Was springt denn da im Bächlein? - Schuberts Forellenquintett D667

Anton (31.03.2006, 11:39):
Hallo,

sicherlich eines der bekanntesten Kammermusikwerke ist Schuberts Klavierquintett in A D667 - Forellenquintett.
Ein Quintett mit einer doch eher ungewöhnlichen Besetzung, wurde ein Klavier doch zumeist von der normalen Streichquartettbesetzung begleitet - hier verwendete Schubert neben einer Violine, Viola und einem Cello noch einen Kontrabaß.
Dies geschah auf Wunsch des Auftraggebers Sylvester Paumgartner - ein Steyrer Musikenthusiast - im Jahre 1819.

Er schrieb es auf besonderes Ersuchen meines Freundes Sylvester Paumgartner, der über das köstliche Liedchen ganz entzückt war. Das Quintor hatte nach seinem Wunsch die Gliederung und Instrumentierung des damals noch neuen Hummelschen Quintetts zu erhalten. (Albert Stadler)


So ziemlich jeder wird dieses Quintett - ich denke, dass es auch zumeist Gefallen findet - kennen. Besonders natürlich der 4.Satz, das Andantino - die Variation des Kunstliedes 'Die Forelle'.
Kammermusik sicherlich auch für die Muffel in diesem Genre!


Kommen wir zu den Aufnahmen:

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9008573.jpg

Eine hervorragende Aufnahme liefert das Beaux Arts Trio (mit Verstärkung) ab - M.Pressler, I.Cohen, B.Greenhouse, S.Rodes, G.Hörtnagel.

Ebenflass hervorragend ist diese Einspielung:

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/7515255.jpg

A.Brendel, T.Zehetmair, T.Zimmermann, R.Duven und P.Riegelbauer.


Welche Aufnahmen könnt ihr empfehlen und wie steht ihr zu dem Werk?

Es grüßt Anton.
Cosima (31.03.2006, 14:48):
Hallo Anton,

ich habe nur diese Aufnahme mit Gilels und dem Amadeus-Quartett. Die gefällt mir aber sehr gut.

http://www.wom.de/image/cover/front/0/7948356.jpg

Schöne Idee, dieser Thread – es wird mal wieder Zeit, der Forelle zu lauschen… :)

Fischigen Gruß, Cosima
Zelenka (31.03.2006, 15:24):
Ich kann die folgende Aufnahme auch noch empfehlen:

http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000042E2.03.LZZZZZZZ.jpg

Die Forelle kommt insgesamt etwas leichfüßiger, pardon!, quirliger daher als bei Gilels/Amadeus. Und der Dvorák ist auch nicht zu verachten.

Gruß,

Zelenka
Carola (31.03.2006, 15:36):
Hallo Anton,

was für eine schöne Idee, einen Thread über das "Forellenquintett" zu eröffnen - eines meiner liebsten Kammermusikwerke. So beschwingt und heiter hört man Schubert ja nun wirklich nicht alle Tage.

Dass der 4. Satz auf einem Lied Schuberts "Die Forelle" beruht, wußte ich nicht bzw. habe es wohl immer überlesesen bisher. Ich nehme an, "Was springt denn da im Bächlein" ist eine Zeile aus diesem Lied?

Was die Aufnahmen angeht, so besitze ich ebenfalls die von Dir bereits erwähnte mit Brendel/Zehetmaier/Zimmermannn und Riegelbauer - die übrigens (bis auf den Bassisten natürlich) auch das ebenfalls auf der CD enthaltene Mozart Klavierquartett KV 478 mit hörbare Freude und Beschwingtheit spielen.

Mit Gruß von Carola :)
Anton (31.03.2006, 15:41):
Hallo Carola,

ähm, nein. Ich habe zwar auch die Forelle (D550), aber so weit ich weiß kommt das da nicht drin vor - auf alle Fälle kam mir dieser Titel in den Sinn: denn im Bach ist die Forelle und mit springen wollte ich schon etwas auf's Musikalische ansprechen.

Ich kann ja mal beim Lied reinhören - vielleicht ist ja rein zufällig trotzdem dieser Ausspruch dabei.

Ja, der Mozart ist auch hörenswert, da stimme ich dir zu!

