Da ich im Bereich Klassik ja noch nicht so firm bin eine Frage:
Ich besitze drei Peer Gynt-Aufnahmen: Karajan (Suiten), eine des gesamten Bühnenstückes vom WDR - der Dirigent ist mir leider entfallen und eine von Neeme Järvi, leider alles in norwegisch.
Bis jetzt gefällt mir die Karajan am besten, obwohl sie nur 8 Stücke beinhaltet. Die Aufnahme vom WDR finde vom Klang her nicht so dolle, aber das ganze Stück ist schon sehr interessant.
Kennt ihr noch empfehlenswerte Aufnahmen? Vielleicht des ganzen Stückes mit Sprechteilen?
Wo liegt eigentlich der Unterschied von den Suiten zu dem ganzen Stück? Oder eher: Was hat es damit auf sich?
Besten dank schon mal...
Lapje
Armin70 (07.12.2009, 22:43): Hallo,
Edvard Grieg schrieb die Bühnenmusik zu Hendrik Ibsens Drama, dass nach der Vorlage norwegischer Märchen von Peter Christian Asbjornsen enstand und mit Griegs Musik 1876 uraufgeführt wurde. In den Jahren 1888 und 1891 stellte Grieg einige Stücke aus der Bühnenmusik zu den 2 bekannten Suiten zusammen.
Der Unterschied zwischen dem Gesamtwerk und den Suiten besteht darin, dass bei den Suiten die rein gesprochenen Stellen, also Monologe und Dialoge, weg gelassen werden. Des weiteren sind die im Gesamtwerk vokalen Stücke, z. B. Solveigs Lied, in den Suiten rein instrumental gehalten. Das Gesamtwerk stellt also eine enge Verknüpfung zwischen Drama, d. h. gesprochenen Text und der Musik dar.
Diese Bühnen- bzw. Schauspielmusiken waren im 19. Jahrhundert bis Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem in Skandinavien sehr beliebt. Jean Sibelius hat sehr viele Schauspielmusiken komponiert: Pelleas und Melisande, Belsazahr, Schwanenweiss, Kuolema - Der Tod und Jedermann und noch viele weitere. Auch Sibelius hatte aus diesen Schauspielmusiken Suiten zusammengestellt, die oft verbreiteter sind als die kompletten Werke.
Eine interessante Gesamtaufnahme in deutscher Sprache von Griegs "Peer Gynt" ist diese:
Dort wird zwar die norwegische Originalsprache verwendet, d. h. in den gesprochenen und in den gesungenen Partien. Ich finde aber, dass die norwegische Sprache besser zur Musik Griegs passt.
Um einen besseren Zugang zu dem Werk überhaupt zu bekommen, ist die erst genannte Aufnahme vielleicht besser geeignet.
Viele Grüße Armin
Heike (07.12.2009, 22:46): Hallo, ich finde es gut, dass du dich mit einem Werk so eingehend beschäftigst, das ist sicher ein guter Einstieg, um die Musik besser kennenzulernen!
Wo liegt eigentlich der Unterschied von den Suiten zu dem ganzen Stück? Oder eher: Was hat es damit auf sich? lies mal zum ganzen Hintergrund den Artikel hier: Peer Gynt: Grieg und Ibsen
Aufnahmen kann ich dir leider nicht empfehlen, da ich kein Grieg -Fan bin. Aber wenn du das Stück live hören kannst, dann greif zu! Schau mal in die Programme der Konzerthäuser, ob es irgendwo in deiner Nähe aufgeführt wird. Ich finde, dass noch so gute Aufnahmen das Erlebnis im Konzertsaal nicht aufwiegen können. Heike
Jürgen (08.12.2009, 11:01): Aus Lp-Zeiten kenne ich noch Die analoge Aufnahme Karajans der Suiten: http://ecx.images-amazon.com/images/I/6199T28K8KL._SL160_AA115_.gif
Meine erste CD der Suiten war auch von Karajan, die aber nicht besser war als die erste: http://ecx.images-amazon.com/images/I/415XQNB6PFL._SL160_AA115_.jpg
Per Zufall erwarb ich in einem 2nd Hand Laden die Bühnenmusik mit Marriner und Lucia Popp, die lange Jahre meine Lieblingsaufnahme blieb (gesungen in deutsch): http://ecx.images-amazon.com/images/I/41E66ME029L._SL500_AA240_.jpg
Vor ein paar Jahren erwarb ich die Bühnenmusik auf norwegisch mit Salonen und Barbara Hendricks 1989: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41S71BTTZ9L._SL500_AA240_.jpg Diese Aufnahme gefällt mir in einigen Stücken besser, weil schlanker interpretiert, so dass manche folkloristische Elemente besser zur Geltung kommen.
Aber unzufrieden bin ich mit keiner dieser Aufnahmen. Die beiden Bühnenmusiken geben allerdings nur Ausschnitte wider.
Grüße Jürgen
Amadé (08.12.2009, 15:47): Es gibt da sicher etliche Aufnahmen, die gefallen.
Sehr gelungen finde ich:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/61CCY8HT2JL._SL500_AA240_.jpg mit Sir Thomas Beecham sowie http://ecx.images-amazon.com/images/I/61CCY8HT2JL._SL500_AA240_.jpg mit Herbert Blomstedt und der Staatskapelle Dresden
auch eine neuere mit Blomstedt und dem San Francisco SO: