiert. Zunächst mit dem Kornettisten Connie Jones als Leader, heute ist J.B.Scott der Trompeter, der die Band leitet. Sie besticht durch besonders virtuose Musik und Arrangements, die das Gegenstück zur mehr melodischen und relaxteren Spielart der New Orleanser Musikszene war, etwa der Preservation Hall Jazz Band oder Bands wie Tuba Skinny.
Philidor (02.07.2021, 08:46): Hier wieder Gebläse.
Brazz Brothers: Towards the Sea
Gruß Philidor
:hello
Philidor (02.07.2021, 16:40): Hier ging ich einem Tipp nach ...
Yes: Yessongs
Hm. Erst hörte ich "The Yes Album": Ok. Dann aufgrund eines Tipps von Cetay "Close to the Edge". Gefiel mir. Nun aufgrund eines anderen Tipps das Ganze live.
??? Was soll das sein? Simulation von Musik anstelle von Musik? (Natürlich nur imho)
Also ich meine, ich breche die Yes-Explorationen hier ab. Das Leben ist kurz, man muss Prioritäten setzen.
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (03.07.2021, 03:13): Hier ging ich einem Tipp nach ...
Yes: Yessongs
(...)
Hm. Erst hörte ich "The Yes Album": Ok. Dann aufgrund eines Tipps von Cetay "Close to the Edge". Gefiel mir. Nun aufgrund eines anderen Tipps das Ganze live.
??? Was soll das sein? Simulation von Musik anstelle von Musik? (Natürlich nur imho) Eher die Simulation eines Livealbums. Etliche Spuren wurden im Studio nachgespielt und ausgetauscht, sowie ganze Passagen neu eingefuegt. Allerdings verstehe ich nicht, wie du zu diesem harschen Urteil gekommen bist. Das Album besteht zu 2/3 aus Material der dir bekannten Alben. Das ergibt dann die Formel: Ok + Gefallt mir = Simulation. ?(
tapeesa (03.07.2021, 06:36): Saltatio Mortis - Das kalte Herz - aus: Wer Wind saet Subway to Sally - Kaltes Herz - aus: Sieben (Beides nach dem Märchen "Das kalte Herz" von Wilhelm Hauff.)
Vitalic - The legend of Kaspar Hauser - aus: Rave Age
Philidor (03.07.2021, 17:41): Noch'n Klassiker.
The Dave Brubeck Quartet: Time Out
Paul Desmond, sax Dave Brubeck, piano Eugene Wright, bass Joe Morello, drums
Ich lese gerade, dass Drummer Joe Morello im Alter von neun Jahren auf der Violine das Mendelssohn-Konzert mit dem Boston Symphony Orchestra spielte ... staun ...
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (04.07.2021, 16:32):
Ginger Baker and the DJQ2O - Coward of the Country Fred Hess (Tenorsaxophon), Ron Miles (Trompete), Eric Gunnison (Klavier), Artie Moore (Kontrabass), Ginger Baker (Schlagzeug) & Shamie Royston (Orgel), Todd Ayers (Gitarre), Glenn Taylor (Pedal Steel) /w James Carter (Baritonsaxophon, Bassklarinette)
Ob das ein Klassiker ist, weiss ich nicht, aber es sollte einer sein. Es ist ewig her, dass ich ein solch rundum gluecklich machendes Jazzalbum entdeckt habe. Baker kommt aus der Rockmusik, fand aber auch im 'reinen' Jazz Anerkennung. Das "DJ" im Bandnamen heisst nicht, dass Techno-Beats zum Einsatz kommen, sondern steht fuer Denver Jazz und Q2O meint Quintet to Oktet. Diese fluide Besetzung kommt zu den schoenen Kompositionen, den grossartigen Einzelleistungen und dem traumwandlerischen Zusammenspiel als Sahnehaube obendrauf. Zur klassischen Quintett-Besetzung gesellen sich bei Bedarf weitere Musiker, wodurch es auch bei den Arrangements viele Ueberraschungsmomente gibt. Der Stil ist nicht einfach zu beschreiben, deshalb schreibe ich bei meinem Stromdienst ab. Hard Bop als Basis fuer unvorhersehbare Ausfluege in Free, Funk und Rock. Das koennte hinkommen, aber wichtig ist, dass das immer stringent und koheraent bleibt. Das ist ein Album wie aus einem Guss, da gibt es nichts zu maekeln. Progressiver Jazz der allerersten Gueteklasse.
Nein, mit dem Erstling werde ich nicht warm. Sorry. Es gibt ja auch die umgekehrte Bewertung, dass nach diesem Album der Niedergang der Gruppe einsetzte. Die respektiere ich.
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (05.07.2021, 08:58):
Dio - Lock up the Wolves (1990)
Was fuer eine bittere Enttaeuschung. Bei einer Band, von deren 10 Alben man 9 kennt, welche sich alle innerhalb eines ueberschaubaren stilistischen Korridors bewegen und die auf der persoenlichen Meinungsskala allesamt irgendwo im Bereich hervorragend-ueberragend-unverzichtbar liegen, sollten, wenn mit dem 5. Album die letzte Luecke geschlossenwird, keine boesen Ueberraschungen zu erwarten sein. Dass es die gab, lag an der falschen Erwartungshaltung. Ich weiss nicht, warum ich dieses Album des kleinen Mannes mit der grossen Stimme bisher uebersehen habe, aber als ich neulich las, dass dort Jens Johansson die Keyboards bedient, war ich voellig aus dem Haeusschen. Johansson, der gleichsam im Neoklassischen Metal wie in der Jazzrock Fusion daheim ist und im erstgenannten Fach zu den Allerbesten gezaehlt wird, ist mein favorisierter Tastendruecker. Allerdings mag ich die Musik seiner Stammbands nicht sonderlich und so war ich hoechst erfreut, seine Metal-Seite mal in einem Umfeld, das mir haargenau zusagt, hoeren zu koennen. Das Problem: man hoert ihn nicht. Traegt er ueberhaupt mal sporadisch etwas bei, dann sind es Riff-Verdoppelungen oder Klangflaechen, die jeder drittklassige Studiomusiker hinbekommen haette - und selbst die gehen im Mix total unter. Leads oder gar Soli? Fehlanzeige. Ich kapiere das nicht. Ebenso koennte man Joshua Bell fuer eine Beethoven-Aufnahme verpflichten und ihn bei einer Sinfonie die vierte Reihe der 2. Violinen setzen. Abgesehen von diesem groben Unfug ist das ein ganz starkes Album mit etwas mehr Blues-Einfluss und deutlich mehr Haerte als sonst bei Dio ueblich (das wuetend-brachiale Doom-Brett Strange Highways ausgenommen).
Philidor (05.07.2021, 11:37): Passend zum Ginastera-KK:
Emerson, Lake and Palmer: Brain Salad Surgery
Gruß Philidor
:hello
Philidor (06.07.2021, 13:28): Zum 50. Todestag.
Satchmo at Symphony Hall
Louis Armstrong, trumpet and vocals Velma Middleton, vocals Jack Teagarden, trombone Barney Bigard, clarinet Dick Cary, piano Arvell Shaw, bass Sid Carlett, drums
Gruß Philidor
:hello
aiel (06.07.2021, 13:41): Claustraphobia - The Cabinet
Philidor (06.07.2021, 15:30): Nummer 2.
Pink Floyd: A Saucerful of Secrets
Pink Floyd unterwegs zu ihrer besten Zeit. Wie immer, imho.
Gruß Philidor
:hello
Philidor (06.07.2021, 19:30): EIne ging noch.
Pink Floyd: More
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (06.07.2021, 20:03):
Louis Armstrong: Satchmo: A Musical Autobiography, Part 01 AD: 1947-1958 ; Die meisten Stücke wurden zwischen dem 11.Dezember 1956 und 28.Januar 1957 in New York eingespielt.
Diese Doppel-CD gehört zu einem Set von Aufnahmen, die Louis erneut in Stereo eingespielt hat. Die meisten Stücke stammen aus seiner Hot Five and Seven-Zeit, aber auch noch etwas später. Diese Aufnahmen wurden durch weitere Einspielungen ergänzt, die bereits auf Band vorlagen (etwa der "Basin' Street Blues" und "Struttin' with some Barbecue" vom 10.03.1954).
Neben seinen "All Stars" spielten auch viele weitere Kollegen bei einigen Nummern mit. Etwa "Yank Lawson (Trompete), die Gitarristen George Barnes und Everett Barksdale, aber auch diverse Saxophonisten, die für die Aufnahmen der frühen 1930-er Jahre benötigt wurden.
Neu eingespielt wurden die Tracks 2-20, 24-30 der CD1, 2-6,10,12,18-34 der CD2. Die geraden Zahlen sind kurze Einleitungsworte von Armstrong persönlich zu den folgenden Titeln mit Billy Kyle am Klavier zusammen. Diese Einsöielungen gelten zurecht als seinen "alten Einspielungen für ebenbürtig, teilweise sogar noch besser als die Ersteinspielungen. Alleine DAS gleicht einer Sensation, da Armstrong bereits sehr oft mit Lippenproblemen zu kämpfen hatte.
Das hier ist der zweite Teil der "Musical Biography", aber nur noch die CD1. Die zweite CD sind zwei weitere Alben, die man als durchaus gelungen bezeichnen kann.
Cetay (inaktiv) (07.07.2021, 05:55):
Magico - Carta de Amor (Live @ Amerika-Haus, Muenchen, April 1981) Jan Garbarek (Tenor- & Sopransaxophon), Egberto Gismonto (Akustik-Gitarre, Klavier). Charlie Haden (Kontrabass)
Mir fehlt fuer solch weit ausladenden und elegischen Stoff auf meine alten Tage oftmals die Geduld. Etwa zur Haelfte (Track 6: Spor) wird es freier und lebendiger, aber die Begeisterung, die dieses Trio fruher bei mir ausgeloest hat, wollte sich nicht einstellen. Andere Zeiten, anderer Geschmack.
Auweia. Ein Fehlgriff sondergleichen. Wenn ich was dazu sagen muesste, fiele mir nur ein, einen geschaetzten Forumskollegen im Stil einer Stilkopie zu kopieren: Was soll das sein? ?(
Cetay (inaktiv) (07.07.2021, 08:18): Jetzt lieber wieder auf vertrautes Terrain:
Thin Lizzy - Renegade (1982)
Das gilt bei vielen Fans und Kritikern als schweachstes Album der irischen Blues-Hard-Rocker und auch die Band gab wohl nicht viel darauf. Gruende: Zu Keyboard-lastig, zu stark an den 80er Metal-Sound angelehnt und zu glatt produziert. Das stimmt, aber ich lasse die "zu" weg und erklaere es genau deswegen zu meinem Favoriten.
tapeesa (07.07.2021, 13:50): Rio Reiser - Junimond + Menschenfresser Alles Lüge, König von Deutschland, usw.
tapeesa (08.07.2021, 09:56): Is that so? - Kabir - Sakhi - Tara - The Search - The Guru - The Beloved Shankar Mahadevan, Gesang Zakir Hussain, Tabla John McLaughlin, Gitarre /Synthesizer und Orchestrierung
Praktischerweise kann ich mich hier selbst plagiieren. Das gilt bei vielen Fans und Kritikern als eher schwaches Album der britischen Heavy-Rocker und auch einige Bandmitglieder gaben nicht viel darauf und verliessen den Primouomo nach den Aufnahmen. Zu dominante Keyboards, zu stark an den Mitte-80er Glam Metal angelehnt und eine zu polierte Produktion - oder einfacher gesagt: zu kommerziell. Das stimmt, aber fuer mich ist es gerade wegen der vermeintlichen Unzulaenglichkeiten mein Favorit vor Strange Highways und Lock up the Wolves.
Philidor (08.07.2021, 12:46): Und wieder diese.
Pink Floyd: Ummagumma
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (09.07.2021, 09:24):
Donald Harrison Jr. mit Dr. John - Indian Blues Chief Donald Harrison Sr. (Gesang), Dr. John (Gesang, Klavier), Donald Harrsion Jr. (Alt- & Tenorsaxophon), Cyrus Chestnut (Klavier), Phil Bowler (Kontrabass), Carl Allen (Schlagzeug), Howard Ricks (Congas), Bruce Cox (Perkussion)
Moderner Jazz trifft alten New Orleans R'n'B trifft die Rhythmen und Gesaenge der Mardi Gras Schon-vor-Kolumbus-in-Amerika-Lebenden. Spannend.
Liebe tapeesa, ich empfehle dreispurigen Ausbau. :W
Cetay (inaktiv) (12.07.2021, 11:21): Bei mir bleibt das Nebenthema das Hauptthema. Uebers Wochenende verteilt hoerte ich:
Donald Harrison - This is Jazz, Live at the Blue Note (2011) Domald Harrsion (Altsaxophon), Ron Carter (Kontrabass), Billy Cobham (Schlagzeug)
Billy Cobham - Total Eclipse (1973) Michael Brecker (Tenor- & Sopransaxophon), Randy Brecker (Trompete, Fluegelhorn), Glen Ferris (Posaune, Bassposaune), John Abercrombie (Gitarre), Milcho Levich (Klavier, E-Piano, Orgel, Synthesizer), Alex Blake (Bassgitarre), Billy Cobham (Schlagzeug, Pauke, Klavier, Arrangements)
Trio Kühn Humair Jenny-Clark - Live at JazzFest Berlin 1987 Joachim Kühn (Klavier), Daniel Humair (Schlagzeug), Jean-François Jenny-Clark (Kontrabass)
Steve Swallow - Home (1980) Sheila Jordan (Gesang), David Liebman (Tenor- & Sopransaxophon), Steve Kuhn (Klavier), Lyle Mays (Synthesizer), Steve Swallow (Bassgitarre), Bob Moses (Schlagzeug)
8o Was fuer ein gler Schss! Die sind alle top, aber die lezten beiden toppen die Toppen. Das Klaviertrio ist einfach nur sensationell. Dazu muss ich speater -wenn nachgehoert- ein paar Worte hinschmyrn.
Philidor (12.07.2021, 16:17): Hier mal wieder dieses mit seiner genialen A-Seite. Wobei ich auch das "Psychedelic Breakfast" mag.
Pink Floyd: Atom Heart Mother
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (13.07.2021, 03:21):
Bud Powell - The Essen Festival Concert (Live @ Grugahalle, 1960) The Oscar Pettiford Trio & special guest Coleman Hawkings Bud Powell (Klavier), Oscar Pettiford (Kontrabass), Kenny Clarke (Schlagzeug), Coleman Hawkins (Tenorsaxophon, 4 von 9 Tracks)
Nicht direkt eine Mogelpackung, aber der Ansager kuendigt das "Oscar Pettiford Trio" an. Es ist schon frech, den Headliner des Konzerts auf dem Cover zu unterschlagen. Es gibt ein alternatives Cover, da ist Pettfiord wenigstens kleingedruckt drauf. Hier wie dort: Marketing geht vor Korrektheit. Powell bringt nun mal mehr in die Kasssen.
tapeesa (13.07.2021, 08:27): John McLaughlin, Al Di Meola, Paco de Lucía (live, San Francisco, 1981): Mediterranean Sundance (Al di Meola) & Rio Ancho (Paco de Lucia) Short Tales of the Black Forest (Chick Corea) Frevo Rasgado (Egberto Gismonti) Fantasia Suite (Al di Meola) Guardian Angel (John McLaughlin)
Philidor (13.07.2021, 12:50): Ist das nervtötend monoton ... habe bei dem einen oder anderen Titel weitergezappt ...
Status Quo: Dog of Two Head
Dagegen ist minimal music die reinste Achterbahnfahrt.
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (13.07.2021, 13:16): ud Powell - The Essen Festival Concert (Live @ Grugahalle, 1960) The Oscar Pettiford Trio & special guest Coleman Hawkings Bud Powell (Klavier), Oscar Pettiford (Kontrabass), Kenny Clarke (Schlagzeug), Coleman Hawkings (Tenorsaxophon, 4 von 9 Tracks)
Nicht direkt eine Mogelpackung, aber der Ansager kuendigt das "Oscar Pettiford Trio" an. Es ist schon frech, den Headliner des Konzerts auf dem Cover zu unterschlagen. Es gibt ein alternatives Cover, da ist Pettfiord wenigstens kleingedruckt drauf. Hier wie dort: Marketing geht vor Korrektheit. Powell bringt nun mal mehr in die Kasssen. Es gab einen anderen Grund, was die Bennenung angeht. Oscar Pettiford war damals in Europa Zuhause, lebte zeitweise in Baden-Baden (dort kam er zum ersten Mal bei einer Tournee 1958 hin) und eben in Skandinavien. Entsprechend war er ein sehr sehr wichtiger Baustein zur Belebung des modernen Jazz nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa (vor allem auch mit dem Österreicher Hans Koller). Entsprechend wurde ais dem "bud Powell-Trio" das "Oscar Peterson-Trio". Doch es war im Grunde das frühere Bud Powell-Trio, wie es bereits um 1953/54 herum in den Staaten unterwegs war.
tapeesa (13.07.2021, 13:32): Local Objects: Mathias Duplessy (Nocturne für Gitarre Nr. 1), Egberto Gismonti (Celebraçao De Núpcias) Carlo Domeniconi (Koyunbaba, op. 19), Jorge Cardoso (Milonga), Al Di Meola (Vertigo Shadow), Franghiz Ali-Zadeh (Fantasie), Aníbal Augusto Sardinha ~ Garoto (Inspiração), Alex Pinter (Gothenburg)
Zsófia Boros (Gitarre)
Philidor (13.07.2021, 15:20): Hier nochmals diese:
Pink Floyd: Meddle
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (14.07.2021, 01:20): Bud Powell - The Essen Festival Concert (Live @ Grugahalle, 1960) The Oscar Pettiford Trio & special guest Coleman Hawkings Bud Powell (Klavier), Oscar Pettiford (Kontrabass), Kenny Clarke (Schlagzeug), Coleman Hawkins (Tenorsaxophon, 4 von 9 Tracks)
Nicht direkt eine Mogelpackung, aber der Ansager kuendigt das "Oscar Pettiford Trio" an. Es ist schon frech, den Headliner des Konzerts auf dem Cover zu unterschlagen. Es gibt ein alternatives Cover, da ist Pettfiord wenigstens kleingedruckt drauf. Hier wie dort: Marketing geht vor Korrektheit. Powell bringt nun mal mehr in die Kasssen. Es gab einen anderen Grund, was die Bennenung angeht. Oscar Pettiford war damals in Europa Zuhause, lebte zeitweise in Baden-Baden (dort kam er zum ersten Mal bei einer Tournee 1958 hin) und eben in Skandinavien. Entsprechend war er ein sehr sehr wichtiger Baustein zur Belebung des modernen Jazz nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa (vor allem auch mit dem Österreicher Hans Koller). Entsprechend wurde ais dem "bud Powell-Trio" das "Oscar Peterson-Trio". Doch es war im Grunde das frühere Bud Powell-Trio, wie es bereits um 1953/54 herum in den Staaten unterwegs war. Danke fuer diese Erklaerung. Dann war es also 1960 'falsch' angekuendigt und beim Erscheinen der Aufnahme wurde das richtig gestellt. Man lernt nie aus. Alles, das der Foerderung und Verbreitung des Jazz dient, ist legitim (solange dabei die kuenstlerische Integritaet bewahrt wird).
Hier laeuft gerade eine angespanntes Wohlgefuehl (oder wohlige Anspannung) verbreitende Platte (metaphorisch, konkret stroemt eine Datei):
Gary Burton Quartet - Times Square Tiger Okoshi (Trompete), Gary Burton (Vibraphon), Steve Swallow (Bassgitarre), Roy Haynes (Schlagzeug)
Cetay (inaktiv) (14.07.2021, 02:12):
Bud Powell - Bud! (The Amazing Bud Powell Vol. 3, 1957) Bud Powell (Klavier), Paul Chambers (Kontrabass), Art Taylor (Schlagzeug), Curtis Fuller (Posaune, 3 von 8 Tracks)
Maurice inaktiv (14.07.2021, 08:49): Danke fuer diese Erklaerung. Dann war es also 1960 'falsch' angekuendigt und beim Erscheinen der Aufnahme wurde das richtig gestellt. Man lernt nie aus. Kein Problem. Ich kann das sicher nicht direkt beweisen, aber im Jahre 1960 dürfte das so gelaufen sein. Die CD entstand ja viele Jahre später, da hat das Drumherum natürlich keine Rolle mehr gespielt.
Ich verweise dabei gerne auf einige Veröffentlichungen mit Oscar Pettiford:
Es gibt das Set noch einmal in abgespeckter Variante als Dopper-CD mit immerhin sechs LPs darauf. Darunter auch die sehr starken Bigband-EInspielungen, mit einigen Arrangements des jungen Quincy Jones.
Ich empfehle ferner des Bud Powell-Trio aus dem Jahre 1953, mit Powell, Pettiford und Roy Haynes. Das ist großes Kino, die drei könnten heute noch locker mithalten.
Hier etwa mit drei verschiedenen Trios. Powell/Pettiford/Haynes, Powell/Frank Skeets/Sonny Payne, Powell/Mingus/Haynes
Sorry, das Bild will weder kleiner werden, noch sich löschen lassen.
