Yakov Kreizberg gestorben

Jeremias (16.03.2011, 09:37):
Traurige Meldung der Badischen Zeitung:

Erst im Januar stand Yakov Kreizberg noch am Pult des SWR-Sinfonieorchesters im Freiburger Konzerthaus und BZ-Kritiker Heinz W. Koch rühmte seine "aufgelichtete" Interpretation von Rachmaninows Zweiter Sinfonie. Gestern nun ist er gestorben, nur 51-jährig, an den Folgen an einer langen, schweren Krankheit.

Kreizbergs Tod ist ein Verlust für die Musikwelt, der Chef des Nederlands Philharmonisch Orkest und Kamerorkest gehörte zu den aufregenden Vertretern einer mittleren Dirigentengeneration, in seiner unprätentiösen Art weit weg von jedwedem Showgebaren. Im russischen Repertoire war der Amerikaner mit russischen Wurzeln – Kreizberg war Halbbruder des Dirigenten Semyon Bychkov – naturgemäß besonders zu Hause, seine Aufnahme von Tschaikowskys Violinkonzert mit der Geigerin Julia Fischer (Pentatone) etwa fand große Beachtung. Kein Wunder, dass Kreizberg an den wichtigen Stationen seines Wirkens, ob als erster Gastdirigent bei den den Wiener Symphonikern oder als GMD an der Komischen Oper Berlin, Akzente setzte. Verloren hat er am Ende nur einen Kampf: den gegen den eigenen Körper.
abendroth (03.08.2012, 21:11):
Kreizberg war, so viel ich weiss, der Bruder (nicht Halbbruder) Bychkovs. Um Verwechslungen zu vermeiden, hat er den Namen seiner Mutter als Künstlername angenommen.