Es grüßt Anton.
AcomA (31.03.2006, 16:28):
hallo,

das thema aus dem forellen-variationssatz ist ein schlager im OP !

meine favorisierte einspielung ist die sviatoslav richters mit mitgliedern des borodin-quartetts und hörtnagel. durch diese aufnahme bin ich schon als schüler geprägt worden. beeindruckend die leitende funktion des pianisten und die virtuosität der streicher. alternativ: rudolf serkin und freunde.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8348845.jpg http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9753114.jpg

aber bei diesem werk behaupte ich, dass es nur gute interpretationen gibt, eine absolut 'positive' komposition. :leb

gruß, siamak :engel
Cosima (31.03.2006, 16:32):
Hallo,

ich habe gerade eine vergleichende Rezension von 18 Forellen-Aufnahmen gefunden:

"http://www.rondomagazin.de/klassik/cdgalerie/schubert.htm"

Danach wäre die Einspielung mit dem Trio Fontenay wohl noch interessant. Allerdings bin ich nun auch wieder keine so große Fischesserin, als dass ich hier unbedingt weitere Aufnahmen bräuchte. (Der Richter muss aber zur Komplettierung noch irgendwann her.)

Gruß, Cosima :wink
Ganong (07.04.2006, 16:06):
Lieber zelenka ,
die ist die die im besten Sinne kammermusikalischste Aufnahme , die ich kenne ( * ) . Si eist der andere interpretatorische Pol zu der Richter-Aufnahmne , mit ihrem hochvirtuosen Pianisten .
Einen Mittelweg beschreiten Gilels und das Amadeus Quartett aus meiner Hörweise .
U nd M. Horszowsky ???
Grüsse , Frank
Zelenka (07.04.2006, 16:28):
Lieber Frank:

Horszowski mit den Budapestern auf Sony Essential Classics? Vielleicht der Best Buy (Preis/Leistung), Horszowskis Spiel ist leicht, drängt sich nicht in den Vordergrund, und seine Streicherkollegen spielen sehr warm. Ich habe die Aufnahme einmal besessen, sie aber wegegeben, weil ich bei aller Liebe zu diesem Quintett keine Forellenzucht beginnen wollte. Curzon hat mir besser gefallen. Ich müßte wohl Horszowski einmal wiederhören.

Gruß,

Zelenka
ab (24.05.2006, 10:40):
Ich wünschte, es gäbe eine Aufnahme des Trio di Trieste!!:I :I

Überraschenderweise hat mir stets sehr gut gefallen:
Peter Rösel, Gewandhausquartett Leipzig; Eterna 3 29 094

Wenn mir nach Alten Instrumenten zumute ist, greife ich stets zu:
L'Archibudelli, Jos van Immerseel (Sony) (deren Schubert-Trios mir noch besser gefallen als das Quintett)

Kennt jemand folgende beiden Aufnahmen?
Artur Schnabel/Pro Arte Streichquartett (1935); Andante 1010

Maria Yudina/Beethoven SQ (1960?); SMC CD 0015 (Sound Archives of the Moscow State Conservatory)
Anton (31.03.2006, 11:39):
Hallo,

sicherlich eines der bekanntesten Kammermusikwerke ist Schuberts Klavierquintett in A D667 - Forellenquintett.
Ein Quintett mit einer doch eher ungewöhnlichen Besetzung, wurde ein Klavier doch zumeist von der normalen Streichquartettbesetzung begleitet - hier verwendete Schubert neben einer Violine, Viola und einem Cello noch einen Kontrabaß.
Dies geschah auf Wunsch des Auftraggebers Sylvester Paumgartner - ein Steyrer Musikenthusiast - im Jahre 1819.

Er schrieb es auf besonderes Ersuchen meines Freundes Sylvester Paumgartner, der über das köstliche Liedchen ganz entzückt war. Das Quintor hatte nach seinem Wunsch die Gliederung und Instrumentierung des damals noch neuen Hummelschen Quintetts zu erhalten. (Albert Stadler)


So ziemlich jeder wird dieses Quintett - ich denke, dass es auch zumeist Gefallen findet - kennen. Besonders natürlich der 4.Satz, das Andantino - die Variation des Kunstliedes 'Die Forelle'.
Kammermusik sicherlich auch für die Muffel in diesem Genre!


Kommen wir zu den Aufnahmen:

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9008573.jpg

Eine hervorragende Aufnahme liefert das Beaux Arts Trio (mit Verstärkung) ab - M.Pressler, I.Cohen, B.Greenhouse, S.Rodes, G.Hörtnagel.