Maurice inaktiv (14.07.2021, 10:34):
The Dukes of Dixieland : Now hear this AD: 15.01.1962, Los Angeles
Frank Assunto (Trompete, Gesang) - Fred Sssunto (Posaune) - Jac Assunto (Posaune,Banjo) - Henry Fuller (Klarinette) - Gene Schroeder (Klavier) - Herb Ellis (Gitarre) - Jim Atlas (Bass) - Charlie Lodice (Drums)
The Dukes of Dixieland : Breakin' it Up On Broadway AD: 29.08.1961 - 01.09.1961 ; New York
Gleiche Besetzung, nur Jesse Fuller (Klarinette) für Harry Fuller. Es muss sich aber um den gleichen Musiker handeln, und der hieß Jerry mit Vornamen. Die Box mit drei CDs vereint sechs LPs, aber hat kein gutes Beiheft mitgeliefert bekommen. Meine Angaben habe ich aus einem anderen Buch entnommen.
Maurice inaktiv (14.07.2021, 11:03):
Weietr damit:
"Up the Mississippi" AD: Spring, 1958 , Chicago
Frank Aussnto (Trompete, Gesang) - Fred Assunto (Posaune) - Jac Assunto (Posaune, Banjo) - Jack Maheu (Klarinette) - Stan Mendelson (Klarinette) - Lowell Miller (Kontrabass, Tuba) - Norman "Red" Hawley (Drums)
"Mardi Gras Time" AD: Fall 1957 , Chicago
Besetzung wie bisher, nur Bill Porter (Kontrabass, Tuba) für Miller.
Cetay (inaktiv) (14.07.2021, 12:07): Now hear this.
Nachdem es heute morgen schon anregende Trompetentoene aus Japan gegeben hat, nehme ich das jetzt als Inspiration, um nachzulegen:
Hal Galper Quartet - Now Hear This (1977) Terumasa Hino (Trompete, Fluegelhorn), Hal Galper (Klavier), Cecil McBee (Kontrabass), Tony Williams (Schlagzeug)
Bei mir seit rd. 40 Jahren ein Dauerbrenner, :times10
Philidor (14.07.2021, 12:08): Mein Beitrag zum Wetter.
Pink Floyd: Obscured by Clouds
Gruß Philidor
:hello
Philidor (14.07.2021, 19:10): Lange nicht gehört, die drei ...
Esbjörn Svensson Trio: When Everybody has Gone
Jaaaa ... :down
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (15.07.2021, 02:21): Ich habe noch ein paar Jaehrchen aufzuarbeiten, bevor ich zu E.S.T. komme:
Bud Powell - Live in Lausanne 1962 Bud Powell (Klavier), Bob Jacquillard (Kontrabass), Mike Stevenot (Schlagzeug)
Cetay (inaktiv) (15.07.2021, 04:05): Der Kult der blauen Äuster ist eine der interessantesten Gruppen im Rockzirkus. Man hat ihre Musik gelegentlich als Thinking Man's Metal bezeichnet. Das past allerdings nicht ganz, denn es gibt kaum Metal-Riffs zu hoeren und die Klischees des Prog werden gemieden. Sie liegen irgendwo dazwischen, ohne das eine oder das andere zu sein. Durchaus anspruchvoll und intellektuell, aber nicht ausufernd und sie bleiben durch eine gesunde Haerte erdverbunden. Das spiegelt sich auch in den Texten, die philosophisch, zeitkritisch, phantastisch, sarkastisch, okkult oder absurd sein koennen - auch zugleich innerhalb eines Songs. Deftige Tabubrueche inklusive. Hier ist mitlesen Pflicht. Die klassische Rock-Besetzung (Gesang, Gitarre, Tasteninstrumente, E-Bass und Schlagzeug) wird von dem Quintett sehr flexibel gehandhabt, weil auch der Saenger und der Keyboarder ab und an die Gitarre in die Hand nehmen und einige der Instumentalisten auch mal den Leadgesang uebernehmen.
Los geht das disziplinierte Erkunden der Diskographie mit dem eponymen Debut. Das ist teils noch stark von der Psychedelic der Jahrzehntwende beeinflusst. Der Sound wurde auf Garage getrimmt, recht muffig, mit unscharfer Trennung der Instrumente und mit dem Saenger ueberlebensgross nach vorn gezogen. Die Vermitllung von okkulten Inhalten mit gefaelligen, gleichwohl hamonisch extravaganten Melodien (ein Markenzeichen von BÖC) verbreitet -mich- beunruhigende Stimmung. Gefaehrlich doppelboedig. Das ist schon mal ein erster grosser Wurf.
Blue Öyster Cult - Blue Öyster Cult (1972)
Philidor (15.07.2021, 08:33): Der Kult der blauen ÄusterDas ist schon mal ein erster grosser Wurf.Klingt spannend ... freue mich auf das, was da (eventuell?) noch kommt.
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (15.07.2021, 09:26):
Jack Teagarden-Earl Hines-All Stars : At the Olypia Theatre, Paris AD: 06.11.1957, Paris/Frankreich
Max Kaminsky (Trompete) - Jack Teagarden (Posaune, Gesang) - Peanuts Hucko (Klairnette) - Earl Hines (Klavier) - Jack Lesberg (Bass) - Cozy Cole (Drums)
Im Jahre 1957 ging eine Formation auf Europa-Tournee, die man getrost als die "Louis Armstrong All Stars ohne Louis" bezeichnen könnte. Alle Musiker haben in genau jener Formation gespielt, die ich erwähnt habe, nur Max Kaminsky ist quasi die "Vertretung" von Armstrong gewesen. Peanuts Hucko sollte erst 1958 zu den All Stars stoßen, doch die anderen Kollegen haben dort gespielt. Lesberg nur kurz 1956, aber er gehörte zweifellos zu den besten Bassisten des traditionellen Jazz, der auch im hohen Alter noch auf Tournee ging (etwa Anfang der 1980-er Jahre mit den "Great Eight" um Billy Butterfield, Red Norvo und Teddy Wilson).
Die Musik ist großartig, doch leider ist das Original nicht mehr im guten Zustand gewesen, und wurde offenbar auch nich von Kratzern, usw. zumindest mal bearbeitet. So sind die letzten drei Stücke auf Dauer nicht anhörbar. Schade. Es müssen an dem Tag zwei Konzerte stattegfunden haben, und es ist auch bedauerlich, dass man daraus nur eine so kurze CD-Spieldauer gemacht hat. Vielleicht war die andere Matrize in noch schlechterem Zustand, bzw. verschollen gegangen über die Jahre.
Es existieren aber noch zwei CDs vom Konzert in Manchester/GB, die ich aber nicht in meinem Besitz habe.
Cetay (inaktiv) (15.07.2021, 10:32): Der Kult der blauen Äuster Klingt spannend ... freue mich auf das, was da (eventuell?) noch kommt. Gruß Philidor
:hello Nachdem ich mir vorgenommen habe, von einem gewissen Forenmitglied voruebergehend die Strategie des disziplinierten Hoerens abzuschauen, statt in Wahrheit nur der Sklave einer Lüste und Launen zu sein, stehen alle Zwanzig auf dem Programm.
:hello
Philidor (15.07.2021, 11:32): Nachdem ich mir vorgenommen habe, von einem gewissen Forenmitglied voruebergehend die Strategie des disziplinierten Hoerens abzuschauen, statt in Wahrheit nur der Sklave einer Lüste und Launen zu sein, stehen alle Zwanzig auf dem Programm. :D :beer :times10
Dann viel erfüllte Hörzeit!
Gruß Philidor
:hello
Philidor (15.07.2021, 19:05): Hier großes Genusshören.
Pink Floyd: The Dark Side of the Moon
Ich lese mit Vergnügen, dass ein Asteroid auf den Namen Pink Floyd getauft wurde. Dies in Anerkennung der Verdienste der Gruppe um astronomische Themen in Titeln wie "Astronomy Domine", "Interstellar Overdrive" und natürlich bei vorliegendem Album ... ;) ... brain damage ... the lunatic is on the grass ... the sun is eclipsed by the moon ...
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (16.07.2021, 01:16):
Bud Powell Trio - Strictly Powell (1957) Bud Powell (Klavier), George Duvivier (Kontrabass), Art Taylor (Schlagzeug)
Edit: Die Interpretation von Lush Life ist sensationell. Das zieht in 3 Minuten mehr runter als eine Pettersson-Sinfonien-GA am Stueck gehoert.
Cetay (inaktiv) (16.07.2021, 03:17):
Blue Öyster Cult - Blue Öyster Cult (1972) Ich verweile noch bei dieser. Frueher habe ich die Studioalben dimittiert, weil mir da einfach zu wenig Schmackes dahinter war - gerade im Vergleich zu den beiden ersten Live-Alben, die das erste waren, das ich seinerzeit von dieser Gruppe gehoert habe. Heute hoere ich anders und freue mich an den kleinen Drehungen und Wendungen, die jedes Lied interessant halten und an den wechselnden Arrangements, die den Songs einen eigenen Charakter verleihen - bei Wahrung der Album-Kohaerenz. Ein -wie ich finde- interessantes Detail am Rande. Ein Kritiker bemerkte, dass dieses Album -wenn auch meist verdeckt- vorwiegend Gewalt und Totschlag (teils bezogen auf tatsaechliche Ereignisse) zum Thema hat - und dass es waehrend der Produktion innerhalb von 12 Blocks um das Studio 17 Morde gegeben hat. Das macht das zu einem authentischen zeitgeschichtlichen Dokument und ist eine moegliche Erklaerung fuer die unheilschwangere Stimmung, die auch dann nicht verschwinden will, wenn musikalisch eine andere Sprache gesprochen wird. Dersselbe Kritiker hat auch gesagt, die fruehen BÖC klaengen wie eine Mischung aus Black Sabbath (auf deren ersten Album) und den Doors. Aber klar doch, jetzt wo er es sagt! Dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin...
Cetay (inaktiv) (16.07.2021, 04:14):
Bud Powells Moods (1954) Bud Powell (Klavier), Ray Brown (Kontrabass), Buddy Rich (Schlagzeug)
Cetay (inaktiv) (16.07.2021, 07:36): Nun springen wir zu einem anderen der ersten Grossmeister des Jazz-Klaviertrios, hier in der weniger verbreiteten Besetzung mit der Gitarre anstelle des Schlagzeugs:
On the Town with the Oscar Peterson Trio (Live, 1958) Oscar Peterson (Klavier), Ray Brown (Kontrabass), Herb Ellis (Gitarre)
Maurice inaktiv (16.07.2021, 10:07): Nun springen wir zu einem anderen der ersten Grossmeister des Jazz-Klaviertrios, hier in der weniger verbreiteten Besetzung mit der Gitarre anstelle des Schlagzeugs: Oscar Petersons Karriere als Trio-Pianist begann genau mit der Besetzung Klavier-Gitarre-Bass : Ursprünglich als Duo übrigens, nur mit Ray Brown 1950/51, doch dann stieß der heute nicht mehr geläufige Gitarrist Irving Ashby dazu (etwa am 26.01.1952 mit einer Aufnahe-Session), im Laufe des Jahres dann der damals führende Gitarrist Barney Kessel. Er blieb bis Ende 1953 oder gar Anfang 1954. Dann kam von 1954-1958 Herb Ellis ins Trio rein. Es gibt zahlreiche Aufnahmen mit Kessel und Ellis, teilweise traumhaft tolle Live-Konzerte.
1958 kam der Drummer Gene Gammage für Ellis in die Band, aber das passte nicht so recht. Es gibt auch Aufnahmen mit ihm, aber sie sind schwer zu finden. Auch wird diese Zeit oft nicht erwähnt, da 1959 Ed Thickpen dieses Problem löste. Er blieb bis 1966 bei Peterson, verließ ihn dann zusammen mit Ray Brown. Sein neues Trio bestand dann bis 1969 aus Sam Jones am Bass und Louis Hayes am Schlagzeug. WIe ich finde, wird dieses Trio sehr unterschätzt, obwohl es auch hier überzeugende Einspielungen gibt von. Herb Ellis tauchte da auch wieder hin und wieder als Gastmusiker auf.
Anschließend wird es schwierig, was seine Trios angeht. Viele Jahre (im Grunde bis zu dessen Tode) wirkte immer wieder Nils-Henning Orsted-Pederson am Bass mit, aber auch Ray Brown kam wieder zurück oder Dave Young spielte Bass. Joe Pass übernahm einige Zeit die Rolle des Gitarristen, später dann erneut Herb Ellis und Ulf Wakenius. Bobby Durham, Louis Bellson, Martin Drew, Jake Hanna, Frank Gant, Lewis Nash haben den Part des Drummers übernommen. Es gibt hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Philidor (16.07.2021, 13:37): Hier wieder das e. s. t. - Ich nutze dann auch mal Wikipedia und nenne die Namen der drei:
Esbjörn Svensson Trio Plays Monk
Esbjörn Svensson Trio - Esbjörn Svensson, Klavier - Dan Berglund, Bass - Magnus Öström, Schlagzeug
Imho nicht ganz so außergewöhnlich stark wie die dunkle Seite des Mondes, trotzdem ein tolles Album. Nicht allen Guitarreros soll Gilmours Spiel gefallen, habe ich mir sagen lassen ... gut, dass ich keiner bin.
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (17.07.2021, 01:28): 1958 kam der Drummer Gene Gammage für Ellis in die Band, aber das passte nicht so recht. Es gibt auch Aufnahmen mit ihm, aber sie sind schwer zu finden. Auch wird diese Zeit oft nicht erwähnt, da 1959 Ed Thickpen dieses Problem löste. Er blieb bis 1966 bei Peterson, verließ ihn dann zusammen mit Ray Brown. Die Anzahl an Aufnahmen aus dieser Zeit ist kaum ueberschaubar. Es scheint, dieses Trio hat Alben im Monatsrhythmus rausgehauen. Da bleibt mir nur, mich an den Polls zu orientieren (die fuer mich im Jazz sehr viel zuverlaessiger sind als in der Klassik). Da begegnete ich mehrfach den Zweien, die jetzt zum Stroemen bereit sind:
Oscar Peterson Trio - Night Train (1962) Oscar Peterson (Klavier), Ray Brown (Kontrabass), Ed Thipgen (Schlagzeug)
Oscar Peterson Trio - We get Requests (1964) Oscar Peterson (Klavier), Ray Brown (Kontrabass), Ed Thipgen (Schlagzeug)
Dem Prinzip der maximalen Faulheit folgend, poste ich das Restprogramm des Tages gleich hier:
Peterson / Pass / Pedersen - The Trio (Live, 1973) Oscar Peterson (Klavier), Niels-Henning Orsted Pedersen (Kontrabass), Joe Pass (Gitarre)
Blue Öyster Cult - Tyranny and Mutation (1973)
Maurice inaktiv (17.07.2021, 10:18): Die Anzahl an Aufnahmen aus dieser Zeit ist kaum ueberschaubar. Es scheint, dieses Trio hat Alben im Monatsrhythmus rausgehauen. Ja, das ist auf den Mist von Norman Granz zurück zu führen, der Peterson genau so stark vermarktet hat wie Ella Fitzgerald. Beide haben das Repertoire der großen, amerikanischen Popolarmusik umfassend eingespielt. Peterson sogar noch etwas umfangreicher, wenn ich es recht in Erinnerung habe. Ich kenne dabei kein wirklich schlechtes Album, auch eine Leistung.
Das ist ein Hammer-Album mit seinen beiden langjährigen Bassisten Ray Brown und NH Orsted-Pedersen
Das ist eine der fantastischen Live-Alben mit Herb Ellis und Ray Brown. In dieser Zusammensetzung gibt es noch ein tolles Live-Album aus Amsterdam. Beide Alben zeigen auf, wie man auch one Schlagzeug swingen kann ohne Ende. Alle drei Musiker spielen dabei, als ob man ihnen vorher Aufputschmittel in hohen Dosierungen verabreicht hätte. Wahnsinn !!
Diese Reihe, aufgenommen im Schwarzwald Mitte bis Ende der 1960-er Jahre (mit Bobby Durham und Sam Jones, Solo und auch mit Herb Ellis einmal, Ed Thickpen wohl auch mit vier Stücken) gehört zum Besten, was Peterson je in einem Studio eingespielt hat. Er ist dort ganz alleine in einer für ihn vertrauten Umgebung. Auch aufnahmetechnisch wurde es für damalige Verhältnisse derart hervorragend, dass man das Gefühl hat, dabei zu sitzen.
Philidor (17.07.2021, 16:35): Oscar Peterson Trio - Night Train (1962) Oscar Peterson Trio - We get Requests (1964) Die beiden höre ich gerne! - Hier wieder e. s. t.:
Esbjörn Svensson Trio: Winter in Venice
Gruß Philidor
:hello
Philidor (17.07.2021, 19:38): Nun wieder Tierisches.
Pink Floyd: Animals
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (20.07.2021, 07:02): Die Nacht von Freitag auf Samstag war um 1:39 vorbei. Heftige Schmerzen im LIegen, heftige Schmerzen beim Stehen. Also habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und setzte mich vor die Laufsprecher. Und es musste etwas her, das die Stimmung widerspiegelt:
Deicide - In Torment, In Hell
Bis der Kreuzeinrenker meines Vertrauens erreichbar war, hatte ich alle 13 Alben dieser Oberboesewichte durch. Aber ihr wollt weder einige Titel wissen (wobei Once Upon the Cross als durchaus pfiffiges Wortspiel durchgehen sollte), noch einige Cover sehen...
Philidor (20.07.2021, 07:46): Aber ihr wollt weder einige Titel wissen (wobei Once Upon the Cross als durchaus pfiffiges Wortspiel durchgehen sollte), noch einige Cover sehen... Doch, selbstverständlich!
Hoffe, Dein Crosseinrenker konnte seine Hände an Dir zur segensreichen Entfaltung bringen ...
Gruß Philidor
:hello
Philidor (20.07.2021, 19:48): Hier wieder diese drei:
Esbjörn Svensson Trio: From Gagarin's Point Of View
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (21.07.2021, 06:13): Aber ihr wollt weder einige Titel wissen (wobei Once Upon the Cross als durchaus pfiffiges Wortspiel durchgehen sollte), noch einige Cover sehen... Doch, selbstverständlich! Deicide sind schon speziell. Ihre Themen kreisen fast ausschliesslich um Satanismus, Christenfeindlichkeit, Blasphemie und Hass gegen alles und jeden. Und diese Thematik wird auf manchen Covern recht drastisch illustriert - noch nach den von Zensurbehoerden geforderten Entschaerfungen.
Das Debutalbum habe ich als Hartware und streng genommen reicht das auch - es ist mit Abstand das beste. Nun sind Deicide nicht die einzigen, die auf diesem Extrempfad wandeln, aber niemand sonst wirkt auf mich so glaubwuerdig. Da ist keinerlei Augenzwinkern dabei. Wenn das Show ist, dann ist die Illusion perfekt. Andererseits ist es -mit Ausnahmen- nicht so uebertrieben, dass es wie bei den meisten Nachahmern ins Laecherliche gleitet. Der Saenger singt, ich korrigiere, bellt tiefe gutturale Laute mit einer Hasserfuelltheit, die mich schaudern laesst. Nicht auszudenken, was aus ihm geworden waere, wenn er nicht dieses Ableit-Vehikel fuer sich gefunden haette. Leider verdoppelt er vielfach seine Stimme mit einer zweiten Spur, auf der er mit Fauch- und Knurrlauten besonders boese klingen will, aber das weckt allenfalls Assoziationen an Plastikmonster aus einem viertklassigen Horrorfilm. Damit wird ein Gutteil des Albums entwertet. Auf den Nachfolge-Alben laesst er es bleiben, aber die sind musikalisch nicht mehr ganz so ueberzeugend. Die Musik - was wird geboten? Zunaechst Schlagzeugspiel im 400bpm-Bereich mit metronmischer Praezision. Darueber zwei Gitarren mit einem Mitten-ausgeweideten, skelettartigen Sound. Die Riffs werden unnachgiebig in den Aether gerammt, das erscheint mir von rituellem Trommeln abgeschaut. Zur Auflockerung gibt es pfeilschnelle atonale Skalenlaeufe, die mit dem Rest allenfalls in loser Verbindung stehen. Rituell ist das richtige Wort und der Gedanke an Opferungen draengt sich auf. Oft sind es ja die voellig Unbedarften, die verblueffend treffende Worte zur Charakterisierung von Musik finden. Einst bekamen wir Besuch von einer Freundin -Typ: Schwaebische Hausmutter, Wesen: einfach, Musik: Lindenberg, Maffay- als ausgerechnet diese Platte lief. Sie betrat das Zimmer, sah eine Weile in Richtung Laufsprecher und meinte dann: "Ha sag a mole, soll I jedsed en Altar hola ond mi neggedich druff lega?" Sagenhaft. Sie hat in 30 Sekunden das Wesen dieser Musik erfasst und in Worte gefasst.
Deicide - Deicide (1990)
Cetay (inaktiv) (21.07.2021, 14:55): Ganz edler Stoff, mal heftig swingend, mal balladesk, mal bluesig. Komplex und leicht - wie ein perfekt ausbalancierter Single Malt.
