Amadé (10.10.2010, 19:33): Liebe Forianerinnen und Frorianer,
durch einen Hinweis von außen erhielt ich Kenntnis von dem mir bis dato unbekannten französischen Label forgotten records.
Ich zitiere hier aus dem Konzept der Firma: Forgotten Records hat es sich zum Ziel gesetzt, Musikliebhabern nicht mehr verfügbare oder unzufriedenstellend neu aufgelegte Tonaufnahmen zur Verfügung zu stellen. Der Wiederherstellungsprozess beruht ausschließlich auf handwerklichen Verfahren und beansprucht zahllose Arbeitsstunden. Ältere, monophone Aufnahmen werden gewöhnlich auf einem Loic Audio - Plattenspieler abgespielt. Das Gerät ist mit einem professionellen Pierre Clément - Langtonarm ausgestattet, sowie mit einem roten L5 Pierre Clément - Modul, die wahrscheinlich weltbeste Kombination für das Abspielen älterer Schallplatten. Automatische Declicking - Verfahren werden mit äußerster Vorsicht eingesetzt, um jegliche Verfälschung des Ursignals zu verhindern. Das Declicking wird von Hand auf der Tonkurve vorgenommen oder erfolgt durch den Einsatz von Cedar - Hardware der neuesten Generation. Der Hörer wird sicherlich über die Wiedergabequalität der sorgfältig wiederhergestellten Tonaufnahmen erstaunt sein.
Ich habe mir daraufhin den Katalog angesehen, immerhin ca.200 CDs und 2 CDs zum Test gekauft, 1 CD kostet 12,90, 1 DCD 15,90 plus Porto 5,55, bei jeder weiteren CD 1 € zusätzlich, das ist etwas happig. Die erworbenen CDs, zwei unter Leitung von Fritz Lehmann, u.a. die sehr seltene Einspielung von Beethovens 6. und 8. Sinfonie mit dem Orchestre des Cento Soli, waren sorgfältig restauriert und entsprachen weitgehend dem Klang der alten LPs ohne Knacken und Knistern.
Wer Interesse an solchen Aufnahmen verspürt, sollte sich die Webseite mal anschauen forgotten
Gruß Amadé
HenningKolf (12.10.2010, 14:04): Danke für den Hinweis.
Obwohl ich mich dauernd im Netz rumtreibe war mir diese Seite noch nicht begegnet.
Allerdings gehöre ich ja zu dieser neumodischen "Downloadfraktion", und seitdem das Angebot verlustfreier Formate nennenwert geworden ist (classical shop, pristine, linn und andere) kaufe ich überwiegend nur noch SACDs und DVDs und habe den CD-Kauf erheblich zurückgefahren...trotzdem werde ich mir demnächst mal das Angebot der Seite genauer anschauen.
Gruß Henning
Amadé (07.11.2010, 21:06): Einige werden es schon bemerkt haben, die ersten CDs von forgotten records sind eingetroffen und lösten Freude aus. Das Angebot dort ist zu meinem Erstaunen recht umfangreich, ich sehe schon einige Wünsche in absehbarer Zeit in Erfüllung gehen. Bestimmte LPs, die ich schon seit Jahren in einer CD-Übertragung erhoffe, sind auch hier (noch?) nicht anzutreffen, z.B. Schuberts Streichquintett in C-dur mit dem Quintetto Boccherini von HMV. Die Bestellung via homepage-Warenkorb, deutsch wählbar, funktioniert problemlos, die Bezahlung läuft über diverse Kreditkaten oder PayPal. Nach Zahlungsauftrag dauerte die Lieferung bisher 4 Werktage, also recht schnell. 1 CD kostet 12,90 €, eine Doppel-CD 15,90 €, der Versand aus Frankreich beträgt 5,55 € für die erste CD, für alle weiteren erhöht sich dies um je 1 €, da lohnt sich schon eine größere Bestellung. Als Verehrer der Kunst von Fritz Lehmann freue ich mich hier besonders über das breite Angebot von Aufnahmen. Leider hat es die DGG versäumt, eine Gesamtausgabe seiner Aufnahmen auf den Markt zu bringen, Original masters ist mittlerweile eingeschlafen, da wäre es möglich gewesen. Die Haydn-CD bei forgotten records mit den Sinfonien Nr.45 „Abschieds-Sinfonie“ und Nr.94 „Paukenschlag“ ist tadellos von alten LPs transferiert worden. Kein Knistern, kein Knacken, als Tribut für die technische Bearbeitung muss man als Hörer jedoch ein ganz leises Grundrauschen sowie ein etwas entfernter Klang hinnehmen, woran sich meine Ohren spätestens nach 20 Sekunden gewöhnen. Die richtigen LP-Vorlagen sind für den CD-Klang entscheidend, hier wurde bei Lehmann, sonst konnte ich es noch nicht festellen, nicht nur auf die ursprüngliche LP zurückgegriffen, sondern auch, vielleicht fehlte diese, auf Heliodor-LPs aus den 60er-Jahren, deren Klang elektronisch auf Pseudo-Stereo getrimmt wurde, später rückte man bei der DGG wieder davon ab. Darunter litten besonders Aufnahmen mit Klavier, z.B. die Chorfantasie von Beethoven mit dem Pianisten Andor Foldes. Die Vorlage dieser Aufnahme war damals bei Heliodor mit der 2.Beethoven-Sinfonie gekoppelt, forgotten records bediente sich leider dieser LP und nicht der Original-LP. Die beiden anderen Werken auf der neuen CD sind Beethovens Ouvertüren Coriolan und Leonore III, überspielt diesmal von Originalen. Forgotten records ist sehr ehrlich und gibt auf der Rückseite der CD-Hülle die Quellen an. Ich habe noch nicht alle CDs durch, sehr positiv aufgefallen ist mir die Interpretation der 4.Sinfonie von Brahms mit dem Detroit Symphony Orchestra unter Leitung von Paul Paray, die Vorlage war eine Mercury-LP, Aufnahme 1955. Der 2.Satz hat Körper, sehr übersichtlich gegliedert, mit Wärme und Inbrunst gespielt, ich erinnerte mich an die gute alte Jochum-Aufnahme mit den Berliner Philharmonikern von 1953. Insgesamt kann ich für mich als langjähriger Sammler feststellen, dass hier ein kleines Label eine Marktlücke, sicher nur für wenige, entdeckt hat und zufriedenstellend ausfüllt. Ich bin auf die weiteren Veröffentlichungen gespannt. Schöne Grüße Amadé