Welche Dirigenten stehen bei Euch hoch im Kurs!

karajan (26.04.2007, 11:32):
Hallo an alle hier im Klassik-Forum !

Recht interessante Frage welche Dirigenten bevorzug ihr denn. Egal ob auf Tonträger oder Konzert. Die ersten 10 wären sehr interessant!
Macht Euch mal Gedanken und antwortet.
Bei mir in Reihenfolge

Herbert von Karajan
Rafael Kubelik
Leonard Bernstein
Carlos Kleiber
Seiji Ozawa
Karl Böhm
Sir Georg Solti
Trevor Pinnock
Karl Richter
Antal Dorati
Jürgen (26.04.2007, 12:42):
Also, bei mir sieht es so aus:


Solti
Bernstein
Böhm
Gardiner (insb. bei Bach)
Karajan
Kubelik
Abbado
Knappertsbusch
Pinnock
Sinopoli
uhlmann (26.04.2007, 13:24):
ich mag eigentlich bei keinem dirigenten alles, jeder hat halt so seine stärken und schwächen. ganz allgemein wäre meine reihung an den vorderen plätzen:

1. jochum
2. furtwängler
3. böhm

und dann gibt es ganz viele, wo mir viel gefällt:

- abbado
- bernstein
- boulez
- chailly (z.b. mahler!)
- christie
- davis
- harnoncourt
- kegel
- kondraschin
- norrington
- solti
- tintner (bruckner!!!)
- walter

die liste ließe sich endlos fortführen...
Amadé (26.04.2007, 20:45):
Hallo Karajan,

ob mir ein Dirigent, Solist, Sänger... gefällt oder nicht, kann ich eigentlich nur im speziellen Fall entscheiden. Aber ich gebe zu, dass der eine Dirigent mir mehr zusagt als ein anderer. Langjährige Hörerfahrungen prägen den Musikfreund und führen zu einer Platzierung. Ohne eine ordinale Zuordnung nenne ich:

Furtwängler, Walter, Schuricht, Szell, Fricsay,Klemperer, Monteux, Blomstedt, Reiner, E.Kleiber, Horenstein

Gruß Amadé
Jeremias (26.04.2007, 23:43):
Ich schließe mich Amadé an! Z.B. liebe ich jochum's Bruckner, aber seine 4. ist grauenhaft, viel zu schnell! Dann liebe ich Carlos Kleiber, aber seine Traviata ist ebenfalls nicht mein ding, zu blass.... dann hatte ich ein tolles Live-erlebnis mit Sir Neville Marriner, aber irgendwie sprechen mich seine CDs kaum an... es kommt also echt darauf an!
daniel5993 (27.04.2007, 14:10):
Hallo! :hello

Meine TOP-Ten!
Plätze 1-10



1. Karl Böhm
2. Leonard Bernstein
3. Herbert von Karajan

4. Ferenc Fricsay
5. Wilhelm Furtwängler
6. Carlo Maria Giullini
7. Claudio Abbado
8. Antal Dorati
9. Bruno Walter
10.Vittorio Negri

Eigentlich kann ich sagen, dass ich alles von Karl Böhm liebe! Von Beethoven über Mozart (bis auf die Frühen Symphonien), bis zu Brahms und Bruckner bildet er fast immer die erste Wahl! Und erst sein Wagner!

Fast ebenso ist es mit Karajan und Bernstein!
Bernsteins Mahler, Sein Mendelssohn, ebenso Beethoven sind bei mir ebenso hoch geschätzt.

Karajans Bruckner ist erste Sahne, zudem sein Sibilus und Tschaikowski u.a, auf diese Aufnahmen unter seiner Leitung möchte ich nur ungern verzichten!

Von den älteren Dirigenten schätze ich am meisten Wilhelm Furtwängler!

Auf der Liste, der von mir am wenigsten geschätzten Dirigenten würde unter anderem Toscanini und Konwitschniy stehen.


Gruß :rofl
daniel
Ganong (27.04.2007, 17:36):
Diese "Rankings" machen doch nur einen Sinn , wen man zu jedem der Lieblingsdiregenten mindestens etwas schreibt und eine Referzaufnahme , subjektiv , benennt !

Wie die trotzdem scheitern kann , beweist das vorleetzte Heft von BBC Music Magazine , in dem die angeblich 20 besten Sopranistinmnen aller Zeiten durech Befragen bei Kennern / kennerinnen "ermittelt" worden sind .

Grüsse ,

Frank
Rachmaninov (27.04.2007, 18:42):
B. Haitink wurde hie rnoch gar nicht genannt.

Seine Aufnahme der Schostakowitsch Sinfonien wäre meine Wahl sollte man mich zwingen nur ein Set der Gesamtaufnahme der Sinfonien zu besitzen.

B. Haitink stellt sich niemals über das Werk und dient der Musik und stellt sich nicht dar.

Bin sehr gespannt auf die Aufnahme der Brucknersinfonien mit ihm.
karajan (27.04.2007, 22:13):
Original von daniel5993
Hallo! :hello

Meine TOP-Ten!
Plätze 1-10



1. Karl Böhm
2. Leonard Bernstein
3. Herbert von Karajan


daniel

Hallo Daniel
Deine Dirigentenwahl finde ich absolut Top. Ich glaube unserer Musikgeschmack ist ähnlich außer bei Opern. Du magst halt den Karl ich halt den Herbert.
Ich besitze auch die Mozartsymphonien vom Karl. Warum nicht die frühen Mozartsymphonien mit Böhm. Schade das ich meine 300 LP nicht mehr habe. Du hättest sie alle bekommen.
LG Andreas
satie (28.04.2007, 08:41):
Mich erstaunt, dass Arturo Toscanini hier im Forum so selten genannt wird, gilt er doch eigentlich immer noch als "Caruso der Dirigenten". Habe kürzlich die Aufnahme von Tschaikowskys berühmten b-moll-Schinken mit Horowitz und Toscanini (Aufnahme von 1941) wieder einmal gehört und muss einfach sagen, dass gewisse Passagen selten so leicht und tänzerisch klingen wie bei Toscanini (etwa das Seitenthema im letzten Satz). Auch wenn er sicherlich halt ein eigenwilliger Maestro war, so hat er doch geniale Momente gehabt, die zum Glück auch auf Aufnahmen erhalten sind. Für mich ein großer Dirigent nach wie vor.

S A T I E
Jeremias (28.04.2007, 11:52):
Ich glaube, das liegt einfach daran, dass die meisten Aufnahmen doch eher nur eine mittelmässige Qualität haben. Und wenn ich was in Ruhe hören will, dann greife ich doch eher zu neueren Aufnahmen....

Was haltet Ihr eigentlich von Myung-Whun Chung?
Wotan (28.04.2007, 18:25):
Hallo,

hier meine Favoriten:

1) Carlos Kleiber (mit nahezu allen seinen Aufnahmen)
2) Valery Gergiev (mit seinem russischen Repertoire)
3) Kirill Kondrashin (mein Lieblingssostakovich)

ohne Platzierungen:

- Christian Thielemann
- Arturo Toscannini
- Sergiu Celibidache (Bruckner!)
- Leonard Bernstein
- Claudio Abbado
- Charles Munch (Berlioz)
daniel5993 (29.04.2007, 12:40):
Hallo Karajan :hello!

Bevor ich die Frühen Symphonien unter Böhm gekauft hatte, habe ich eine Version davon gehabt, die so "Hammer.Schnell gespielt wurde, dass ich mich beim Kauf der frühen Böhm Symphonien in eine andere Zeit versetzt sah.Übrigens von einem Namenlosen Dirigenten! Das gilt in ersten Linie für die 19,23, 25,29 Symphonie unter Böhm, der diese Symphonien deutlich langsamer gespielt hat! Da kann ich mich nurnoch schwer umgewöhnen! Die großen Symphonien unter Karl Böhm so ab der 29, sind in Meinen Augen nicht mehr zu Toppen! Lange habe ich nach dem für mich perfekten Mozart gesucht und unter Böhm ist er mir genau sooo nahe gekommen! Das Beispiel 39 Symphonie, KV 543 möchte ich nennen. Die Interpretation Böhms aus der GA aus den Sechzigern ist an Größe nicht mehr zu überbieten! Ich kann das was ich sagen will, eigentlich sonst gut in Worte fassen, aber wenn ich die 39 unter Böhm höre, ist es immer wieder das gleiche, dafür habe ich dann keine Worte mehr! Zu hoch :engel, zu Himmlisch :engel interpretiert! Einfach genial!
Genau dieses Gefühl habe ich bei den Größen Symphonien unter Karl Böhm!

Freut mich übrigens sehr, dass es noch andere gibt, bei denen genau diese Dirigenten hoch im Kurs stehen! Das sehe ich nicht oft!

Übrigens eine Oper unter Karajan ziehe ich sogar die von Böhm vor: Die Zauberflöte! von 1950! Schneller und Mitreißender

Gruß
Daniel :rofl
karajan (30.04.2007, 09:33):
Original von daniel5993


Freut mich übrigens sehr, dass es noch andere gibt, bei denen genau diese Dirigenten hoch im Kurs stehen! Das sehe ich nicht oft!

Übrigens eine Oper unter Karajan ziehe ich sogar die von Böhm vor: Die Zauberflöte! von 1950! Schneller und Mitreißender

Gruß
Daniel :rofl

Die Zauberflöte habe ich auch, die Oper höre ich öfters und bin auch immer wieder begeistert. Ja du hast recht war mal Mitglied in einem österreichischem Forum da wurde fast nur gegen Karajan gehetzt. Grauenhaft aber da bin ich nicht mehr Gott sei dank. Wo bekommst du denn immer noch LPs her?
Bis dann Andreas :leb
daniel5993 (30.04.2007, 12:37):
Hallo!

Zu 90% kaufe ich mir meine Schallplatten über Ebay, da sind jeden Tag um so 9000 Klassik LP's drin, auf welche man dann Zugriff hat! Da kann man sich dann aussuchen was man will, Beispiel ich will den Sommernachtstraum haben, krieg ich da gleich 20 - 30 Angebote, wo die LP's sogar noch in einem Neuwertigen Zustand sind und all zu teuer sind die dann auch nicht!

Ansonsten gehe ich manchmal auf Flohmärkten gucken und halte auch so in der Stadt Celle ausschau, weil manchmal bieten hier die Buchläden ein paar Gute LP's an!

Kurz gesagt, ohne ebay, könnte ich kaum mehr an Platten kommen!

Gruß
Daniel :beer
karajan (30.04.2007, 14:43):
Hallo Daniel!

Darf ich mal fragen mit welchem Plattenspieler spielst du die LPs ab und nass oder trocken. Ich habe früher mal nass abgespielt. Stehst du dem Tonträger CD ganz und gar negativ zu Seite oder hast du auch CDs. Schade ich hatte etwa 300 LPs meist Karajan-Böhm, Berntein, Kubelik hatte dann auf CD umgestellt und nach meiner Trennung nach 17 Jahren ale LPs vergessen und leider nicht mehr bekommen. Aber die CDs habe ich alle mitgenommen. So spielt machmal das Leben.

Bis dann
Liebe Grüße Andreas :hello
satie (30.04.2007, 15:38):
Nass oder trocken?
?(
Was ist denn das?
Bitte höflichst um Aufklärung...

Danke,
S A T I E
daniel5993 (30.04.2007, 17:26):
Hallo Karajan! :hello

Zur Zeit habe ich noch eine Kompaktanlage von UNIVERSUM, ca. 25 Jahre alt!
Hab mir aber seit Monaten eine Komplett neu Anlage zusammengekauft und Ende Mai habe ich dann alles: Dann ist mein Neuer Plattespieler ein Pro-Jekt 1.2, Vollverstärker Cambridge 340, Phonovorstufe Camebridge 640P, denon dl 103 Tonabnehmer und die Neue Generation von Canton-Boxen, GLE 407.
Hab insgesamt 6 Monate dafür sparen müssen und Ende Mai, ist alles da und dann kann es richtig losgehen!

Ich spiele die Platten nicht nass ab, hab welche gekauft, die nass abgespielt wurden und da ist der Klang ganz anders und es knistert bei diesen Platten ohne Ende!

Nein, der CD stehe ich nicht negativ zur Seite. Ich habe auch CD's, wie z.b die Zauberflöte unter Karajan, 1950, worüber wir schon gesprochen hatten. Hab so um die 30 CD's, welche ich aber nur zum Hören im Auto benutze, oder morgens im CD_player, bevor ich aufstehe, so für nebenbei!

Ich kann schwer erklären, warum ich die Musik auf LP höre, es ist rundum faszinierend! Die CD ist so rein, so ohne leben, so perfekt, irgendwie.
Die Platte lebt bei mir! Und es ist halt ein ganz anderes Gefühl, Klassik auf Platte zu hören! So Zeitnaher dran an Böhm, Karajan, Furtwängler, je älter, desto faszinierter bin ich und ich kann mich besser in die Musik und die Zeit hineinversetzten!

Hallo Satie :hello
Ich weiß selbst nicht genau, was unter nass abspielen verstanden wird, weiß nur, dass man das danach den Platten anhört, on sie nass oder trocken abgespielet wurden. Denke einfach, dass die Platten nass gemacht werden und dann abgespielt werden! Aber andere hier haben bestimmt mehr Ahnung.

Gruß
daniel :cool
satie (30.04.2007, 19:50):
Wirklich? Die kann man nass machen, die Platten? Da habe ich nun in meiner Kindhit und Jugend dauernd platten gehört und immer nur trocken! Jetzt bin ich richtig enttäuscht (zum ersten Mal im Leben) dass ich alle Platten weggegeben habe und so niemals die Gelegenheit haben werde, eine nasse Platte zu hören. Das ist jetzt wirklich nicht ironisch gemeint! Ich würde zu gerne wissen, wie sich das anhört.
Ich probiere es jetzt gleich mal mit einer CD...BLITZ...KOKEL....ZISCH

Ähm... hat vielleicht jemand einen günstigen CD-Player für mich? Meiner will nun nicht mehr. Das ist mir bei der Wassermusik von Händel nie passiert, auch nicht bei Jeux d'Eau...

Aber im Ernst: bitte mehr hierüber!

Herzliche Grüße,
der sich wie ein kleines Kind freuende

S A T I E
daniel5993 (30.04.2007, 20:16):
Hallo,

ich glaube andere, die genau wissen was nass abspielen bedeutet sollte hier mal für aufklärung sorgen!

Nur so nebenbei, Warum hat der großteil hier seine Platten weggegeben!

Bis zum nächsten Kommentar
daniel
Amadé (30.04.2007, 21:30):
Die Frage ist ganz einfach zu beantworten.
Normalerweise legte man eine LP auf den Plattenteller und dann ging 's los. Wenn man seine Platten pflegte, nicht mit Fingern die Rillen anfasste, sie vorsichtig hinterher wieder in die Hülle schob und nicht ungeschützt irgendwo liegenlies, Kratzer mit scharfen Gegenständen vermied, hatte man lange Jahre Freude daran. Voraussetzung war außerdem auch ein guter Plattenspieler mit einem hochwertigen Tonarm und Diamanten. Falls das nicht der Fall war, konnte die Plattenoberfläche verstauben, fettig werden, die Rillen waren dann verunreinigt,knackten und knisterten auch drop outs steltlen sich ein und schmältern den Hörgenuss enorm. Auch ein zu hohes Auflagegewicht des Tonarms oder ein defekter Diamant führte zu Beschädigungen in den Rillen. MIt der Ölkrise 1973 wurden die LPs auch leichter(=Senkung der Materialkosten),und knisterten immer mehr. Die schweizerische HiFi-Firma Lenco entwickelte damals eine Vorrichtung, in der in einem Plastikröhrchen eine Flüssigkeit, Lenco-clean genannt, durch eine kleine Bürste auf der LP eine etwa 1 cm breite Spur der Flüssigkeit aufbrachte, die die Verunreinigungen auflöste. Darin glitt der Diamant durch die Rillen, die Folge war, dass Knistern und Knacken erheblich nachließen bzw. ganz verschwanden. Das Röhrchen mit der Flüssigkeit bewegte sich mit dem Tonarm vom Rand bis in die Mitte der LP. Einen Pferdefuß will ich nicht verleugnen: einmal nass abgespielte Platten müssen immer wieder nass abgespielt werden, sonst knistern sie hinterher beim trockenfahren um so mehr. Bei beschädigten LPs hilft nass-abfahren nicht. Die Flüssigkeit war relativ teuer, ich habe sie mir in einer Apotheke immer wieder neu herstellen lassen. Viele nass-abgefahrene LPs der 60er und 70 Jahre klingen überaus plastisch. Ich habe die Etiketten der nass abgefahrenen LPs mit einem runden Klebepunkt versehen, dann weiß ich heute noch: nass oder trocken.

Gruß Amadé
karajan (02.05.2007, 20:59):
Original von Satie
Nass oder trocken?
?(
Was ist denn das?
Bitte höflichst um Aufklärung...

Danke,
S A T I E

Hallo Satie

Ja nass abspielen ist so eine Sache. Also der Nassabspieler sieht etwa aus wie ein Tonabnehmer. Die Füssigkeit besteht aus Alkohol und dest. Wasser. Früher habe ich mir die Mischung in der Apotheke mixen lassen. War billiger als von der Firma Lenco. Der Nassabspieler läuft parallel mit dem Tonabnehmer mit und benetzt die Rille die gerade abgespielt wird.Das Nassabspielgerät erzeugt eine geräusch- und verzerrungsfreie Tonwiedergabe. Es handelt sich hierbei um das klassische Nassreinigungsverfahren mit seiner Spezialflüssigkeit Superfluid. Es entfernt während des Abspielens Staub von der Plattenoberfläche sowie aus den Plattenrillen. Die elektrostatische Aufladung wird dadurch verringert. Das Superfluid verdunstet während des Abspielens rückstandsfrei und ist völlig unschädlich.
Vorteil der Staub in der Rille wird hochgespült und der Klang wird reiner. Nachteil einmal nass immer nass oder die Platte muß gewaschen werden. Früher gab es solche Waschmaschinen für Schallplatten. Ich fand die Technik damals gut bis sehr gut aber man konnte die Platte nicht gleich in die Hülle geben, sonst klebte es also auf der Hülle trocknen lassen. Mich hatten damals schon die Nebengeräusche bei der Platte gestört. Für mich ist die CD deshalb eine super Sache. Aber es gibt auch andere Meinungen darüber. Die bekannteste Firma war Lenco die stellten auch Tonabnehmer und Plattenspieler her.
So sieht das aus, ich hoffe dir helfen zu können.
LG Andreashttp://www.musictools.de/ebay/lenco.1.jpg
karajan (02.05.2007, 21:04):
Hallo
Mußte gerade Lachen als ich meinen Beitrag über Nassabspieler machte.
Auch du hat die Flüssigkeit in der Apotheke geholt. Ich auch musste echt Lachen habe deinen Artikel vorher nicht gelesen.

Gruß Andreas
nikolaus (04.05.2007, 21:20):
Für mich einer der grössten: Claudio Abbado!

Die Art und Weise, wie er nach schwerer Krankheit Musik interpretiert und zelebriert finde ich immer wieder sehr ergreifend!

Nikolaus.
karajan (04.05.2007, 21:30):
Original von nikolaus
Für mich einer der grössten: Claudio Abbado!

Die Art und Weise, wie er nach schwerer Krankheit Musik interpretiert und zelebriert finde ich immer wieder sehr ergreifend!

Nikolaus.

Hallo Nikolaus
Frage was hatte Claudio für eine Krankheit, habe echt keine Ahnung.
Dachte mir nur das er Krank war sah sehr schecht aus.
Gruß ab
Andreas
nikolaus (04.05.2007, 22:20):
Es wird wohl eine Krebserkrankung sein, genaues weiß ich nicht.

Nikolaus.
daniel5993 (04.05.2007, 23:34):
Hallo nikolaus,

Du hast geschrieben nach schwerer Krankheit, heißt das das der Krebs besiegt wurde und er sich beserer Gesundheit erfreut?
Übrigens in welchem Zeitraum war er Krank, weiß das jemand?
Zu Abbado möchte ich noch kurz sagen, dass mir 2 Sachen von Ihm sehr gefallen, welche ich besitze!

Das ist sein Mahler und das Requiem 626 von Mozart!

Gruß
daniel
cellodil (05.05.2007, 00:17):
Vielleicht habe ich die Namen jetzt überlesen, aber was ist mit Celibidache? mit Welser-Möst? mit MTT? mit John Eliot Gardiner? ...???
Und was hat Norrington hier zu suchen (ja, ich weiß, der hatte mal große Zeiten...)?