Red Garland Trio with Paul Chambers & Art Taylor - 1956-1959. Daraus die Alben: A Garland of Red Groovy Manteca, mit Ray Baretto (Congas) Ich musste jetzt noch ein kurzes Ohr auf die Quintett-Platte (All Mornin' Long, mit John Coltrane & Donald Byrd) riskieren und das geht ganz stark los; da wird ein langes Ohr draus.
tapeesa (21.07.2021, 16:51): Styx - Boat on the River
Cetay (inaktiv) (22.07.2021, 02:35): Ein weiterer frueher Grossmeister des Jazz-Klaviertrios kommt zu Gehoer:
Chamber Music of the New Jazz by Ahmad Jamal (1955) Ahmad Jamal (Klavier), Israel Crosby (Kontrabass), Ray Crawford (Gitarre)
Ahmad Jamal Trio - At the Pershing: But not for me (Live, 1958) Ahmad Jamal (Klavier), Israel Crosby (Kontrabass), Vernell Fournier (Schlagzeug)
Cetay (inaktiv) (22.07.2021, 08:47):
Blue Öyster Cult - Tyranny and Mutation (1973) Bevor es hier mit dem Wahlpflichtprogramm weitergeht, ein paar Worte zum Zweitling. Das ist in meinen Ohren eine Steigerung zum titellosen Debut. Produktionsseitig ist das transparenter, jedes Instrument ist gut heraushoerbar - und es gibt auch mehr zu hoeren. Vor allem der Schlagzeuger hat deutlich zugelegt, spielt komplexer, variabler und bringt eine leicht jazzige Note ein. In einem Interview erklaerte er, dass sie bei einigen Konzerten das Mahavishnu Orchestra (eine zu der Zeit in punkto Virtuositaet neue Massstaebe setzende Jazzrock-Gruppe) im Vorprogramm hatten und von denen regelrecht von der Buehne gefegt wurden, das sei eine demuetigende Angelegenheit gewesen. Die hat ihm offenbar Arme und Beine gemacht. Auch der E-Bass ist von der Rolle als Fundamentgeber voll emanzipiert, spielt virtous eigene, gegenlaeufige Linien. Die Gitarren sind rockiger, die Psychedelic-Einfluesse treten zurueck, geben aber hier und da noch etwas Wuerze. Was bleibt, sind die okkulte Grundatmosphaere, die in den Texten nun offener zu Tage tritt und die typischen Harmoniegesaenge mit ihrer BÖC-typischen Kombination aus ungewohnt und eingaengig. Die Liedstrukturen sind teilweise ordentlich komplex gebaut, mit verschiedenen Abschnitten, gekonnten Uebergangen und reichlich Raum fuer leangere Instrumental-Soli. Das ist kunstvoll gemacht, aber klingt aber ueberhaupt nicht nach dem zur gleichen Zeit verbreiteten 'Art'-Rock. Das Debutalbum war klar ein Kind seiner Zeit. (Wer einigermassen versiert in der Rockmusikgeschichte ist und das erstmalig hoert -ein reines Gedankenexperminent, da das eine das andere ausschliesst- wird sofort blind auf Ende-60er/Anfang-70er tippen.) Der Zweitling Tyranny and Mutuation ist dagegen zeitlos geraten - unter Wahrung des Charmes und der Atmosphaere des Vorgaengers, bei Steigerung der objektiven Qualitaet. Gross! Da gibt es gar nichts zu bekritteln.
Cetay (inaktiv) (22.07.2021, 08:55): So, jetzt aber:
JImmy Reed & Johnny Winter Band - Live at Liberty Hall, Houston, TX, 1972
Meine Guete, waren die an dem Abend besoffen. Irgendjemand hat das mit einem hinter der Buehne plazierten Mikro illegal mitgeschnitten und seither kreist es als Bootleg in x Aufmachungen. Der Klang ist entsprechend mies, aber da sind wir Toscanini- und Hot Five & Seven-Hoerer gestaehlt. Die Musiker kommen nur mit groessten Problemen in und durch die Stuecke, aber wenn es immer wieder unversehens "einrastet", gibt es ganz grosse Momente.
Philidor (23.07.2021, 20:01): Hier wieder Pippi Langstrumpf in Jazz.
Esbjörn Svensson Trio: Good Morning Susie Soho
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (24.07.2021, 04:05): Ein weiteres von mir weitgehend unbeackertes Feld. Der Blues.
Johnny Winter - Live 1971
Cetay (inaktiv) (25.07.2021, 08:00): Bevor es ans Evansgemachte geht, kommt noch der Duke zum Zug. Einmal gespielt, einmal spielend.
Thelonious Monk plays Duke Ellington T. Monk (Klavier), Oscar Pettiford (Kontrabass), Kenny Clarke (Schlagzeug)
Duke Ellington - Money Jungle D. Ellington (Klavier), Charles Mingus (Kontrabass), Max Roach (Schlagzeug)
Cetay (inaktiv) (26.07.2021, 03:33): So, jetzt aber:
Blue Öyster Cult - Secret Treaties (1974) Mit der Besprechung dieses Albums koennte ich schnell fertig sein. Es vereint die Staerken des ersten und zweiten und ist damit klar das beste aus der Trilogie der ersten Phase. Aber stimmt das? Richtig ist, dass die atmosphaerische Dichte des Debuts und die Haerte des Nachfolgers noch uebertroffen werden, dass die Produktion wieder etwas kompakter geworden ist und so das Ohrenmerk auf das Grosse Ganze gerichtet wird - was spieltechnisch geboten wird, ist Mittel zum Zweck, dient den Liedern und dem Konzept. Richtig ist auch, dass kein Album mehr Ueber-Hits enthaelt. BÖC beherrschen die Kunst, positive Ohrwuermer zu schreiben, das heisst eingaengige Melodien, die in Erinnerung bleiben und dort willkommen sind.
Kleiner Exkurs: Die Sache mit den Ohrwuermern ist eine echte Gratwanderung. Sie muessen einfach sein und bewegen sich damit schnell am Rande der Banalitaet. Dann hat man einen negativen Ohrwurm, den man nicht mehr aus dem Kopf bekommt, obwohl man ihn bescheuert findet. (Das schlimmste Beispiel aus den letzten Jahren ist Atemlos durch die Nacht.) Auch aus der Klassik fallen mir viele allzu aufdringliche Melodien ein und es ist kein Zufall, dass so manche Adaption ein Pop-Hit wurde, etwa Bianca, das auf einem Thema von Tchaikovsky beruht. Eine Melodie, die das Zeug zum Ohrwurm hat, aber die Grenze nicht ueberschreitet, will erst mal geschrieben sein. BÖC haben drei Alben damit gefuellt.
Wo ist das Wasser im Wein des dritten Albums? Zum einen kommen nicht alle Songs wirklich bei mir an. Ich kann die Qualtiaeten der Eroeffnungsnummer Career of Evil benennen, aber sie laesst mich seltsam unberuehrt. Dann werden mir in einigen Faellen Textzeilen zu oft wiederholt - eigentlich ein Stilmittel der negativen Ohrwurmschreiber. Und so sehr ich die unvorhersehbaren Wendungen, die kleinen Haken und Oesen mag, hier erscheint mir das nicht immer stringent, z.B. wirkt der Blues am Ende von Harvester of Eyes auf mich wie ein angeklebter Fremdkoerper.
Aber diese Kritteleien sollen nicht die Genialitaet des Konzepts untergraben. Bei den Austern beteiligt sich der Produzent Sandy Pearlman aktiv am Schreiben der Texte und gibt oftmals die Richtung vor. So basiert der Text der Schlussnummer Astronomy auf einem seiner Gedichte, welches von einem Bandmitglied umgearbeitet wurde. Pearlman hat sich tiefgehend mit Esoterik und Verschwoerungstheorien auseinandergesetzt: Illuminaten, Rosenkreuzer, Freimauerer -um nur die gelauefigsten zu nennen- und mit deren Beitrag zu Umwaelzungen aller Art, welche die Menschheit in eine bestimmte Richtung lenken sollen. Wenn man in die Mehrdeutigkeit und Metaphorik -gebrochen durch Science Fiction und Underground Comic Elemente- der Texte eindringt und sie auf einer tieferen Ebene miteinander verknuepft, dann findet sich unter anderem eine Spur zu einer populaeren Verschwoerungstherorie, die vom Trinity Atombombentest, ueber die Ermordung von JFK bis zum Erscheinen der Beatles fuehrt und von da aus weiter zu der moralischen Verwahllosung des Landes. Das steht freilich so nicht da, sondern da geht es um eine Trinitaet von Ereignissen (worin das erste als Clou steckt), da gibt es eine Handlung die sich von 1963-64 zieht, da laufen im Autoradio die Beatles, waehrend ein Geschwisterpaar Unmoralisches tut - dasselbe Spiel von Domianz und Unterwerfung, das von den Fadenziehern mit den durch die Ereignise massenpsychologisch manipulierten und moralisch entwurzelten Menschen veranstaltet wird. Es lauern noch unzaehlige weitere Auslegungen des Konzepts auf den Hoerer, der sich in das Dickicht der Interpretation begibt. Das Thema von zu viel Konzentration von Macht und von Strippenziehern, die diese Macht ausnutzen, um die gesamte Welt nach ihren Vorstellungen zu formen, scheint immer gegenwaertig zu sein. Damit ist das nach 45 Jahren immer noch aktuell, wenn nicht sogar (imho) aktueller denn je.
Mit diesem Album endet die Classic Rock Phase, auf die wegen der Platten-Cover gerne als Black-and-White Period referenziert wird. Die Alben sind laut der Band wie die Kapitel eines Buches und damit liegen sie nicht so ganz verkehrt. Um nochmal unzulaessig vergroebernd zwei wichtige Einfluesse zu nennen: Im ersten Kapitel wird die Doorsy Seite mehr beleuchtet als die Sabbathian, beim zweiten ist es umgekehrt und beim dritten erfolgt die Synthese zu nichts als Blue Öyster Cult.
tapeesa (28.07.2021, 08:24): Eminem - Music to be murdered by
Marillion - Brave
Cetay (inaktiv) (29.07.2021, 05:30):
Bill Evans Trio - Sunday at the Village Vanguard & Waltz for Debbie (beide Live, 25. Juni 1961) Bill Evans (Klavier), Scott LaFaro (Kontrabass), Paul Motian (Schlagzeug)
Das sind die beiden Platten, die laut den Jazz-Historikern das Klaviertrio revolutioniert haben. Die Village Vanguard hatte ich im Regal, weil sie 'in jede anstaendige Sammlung gehoert', gehoert words sie kaum. Mir war das zu kuehl und introvertiert. Die Begleitmusiker haben mehr Freiheiten als gewoehnlich, nicht nur fuer Soli, sondern sie kommentieren und setzen eigene Akzente, auch wenn das Klavier fuehrt. Dass sie mal die Fuehrung uebernehmen und Impulse geben, denen der Pianist dann folgt, passiert allerdings kaum - von der totalen Gleichberechtigung, wie ich sie von den freien Trios kannte, ist das noch weit entfernt.
Auch heute sehe ich das nicht viel anderes. Die zweite CD gefaellt mir mit ihrem Fokus auf LaFaro besser, aber so richtig einnehmen will mich das auch heute nicht. Da gibt es traditionelle Trios, die mehr reissen (Powell, Peterson, Jamal) und moderne Trios, die kommunikativer sind (Corea, J. Kuehn, C. Taylor). Evans sitzt da -bei allen Qualitaeten und aller Bedeutung- fuer mich etwas unbequem dazwischen.
tapeesa (29.07.2021, 09:50): daraus: John Barry - Somewhere in time
Maurice inaktiv (29.07.2021, 10:06): Bill Evans Trio - Sunday at the Village Vanguard & Waltz for Debbie (beide Live, 25. Juni 1961) Bill Evans (Klavier), Scott LaFaro (Kontrabass), Paul Motian (Schlagzeug)
Das sind die beiden Platten, die laut den Jazz-Historikern das Klaviertrio revolutioniert haben. Die Village Vanguard hatte ich im Regal, weil sie 'in jede anstaendige Sammlung gehoert', gehoert words sie kaum. Mir war das zu kuehl und introvertiert. Die Begleitmusiker haben mehr Freiheiten als gewoehnlich, nicht nur fuer Soli, sondern sie kommentieren und setzen eigene Akzente, auch wenn das Klavier fuehrt. Dass sie mal die Fuehrung uebernehmen und Impulse geben, denen der Pianist dann folgt, passiert allerdings kaum - von der totalen Gleichberechtigung, wie ich sie von den freien Trios kannte, ist das noch weit entfernt. Richtig. Sehe ich auch so. Vergleiche das mal mit dem Oscar Peterson-Trio mit der Besetzung Peterson-Herb Ellis - Ray Brown (vor allem die Live-Konzerte, etwa aus dem Concertgebouw Amsterdam), da geht es weitaus "ausgeglichener" zu als bei Evans. Okay, stilistisch zwei völlig verschiedene Welten, aber die drei Musiker treiben es da teilweise ganz schön auf die Spitze.
Maurice inaktiv (29.07.2021, 20:07): Hallo, Marcie !! Schön, dass Du wieder da bist. HW zurück !!
Maurice inaktiv (29.07.2021, 22:09): Hallöchen! Servus !! :beer
Taste mich seit Wochen verstärkt weiter in den Jazz rein. Habe mir viel für mich Neues gekauft, neben Lou Donaldson Einiges von Miles Davis, Art Blakey, Wayne Shorter, Freddie Hubbard, Eric Dolphy (herrlich irre) etc. Na, da hast Du aber viel zu hören und neu zu ordnen. Ja, Eric Dolphy ist schon sehr eigen, um es mal vorsichtig zu sagen. Nicht mein Fall.
Jan Van Karajan (29.07.2021, 22:09): Auch von mir herzlich willkommen zurück, lieber Marcie :) . Schön, hier wieder etwas von dir zu lesen :beer
Andréjo (29.07.2021, 23:54): Solchen Wünschen, werter Marcie, will ich mich gerne anschließen!
Ich hoffe, es geht Dir moralisch und auch ansonsten wieder besser, wenn nicht gut!
:) Wolfgang
Cetay (inaktiv) (30.07.2021, 04:49):
Keith Jarrett Trio - Somewhere Before (LIve, 1968) Keith Jarrett (Klavier), Charlie Haden (Kontrabass), Paul Motian (Schlagzeug)
Philidor (30.07.2021, 07:48): Hallo Marcie,
welcome back!
Gruß Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (30.07.2021, 12:26):
Johnny Winter - Captured Live (1976)
8o 8o 8o
Cetay (inaktiv) (31.07.2021, 02:11):
James Cotton - Late Night Blues (Live at the New Penelope Café - 1967)
Cetay (inaktiv) (01.08.2021, 03:38):
B.B. King - Live in Cook County Jail (1971)
Man lieber Fluider, da ist Stimmung!
Cetay (inaktiv) (01.08.2021, 14:23): Besonders für einen Zappafan wie mich eine ganz erstaunliche Platte: Es gibt von Zappa einen Titel Namens The Eric Dolphy Memorial Barbecue. Und auf seiner Jukebox befindet sich ein Track von Dolphy. (Aus dem Foren-spezifischen Genre sind dabei: Varese, Webern, Stravinsky). Da faellt mir ein, dass ich den vielleicht komplettesten Musiker der zweiten Haelfte des letzten Jahrhunderts in letzter Zeit total vernachlaessigt habe. :A
Franz Zappa's Jukebox - The Songs That Inspired the Man
Hier laeuft jetzt:
Tomasz Stanko - Leosia Tomasz Stanko (Trompete), Bobo Stenson (Klavier), Anders Jormin (Kontrabass), Tony Oxley (Schlagzeug)
Oxley und Stanko auf einer Platte? Das erscheint ebenso absurd wie die Vorstellung einer Violinsonate mit Manze und Barenboim. Bin gespannt...
Cetay (inaktiv) (02.08.2021, 01:26): Diese spaetnachtliche freudige Ereignis muss nachgetragen werden:
B.B. King - Live / Fillmore East. NY, Jun 19, 1971 (Authorized Bootleg)
Der Koenig des Blues in Hochform und mit einer spielfreudigen Begleitband (u.a. mit Trompete, Posaune, Alt- & Tenorsax), die Raum zu Entfaltung erhaelt. Ein fettes Like.
Cetay (inaktiv) (03.08.2021, 00:29):
Michal Urbaniak Quartet - Friday Night at the Village Vanguard (LIve, 1985) Michal Urbaniak (Violine), Mike Gerber (Klavier), Ron Carter (Kontrabass), Lenny White (Schlagzeug)
Cetay (inaktiv) (04.08.2021, 10:50): Das Blue Öyster Cult Alleshoer-Projekt ist mittlerweile bei Station 8 von 20 angelangt. Ich haenge mit dem Kommentieren ziemlich hinterher. Nicht dass ich glauben wuerde, das interessiert hier jemanden - aber mir bringt die Hintergrundrecherche (nicht schnell zusammengeklicktes, sondern aus richtigen E-Books angelesenes Wissen :P ) viele neue Erkenntnisse und steigert das intellektuelle Vergnuegen -das man an Rockmusik durchaus haben kann (aber nicht unbedingt braucht)- beim Wiederhoeren umgemein.
Bei Album Nr. 4 gibt es nichts zu verstehen. Das war das erste, das ich von BÖC gehoert habe und ist fuer mich bis heute einfach eines der besten Live-Alben, das ich kenne. Salomonisch wurden je 3 Titel aus den ersten 3 Alben (plus 2 Coverversionen und ein Jam-Instrumental) aufgenommen - aber man erkennt die teilweise kaum wieder, mit soviel mehr Tempo, Druck und Energie wurde das gespielt, teilweise umarrangiert und um weitere Instrumentalpassagen erweitert. Die Band geht volles Risiko und langt ein paar Mal daneben, aber das ist Kult. Ich kann mir das ohne die deftigen Verspieler gar nicht mehr vorstellen und finde es lobenswert, dass man da nicht hinterher im Studio rumgeflickt hat. (Nur beim Applaus wurde besch*ssen - der wurde von einem 1972er Johnny Winter Bootleg reingeschnitten.) Das ist roh und ungeschminkt, so live-haftig wie es auf Platte eben geht und das macht das so mitreissend. Die Hoehepunkte sind nicht abzaehlbar, aber Seven Screaming Diz-Busters mit dem nur vom Schlagzeug begleiteteten Gitarren-Solo sei besonders herausgestellt. Auf dem Album stellt die Band erstmalig ihre bald zum Markenzeichen gewordene 5-Guitar-Attack vor. Ich habe diese Platte so um 78/79 herum das erste mal gehoert und war von dem einmaligen Mix aus Haerte und Jazz-artiger Virtuositaet regelrecht geflasht. Obwohl Gruppen wie Rush oder Dream Theater das spaeter weitaus kompetenter machten, kommt bei mir bis heute niemand an diesem Album vorbei.
Blue Öyster Cult - On your Feet or on your Knees (Live, 1975) Eric Bloom (Gesang, Gitarre), Donald "Buck Dharma" Roeser (Gitarre, Gesang), Allen Lanier (Tasteninstrumente, Gitarre, Gesang), Joe Bouchard (Bassgitarre, Gesang), Albert Bouchard (Schlagzeug, Gitarre)
tapeesa (05.08.2021, 09:09): Michelle Featherstone - Blue Bike
tapeesa (18.08.2021, 09:29): Trivium - I don't wanna be me & aus The Court of Dragon: Feast of Fire
Wenn ich mir so anschaue, wo ich mittlerweile musikalisch andocke, wäre vermutlich besser wie Cetay hier wegzubleiben, kriege ich aber nicht hin. Wahrscheinlich muss man dafür von Kindheit an Metal gehört haben. :/
michael74 (24.08.2021, 19:24): Nach Zimermans Beethoven
kommt jetzt Robben Ford und Kingfish
Gruß Michael
tapeesa (29.08.2021, 12:09): Talisker wird auf der Insel Skye (innere Hebriden) gebrannt ... Warst du auf Skye? ____
Hier jetzt ein Mix aus Jakobiner-Liedern, schottischen Legenden und anderem:
Alastair McDonald - - The Skye Boat Song ("Speed bonny boat, like a bird on the wing, onward, the sailors cry, Carry the lad, that's born to be king, over the sea to Skye.") - Battles and Ballads of Scotland
Philidor (29.08.2021, 13:26): Warst du auf Skye? Nein. Aber ich habe Talisker getrunken. 8o ...
Ups, falscher Thread ... habe im Klassik-Thread weiter geantwortet.
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (04.09.2021, 00:34): Anne Clark - Unstill Life - The Moment und Ice, moving Laurie Anderson - Pieces and Parts Aus: Salmonberries - K. D. Lang - Barefoot
tapeesa (04.09.2021, 09:19): Heather Nova - Walk this way, Truth and Bone, Island, Blue Black Annie Lennox - No more I love you's, Walking on broken glass
Eminem ft. Rihanna - The Monster
tapeesa (12.09.2021, 12:29): Devil in disguise, Elvis Presley
tapeesa (12.09.2021, 14:01): Stand by me, Ben E. King Das Lied war namensgebend fuer den Film "Stand by me - Das Geheimnis eines Sommers" von Rob Reiner nach der Erzaehlung "Die Leiche" von Stephen King
Sfantu (19.09.2021, 12:54): Mir nach einer halben Ewigkeit endlich wieder einmal diesen puren Hörspaß gegönnt:
Carmina Burana René Clemencic (3 CDs, harmonia mundi France, 1975-78)
Der optimale Soundtrack zu den (meist unsäglichen) Mittelalter-Märkten. Der studentische Catweazle-Darsteller preist währenddessen eine Tasse heissen Met an und liest dazu "Holder Knappe, liebreizendes Burrgfräunlein - nur fünf der Silberlinge!" von seinem Smartphone ab.
Im Ernst - viel besser als die Clemencics kann man das wohl nicht machen. Die Aufnahme habe ich parallel auch auf LPs, da auf dem einen wie dem anderen Medium unverzichtbar.