Ebenflass hervorragend ist diese Einspielung:

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/7515255.jpg

A.Brendel, T.Zehetmair, T.Zimmermann, R.Duven und P.Riegelbauer.


Welche Aufnahmen könnt ihr empfehlen und wie steht ihr zu dem Werk?

Es grüßt Anton.
Cosima (31.03.2006, 14:48):
Hallo Anton,

ich habe nur diese Aufnahme mit Gilels und dem Amadeus-Quartett. Die gefällt mir aber sehr gut.

http://www.wom.de/image/cover/front/0/7948356.jpg

Schöne Idee, dieser Thread – es wird mal wieder Zeit, der Forelle zu lauschen… :)

Fischigen Gruß, Cosima
Zelenka (31.03.2006, 15:24):
Ich kann die folgende Aufnahme auch noch empfehlen:

http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000042E2.03.LZZZZZZZ.jpg

Die Forelle kommt insgesamt etwas leichfüßiger, pardon!, quirliger daher als bei Gilels/Amadeus. Und der Dvorák ist auch nicht zu verachten.

Gruß,

Zelenka
Carola (31.03.2006, 15:36):
Hallo Anton,

was für eine schöne Idee, einen Thread über das "Forellenquintett" zu eröffnen - eines meiner liebsten Kammermusikwerke. So beschwingt und heiter hört man Schubert ja nun wirklich nicht alle Tage.

Dass der 4. Satz auf einem Lied Schuberts "Die Forelle" beruht, wußte ich nicht bzw. habe es wohl immer überlesesen bisher. Ich nehme an, "Was springt denn da im Bächlein" ist eine Zeile aus diesem Lied?

Was die Aufnahmen angeht, so besitze ich ebenfalls die von Dir bereits erwähnte mit Brendel/Zehetmaier/Zimmermannn und Riegelbauer - die übrigens (bis auf den Bassisten natürlich) auch das ebenfalls auf der CD enthaltene Mozart Klavierquartett KV 478 mit hörbare Freude und Beschwingtheit spielen.

Mit Gruß von Carola :)
Anton (31.03.2006, 15:41):
Hallo Carola,

ähm, nein. Ich habe zwar auch die Forelle (D550), aber so weit ich weiß kommt das da nicht drin vor - auf alle Fälle kam mir dieser Titel in den Sinn: denn im Bach ist die Forelle und mit springen wollte ich schon etwas auf's Musikalische ansprechen.

Ich kann ja mal beim Lied reinhören - vielleicht ist ja rein zufällig trotzdem dieser Ausspruch dabei.

Ja, der Mozart ist auch hörenswert, da stimme ich dir zu!

Es grüßt Anton.
AcomA (31.03.2006, 16:28):
hallo,

das thema aus dem forellen-variationssatz ist ein schlager im OP !

meine favorisierte einspielung ist die sviatoslav richters mit mitgliedern des borodin-quartetts und hörtnagel. durch diese aufnahme bin ich schon als schüler geprägt worden. beeindruckend die leitende funktion des pianisten und die virtuosität der streicher. alternativ: rudolf serkin und freunde.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8348845.jpg http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9753114.jpg

aber bei diesem werk behaupte ich, dass es nur gute interpretationen gibt, eine absolut 'positive' komposition. :leb

gruß, siamak :engel
Cosima (31.03.2006, 16:32):
Hallo,

ich habe gerade eine vergleichende Rezension von 18 Forellen-Aufnahmen gefunden:

"http://www.rondomagazin.de/klassik/cdgalerie/schubert.htm"

Danach wäre die Einspielung mit dem Trio Fontenay wohl noch interessant. Allerdings bin ich nun auch wieder keine so große Fischesserin, als dass ich hier unbedingt weitere Aufnahmen bräuchte. (Der Richter muss aber zur Komplettierung noch irgendwann her.)

Gruß, Cosima :wink
Ganong (07.04.2006, 16:06):
Lieber zelenka ,
die ist die die im besten Sinne kammermusikalischste Aufnahme , die ich kenne ( * ) . Si eist der andere interpretatorische Pol zu der Richter-Aufnahmne , mit ihrem hochvirtuosen Pianisten .
Einen Mittelweg beschreiten Gilels und das Amadeus Quartett aus meiner Hörweise .
U nd M. Horszowsky ???
Grüsse , Frank
Zelenka (07.04.2006, 16:28):
Lieber Frank:

Horszowski mit den Budapestern auf Sony Essential Classics? Vielleicht der Best Buy (Preis/Leistung), Horszowskis Spiel ist leicht, drängt sich nicht in den Vordergrund, und seine Streicherkollegen spielen sehr warm. Ich habe die Aufnahme einmal besessen, sie aber wegegeben, weil ich bei aller Liebe zu diesem Quintett keine Forellenzucht beginnen wollte. Curzon hat mir besser gefallen. Ich müßte wohl Horszowski einmal wiederhören.

