Was tun mit einer großen Klassiksammlung (CD)?

Supermario1972 (03.09.2025, 15:32):
Hallo zusammen,

mein Vater ist ein großer Liebhaber klassischer Musik gewesen und hat über die Jahre eine große CD-Sammlung angehäuft. Mittlerweile ist er verstorben. Ich würde diese Sammlung gerne an den Mann/die Frau bringen, bin mir aber bewusst, dass ich die CDs nicht einzeln irgendwo verkaufen möchte, sondern möglichst nur als ganze Sammlung. Die Rede ist hier von überschlägig mehreren tausend CDs, auch diverse Sammelboxen und einige Bücher zum Thema klassische Musik. Mein Vater hat eine Excel-Liste geführt, deren letzter Stand aber meines Wissens 2022 war. Danach hat er diese aufgrund fortschreitender gesundheitlicher Probleme wohl nicht mehr weitergeführt, aber immer noch hin und wieder CDs bestellt oder sich zum Geburtstag oder Weihnachten schenken lassen.

Gibt es hier Ansprechpartner für solche Sammlungen bzw. kennt jemand Ansprechpartner, an die man sich wenden kann? Die Sammlung befindet sich in München.

Für den einen oder anderen Tipp wäre ich sehr dankbar.
Philidor (03.09.2025, 19:28):
Lieber Supermario,

was hält Dich ab, bei einer Suchmaschine Deiner Wahl "CD Sammlung verkaufen" einzugeben und bei den Ergebnissen zu schauen, was Deinen Wünschen am ehesten entspricht?

Von "Wir kommen zu Ihnen nach Hause" bis "Barcode eintippen" ist alles dabei ...

Gruß
Philidor
Supermario1972 (04.09.2025, 16:12):
Lieber Philidor,

danke für den Hinweis. Google habe ich natürlich bereits bedient.
Meine Hoffnung war, dass es hier vielleicht jemanden gibt, der schon in einer vergleichbaren Situation war und einen güldenen Tipp hat. Wie gesagt, es geht nicht um ein paar CDs, sondern um eine große Sammlung - und eben ausschließlich um Klassik (was viele der von Google ausgespuckten Häuser schon mal ausschließt). Ich möchte aber auch nicht von Medimops und Co dann pauschale 25 Cent für eine 30-Euro-CD haben. Gibt es vielleicht Gutachter, die den Wert einer solchen Sammlung schätzen können, direkt jemanden an der Hand haben, der so etwas evtl. im Ganzen abnimmt? Gibt es vielleicht hier entsprechende Liebhaber? Macht es Sinn, sich an Fachzeitschriften wie Fono Forum zu wenden oder an Klassik-Versandhäuser? Haben die vielleicht jemanden an der Hand, der sich für solche Sammlungen interessieren könnte? Kauft sowas überhaupt jemand in der Größenordnung? Auf solche Erfahrungen, Tipps und Anregungen hatte ich gehofft, aber Google ist natürlich auch ein Anfang. ;-)

Gruß
Mario
Joe Dvorak (04.09.2025, 16:51):
Schau mal -> hier im Parallel-Thread. Ich weiß nicht mehr genau, was ich bekommen habe, aber es war weit mehr als erhofft - im Schnitt an die 2 Euro pro CD, wenn ich mich richtig erinnere, jedenfalls mehr Euros als CDs. Da war allerdings auch viel Nicht-Klassik dabei und einige Raritäten.
Markus S (04.09.2025, 17:03):
Im Privatbereich wird es kaum jemand geben, der eine große CD-Sammlung mit Klassischer Musik komplett kaufen wird. Dagegen kann durchaus Interesse an einzelnen CDs bestehen, die eine Rarität darstellen, bzw. kaum noch erhältlich sind.
Philidor (04.09.2025, 17:29):
pauschale 25 Cent für eine 30-Euro-CD haben.
CDs kosten keine 30 Euro.

Ein erster Anhaltspunkt könnte ein, bei amazon auf die Gebrauchtpreise zu schauen.

Das macht freilich Arbeit.

Die 25 Cent pro CD sind halt für die, die sich keine Arbeit machen wollen.

Ich glaube, das ist die Entscheidung: Den einfachen Weg gehen und keine Arbeit haben - oder sich pro CD schlau machen, welche einen höheren Preis erzielen kann und nur den Rest dann pauschal verkaufen.

Beispielrechnung.

6.000 CDs, weil einige in Boxen daherkommen, sind es vielleicht 5.000 Suchvorgänge.
In EXCEL eintragen, Preis recherchieren, dahinterschreiben - vielleicht 2 MInuten pro Vorgang.
Sind 10.000 Minuten = 166 Stunden, sind bei 4 Stunden am Tag mehr als 41 Tage.

Erlös für 1.000 "Perlen" vielleicht € 5,- im Schnitt, die anderen 5.000 CD gehen dann für 25 Cent über den Ladentisch.

Gesamterlös: 1.000 x € 5,- + 5.000 x € 0,25 = € 5.000,- + € 1.250,- = € 6.250,-

Alternativ 6.000 CDs x € 0,25/CD = € 1.500,-

Also ein Mehrverdienst von € 4.750,- für 166 Stunden Aufwand. Ohne Aufwand für den Verkauf ... war ja nur Recherche.

Rechne Deinen Stundenlohn aus.
Tvi9 (09.09.2025, 00:51):
Lieber Supermario,

ich gehöre zu Deiner raren Zielgruppe von Leuten, die bereit wären für besonders interessante CDs in großer Stückzahl mehr als 0,25€/CD zu zahlen.

CDs sind heutzutage in der Nische der Klassikliebhaber noch eine weitere, immer schrumpfende Nische, weil mittlerweile die Streaming-Dienste einen sehr großen Vielfalt auch für uns Klassik-Fans anbieten, nicht selten sogar auch in der HiRes-Auflösung, die die Qualität bzw. die Bitrate einer CD um ein Vielfaches übersteigt. Die neue Generation der Klassik-Fans (die es hoffentlich noch gibt) kann man also kaum von einer CD-Sammlung überzeugen. Persönlich habe ich Interesse sowohl am Streaming als auch an CDs, das liegt teils an der Gerätelandschaft meiner Musikanlage. Im Großen und Ganzen kann man sagen: Ein Überangebot trifft auf eine verschwindende Nachfrage. Die besten Erfolgschancen für den Verkauf bieten jedoch genaue solche Sammlungen, die Du wahrscheinlich auch hast, nämlich sehr gepflegte Sammlungen in großer Stückzahl mit nicht wenigen besonders hochwertigen oder seltenen Aufnahmen.

Es kann sein, dass Du Deine Sammlung so loswerden kannst, wie Philidor dass gerade beschrieben hat, sprich Du verkaufst einige CDs zu einem etwas höheren Preis und den Rest für 0,25€/CD, wobei es vermutlich länger dauern wird, wenn Du bei 5 Euro pro CD einsteigst und nach geeigneten Käufern suchst. Denn ich glaube, dass die meisten Klassik-Liebhaber und Albensammler schon ziemlich volle Regale haben, und nur noch sehr wenige CDs für einen solchen Preis zulegen wollen. Immerhin kann ich auch Erfahrung sagen, dass es ziemlich viel Arbeit ist, eine größere Sammlung auf den eigenen Musikserver zu rippen und ordentlich zu katalogisieren, dass tut man sich mit der Zeit immer mehr nur mit den wirklich interessanten CDs an.

Vor einigen Monaten habe ich so einen größeren Kauf getätigt, und es ging dabei ebenfalls um den Nachlass eines Klassikliebhabers. Die Preisvorstellung des Verkäufers hat dazu geführt, dass ich von den gefühlt 1.500 CDs am Ende auf Basis von Fotos der CD-Rücken gut 200 CDs herausgesucht habe. Der Verkäufer wäre über 2 Stunden Autofahrt entfernt gewesen, weshalb er die CDs mit Hermes-Paket versandt hat. Wenn die CDs ordentlich und mit Styropor-"Stoßdämpfern" verpackt werden, klappt das ganz gut mit dem Versand.

Ich kann Dich hier nicht kontaktieren, aber wenn Du etwas auf Kleinanzeigen schaltest, komme ich gern auf Dich zu.

Liebe Grüße,
Tvi