Philidor (03.10.2021, 16:17): Gestern wurde er 70 Jahre jung. Happy Birthday!
Sting: Nothing like the Sun
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (03.10.2021, 19:21):
Keith Jarrett - Staircase (2 LPs, ECM, 1977)
Angenehm zu hören, diese Klangreise zwischen Melancholie und Exzentrik. Angenehm auch, daß Jarretts berüchtigtes, das Spiel begleitende Säuseln und Gekrähe, sich hier in erträglichen Grenzen bewegt. Schade nur: es wurde offensichtlich ein Keybord gespielt, kein Klavier. An Atmosphäre wird so leider Einiges verschenkt.
Maurice inaktiv (09.10.2021, 06:19):
The Temperance Seven : The very Best of TTS AD: 1961-1966
Diese Band dürfte bei uns total unbekannt geblieben sein. Ich bin auch nur durch Zufall auf sie gestoßen. Die Anfänge der Band gehen auf das Jahr 1955 zurück, als in GB die Alte Jazz-Renaissance bereits in voller Blüte war. Bands wie Chris Barber waren gerade dabei sich zu etablieren.
1960 nahem die Band den Titel "Ukulele Lady" auf. Produzent war ein gewisser George Martin, der auch mit "You're Driving Me Crazy", der kurze Zeit später als Produzent der "Beatles" zu einer Erfolgsgeschichte führte. Das Erkennungsstück der Band sollte aber die nächste Single werden: "Home in Pasadena". Das Stück war auch das "Pflichtstück" der auch bei uns bekannten Band "The Pasadena Roof Orchestra".
"The Temperace Seven" lösten sich um 1966/67 herum auf, 1970 wurde sie unter dem Namen "The NEW Temperance Seven" wieder zum Leben erweckt, und in den 1980-er Jahren dann wurde das "New" wieder aus dem Namen gestrichen.
Obwohl die Band drei Filme machte, vor Mitgliedern des Königshauses spielte und eine große Tournee absolvierten (deren "Größe" man nicht genauer mitgeteilt bekommen hat), konnte sie nicht den Bekanntheitsgrad anderer britischer Bands erreichen.
Die Band spielte in historischen Kleidern der 1920-er Jahre und hatte einen sehr eigenen, typisch britischen Humor.
Der erste Vokalist, Paul McDowell, der auch Posaune spielte, verließ 1963 die Band, 2016 verstarb er.
Dass sie wirklich was drauf hatten, kann man hier aber gut hören. Teilweise sehr eigene Tempi, etwa das langsame "Dinah", "Pasadena" (was mir aber in der Fassung des Pasadena Roof Orchestras besser gefällt), "Tiger Rag", "My Blue Heaven", "The Charleston", "Sahara" (auch ein Meisterstück des Pasadena Roof Orchestras), der wunderbare "Vo Do Do Dee O-Blues" (den ich selbst schon gespielt habe), "Ain't She Sweet?" oder auch eben "Sugar" zeugen von der hohen musikalischen Qualität der Band.
Harry Strutters: Crazy Cords AD: 1987
Auch diese Band geht auf die 1960-er Jahre zurück. Sie ist noch heute aktiv, ist aber ebenso wenig bei uns bekannt wie etwa die "Temperance Seven". Sie war ebenfalls sehr rege im Aufnahmestudio, das letze Mal wohl 2018. Leider ist diese D hier in Deutschland kaum zu bekommen. Diese hier aber problemlos.
Die Briten verstehen ihr Handwerk ausgezeichnet. Sie ist meiner Meinung nach nicht schlechter als das "Pasadena Roof Orchestra", nur kleiner besetzt: Trompete, Posaune, die beide auch singen können, zwei Saxophone, die auch Klarinette spielen und im Grunde die ganze Palette an Saxophonen abdecken können (vom Sopran - bis Bass-Sax). Dazu vier Mann Rhythmus (Klavier, Gitarre, Sousaphon und Drums).
Hier auf der CD werden Freunde der Bands von Duke Ellington (aus seiner Zeit im Cotton Club), Clarence Williams, Jelly Roll Morton oder auch aus der Band von Louis Armstrong voll auf ihre Kosten kommen. Die Repertoire-Auswahl ist sehr gut gelungen (Copenhagen, Vo-Do-Do-Deo-Blues, Shine, Black and Ta Fantasy, Shine, Mood Indigo, Primrose Stomp, Cushion Foot Stomp, Crazy Chords, Mood Indigo, Rockin' in Rhythm). Auch aufnahmetechnisch wurde das sehr gut eingefangen.
Wer auf die Musik dieser Zeit steht, wird sich sehr darüber freuen. Freunde des modernen Jazz dürften nur wenig damit anzufangen wissen.
Maurice inaktiv (09.10.2021, 06:20):
Swing Dance Orchestra : Andrej Hermlin and his Swing Dance Orchestra plays the Music of Glenn Miller AD: 2004 Berlin und Clarinda/Iowa, USA
1987 von dem Pianisten Andrej Hermlin unter dem Namen "Swing Dance Band" als Combo in Berlin gegründet, 1995 wurde eine richtige Bigband daraus. Im Gegensatz zu den Kollegen aus GB und den USA, die sich oftmals auf die Musik der 1920-er und frühen 1930-er Jahre beziehen, spielt das deutsche Orchester mehr die Musik der reinen Swing-Ära ab ca. 1935 bis 1945. Bis heute wurden 15 CDs aufgenommen und veröffentlicht. Leider ist es die letzten Jahre recht still geworden um die Band.
Die Band hat eine hervorragende Rhythmusgruppe, teilweise auch recht gute Solisten, aber hier nicht das Format ihrer Kollegen aus England oder den Staaten. Besonders bekannt wurde ihr Programm zum ersten Konzert in der Carnegie Hall einer Bigband überhaupt, dem legendären Konzert des Benny Godman-Orchestras vom Januar 1938. Hier konnte der großartige Solist aus den Staaten, Dan Levinson gewonnen werden. Ein exzellenter Klarinettist und auch ein sehr netter Typ übrigens.
Hier nun ein Programm zu Ehren Glenn Millers. Die Band spielte damals (2004) auch mit vielen weiteren Bands im Heimatort Millers. Man besuchte auch das Geburtshaus Millers,
usw.
The Pasadena Roof Orchestra : 25th Anniversary AD: Nov. 1993, London
Schöne Zusammenstellung, mal kein Sampler, sondern eigens eingespielt 1993. Neben "Ol' Man River", "Puttin' on the Ritz", "Happy Days are here Again" und "Home in Pasadena" gibt es Klassiker wie "St.Louis Blues", "Kansas City Kitty", Old Man Blues" oder "Some of these Days".
Neben Sänger Duncan Galloway besticht der Trompeter Enrico Tomasso, der KEIN Italiener, sondern Brite ist. Tomasso ist den Jazzern im stilistischen Umfeld Bix Beiderbecke/Musik der 1920-er und frühen 1930-er Jahren ein Begriff. Ein ausgezeichneter Musiker. Ebenfalls mit dabei ist der Gründer der Band, John Arthy, der Sousaphon und Kontrabass spielt und bis 1998 in der Band blieb. Am Schlagzeug sitzt der langjährige Drummer der band, Mr. John Sutton. Sutton spielte 1976-1980 im "London Vintage Jazz Orchestra", bevor er 1980 festes Mitglied des Pasadena Roof Orchestras wurde. 2005 wurde er dann Mitglied in der berühmten Chris Barber Band.
Maurice inaktiv (09.10.2021, 06:21):
The Syncopators : Saturday Night Function - 25th Anniversary AD: 2009
Von GB nach Australien ist entfernungstechnisch ein weiter Schritt. Hier nun eine Band, die 1984 unter dem Namen "Society Syncopators" gegründet wurde. Die Band ist in Australien sehr erfolgreich, ging aber auch bereits zwischen 1995 und 2017 bereits 18 Mal auf Europatournee, sogar in der berühmten New Yorker Carnegie Hall spielte man schon. 18 CDs wurden inzwischen aufgenommen, diese hier bekam den "Bells Award" für "Classic Jazz Recording" 2009 überreicht. Leider gibt es keinerlei Informationen zur Besetzung. Hier nur, dass drei Gastmusiker dabei waren, deren Namen mir überhaupt nicht geläufig sind. Vermutlich Australier.
Die Musik unterscheidet sich deutlich zu den britischen und amerikanischen Orchestern. Man geht viel freier und offener um mit den Stücken. Auch klingt mir das "polierter" und zu wenig "dirty". Doch das ist bekanntlich alles eine Geschmackssache.
Red Balaban & The Eddie Condon All Stars : Memories of Condon's AD: 30.09.1978, Ramada Inn, Hartford/Conn., USA Live
Ed Polcer (Kornett, Voc.) - Ed Hubble (Posaune) - Bobby Gordon (Klarinette, Voc.) - Jim Andrews (Klavier) - Red Balaban (Bass, Voc.) - Ernie Hackett (Drums)
Ed Polcer (*1937) bekam eine gründliche Ausbildung, wirkte sogar als Solo-Kornettist im SO von New Jersey mit, bevor er aber ein Maschinenbaustudium begann. Zunächst nebenbei, ab 1975 dann aber doch hauptberuflich, spielte er mit diversen Bands im Dixieland-Umfeld (Stan Rubin, später auch Mezz Mezzrow, u.a.), 1955 spielte er sogar auf der Hochzeit von Grace Kelly. 1972 kam er zu Benny Goodman, wirkte viele Jahre mit Red Balaban (bis 1985) und wurde in die Hausband des Clubs von Eddie Condon engagiert (zeitweise als Leiter der Band). Ab 1990 trat er oftmals mit den Eddie Condon All Stars in Europa auf.
Eds Sohn Ben spielt auch u.a. Kornett wie sein Vater, und hat sich inzwischen in New Orleans bewährt. Er hat viel von der Musik seines Vaters übernommen, die er weiterführt mit seinen Bands.
Ed Hubble (*1928) lernte Posaune von seinem Vater, einem erfahrenen Studio-Posaunisten der Szene von Los Angeles. Er spielte in den Bands von Buddy Rich, Alvino Rey, Bob Wilbur, Doc Evans und Eddie Condon, bevor er eigene Bands leitete. Später wirkte er bei Muggsy Spanier, in den 1970-er Jahren in der "The World's Greatest Jazz Band" um Yank Lawson und Bob Haggart mit. Hubble spielte auch Althorn und Baritonhorn, was man auch hier hören kann.
Bobby Gordon (1941-2013) wurde von Joe Marsala und Pee Wee Russell beeinflusst. zunächst spielte er Folk Music und die Musik von Mr. Acker Bilk (der vor seiner kommerziellen Zeit richtig gut Klarinette im Stil der Großen spielte, dann aber meiner Meinung nach nur noch grausamen, kommerziellen Mist hupte), bevor er von Max Kaminky in den berühmten Jimmy Ryan's Club geholt wurde (noch in den 1960-er Jahren). In den 1970-er Jahren spielte Gordon oft im Eddie Condon's Club, und der Kreis schließt sich wieder perfekt. Später machte er wunderbare Aufnahmen mit Marty Grosz und auch eigene Einspielungen, etwa für das immer sehr bemühte Label Arbors.
Drummer Ernie Hackett ist der Sohn des legendären Kornettisten Bobby Hackett, dessen Solo über "String of Pearls" bei Glenn Miller, jedem durchaus bekannt sein dürfte. Sein Sohn spielte nicht nur mit seinem Vater, sondern auch mit Max Kaminsky, Vic Dickenson und Wild Bill Davison.
Das war jetzt mal mein ganzes Programm seit dem 01.10.2021
tapeesa (09.10.2021, 13:13): aus - The Very Best of Louis Armstrong - Down by the Riverside, feat. Sy Oliver Choir & The All Stars und anderes, sowie nicht auf der CD: That lucky Old Sun
Go down Moses / When Israel was in Egypt's land / Let my People go - Louis Armstrong-Interpretation.
tapeesa (11.10.2021, 08:02): Leonard Cohen - Joan of Arc Don McLean - Vincent (Starry, starry night) Ein paar "Break the chain"-Lieder.
michael74 (12.10.2021, 19:50): Hallo Zusammen zumindest schon teilweise als stream verfügbar
Blessings and Miracles Carlos santana
Cetay (13.10.2021, 09:02):
Trivium - I don't wanna be me & aus The Court of Dragon: Feast of Fire
Wenn ich mir so anschaue, wo ich mittlerweile musikalisch andocke, wäre vermutlich besser wie Cetay hier wegzubleiben, kriege ich aber nicht hin. Wahrscheinlich muss man dafür von Kindheit an Metal gehört haben. :/ Anders ausgedrückt: langsam macht mir das Angst und ich scheine einen ziemlichen Vollschaden zu haben. Nein. Wer schon von KIndheit an Metal gehoert hat, will das nicht hoeren. Trivium sind ein gutes Beispiel fuer alles, was in diesem Genre seit Mitte der Neunziger schief laeuft.
Hier Artverwandtes, aber fast rein instrumental und um Lichtjahre kompetenter:
Derek Sherinian - Mythology (2004)
Der nach eigenen Angaben beste Keyboarder des sichtbaren und unsichtbaren Universums hat illustre Gaeste gelanden, u. a. Jerry Goodman (ex-Mahavishnu Orchestra), Alan Holdsworth (ex-UK, ex-Soft Machine)...
tapeesa (14.10.2021, 10:07): Nein. Wer schon von KIndheit an Metal gehoert hat, will das nicht hoeren. Oh, ich sehe jetzt, dass mein Geschriebenes so verstanden werden konnte, aber ich meinte das: "Wahrscheinlich muss man dafür von Kindheit an Metal gehört haben." in Bezug auf (allgemeine) Widerstandskraft / war keine "um Trivium zu hören, muss man ..." Aussage, sondern "um wegbleiben zu können, muss man von Kindheit an ....". Jetzt verwirre ich mich schon selbst ...
Kurz: Das so "wirkliche Metaller" kein Trivium hören, konnte ich mir, trotz aller Metal-Genre Unwissenheit, grad noch so denken :)
Cetay (18.10.2021, 05:41):
The Steve Howe Trio - New Frontier Steve Howe (Gitarre), Ross Stanley (Hammond Orgel), Dylan Howe (Schlagzeug)
Das ist eine ganz feine Sache. Sehr entspannt und gelassen mit weniger Groove, Swing und Blues als ich es von Orgeltrios gewohnt bin. Ideal um locker zurueckgelehnt den Tricks von Howe mit seinem yessigen Fuellhorn reicher Farben und Texturen zu lauschen. Und -das wird mir auf meine alten Tage immer wichtiger- er weiss wann es genug ist. 10 Songs, knapp unter einer Dreiviertelstunde, keine Fueller.
tapeesa (19.10.2021, 13:41): aus der Filmmusik zu C'era una volta il west (Spiel mir das Lied vom Tod) von Ennio Morricone 7. Armonica 10. Jill 17. L'uomo dell'armonica 18. In una stanza con poca luce _________
Aus dem Film: 3 1/2 Stunden "Seltsame Welt" von Alli Neumann
Cetay (20.10.2021, 05:16): Ich bin ganz bescheiden, was meine Ansprueche an neue Platten angeht. Um mich fuer eine Albumlaenge bei der Stange zu halten, darf die Musik nicht zu experimentell und abgefahren sein, muss dennoch stets unvorhersehbar bleiben und mit Ungewohntem ueberraschen, muss abwechslungsreich sein, aber dabei einen koheraenten Fluss bewahren und es braucht die zwei, drei Grossen Momente (aka: Stellen zum Niederkienen). Dass das gar nicht so schwer ist, kann man hier nachhoeren:
Nala Sinephro - Space 1.8 (Sep. 2021)
Nala Sinephro (Harfe, Modular-Synthesizer, Komposition & Produktion) mit wechselnden Begleitmusikern in wechselnden Besetzungen von Solo bis Sextett. 8 Titel, etwas unter 45 Minuten Spieldauer (genau richtig).
Naturgemaess ist eine Scheibe, die zu obigem Profil passt, schwer zu beschreiben. Deshalb nur ein paar Namen, die sich beim Hoeren gelegentlich in den Kopf draengten ("das klingt doch jetzt wie..."): Bohren & Der Club Of Gore, Minnemann/Brinkmann, irgendeine juengere Produktion von ECM, John Hassell.
Maurice inaktiv (22.10.2021, 11:10): Hier ist dann das Kontrastprogramm zu finden.
Eine Biographie über den frühen Vertreter des Rhythm&Blues und Rock'n Roll, den New Orleans-Musiker Louis Prima.
youtube.com/watch?v=PpimuXlMMP8
Er wurde in den 1950-er Jahren weltbekannt mit seiner Musik. 1967 nahm er Teile der Filmmusik des Disney-Klassikers "Das Jungelbuch" auf, so auch die beiden berühmtesten Stücke aus dem Film. Er sprach und sang "King Louie".
tapeesa (23.10.2021, 14:26): Edith Piaf - Je M'en Fous Pas Mal, Padam ... Padam, Y a pas de printemps, La Vie en Rose, u. a.
Cetay (25.10.2021, 14:27): Ich bin mit Pulsar nie so recht warm geworden. Sie haben grosse Momente, aber auch Laengen, bei denen es mir schwer faellt, dabei zu bleiben und ueber den Gesang kann ich nicht weghoeren. Das Vorgaenger-Album fand ich einen Ticken besser. Ich nehme das als Anregung, mir mal wieder einen Symphonic-Neo-Prog Schinken vorzunehmen, einen der besten seiner Art. Ueberlange Titel, Tastenklaenge satt, theatralischer Gesang, unverhohlene Stilanleihen bei den Altmeistern - alles drin.
IQ - Tales from the Lush Attic (1983)
tapeesa (26.10.2021, 11:28): Signs of Intelligent Life J. S. Bach - Suite in e-Moll Michael Daugherty - UFO Alison Shaw, Solo Percussion (Probehören)
Mix von Zeitgenössischem und Klassischem. Alison Shaw ist eine amerikanische Schlagwerkerin. Unterrichtet auch, mittlerweile irgendwo mit Professur.
Darüber nun bei Caroline Shaw, amerikanische Komponistin, Sängerin und Violinistin: Partita for 8 Voices aufgeführt von "Roomful of teeth"
Auch Zeitgenössisches, von 4 Frauen und 4 Männern gesungen / vokalisiert.
Cetay (27.10.2021, 01:06): Es ist einfach ein herrliches Ritual, morgens vor Sonnenaufgang durch die Parks zu streifen, wenn es hell ist zurueckzukommen, ein Kaeffchen zu brauen und die erste CD des Tages auszuwaehlen. Heute ein echtes Kuriosum. Selten hat eine Gruppe eine andere so perfekt kopiert. Der bis in haarkleinste Detail identische Sound, die Liedaufbauten, Artikulation, Phrasierung - einfach alles schreit: Das sind klassische frueh-70er Genesis. Unvorbereitet damit bespielt, haette ich sicher darauf getippt und mich sofort gefragt, warum ich das noch nicht kenne. Noch kurioser ist, dass das auch qualitativ auf gleicher Hoehe ist.
Neuschwanstein - Battlement (1978)
tapeesa (28.10.2021, 10:25): aus R.E.M. - Fables of the Reconstruction: Can't get there from here, Feeling Gravitys Pull, Maps and Legends, usw. ________
Lynn Anderson - Rosegarden und Lieder von Abba
xarddam (28.10.2021, 15:55): ich habe mir gestern die bei der ARTE mediathek die Doku über Cat Stevens angeschaut: Cat Stevens – Von Steven Georgiou bis Yusuf Islam Fand ich jetz net so besonders gelungen, weil die Story/der Lebensweg des Künstlers chronolisch etwas durcheiander erzählt wurde.
Egal, interessant war#s trotdem und es hat Lust gemacht, mal wieder Musik von Cat Stevens anzuhören.
Habe ich heute auch getan.
Nach der wunderschönen "Teaser and The Firecat
xarddam (28.10.2021, 15:56): folgt jetzt gerade die auch sehr schöne und musiklisch noch interessantere (nach meiner Meinung)
Catch Bull at Four
xarddam (28.10.2021, 16:08): Es ist einfach ein herrliches Ritual, morgens vor Sonnenaufgang durch die Parks zu streifen, wenn es hell ist zurueckzukommen, ein Kaeffchen zu brauen und die erste CD des Tages auszuwaehlen. Heute ein echtes Kuriosum. Selten hat eine Gruppe eine andere so perfekt kopiert. Der bis in haarkleinste Detail identische Sound, die Liedaufbauten, Artikulation, Phrasierung - einfach alles schreit: Das sind klassische frueh-70er Genesis. Unvorbereitet damit bespielt, haette ich sicher darauf getippt und mich sofort gefragt, warum ich das noch nicht kenne. Noch kurioser ist, dass das auch qualitativ auf gleicher Hoehe ist.
Neuschwanstein - Battlement (1978) Hey VAT69 Ja, das ist eine meiner Lieblings CD's. Wunderbare Musik und ja, die frühen Genesis standen Pate. Neuschwanstein ist vielleicht ein wenig "folkiger" angelegt.