Gruß,

Zelenka
Rachmaninov (17.04.2006, 14:30):
Hallo Kammermusikfreunde,

habe mir angeregt durch diesen Thread und die derzeitigen Schnäppchenpreise bei den Originals diese Aufnahme des Werk gekauft:



Beim ersten Hören war ich durchweg positiv überrascht von der Aufnahme.

Ein ganz tolles Werk und wie so oft bin ich doch recht angetan von einer Schubert Komposition.
ab (24.05.2006, 10:40):
Ich wünschte, es gäbe eine Aufnahme des Trio di Trieste!!:I :I

Überraschenderweise hat mir stets sehr gut gefallen:
Peter Rösel, Gewandhausquartett Leipzig; Eterna 3 29 094

Wenn mir nach Alten Instrumenten zumute ist, greife ich stets zu:
L'Archibudelli, Jos van Immerseel (Sony) (deren Schubert-Trios mir noch besser gefallen als das Quintett)

Kennt jemand folgende beiden Aufnahmen?
Artur Schnabel/Pro Arte Streichquartett (1935); Andante 1010

Maria Yudina/Beethoven SQ (1960?); SMC CD 0015 (Sound Archives of the Moscow State Conservatory)
Sfantu (17.08.2025, 21:08):
Dieses Klavierquintett ist eines jener Werke, die man einfach mögen muß. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, daß Schubert während der Entstehung eine vergleichsweise sorgenfreie Zeit durchleben durfte. Alles fließt so selbstverständlich rund und sonnenbeschienen, das Hören bereitet immer wieder eine wohlige Freude. Ohne, daß die Musik trivial oder substanzarm wirkte.

Als mir dieser Tage folgende Platte in die Hände fiel, mußte sie einfach mit. Wegen des Cover-Artwork.




Jan Panenka, Klavier
František Pošta, Kontrabaß
Mitglieder des Smetanovo Kvarteto:
Jiří Novák, Violine
Milan Škampa, Bratsche
Antonin Kohout, Violoncello

(LP, stereo, Crossroads (Lizenz Supraphon), 1966. AD: 1960)

Allegro vivace 9'47
Andante 6'57
Scherzo. Presto 4'44
Tema con variazioni. Andantino 7'56
Allegro giusto 7'20

Der Brocki war recht gnädig und schmeichelnd ausgeleuchtet, was die Begutachtung des Vinyls verkaufsfördernd beeinflußte. Daheim dachte ich dann: o Schreck - die sieht dann ja doch ziemlich mitgenommen aus! Sei's drum. Ab in die Schallplatten-Waschmaschine und mit Naßabspieler auf den Teller.
Überraschend passabel bis gut fällt nun der Höreindruck aus.
Natürliches Stereo. Der Primarius fällt zum Teil durch ein leicht angerauhtes, schräpiges Timbre auf.
Von einer gesunden Portion Gemütlichkeit ist diese Darbietung durchdrungen. Natürliche Tempi, kleine Rubati an den passenden Stellen. Die wenigen Passagen, welche dramatischen Zugriff vertragen, wirken eine Nuance zu harmlos, so etwa die Moll-Variation im 4. Satz.
Ein kleines Schmankerl, auf das ich ungern verzichte, ist (wenn auch nicht so notiert), wenn der Baß im Scherzo die Stellen, an denen er solo und im forte seine Tonrepetitionen in vier Vierteln im Tempo ganz leicht ausbremst (zum ersten Mal in Takt 81/82. Ein winziger rhetorischer Kniff, den ich wirkungsvoll finde. Hier wird das gemacht. Dezent bei gleichzeitig energischem "Schrumm, schrumm, schrumm, schrumm!" Übrigens: kann man die Stelle eigentlich ausschließlich im Abstrich spielen? Oder ist es dafür zu schnell und der Bogen muß zwangsläufig hin und her streichen?

Jetzt habe ich Lust bekommen, die anderen Fischlein in meiner Sammlung wiederzuhören.