Grüße

Sabine
uhlmann (05.05.2007, 10:23):
Original von cellodil
Vielleicht habe ich die Namen jetzt überlesen, aber was ist mit Celibidache? mit Welser-Möst? mit MTT? mit John Eliot Gardiner? ...???
Und was hat Norrington hier zu suchen (ja, ich weiß, der hatte mal große Zeiten...)?


celibidache wurde genannt, gardiner wurde genannt. welser-möst nicht, auch tilson thomas nicht.

norrington habe ich genannt.
wie ich schon geschrieben habe, gibt es keinen dirigenten, von dem mir alles gefällt. norrington ist aber einer, von dem mir vieles gefällt, manches sogar ausgesprochen gut: z.b. don giovanni (!!!), zauberflöte, beethoven symphonien, mozart symphonien, schubert symphonien, wagner ouvertüren, auch seine bruckner 3 ist interessant. das ist doch schon eine ganze menge.
weniger gelungen finde ich seine fantastique, auch das deutsche requiem ist mir etwas zu akademisch. ich habe von norrington seine älteren aufnahmen mit den london classical players. die neueren sind mir noch zu teuer, obwohl ich auf seinen mahler recht gespannt bin.

@ sabine

magst du norrington nicht? wenn nicht, warum?
Telramund (05.05.2007, 13:15):
Original von nikolaus
Es wird wohl eine Krebserkrankung sein, genaues weiß ich nicht.

Nikolaus.

Abbado litt an Magenkrebs.

Gruß

Telramund
cellodil (05.05.2007, 18:45):
Original von uhlmann

@ sabine

magst du norrington nicht? wenn nicht, warum?

Lieber uhlmann,

ich besitze keine Aufnahme mit Norrington (und würde mir auch keine kaufen), habe ihn in den letzten Jahren aber recht oft live gehört (das klingt jetzt seltsam und wirft die Frage auf, warum ich trotzdem so häufig in seinen Konzerten war... das hat mit einer Verkettung außermusikalischer Umstände zu tun, aus eigenem Antrieb würde ich wohl nicht so häufig hingehen). Und - abgesehen von einem einzigen Mal mit einer Kammerorchesterbesetzung und einer sehr frühen Mozart-Sinfonie - hat er mich eigentlich nie wirklich überzeugt. Störend fand ich in den Konzerten vor allem die etwas undifferenzierte Dynamik und ein Mangel an Klarheit und Präzision (salopp gesagt: ein Geschmier - zumindest immer wieder). Und auch der sich bisweilen bahnbrechende emotionslose Intellektualismus ist nicht so wirklich my cup of tea.

Herzliche Grüße

Sabine
HenningKolf (09.09.2007, 23:12):
Da ich recht neu in diesem Forum bin, will ich - halt mit ein wenig Verspätung - auch meine Rangliste mitteilen.

So eine Aussage ist natürlich sehr subjektiv und naturgemäß auch davon beeinflusst, welche Komponisten man bevorzugt. Karl Böhm kommt in meiner Favoritenliste z.B. vermutlich nur deswegen nicht vor, weil ich Mozart nur gelegentlich und selten mit besonders gespannter Aufmerksamkeit höre.


1. Szell (alles was ich von ihm kenne, und dies ist nicht gerade wenig)

Klemperer (alles was ich von ihm kenne, dies ist aber weniger als von Szell)

Bernstein (das emotionale Gegenprogramm zu den eher zur kühlen Strenge neigenden vorgenannten Persönlichkeiten - Mahler, Sibelius klingen zwar nicht nur nach Mahler und Sibelius, sondern sehr nach Bernstein, aber auch sehr bewegend)


4. bis 10. in beliebiger Reihenfolge:

Karajan (Sibelius, Brahms, Mendelssohn)
Mrawinski (überragend Tschaikowski, leider nur in bescheidener
Aufnahmequalität)
Kondraschin (Schostakowitsch, leider auch nur klanglich gerade noch hinnehmbare Qualität)
Giulini(Brahms, Mahlers 9.)
Dorati(Brahms)
Walter(Beethoven, Brahms)
Swetlanow(Glasunow, Tschaikowski, Rachmaninoff)


Darüberhinaus sind für mich als Sibelius-Fan die Herren Segerstam und Vänskä,dessen neuere Beethoveninterpretationen ich auch schätze, von Bedeutung. Klaus Tennstedt, durch frühe Erkrankung an Größerem gehindert, hat einen sehr gelungenen Mahler und eine bemerkenswerte 8. von Bruckner eingespielt.
Ich stelle gerade fest, dass ich nicht eine einzige Einspielung von Jochum besitze... auch dies beweist die Subjektivität meiner Liste.

Henning
karajan (10.09.2007, 00:28):
Original von HenningKolf
Da ich recht neu in diesem Forum bin, will ich - halt mit ein wenig Verspätung - auch meine Rangliste mitteilen.

So eine Aussage ist natürlich sehr subjektiv und naturgemäß auch davon beeinflusst, welche Komponisten man bevorzugt. Karl Böhm kommt in meiner Favoritenliste z.B. vermutlich nur deswegen nicht vor, weil ich Mozart nur gelegentlich und selten mit besonders gespannter Aufmerksamkeit höre.


1. Szell (alles was ich von ihm kenne, und dies ist nicht gerade wenig

Henning

Hallo Henning

George Szell hat das Cleveland Orchestra zur Weltspitze gebracht. Trotzdem habe ich nur eine Aufnahme von dem großen Dirigenten. Das Doppelkonzert von Brahms. Herbert von Karajan der die meisten Konzerte mit den Berliner-Wiener-Philharmonia O. Wiener Symphonikermachte -hat kaum Orchester in Übersee dirigiert. Aber Szell und Karajan schätzten sich sehr also machte Karajan mal einige Gastdirigate mit dem Cleveland Orchestra. Es gab mal eine Zeit da hätte es fast geklappt und Karajan wäre nach Cleveland gegangen.
Ich glaube Szell war ein sehr genauer und strenger Orchesterleiter??

Gruß Andreas
Nordolf (10.09.2007, 01:10):
Hallo Andreas,

ich hätte Deinen Thread ja beinahe übersehen. Nebenbei: - Viel Spaß im Urlaub! :hello

Zu meinen bevorzugten Dirigenten:

Leonard Bernstein
Wilhelm Furtwängler

Für mich bleiben sie die Nummer Eins. Ich bin der Meinung, das erst die Interpretation Musik zu einer lebendigen Kunst werden lässt. Insofern bin ich daran interessiert, das ein Interpret eigen, individuell, persönlich an das Werk herangeht - der Interpret darf nicht zum bloßen Erfüllungsgehilfen des Komponisten werden! Er sollte die "Werk-Idee" respektieren (und nicht gegen den Strich bürsten), aber über den Vollzug, über ihre Klangwerdung entscheidet hauptsächlich er.
Furtwängler und Bernstein haben das - ohne Rücksicht auf Verluste - getan.

Evgeny Svetlanov

er vereinigt die besten Vorzüge russischer Musikkultur - er dirgiert gleichzeitig überbordend emotional und andererseits mit "russischer Unerbittlichkeit" und Strenge - und wo es sein muss, kann er auch kalt werden... Er liebt die volle Lautstärke der Instrumente. Seine Tempi passen fast immer. Den Orchestermusikern schärfte er ein, das sie spielen sollten, als ginge es um ihr Leben.

Otto Klemperer
Bernhard Haitink

Das ist die "Bauhaus"-Fraktion unter meinen Lieblingen.
Sie sind so streng konstruktivistisch, das ihr Stil gerade nicht mehr die bloße Struktur einer Komposition wiedergibt - es klingt bei Klemperer immer nach Klemperer. Haitink gelingt das in seinen besten Aufnahmen.
Klemperer bevorzugte zudem einen herrlich breiten gigantischen Klang - was ja auch zu seiner Körpergröße passt :)
Haitink hat mit dem Concertgebouw die absolute Referenz der Achten von Schostakowitsch aufgenommen.

Herbert von Karajan

Der "schmucke Gent" - auch er einer, der dem Werk seinen Stempel aufdrückte. Er schwelgte in den schönen, ausladenden Momenten eines Werkes. Die Übergänge lagen ihm besonders am Herzen - heute wirft man ihm genau deswegen "Beschönigung" vor. Er wollte aber nun mal keine schroff nebeneinander stehenden Übergänge - alles sollte ineinander fliessen. Nur so erschien ihm die Musik "organisch" und natürlich.

Georg Solti

Wer wie ich Wagner liebt, kommt an dem ungarischen Sire nicht vorbei. Dabei war er gar nicht so aristokratisch distanziert wie sein Titel, sondern schwitzte ganze Sturzbäche am Dirigierpult ab. Die Musik steht bei ihm ständig unter Strom.
Meine Lieblingssymphonie - die Sechste von Mahler - könnte ich mir gar nicht ohne seine Aufnahme mit den Chicagoern denken. Und dann noch der "Ring"...

Valery Gergiev

er setzt die russische Tradition fort - es steckt ordentlich Dampf hinter seinen Interpretationen. Natürlich schaut er auch nach dem Westen. Er lässt es manchmal etwas weicher angehen. Ausdrucksvoll ist aber jede der Aufnahmen, die ich von ihm kenne.

Christian Thielemann

Ich habe mal eine negative Kritik zu seiner Aufnahme der Fünften von Bruckner gelesen. Hätte ich die CD nicht schon gehabt, wäre sie sofort auf meinem Einkaufszettel gelandet. Der Autor der Kritik meckerte ständig über die Ignoranz Thielemanns gegenüber den Tempovorgaben, der Metronomstatistik und dem "wissenschaftlichen" Zugang Bruckners zur Musik - Thielemann habe das alles nicht beachtet. Ja - den Göttern sei Dank!!!
Zudem mag ich sein mutiges Eintreten für den Komponisten Hans Pfitzner, seine Vorliebe für Wein, das dandy-bohemienhafte Flair sowie diese Mischung aus freiheitlich-anarchischen und konservativ-nostalgischen Elementen in seiner Persönlichkeit...

Neeme Järvi

der schwedische Chef der Göteborger Symphoniker liebt die dunklen und erdigen Klänge. Er genießt es, martialische Höhepunkte in der Musik zu inszinieren. Seinen Interpretationen und Begleitungen zieht er immer den dunklen Mantel des Basses über. Und so kann ich nicht anders, als seinen Sound zu lieben.


Das wären die glorreichen Zehn. Ich will aber wenigstens noch die folgenden erwähnen:
Günter Wand, Ferenc Fricsay, Carlos Kleiber, Douglas Bostock, Leif Segerstam, Seiji Ozawa, Vladimir Fedosseyev, Rafael Kubelik, Geoffrey Simon, Vassily Sinaisky, Michail Jurowski, Evgeny Mravinsky, Werner Andreas Albert etc.

Herzliche Grüsse!
Jörg
HenningKolf (10.09.2007, 09:43):
@Andreas

Ich habe viel von Szell gehört....manches erst vor kurzem, weil Ende August nochmal ein nettes Päckchen Cds bei mir eingetroffen ist. Ich habe nicht so viel von Szell gelesen...aber er wird schon meist als sehr streng - jedenfalls im Umgang mit seinen Musikern - beschrieben. Privat soll er aber zum einen trinkfest und zum anderen durchaus humorvoll gewesen sein.

Mit Karajan dürfte ihn verbinden, dass er sich wie dieser wohl als einer der wenigen Dirigenten seiner Zeit für Aufnahmetechnik interessiert hat.

Szell habe ich übrigens kennengelernt über eine Haydnaufnahme, vor gar nicht allzu langer Zeit übrigens. Haydn in seltener formaler Strenge, mir gefiel es sehr und was mir auch gefiel, war die hervorragende Remastering-Arbeit der Sony-Ingenieure. Auch diese war zunächst ein Kriterium für weitere Anschaffungen.

Eine zuverlässige Discographie ist übrigens


hier


zu finden. Alles von Sony, aber auch EMI und Decca, ist klangtechnisch befriedigend bis bestens aufbereitet (auch eher geringe Rauschpegel) und interpretatorisch auf hohem Niveau (wenn man es streng und strukturiert, wenig verspielt, mag), mit Ausnahme einiger Mozartaufnahmen, die ich nicht besitze, in die ich aber hineinhören konnte und die teilweise doch ziemlich rauschten.

Die Philipps-Sibelius-Aufnahme kann klangtechnisch meines Erachtens mit den Sony-Aufnahmen nicht mithalten.

Sony hat die Aufnahmen übrigens teilweise unter neuer Bestellnummer mit anderem Cover nochmals - als absolute Billigaufnahmen - wiederveröffentlicht. Danke!!

Eine Geschichte ist mir gerade noch eingefallen, die ich im Netz gefunden habe (also nicht wahr sein muss!!). Szell soll, gefragt, warum Mozart bei ihm so formalistisch streng klinge, barsch geantwortet haben, Spaghetti esse auch kein vernunftbegabter Mensch mit Schokoladensoße.......


Ach ja, wirst Du als Karajan-Fan vielleicht wissen.....die Osborne-Biographie wartet in meinem Bücherschrank noch darauf, gelesen zu werden. Finden sich da auch Anekdoten über die Beziehung Karajans zu Szell?

EDIT: Sehe gerade das Osbornes Buch über ein ausführliches Personenregister verfügt.....voreilige Fragen sind halt häufig nicht die klügsten..........


@Jörg
mit Furtwängler habe ich es auch schon mal probiert, aber: gibt es da irgendwelche Aufnahmen, die nicht historisch, sondern fast gut klingen? Ich bin in dieser Hinsicht empfindlich und weiss halt, dass ich historisch klingende Aufnahmen meist nicht zu Ende und schon gar nicht ein zweites Mal höre....schon dieses Zischeln der Melodya-Aufnahmen (von vereinzeltem Lautstärkepumpen ganz zu schweigen) aus den 60ern und 70ern vermag mir die Freude an dort zu findenden großartigen Interpretationen ziemlich zu verderben, obwohl die noch immer deutlich besser als historisch klingen.

Wand und Kubelik hatte ich doch glatt in meiner Liste vergessen..........



Grüße
Henning
Rachmaninov (10.09.2007, 09:47):
Original von Nordolf
Seiji Ozawa, Evgeny Mravinsky,

Herzliche Grüsse!
Jörg

Diese beiden schätze ich auch! Ozawa gelingt es z.B. mit Frau Mutter ganz andere Aufnahmen einzuspielen wie z.B. Karajan.
Mravinsky ist einer der größten Schostakowitsch Dirigenten überhaupt!
Nordolf (10.09.2007, 23:17):
Hallo Henning!

von HenningKolf
mit Furtwängler habe ich es auch schon mal probiert, aber: gibt es da irgendwelche Aufnahmen, die nicht historisch, sondern fast gut klingen?

Furtwängler gibt es meines Wissens nach nur in Mono. Damit müsstest Du Dich schon mal abfinden. Es gibt Mono-Aufnahmen von ihm, die ich sehr wohl klanglich akzeptabel finde. Ich denke, wenn Dir die folgende klangtechnisch immer noch zu historisch ist, wirst Du mit Furtwängler-Mitschnitten leider überhaupt nichts anfangen können:

http://www.jpc.de/image/w300/front/0/1261194.jpg

Die 4. von Schumann ist großartig dirigiert. Für mich hat das historische Soundgewand seine besondere Stimmung. Hör auf jeden Fall mal rein...

Wand und Kubelik hatte ich doch glatt in meiner Liste vergessen..........

Wands epischer detailreicher Bruckner bleibt unvergessen. Sein Brahms ist mir ans Herz gelegt worden, aber ich habe ihn noch nicht gehört.
Kubelik war ein ein Vollblut-Musiker - die tänzerischen und mitreissenden Klänge lagen ihm besonders. Ich schätzte aber besonders sein Dirigat von Pfitzners Musikdrama "Palestrina" - ein Werk voller melancholischer introvertierter Klänge. Das konnte er also auch...

Herzliche Grüsse!
Jörg
Rachmaninov (11.09.2007, 11:54):
Als sehr interessanten Dirigenten habe ich für mich auch O. Vänskä entdeckt.

Seine Sibelius Aufnahmen schätze ich sehr hoch ein, insb. höchst interessant die Gegenüberstellung der Sibelius VK Versionen durch ihn mit dem Geiger L. Kavakos.
Diese Aufnahmen zusammen mit dem Lahti Symphony Orchestra erschienen im Label BIS sind vom Feinsten.

Lieder hatte er beim Paganini VK mit Gringolts einen IMO eher schwachen Geiger zur Seite.

Sehr gelungen ist ebenfalls seine Aufnahme mit Sharon Bezaly mit Konzerten von Aho, Thomasson und Lindberg!

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/2576215.jpg

Mir gefallen aber nicht nur seine Aufnahmen skandinavischer Komponisten mit ihm. Auch seine bisher erschienenen Aufnahmen der Beethoven Sinfonien sind IMO auf hohem Niveau.

Insgesamt zeichnet er sich durch gemäßigte Tempi aus und mir erscheint es immer so als "ja, so muss (kann) das klingen".
Bei ihm wirkt nicht irgendwie künstlich oder gar auf Effekt getrimmt.

Ebenfalls IMO spitze sind seine Rautavaara Aufnahmen.
Das VK und die 8. Sinfonie besitze ich bereits von ihm!

Mit großer Vorfreude warte ich derzeit auf die Aufnahme der Aho und Nielson Clarinettenkonzerte mit M. Fröst

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/9355134.jpg

Glücklicherweise veröffentlicht ein beim Label BIS. Das garantiert sehr gute Aufnahmen hinsichtlich der Klangqualität. Allerdings durchaus nicht günstig :I
HenningKolf (11.09.2007, 13:47):
@Nordolf

Hallo Jörg,

ich bin CD-Hörer bzw ich höre ganz überwiegend über Kopfhörer selbstgerippte FLACS oder auch gekaufte MP3s (hat zunächst vor allem mit wohnlichen Gegebenheiten zu tun gehabt, mittlerweile lass ich meine Anlage (ohne Analogplattenspieler!) meistens aus, weil man sich an Kopfhörerklang sehr gut gewöhnen kann). Könnte mir schon denken, dass historische Nebengeräusche auf einem Analogequipment mit wärmeren, aber auch leicht beschönigendem Klang einfach besser zu ertragen sind...wobei mir - kurz mal ein wenig off topic - auffällt, dass ich selbst, erst seit ca. 15 Jahren vermehrt Klassik hörend, recht viele Aufnahmen aus dem Zeitraum von ca. 1957 bis 1975 habe. Ich frage mich wirklich, ob das nur daran liegt, dass die Dirigenten - und womöglich Orchester - jener Zeit besser waren oder ob dies nicht auch damit zu tun hat, dass AAD angenehmer klingt als DDD.

Kubelik habe ich als Dvorák-Dirigenten schätzen gelernt (zusammen mit Suitner, der einen erschreckenden Brahms, aber einen hervorragenden Dvorák eingespielt hat, mein Favorit Dvorák betreffend)

@Rachmaninov

Die Kavakos-Aufnahme habe ich auch - noch allerdings nur als MP3 - ; sie ist ja nicht nur sehr gelungen, sondern schon deswegen interessant, weil beide Versionen des Konzerts aufgenommen worden sind (mir fällt jetzt nicht ein, wer so etwas sonst gemacht hätte).

Paganini mit Gringolts kenne ich nicht.

Die Beethovenaufnahmen - CD bzw. FLAC - schätze ich auch sehr, wobei allerdings die 9. m.E.s durch einen weniger knödelnden Sänger noch gewonnen hätte. Aber das ist wie vieles andere auch Geschmacksfrage.

Ja, BIS ist nicht billig, aber ich bin emusic-Abonnent und da gibt es neben Naxos, LSO Live, Ondine und einigem anderen auch fast das komplette BIS-Programm zum download. So kann ich erst mal ausführlich reinhören und dann entscheiden, ob ich zum Beispiel das Werk eines mir unbekannten Komponisten mögen werde oder ob klangliche Erwägungen nahelegen, nicht nur die mp3-Aufnahme zu haben, sondern auch die nicht preiswerte CD (so bin ich zu den Vänskä-Beethoven-CDs gekommen).

Problem ist momentan eher, dass man bei einer bestimmten Downloadmenge sich vom Genuss entfernt und bloßes Konsumentenverhalten an den Tag legt. Ich habe zur Zeit bestimmt 50 CDs als MP3 auf der Platte, die ich noch nicht gehört habe, die ich dann aber noch hören "muss".

Ich werde das aus diesem Grund wieder ein wenig reduzieren.

Die Klarinettenkonzerte von Aho/Nielsen warten übrigens auf meiner Festplatte schon seit längerem darauf, angehört zu werden.