Cetay (01.11.2021, 08:11): Da passt man mal kurz nicht auf und schon sind 15 Jahre und ein paar versaeumte Alben ins Land gegangen. Das 2003 erschienene Album The music that Died Alone von The Tangent war bei seinem erscheinen eines meiner Alltime-Faves. Ich meine, Mastermind Roine Stolt und die hyperagile Rythmusgruppe Jonas Reingold & Zoltan Czorsz der Flower Kings zu ihren besten (oder sagen wir einzig grossen) Zeiten und der einzigartige David 'VdGG' Jackson am Sax in einer Band - da konnte nichts schief gehen. Jackson war nach einem Album wieder weg, aber mit Theo Travis kam adequater Ersatz. Trotzdem war das Nachfolgealbum lediglich mehr vom Gleichen -der Effekt war verpufft- und nach dem 2006 erschienen Drittling habe ich das Interesse verloren. Neulich stiess ich wieder auf die Band und siehe da, die gibt es noch und sie haben letzten Jahr ihr 11. Album rausgebracht. Auf der Webpage der Gruppe ist zu lesen: the band experimenting with new styles and sounds which have invited comparisons with Zappa, Steely Dan and Return To Forever. Echt? Na dann, ab durch den Aether damit:
The Tanget - Auto Reconnaissance (2020)
Das ist absolute Klasse, immer unvorhersehbar, bleibt bei allen schraegen Wendungen und Experimenten immer kohaerent und 'pop-sensibel' zugaenglich. Die Band hat sich maechtig entwickelt und sich voellig von allen auf den ersten Alben noch auszumachenden Retro-Klischees entwurzelt. Da bleibt mir nichts anderes uebrig, als mich rueckwaerts durch die Diskographie zu arbeiten, bis zu dem Punkt, an dem sie so verdammt gut geworden sind.
Die Blumenkoenige verhaengen mit diesem Konzertmittschnitt die Hoechststrafe fuer Ungeduldige und ADS-Betroffene. Das Konzert dauert ueber zweieinhalb Stunden und in dieser Zeit bringen sie gerade mal 7 Lieder unter. Das geht nicht ganz ohne Laengen ab, aber die Spiellaune und das hochniveauvolle Handwerk helfen darueber hinweg. Stilistisch gibt es den typischen Retro-Prog, fuer den die Band Mitte der 90er ein Wegbereiter war. Es gibt reichlich Verneigungen vor den gestrigen Genregroessen - namentlich die symphonischen Strukturen und der Bombast von Yes & Genesis, die lockeren Jamsessions von Camel & Caravan und die psychedelischen Klangschaften von King Crimson & Pink Floyd sind auszumachen. Weiter in den Mix geworfen wird eine ordentliche Portion Jazz-Rock-Fusion der leichteren Sorte. Gekroent wird das ganze von einer Melodieseligkeit, die jedem hochromantischen Komponisten alle Ehre machen wuerde. Anspieltip fuer Eilige: Garden of Dreams pt. 1 (27' 07''). Da steckt die gasamte Essenz drin.
Maurice inaktiv (03.11.2021, 08:48):
Rick Fay : RF's Big Eight : "Memories of You" AD: 21./22.01.1991, Orlando, Florida
Ernie Carson (Kornett) - Dan Barrett (Posaune)- Johnny Mince (Klarinette) - Rick Fay (Sorpansax, Tenorsax, Voc.) - Tom Baldwin (Klavier) - Bob Leary (Banjo, Gitarre, Voc.) - Lee Richardson (Bass, Sousaphone)- Pat Doyle (Drums)
Erstklassiger Dixieland, ohne auch nur ansatzweise ins Triviale abzurutschen. Dass das möglich ist, auch wenn man so alte Schlachtrösser wie "Ice Cream" oder "Petite Fleur" spielt, will was heißen.
Ralph Sutton : Sweet Sue AD: 09.10.1999, Hamburg Live
Jon-Erik Kellso (Trompete) - Brian Ogilvie (Klarinette, Tenorsax) - Ralph Sutton (Klavier) - Marty Grosz (Gitarre, Voc.) - Dave Green (Bass) - Frank Capp (Drums)
Wunderbarer erster Teil eines Abends, der der Musik von Fats Waller gewidmet worden ist.
Einen Teil der Musiker beider CDs habe ich zum Glück live erleben dürfen.
Sfantu (03.11.2021, 23:56):
Electra - Die Sixtinische Madonna
(LP, Amiga/VEB Deutsche Schallplatten, 1979)
Neuland für mich ist dieser Zufallsfund an DDR-Artrock. Visionäres steht manches Mal unvermittelt neben Kitsch. Progrock-Spektakel wechselt mit Sakralmusik-Bezügen ab und auch seichtere Pop-Anklänge bleiben nicht aus. Außer (wie immer) der Geschmacksfrage spielt wohl auch die Zeitgebundenheit eine Rolle. Als Wessie kann ich da eh nicht mitreden. Viele Menschen verbinden mit dieser Musik sicher mehr, als ich allenfalls ahne. Man weiß ja von der Kunst des Zwischen-den-Zeilen-Erzählens bei Künstlern in totalitären Gesellschaften. Drum scheint es mir auch tragisch und bitter, daß der Lead Singer der Gruppe, Manuel von Senden, Mitte der 90er als IM enttarnt wurde. Stimmlich/gesangstechnisch steht er weit über dem Durchschnitt dessen, was im Rock-Sektor üblich war/ist. Ich kenne zu wenig aus diesem Spektrum. Die ungarische Band "Omega", noch mehr die rumänische Legende "Phoenix" aus jener Zeit scheinen mir musikalisch innovativer, experimentierfreudiger, abgefahrener. In den stärkeren Momenten aber ("Der Betrachter") überzeugt Electra jedoch durch rockigen Vorwärtsdrang und (leider nur recht sparsam) synthesizergenerierte Klangexperimente.
Angesichts des etwas mitgenommenen Covers aus einem Konvolut nicht gerade pfeglich behandelter LPs läuft die Scheibe erstaunlich störungsarm auf meinem Dreher.
Sfantu (04.11.2021, 12:50): @Marcie
danke für die Einordnung. Man lebt und lernt.
Maurice inaktiv (06.11.2021, 15:27):
Wendell Eugene : If I had my life to live Over AD: 24./25.07.2013, New Orleans
Jamie Wright (Kornet, Vocal-7 und 11) - Wendell Eugene (Posaune, Voc-,2,4,59,12,14) - Tom Fischer (Klarinette, Sax) - Lars Edegran (Klavier) - Richard Moten (Bass) - Jason Marsalis (Drums)
Wendell Eugene (12.10.1923-07.11.2917) gehörte zu den weniger bekannten Posaunisten aus dem Schmelztiegel New Orleans. Dabei ist sein Werdegang nicht mal schlecht. Während des Krieges in einer Navy-Band tätig, Dabei trat er 1943 auch mit Louis Armstrong auf. Ab 1946 spielte mit den Bigbands von Lucky Millinder und Buddy Johnson. Doch seine vier Kinder zwangen ihn quasi zu einem Leben mit geregeltem Einkommen. So arbeitete er ab 1949 bis zur Rente für die Post.
Doch seinen Job bei der Post tauschte er dann am Abend gegen den Job als Lehrer in New Orleans an der Grunewald School of Music und in diversen Bands ein. Dabei tourte er mit der Onward Brass Band, Olympia Brass Band,der Tuxedo Brass Band und der Andre Hall Society Jazz Band durch de Gegend.
Es gab erste Einspielungen 1953 mit dem Drummer Freddie Kohlman, später Dave Bartholomew (den Trompeter, der viele Hits für Fats Domino schrieb), Punch Miller, Paul Barbarin, Franz Jackson, Alvin Alcorn, u.a. 1979 ging er in Ruhestand, um wieder als Vollzeitmusiker aktiv zu werden.
So etwa in den 1980/90-er Jahren mit Harld Dejan's Olympia Brass Band, Doc Houlind's New Orleans All Stars, Lione Ferbos, Kermit Ruffins, Harry Connick,jr., Allen Toussaint, Brian Carrick, Paul Simon
Er nahm drei Alben unter eigenen Namen auf. 1978, 2006 und jenes hier im Alter von 90 Jahren (!!!) 2013. Er spielte auch mit 91 Jahren noch mit dem noch etwas älteren Lionel Ferbos, Andrew Hall und George Stafford auf. Er hatte also ein voll erfülltes Leben, als er vor fast auf den Tag genau 4 Jahren verstarb. RIP, Mr. Eugene.
Sein älterer Bruder Homer Eugene (1914-1998) spielte ebenfalls Posaune, Banjo und Gitarre. Er spielte u.a. mit Peter Bocage, John Handy und Albert Frenchs Original Tuxedo Jazz Band.
Hier bei den Aufnahmen spielt Jason Marsalis mit, der jüngste Bruder von Wynton Marsalis. Ebenso der Schwede Lars Edegran (*1944), der bereits seit den frühen 1960-er Jahren in New Orleans lebt und arbeitet. Als Pianist, Banjospieler, Gitarrist, Arrangeur, Bandleader und im dortigen Jazz-Archiv der Tulane Universität ist er viel beschäftigt. Es gibt kaum einen traditionellen Jazzmusiker der Stadt, mit dem er nicht mal zusammen spielte.
Tom Fischer ist ähnlich viel unterwegs. Fischer stammt aus Chicago, gehört also zu den zugewanderten Musikern von New Orleans. Ab 1989 tourte er mit Banu Gibson auf, spielt regelmäßig in der Preservation Hall und allen wichtigen Festivals in und um New Orleans. Dort spielt er auch mit Duke Heitger, Lucien Barbarin, Jack Maheu, Ernie Carson, Kermit Ruffins, Lars Edegran, Don Vapie, Tim Laughlin, u.a. Regelmäßig tourt er auch weltweit umher, etwa Japan, Europa, Australien, Asien, Pakistan, etc. Ferner ist er Dozent für Jazz-Klarinette an der NewOrleans University.
Maurice inaktiv (06.11.2021, 16:11):
Red Nichols / Red Nichols & His Five Pennies AD: 1927-1931 & 1949 (Live) - 4-CD-Box
Red Nichols beschäftige bis 1931 eine Vielzahl an später hervorragenden Bandleadern. So Jimmie und Tommy Dorsey, Glenn Miller, Benny Goodman, Gene Krupa, Jack Teagarden. Ferner Miff Mole (Posaune), Mannie Klein (Trompete, dem legendären Studio-Trompeter der USA), Pee Wee Russell (Klarinette), Eddie Miller (Tenorsax), Fud Livingston (Tenorsax), Babe Russin (Tenorsax), Joe Venuti (Geige), Eddie Lang (Gitarre), Carl Cress (Gitarre), Arthur Schutt (Klavier), Lenny Hayton (Klavier), Joe Sullivan (Klavier), Joe Tarto (Tuba, Bass), Vic Berton und Chauncey Moorehouse (Drums), Adrian Rollini (Bass-Sax).
Der Kornettist Ernest Loring "Red" Nichols (1905-1960) gehörte zu den Musikern, die nach 1931 an Bekanntheit verloren haben.. Bis dahin war er aber einer besten Kornettisten des so genannten "Chicago Jazz" gewesen. Er war einer der wenigen Kornettisten, die von Bix Beiderbecke her kamen und durchaus auch mit ihm an Format vergleichbar waren. Allerdings hatte er nicht die improvisatorische Kreativität eines Beiderbecke. Dafür spielte er vielleicht noch "reiner" als dieser.
Nichols spielte in den 1920-er Jahren an rund 4000 Plattenaufnahmen mit, Eine unglaubliche Zahl, wenn man bedenkt, dass das Medium Platte und Radio noch in den Anfängen stand. Seine bekanntesten Bands waren die "California Rambler's" und dann bis zum Ende seiner Karriere seine "Five Pennies", die aber auch mal gerne 10 Musiker umfassen konnten.
Nichols wirkte bei George Gershwins Musical "Strike up the Band" am 14.01.1930 mit. Er war auch danach noch aktiv, aber bis 1942 hatten ihn andere Kollegen übertroffen. Von 1942-1944 musste er sogar als Sideman in der Casa Loma Band mitwirken. Seine "Five Pennies" wurden zunächst aufgelöst. Nach dem Krieg, als der alte Jazz ein großartiges Revival bekam, was bis in die frühen 1960-er Jahre anhielt, kam es zur Neugründung der "Five Pennies".
1959 kam der Film "Red Nichols & His Five Pennies in den Kinos heraus, der ihm ein erneutes Comeback beschieden hat. Der Film war allerdings derart idealisiert, dass man sich schon fragen musste, ob das nicht schon fast eine Art von Komödie sein sollte. Danny Kaye spielte die Hauptrolle, Louis Amrstrong, Bob Corsby, Bobby Troup und Barbara Bel Geddes traten in dem Film auf. Nichols spielte die Musik selbst ein, der Gesang stammte aber von Denny Kaye, der auch extra Kornett spielen lernte, so dass sein Spiel im Film tatsächlich recht echt aussah. Ich kenne den Film, daher kann ich das bestätigen.
Nichols spielte sowohl mit einer exzellent besetzten Studioband , aber mit seiner eigenen Band die Musik ein. Zur eigenen Band wurden noch Benny Carter am Altsax und Drummer Shelly Manne dazu geholt, die mit Nichols nichts zu tun hatten.
Cetay (08.11.2021, 06:07):
Zeitkratzer - Neue Volksmusik (Live @ Festival Alpentöne, Vierwaldstätter See, Schweiz, 2012)
Lisa Marie Landgraf (Violine) ,Anton Lukoszevieze (Violoncello), Uli Phillipp (Kontrabass), Marc Weiser (Stimme, Gitarre), Reinhold Friedl (Klavier & Leitung), Maurice de Martin (Perkussion), Frank Gratkowski (Klarinette), Hild Sofie Tafjord (Horn, Alphorn), Hilary Jeffery (Posaune, Alphorn), Klaus Dobbrick (Klangregie)
Also das hat mich regelrecht aus den Latschen gehauen. Das ist ungemein originell und herausragend gespielt. Um das zu goutieren, sollte man mit Moderner Klassik nicht grundsaetzlich auf Kriegsfuss stehen, aber Volkmusik braucht man nicht zu moegen. Vielleicht tut man es danach.
Von der Website des Ensembles:
(...) "Neue Volksmusik" ist eher ein Reflex als eine Reflexion über Volksmusik. (...) Zeitkratzer bemächtigt sich der Volksmusik in ihrer Essenz. Damit setzen sie eine Tradition fort, die alle Volksmusiken gemeinsam haben: die ständige Transformation. (...) Trotz des etwas brutalen Humors der Musik besteht nie die Absicht, herumzualbern oder eine Satire auf Volksmusik zu machen. (...)In Alpen Horn Noise werden (un)traditionelle Alphornklänge mit rumänischem Volkstanz kombiniert. Akustische Schatten der bayerisch-österreichischen Musik verschmelzen mit einem dröhnenden, drehleierartigen Gesang, der eine Verbindung zum Balkangebirge suggeriert. Musikalische Traditionen werden durcheinander gewirbelt und begegnen sich auf neue Weise. Wir hören einige groteske Qualitäten der Volksmusik, eine Musik, die von Kuhglocken-Perkussion und einem manischen Muezzin angetrieben wird. Weiter hören wir Gruppenjodeln, das definitiv jede Alpenmilch sauer macht, aber auch an die ursprüngliche Funktion des Rufens als Bergsignal erinnert. Gleichzeitig umfasst 'Neue Volksmusik“ auch besinnliche und ernste Musik. Alpenrose wird von unheimlichen körperlosen harmonischen Klängen dominiert und die Akkorde in Alpsäge schweben ätherisch.
Ein MUSS!
tapeesa (08.11.2021, 12:41): Cesaria Evora, Sodade, verwandt mit dem portugiesischen Saudade.
Cetay (09.11.2021, 07:07):
Black Flag - Nervous Breakdown (1979)
Falls es den Begriff Einfluss-Dichte noch nicht gibt, muss er fuer dieses Album erfunden werden. Zu Vor-CD-Zeiten gab es neben der 7'' Single und der 12'' LP noch die seltenere 10'' EP (Extended Play). Darauf waren meist laengere Versionen der Singles und 2-3 weitere Tracks zu finden. Black Flag vermarkteten ihr Debut mit vier Titeln als EP, pressten es aber auf 7'' Single. Die Spieldauer betrug zusammen gerade mal etwas mehr als 5 Minuten.
Und die hatten es in sich. Damit kam der Punk aus England in die Staaten. Und die Devise lautete wie immer: von allem mehr. Schneller, aggressiver, dreckiger, raeudiger. Die vertonte antisoziale Heruntergekommenheit. Hunderte folgten nach. Man erfand dafuer den Begriff Hardcore. Dann kam aus England der Metal hinterher. Staatentypisch schneller, haerter und aggressiver als die Vorbilder, aber sonst nicht viel anders. Man erfand dafuer den Begriff US Power Metal. Dann kam die Bastardisierung. US Power Metal und Hardcore gingen eine unheilige Allianz ein und gebaren den Thrash Metal mit dem die Big Four (Slayer, Anthrax, Megadeth, Metallica) Abermillionen von Alben verkauften und den extremen Metal trotz ihrer Kompromisslosigkeit zum Mainstream machten. Alles wegen 5 Minuten Nervenzusammenbruch.
Ich hoere das jeden Tag - zumindest die ersten Takte. Es ist der Alarmton, mit dem mich mein Dumbphone morgens daran erinnert, dass die Arbeit ruft.
Maurice inaktiv (09.11.2021, 14:05):
Firehouse Five Plus Two: Dixieland Favorites AD: 1958&1959&19601964&1969
Danny Alguire (Trompete) - Ward Kimball (Posaune) - George Probert (Sopransax) - Frank Thomas (Klavier) - Dick Roberts (Banjo) - Don Kinch (Tuba) - Eddie Forrest (Drums)
Die vielleicht ungewöhnlichste Jazzband in diesem Bereich dürfte die von Walt Disney ins Leben gerufene Band "Firehouse Five Plus Two" gewesen sein. Gegründet 1949, wirkte sie bis 1971, und alle Musiker waren zugleich Angestellte bei Disney gewesen, darunter mit Ward Kimball ein durch zahlreiche Zeichentrickfiguren sogar weltweit gefragter Spezialist. In ihrer Freizeit wirkten sie in ihrem urigen Outfit dann für Größen wie Bing Crosby, wirkten 15 Jahre im Disneyland während der Sommerferien und wirkten auch in zahlreichen Filmen und TV-Shows mit.
Sie nahmen 12 Alben auf, die weltweit verkauft wurden. Die Besetzung der Band wurde für viele Jazzbands im Dixieland-Bereich Standard, Legionen von Hobby-Musikern gründeten Bands und spielten die Musik nach. Sie waren nicht die erste Band, die sich in diesem Stil übte, aber sie wurden unglaublich erfolgreich damit.
Kimball (1914-2002) arbeitete ab 1934 für Disney. So war er für Figuren von "Pinocchio" (1940), Alice im Wunderland (1949) und Cinderella (1950) mit, war Regisseur für diverse Kurzfilme und erhielt den Oscar für einen jener Filme 1969. Er arbeitete auch fürs Fernsehen, war am Script zu "Babes in Toyland" verantwortlich und eben auch Bandleader der Jazzband. 1972 ging er in den Ruhestand.
Don Kinch (1917-2011) spielte Trompete, Bass, Tuba und Violine. Zunächst mit Bob Short und George Bruns unterwegs, kam er zu Turk Murphy 1950, jenen Band, die auch so etwas wie der Pate der Firehouse Five Plus Two werden sollte. Mitte der 1950-er Jahre begann er für Disney zu arbeiten, und ab 1958 übernahm er den Platz an der Tuba in der Band von George Bruns. Anfang der 1970-er Jahre, vermutlich unmittelbar nach dem Ende der Band 1971, ging er nach San Francisco und eröffnte eine Reparaturwerkstatt für Musikinstrumente.
Danny Alguire (1912-1992) war der einzige Musiker, der nicht bei Disney gearbeitet hat und der einzige Vollprofi-Musiker im eigentlichen Sinne. George Probert (1927-2015) war auch zunächst reiner Profimusiker bei Bob Scobey (1950-1953) und Kid Ory (1953-1954) gewesen, ehe er von 1954-1969 in die Band von Disney kam. Er wurde 1955 Musikalischer Leiter der Walt Disney-Studios, also auch Mitarbeiter bei Disney.
Es war also eine außergewöhnliche Band, die man da zusammengestellt hat.
Ich gehe mal wieder gegen den Strich und erfreue mich an der Tradition und zu viel Mix dabei.
aiel (09.11.2021, 18:29): Abba - Voyage
Für das neue Album von Abba habe ich ein wenig Zeit gebraucht, um mich daran zu gewöhnen. Es enthält viele ruhige Songs, die mir gut gefallen. Insgesamt finde ich es sehr gelungen, auch wenn darauf kein hitverdächtiges Lied enthalten ist. Nun warte ich darauf, dass der Preis fällt. ;)
xarddam (10.11.2021, 08:25): Hallo aiel, ich habe mir das neue Abba Album bei youtube mehrmals angehört . Mir gefällt es sehr gut. Gerade wegen der vielen ruhigeren Lieder, weil die passen gut zu den Stimmen der "nun schon etwas älteren" Sängerinnen 'Frida' und Agnetha.
Kaufen werde ich mir die CD erst mal nicht (habs ja jetzt on HD)
Ich warte und bin mir sicher nach Weihnachten kann man sich die CD für ein paar Euro bei Ebay holen.
Cetay (10.11.2021, 09:19): Hallo aiel, ich habe mir das neue Abba Album bei youtube mehrmals angehört . Mir gefällt es sehr gut. Gerade wegen der vielen ruhigeren Lieder, weil die passen gut zu den Stimmen der "nun schon etwas älteren" Sängerinnen 'Frida' und Agnetha.
Kaufen werde ich mir die CD erst mal nicht (habs ja jetzt on HD)
Ich warte und bin mir sicher nach Weihnachten kann man sich die CD für ein paar Euro bei Ebay holen. Die gibt es noch, bzw. wieder? Ich dachte, die beiden Kampfhennen haetten sich laengst gegenseitg die Gurgel umgedreht.
aiel (10.11.2021, 10:16):
Kaufen werde ich mir die CD erst mal nicht (habs ja jetzt on HD)
Ich warte und bin mir sicher nach Weihnachten kann man sich die CD für ein paar Euro bei Ebay holen. Die CD ist mir auch zu teuer. Nur 10 Lieder mit knapp 37 Minuten Spielzeit. Auch hab ich es nicht eilig. Wenn sie irgendwann gebraucht für unter 10 Euro angeboten wird, kann ich sie mir immer noch kaufen.
aiel (10.11.2021, 10:30): Bumblebee finde ich sehr schön. "Ode To Freedom" gefällt mir auch sehr gut. Je häufiger ich die Songs höre, desto besser gefällt mir das Album.
Cetay (11.11.2021, 14:47): Die CD ist mir auch zu teuer. Nur 10 Lieder mit knapp 37 Minuten Spielzei So etwas ist bei mir eher ein Pro-Argument. Wenn ich z. B. 16 Lieder mit 60 Minuten Spielzeit sehe, dann herrscht bei mir aufgrund reichlicher Erfahrung sofort Fuellmaterial-Alarm. Da muss ich dann Zeit investieren bis sich nach ein paar Durchlaeufen die Nieten herauskristallisiert haben und dann Programmierfunktion bemuehen. Das soll bitte die Band erledigen, von daher meine ich: alles richtig gemacht. Das kommt die Vinyl-Rennaissance recht. Die Kuenstler muessen sich wieder fokussieren. Ein Album wie das folgende haette unmoeglich seinen Status erlangt, wenn man da noch 3 Titel mehr reingequetscht haette. Da ist keine Note zuviel oder zuwenig drauf:
Marillion - Script for a Jester's Tear (1983)
Es gibt Alben, die beim ersten Hoeren so einschlagen haben, dass ich mich heute noch an jedes Detail drumherum zu erinnern glaube. Ich sass mit drei Kumpels am Ecktisch in unserer Stammkneipe, die Stimmung war mies -keiner hatte eine Freundin-, jeder starrte auf sein Bierglas, das er mit beiden Haenden umklammert hielt, niemand sprach. Dann erklang diese Musik. Schon nach wenigen Sekunden zog ich meine Augenbraue hoch und der Blick ging in Richtung des Lautsprechers rechts oben unter der Decke. So gelangte der Kommunarde rechts von mir ins Blickfeld und ich sah, dass er das gleiche tat. Langsam richteten wir uns auf und mein Gegenueber machte ein Gesicht wie ein und seine Lippen bewegten sich tonlos: was ist denn das? Alle Koepfe drehten sich zum Lautsprecher, als ob wir da oben irgendein uebernaturliches Wesen vermuteten. Ich rieche heute noch den Rauch und schmecke das schale Bier, fuehle die harte Holzbank, sehe die abgeranzten Klamotten der anderen im funzeligen Licht. Erlebe, wie wir das Cover kreisen liessen und darueber spekulierten, ob sich der hypercharismatische Saenger deswegen ein Pseudonym ("Fish") zugelegt hat, weil es sich in Wahrheit um Peter Gabriel handelt, was der Wirt mit einem "ihr habt euch wohl schon die Ohren weggessoffen" quittierte. Wie sich manche unsterbliche Textzeilen sofort eingruben, wie die Truebeniss einer Euphorie wich, wie alles immer heller erschien, je laenger die Platte lief und einfach nicht nachliess...
aiel (11.11.2021, 17:34): Die CD ist mir auch zu teuer. Nur 10 Lieder mit knapp 37 Minuten Spielzei So etwas ist bei mir eher ein Pro-Argument. Wenn ich z. B. 16 Lieder mit 60 Minuten Spielzeit sehe, dann herrscht bei mir aufgrund reichlicher Erfahrung sofort Fuellmaterial-Alarm. Da muss ich dann Zeit investieren bis sich nach ein paar Durchlaeufen die Nieten herauskristallisiert haben und dann Programmierfunktion bemuehen. Das soll bitte die Band erledigen, von daher meine ich: alles richtig gemacht. Wenn der Preis für die CD niedriger ist, wäre ich auch mit 10 Stücken einverstanden. :) Da der Kauf keine Eile hat, werde ich die Preisentwicklung in den nächsten Jahren beobachten.
Cetay (17.11.2021, 03:10):
Is that so? - Kabir - Sakhi - Tara - The Search - The Guru - The Beloved Shankar Mahadevan, Gesang Zakir Hussain, Tabla John McLaughlin, Gitarre /Synthesizer und Orchestrierung Danke fuer diesen Hinweis. Ich habe das Album inzwischen mehrfach gehoert und das bleibt erst mal in meiner Bibliothek gespeichert. JML spielt hier ausschiesslich ueber digitales Interface. Die computergenerierten Sounds, deren Entwicklung sich ueber 20 Jahre hinzog, sind warm und organisch und harmonieren verblueffend gut mit der Stimme zusammen.
tapeesa (17.11.2021, 09:49): @Cetay - Freut mich. Auf John McLaughlin bin ich über Miles Davis: "In a silent way" aufmerksam geworden. Weiß noch, wie ich aufgesprungen bin und unbedingt nachsehen musste, wer da Gitarre spielt. Das ist eher selten.
tapeesa (17.11.2021, 10:48): Florence + the Machine - Shake it out + einmal feat. Ivy Quainoo aus einem Finale von "The Voice of Germany".
Cetay (17.11.2021, 12:44): Auf John McLaughlin bin ich über Miles Davis: "In a silent way" aufmerksam geworden. Weiß noch, wie ich aufgesprungen bin und unbedingt nachsehen musste, wer da Gitarre spielt. Das ist eher selten. Wunderbar psychedelisch spielt er da. Vielleicht steckt tief in dir drin doch ein Jazz-Aficionado. Wir haben alle ganz dicke Waden vom staendigen Aufspringen. :J
Mein favorisiertes Album mit JML ist dieses hier, aber mehr wegen des Spezialgastes, der ihm die Show stiehlt. Ich weiss nicht, wie ich jemandem erklaeren koennte, was ich mit der Aussage, dass diese Musik 'spirituell' ist, meine. Aber sobald der erste Ton der Bansuri erklingt, ist es 'da'.
Eines der mir allerwertvollsten Alben - aus einer Zeit, in der man sich Musik auch mal erarbeiten oder schoen hoeren musste, alleine um nicht einzugestehen, einen Haufen Geld in den Sand gesetzt zu haben. Es waren die spaeten 70er, Internet gab es nicht und die meisten Plattenhaendler verweigerten das Probehoeren. Verstaendlich, Vinly-LPs waren empfindlich und teuer, da durfte man als Kunde erwarten, versiegelte Neuware zu erwerben. Diese Platte war also ein totaler Blindkauf, aber der Album-Titel machte neugierig und die Tatsache, dass auf jeder Seite nur ein Lied mit jeweils ueber 20 Minuten Laenge drauf war, gab den Ausschlag. Und das erwies sich als Fehlgriff sondergleichen. Einige Momente konnten durchaus gefallen, aber es gab ebensoviele Stellen, die voellig unakzeptabel waren - viel zu eingaengig, fast schon Pop-Musik, zu allem Ueberfluss noch mit weiblichem uuuuhh-aaaahh Hintergrundgesang. Was tun? Es ist schwer zu fressen, dass man -inflationsbereinigt- ueber 20 Euro fuer nichts investiert hat. Also unternimmt man einen weiteren Versuch und redet sich ein, dass die guten Passagen wirklich richtig gut sind und die schlechten nicht ganz so schlecht. Und dann gibt man sich das ein drittes Mal, in der Hoffnung, nein, mit dem Willen, dass der Trend so weiter geht. Um beim zehnten Mal macht es auf einmal klick und alles faellt an seinen Platz, selbst die einst grottigen Passagen sind auf einmal nicht mehr wegzudenken, es ist wie aus einem Guss. In der Folge wurde dies eines meiner meist gespielten und geliebten Alben und auch heute noch bereitet mir diese Musik jedesmal grosse Freude.
Im Streamingzeitalter waere das beim ersten Hoeren sofort weggeklicht und vergessen worden...
tapeesa (22.11.2021, 07:50): Religiöses, Von guten Mächten (Text: Dietrich Bonhoeffer)
Cetay (23.11.2021, 00:46): Eines der mir allerwertvollsten Alben Das ist es auch für mich. :beer :beer
Ich verweile noch in der Ecke und entdeckte gerade neu:
Starcastle - s/t (1976)
Das ist sehr stark von Yes beeinflusst, besonders der (Lead- und Harmonie-) Gesang und das Bass-Spiel, aber durch griffigere Tastenklaenge und eine bisweilen durch die zweite Gitarre eingebachte Funkiness "amerikanischer" ausgerichtet - Kansans kommen in den Sinn. Das passt.
Cetay (24.11.2021, 08:21): Ich werde immer hellhoerig, wenn ein Album einer sonst bei der Kritik wohlgelittenen Gruppe als "weniger gelungen", "uninspiriert", "routiniert", "solide", "eher fuer Fans" usw. wahrgenommen wird. Noch interessanter wird es, wenn das auf Insiderwissen beruht wie: "die Chemie stimmte nicht mehr", "es waren Drogen im Spiel" oder der Klassiker: "es war eine Pflichtuebung, um den auslaufenden Vertrag zu erfuellen". Das ist insbesondere dann interessant, wenn ich die Band eigentlich gut finden sollte, aber irgendwie nicht so recht mit ihr klar komme. Ich habe auf diese Weise einige Alben fuer meine erweiterte Allzeit-Liste gefunden: Blow up your Video (AC/DC), House of Blue Light (DP MkII), Renegade (Thin Lizzy) sind Beispiele, die mir spontan einfallen. Und jetzt gibt es einen Neuzugang zu vermelden:
Weather Report - This is This (1985)
Das 15. und letzte Album der Vorhersager habe ich tatsaechlich nie gehoert, nachdem mir die paar davor nicht so recht gefallen wollten. Dabei erfuellt es die Kriterien, die es zu einer Ueberraschung machen koennten: Es war ohnehin als das letzte Album geplant, die beiden verbliebenen Gruendungsmitglieder waren bereits mit eigenen Projekten beschaeftigt, einer stieg noch waehrend der Produktion aus, aber es musste laut Vertrag geliefert werden. Entsprechend fielen die Reaktionen aus: belanglos, verzichtbar... Nicht fuer mich. Mir macht das richtig Laune, mehr als alles andere seit dem 75-er Album Tale Spinnin', wahrscheinlich gerade weil Meistergeist Joe Zawinul das nicht wie sonst mit seinen ausgetueftelten Synthesizer- und Perkussions-Arrangements ueberladen hat.
Cetay (25.11.2021, 03:29):
Focus - Hamburger Concerto (1974)
Das ist kein Konzert-Mitschnitt aus Hamburg, sondern eine Suite ueber die kulinarische Spezialitaet. Abwechslung wird gross geschrieben, die Besetzung listet 32 Instrumente fuer die vier Protagonisten auf, das Spektrum reicht von Renaissance- und Barock-Anleihen, ueber filigranen Gitarren-Jazz, folkige und avantgardistische Floetenklange, akrobatische Gesangseinlagen und rockige Riffs bis zum typischen 70er-Prog-Tastenbombast. Das fliesst so stil- und zielsicher voran, dass man kaum merkt, welcher Aufwand und welche Raffinesse dahinter steckt. Das ist ein Album aus einem Guss, da weiss ich nichts zu kitisieren.
Cetay (01.12.2021, 02:07): Heute Nacht gab es fast den Supergau. Ich oeffne erwartungsfroh die Streamig-App. Es dauert ewig und mir leuchtet gross Version 11 entgegen. Und dann ... meine gespeicherten Alben, meine Spiellisten, alles weg. Ein voellig anderes Layout. Jede Menge blinkender Muell und ueberfluessige Gimmicks. Es hat eine Stunde gedauert bis ich alles wieder gefunden hatte, meine mangelhaften Sprachkentnisse waren keine Hilfe. Ich war auf 360, habe lautstark die Entwickler verflucht, die immer alles auf Kosten der Bedienungsfreundlichkeit verschlimmbessern muessen. Zum Glueck regt sich hier keiner auf, wenn du mitten in der Nacht rumbruellst. Hier bruellt staendig irgendjemand nachts rum. Zum weiteren Glueck weiss meine Freundin, was in solchen Momenten zu tun ist. Schwupps stand ein Glas vom besten Baijiu (der besonders Edle mit 65 Vol-%) vor mir und die Welt war wieder in Ordnung. Keine 5 Minuten spaeter habe ich wieder rumgebruellt. Diesmal allerdings vor Freude. Die haben mit der neuen Version auch ihre Datenbank aktualisiert. Da gibt es jetzt wirklich alles. Das wurde gleich mit einer besonderen Koestlichkkeit aus Japan gefeiert:
Viscera Infest - Verrucous Carcinoma
Cetay (01.12.2021, 04:28): Heute morgen gibt wieder freundlichere Klaenge:
Banco del Mutuo Soccorso - s/t (1972)
Das Debut der italienischen Prog-Rocker ist fuer mich das beste Album der Band und des Italo-Prog und damit eines der besten des Prog an sich.
Das ist eins der Alben, bei denen nur eins sicher ist; man kann sicher nicht voraussehen, was als Naechstes um die Ecke kommt. In 9 von 10 Faellen geht so ein Stil-Pottpuri schief, weil es mich schnell ermuedet. Nicht hier. Die Italiener haben das so folgerichtig und stimmig komponiert, da warte ich bis zum letzten Takt gebannt wie es weiter geht - auch nach ein paar Dutzend Hoerdurchlaeufen jedesmal aufs Neue. Das Sextett leistet sich zu der Standard-Rock-Besezung (Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug) gleich zwei Keyboarder, einen am Klavier und einen an der Orgel. Desweiteren kommen Cembalo, Blockfloete, Clariono, Klarinette & Pauke zum Einsatz. Der Gesang wird in der Muttersprache dargeboten - mit allen Klischees, die (mir) dabei in den Sinn kommen. Das addiert den Kultfaktor.
:times10
xarddam (01.12.2021, 06:28): Heute Nacht gab es fast den Supergau. Ich oeffne erwartungsfroh die Streamig-App. Es dauert ewig und mir leuchtet gross Version 11 entgegen. Und dann ... meine gespeicherten Alben, meine Spiellisten, alles weg. Ein voellig anderes Layout. Jede Menge blinkender Muell und ueberfluessige Gimmicks. Es hat eine Stunde gedauert bis ich alles wieder gefunden hatte, meine mangelhaften Sprachkentnisse waren keine Hilfe. Ich war auf 360, habe lautstark die Entwickler verflucht, die immer alles auf Kosten der Bedienungsfreundlichkeit verschlimmbessern muessen. Zum Glueck regt sich hier keiner auf, wenn du mitten in der Nacht rumbruellst. Hier bruellt staendig irgendjemand nachts rum. Zum weiteren Glueck weiss meine Freundin, was in solchen Momenten zu tun ist. Schwupps stand ein Glas vom besten Baijiu (der besonders Edle mit 65 Vol-%) vor mir und die Welt war wieder in Ordnung. Keine 5 Minuten spaeter habe ich wieder rumgebruellt. Diesmal allerdings vor Freude. Die haben mit der neuen Version auch ihre Datenbank aktualisiert. Da gibt es jetzt wirklich alles. Das wurde gleich mit einer besonderen Koestlichkkeit aus Japan gefeiert:
Viscera Infest - Verrucous Carcinoma Hallo Vat69 Was ist denn das für eien streaming App / streaming Anbieter ?
Cetay (01.12.2021, 06:36): Kugou.
xarddam (01.12.2021, 09:55): Danke. Eine Chinesische site, seh ich gerade. Kenne ich (bislang) nicht. Da muss ich mal näher zu googlen.
Cetay (02.12.2021, 00:23):
Senser - Stacked up
Yo! Hip-Hop/Rap und genial in einem Satz. Das geht.
michael74 (03.12.2021, 21:41): Hallo Zusammen
heute liefen
Gruß michael
Cetay (04.12.2021, 00:13):
Death Angel - Frolic Through the Park (1988)
Auch der Metal hat bisweilen seine Wunderkinder. Die Legende sagt, dass die Band-Mitglieder zu der Zeit als sie ihr erstes Demo-Tape aufgenommen haben nur in Begleitung iher Eltern die Konzerte ihrer Idole -Slayer- besuchen durften. Death Angel machten nicht einfach eine Stilkopie der Thrasher, sondern bauten progressive Elemente ein, verwinkelte Liedstrukturen, haeufige Wechsel von Tempo und Metrum, clevere Arrangements und das alles auf einem technisch hohen Niveau.
Maurice inaktiv (04.12.2021, 12:51):
King Oliver: King Oliver, Volume One - Great Original Performances 1923-1929
Zurück zum Anfang, bzw. gast zum Anfang. Es gibt doch einige CDs inzwischen, und an kauft leider durch Überschneidungen von Titeln auch viele CDs, die man nicht unbedingt haben müsste. Würde es so eine Serie wie diese hier regelmäßig geben, bräuchte man keine anderen CDs mehr zu kaufen. Sehr gutes Booklet, da hat sich mal jemand Gedanken gemacht.
Das ist natürlich früheste Aufnahmetechnik, die ich bei klassischen Werken einfach nicht haben wollte. Im Jazz, bei nur wenigen Musikern, klingt das dann auch bei den "alten Schinken" noch halbwegs transparent.
Besonders interessant wird es , wenn man mal die total unterschiedlichen Stile von King Oliver, Louis Armstrong (der damals sehr von Oliver beeinflusst war, aber früh seinen eigenen Weg ging) und der "anderen Seite", also den "weißen" Musikern sich anhören möchte: Hier seien damals bei den Schwarzen noch Jabbo Smith, George Mitchell, Joe Smith, Bubber Miley und etwa Arthur Whetsol empfohlen, bei den "Weißen" dann Bix Beiderbecke, Red Nichols, Phil Napoleon, Jimmy McPartland und etwa Mannie Klein. Der Musiker, der als Weißer die berühmte Ausnahme von der Regel war, ist Muggsy Spanier, der großartige Kornettist, der um den Kreis von Eddie Condon zunächst wirkte. Er spielte einen Mischstil von King Oliver, Louis Armstrong und Bubber Miley, von denen er auch das Plunger-Spiel übernahm, aber dabei einen sehr eigenen Sound erzielte.
Auch von der Verwendung einzelner Instrumente gibt es gravierende Unterschiede, die man heute, also 100 Jahre später, weitaus geringer einschätzen wird als damals. So haben die weißen Kollegen bereits früh die Gitarre und den Kontrabass, bzw. das Bass-Saxophon (vor allem Dank Adrian Rollini), die Tuba und das Banjo spielten eine weitaus geringere Rolle als bei den Kollegen mit dunkler Hautfarbe.
Bitte entschuldigt diese Gegenüberstellung von schwarzen und weißen Kollegen, aber das war damals von großer Bedeutung.
Maurice inaktiv (04.12.2021, 12:58):
Bix Beiderbecke: River Boat Shuffle - Original 1924-1929 Recordings
Hier nun zum Vergleich Bix Beiderbecke. Die Band klingt auch aufnahmetechnisch besser eingefangen. Auch wird weitaus "genauer" und "reiner" gespielt als bei den Kollegen Oben. Das ist ebenfalls "Hot Jazz", aber in einer "gereinigten" Form. Und das war zu einem Zeitpunkt, als auch unter den weißen Kollegen noch genügend Autodidakten waren, doch aus einer Mittelschicht, die sich eben doch bessere Instrumente und auch mal einen Lehrer zumindest zeitweise leisten konnten.
Ich habe lange gebraucht, um mit Beiderbecke klar zu kommen, doch inzwischen habe ich ihn schätzen und lieben gelernt. Auch die Stücke, die er gespielt hat, sind wirklich gut zu spielen.
Cetay (05.12.2021, 05:36):
Ewigkeit - Depopulate (2021)
Ewigkeit ist ein Einmann-Projekt, das seit 2005 Alben, die sich textlich mit Verschwoerungstheorien und mystischen Prophezeiungen auseinandersetzen, produziert. Klar, dass er auch zur aktuellen Weltlage sein -wie dem Titel unschwer zu entnehmen, sehr duesteres- Statement abgeben muss.