Gruß Henning
Rachmaninov (11.09.2007, 18:40):
Original von HenningKolf
@Rachmaninov

Die Kavakos-Aufnahme habe ich auch - noch allerdings nur als MP3 - ; sie ist ja nicht nur sehr gelungen, sondern schon deswegen interessant, weil beide Versionen des Konzerts aufgenommen worden sind (mir fällt jetzt nicht ein, wer so etwas sonst gemacht hätte).


Ja, eben diese Gegenüberstellung - soweit ich weiss einzigartig - gefällt mir auch sehr gut. Nebenbei eine sehr gelungene Aufnahme insgesamt!


Paganini mit Gringolts kenne ich nicht.


Kein Verlust!


Die Beethovenaufnahmen - CD bzw. FLAC - schätze ich auch sehr, wobei allerdings die 9. m.E.s durch einen weniger knödelnden Sänger noch gewonnen hätte. Aber das ist wie vieles andere auch Geschmacksfrage.


Der Satz mit dem Gesang bei der 9. Sinfonie gefällt mir eh im allgemeinen eher weniger :ignore
Ganz toll ist die 5. Sinfonie!!!!!!
Rachmaninov (12.09.2007, 13:04):
Original von Nordolf
Neeme Järvi

der schwedische Chef der Göteborger Symphoniker liebt die dunklen und erdigen Klänge. Er genießt es, martialische Höhepunkte in der Musik zu inszinieren. Seinen Interpretationen und Begleitungen zieht er immer den dunklen Mantel des Basses über. Und so kann ich nicht anders, als seinen Sound zu lieben.
Jörg

@Jörg,
kennst und schätzt Du seine Schostakowitsch Aufnahmen?
Nordolf (12.09.2007, 16:36):
Original von HenningKolf
@Nordolf

Hallo Jörg,

ich bin CD-Hörer bzw ich höre ganz überwiegend über Kopfhörer selbstgerippte FLACS oder auch gekaufte MP3s (hat zunächst vor allem mit wohnlichen Gegebenheiten zu tun gehabt, mittlerweile lass ich meine Anlage (ohne Analogplattenspieler!) meistens aus, weil man sich an Kopfhörerklang sehr gut gewöhnen kann). Könnte mir schon denken, dass historische Nebengeräusche auf einem Analogequipment mit wärmeren, aber auch leicht beschönigendem Klang einfach besser zu ertragen sind...

Gruß Henning


Hallo Henningkolf,

wenn ich das richtig deute, hast Du etwas mißverstanden:
es handelt sich bei obengenannter Furtwängler-Aufnahme um eine CD.
Die DGG hat in dieser Reihe nur das Design mit einer "Schallplatten"-Aufmachung versehen.

Da ich keine Kopfhörer besitze, kann ich leider nicht sagen wie sie damit klingt (ein Kopfhörer wäre allerdings mal eine dringende Anschaffung für mich - auch aus wohnlichen Gegebenheiten).

Herzliche Grüsse!
Jörg
Nordolf (12.09.2007, 16:49):
Original von Rachmaninov

@Jörg,
kennst und schätzt Du seine Schostakowitsch Aufnahmen?


Leider kenne ich Järvis Aufnahmen von Schostakowitsch nicht (sieht man von einigen jpc-Soundschnipseln ab). Gerade die 11. könnte ich mir gut unter seinem Dirigat vorstellen, aber die scheint er nicht eingespielt zu haben.

Herzliche Grüsse!
Jörg
Rachmaninov (12.09.2007, 16:51):
Original von Nordolf
Original von Rachmaninov

@Jörg,
kennst und schätzt Du seine Schostakowitsch Aufnahmen?


Leider kenne ich Järvis Aufnahmen von Schostakowitsch nicht (sieht man von einigen jpc-Soundschnipseln ab). Gerade die 11. könnte ich mir gut unter seinem Dirigat vorstellen, aber die scheint er nicht eingespielt zu haben.

Herzliche Grüsse!
Jörg

@Jörg,

doch hat er, noch in der DGG Zeit!

http://ec1.images-amazon.com/images/I/61F77NS8QNL._AA240_.gif

Gruß

:hello
Nordolf (12.09.2007, 16:54):
Original von Rachmaninov
Original von Nordolf
Original von Rachmaninov

@Jörg,
kennst und schätzt Du seine Schostakowitsch Aufnahmen?


Leider kenne ich Järvis Aufnahmen von Schostakowitsch nicht (sieht man von einigen jpc-Soundschnipseln ab). Gerade die 11. könnte ich mir gut unter seinem Dirigat vorstellen, aber die scheint er nicht eingespielt zu haben.

Herzliche Grüsse!
Jörg

@Jörg,

doch hat er, noch in der DGG Zeit!

http://ec1.images-amazon.com/images/I/61F77NS8QNL._AA240_.gif

Gruß

:hello


Ich hatte es gerade eben bei jpc entdeckt. :) Leider ohne Hörbeispiele.

Naja - damit ist also eine weitere CD auf meiner "Wanted!"-Liste gelandet...

:hello
Jörg
Cosima (03.10.2007, 18:32):
Wenn ich mich auf 10 Dirigenten beschränke, die ich am liebsten höre, so sieht meine Favoriten-Liste derzeit so aus (alphabetisch sortiert):

Belohlávek, Jirí
Bernstein, Leonard
Chailly, Riccardo
Fischer, Iván
Fricsay, Ferenc
Gergiev, Valery
Horenstein, Jascha
Kleiber, Carlos
Swetlanow, Jewgenij
Szell, George

Einzelne Begründungen liefere ich an dieser Stelle nicht, weil sie sich aus den jeweiligen Threads ergeben. :engel

Gruß, Cosima
karajan (26.04.2007, 11:32):
Hallo an alle hier im Klassik-Forum !

Recht interessante Frage welche Dirigenten bevorzug ihr denn. Egal ob auf Tonträger oder Konzert. Die ersten 10 wären sehr interessant!
Macht Euch mal Gedanken und antwortet.
Bei mir in Reihenfolge

Herbert von Karajan
Rafael Kubelik
Leonard Bernstein
Carlos Kleiber
Seiji Ozawa
Karl Böhm
Sir Georg Solti
Trevor Pinnock
Karl Richter
Antal Dorati
Jürgen (26.04.2007, 12:42):
Also, bei mir sieht es so aus:


Solti
Bernstein
Böhm
Gardiner (insb. bei Bach)
Karajan
Kubelik
Abbado
Knappertsbusch
Pinnock
Sinopoli
uhlmann (26.04.2007, 13:24):
ich mag eigentlich bei keinem dirigenten alles, jeder hat halt so seine stärken und schwächen. ganz allgemein wäre meine reihung an den vorderen plätzen:

1. jochum
2. furtwängler
3. böhm

und dann gibt es ganz viele, wo mir viel gefällt:

- abbado
- bernstein
- boulez
- chailly (z.b. mahler!)
- christie
- davis
- harnoncourt
- kegel
- kondraschin
- norrington
- solti
- tintner (bruckner!!!)
- walter

die liste ließe sich endlos fortführen...
Amadé (26.04.2007, 20:45):
Hallo Karajan,

ob mir ein Dirigent, Solist, Sänger... gefällt oder nicht, kann ich eigentlich nur im speziellen Fall entscheiden. Aber ich gebe zu, dass der eine Dirigent mir mehr zusagt als ein anderer. Langjährige Hörerfahrungen prägen den Musikfreund und führen zu einer Platzierung. Ohne eine ordinale Zuordnung nenne ich:

Furtwängler, Walter, Schuricht, Szell, Fricsay,Klemperer, Monteux, Blomstedt, Reiner, E.Kleiber, Horenstein

Gruß Amadé
Jeremias (26.04.2007, 23:43):
Ich schließe mich Amadé an! Z.B. liebe ich jochum's Bruckner, aber seine 4. ist grauenhaft, viel zu schnell! Dann liebe ich Carlos Kleiber, aber seine Traviata ist ebenfalls nicht mein ding, zu blass.... dann hatte ich ein tolles Live-erlebnis mit Sir Neville Marriner, aber irgendwie sprechen mich seine CDs kaum an... es kommt also echt darauf an!
daniel5993 (27.04.2007, 14:10):
Hallo! :hello

Meine TOP-Ten!
Plätze 1-10



1. Karl Böhm
2. Leonard Bernstein
3. Herbert von Karajan

4. Ferenc Fricsay
5. Wilhelm Furtwängler
6. Carlo Maria Giullini
7. Claudio Abbado
8. Antal Dorati
9. Bruno Walter
10.Vittorio Negri

Eigentlich kann ich sagen, dass ich alles von Karl Böhm liebe! Von Beethoven über Mozart (bis auf die Frühen Symphonien), bis zu Brahms und Bruckner bildet er fast immer die erste Wahl! Und erst sein Wagner!

Fast ebenso ist es mit Karajan und Bernstein!
Bernsteins Mahler, Sein Mendelssohn, ebenso Beethoven sind bei mir ebenso hoch geschätzt.

Karajans Bruckner ist erste Sahne, zudem sein Sibilus und Tschaikowski u.a, auf diese Aufnahmen unter seiner Leitung möchte ich nur ungern verzichten!

Von den älteren Dirigenten schätze ich am meisten Wilhelm Furtwängler!

Auf der Liste, der von mir am wenigsten geschätzten Dirigenten würde unter anderem Toscanini und Konwitschniy stehen.


Gruß :rofl
daniel
Ganong (27.04.2007, 17:36):
Diese "Rankings" machen doch nur einen Sinn , wen man zu jedem der Lieblingsdiregenten mindestens etwas schreibt und eine Referzaufnahme , subjektiv , benennt !

Wie die trotzdem scheitern kann , beweist das vorleetzte Heft von BBC Music Magazine , in dem die angeblich 20 besten Sopranistinmnen aller Zeiten durech Befragen bei Kennern / kennerinnen "ermittelt" worden sind .

Grüsse ,

Frank
Rachmaninov (27.04.2007, 18:42):
B. Haitink wurde hie rnoch gar nicht genannt.

Seine Aufnahme der Schostakowitsch Sinfonien wäre meine Wahl sollte man mich zwingen nur ein Set der Gesamtaufnahme der Sinfonien zu besitzen.

B. Haitink stellt sich niemals über das Werk und dient der Musik und stellt sich nicht dar.

Bin sehr gespannt auf die Aufnahme der Brucknersinfonien mit ihm.
karajan (27.04.2007, 22:13):
Original von daniel5993
Hallo! :hello

Meine TOP-Ten!
Plätze 1-10



1. Karl Böhm
2. Leonard Bernstein
3. Herbert von Karajan


daniel

Hallo Daniel
Deine Dirigentenwahl finde ich absolut Top. Ich glaube unserer Musikgeschmack ist ähnlich außer bei Opern. Du magst halt den Karl ich halt den Herbert.
Ich besitze auch die Mozartsymphonien vom Karl. Warum nicht die frühen Mozartsymphonien mit Böhm. Schade das ich meine 300 LP nicht mehr habe. Du hättest sie alle bekommen.
LG Andreas
satie (28.04.2007, 08:41):
Mich erstaunt, dass Arturo Toscanini hier im Forum so selten genannt wird, gilt er doch eigentlich immer noch als "Caruso der Dirigenten". Habe kürzlich die Aufnahme von Tschaikowskys berühmten b-moll-Schinken mit Horowitz und Toscanini (Aufnahme von 1941) wieder einmal gehört und muss einfach sagen, dass gewisse Passagen selten so leicht und tänzerisch klingen wie bei Toscanini (etwa das Seitenthema im letzten Satz). Auch wenn er sicherlich halt ein eigenwilliger Maestro war, so hat er doch geniale Momente gehabt, die zum Glück auch auf Aufnahmen erhalten sind. Für mich ein großer Dirigent nach wie vor.

S A T I E
Jeremias (28.04.2007, 11:52):
Ich glaube, das liegt einfach daran, dass die meisten Aufnahmen doch eher nur eine mittelmässige Qualität haben. Und wenn ich was in Ruhe hören will, dann greife ich doch eher zu neueren Aufnahmen....

Was haltet Ihr eigentlich von Myung-Whun Chung?
Wotan (28.04.2007, 18:25):
Hallo,

hier meine Favoriten:

1) Carlos Kleiber (mit nahezu allen seinen Aufnahmen)
2) Valery Gergiev (mit seinem russischen Repertoire)
3) Kirill Kondrashin (mein Lieblingssostakovich)

ohne Platzierungen:

- Christian Thielemann
- Arturo Toscannini
- Sergiu Celibidache (Bruckner!)
- Leonard Bernstein
- Claudio Abbado
- Charles Munch (Berlioz)
daniel5993 (29.04.2007, 12:40):
Hallo Karajan :hello!

Bevor ich die Frühen Symphonien unter Böhm gekauft hatte, habe ich eine Version davon gehabt, die so "Hammer.Schnell gespielt wurde, dass ich mich beim Kauf der frühen Böhm Symphonien in eine andere Zeit versetzt sah.Übrigens von einem Namenlosen Dirigenten! Das gilt in ersten Linie für die 19,23, 25,29 Symphonie unter Böhm, der diese Symphonien deutlich langsamer gespielt hat! Da kann ich mich nurnoch schwer umgewöhnen! Die großen Symphonien unter Karl Böhm so ab der 29, sind in Meinen Augen nicht mehr zu Toppen! Lange habe ich nach dem für mich perfekten Mozart gesucht und unter Böhm ist er mir genau sooo nahe gekommen! Das Beispiel 39 Symphonie, KV 543 möchte ich nennen. Die Interpretation Böhms aus der GA aus den Sechzigern ist an Größe nicht mehr zu überbieten! Ich kann das was ich sagen will, eigentlich sonst gut in Worte fassen, aber wenn ich die 39 unter Böhm höre, ist es immer wieder das gleiche, dafür habe ich dann keine Worte mehr! Zu hoch :engel, zu Himmlisch :engel interpretiert! Einfach genial!
Genau dieses Gefühl habe ich bei den Größen Symphonien unter Karl Böhm!

Freut mich übrigens sehr, dass es noch andere gibt, bei denen genau diese Dirigenten hoch im Kurs stehen! Das sehe ich nicht oft!

Übrigens eine Oper unter Karajan ziehe ich sogar die von Böhm vor: Die Zauberflöte! von 1950! Schneller und Mitreißender

Gruß
Daniel :rofl
karajan (30.04.2007, 09:33):
Original von daniel5993


Freut mich übrigens sehr, dass es noch andere gibt, bei denen genau diese Dirigenten hoch im Kurs stehen! Das sehe ich nicht oft!

Übrigens eine Oper unter Karajan ziehe ich sogar die von Böhm vor: Die Zauberflöte! von 1950! Schneller und Mitreißender

Gruß
Daniel :rofl

Die Zauberflöte habe ich auch, die Oper höre ich öfters und bin auch immer wieder begeistert. Ja du hast recht war mal Mitglied in einem österreichischem Forum da wurde fast nur gegen Karajan gehetzt. Grauenhaft aber da bin ich nicht mehr Gott sei dank. Wo bekommst du denn immer noch LPs her?
Bis dann Andreas :leb
daniel5993 (30.04.2007, 12:37):
Hallo!

Zu 90% kaufe ich mir meine Schallplatten über Ebay, da sind jeden Tag um so 9000 Klassik LP's drin, auf welche man dann Zugriff hat! Da kann man sich dann aussuchen was man will, Beispiel ich will den Sommernachtstraum haben, krieg ich da gleich 20 - 30 Angebote, wo die LP's sogar noch in einem Neuwertigen Zustand sind und all zu teuer sind die dann auch nicht!

Ansonsten gehe ich manchmal auf Flohmärkten gucken und halte auch so in der Stadt Celle ausschau, weil manchmal bieten hier die Buchläden ein paar Gute LP's an!

Kurz gesagt, ohne ebay, könnte ich kaum mehr an Platten kommen!

Gruß
Daniel :beer
karajan (30.04.2007, 14:43):
Hallo Daniel!

Darf ich mal fragen mit welchem Plattenspieler spielst du die LPs ab und nass oder trocken. Ich habe früher mal nass abgespielt. Stehst du dem Tonträger CD ganz und gar negativ zu Seite oder hast du auch CDs. Schade ich hatte etwa 300 LPs meist Karajan-Böhm, Berntein, Kubelik hatte dann auf CD umgestellt und nach meiner Trennung nach 17 Jahren ale LPs vergessen und leider nicht mehr bekommen. Aber die CDs habe ich alle mitgenommen. So spielt machmal das Leben.

Bis dann
Liebe Grüße Andreas :hello
satie (30.04.2007, 15:38):
Nass oder trocken?
?(
Was ist denn das?
Bitte höflichst um Aufklärung...

Danke,
S A T I E
daniel5993 (30.04.2007, 17:26):
Hallo Karajan! :hello

Zur Zeit habe ich noch eine Kompaktanlage von UNIVERSUM, ca. 25 Jahre alt!
Hab mir aber seit Monaten eine Komplett neu Anlage zusammengekauft und Ende Mai habe ich dann alles: Dann ist mein Neuer Plattespieler ein Pro-Jekt 1.2, Vollverstärker Cambridge 340, Phonovorstufe Camebridge 640P, denon dl 103 Tonabnehmer und die Neue Generation von Canton-Boxen, GLE 407.
Hab insgesamt 6 Monate dafür sparen müssen und Ende Mai, ist alles da und dann kann es richtig losgehen!

Ich spiele die Platten nicht nass ab, hab welche gekauft, die nass abgespielt wurden und da ist der Klang ganz anders und es knistert bei diesen Platten ohne Ende!

Nein, der CD stehe ich nicht negativ zur Seite. Ich habe auch CD's, wie z.b die Zauberflöte unter Karajan, 1950, worüber wir schon gesprochen hatten. Hab so um die 30 CD's, welche ich aber nur zum Hören im Auto benutze, oder morgens im CD_player, bevor ich aufstehe, so für nebenbei!

Ich kann schwer erklären, warum ich die Musik auf LP höre, es ist rundum faszinierend! Die CD ist so rein, so ohne leben, so perfekt, irgendwie.
Die Platte lebt bei mir! Und es ist halt ein ganz anderes Gefühl, Klassik auf Platte zu hören! So Zeitnaher dran an Böhm, Karajan, Furtwängler, je älter, desto faszinierter bin ich und ich kann mich besser in die Musik und die Zeit hineinversetzten!

Hallo Satie :hello
Ich weiß selbst nicht genau, was unter nass abspielen verstanden wird, weiß nur, dass man das danach den Platten anhört, on sie nass oder trocken abgespielet wurden. Denke einfach, dass die Platten nass gemacht werden und dann abgespielt werden! Aber andere hier haben bestimmt mehr Ahnung.

Gruß
daniel :cool
satie (30.04.2007, 19:50):
Wirklich? Die kann man nass machen, die Platten? Da habe ich nun in meiner Kindhit und Jugend dauernd platten gehört und immer nur trocken! Jetzt bin ich richtig enttäuscht (zum ersten Mal im Leben) dass ich alle Platten weggegeben habe und so niemals die Gelegenheit haben werde, eine nasse Platte zu hören. Das ist jetzt wirklich nicht ironisch gemeint! Ich würde zu gerne wissen, wie sich das anhört.
Ich probiere es jetzt gleich mal mit einer CD...BLITZ...KOKEL....ZISCH

Ähm... hat vielleicht jemand einen günstigen CD-Player für mich? Meiner will nun nicht mehr. Das ist mir bei der Wassermusik von Händel nie passiert, auch nicht bei Jeux d'Eau...

Aber im Ernst: bitte mehr hierüber!

Herzliche Grüße,
der sich wie ein kleines Kind freuende

S A T I E
daniel5993 (30.04.2007, 20:16):
Hallo,

ich glaube andere, die genau wissen was nass abspielen bedeutet sollte hier mal für aufklärung sorgen!

Nur so nebenbei, Warum hat der großteil hier seine Platten weggegeben!

Bis zum nächsten Kommentar
daniel
Amadé (30.04.2007, 21:30):
Die Frage ist ganz einfach zu beantworten.
Normalerweise legte man eine LP auf den Plattenteller und dann ging 's los. Wenn man seine Platten pflegte, nicht mit Fingern die Rillen anfasste, sie vorsichtig hinterher wieder in die Hülle schob und nicht ungeschützt irgendwo liegenlies, Kratzer mit scharfen Gegenständen vermied, hatte man lange Jahre Freude daran. Voraussetzung war außerdem auch ein guter Plattenspieler mit einem hochwertigen Tonarm und Diamanten. Falls das nicht der Fall war, konnte die Plattenoberfläche verstauben, fettig werden, die Rillen waren dann verunreinigt,knackten und knisterten auch drop outs steltlen sich ein und schmältern den Hörgenuss enorm. Auch ein zu hohes Auflagegewicht des Tonarms oder ein defekter Diamant führte zu Beschädigungen in den Rillen. MIt der Ölkrise 1973 wurden die LPs auch leichter(=Senkung der Materialkosten),und knisterten immer mehr. Die schweizerische HiFi-Firma Lenco entwickelte damals eine Vorrichtung, in der in einem Plastikröhrchen eine Flüssigkeit, Lenco-clean genannt, durch eine kleine Bürste auf der LP eine etwa 1 cm breite Spur der Flüssigkeit aufbrachte, die die Verunreinigungen auflöste. Darin glitt der Diamant durch die Rillen, die Folge war, dass Knistern und Knacken erheblich nachließen bzw. ganz verschwanden. Das Röhrchen mit der Flüssigkeit bewegte sich mit dem Tonarm vom Rand bis in die Mitte der LP. Einen Pferdefuß will ich nicht verleugnen: einmal nass abgespielte Platten müssen immer wieder nass abgespielt werden, sonst knistern sie hinterher beim trockenfahren um so mehr. Bei beschädigten LPs hilft nass-abfahren nicht. Die Flüssigkeit war relativ teuer, ich habe sie mir in einer Apotheke immer wieder neu herstellen lassen. Viele nass-abgefahrene LPs der 60er und 70 Jahre klingen überaus plastisch. Ich habe die Etiketten der nass abgefahrenen LPs mit einem runden Klebepunkt versehen, dann weiß ich heute noch: nass oder trocken.

Gruß Amadé
karajan (02.05.2007, 20:59):
Original von Satie
Nass oder trocken?
?(
Was ist denn das?
Bitte höflichst um Aufklärung...

Danke,
S A T I E

Hallo Satie

Ja nass abspielen ist so eine Sache. Also der Nassabspieler sieht etwa aus wie ein Tonabnehmer. Die Füssigkeit besteht aus Alkohol und dest. Wasser. Früher habe ich mir die Mischung in der Apotheke mixen lassen. War billiger als von der Firma Lenco. Der Nassabspieler läuft parallel mit dem Tonabnehmer mit und benetzt die Rille die gerade abgespielt wird.Das Nassabspielgerät erzeugt eine geräusch- und verzerrungsfreie Tonwiedergabe. Es handelt sich hierbei um das klassische Nassreinigungsverfahren mit seiner Spezialflüssigkeit Superfluid. Es entfernt während des Abspielens Staub von der Plattenoberfläche sowie aus den Plattenrillen. Die elektrostatische Aufladung wird dadurch verringert. Das Superfluid verdunstet während des Abspielens rückstandsfrei und ist völlig unschädlich.
Vorteil der Staub in der Rille wird hochgespült und der Klang wird reiner. Nachteil einmal nass immer nass oder die Platte muß gewaschen werden. Früher gab es solche Waschmaschinen für Schallplatten. Ich fand die Technik damals gut bis sehr gut aber man konnte die Platte nicht gleich in die Hülle geben, sonst klebte es also auf der Hülle trocknen lassen. Mich hatten damals schon die Nebengeräusche bei der Platte gestört. Für mich ist die CD deshalb eine super Sache. Aber es gibt auch andere Meinungen darüber. Die bekannteste Firma war Lenco die stellten auch Tonabnehmer und Plattenspieler her.
So sieht das aus, ich hoffe dir helfen zu können.
LG Andreashttp://www.musictools.de/ebay/lenco.1.jpg
karajan (02.05.2007, 21:04):
Hallo
Mußte gerade Lachen als ich meinen Beitrag über Nassabspieler machte.
Auch du hat die Flüssigkeit in der Apotheke geholt. Ich auch musste echt Lachen habe deinen Artikel vorher nicht gelesen.

Gruß Andreas
nikolaus (04.05.2007, 21:20):
Für mich einer der grössten: Claudio Abbado!

Die Art und Weise, wie er nach schwerer Krankheit Musik interpretiert und zelebriert finde ich immer wieder sehr ergreifend!

Nikolaus.
karajan (04.05.2007, 21:30):
Original von nikolaus
Für mich einer der grössten: Claudio Abbado!

Die Art und Weise, wie er nach schwerer Krankheit Musik interpretiert und zelebriert finde ich immer wieder sehr ergreifend!

Nikolaus.

Hallo Nikolaus
Frage was hatte Claudio für eine Krankheit, habe echt keine Ahnung.
Dachte mir nur das er Krank war sah sehr schecht aus.
Gruß ab
Andreas
nikolaus (04.05.2007, 22:20):
Es wird wohl eine Krebserkrankung sein, genaues weiß ich nicht.

Nikolaus.
daniel5993 (04.05.2007, 23:34):
Hallo nikolaus,

Du hast geschrieben nach schwerer Krankheit, heißt das das der Krebs besiegt wurde und er sich beserer Gesundheit erfreut?
Übrigens in welchem Zeitraum war er Krank, weiß das jemand?
Zu Abbado möchte ich noch kurz sagen, dass mir 2 Sachen von Ihm sehr gefallen, welche ich besitze!

Das ist sein Mahler und das Requiem 626 von Mozart!

Gruß
daniel
cellodil (05.05.2007, 00:17):
Vielleicht habe ich die Namen jetzt überlesen, aber was ist mit Celibidache? mit Welser-Möst? mit MTT? mit John Eliot Gardiner? ...???
Und was hat Norrington hier zu suchen (ja, ich weiß, der hatte mal große Zeiten...)?

Grüße

Sabine
uhlmann (05.05.2007, 10:23):
Original von cellodil
Vielleicht habe ich die Namen jetzt überlesen, aber was ist mit Celibidache? mit Welser-Möst? mit MTT? mit John Eliot Gardiner? ...???
Und was hat Norrington hier zu suchen (ja, ich weiß, der hatte mal große Zeiten...)?


celibidache wurde genannt, gardiner wurde genannt. welser-möst nicht, auch tilson thomas nicht.

norrington habe ich genannt.
wie ich schon geschrieben habe, gibt es keinen dirigenten, von dem mir alles gefällt. norrington ist aber einer, von dem mir vieles gefällt, manches sogar ausgesprochen gut: z.b. don giovanni (!!!), zauberflöte, beethoven symphonien, mozart symphonien, schubert symphonien, wagner ouvertüren, auch seine bruckner 3 ist interessant. das ist doch schon eine ganze menge.
weniger gelungen finde ich seine fantastique, auch das deutsche requiem ist mir etwas zu akademisch. ich habe von norrington seine älteren aufnahmen mit den london classical players. die neueren sind mir noch zu teuer, obwohl ich auf seinen mahler recht gespannt bin.

@ sabine

magst du norrington nicht? wenn nicht, warum?
Telramund (05.05.2007, 13:15):
Original von nikolaus
Es wird wohl eine Krebserkrankung sein, genaues weiß ich nicht.

Nikolaus.

Abbado litt an Magenkrebs.

Gruß

Telramund
cellodil (05.05.2007, 18:45):
Original von uhlmann

@ sabine

magst du norrington nicht? wenn nicht, warum?

Lieber uhlmann,

ich besitze keine Aufnahme mit Norrington (und würde mir auch keine kaufen), habe ihn in den letzten Jahren aber recht oft live gehört (das klingt jetzt seltsam und wirft die Frage auf, warum ich trotzdem so häufig in seinen Konzerten war... das hat mit einer Verkettung außermusikalischer Umstände zu tun, aus eigenem Antrieb würde ich wohl nicht so häufig hingehen). Und - abgesehen von einem einzigen Mal mit einer Kammerorchesterbesetzung und einer sehr frühen Mozart-Sinfonie - hat er mich eigentlich nie wirklich überzeugt. Störend fand ich in den Konzerten vor allem die etwas undifferenzierte Dynamik und ein Mangel an Klarheit und Präzision (salopp gesagt: ein Geschmier - zumindest immer wieder). Und auch der sich bisweilen bahnbrechende emotionslose Intellektualismus ist nicht so wirklich my cup of tea.

Herzliche Grüße

Sabine
HenningKolf (09.09.2007, 23:12):
Da ich recht neu in diesem Forum bin, will ich - halt mit ein wenig Verspätung - auch meine Rangliste mitteilen.

So eine Aussage ist natürlich sehr subjektiv und naturgemäß auch davon beeinflusst, welche Komponisten man bevorzugt. Karl Böhm kommt in meiner Favoritenliste z.B. vermutlich nur deswegen nicht vor, weil ich Mozart nur gelegentlich und selten mit besonders gespannter Aufmerksamkeit höre.


1. Szell (alles was ich von ihm kenne, und dies ist nicht gerade wenig)

Klemperer (alles was ich von ihm kenne, dies ist aber weniger als von Szell)

Bernstein (das emotionale Gegenprogramm zu den eher zur kühlen Strenge neigenden vorgenannten Persönlichkeiten - Mahler, Sibelius klingen zwar nicht nur nach Mahler und Sibelius, sondern sehr nach Bernstein, aber auch sehr bewegend)


4. bis 10. in beliebiger Reihenfolge:

Karajan (Sibelius, Brahms, Mendelssohn)
Mrawinski (überragend Tschaikowski, leider nur in bescheidener
Aufnahmequalität)
Kondraschin (Schostakowitsch, leider auch nur klanglich gerade noch hinnehmbare Qualität)
Giulini(Brahms, Mahlers 9.)
Dorati(Brahms)
Walter(Beethoven, Brahms)
Swetlanow(Glasunow, Tschaikowski, Rachmaninoff)


Darüberhinaus sind für mich als Sibelius-Fan die Herren Segerstam und Vänskä,dessen neuere Beethoveninterpretationen ich auch schätze, von Bedeutung. Klaus Tennstedt, durch frühe Erkrankung an Größerem gehindert, hat einen sehr gelungenen Mahler und eine bemerkenswerte 8. von Bruckner eingespielt.
Ich stelle gerade fest, dass ich nicht eine einzige Einspielung von Jochum besitze... auch dies beweist die Subjektivität meiner Liste.

Henning
karajan (10.09.2007, 00:28):
Original von HenningKolf
Da ich recht neu in diesem Forum bin, will ich - halt mit ein wenig Verspätung - auch meine Rangliste mitteilen.

So eine Aussage ist natürlich sehr subjektiv und naturgemäß auch davon beeinflusst, welche Komponisten man bevorzugt. Karl Böhm kommt in meiner Favoritenliste z.B. vermutlich nur deswegen nicht vor, weil ich Mozart nur gelegentlich und selten mit besonders gespannter Aufmerksamkeit höre.


1. Szell (alles was ich von ihm kenne, und dies ist nicht gerade wenig

Henning

Hallo Henning

George Szell hat das Cleveland Orchestra zur Weltspitze gebracht. Trotzdem habe ich nur eine Aufnahme von dem großen Dirigenten. Das Doppelkonzert von Brahms. Herbert von Karajan der die meisten Konzerte mit den Berliner-Wiener-Philharmonia O. Wiener Symphonikermachte -hat kaum Orchester in Übersee dirigiert. Aber Szell und Karajan schätzten sich sehr also machte Karajan mal einige Gastdirigate mit dem Cleveland Orchestra. Es gab mal eine Zeit da hätte es fast geklappt und Karajan wäre nach Cleveland gegangen.
Ich glaube Szell war ein sehr genauer und strenger Orchesterleiter??

Gruß Andreas
Nordolf (10.09.2007, 01:10):
Hallo Andreas,

ich hätte Deinen Thread ja beinahe übersehen. Nebenbei: - Viel Spaß im Urlaub! :hello

Zu meinen bevorzugten Dirigenten:

Leonard Bernstein
Wilhelm Furtwängler

Für mich bleiben sie die Nummer Eins. Ich bin der Meinung, das erst die Interpretation Musik zu einer lebendigen Kunst werden lässt. Insofern bin ich daran interessiert, das ein Interpret eigen, individuell, persönlich an das Werk herangeht - der Interpret darf nicht zum bloßen Erfüllungsgehilfen des Komponisten werden! Er sollte die "Werk-Idee" respektieren (und nicht gegen den Strich bürsten), aber über den Vollzug, über ihre Klangwerdung entscheidet hauptsächlich er.
Furtwängler und Bernstein haben das - ohne Rücksicht auf Verluste - getan.

Evgeny Svetlanov

er vereinigt die besten Vorzüge russischer Musikkultur - er dirgiert gleichzeitig überbordend emotional und andererseits mit "russischer Unerbittlichkeit" und Strenge - und wo es sein muss, kann er auch kalt werden... Er liebt die volle Lautstärke der Instrumente. Seine Tempi passen fast immer. Den Orchestermusikern schärfte er ein, das sie spielen sollten, als ginge es um ihr Leben.

Otto Klemperer
Bernhard Haitink

Das ist die "Bauhaus"-Fraktion unter meinen Lieblingen.
Sie sind so streng konstruktivistisch, das ihr Stil gerade nicht mehr die bloße Struktur einer Komposition wiedergibt - es klingt bei Klemperer immer nach Klemperer. Haitink gelingt das in seinen besten Aufnahmen.
Klemperer bevorzugte zudem einen herrlich breiten gigantischen Klang - was ja auch zu seiner Körpergröße passt :)
Haitink hat mit dem Concertgebouw die absolute Referenz der Achten von Schostakowitsch aufgenommen.

Herbert von Karajan

Der "schmucke Gent" - auch er einer, der dem Werk seinen Stempel aufdrückte. Er schwelgte in den schönen, ausladenden Momenten eines Werkes. Die Übergänge lagen ihm besonders am Herzen - heute wirft man ihm genau deswegen "Beschönigung" vor. Er wollte aber nun mal keine schroff nebeneinander stehenden Übergänge - alles sollte ineinander fliessen. Nur so erschien ihm die Musik "organisch" und natürlich.

Georg Solti

Wer wie ich Wagner liebt, kommt an dem ungarischen Sire nicht vorbei. Dabei war er gar nicht so aristokratisch distanziert wie sein Titel, sondern schwitzte ganze Sturzbäche am Dirigierpult ab. Die Musik steht bei ihm ständig unter Strom.
Meine Lieblingssymphonie - die Sechste von Mahler - könnte ich mir gar nicht ohne seine Aufnahme mit den Chicagoern denken. Und dann noch der "Ring"...

Valery Gergiev

er setzt die russische Tradition fort - es steckt ordentlich Dampf hinter seinen Interpretationen. Natürlich schaut er auch nach dem Westen. Er lässt es manchmal etwas weicher angehen. Ausdrucksvoll ist aber jede der Aufnahmen, die ich von ihm kenne.

Christian Thielemann

Ich habe mal eine negative Kritik zu seiner Aufnahme der Fünften von Bruckner gelesen. Hätte ich die CD nicht schon gehabt, wäre sie sofort auf meinem Einkaufszettel gelandet. Der Autor der Kritik meckerte ständig über die Ignoranz Thielemanns gegenüber den Tempovorgaben, der Metronomstatistik und dem "wissenschaftlichen" Zugang Bruckners zur Musik - Thielemann habe das alles nicht beachtet. Ja - den Göttern sei Dank!!!
Zudem mag ich sein mutiges Eintreten für den Komponisten Hans Pfitzner, seine Vorliebe für Wein, das dandy-bohemienhafte Flair sowie diese Mischung aus freiheitlich-anarchischen und konservativ-nostalgischen Elementen in seiner Persönlichkeit...

Neeme Järvi

der schwedische Chef der Göteborger Symphoniker liebt die dunklen und erdigen Klänge. Er genießt es, martialische Höhepunkte in der Musik zu inszinieren. Seinen Interpretationen und Begleitungen zieht er immer den dunklen Mantel des Basses über. Und so kann ich nicht anders, als seinen Sound zu lieben.


Das wären die glorreichen Zehn. Ich will aber wenigstens noch die folgenden erwähnen:
Günter Wand, Ferenc Fricsay, Carlos Kleiber, Douglas Bostock, Leif Segerstam, Seiji Ozawa, Vladimir Fedosseyev, Rafael Kubelik, Geoffrey Simon, Vassily Sinaisky, Michail Jurowski, Evgeny Mravinsky, Werner Andreas Albert etc.

Herzliche Grüsse!
Jörg
HenningKolf (10.09.2007, 09:43):
@Andreas

Ich habe viel von Szell gehört....manches erst vor kurzem, weil Ende August nochmal ein nettes Päckchen Cds bei mir eingetroffen ist. Ich habe nicht so viel von Szell gelesen...aber er wird schon meist als sehr streng - jedenfalls im Umgang mit seinen Musikern - beschrieben. Privat soll er aber zum einen trinkfest und zum anderen durchaus humorvoll gewesen sein.

Mit Karajan dürfte ihn verbinden, dass er sich wie dieser wohl als einer der wenigen Dirigenten seiner Zeit für Aufnahmetechnik interessiert hat.

Szell habe ich übrigens kennengelernt über eine Haydnaufnahme, vor gar nicht allzu langer Zeit übrigens. Haydn in seltener formaler Strenge, mir gefiel es sehr und was mir auch gefiel, war die hervorragende Remastering-Arbeit der Sony-Ingenieure. Auch diese war zunächst ein Kriterium für weitere Anschaffungen.

Eine zuverlässige Discographie ist übrigens


hier


zu finden. Alles von Sony, aber auch EMI und Decca, ist klangtechnisch befriedigend bis bestens aufbereitet (auch eher geringe Rauschpegel) und interpretatorisch auf hohem Niveau (wenn man es streng und strukturiert, wenig verspielt, mag), mit Ausnahme einiger Mozartaufnahmen, die ich nicht besitze, in die ich aber hineinhören konnte und die teilweise doch ziemlich rauschten.

Die Philipps-Sibelius-Aufnahme kann klangtechnisch meines Erachtens mit den Sony-Aufnahmen nicht mithalten.

Sony hat die Aufnahmen übrigens teilweise unter neuer Bestellnummer mit anderem Cover nochmals - als absolute Billigaufnahmen - wiederveröffentlicht. Danke!!

Eine Geschichte ist mir gerade noch eingefallen, die ich im Netz gefunden habe (also nicht wahr sein muss!!). Szell soll, gefragt, warum Mozart bei ihm so formalistisch streng klinge, barsch geantwortet haben, Spaghetti esse auch kein vernunftbegabter Mensch mit Schokoladensoße.......


Ach ja, wirst Du als Karajan-Fan vielleicht wissen.....die Osborne-Biographie wartet in meinem Bücherschrank noch darauf, gelesen zu werden. Finden sich da auch Anekdoten über die Beziehung Karajans zu Szell?

EDIT: Sehe gerade das Osbornes Buch über ein ausführliches Personenregister verfügt.....voreilige Fragen sind halt häufig nicht die klügsten..........


@Jörg
mit Furtwängler habe ich es auch schon mal probiert, aber: gibt es da irgendwelche Aufnahmen, die nicht historisch, sondern fast gut klingen? Ich bin in dieser Hinsicht empfindlich und weiss halt, dass ich historisch klingende Aufnahmen meist nicht zu Ende und schon gar nicht ein zweites Mal höre....schon dieses Zischeln der Melodya-Aufnahmen (von vereinzeltem Lautstärkepumpen ganz zu schweigen) aus den 60ern und 70ern vermag mir die Freude an dort zu findenden großartigen Interpretationen ziemlich zu verderben, obwohl die noch immer deutlich besser als historisch klingen.

Wand und Kubelik hatte ich doch glatt in meiner Liste vergessen..........



Grüße
Henning
Rachmaninov (10.09.2007, 09:47):
Original von Nordolf
Seiji Ozawa, Evgeny Mravinsky,

Herzliche Grüsse!
Jörg

Diese beiden schätze ich auch! Ozawa gelingt es z.B. mit Frau Mutter ganz andere Aufnahmen einzuspielen wie z.B. Karajan.
Mravinsky ist einer der größten Schostakowitsch Dirigenten überhaupt!
Nordolf (10.09.2007, 23:17):
Hallo Henning!

von HenningKolf
mit Furtwängler habe ich es auch schon mal probiert, aber: gibt es da irgendwelche Aufnahmen, die nicht historisch, sondern fast gut klingen?

Furtwängler gibt es meines Wissens nach nur in Mono. Damit müsstest Du Dich schon mal abfinden. Es gibt Mono-Aufnahmen von ihm, die ich sehr wohl klanglich akzeptabel finde. Ich denke, wenn Dir die folgende klangtechnisch immer noch zu historisch ist, wirst Du mit Furtwängler-Mitschnitten leider überhaupt nichts anfangen können:

http://www.jpc.de/image/w300/front/0/1261194.jpg

Die 4. von Schumann ist großartig dirigiert. Für mich hat das historische Soundgewand seine besondere Stimmung. Hör auf jeden Fall mal rein...

Wand und Kubelik hatte ich doch glatt in meiner Liste vergessen..........

Wands epischer detailreicher Bruckner bleibt unvergessen. Sein Brahms ist mir ans Herz gelegt worden, aber ich habe ihn noch nicht gehört.
Kubelik war ein ein Vollblut-Musiker - die tänzerischen und mitreissenden Klänge lagen ihm besonders. Ich schätzte aber besonders sein Dirigat von Pfitzners Musikdrama "Palestrina" - ein Werk voller melancholischer introvertierter Klänge. Das konnte er also auch...

Herzliche Grüsse!
Jörg
Rachmaninov (11.09.2007, 11:54):
Als sehr interessanten Dirigenten habe ich für mich auch O. Vänskä entdeckt.

Seine Sibelius Aufnahmen schätze ich sehr hoch ein, insb. höchst interessant die Gegenüberstellung der Sibelius VK Versionen durch ihn mit dem Geiger L. Kavakos.
Diese Aufnahmen zusammen mit dem Lahti Symphony Orchestra erschienen im Label BIS sind vom Feinsten.

Lieder hatte er beim Paganini VK mit Gringolts einen IMO eher schwachen Geiger zur Seite.

Sehr gelungen ist ebenfalls seine Aufnahme mit Sharon Bezaly mit Konzerten von Aho, Thomasson und Lindberg!

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/2576215.jpg

Mir gefallen aber nicht nur seine Aufnahmen skandinavischer Komponisten mit ihm. Auch seine bisher erschienenen Aufnahmen der Beethoven Sinfonien sind IMO auf hohem Niveau.

Insgesamt zeichnet er sich durch gemäßigte Tempi aus und mir erscheint es immer so als "ja, so muss (kann) das klingen".
Bei ihm wirkt nicht irgendwie künstlich oder gar auf Effekt getrimmt.

Ebenfalls IMO spitze sind seine Rautavaara Aufnahmen.
Das VK und die 8. Sinfonie besitze ich bereits von ihm!

Mit großer Vorfreude warte ich derzeit auf die Aufnahme der Aho und Nielson Clarinettenkonzerte mit M. Fröst

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/9355134.jpg

Glücklicherweise veröffentlicht ein beim Label BIS. Das garantiert sehr gute Aufnahmen hinsichtlich der Klangqualität. Allerdings durchaus nicht günstig :I
HenningKolf (11.09.2007, 13:47):
@Nordolf

Hallo Jörg,

ich bin CD-Hörer bzw ich höre ganz überwiegend über Kopfhörer selbstgerippte FLACS oder auch gekaufte MP3s (hat zunächst vor allem mit wohnlichen Gegebenheiten zu tun gehabt, mittlerweile lass ich meine Anlage (ohne Analogplattenspieler!) meistens aus, weil man sich an Kopfhörerklang sehr gut gewöhnen kann). Könnte mir schon denken, dass historische Nebengeräusche auf einem Analogequipment mit wärmeren, aber auch leicht beschönigendem Klang einfach besser zu ertragen sind...wobei mir - kurz mal ein wenig off topic - auffällt, dass ich selbst, erst seit ca. 15 Jahren vermehrt Klassik hörend, recht viele Aufnahmen aus dem Zeitraum von ca. 1957 bis 1975 habe. Ich frage mich wirklich, ob das nur daran liegt, dass die Dirigenten - und womöglich Orchester - jener Zeit besser waren oder ob dies nicht auch damit zu tun hat, dass AAD angenehmer klingt als DDD.

Kubelik habe ich als Dvorák-Dirigenten schätzen gelernt (zusammen mit Suitner, der einen erschreckenden Brahms, aber einen hervorragenden Dvorák eingespielt hat, mein Favorit Dvorák betreffend)

@Rachmaninov

Die Kavakos-Aufnahme habe ich auch - noch allerdings nur als MP3 - ; sie ist ja nicht nur sehr gelungen, sondern schon deswegen interessant, weil beide Versionen des Konzerts aufgenommen worden sind (mir fällt jetzt nicht ein, wer so etwas sonst gemacht hätte).

Paganini mit Gringolts kenne ich nicht.

Die Beethovenaufnahmen - CD bzw. FLAC - schätze ich auch sehr, wobei allerdings die 9. m.E.s durch einen weniger knödelnden Sänger noch gewonnen hätte. Aber das ist wie vieles andere auch Geschmacksfrage.

Ja, BIS ist nicht billig, aber ich bin emusic-Abonnent und da gibt es neben Naxos, LSO Live, Ondine und einigem anderen auch fast das komplette BIS-Programm zum download. So kann ich erst mal ausführlich reinhören und dann entscheiden, ob ich zum Beispiel das Werk eines mir unbekannten Komponisten mögen werde oder ob klangliche Erwägungen nahelegen, nicht nur die mp3-Aufnahme zu haben, sondern auch die nicht preiswerte CD (so bin ich zu den Vänskä-Beethoven-CDs gekommen).

Problem ist momentan eher, dass man bei einer bestimmten Downloadmenge sich vom Genuss entfernt und bloßes Konsumentenverhalten an den Tag legt. Ich habe zur Zeit bestimmt 50 CDs als MP3 auf der Platte, die ich noch nicht gehört habe, die ich dann aber noch hören "muss".

Ich werde das aus diesem Grund wieder ein wenig reduzieren.

Die Klarinettenkonzerte von Aho/Nielsen warten übrigens auf meiner Festplatte schon seit längerem darauf, angehört zu werden.


Gruß Henning
Rachmaninov (11.09.2007, 18:40):
Original von HenningKolf
@Rachmaninov

Die Kavakos-Aufnahme habe ich auch - noch allerdings nur als MP3 - ; sie ist ja nicht nur sehr gelungen, sondern schon deswegen interessant, weil beide Versionen des Konzerts aufgenommen worden sind (mir fällt jetzt nicht ein, wer so etwas sonst gemacht hätte).


Ja, eben diese Gegenüberstellung - soweit ich weiss einzigartig - gefällt mir auch sehr gut. Nebenbei eine sehr gelungene Aufnahme insgesamt!


Paganini mit Gringolts kenne ich nicht.


Kein Verlust!


Die Beethovenaufnahmen - CD bzw. FLAC - schätze ich auch sehr, wobei allerdings die 9. m.E.s durch einen weniger knödelnden Sänger noch gewonnen hätte. Aber das ist wie vieles andere auch Geschmacksfrage.


Der Satz mit dem Gesang bei der 9. Sinfonie gefällt mir eh im allgemeinen eher weniger :ignore
Ganz toll ist die 5. Sinfonie!!!!!!
Rachmaninov (12.09.2007, 13:04):
Original von Nordolf
Neeme Järvi

der schwedische Chef der Göteborger Symphoniker liebt die dunklen und erdigen Klänge. Er genießt es, martialische Höhepunkte in der Musik zu inszinieren. Seinen Interpretationen und Begleitungen zieht er immer den dunklen Mantel des Basses über. Und so kann ich nicht anders, als seinen Sound zu lieben.
Jörg

@Jörg,
kennst und schätzt Du seine Schostakowitsch Aufnahmen?
Nordolf (12.09.2007, 16:36):
Original von HenningKolf
@Nordolf

Hallo Jörg,

ich bin CD-Hörer bzw ich höre ganz überwiegend über Kopfhörer selbstgerippte FLACS oder auch gekaufte MP3s (hat zunächst vor allem mit wohnlichen Gegebenheiten zu tun gehabt, mittlerweile lass ich meine Anlage (ohne Analogplattenspieler!) meistens aus, weil man sich an Kopfhörerklang sehr gut gewöhnen kann). Könnte mir schon denken, dass historische Nebengeräusche auf einem Analogequipment mit wärmeren, aber auch leicht beschönigendem Klang einfach besser zu ertragen sind...

Gruß Henning


Hallo Henningkolf,

wenn ich das richtig deute, hast Du etwas mißverstanden:
es handelt sich bei obengenannter Furtwängler-Aufnahme um eine CD.
Die DGG hat in dieser Reihe nur das Design mit einer "Schallplatten"-Aufmachung versehen.

Da ich keine Kopfhörer besitze, kann ich leider nicht sagen wie sie damit klingt (ein Kopfhörer wäre allerdings mal eine dringende Anschaffung für mich - auch aus wohnlichen Gegebenheiten).

Herzliche Grüsse!
Jörg
Nordolf (12.09.2007, 16:49):
Original von Rachmaninov

@Jörg,
kennst und schätzt Du seine Schostakowitsch Aufnahmen?


Leider kenne ich Järvis Aufnahmen von Schostakowitsch nicht (sieht man von einigen jpc-Soundschnipseln ab). Gerade die 11. könnte ich mir gut unter seinem Dirigat vorstellen, aber die scheint er nicht eingespielt zu haben.

Herzliche Grüsse!
Jörg
Rachmaninov (12.09.2007, 16:51):
Original von Nordolf
Original von Rachmaninov

@Jörg,
kennst und schätzt Du seine Schostakowitsch Aufnahmen?


Leider kenne ich Järvis Aufnahmen von Schostakowitsch nicht (sieht man von einigen jpc-Soundschnipseln ab). Gerade die 11. könnte ich mir gut unter seinem Dirigat vorstellen, aber die scheint er nicht eingespielt zu haben.

Herzliche Grüsse!
Jörg

@Jörg,

doch hat er, noch in der DGG Zeit!

http://ec1.images-amazon.com/images/I/61F77NS8QNL._AA240_.gif

Gruß

:hello
Nordolf (12.09.2007, 16:54):
Original von Rachmaninov
Original von Nordolf
Original von Rachmaninov

@Jörg,
kennst und schätzt Du seine Schostakowitsch Aufnahmen?


Leider kenne ich Järvis Aufnahmen von Schostakowitsch nicht (sieht man von einigen jpc-Soundschnipseln ab). Gerade die 11. könnte ich mir gut unter seinem Dirigat vorstellen, aber die scheint er nicht eingespielt zu haben.

Herzliche Grüsse!
Jörg

@Jörg,

doch hat er, noch in der DGG Zeit!

http://ec1.images-amazon.com/images/I/61F77NS8QNL._AA240_.gif

Gruß

:hello


Ich hatte es gerade eben bei jpc entdeckt. :) Leider ohne Hörbeispiele.

Naja - damit ist also eine weitere CD auf meiner "Wanted!"-Liste gelandet...

:hello
Jörg
Cosima (03.10.2007, 18:32):
Wenn ich mich auf 10 Dirigenten beschränke, die ich am liebsten höre, so sieht meine Favoriten-Liste derzeit so aus (alphabetisch sortiert):

Belohlávek, Jirí
Bernstein, Leonard
Chailly, Riccardo
Fischer, Iván
Fricsay, Ferenc
Gergiev, Valery
Horenstein, Jascha
Kleiber, Carlos
Swetlanow, Jewgenij
Szell, George

Einzelne Begründungen liefere ich an dieser Stelle nicht, weil sie sich aus den jeweiligen Threads ergeben. :engel

Gruß, Cosima
Dr. Schön (27.08.2008, 14:10):
Hier habe ich ja noch nicht.
Also alphabetisch:

Abbado, Claudio
Bernstein, Leonard
Beecham, Sir Thomas
Boulez, Pierre
Harnoncourt, Nikolaus
Kleiber, Erich
Mrawinsky, Evgeny
Svelanov, Evgeny

Müssen es 10 sein? Kondraschin wäre möglich. Aber kenne nur den Schostakowitsch. Horenstein mag ich nicht in allen Fällen. Ebenso Furtwängler. Eine handvoll Aufnahmen verehre ich, aber insgesammt nicht allzu viel. Toscanini wiederrum mag ich weniger (aber warum kommt er mir hier in den Sinn?), aber in einzelnen Fällen eben doch ausserordentlich.

Close, but no cigar, träfe zu auf Ancerl, Fricsay, Wand, Nagano, Szell, Scherchen, Kegel und Reiner.

nicht gerne Listen machend,
Dr. Schön
Holger Grintz (27.08.2008, 15:11):
Es ist wirklich nicht so einfach, weil ich wie uhlmann auch bei bestimmten Werken auch bestimmte Dirigenten lieber höre (oder sehe).
Meine Liste ist wegen meiner Hörgewohnheiten der letzten drei Jahre etwas Bruckner-lastig, andere Komponisten erschliesse ich mir gerade erst.

Meine TOPs:
Georg Tintner
Sergiu Celibidache
Christian Thielemann
Herbert v. Karajan
Heinz Wallberg
Claudio Abbado
Kent Nagano
Kurt Eichhorn

@teleton: sorry, kein Solti dabei....
Auch Günter Wand, Jochum und Haitink sind bei mir nicht so beliebt.

Beim Überfliegen des Threads habe ich Barenboim gar nicht gesehen, oder nur überlesen?

:hello
Rachmaninov (27.08.2008, 15:17):
Original von Holger Grintz
Beim Überfliegen des Threads habe ich Barenboim gar nicht gesehen, oder nur überlesen?

:hello

Wurde hier bisher nicht genannt!
Tranquillo (27.08.2008, 19:51):
Original von Dr. Schön
nicht gerne Listen machend
Das geht mir ähnlich, deswegen tue ich es auch nicht.

Viele Grüsse
Andreas
Cosima (27.08.2008, 20:15):
Original von Tranquillo
Original von Dr. Schön
nicht gerne Listen machend
Das geht mir ähnlich, deswegen tue ich es auch nicht.


Ich bin ein ordentlicher Mensch, ich habe es auch gern innerlich geordnet. :D Deshalb finde ich es ganz gut, von Zeit zu Zeit solche gedanklichen Listen anzufertigen und dann niederzuschreiben. Ansonsten: Niemand wird ja gezwungen. - Ich finde es außerdem schön zu sehen, wo die Präferenzen anderer Mitglieder liegen. Das geht eben sehr schnell und unproblematisch mit diesen Listen. Man sieht quasi auf einen Blick, mit wem man auf einer „Wellenlänge“ liegen könnte.

Gruß, Cosima
satie (27.08.2008, 20:33):
Ich muss jetzt hier mal meinen momentanen Lieblingsdirigenten erwaähnen:

Jos van Immerseel!

Ich hatte ja schon von seiner Beethoven-Aufnahme geschwärmt, besitze mittlerweile mit ihm auch Haydn (eine phänomenale Abschiedssymphonie!), Ravel (mit der schönen Aufnahme des Konzerts für die linke Hand auf dem historischen Flügel) und jetzt endlich auch Rimskij-Korssakow und Borodin. Mit seinem Orchester Anima Eterna setzt er konsequent auf eine Entschlackung des Orchesterapparats und Benutzung historischer Instrumente, auch bei Werken, die nicht so alt sind. Besonders interessant an seinen Einspielungen ist, dass er durch den ausgedünnten Streicherapparat die Bläser viel mehr "nach vorne" holt, wodurch vieles doch recht anders klingt. Dabei scheint Immerseel weder auf eingehendes Partiturstudium noch genügend spielerischen Raum zu verzichten. Auf der Wunschliste steht noch sein Liszt (der Totentanz klang in den Ausschnitten sehr überzeugend).
Ich wollte mit Immerseel auch mal einen jüngeren Dirigenten ins Feld führen, und momentan ist er tatsächlich mein Liebling.

Herzlich,
S A T I E
Dr. Schön (27.08.2008, 20:33):
Original von Cosima
Original von Tranquillo
Original von Dr. Schön
nicht gerne Listen machend
Das geht mir ähnlich, deswegen tue ich es auch nicht.


Ich bin ein ordentlicher Mensch, ich habe es auch gern innerlich geordnet. :D Deshalb finde ich es ganz gut, von Zeit zu Zeit solche gedanklichen Listen anzufertigen und dann niederzuschreiben. Ansonsten: Niemand wird ja gezwungen. - Ich finde es außerdem schön zu sehen, wo die Präferenzen anderer Mitglieder liegen. Das geht eben sehr schnell und unproblematisch mit diesen Listen. Man sieht quasi auf einen Blick, mit wem man auf einer „Wellenlänge“ liegen könnte.

Gruß, Cosima

Ja, das Verlangen nach innerer Ordnung lässt mich auch immerwieder solche Listen anfangen und vor dem Einschlafen überschlagen (besser als Schäfchen zählen), aber nach den 3 oder 4 definitiv wichtigsten Künstlern/Werken/Interpreten kann im Grunde alles andere so schön aus unterschiedlichen Gründen parallel existieren. Natürlich nach und nach absteigend. Die genaue Anordnung nach unten verschwimmt dann immer mehr und ich bin entweder zu faul oder sehe zu wenig Vergleichskriterien (Äpfel/Birnen = Furtwängler/Boulez).
Und dann tut manchmal auch as Herz weh (Nur Zehn? :I ) oder man merkt schon wieder, was man eigentlich immer noch alles nicht besitzt um die Liste wirklich wasserdicht zu machen. Vielleicht nehme ich das dann auch einfach zu ernst.

Aber für die Wellenlängen/Präferenzen-Übersicht ist das natürlich eine gute Sache.

Du führst übrigens 7 Namen, die zumindest in meiner Top 20 wären. Glückwunsch :)


Dr. Schön
Cosima (27.08.2008, 20:46):
Original von Satie
Ich muss jetzt hier mal meinen momentanen Lieblingsdirigenten erwaähnen:

Jos van Immerseel!

Auf der Wunschliste steht noch sein Liszt (der Totentanz klang in den Ausschnitten sehr überzeugend).


Dann darf ich Dich auf diesen Thread zu van Immerseel aufmerksam machen, der sich in einem anderen Unterforum tummelt und gerne wachgeküsst werden möchte.

Den Haydn habe ich auch inzwischen, den Liszt kann ich sehr empfehlen!

Gruß, Cosima
Cosima (27.08.2008, 20:51):
Original von Dr. Schön
Du führst übrigens 7 Namen, die zumindest in meiner Top 20 wären. Glückwunsch :)


Und welche wären das? Außer Bernstein und Swetlanow, die hast Du ja genannt.

Du solltest das wirklich nicht so ernst nehmen. Statt über Sinn oder Unsinn dieser Listen nachzudenken: Schreib doch mal eine Auflistung in meinem "Sinfonien für die Ewigkeit"-Thread. Deine bisherigen Aussagen dort waren leider nicht auswertbar. :P
Dr. Schön (27.08.2008, 21:02):
Liebe Cosima,


Bernstein, Leonard
Fricsay, Ferenc
Gergiev, Valery
Horenstein, Jascha
Kleiber, Carlos
Swetlanow, Jewgenij
Szell, George

Diese wären es.

Ausgehend davon welche aus euren Listen in meine Top 20 kämen, käme ich auf folgende Liste:

Cosima (7)
uhlmann (7)
Amadé (6)
wotan (6)
Henning Kolf (5)
daniel (4)
Nordolf (4)
Holger Grintz (2)
Jürgen (2)
karajan (2)

In "Sinfonien für die Ewigkeit" wurde ich doch mit ausgewertet?

Dr. Schön

PS: Darf ich denn diesen ganzen Thread auswerten? Bin gerade dabei...
Cosima (27.08.2008, 21:10):
Original von Dr. Schön
In "Sinfonien für die Ewigkeit" wurde ich doch mit ausgewertet?


Ach ja, entschuldige! Ich hatte da etwas verwechselt. Du warst sogar vorbildlich! :down (Ich bin gespannt auf Deine Auswertung dieses Threads. :W Ich muss hier aber noch dringend Toscanini und Immerseel mit unterbringen! Dafür streiche ich Belohlávek und Chailly.)

Gruß, Cosima
Tranquillo (27.08.2008, 21:18):
Original von Cosima
Ich bin ein ordentlicher Mensch, ich habe es auch gern innerlich geordnet. :D Deshalb finde ich es ganz gut, von Zeit zu Zeit solche gedanklichen Listen anzufertigen und dann niederzuschreiben.
Liebe Cosima,

meine Abneigung gegen Listen rührt nicht daher, dass ich etwas gegen Ordnung hätte - für mich ist das eher eine Frage der Gewissenhaftigkeit, und daher müsste ich mich als erstes fragen: Nach welchen Kriterien soll ich etwas für eine Liste auswählen? Rein subjektiv, sozusagen aus dem Bauch heraus (das hätte dann meiner Meinung nach nicht viel mit Ordnung zu tun) oder wohlüberlegt und sorgfältig abwägend? Welchen Wert (abgesehen vom statistischen) hätte eine Liste für andere, die meine Auswahl vielleicht überhaupt nicht nachvollziehen können?

Gerade bei Dirigenten halte ich die Auswahl für besonders problematisch. War der junge Dirigent A genauso gut wie der alte Dirigent A? Ist Dirigent A nur mit Orchester X gut und mit Orchester Y weniger gut? A ist Bruckner-Spezialist, B Mozart-Spezialist - kommt A jetzt auf die Liste, weil ich mit Bruckner mehr anfangen kann als mit Mozart? Und so weiter. Ich kann es einfach mit meiner Gewissenhaftigkeit nicht vereinbaren, für mich eine solche Liste aufzustellen und dann auch noch öffentlich zu machen - es sei denn, die Auswahl wäre wirklich rein subjektiv und damit weder begründbar noch hinterfragbar, allerdings würde sich dann wieder die Frage nach dem Wert stellen (siehe oben).

Viele Grüsse
Andreas
Dr. Schön (27.08.2008, 21:54):
"das Klassikforum" kührt seine beliebtesten Dirigenten

http://thenizi.net/wp-content/uploads/2006/12/feuerwerk.jpg

1. Leonard Bernstein (9)
.
.
.
2. Claudio Abbado (7)
.
.
3. Herbert von Karajan (6)
.
4. Karl Böhm, Wilhelm Furtwängler, Carlos Kleiber, Sir George Solti, Jewgenij Swetlanow, Bruno Walter (je 4)
.
5. Antal Dorati, Ferenc Fricsay, Valery Gergiev, Otto Klemperer, Kyrill Kondraschin, George Szell, Christian Thielemann, Arturo Toscanini (je 3)
.
6. Pierre Boulez, Sergiu Celibidache, Carlo Maria Giulini, Bernard Haitink, Nikolaus Harnoncourt, Jascha Horenstein, Jos van Immerseel, Eugen Jochum, Erich Kleiber, Rafael Kubelik, Jewgenij Mrawinskij,Trevor Pinnock, Georg Tintner (je 2)
.
7. Sir Thomas Beecham, Herbert Blomstedt, Riccardo Chailly, William Christie, Sir Colin Davis, Kurt Eichhorn, Iván Fischer, John Elliot Gardiner, Kent Nagano Neeme Järvi, Herbert Kegel, Hans Knappertsbusch, Sir Neville Marriner, Pierre Monteux, Charles Münch, Valerio Negri, Roger Norrington, Seji Ozawa, Fritz Reiner, Karl Richter, Carl Schuricht, Giuseppe Sinopoli, Heinz Wallberg (je 1)

Der Sieger dankt: klick me


Immerhin kam es zu einer eindeutigen Top 3.
Für die Auswertung habe ich alle gelisteten, sowie alle als Beispiele für Favoriten genannten Namen verwendet. Negativauflistungen wurden nicht abgezogen und ich weiß erst jetzt, wie manche überhaupt mit Vornamen heißen.

Dr. Schön
Cosima (28.08.2008, 11:51):
Sehr sympathische Dankesrede von Lenny! Ach, ich mag ihn einfach sehr! – Vielen Dank für Deine Mühe, Dr. Schön! Ich sehe gerade, dass ich Münch und Gardiner (allein schon für ihren „Harold“ :down) auch unbedingt hätte nennen sollen. Andreas’ obiger Beitrag hat mich etwas aufgeschreckt. Nun bekomme ich doch leichte Gewissensbisse…

Gruß, Cosima
kreisler (03.04.2009, 23:56):
Weil ich keinen anderen passenden Thread gefunden habe kommt das einfach hier rein:

http://www.paulchengviolin.com/Art%20of%20Conducting%20DVD.jpg

Dieses Video ist für alle, die sich sehr fürs Dirigieren interessieren, ein absolutes muss!

Ich habe sie mir gerade angeschaut. Ich kann mich erinnern, dass das Video, oder besser die Dirigenten schon früher auf mich einen sehr starken Eindruck ausgeübt haben, obwohl ich mich noch gar nicht richtig mit der Musik auskannte.

Hier werden alle (oder zumindest einige) der berühmten alten Dirigenten vorgestellt. Dabei gibt es sowohl Filme von sehr interessanten Proben (einfach was die Arbeitsweise der Herren angeht), als auch viele historische Filmdokumente. Dabei werden auch unter anderem Menuhin, Stern und Gardiner, aber auch einige der Dirigenten selber interviewt.

Und außerdem sind die Proben von Toscanini und Barbirolli wirklich sehr erheiternd :J.

Aber warum ich es in diesen Thread gestellt habe:

Meine Favoriten von den vorgestellten Dirigenten sind: (es fehlen aber noch einige für eine richtige Lieblingsliste - allen voran Carlos Kleiber)

Lenny
Furtwängler
Walter
Barbirolli

Szell ist auch sehr gut und bei Klemperer, Herbert und Maestro Toscanini weiß ich noch nicht so recht. Bei letzterem fehlt mir irgendetwas.

Also, ich kann die Dokumentation nur empfehlen,
kreisler
pyrrhon (04.04.2009, 22:40):
Mich macht es nachdenklich, dass fast alle Lieblingsdirigenten bereits verstorben sind, zum Teil sogar schon recht lange. Zum Glück gibt es ein paar Ausnahmen, aber die sind auch schon nicht mehr jung. Sind wir bereits so stark auf CDs, wo es durchaus Sinn macht, die gesamte Geschichte der Tonaufnahmen zu beachten, fixiert? Sind heute lebende Dirigenten schlechter, uninteressanter oder woran liegt das? Musik lebt doch nicht allein von Tondokumente längst vergangener Zeiten.
nikolaus (04.04.2009, 23:27):
Berechtigte Bemerkungen!
Ich weiss allerdings keine Antworten auf die Fragen.
Ich selber stellte fest, dass ich mich mehr an den lebenden Musikern orientiere (bis auf wenige Ausnahmen), kann aber gar nicht sagen warum. Irgendwie erreichen sie mich leichter...

Nikolaus.
kreisler (05.04.2009, 01:34):
Hallo phyrron,

redest du von meinen Lieblingsdirigenten oder beziehst du dich allgemein auf den Thread?
Wobei ich selber merke, dass zu den oben genannten (bei denen es sich ja bewusst um alte Dirigenten handelt) bei mir keine noch aktiven dazukommen würden, müsste ich mich für fünf entschieden, wären das:

Carlos Kleiber
Wilhelm Furtwängler
Leonard Bernstein
Karl Böhm
Bruno Walter

Berechtigte Frage: Woran liegt das?

1. Ein persönlicher Grund: Als ich begann, Musik zu hören, hatte mein Vater schon eine - wenn auch auf das "Standartrepertoire" und bisschen moderne Musik reduzierte - CD und Schallplatten Sammlung. Natürlich mit den, als er sich die Sachen gekauft hatte, berühmten Dirigenten: Hauptsächlich Karajan, Bernstein, Böhm auch einiges von Szell (um mal keinen DGG-Dirigenten zu nennen :wink). Außerdem Furtwängler weil der zwar älter, aber genauso berühmt war. Und dann noch etwas später einiges von Harnoncourt, der meinem Vater gut gefallen hat. Ich wurde also von all diesen Dirigenten geprägt und übernahm deren Auffassung von Musik die ich auch heute noch habe. So liegt mir z.b. (trotz Harnoncourt) HIP überhaupt nicht. Da viele Aufnahmen heutzutage in diese Richtung gehen, ist es klar, dass ich auch mit vielen der heutigen Dirigenten nicht viel anfangen kann (z.b.: Marriner, Hogwood oder Norrington). Gardiner hat hingegen viele gute Sachen gemacht, aber er ist für mich einfach nicht genug "Kapellmeister" um als großer Dirigent betrachtet zu werden. Und da wären wir auch schon beim

2. Punkt: Beim "Lieblingsdirigenten" geht es auch sehr um das Charisma, dass z.B. Personen wie Bernstein einfach hatten. Die moderneren Dirigenten scheinen alle einen ganz anderen Ansatz vom Dirigieren zu haben. Sie agieren als primus inter pares. Zwar sind mir Abbado und Jansons, Barenboim (den ich aber mittlerweile einfach aufgrund seiner überragenden Musikalität sehr schätze) und Gardiner durchaus symphatisch, wahrscheinlich sogar symphatischer als bsp. ein Karl Böhm, aber sie haben nicht diesen Stil und diese "Absolutheit" der froßen Dirigenten.

3. In seiner Einleitung zu "Große Geiger" schreibt Harald Eggebrecht, dass sich der Schwerpunkt immer mehr von der Musik weg und zum "drum herum" entwickelt. Das bezieht er natürlich auf die derzeitigen
Star-Geriger(innen) aber man kann das auch durchaus bei Dirigenten so sehen. Man betrachte nur die Marketing-Maschine rund um Gustavo Dudamel. Ich möchte hier gar nicht umbedingt die Künstler kritisieren, schließlich sind ja die Labels und letztendlich die Käufer, die ja genau das haben wollen, dran schuld, aber oft bleiben die Aussagen der Künstler und auch die Musik dann oft erschreckend oberflächlich:

Natürlich weiß ein junger Dirigent heute auch, dass z.B: Mahlers frühen Symphonien eine Wunderhorn-Lyrik innewohnt, und dann heißt es oft: "Die Stelle im ersten Satz ist ein Zitat aus dem Lied soundso, deshalb müssen die Trompeten hier wie Marschmusik klingen" oder so ähnlich. Ich habe aber fast nie das Gefühl, dass sich die Leute in Mahler (das ist jetzt übrigens hier nur ein Beispiel mit Mahler) so hineinversetzen können, wie es z.B. wiederum ein Bernstein konnte. Sind die Leute von heute denn überhaupt romantisch genug veranlasst, um diese ganze Reichweite der Musik zu erfassen? Vielleicht könen sich einige ja in ihn hineinversetzen, die "alten" konnten das aber ganz gewiss viel eher, hatten sie doch teilweise diesen Zeitgeist noch selber mitbekommen. Furtwängler wurde im Geist des 19. Jahrhunderts erzogen, Bruno Walter kannte Gustav Mahler sogar noch persönlich! natürlich gilt dieses Argument nur für die Romantik und klassische moderne.

Oder aber, der selbe Dirigent sagt in einem Interview: "Diese Symphonie hat Mozart in tiefer Trauer geschrieben, deshalb muss man sie sehr traurig spielen!"
Er wird diese stelle sehr traurig speilen, aber ist das nicht dann etwas aufgesetzt? Ein Dirigent wie Fritz Busch, der im Krieg fliehen musste (einer unter vielen!), dagegen hat wirklich Leid gesehen und miterlebt. Sind solche Empfindungen bei ihm dann nicht echter?

Da habe ich dir mal ein paar Ansätze für deine Frage gegeben, ich hätte natürlich auch ein paar leichtere Argumente finden können (z.B. sind neu erscheinende CD´s im Schnitt viel teurer als historische Aufnahmen :D) aber ich wollte das mal etwas grundlegend erfassen. Ist schließlich eine sehr interessante Bemerkung. Allerdings werden viele von denen, die verstorbene Lieblingsdirigenten haben, ganz andere Gründe haben, wenn ich etwas drüber nachdenke komme ich auf die oben genannten.

Und eines bleibt ja noch: Der Live-Eindruck. So bleiben mir z.B. Franz-Welser Möst, Mariss Jansons oder John Eliot Gardiner genauso von Konzerten im Gedächtnis, auch wenn ich sie nicht in meine "Gruppe der mächtigen Fünf" oben eingereiht habe...

Viele Grüße,
Kreisler
Rachmaninov (06.04.2009, 11:41):
Original von kreisler
3. In seiner Einleitung zu "Große Geiger" schreibt Harald Eggebrecht, dass sich der Schwerpunkt immer mehr von der Musik weg und zum "drum herum" entwickelt. Das bezieht er natürlich auf die derzeitigen
Star-Geriger(innen) aber man kann das auch durchaus bei Dirigenten so sehen. Man betrachte nur die Marketing-Maschine rund um Gustavo Dudamel. Ich möchte hier gar nicht umbedingt die Künstler kritisieren, schließlich sind ja die Labels und letztendlich die Käufer, die ja genau das haben wollen, dran schuld, aber oft bleiben die Aussagen der Künstler und auch die Musik dann oft erschreckend oberflächlich:

Dies ist sicherlich ein ganz wesentlicher Punkt. Die Frage ist ja sicherlich neben dem ganzen drum herum: Traut sich eigentlich noch einer so zu spielen wie es seinem naturel entspreicht.
Hört man mal z.B. Oistrach, Kogan, Grumiaux, Milstein, so hat doch jeder von ihnen den eigenen Klang.
Heute erscheint mir das doch alles sehr weichgespühlt.
Kaum ein charakteristischer Geigenklang ....


Ein wesentlicher Grund dafür, dass hier viele Dirigenten genannt werden ist sicherlich die Tatsache, dass die frühere Generation einfach das Glück hatte Maßstäbe zu setzen, die auch konserviert wurden.
Damit schufen sie quasi gewisse "Referenzen", die heute nach als Maßstab herangezogen wurden. So git es halt ab eine gewissen Zeit Aufnahmen, die zur Bewertung dienen. Furthwängler z.B. musste sich nicht mit Aufnahmen von Dirigenten messen, die eine Generation vor ihm aktiv waren.
So wird eer Schallplattenmarkt zum Problem für sich selbst.

Aber, gibt es denn heute sehr gute Dirigenten? IMHO ja. Dudamel ist sicherlich eienr der reifen kann, Bychkov wurde schon von Karajan selbst geehrt ....
uhlmann (06.04.2009, 12:07):
Original von Rachmaninov
Aber, gibt es denn heute sehr gute Dirigenten? IMHO ja.

davon bin ich auch überzeugt.

ein grund für das fehlen aktueller namen auf solchen listen mag auch sein, dass die genannten (und bereits verstorbenen) ihr lebenswerk schon erbracht haben und man sie aus etwas distanz gemäß ihrer bedeutung in der musikgeschichte einordnen kann. viele der aktuell noch tätigen dirigenten sind erst mitten in ihrer karriere oder gar erst am anfang (wie dudamel) - eine längerfristige bedeutung wird man bei diesen erst in einigen jahren erkennen.

ich bin mir sicher, dass viele heutige dirigenten, etwa ein rattle, ein thielemann, ein jansons, ein chailly, ein barenboim, ein abbado, um nur einige zu nennen, in fünfzig jahren auch zu den ganz großen gezählt werden.
Rachmaninov (06.04.2009, 12:12):
Original von uhlmann
ich bin mir sicher, dass viele heutige dirigenten, etwa ein rattle, ein thielemann, ein jansons, ein chailly, ein barenboim, ein abbado, um nur einige zu nennen, in fünfzig jahren auch zu den ganz großen gezählt werden.

da bin ich mir nicht bei allen sicher, aber Ozawa udn Bychkov werden sicherlich auch dazu gehören!
Cetay (inaktiv) (06.04.2009, 12:40):
Original von kreisler
2. Punkt: Beim "Lieblingsdirigenten" geht es auch sehr um das Charisma, dass z.B. Personen wie Bernstein einfach hatten. Die moderneren Dirigenten scheinen alle einen ganz anderen Ansatz vom Dirigieren zu haben. Sie agieren als primus inter pares. Zwar sind mir Abbado und Jansons, Barenboim (den ich aber mittlerweile einfach aufgrund seiner überragenden Musikalität sehr schätze) und Gardiner durchaus symphatisch, wahrscheinlich sogar symphatischer als bsp. ein Karl Böhm, aber sie haben nicht diesen Stil und diese "Absolutheit" der froßen Dirigenten.

3. In seiner Einleitung zu "Große Geiger" schreibt Harald Eggebrecht, dass sich der Schwerpunkt immer mehr von der Musik weg und zum "drum herum" entwickelt. Das bezieht er natürlich auf die derzeitigen
Star-Geriger(innen) aber man kann das auch durchaus bei Dirigenten so sehen. Man betrachte nur die Marketing-Maschine rund um Gustavo Dudamel. Ich möchte hier gar nicht umbedingt die Künstler kritisieren, schließlich sind ja die Labels und letztendlich die Käufer, die ja genau das haben wollen, dran schuld, aber oft bleiben die Aussagen der Künstler und auch die Musik dann oft erschreckend oberflächlich:



Ich finde, die beiden Punkte beißen sich etwas. Charisma, Sympathie, Stil und Absolutheit sind alles Dinge, die sich auf die Persönlichkeit der Dirigenten beziehen und nicht auf die Musik. Die Alten haben zweifellos den großen Vorteil, dass es schon sehr viel gibt, was über sie geschrieben wurde. Man kann sich aus Biografien, Autobiografien, Rundfunk- und Fernsehdokumetationen oder Interviews quer durch alle Medien ein Bild machen. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass die Persönlichkeit eines Künstlers Einfluss darauf hat, wie man dessen Musik aufnimmt und ob er zum "Liebling" wird. Auf der anderen Seite wirft man den jungen Künstlern vor, dass sie ihre Persönlichkeit in die Waagschale werfen, in dem sie alle Medien nutzen. Sicher gibt es Einige, die hinter der Marketing-Maschine musikalisch nichts Herrausragendes zu bieten haben, aber ich finde, hier wird auch oft sehr einseitig vorverurteilt: Viel Marketing = Wenig Substanz. Wenn andereseits ein Künstler in der Öffentlichkeitsarbeit zurückhaltend ist, dann kann er sich nicht gegen die großen Persönlichkeiten der Vergangenheit profilieren und man wirft ihm das Fehlen von ebensolcher Persönlichkeit vor. Die Interpreten von heute haben es schon schwer.


Bisher habe ich diesen Thread immer gemieden, um nicht zugeben zu müssen, dass ich von Dirigenten wenig Ahnung habe, aber wenn ich jetzt schon drin bin... :D
Es gibt kaum einen Dirigenten, den ich über das gesamte Repertoire schätze. Eine Ausnahme ist vielleicht Esa-Pekka Salonen, der mich sowohl mit Hadyn und Beethoven als auch mit Bruckner und Mahler außerordentlich bewegt. Allerdings hat er sehr wenig aufgenommen: von Hadyn nur 3, von Mahler nur 2 und von Bruckner nur 1 Sinfonie. Und seinen Beethoven kenne ich nur vom Konzert und aus Rundfunkmitschnitten, da es käufliche Aufnahmen nur als Download gibt. Ich mag seine Persönlichkeit, zumindest die, die durch den Dokumentarfilm Maestro in Hollywood und durch Interviews vermittelt wird. Was davon aufs Konto der Marketing-Maschinerie geht ist, male ich mir lieber nicht aus.
Ansonsten stehen bei mir Dirigenten nur in Verbindung mit gewissen Komponisten (oder auch Epochen) so hoch im Kurs, dass ich mich "Fan" bezeichnen würde:

Vincent Dumestre mit der Renaissance
Josef Krips mit Mozart
Gustav Kuhn mit Beethoven
Hans Knappertsbusch mit Bruckner
Rene Leibowitz mit Offenbach
uhlmann (06.04.2009, 12:44):
Original von Rachmaninov
Original von uhlmann
ich bin mir sicher, dass viele heutige dirigenten, etwa ein rattle, ein thielemann, ein jansons, ein chailly, ein barenboim, ein abbado, um nur einige zu nennen, in fünfzig jahren auch zu den ganz großen gezählt werden.

da bin ich mir nicht bei allen sicher, aber Ozawa udn Bychkov werden sicherlich auch dazu gehören!

meine "liste" sollte gar nicht repräsentativ sein, nur eine kleine und subjektive auswahl. allerdings bin ich mir bei den ganannten sicher, dass sie zu den großen gehören.

rattle: machte birmingham groß, chef der berliner, viele erfolgreiche cd's,...
thielemann: groß im deutsch-romantischen repertoire, dick da in bayreuth,...
jansons: große erfolge in oslo, chef des cg amsterdam, chef des sobr,...
chailly: erfolgreich in berlin, amsterdam, leipzig, schöne zyklen der symphonien bruckners und mahlers,...
barenboim: erfolgreich als pianist und drigent, lange jahre hausherr in bayreuth, auch politisch engagiert (divan-orchester),...
abbado: einst gmd von wien, erfolgreich an der scala, heute in luzern, ex-hef der berliner, breites repertoire (auch mit moderne),...

natürlich kann man da noch viele andere nennen, sicher auch ozawa (den ich persönlich weniger mag) und bychkov. welche der von mir genannten würdest du nicht als "groß" einstufen?
Rachmaninov (06.04.2009, 13:16):
Original von uhlmann
Original von Rachmaninov
Original von uhlmann
ich bin mir sicher, dass viele heutige dirigenten, etwa ein rattle, ein thielemann, ein jansons, ein chailly, ein barenboim, ein abbado, um nur einige zu nennen, in fünfzig jahren auch zu den ganz großen gezählt werden.

da bin ich mir nicht bei allen sicher, aber Ozawa udn Bychkov werden sicherlich auch dazu gehören!

meine "liste" sollte gar nicht repräsentativ sein, nur eine kleine und subjektive auswahl. allerdings bin ich mir bei den ganannten sicher, dass sie zu den großen gehören.

rattle: machte birmingham groß, chef der berliner, viele erfolgreiche cd's,...
thielemann: groß im deutsch-romantischen repertoire, dick da in bayreuth,...
jansons: große erfolge in oslo, chef des cg amsterdam, chef des sobr,...
chailly: erfolgreich in berlin, amsterdam, leipzig, schöne zyklen der symphonien bruckners und mahlers,...
barenboim: erfolgreich als pianist und drigent, lange jahre hausherr in bayreuth, auch politisch engagiert (divan-orchester),...
abbado: einst gmd von wien, erfolgreich an der scala, heute in luzern, ex-hef der berliner, breites repertoire (auch mit moderne),...

natürlich kann man da noch viele andere nennen, sicher auch ozawa (den ich persönlich weniger mag) und bychkov. welche der von mir genannten würdest du nicht als "groß" einstufen?

Mit Chaiilly komme ich nicht so klar, aber seine Karriere spricht klar für ihn!
Jürgen (06.04.2009, 18:57):
Original von pyrrhon
Musik lebt doch nicht allein von Tondokumente längst vergangener Zeiten.

Ich kann nicht für Andere sprechen, aber bei mir ist es doch so, dass ich täglich mindestens 2 Stunden Tondokumente höre, mein letztes klassisches Konzert hingegen mindestens 5 Jahre zurück liegt.

Gründe hierfür sind nicht allein Zeit- oder Geldmangel oder Bequemlichkeit, sondern ein wenig von allem. Ich hoffe, das wird sich eines Tages nochmal ändern. Furchtbar unzufrieden bin ich damit aber nicht.

Grüße
Jürgen
pyrrhon (06.04.2009, 23:10):
Original von kreisler
redest du von meinen Lieblingsdirigenten oder beziehst du dich allgemein auf den Thread?


Ich beziehe mich allgemein auf den Thread. Es ist durchaus auch selbstkritisch, denn ich beziehe mich selber in meiner Frage ein. Auch meine Lieblingsdirigenten sind bis auf wenige Ausnahmen allesamt verstorben. Ich finde das auf der einen Seite nicht gut und auf der anderen Seite durchaus erklärbar, wobei ich Deiner Antwort wenig hinzuzufügen weiß, weil ich mich weitgehend Deinem Beitrag anschließen kann. Wenn ich von einem Werk eine CD kaufe, dann macht es natürlich Sinn, mich nicht auf lebende Dirigenten einzuschränken, sondern aus dem Vollen zu schöpfen.

Dabei kann es aber nicht bleiben. Die klassische Musik kann nicht überleben, wenn nicht auch genügend Leute auch in Konzerte von jungen oder weniger bekannten Dirigenten gehen, sondern hauptsächlich beim CD-Hören bleiben. Man denke nur mal daran, dass all diese großen Dirigenten einst unbekannte, junge Dirigenten waren. Ich bin selber zu jemanden geworden, der inzwischen immer seltener in Konzerte geht. Würden alle so selten ins Konzert gehen, wäre das der Tod der klassischen Musik und wir hätten nur mehr ein Museum, wenn auch ein schönes.
pyrrhon (06.04.2009, 23:24):
Original von Jürgen
Ich kann nicht für Andere sprechen, aber bei mir ist es doch so, dass ich täglich mindestens 2 Stunden Tondokumente höre, mein letztes klassisches Konzert hingegen mindestens 5 Jahre zurück liegt.

Gründe hierfür sind nicht allein Zeit- oder Geldmangel oder Bequemlichkeit, sondern ein wenig von allem. Ich hoffe, das wird sich eines Tages nochmal ändern. Furchtbar unzufrieden bin ich damit aber nicht.


Ich kann das im Wesentlichen auch für mich so sagen, wobei es bei mir so ist, dass ich zwei ganz große Hauptinteressen habe: das sind Literatur und Musik. Ich habe in den letzten Jahren keine Stereo-Anlage gehabt und habe mich sehr intensiv mit Literatur beschäftigt. Jetzt habe ich in meiner eigenen Wohnung endlich eine wunderbare Stereo-Anlage und nun ist wieder die Musik enorm wichtig.

Was die Musik betrifft, habe ich allerdings ein gewisses Problembewusstsein. Geldmangel lasse ich übrigens nicht gelten. Wenn ich sehe, wie viele CDs ich habe und wie viele CDs oft andere haben, die sagen, sie würden der nötigen Sparsamkeit halber nicht ins Konzert gehen, dann kann ich das nur als Ausrede betrachten. Und selbst wenn das der Fall ist: ich hatte als Student Zeiten, wo ich fast täglich in meiner Heimatstadt, die um die 200.000 Einwohner hat, ein Konzert besucht habe und die meisten davon waren spottbillig. Hauptsächlich Kammermusik und das mit meist guten Musikern, wenn auch nicht mit internationalen Berühmtheiten. Im Theater und in der Oper gibt es günstige Jugendkarten und die Stehplätze im Konzertsaal und in der Oper sind auch erschwinglich. Es geht, man muss nur wollen. Wenn die Prioritäten woanders liegen und jemand einfach sein Geld anders loswerden möchte, dann ist das eben so, aber dann soll jemand nicht sagen, es sei aus Geldmangel (wobei es natürlich auch tatsächlich arme Menschen gibt, die es sich tatsächlich nicht leisten können: das ist selbstverständlich etwas anderes).
Jürgen (10.04.2009, 01:00):
Original von pyrrhon
ich hatte als Student Zeiten, wo ich fast täglich in meiner Heimatstadt, die um die 200.000 Einwohner hat, ein Konzert besucht habe und die meisten davon waren spottbillig.

Zu meiner Studentenzeit war ich zwar nicht so oft wie Du, aber immerhin etwa einmal pro Monat im Konzert/Oper. Das lag zum einen daran, dass es als Student spottbillig war, zum anderen hatte ich viel mehr Zeit.

Original von pyrrhon
Wenn die Prioritäten woanders liegen und jemand einfach sein Geld anders loswerden möchte, dann ist das eben so, aber dann soll jemand nicht sagen, es sei aus Geldmangel.

Klar sind es bei mir die Prioritäten, die bei mir bei Familie und Haus liegen.
Zum anderen gibt es mittlerweile so gute Aufnahmen zu so günstigen Preisen, dass manche Konzertkarte mit mehreren hundert CDs aufgewogen werden kann.
Als ich Student war, waren die Konzerte spottbillig.
Heute sind es die CDs (natürlich nicht alle, aber beiweitem nicht nur die schlechten).
Deswegen verschieben sich auch meine Prioritäten innerhalb meines Musikbudges.

Grüße
Jürgen
kreisler (21.04.2009, 23:45):
Original von pyrrhon
Ich beziehe mich allgemein auf den Thread. Es ist durchaus auch selbstkritisch, denn ich beziehe mich selber in meiner Frage ein. Auch meine Lieblingsdirigenten sind bis auf wenige Ausnahmen allesamt verstorben. Ich finde das auf der einen Seite nicht gut und auf der anderen Seite durchaus erklärbar, wobei ich Deiner Antwort wenig hinzuzufügen weiß, weil ich mich weitgehend Deinem Beitrag anschließen kann. Wenn ich von einem Werk eine CD kaufe, dann macht es natürlich Sinn, mich nicht auf lebende Dirigenten einzuschränken, sondern aus dem Vollen zu schöpfen.

Dabei kann es aber nicht bleiben. Die klassische Musik kann nicht überleben, wenn nicht auch genügend Leute auch in Konzerte von jungen oder weniger bekannten Dirigenten gehen, sondern hauptsächlich beim CD-Hören bleiben. Man denke nur mal daran, dass all diese großen Dirigenten einst unbekannte, junge Dirigenten waren. Ich bin selber zu jemanden geworden, der inzwischen immer seltener in Konzerte geht. Würden alle so selten ins Konzert gehen, wäre das der Tod der klassischen Musik und wir hätten nur mehr ein Museum, wenn auch ein schönes.

Hallo pyrrhon,

jetzt kann ich hier endlich mal wieder was schreiben.

Wie du gesehen hast, sind ja "meine" Dirigenten allesamt verstorben, aber ich betrachte das gar nicht so unglaublich (selbst-)kritisch, da die "alten" Dirigenten, wie Furtwängler, einfach auch als - musikalische - Vorbilder dienen. Und wenn ich mir da ein verständnissvolles, tiefes und auch romantisches (Furtwängler:)) musizieren zum Vorbild nehme ist das sicherlich nicht so falsch.

Und was den CD-Markt angeht, habe ich "die alten gern" aber freue mich natürlich auch immer über neue, junge Dirigenten.
Da fand ich auch Rachmaninovs Argument, das frühere Generationen einfach Maßstäbe setzten konnten, sehr überzeugend.
Die neuen Dirigenten haben es also sicher nicht einfach.

Was das Konzert angeht in dem man ja dann doch oft unbekanntere (und vorwiegend lebenden :wink) Dirigenten begegnet, ist das für mich schon noch mal eine ganz andere Welt, die genauso - oder eigentlich viel wichtiger ist als alles was aus der "Konserve" kommt. :)

Viele Grüße,
Kreisler
teleton (29.04.2009, 10:07):
Hallo Klassikforianer(innen),

ich habe festgestellt, dass ich hier beim Voting der Lieblingsdirigenten noch gar nicht mitgemacht habe, da ich den Thread bisher nicht gelesen hatte.

Es ist vollkommen richtig was schon erwähnt wurde, das ein Dirigent nicht für die Abdeckung des gesamten Repertoires gut ist.
Ich stelle auch fest, das man oft gut beraten ist Dirigenen zu wählen, die aus dem gleichen Land(Umfeld) wie der Komponist stammen.
Das gilt ganz besonders für russische Komponisten - da sind auch die russsischen Dirigenten am besten.

Auch wenn aus Eurer Sicht vieles gegensätzlich erscheint - es ist halt so - hier ohne Wertung in der Reihenfolge (aber Lenny (der bereits als Gewinner dieser Abstimmung fest steht) steht trotzdem immer ganz oben):

1. Leonard Bernstein
2. Herbert von Karajan
3. Jewgenij Swetlanow
4. Kyrill Kondraschin
5. Gennadi Roshdestwensky
6. Jewgenij Mrawinsky
7. Georg Solti
8. George Szell
9. Vladimir Ashkenazy
10. Enrique Batiz

Von Spitzendirigenten wie Fricsay, Klemperer, Böhm, Kegel, Kempe, Abbado, Kubelik, Stokowsky, Ansermet und Boulez habe ich einfach zu wenig an CD-Repertoire, sodas sie für mich in die Liste der ersten 10 aufgenommen werden könnten. Diese Taktstockmeister folgen danach.




Eine ganz wichtige Neuerscheinung, von dem wir noch viel hören werden könnte einer meiner zukünftigen Lieblingsdirigenten werden: Gustavo Dudamel .
Da ich noch keine CD mit ihm habe, will ich ihn noch nicht in meine Liste aufnehmen.
Aber ich habe zwei fantastische TV-Festplattenaufnahmen mit Gustavo Dudamel : Waldbühnekonzertes 2008 aus Berlin; Neujahrskonzert 2007 aus Venezuela.
:beer Das ist musikalische Aussagekraft !
Jürgen (30.04.2009, 09:24):
Original von Jürgen
Also, bei mir sieht es so aus:


Solti
Bernstein
Böhm
Gardiner (insb. bei Bach)
Karajan
Kubelik
Abbado
Knappertsbusch
Pinnock
Sinopoli



In den letzten 24 Monaten hat sich gar nicht so viel geändert bei mir. Ich füge nur ein paar persönliche Referenzeinspielungen hinzu.


Solti (Ring, Tannhäuser, Mahler8, Bartok, Elgar, Hänsel&Gretel)
Bernstein (Mahler, Tschaikowski, Vaughan-Williams)
Böhm (Tristan :down)
Karajan (Planeten, Meistersinger, La Boheme)
Gardiner (insb. bei Bach, h-moll Messe, X-mas-O)
Kubelik (Dvorak)
Knappertsbusch (Parsifale)
Pinnock (Händel: FeuerWasserMusik, Concerti)
Neumann (Ma Vlast, Dvorak)
Muti (Sacre)


Erst vor kurzem habe ich McCreesh kennengelernt (Musik von ihm). Er hat das Potenzial, in die Top10 aufzurücken. Ich kenne aber noch zu wenig von ihm. Er ist Jahrgang 60 und könnte daher den Altersschnitt deutlich senken bzw. den Anteil der Lebenden erhöhen.

Grüße
Jürgen
Gamaheh (08.05.2009, 01:11):
Hallo, Ihr Dirigenten-Kenner,

mir erzählte neulich jemand (ein Musiker) in höchsten Tönen des Entzückens von einem jungen Dirigenten namens Vladimir Jurowsky - hat jemand von Euch schon mal (etwas) von dem gehört?

Wissensdurstige Grüße,
Gamaheh
Cetay (inaktiv) (08.05.2009, 08:51):
Original von Gamaheh
Hallo, Ihr Dirigenten-Kenner,

mir erzählte neulich jemand (ein Musiker) in höchsten Tönen des Entzückens von einem jungen Dirigenten namens Vladimir Jurowsky - hat jemand von Euch schon mal (etwas) von dem gehört?

Wissensdurstige Grüße,
Gamaheh

Ich kenne ihn nur als sehr passablen Begleiter von Helene Grimaud beim 5. Klavierkonzert von Beethoven. Auf dieser Aufnahme erlebe ich ihn als "typisch neuen" Dirigenten. Er verwendet die Errungenschaften der HIP-Bewegung mit Augenmaß und schafft einen Ausgleich zwischen Schlankheit und Transparenz auf der einen und philharmonischer Klangsinnigkeit auf der anderen Seite. Dabei wirkt sein Zugang eher nüchtern - übersteigerten Ausdruckswillen und dramatische Gestaltung muss man woanders suchen- was der Verdaulichkeit dieses Heriok-Schinkens sehr zugute kommt und hervorragend zur Leseart der Solistin passt.
teleton (09.05.2009, 10:34):
Hallo Gamaheh,

das wird wohl der Sohn des Dirigenten Michail Jurowsky sein.
Michail Jurowsky habe und kenne ich erfolgreich in der 7 CD-Box mit Schostakowitsch´s Filmmusiken mit dem RSO Berlin und Deutsches SO Berlin (Capriccio, 2006, DDD).

:D Ich dachte zuerst das wäre der Vladimir.
Gamaheh (09.05.2009, 12:53):
Original von Dox Orkh
Ich kenne ihn nur als sehr passablen Begleiter von Helene Grimaud beim 5. Klavierkonzert von Beethoven. Auf dieser Aufnahme erlebe ich ihn als "typisch neuen" Dirigenten. Er verwendet die Errungenschaften der HIP-Bewegung mit Augenmaß und schafft einen Ausgleich zwischen Schlankheit und Transparenz auf der einen und philharmonischer Klangsinnigkeit auf der anderen Seite. Dabei wirkt sein Zugang eher nüchtern - übersteigerten Ausdruckswillen und dramatische Gestaltung muss man woanders suchen- was der Verdaulichkeit dieses Heriok-Schinkens sehr zugute kommt und hervorragend zur Leseart der Solistin passt.

In der Tat sprach mein Gewährsmann auch von "unerhörter Transparenz" und sehr sparsamen Körperbewegungen, denen das Orchester mit großer Präzision gefolgt sei - er war völlig begeistert und meinte, sowas hätte er noch nie erlebt. Im übrigen handelte es sich um ein Konzert, in dem Helene Grimaud eben jenes Klavierkonzert spielte.

Teleton: Ja, das ist der Sohn von Mikhail Jurowsky.

Grüße,
Gamaheh
HenningKolf (01.09.2009, 08:00):
Original von kreisler
So liegt mir z.b. (trotz Harnoncourt) HIP überhaupt nicht. Da viele Aufnahmen heutzutage in diese Richtung gehen, ist es klar, dass ich auch mit vielen der heutigen Dirigenten nicht viel anfangen kann (z.b.: Marriner, Hogwood oder Norrington).
Kreisler

Das geht mir ebenso.
Ich möchte in diesem Zusammenhang Christoph Schlüren zitieren

"Völlig verloren gegangen ist jedenfalls das erlebende Mitvollziehen der harmonischen Zusammenhänge im großen Kontext, mithin das konstituierend Einmalige der jeweiligen klingenden Architektur. Das führt unvermeidlich zur Einebnung der jeweiligen Komponistenpersönlichkeit zugunsten der Hervorhebung der sie umgebenden zeitgebundenen Konventionen, soweit wir diese heute verstehen, also zur interpretatorischen Nivellierung der kompositorischen Qualität."

Die interpretatorische Nivellierung ist natürlich ein Hindernis, einzelne Dirigenten in Erinnerung zu behalten. Nun trifft das ja nur auf eine Teilmenge der Dirigenten zu (meinetwegen - um eine HIP-Diskussion zu vermeiden - auch auf einige HIP-Vertreter nicht), ich glaube wie Uhlmann auch, dass in 50 Jahren der eine oder andere heutige zu den Großen gezählt werden wird, aber eher wenige.

Was auch damit zu tun hat, dass klassische Musik im Allgemeinen nicht mehr den Stellenwert von früher hat. Früher haben die Leute auf der Strasse über Caruso diskutiert, auch in der Fernsehgründerzeit nahmen Karajan und Bernstein (als wenn es keine anderen gegeben hätte) viel Sendezeit in Anspruch, nicht nur im Rahmen von Konzertübertragungen. Das war so, weil zum einen mehr klassische Musik gehört wurde, zum anderen die Kultur hochgehalten werden konnte, weil es keine Quotenkonkurrenz der Privatsender gab.

Wenn sich niemand für Pop interessiert hätte und es nicht üblich gewesen wäre, in Discos zu tanzen, hätte auch Michael Jackson es schwer gehabt, zum Megastar zu werden.

Gruß
Henning
Jürgen (01.09.2009, 10:22):
Original von Christoph Schlüren
Völlig verloren gegangen ist jedenfalls das erlebende Mitvollziehen der harmonischen Zusammenhänge im großen Kontext, mithin das konstituierend Einmalige der jeweiligen klingenden Architektur.

Das ist natürlich für sich genommen eine ungeheure Behauptung. Ich hoffe mal, dass er das auch bewiesen hat. Vielleicht kannst Du, Henning, dieses Zitat etwas weiter fassen?

Original von Christoph Schlüren
Das führt unvermeidlich zur Einebnung der jeweiligen Komponistenpersönlichkeit zugunsten der Hervorhebung der sie umgebenden zeitgebundenen Konventionen, soweit wir diese heute verstehen, also zur interpretatorischen Nivellierung der kompositorischen Qualität.

Das würde ja bedeuten, dass nicht nur sämtliche HIP-Interpretationen eines Werkes nahezu gleich klingen müssten(selbst hier könnte ich Gegenbeispiele nennen), nicht nur alle Werke eines Komponisten, die er in einem bestimmten Lebensabschnitt geschaffen hat, nein sogar sämtliche Werke sämtlicher Komponisten mit den gleichen sie umgebenden zeitgebundenen Konventionen. (z.B. die 1790er Jahre in Wien)


Grundsätzlich bin ich kein Vertreter irgendeiner Richtung, sei es HIP oder Romantisierend. Vielmehr höre ich das Eine, ohne von dem Anderen zu lassen.
Das Zitat von Herrn Schlüren kehrt mir jedoch alles zu sehr über einen Kamm.

Grüße
Jürgen
Gerion (01.09.2009, 10:30):
Original von HenningKolf

Das geht mir ebenso.
Ich möchte in diesem Zusammenhang Christoph Schlüren zitieren

"Völlig verloren gegangen ist jedenfalls das erlebende Mitvollziehen der harmonischen Zusammenhänge im großen Kontext, mithin das konstituierend Einmalige der jeweiligen klingenden Architektur. Das führt unvermeidlich zur Einebnung der jeweiligen Komponistenpersönlichkeit zugunsten der Hervorhebung der sie umgebenden zeitgebundenen Konventionen, soweit wir diese heute verstehen, also zur interpretatorischen Nivellierung der kompositorischen Qualität."

Das freilich reduziert die Charakteristika eines Komponisten auf die "harmonischen Zusammenhänge im großen Kontext". Was bedeutet das überhaupt? Harmonische Zusammenhänge verstehe ich als dem Werk, also der Notensetzung, immanent. Dass sie bei irgendeiner Art von Aufführung tatsächlich verloren gehen, halte ich für abwegig oder doch schwer belegbar. Führt Schlüren einen Nachweis, um seine Behauptung zu belegen? Und, müsste er nicht auch non-Hip-Dirigenten angreifen, die ihre eigene Deut- und Klangästethik über das Werk des Komponisten legen? ?(


Die interpretatorische Nivellierung ist natürlich ein Hindernis, einzelne Dirigenten in Erinnerung zu behalten. Nun trifft das ja nur auf eine Teilmenge der Dirigenten zu (meinetwegen - um eine HIP-Diskussion zu vermeiden - auch auf einige HIP-Vertreter nicht), ich glaube wie Uhlmann auch, dass in 50 Jahren der eine oder andere heutige zu den Großen gezählt werden wird, aber eher wenige.

Harnoncourt gehört mE sicher dazu. Er legt so vie frei in der Musik...


Was auch damit zu tun hat, dass klassische Musik im Allgemeinen nicht mehr den Stellenwert von früher hat. Früher haben die Leute auf der Strasse über Caruso diskutiert, auch in der Fernsehgründerzeit nahmen Karajan und Bernstein (als wenn es keine anderen gegeben hätte) viel Sendezeit in Anspruch, nicht nur im Rahmen von Konzertübertragungen. Das war so, weil zum einen mehr klassische Musik gehört wurde, zum anderen die Kultur hochgehalten werden konnte, weil es keine Quotenkonkurrenz der Privatsender gab.

Wie wahr...

Herzliche Grüße
Gerion
:hello
HenningKolf (01.09.2009, 13:32):
@Gerion

Mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten ist das so eine Sache. Allerdings sind Vollzitate rechtlich bedinklich, deshalb hier der link auf den

Gesamtartikel

Gruß
Henning
Gerion (01.09.2009, 13:50):
@Henning:
Danke für den Hinweis, ich werde es lesen.
Gerion (02.09.2009, 10:54):
Lieber Henning,

leider war die Lektüre des Gesamtartikels (naja...Artikelchens) wenig erhellend. Die hier nicht zitierten Textteile umreißen knapp bis karg die Entwicklung der historisch informierten Aufführungspraxis (oder wie auch immer man diese Lesart gerade nennen mag). Das oben genannte Zitat untermauert, nein, verdeutlicht der Autor weder mit Beispielen noch Erläuterungen. Der Inhalt des Gesagten bleibt im Dunkeln. Der Artikel hat für mich keine Aussagekraft. Er lässt mich rätselnd zurück.

Viele Grüße
Gerion
HenningKolf (02.09.2009, 11:04):
@Gerion

Mich nicht, ähnliche Eindrücke wie Schlüren habe ich beim Anhören der meisten HIP-Aufnahmen. Deshalb meide ich jede CD und jedes Konzert, welches der HIP zuzurechnen ist, jedenfalls wenn Originalinstrumente verwendet werden. Aber lass uns das mal nicht vertiefen, jedenfalls an dieser Stelle nicht, da wir sonst sehr OT werden.

Gruß
Henning
Wooster (02.09.2009, 15:35):
Es wäre aber vielleicht eine Diskussion deren Fortsetzung an anderer Stelle lohnend wäre. Viel mehr als eine Anzahl von halbgaren Klischees finde ich in dem Text von Schlüren nämlich auch nicht...

Wooster
HenningKolf (02.09.2009, 17:49):
@ wooster

Ich bin nicht mehr ganz auf dem Laufenden, ob wir schon einen Faden haben, der passt, weil ich in den letzten Monaten nur noch sporadisch im Forum war. Aber diskutiert, wenn ihr wollt, an anderer Stelle weiter, ob ich das vertiefen möchte, bezweifel ich. Diskussionen für und gegen HIP bringen mir nichts, historische bzw. Originalinstrumente schmerzen mir - jedenfalls meist - in den Ohren, weil ich sie als trötig oder als verstimmt empfinde, bei anderen ist das nicht der Fall und sie hören HIP-Aufnahmen gerne (und denen bringt nichts, zu wissen was ich darüber denke). Ich hatte Schlüren nur zitiert weil Kreislers Beitrag mir das Zitat in Erinnerung rief. Schlüren war Schüler von Celibidache, das prägt.

Gruß
Henning
Gamaheh (16.09.2009, 22:13):
Liebe Forenser,

ich habe gerade Begeistertes von dem russischen Dirigenten Tugan Sokhiev gehört. Kennt den jemand von Euch und kann etwas zu ihm sagen?

Danke,
Gamaheh
Keith M. C. (11.04.2016, 08:55):
Hallo,

nachfolgend meine Lieblingsdirigenten (Stand 04/2016):

1. Arturo Toscanini
2. Ferenc Fricsay
3. Carlos Kleiber
4. Erich Kleiber
5. John Eliot Gardiner
6. Fritz Reiner
7. Georg Szell
8. René Jacobs
9. Tullio Serafin
10. Peter Schneider

Zu A. Toscanini möchte ich baldigst etwas ausführlicher schreiben, muss mich aber auch mittels einiger Beiträge erst einmal mit dem Handling der Software-Version vertraut machen.

Bis dann.
Hosenrolle1 (11.04.2016, 12:44):
Lieber Keith M. C.,

schön dass du bei uns im Forum bist :)

An die Forensoftware gewöhnt man sich schnell, aber es ist anfangs auf jeden Fall eine kleine Umgewöhnung.




LG,
Hosenrolle1
abendroth (11.04.2016, 14:58):
Original von Gamaheh

ich habe gerade Begeistertes von dem russischen Dirigenten Tugan Sokhiev gehört. Kennt den jemand von Euch und kann etwas zu ihm sagen?


Mir ist der Ossete auch schon vor einiger Zeit durch Rundfunkaufnahmen sehr positiv aufgefallen. Wenn man von Opernhäusern absieht (er dirigiert inwischen auch an der Wiener Staatsoper), dann war wohl sein Engagement in Touoluse die erste wichtige feste Position. Er hat dort die Nachfolge Michel Plassons angetreten, der sich unermüdlich auch für weniger bekanntes frz. Repertoire eingesetzt hatte. Dieser Schwerpunkt geht mit Sokhiev gewiss verloren. Vor einigen Jahren kam das DSO Berlin dazu (das frühere durch Fricsay berühmte RIAS Orchester). Es sieht aber so aus, dass Sokhiev seinen Schwerpunkt ans Bolshoi Theater in Moskau verlegen will, wo er inzwischen auch die Chefposition innehat. Das wird wahrscheinlich zu Lasten von Berlin gehen, wo er seine Verpflichtungen in Kürze abbauen will. Im sonnigen Toulouse wird er aber weitermachen, vorläufig bis 2019.
freundliche Grüsse
abendroth
Vinding (22.11.2016, 03:34):
Derzeit - das hat sich über die Jahre durchaus geändert - sähe die Liste so aus:


Celibidache
Furtwängler
Hickox
Metzmacher
Mrawinski
Szell
Vänskä
Walter
Wand
Zender


Sinopoli, Giulini, Salonen,Klemperer, Fricsay, Ancerl, die Kleibers, Kondraschin, Bernstein, Krips, Stokowski, Swetlanow, Paray, Karajan sollen zumindest erwähnt werden. Lebende Dirigenten, die nicht oder nur wenig zeitgenössische Musik dirigieren habe ich nicht berücksichtigt.

Hickox? - Ich höre häufig britische Komponisten.....

Gruß
Vinding
AcomA (22.11.2016, 06:20):
Hallo

derzeit:

Boulez
Dudamel
Karajan
Sinopoli
Nezet-Seguin
Fricsay
Reiner
Solti
Bernstein
Norrington
Hengelbrock

LG

Siamak
Cosima (22.11.2016, 07:38):
Meine Liste aus 2007 mit einigen Änderungen:

Belohlávek, Jirí
Bernstein, Leonard (höre ich fast gar nicht mehr, außer mit Berlioz - ersetze ich durch John Eliot Gardiner)
Chailly, Riccardo
Fischer, Iván
Fricsay, Ferenc
Gergiev, Valery
Horenstein, Jascha (ist auch nicht mehr einer meiner Favoriten, nehme ich raus - dafür Vasily Petrenko rein)
Kleiber, Carlos
Swetlanow, Jewgenij
Szell, George


Gruß, Cosima
Cantus Arcticus (22.11.2016, 16:15):
Meine Liste:

Carlos Kleiber
Fritz Reiner
Charles Munch
Leonard Bernstein
Claudio Abbado
Sir John Elliot Gardiner
Sir Charles Mackerras
Mark Minkowski
Sir Adrian Boult
René Jacobs
Frieder Bernius

Gruss :hello
Stefan
agravain (23.11.2016, 15:04):
Da gebe ich doch gern meinen mittelscharfen Senf dazu. Ist natürlich repertoirebezogen zu verstehen. Und als nicht in Stein gemeißelt.

Sir Adrian Boult
Sir John Eliot Gardiner
Vernon Handley
Richard Hickox
Herbert von Karajan
Otto Klemperer
Ton Koopman
Riccardo Muti
Leif Segerstam
George Szell

:hello Agravain
Cavaradossi (23.11.2016, 20:00):
Da will ich auch nicht abseits stehen:

Pierre Monteux
Otto Klemperer
Ferenc Fricsay
Fritz Reiner
George Szell
Herbert von Karajan
Sir Thomas Beecham
Josef Krips
Bruno Walter
Charles Münch
Ernest Ansermet
Erich Kleiber
Rudolf Kempe

Gruß, Cavaradossi :hello
Falstaff (13.02.2017, 22:29):
Ach, da mache ich einfach auch mal mit:

Wilhelm Furtwängler
Günter Wand
Leonard Bernstein
Hans Knappertsbusch
Otto Klemperer
Jascha Horenstein
Christian Thielemann
Ernest Ansermet
Victor de Sabata
Jewgeni Mrawinsky
Don Juan d' Austria (17.02.2017, 10:18):
Na dann will ich auch mal...

Christopher Hogwood
Rene Jacobs
Fabio Biondi
Karl Böhm
Joseph Keilberth
Riccardo Muti
Claudio Abbado
Thomas Schippers
Neville Marriner
Willy Boskovsky
Cantus Arcticus (17.02.2017, 13:06):
Nachtrag meinerseits:
Wolfgang Sawallisch
Paavo Berglund
Leonard Bernstein
Kyrill Kondraschin

Gruss
Stefan
Dekyi1210 (20.03.2018, 21:47):
Lange nichts passiert in diesem Thread...darum also mein Senf zu diesem nicht unbedeutenden Thema:

Von denen, die ich live gesehen habe:
C. Kleiber
Karajan
Giulini
Leinsdorf
Böhm
Bernstein
Solti
Sinopoli
Harnoncourt

Von früher, über allen anderen:
Mitropoulos
De Sabata

Liebe Grüße aus Wien
Falstaff (20.03.2018, 23:55):
Lieber Dekyi1210, nicht alle sind unbedingt Lieblingsdirigenten von mir. Aber unabhängig davon beneide ich dich darum, wen du noch gehört hast.

Für C.Kleiber hatte ich mal Karten, aber dann sagte er ab und kam nie wieder. Bei einem Karajan-Konzert fand ich (für den Preis) das Programm nicht ansprechend genug und dachte: Na ja, beim nächsten Mal. Allerdings kam auch er nie wieder. Leinsdorf erkrankte und kam ebenso nie wieder. Bernstein hätte ich noch in Mailand sehen können. Aber wir zogen einen 'Piccolo Marat' in Livorno vor und dachten, wir könnten ihn nächstes Jahr ja auch beim SHMF erleben. Und auch er kam nie wieder.

Fazit: Nur ja immer zugreifen. Wer weiß, was passiert. ^^ (Ging mir übrigens mit Arrau, Segovia, Nilsson, Varnay und Fitzgerald genau so. Schluchz! ;) )

LG Falstaff
Cetay (inaktiv) (04.05.2018, 18:00):
Mir fällt gerade auf, dass der Titel dieses Fadens etwas ungewöhnlich ist, weil er einen Satz mit Fragewort mit Ausrufezeichen abschließt. Ist das nun eine Frage, die explizit impliziert, dass gefälligst jeder drauf zu antworten hat?
Ich fühle mich jedenfalls ausgerufen - ich meine aufgerufen, mich nochmals zum Thema zu äußern. Allerdings bin ich mir fast sicher, dass ich keine 10 zusammenbekommen werde.

Fangen wir bei den Lebenden an. Ich habe mal wahllos zwei der gerade angesagten Stars (Andris Nelsons und Yannick Nézet-Seguin) herausgegriffen und mir die Diskographie angeschaut. Es wäre zum Haare raufen, wenn ich denn welche hätte. Immer wieder das Gleiche, das schon die Generation davor und die davor und die davor eingespielt hat. Keine wenig bekannten Komponisten, keine wenig bekannten Werke von bekannten Komponisten, nichts, nada. Stattdessen die gefühlt 139. GA von Bruckner. Warum, wozu, weshalb? Sicher, es gibt immer ein paar Enthusiasten, die sich alles von ihren Lieblingskomponisten bzw. -werken kaufen. Aber glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass es da noch neue Sichtweisen gegeben kann, nachdem sich vier Generationen daran abgearbeitet haben und von SloMo-Celi bis Turbo-Venzago oder von Sanctus Jochum bis Secularus Skrowaczewski wirklich für jeden etwas dabei sein müsste? Warum macht einer das freiwillig? Gar nicht. Aber auch Dirigenten sind Arbeitnehmer und müssen das machen, was der Arbeitgeber verlangt - das ist bei mir auch nicht anders. Und der Arbeitgeber verlangt das, was sich verkauft. Und es verkauft sich das, was das Publikum will. Und das kauft halt lieber den 139. Aufguss eines Bruckner als auch nur eine CD von Reinecke. Zumal die Fachpresse dem Publikum einredet, dass es sich hier um die ultimative Einspielung handelt. Klar, wenn alle Kritiker alle überflüssigen Aufnahmen als solche benennen würden, würde keiner mehr Fachzeitschriften lesen - und kein Label würde sie mehr sponsern. Dirigenten, die -aus welchen Gründen auch immer- genau und nur das liefern, was das Publikum hören will, sind nichts anderes als Popmusiker, die genau und nur das liefern, was das Publikum hören will und die Bildungshörer, die sich ach so elitär fühlen, aber nur Mainstream-Klassik konsumieren, unterscheiden sich von gemeinen Musikkonsumenten, die nur Mainstream-Pop hören, lediglich dadurch, dass sie sich ach so elitär fühlen. Mich interessiert diese Dirigenten-Generation jedenfalls einen Dreck. Die ganze? Nein! Da gibt es einen gehypten Jungstar, der fast noch in den Windeln Chef des RSO Wien wurde und versprach, frischen Wind in das Repertoire zu bringen. Den Worten folgten Taten: Ganz ohne Bruckner und Strauss ging es zwar nicht, aber er legte auch alle Sechse von Martinů vor und es wurden gar CDs mit Werken von lebenden Komponisten gesichtet. Mal sehen, ob Cornelius Meister das durchhält. Für den Versuch steht er bei mir hoch im Kurs.

Alle anderen, die bloß die abgestandenen Lumpen wieder auswringen, können mir gestohlen bleiben - da gibt es nichts mehr zu entdecken. Man bleibe mir weg mit kritischen Neuausgaben, die gemacht wurden, nachdem forensische Untersuchungen gezeigt haben, dass die Punktierung auf dem Cis vier Takte nach R71 im Originalmanuskript in Wirklichkeit ein Fliegenschiss ist, was ein völlig neues Licht auf das ganze Werk und die Intentionen des Komponisten wirft und unter diesen Gesichtspunkten eine Neueinspielung unumgänglich macht. Nein, wir müssen einsehen, dass die HIPster die letzten waren, die im Populär-Klassik-Repertoire wirklich nochmal etwas Neues bieten konnten, zumindest was die Instrumente angeht. Für alles andere, was sie so an Revolutionärem für sich reklamierten, hat sich bald herausgestellt, dass das schon vor Jahrzehnten jemand so gemacht hat. Das Problem mit den HIPstern war, dass sie deswegen hoch im Kurs standen, weil sie HIP gemacht haben, nicht weil sie großartige Dirigenten waren. Die einzige Ausnahme ist vielleicht Gardiner, aber wenn ich meine aktuelle Sammlung durchforste, dann sind von ihm genau null Aufnahmen verbleiben.

Was macht einen Dirigenten so großartig, dass er bei mir hoch im Kurs steht. Oder anders herum: Wie kann er sich nachhaltig bei mir disqualifizieren? Nehmen wir den gehyptesten der Youngster, Currentzis, der gefühlt bei jedem zweiten Mal, wenn ich den Kultursender einschalte, gerade ein Interview gibt. Der hat einen Personalstil, was an sich nicht verkehrt ist. Verkehrt ist, dass er diesen Stil auf alles anwendet, was ihm vor dem Stab kommt. Ob Mozart, Stravinsky, Tschaikowsky – es klingt alles gleich. Damit befindet er sich in der lange Reihe derer, für die eine Komposition lediglich eine Skizze, über die dick mit eigenen Vorstellungen gepinselt wird, darstellt: Solti streut überall Pfeffer drauf, Bernstein macht aus allem ein Hollywood-Spektakel, Karajan macht alles breit und satt - das sind nur die Allerbekanntesten und das geht so weiter zurück bis zu Klemperer und Furtwängler.

Manchmal frage ich mich, ob die Subjektivisten, die alles Mögliche in die Partituren hineindeuten, überhaupt wissen, mit was für einer Art von Kunst sie sich auseinandersetzen. Jeder Dödel plappert zwei der berühmtesten Zitate über Musik nach: Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie (Beethoven) und Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist (Hugo). Aber dann reden sie trotzdem weiter darüber und fragen sich, ob das Fis in den gestopften Hörnern bedeutet, dass der Komponist unter Blähungen litt. Nochmal zurück zu Currentzis: Der Mann kann ja schon toll reden und deshalb hörte ich mir ein paar Interviews an, obwohl es mir schier die Schuhe auszog. Für ihn ist alles Programmmusik, in der sich die Gefühle des Komponisten widerspiegeln und das muss in der Interpretation hörbar sein. Da komme ich nicht mit. Wozu sollte sich einer die Arbeit machen, eine viersätzige Sinfonie zu komponieren, nur um seine Gefühle auszudrücken – wenn die doch viel einfacher “gesagt“ (Hugo) werden könnten? Und was hat das mit höherer Offenbarung zu tun? Das bringt mich zu Toscanini. Auf die Frage, wie er den ersten Satz der Eroica deute, antwortete er: Für mich ist es Allegro con Brio. Dieser Dirigent steht bei mir hoch im Kurs, weil er etwas begriffen hat – und wer sich ob dieses Spruches echauffiert, dass man ein klassisches Musikstück nicht so einfach aus dem historischen Kontext reißen darf, dem sei nochmals die Meditation über die beiden Zitate nahegelegt.

Noch zu nennen: Beecham. Sein Haydn, obwohl von vorne bis hinten subjektiv und werkuntreu, steht so hoch über der Konkurrenz, dass es den Dirigenten auf einen hohen Kurs hebt. Und Christoph Spering, der die Chuzpe hatte, die Requiem-Fragmente von Mozart ohne Füllstimmen einzuspielen. Und dann alle, die auf die ganz große Karriere verzichteten oder verzichten, weil sie lieber Zeitgenossen dirigieren, allen voran Robert Craft.
Johann Sebastian Bach (05.05.2018, 15:05):
Furtwängler
Toscanini
Silvestri
Keilberth
Knappertsbusch
Klemperer
Karajan
Mrawinski
Levine
Giulini
Kegel
Celibidache
Abbado
Thielemann
Violina95 (23.05.2018, 12:34):
Kent Nagano
Ricardo Muti
Kurt Masur.

Ich liebe diese drei Meister. :-)
Jan Van Karajan (13.12.2020, 19:43):
Eine feste Reihenfolge gibt es bei mir eigentlich nicht, aber auf 10 komme ich bestimmt:
Herbert von Karajan (vor allem mit Beethoven, Strauss und Bruckner)
Leonard Bernstein (Mahler!!! und Schumann)
Die Kleiber-Dynastie (Vater und Sohn beide göttlich, vor allem Erichs "Rosenkavalier")
Sir Georg Solti (vor allem seine Salome und Mozarts Serail)
Bernard Haitink ( mit Haydn, Tschaikowsky oder Bruckner)
Nikolaus Harnoncourt (Beim deutschen Requiem und Mozarts Requiem mit ihm hätte ich weinen können, so schön war das)
Sergiu Celibidache (Bruckner!!!)
John Elliot Gardiner ( Seine "lustige Witwe" und die "Messe Sollenelle von Berlioz)
Eugen Jochum ( Orff und Haydn)
Wilhelm Furtwängler (Beethoven und Wagner)
Günter Wand (Bruckner!!!)
Arturo Toscanini (Beethoven, Brahms, Wagner)
Rudolf Kempe (Strauss!!!)
Und noch Pierre Boulez, Marriss Jansons, Hans-Schmidt-Isserstedt und Simon Rattle. :) .
Grüße
Jan :) :hello