Cetay (07.12.2021, 01:02): Bei Civilization Phaze III reicht ein einfaches "Like" nicht aus, daher: :thumbsup: :thumbsup:
Cetay (07.12.2021, 01:40): Hier auch so ein Ueber-Album:
Yes - Tales from Topographic Oceans (1973)
Ich erlaube mir, meinen ueber 5 Jahre alten Text zu kopieren und etwas zu modifizieren. Es wird mittlerweile in der zweiten Generation nachgeplappert, dass Yes mit den vorhandenen Kompositionen fuer dieses Album nur 3 LP-Seiten abliefern konnten und es deshalb mit 'Fuellmaterial' strecken mussten. Daher gaebe es zu viele Laengen, zu viel Leerlauf, es wuerde deswegen richtungslos maaendern und man koenne das unmoeglich am Stueck hoeren. Weiter wird bemängelt, dass die vier langen, seitenfuellenden Stücke in Wirklichkeit nur lose Aneinanderreihungen und die kompositorischen Zusammenhänge rudimentär seien, ganz anders als auf dem Vorgänger Close to the Edge (dessen Titelstück wegen der Nähe zu klassisch-abendländischen Form- und Kompositionsprinzipien sogar musikwissenschaftliche Analysen über sich ergehen lassen musste). Nein. Gerade wenn ich das Album am Stueck hoere, verschwinden die Laengen und die thematischen Verklammerungen werden offenhoerbar. Es gibt nur wenig Leitmotive, aber alleine das erste, das im ersten Titel erstmalig von der Lead-Gitarre vorgestellt und in jedem weiteren Stück wiederkehrt und zwar immer wieder in der Leadgitarre, schafft einen mächtigen Zusammenhang. Am Stück gehört, meine ich auch zu erkennen, dass die 4 Stücke grob der Satzfolge einer klassisch-romantischen Symphonie entsprechen - und als "Scherzo" macht auch das befremdlich schräg-wilde The Ancient auf Seite 3 plötzlich Sinn.
:times10
Cetay (08.12.2021, 03:35):
Burning Point - Salvation by Fire (2001)
Die Finnen spielen auf ihrem Debut Melodic Speed Metal, wie er von dutzenden anderen, vor allem deutschen und skandinavischen Bands um diese Zeit herum gespielt wurde. Doppel-Basstrommel-Gekicke, Stakkato-Riffs, kraftvoller Gesang mit viel Vibrato, hochvirtuose Gitarrensoli. Da gibt es nichts gewollt Bahnbrechendes oder Erfindungsreiches, keine Riffs oder Melodien, die man nicht schon mal so oder so aehnlich gehoert hat, keine ausgefeilten Arrangements, sondern 'nur' gut gemachtes Handwerk fuer Genrefans. Und dass reicht voellig aus, nein, das macht es gerade aus.
Cetay (09.12.2021, 03:46):
Samla Mammas Manna - s/t (1971)
Was fuer eine abgefahrene Ausscheidung! Der Hoerer glaubt, die Schweden nehmen ihn mit ihren Kirmes-Einlagen und Ulkgesaengen auf die Schippe, um dann, wenn sie richtig ernst machen, eines besseren belehrt zu werden. Die Besetzung ist originell: E-Piano/Orgel, E-Bass und zwei Schlagwerker. Gesungen wird in Landessprache und -wenn es besonders schraeg wird- auch mal auf Deutsch.
tapeesa (09.12.2021, 17:13): 1. Tom Dooley (deutsch) - Nilsen Brothers 2. La Ballata di Sacco e Vanzetti - Here's to you - Ennio Morricone (Komp.) / Joan Baez (Text)
Cetay (09.12.2021, 23:42): Ich war heute morgen etwas unschluessig, was ich zum Kaffee stroemen lasse. Dann habe ich das Dooley Cover gesehen und der Fall war klar:
Solitude Aeturnus - Alone
Nicht an trist-nebelverhangenem nieselig-feuchten Tagen geniessen und dann das Essen anbrennen lassen. :D
Cetay (10.12.2021, 01:29): Auch der Impuls, die nun laufende Scheibe zu hoeren, wurde kaum uebersehbar von einem hier geposteten Cover ausgeloest. :whistling:
Magic Pie - Motions of Desire (2005)
Das ist Eklektizismus auf die Spitze getrieben. Es ist bald einfacher zu sagen, wer hier nicht kopiert wurde. Ich abschreibe mal die Inspirationsquellen, die von den Rezensenten auf Progarchives genannt werden: ELP, Procal Harum, Dream Theater, Uriah Heep, Kansas, Deep Purple, Atomic Rooster, Marillion, The Beatles, Transatlantic, Al Di Meola, Camel, Yes, Gentle Giant, Rush, Steve Vai, Bruce Springsteen, Traffic, Mott the Hoople, David Bowie.
Das wird durchaus zusammenhaengend und geschlossen praesentiert. Beim ersten Hoeren fand ich das noch ziemlich saeuerlich, aber es reifte mit der Zeit.
tapeesa (10.12.2021, 10:32): Alejandra Ribera - Goodnight Persephone & I want (the ocean open up before me)
Cetay (11.12.2021, 04:40):
Judas Priest - Rocka Rolla (1974)
Auch heute noch wird das Debut der legendaeren Heavy Metal Band von Kritikern und vielen Fans links liegen gelassen und selbst bei Saenger Rob Halford kommt es in seiner Autobiographie nicht gut weg - wobei er weniger die Musik, sondern den Mix und das Mastering des Produzenten verantwortlich macht. Ich bin ganz anderer Meinung. Sicher, die Gruppe klebt hier noch sehr an den Groessen der Zeit, von ihren spaeteren Markenzeichen ist noch nichts zu hoeren. Das klingt wie eine Mischung aus Black Sabbath, Deep Purple und Led Zeppelin. Aber das sind nun nicht gerade die schlechtesten Referenzen. Dass sich die Band verhebt, indem sie versucht, mit einem mehrteiligen, teils experimentellen Langlied dem zu der Zeit bluehenden Prog-Rock zu huldigen und das Album daher unfokussiert wirkt - Schwamm drueber. Ja, der Saenger erreicht mit seinem Falsetto noch nicht ganz die absurden Hoehen, fuer die er beruehmt wurde und er bringt es auch nur selten. Aber genau das ist die Krux. Er setzt es ein, wenn die Spannung auf dem Hoehepunkt angelangt ist - als letztes Steigerungsmittel (und unterstreicht damit die Textstellen). Das macht 13-mal mehr Effekt als das Dauergekreische auf spaeteren Alben. Unbedingter Anspieltip: Run of the Mill.
Maurice inaktiv (11.12.2021, 11:16):
King Oliver : King Oliver and his Orchestra 1929-1930
Diese Doppel-CD bringt Aufnahmen heraus, die einige Jahre nach der legendären Band mit Louis Armstrong entstanden sind. Noch immer hatte Oliver sehr gute Leute in der Band, etwa J.C.Higginbotham, Clyde Bernhart und Jimmy Archey an der Posaune, Charlie Holmes und Hilton Jefferson (vor allem am Altsax), den späteren Chef von Dizzy Gillespie und Roy Eldridge - Teddy Hill - a Tenorsax, Omer Simeon (Klarinette), Luis Russell am Klavier und Paul Barbarin am Schlagzeug.
An der Trompete, bzw. Kornett war neben Oliver Louis Metcalf (der immerhin auch kurzzeitig bei Duke Ellington spielte), Ward Pinkett, Punch Miller, Dave Nelson, Henry Red Allen und Lee Collins (der hier aber nicht dabei ist).
Interessant wird es immer dann, wenn Oliver Stücke spielt, die er bereits mit Armstrong aufgenommen hat. Es beginnt bereits beim legendären "West End Blues". Hier wird die alte Version ast Note für Note wiedergegeben, aber schon die Eröffnungs-Kadenz lässt klar erkennen, dass kein Armstrong dabei ist. Metcalf, davon gehe ich aus, spielt sie, nicht Oliver. Der letzte Ton ist ein Klingendes C3. Er trifft den Ton gerade so, aber quasi mit Anlauf. Armstrong spielt sowas locker nebenher. Die Kadenz ist unter den Trompetern des "Alten Jazz" selbst heute noch quasi "verbindlich", so eine Art "Probespiel", wie man es auch in den Sinfonie-Orchestern bestens kennt. Ich kann sie spielen, doch habe das Stück noch nie im Konzert gespielt, weil man am Ende niemals Armstrong wird erreichen können. Der Trompeter Cat Anderson hat sie mal in einem Konzert eine ganze Oktave höher gespielt als Armstrong.....
Man sagt Oliver nach, dass er nach 1924 nicht mehr auf das alte Niveau zurück gekommen ist. Das mag stimmen, aber trotzdem hat er, auch hier, eine Reihe vorzüglicher Einspielungen gemacht. Gerade sein Spiel mit Dämpfern wurde für alle Trompeter verbindlich, für die Band von Duke Ellington wurde sie eines der pärgenden Stilmerkmale bis zum Ende ihrer Tage.
Neben Armstrong waren Muggsy Spanier, Tommy Ladnier, Bubber Miley und Rex Stewart - und damit im Grunde fast alle Ellington-Trompeter, die sich mit dem Dämpferspiel, vor allem dem Plunger-Spiel, beschäftigt haben, George Mitchell, Ed Allen von Oliver beeinflusst.
Wow. Ich habe schon viel ueber die US-Version dieses Albums gehoert, konnte sie aber jetzt erst hoeren. Und ab der Mitte traue ich meinen Ohren kaum. Da sind schon alle Trademarks des British-Heavy-Metal, wie er erst 5 Jahre spaeter von Saxon, Judas Priest und Iron Maiden gespielt wurde, drin. Mein Metallkopf staunt nicht schlecht.
Cetay (17.12.2021, 00:34):
Black Sabbath - Born Again (1983)
Das Gastspiel von "Mr. Child in Time" Ian Gillan ging maechtig schief. Die Scheibe hat in Metallerkreisen mehrfache "Auszeichnungen" fuer das schlechteste Cover aller Zeiten erhalten und auch die Musik wurde von der Mehrheit zum Teil schroff abgelehnt, was vor allem an der grottigen Arbeit des Produktionsteams lag. Bei der Beurteilung des Covers kann ich mit, bei der des Inhalts absolut nicht. Das duerfte neben dem selbstbetitelten Debut Black Sabbath mit Ozzy die von mir meistgehoerte und -geliebte Scheibe der Dunkelmaenner sein.
Maurice inaktiv (18.12.2021, 09:40): https://www.youtube.com/watch?v=VnHgZbBlqoc
Retro-Produktionen sind immer so eine Sache. Doch Keith Nichols, ein Brite, macht das seit vielen Jahren ganz hervorragend. Hier eine hervorragend international besetzte Band, die ein tolles Tribute-Konzert der frühen Ellington-Band gab.
Bent Persson, Enrico Tomasso - Trompeten Graham Hughes - Posaune Matthias Seuffert, J.-F. Bonnel, Robert Fowler (Klarinette, Sax) Keith Nichols (Klavier, Leader) Martin Wheatley (Banjo, Git.) Malcolm Sked (Drums) Bass ??
Tomasso, Fowler ich meine auch Wheatley und Sked waren lange Jahre auch im bekannten Pasadena Roof Orchestra gewesen.
tapeesa (18.12.2021, 11:33): Billie Holiday, verschiedene CDs
Cetay (19.12.2021, 04:25):
Drivin' n' Cryin' - Scarred but Smarter (1986)
Das habe ich ewig (30 Jahre lang?) nicht mehr gehoert. Der Eindruck, der sich beim Wiederhoeren einstellte, war derselbe wie damals. Das ist ein perfektes Rock-Album von der ersten bis zur letzten Note. Da kann man dazu schreiben was man will, es trifft garantiert daneben.
Ich mache es abschreibenderweise trotzdem:
Scarred but Smarter ist ein vielversprechendes, wenn auch etwas düsteres Debüt, dessen Hauptcharme in der Art und Weise liegt, wie das Trio gegensätzliche Genres verarbeitet, als ob es den Unterschied nicht erkennen könnte. Das angenehm gemischte Paket enthält Country-Rocker ("Another Scarlet Butterfly"), pastorale Balladen ("You Mean Everything"), hymnischen Arbeiterrock ("Stand Up and Fight for It") und Sabbath-Metal ("Saddle on the Side of the Road"), die alle durch Kinneys bodenständige Texte vereint werden. (Trouser Press)
Cetay (19.12.2021, 09:23):
The Dictators - Go Girl Crazy! (1975)
Spannend. Die Merkolzs mixten Punk und Metal noch bevor die beiden Genres richtig ausgepraegt waren. Und sie taten das auf auesserst witzige Weise. Ich weiss nicht, wann ich zum letzten mal beim Hoeren einer Musik-CD laut losgelacht habe. Naja, dazu muss man wissen, dass man mir nachsagt, meine Humorschwelle laege tiefer als die eines Fruehpupertiernden.
Cetay (19.12.2021, 10:49): Wenn schon Maske, dann Tschäggättä:
Paysage d'hiver - Geister
Cetay (21.12.2021, 08:28):
The Dictators - Bloodbrothers (1978)
Schwierig. Das dritte Album ist gereifter, sauberer produziert -ohne die rohe Direktheit zu opfern- und 'musiklaischer', wirkt aber auch hier und da etwas kaluliert und laesst ein klein wenig von dem subversiven Humor des Debuts vermissen. Ich entscheide mich fuer beide.
Cetay (22.12.2021, 01:55):
Metal Church - Hanging in the Balance (1993)
Ein Album hart an der Grenze zur Perfektion. Die Metal-Anbeter reizen das gesamte Spektrum des Genres jenseits des Mainstream und diesseits des Progressiven und Extremen aus und klingen dabei stets frisch und unverwechselbar. Dazu sinnig denkende Texte. Da trete ich gerne ein und lege etwas in die Kollekte.
Maurice inaktiv (22.12.2021, 11:36):
Al Hirt : Super Jazz AD: 1975, Tulane Stadium New Orleans, Super Bowl, USA
Al Hirt mit seiner Band, dann sein langjähriger Partner und Freund Pete Fontain mit seiner Band, am Ende dann beide Bands zusammen. Beide Musiker vertraten den weißen, extrem virtuosen Stil des mehr traditionellen Jazz in New Orleans. Sie waren das Gegenstück der Preservation Hall Jazz Bands, standen der Musik der Dukes of Dixieland weitaus näher, einer ebenfalls fast ausschließlich aus weißen Musikern bestehenden Band.
Man muss das nicht mögen, aber AL Hirt genießt und genoss einen sehr guten Ruf, sowohl bei den Trompetern, als auch bei der Fangemeinde. Man kann es auch bei Pete Fontain nicht anders schreiben. Hirt konnte im Grunde alles spielen, war ein wirklich exzellenter Trompeter, der es mit jedem seiner Kollegen aufnehmen konnte, einschließlich Wynton Marsalis, Jon Faddis oder Maynard Ferguson.
Fontain spielte eine Art "kommerzialisierten High-End-Benny Goodman", der ebenfalls alles spielen konnte. Die Kollegen, die ich überhaupt nirgendwo gelistet finden konnte, halten das Niveau mit, sie stehen aber dennoch im Schatten der beiden Bandleader.
The Best of British Jazz Band - Mike Cotton AD: 15.10.1998 , The Townhouse, Enfield, GB
Mike Cotton (Kornett) - John Beecham (Posaune) - Frank Brooker (Klarinette) - Roy James (Banjo) - Annie Hawkins (Bass) - Tony Scriven (Drums)
Nun zu einer Band, die sich gebildet hatte, nachdem sich der legendäre Monty Sunshine 1998 von der Bühne verabschiedet hat. Alle hier spielenden Musiker waren teils lange Jahre mit Sunshine unterwegs gewesen. Der neue Leader wurde Drummer Tony Scriven, der auch mit Sam Rimington, Max Collie und Ken Coyler spielte.
Neu in der Band war nur Klarinettist Frank Brooker. Er spielte zuvor mit u.a. Barry Martyn, Keith Smith, Alvin Alcorn, Harold Dejan, Chris Barber, Sammy Rimington, und John Chilton.
Hier geht es wieder weitaus gemütlicher zu. Das ist bester britischer Jazz im Sound von Sunshine, Barber, usw. Auch das muss man nicht mögen, aber britischer "Traditional Jazz" kam 40 Jahre nicht nur in Deutschland bestens an, auch wenn ihm immer etwas vom "Bierzelt-Jazz" der allerdings besseren Sorte anhaften dürfte. An diesen Bands haben sich gerade in Europa und Deutschland unzählige Dixie Bands orientiert. Jeder wird in seinem Leben mal in einem Zelt gewesen sein, wo man diese Art Unterhaltungs-Musik hören konnte. Leider wurde dadurch auch der Ruf dieser Musik durch eben diese vielen Nachahmer in Verruf gebracht.
Maurice inaktiv (22.12.2021, 13:30):
Wilbur de Paris : The Uproarious Twenties AD: 1953, New York (Tracks 01-09) New Orleans Jazz AD: 11.09.1952, New York (Tracks 10-14)
Sidney de Paris (Kornett) - Wilbur de Paris (Posaune, eventuell auch Gesang) - Omer Simeon (Klarinette) - Don Kirkpatrick (Klavier) - Eddie Gibbs (Banjo, Gitarre) - Nat Woodley (Bass) - Zutty Singleton (Drums) - Tracks 01-09
Sidney de Paris (Kornett, Voc.) - Wilbur de Paris (Posaune) - Omer Simeon (Klarinette) - Don Kirkpatrick (Klavier) - Eddie Gibbs (Banjo) - Harold Jackson (Bass) - Freddie Moore (Drums) - Tracks 10-14
Diese Doppel-CD bringt eine für Laien der Dixieland-Musik nahe stehende Band zum Erklingen. Dabei ist die Band um de Ex-Louis Armstrong und Duke Ellington-Posaunisten Wilbur de Paris alles andere als eine Dixieland-Band. Er nannte seine Band "The "New" New Orleans Band".
De Paris verpasste der Band zu den Stücken eigene Arrangements, die teilweise sehr originell waren. Das hatte alles Hand und Fuß. Dazu kamen viele eigene Titel, etwa "The Martinique", "Madagaskar", Menorca, Malta, Mardi Gras Rag, Madeira, Banjolie, Majorca, Toll Gate Blues, Wrought Iron Rag, Banjoker. Er widmete also eine ganze Reihe den spanischen Inseln mit "M" am Anfang. Alle diese Stücke hatten einen karibischen Einschlag.
Auch den alten Stücken hauchte er neues Leben ein, indem er oftmals Tempowechsel vornahm, oder auch mal die Blues-Harp mit einbaute. Dadurch war die Band schon etwas Besonderes. Auf andere Art und Weise agierte dann das weiße Gegenstück dazu, die Disney-Band "Firehouse Five Plus Two". Auch sie brachte die Stücke in neuen Gewändern und kreierte neue Stücke dazu.
Dabei hatte sie ausgezeichnete Solisten in der Band. Etwa den auf gleichen Niveau Klarinette spielenden Omer Simeon, der bis zum plötzlichen Tod 1959 neun Jahre in der Band spielte. Simeon spielte noch mit King Oliver, Louis Armstrong und Jelly Roll Morton, Wilburs Bruder Sidney spielte ein fetziges Kornett, was in der Tradition von King Oliver und dem Ellington-Trompeter Bubber Miley stand, dazu sang er hin und wieder und spielte auch mal Tuba.
Don Kirkpatrick gehörte zu den besten Stride Pianisten, die aber auch anders spielen konnten. Er spielte einerseits mit Kid Ory, aber auch mal mit Chick Webb und Don Redman. Kurz nach dem Ausstieg aus der Band 1956 verstarb er plötzlich an einer Lungenentzündung.
Drummer Zutty Singleton war DER Drummer aus New Orleans neben Baby Dodds und Ray Baudac. Eddie Gibbs gehört zu den wenig bekannten Musikern am Banjo, die einen erstklassigen Beat für die Band schafften, aber auch viel Power als Solist aufbringen konnten.
Freddie Moore (1900-1992) stammte aus Washington und war bis in die frühen 1990-er Jahre auch aktiv gewesen. Er spielte mit Sidney Bechet, King Oliver, Art Hodes und Eubie Blake.
Der Sound ist für das Alter erstaunlich gut gelungen.
Cetay (23.12.2021, 00:10):
Scorpions - Animal Magnetism (1980)
Ein Album aus der Uebergangphase zwischen krachendem Teutonen-Hard-Rock (mit dem Hoehepunkt Taken by Force, 1978) und dem unsaeglichen, amerikanisierten, banalisierten, kommerzialisierten Tinnef (alles selbstverstaendlich IMHO), den sie ab '84 ausgeworfen haben - wobei ihnen der Erfolg, den sie damit hatten, gegoennt sei. Es ist das Ringen der alten und neuen Elemente -oft innerhalb eines Songs- das Animal Magnetism so interessant macht.
Maurice inaktiv (23.12.2021, 21:26):
Duke Ellington: Indigos AD: 13.03.1957, 08.09.1957 & 01.-14.10.1957 , New York
Eine der schönsten Scheiben, die der Duke je aufgenommen hat, meiner Meinung nach. Hier noch zusätzlich mit insgesamt fünf "Alternate Takes" als Bonus.
Neben einigen Klassikern der Band ("Solitude", "Mood Indigo", "Prelude to a Kiss", "The Sky fell Down") einige Standards des "Great American Song Book" ("Where or When", "Night and Day", "All the Things You Are", "Willow Weep for Me", Tenderly", "Autumn Leaves") kommen natürlich auch die großartigen Solisten zur Geltung. In der Regel nur jeweils EIN Solist pro Stück.
Auch wurden die Stücke teilweise neu arrangiert, etwa "Mood Indigo", was hier in den Händen von Harold Baker einfach nur traumhaft schön erklingt. Paul Gonsalves spielt das Solo in "Where or When", Johnny Hodges natürlich über "Prelude to a Kiss", "Autumn Leaves" liegt in den Händen von Ray Nance auf der Violine und Ozzy Bailey, dem Vocalisten der Band.
"The Sky Fell Down" spielt Nance auf der Trompete, "Willow Weep for Me" teilen sich Baker und Hodges, "Tenderly" ist für Jimmy Hamilton (Klarinette), "Dancing in the Dark" dann erneut Nance auf der Trompete und Harry Carney am Baritonsax.
Etwas überraschend ist, dass Clark Terry nicht zu hören ist, einem der Lieblingsmusiker des Duke. Auch ist es verwunderlich, dass keiner der Posaunisten ein Solo bekommen hat. Schade. Doch das ist der einzige Kritikpunkt der damals Platte.
Cetay (24.12.2021, 02:50):
The Shadow Theory - Behind The Black Veil (2010)
Gerade verklungenes Neuland. Trotz ein paar Laengen hier und da, war das eine hocherfreuliche Stunde. Es gibt im harten Fach noch viel zu entdecken. Diese Band wurde als Jethro Tull des Metal bezeichnet - nicht ganz zu unrecht. Sie covern sogar einen Tull-Song. Leider blieb es bei einem Album, daher geht es jetzt mit dem Original weiter:
Jethro Tull - Heavy Horses (1978)
Nicht das beste, aber das erste selbst gekaufte Tull-Album.
Maurice inaktiv (24.12.2021, 15:22):
Kenny Baker : Dixie Christmas AD: vermutlich in den frühen 1990-er Jahren.
Kenny Baker (Trompete) - Don Lusher (Posaune) - Roy Willcox (Klarinette) - Brian Dee (Klavier) - Les Thatcher (Bajno, Gitarre) - Lennie Bush & Dave Green (Bass) - Ronnie Verrell (Drums)
Das ist unsentimentaler Weihnachts-Jazz, sehr schön arrangiert, nicht kitschig, wirklich gut gemacht. Es treten einige der besten britischen Jazzmusiker an.
Maurice inaktiv (25.12.2021, 10:50):
Ted Heath : Big Band Blues & The Big Band Dixie Sound AD: März 1959 und März/April 1959, London
01-12 : Big Band Dixie Sound 13-24 : Big Band Blues
Ein toll gespieltes, arrangiertes und aufgenommenes Album einer der besten Bigbands überhaupt. Sicher, das ist kein moderner Jazz, aber auch kein typisches Dixie-Album a la Bob Crosby and His Bop Cats. Dafür sind die Soli und Arrangements einfach eine Idee zu modern ausgefallen. doch genau DAS ist es, was eben Ted Heath ausgezeichnet hat: Das Beste von allem zu übernehmen und zu einem eigenen Sound machen. Hier mit tollen Arrangements Ronnie Roullier, Ralph Dollimore, Ken Moule, Don Innes und Bob Sharples. Ich kannte keinen davon, wenn ich ehrlich sein soll.
Alle Klarinettensoli stammen von Harry McKenzie, am Tenorsax isn Bob Efford der Solist, Ronnie Chamberlain spielt die Sopransoli, Eddie Blair spielt das Trompetensolo in "Blues in the Night", Keith Christie spielt die Jazz-Posaunem-Soli, Don Lusher ist sein Partner im "Tin Roof Blues". Stan Tracey spielt die Klavier - und Vibraphon-Soli, Ronnie Verrell ist der ausgezeichnete Drummer, der die Band so meisterhaft zum Swingen bringt.
Besetzung für den Dixie Sound (die andere Einspielung erfolgte einige Wochen früher und dürfte identisch sein. Die Solisten sind die gleichen zumindest)
Bobby Pratt (Lead), Bert Ezzard, Duncan Campbell, Eddie Blair - Trompeten Don Lusher (Lead), Keith Christie, Wally Smith, Ken Goldie - Posaunen Harry McKenzie (Klarinette), Les Gilbert (Lead), Ronnie Chamberlain (Sporansax), Bob Efford (Tenorsax, alle Soli am Tenor), Ken Kiddier - Saxophone Stan Tracey (Klavier, Vibes) John Hawksworth (Bass) Ronnie Verrell (Drums)
Cetay (25.12.2021, 23:17):
OM - Variations on a Theme & Conference of the Birds Al Cisneros (Bassgitarre, Gesang), Chris Hakius (Schlagzeug)
Nachrichten aus dem Reich der extremen Nischen- und Grenzbereiche von Musik. OM (nicht verwandt mit dem Schweizer Jazz-Quartett) kommen auf ihren ersten beiden Alben lediglich mit Gesang, oft stark verzerrtem E-Bass und Schlagzeug aus. Sie schaffen mit staubtrocken gespielten, monotonen, minimalistisch-repetitiven Mustern und betont ausdrucksarmen, entfernt an Moench-Chants erinnernden Gesang eine einzigartige Atmosphaere. Subtile Variationen halten das interessant genug, um dran zu bleiben und ganz langsam von diesen intensiv-grueblerischen, rituell-beschwoerenden, majestaetischen Tiefklaengen eingesaugt und auf der anderen Seite in einem wuesten Universum wieder ausgespuckt zu werden.
Cetay (27.12.2021, 02:46): Letzte Nacht ging es weiter mit einem seit geraumer Zeit auf Eis liegenden Alleshoer-Projekt. Mit dem fuenften und sechsten Album ist das immer noch der Anfang. Die Website der Band hat gerade Album Nummer 26 gelistet.
Blue Öyster Cult - Agents of Fortune (1976) & Spectres (1977)
Maurice inaktiv (28.12.2021, 10:57): Red Nichols : RN & His Orchestra - Inspired by the Motion Picture "The Five Pennies" AD: 1927-1931
Red Nichols (1905-1965) war zu seiner Zeit ein hoch geschätzter Musiker, der aus dem Kreis um Eddie Condon und Bix Beiderbecke hervor gegangen ist. Geboren in Ogden/Utah, ging er bereits 1923 nach New York. Er soll an rund 4000 Plattenaufnahmen mitgewirkt haben. In den 1920-er Jahren war er quasi der einzige Kornettist, der dem Stil Beiderbeckes sehr nahe kam, allerdings war er nicht annähernd so begabt, was seine Improvisationen angeht.
In seinen Bands spielten spätere Stars wie Benny Goodman, Jack Teagarden, Glenn Miller, Gene Krupa oder Jimmie Dorsey mit. Dazu Miff Mole, Adrian Rollini, Babe Russin, Vic Berton, Pee Wee Russell, Adrian Rollini, Mannie Klein, Lennie Hayton, Bud Freeman, Joe Sullivan, Ray McKinley, Rax Baudac.....
Viele seiner ehemaligen Musiker machten eine große Karriere, die ihm doch irgendwie versagt geblieben war. 1942-1944 spielte er sogar als Sideman bei Glen Gray's Xasa Loma Band mit.
Sein Leben wurde in typischer Art in Hollywood 1959 verfilmt. Viele Musiker wirkten mit, so spielte er selbst die Musik mit ein. Louis Armstrong gab ein Gastspiel im Film, der Drummer Shelly Manne spielte als "Gene Krupa" mit, usw. Danny Kaye spielte Red Nichols, aber er sah ihm zwar durchaus ähnlich, spielte sonst aber mehr Danny Kaye als Red Nichols. Die Musik ist aber recht gelungen und wurde später auch auf CD veröffentlicht. Nichols selbst hatte darauf hin noch mal ein Comeback.
Der Unterschied zu den schwarzen Musikern kann man durchaus hören. Das Ganze ist doch recht glatt gespielt, wenn auch von ausgezeichneten Musikern. Hört man dazu als Gegenstück etwa die King Oliver-Band oder Armstrongs Hot Five and Seven, das Orchester von Bennie Moten oder Clarence Williams, liegen Welten dazwischen. Nicht falsch verstehen, das ist schon exzellent gespielter Jazz, aber man konnte damals den Unterschied halt hören. Wir sprechen ja auch von den Anfängen einer neuen Ära in der Musik.
Man höre sich nur mal "Dinah" an. Hier muss man allerdings sagen, dass z.B. Armstrongs "Dinah" 1933 aus Europa auch nicht besser klang-wäre Armstrong nicht Nichols so haushauch als Trompeter überlegen gewesen. Die Begleitband ist da unterirdisch gewesen. "Corrine Corrina" ist gegen die Einspielung von George Lewis oder auch den heutigen Bands wie "Tuba Skinny" geradezu zum Einschlafen.
Maurice inaktiv (28.12.2021, 13:55):
Muggsy, Tesch and the Chicagoans - Jazz Archives, No.1 AD: 1927-1928
Ich bleibe im Umfeld von Red Nichols, Bix Beiderbecke und den "Chicagoans".Jetzt mit Jimmy McPartland, Muggsy Spanier, Red Nichols erneut und den mir unbekannten Dick Fiege und Charly Altier am Kornett, Frank Teschemacher spielt Klarinette und wohl eher C-Melody-Sax, das ist weniger ein Altsax. Erneut sind auch bei einigen Aufnahmen Gene Krupa, Eddie Condon, Joe Sullivan, Bud Freeman, Miff Mole und Milton "Mezz" Mezzrow (meist Tenorsax, hin und wieder Klarinette) und Jim Lanigan dabei.
Ich habe mich in der inzwischen doch schon so langen Corona-Zeit sehr mit dem Kornett und den frühen Meistern dieses Instruments beschäftigt. Und ich muss sagen, dass ich es inzwischen selbst sehr gerne spiele. Das Jahr habe ich auch vier Stück gekauft davon. Alle mit wunderbar unterschiedlichen Sound ausgestattet. Vom alten Conn Connquest von 1954, bis zum Reynolds Hi-Fi von 1961 und einem Holton aus den vermutlich 1980-er Jahren und aus den 1970-er Jahren ein Conn 20 A, was der Trompete noch am nächsten kommt, aber trotzdem nie die den Strahl der Trompete hat.
Der Kornett-Sound ist, wenn man sich damit beschäftigt, sehr eigen. Das Kornett stammt vom Posthorn ab, nicht von der Trompete. Das wissen viele Leute nicht. Das Kornett wird auch eigentlich mit einem Kornett-Mundstück gespielt, was dem Mundstück des Horns näher kommt (und des Flügelhorns auch), als dem Trompetenmundstück. So fehlt dem Kornett das Strahlhafte, was die Trompete hatte. Das wird bei den alten, enger mensurierten Trompeten noch deutlicher, die dadurch etwas "gepresster" klingen als die spätere, etwas weitere Bauweise.
Sorry, wenn ich da mal ziemlich ins "Eingemachte" gehe, aber das beeinflusst den Sound gewaltig. Und ja, man kann durchaus den Unterschied hören zwischen einem Kornett und einer Trompete. Manchmal braucht es etwas länger, aber bei gut aufgenommenen Einspielungen geht das recht gut.
Genau DAS macht auch den Unterschied aus um 1928 herum. War Louis Armstrong schon als Kornettist eine absolute Ausnahme-Erscheinung, war er auf der Trompete noch einmal eine Klasse besser. Es kam ihn auf diesen Sound an, daher war der Wechsel 1928 noch einmal eine Stufe mehr gewesen für ihn.
Ausnahmen waren Wild Bill Davison und Rex Stewart gewesen. Beides waren Meister auf dem Kornett, auch technisch mit den besten Musikern des Swing durchaus auf einer Linie, gerade Rex Stewart. Doch der Sound ist ein typischer Kornettsound. Bei Davison hört man es trotz seines rauen, kratzenden Tons heraus, bei Stewart muss man gut aufpassen, er verrät sich aber durch andere Besonderheiten, etwa der oftmals eingesetzten Technik, die Ventile nur halb zu drücken. Da klingt das Instrument dann recht "näselnd" und auch irgendwie lustig und humorvoll.
Jimmy McPartland wurde oft geholt, wenn Bix Beiderbecke nicht zur Verfügung stand. Als dieser 1931 früh verstarb, übernahm er fast schon automatisch dessen Platz in diversen Formationen. Doch McPartland spielte insgesamt offener als Beiderbecke.
Muggsy Spanier (1901-1967) kommt weniger von Beiderbecke als von King Oliver, Bubber Miley und Louis Armstrong her. Auch Spanier war ein Meister des Plunger-Dämpfers, der ihm einen Sound gab, dass man ihn für einen schwarzen Musiker halten konnte. Doch Spanier war teils französischer, teils spanischer Herkunft. Er spielte 1921 mit Elmer Schoebel seinen ersten Job als Profi,später mit den Chicago Rhythm Kings um Frank Teschemacher und Eddie Condon. 1929-1936 war er bei Ted Lewis, anschließend bis 1938 bei Ben Pollack, hatte von 1939/40 und 1941-1943 eigene Formationen, die vor allem 1939 wegweisende Einspielungen machte, 1940-1941 kurzzeitig bei Bob Crosby, und dann ab 1944 viele Jahre mit einer eigenen Combo unterwegs. Ab 1957 spielte bis 1961 oftmals mit Earl Hines, dann wieder Solo oder Hines.
Frank Teschemacher (1906-1932) stammte aus Kansas City, doch seine Familie zog 1912 nach Austin um, einer Vorstadt von Chicago. Auch er gehörte in den Kreis um Eddie Condon. Er verstarb nach einem schweren Autounfall, den er zusammen mit Wild Bill Davison hatte, an einem Schädelbruch. Davison überlebte den Horror-Crash zum Glück mit geringen Verletzungen, verließ aber dann Chicago, damit er über den Tod seines Freundes hinweg kommen konnte.
Tragisch, dass auch der Drummer Dave Tough, der ebenfalls zum Condon-Umfeld zählte, 1948 ebenfalls durch einen Schädelbruch verstarb. Auch er begann bei der "Austin High School Gang" um Eddie Condon und Jimmy McPartland, spielte aber dann einige Jahre bei Tommy Dorsey, 1938 als Nachfolger Gene Krupas bei Benny Goodman, 1944-1945 in der berühmten First Herd von Wood Herman, ehe er 1947-1948 erneut bei Muggsy Spanier und Eddie Condon zurück zu den früheren Kollegen fand.
Maurice inaktiv (29.12.2021, 11:06):
Louis Armstrong/Duke Ellington: The Great Summit - The Master Takes AD: 03./04.April 1961, NYC
Louis Armstrong (Trompete, Gesang) - Trummy Young (Posaune) - Barney Bigard (Klarinette) - Duke Ellington (Klavier) - Mort Herbert (Bass) - Danny Barcelona (Drums)
Wenn man Louis Armstrong und Duke Ellington unbedingt hören möchte zum Ende des Jahres, muss man einfach auf diese Scheibe zurück greifen. Man muss immer wieder betonen, dass Armstrong und seine Musiker (außer Barney Bigard, der selbst 14 Jahre für den Duke gearbeitet hatte) hier Musik spielen, die sie sonst nie spielen, da Armstrong keine Stücke aus dem Ellington--Repertoire sonst spielte, außer früher den C-Jam Blues als Feature für eben Barney Bigard.
Sicher, Stücke wie "It don't mean a Thing" oder auch "Mood Indigo" und "Cotton Tail" sind harmonisch kein Problem für Musiker dieser Güteklasse, aber Armstrong musste sowohl Stücke, als auch die Texte ja drauf haben. Doch er war so etwas von frühesten Tagen her gewohnt und hatte ein darin unglaublich gutes Gedächtnis.
Die Aufnahmen kann man auch als weitgehend gelungen bezeichnen. Hier war es eher so, dass der Duke die Stücke stellte, aber sonst nur Musiker von Armstrong genommen wurden, mit eben dem Duke am Klavier an Stelle von Billy Kyle.
Maurice inaktiv (30.12.2021, 19:40):
Bunny Berigan : Living Era - Portrait of Bunny Berigan AD: 1932-1937
Der Trumpeter Bunny Berigan (1908-1942) hatte leider ein zu kurzes Leben, da auch er, wie sein Vorbild Bix Beiderbecke (er selbst gab Louis Armstong als seinen Haupteinfluss an), sich zu sehr dem Alkohol zugesprochen fühlte. Doch er war, wenn man es genau nehmen will, der größte und beste weiße Jazztrompeter gewesen, den die Swing-Ära hevor gebracht hat. Nur Harry James sollte ihn dann toppen, Ziggy Elman folgte den beiden auf dem Fuße, dann kamen Musiker wie Yank Lawson, Pee Wee Erwin, Sonny Dunham, Clyde McCoy und Shorty Sherock.
Berigan spielte in der Spätphase der Musiker um Eddie Condon in deren Umfeld, spielte aber in der Tanzband von Hal Kemp ab 1930. Bekannt wurde er als Studiomusiker, aber auch vor allem mit Tommy Dorsey, in dessen Bigband er zu zwei verschiedenen Zeiten spielte und Benny Goodman. Er war er Vorgänger von Pee Wee Erwin, Harry James und Ziggy Elman bei Benny Goodman.
Seine bekanntesten Soli spielte er über den "Bugle Call Rag" und "King Porter Stomp" bei Benny Goodman, "Marie" bei Tommy Dorsey und mit seinem eigenen Orchester "I can't get Started". Das Stück wurde für ihn zum Superhit und war so erfolgreich gewesen, dass es von vielen Trompetern nachgespielt und auch gesungen wurde.
In seiner eigenen Bigband, die er von 1937-1940 und erneut 1940-1942 leitete, spielten Musiker wie Ray Conniff (Posaune), Georgie Auld (Tenorsax), die Drummer Buddy Rich, Alvin Stoller und George Wettling und Benny Goodmans Bruder Irving Trompete.
Im Frühjahr 1942 kam er mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus. Dort wurde zugleich eine Leberzirrhose im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Er schlug jeden Rat der Ärzte aus und verstarb dann an inneren Blutungen.
Sein Stil wich sehr von etwa dem hotten Stil Hary James' oder auch Yank Lawsons ab. Berigan spielte mehr in den unteren Lagen, auch wenn er anders konnte. Sein Stil war insgesamt melodiöser, und damit eine Fortsetzung von Bix Beiderbecke oder auch Red Nichols, aber Berigan spielte mit mehr Vibrato, wenn auch weniger stark wie auch hier Harry James oder Ziggy Elman.
michael74 (01.01.2022, 17:35): Hallo Zusammen
dann fang ich mal an mit
Gruß Michael
Philidor (10.09.2022, 16:47): Manchmal bin ich für diese intime Musik empfänglich ... so auch heute:
Tord Gustavsen Trio: The Other Side
Tord Gustavsen, Piano Sigurd Hole, Bass Jarle Vespestad, Drums
Gruß Philidor
:hello
Joe Dvorak (20.09.2022, 09:46): Back to 1971.
Deep Purple: Fireball
Was Ian Paice im Titelsong mit der Bass Drum veranstaltete, ist der Wahnsinn.
Gruß Philidor
:hello
Die laueft hier gerade. Grosser Stoff. Auf die Frage, ob In Rock oder Machine Head das bessere Album ist, kommt von mir die Anwort Fireball.
Joe Dvorak (16.06.2023, 02:31): -
Maurice inaktiv (16.06.2023, 09:45):
Joan Chamorro presenta : Alba Armengou AD: 2018
Hier wird erstmals Alba Armengou mit einer eigenen CD vorgestellt, natürlich von dem Mentor der vielen jungen Leute in und um Barcelona herum, höchstpersönlich am Bass begleitend. Alba ist gerade mal 17 Jahre jung hier, und sie macht das wirklich ganz hervorragend.
Die Besetzungen wechseln vom Trio bis zur Bigband, es wird also nicht langweilig. Natürlich wirken alle Musiker:innen mit, die um die St.Andrea Bigband dabei sind oder waren: Andrea Motis wirkt mit, Elia Batisda, Alba Esteban, Jan Domenech, Rita Páyes, Ignazi Teraza, Josep Traver, Abril Sauri, Koldo Munné, Carla Motis. Als weitere Gäste wirken Scott Hamilton und John Allred als "Special Guests" mit.
Es gibt Stücke aus dem berühmten American Song Book, aber auch wenig bekannte Musik aus Latein-Amerika oder Spanien. "Yesterdays", "No Moon at All", "Stolen Moments", "Shiny Stockings", "A Flower is a lonesome Thing" zeugen von einer sehr guten Auswahl, guten Geschmack, aber auch großem Können aller Musiker.
Eine rundherum gelungene Debut-CD, einer Reihe von Einspielungen unterschiedlicher Musiker aus dem Fundus der wunderbaren Bigband aus vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die dort eine hervorragende Ausbildung, aber auch viel Freiraum genießen dürfen.
Joe Dvorak (16.06.2023, 10:16): Hallo Maurice, das hattest du bereits im anderenFaden (Was höre ich gerade - neben der Klassik 2023) gepostet. Ich komme da auch manchmal durcheinander. @Nicolas_Aine @Sfantu Koennen wir diesen hier schliessen, so dass wir nur noch einen aktuellen Nebenhoerfaden haben? Danke.
Maurice inaktiv (16.06.2023, 17:44): Hallo Maurice, das hattest du bereits im anderenFaden (Was höre ich gerade - neben der Klassik 2023) gepostet. Ich komme da auch manchmal durcheinander. @Nicolas_Aine @Sfantu Koennen wir diesen hier schliessen, so dass wir nur noch einen aktuellen Nebenhoerfaden haben? Danke. Das ist durchaus möglich. Ja, bitte irgendwie zusammenfassen, das wäre super.
Ich bin nur kurz online, da dieser Monat viel zu tun ist in allen Richtungen.
Nicolas_Aine (21.06.2023, 20:47): Bitte um Entschuldigung, dass das so lange liegen geblieben ist, ich bin erst seit gestern nacht wieder "richtig" zuhause (also nicht nur zum ein paar Stunden schlafen) und am Handy ist das kompliziert bis unmöglich.